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00:00Meine Damen und Herren, wer am 11.11. geboren worden ist, der muss einfach lustig sein.
00:06Und als 5-Jähriger war sein Berufswunsch, ich möchte Rudi Carell werden.
00:11Und daran hat er sich jetzt die letzten mehreren Jahrzehnte erfolgreich abgearbeitet aus meiner Sicht.
00:17Meine Damen und Herren, Matze Knoop ist da.
00:20Halte mich fort.
00:24Das hast du ja mit Harald Schmidt gemeinsam, diese Faszination für Rudi Carell.
00:30Was war das? Was ist passiert zwischen Rudi Carell und dir?
00:34Ich weiß es gar nicht. Also ich habe das als Kind natürlich im Fernsehen gesehen.
00:38Und ich fand das halt immer super, wenn er da in seiner holländischen Leer, lass dich überraschen.
00:42Und dann wurde der auf die laufende Bahn, da liefen die Dinge durch und dann musste man sich das merken.
00:47Und wenn man sich das nicht merken konnte, hatte man Probleme bekommen.
00:50Und deswegen, der holländische, der kann das, ich habe es auch, übrigens, da muss ich es jetzt auch sagen,
00:54dass ich mit Harpe einer meiner großen Vorbilder in einer Sendung sitze, ist eine große Ehre.
01:03Und ich habe ja auch Königin Beatrice natürlich auch, habe ich natürlich auch den Einspielfilm gesehen.
01:07Aber ich glaube, es war diese Mischung aus holländisch und dann eben war ja auch in dieser Zeit alles so
01:12ein bisschen unbeschwert.
01:12Da rede ich ja auch in meinem neuen Programm. Ich rede ja über die 80er Jahre, über die 90er Jahre.
01:16Weißt du, heute gucken wir alle Sommerhaus der Stars mit Silva González und Taratapeta der Queen of Austria.
01:22In den 80ern gab es die Schwarzfallklinik. Da hat der Professor Brinkmann die Gabi Dom im Nachbarzimmer auch verarztet.
01:29Aber es war eben nicht so öffentlich.
01:30Ja, ich weiß, ich weiß.
01:32Es war etwas charmanter.
01:34Ich will nur mal einmal zu Rudi Carell sagen. Und zwar, ich habe die große Klasse von Rudi Carell entdeckt,
01:39als er die goldene Kamera begab für sein Lebenswerk und eine Laudatio gehalten hat, also nicht an sein Publikum,
01:45aber schon wissend, dass er sterben wird.
01:47Und da saßen im Publikum nur Leute, die mit den Tränen gekämpft haben.
01:51Und er hat trotzdem versucht, eine Rede zu halten, die unterhaltsam war und die nicht weinerlich war,
01:58wissend, dass er sterben wird. Das fand ich atemberaubend.
02:02Aber du hast es ja eben ganz gut gesagt. Du hast gesagt, von einem Comedian, oder wie hast du es
02:05gesagt,
02:06wollen wir Gags, Gags, Gags hören. Und ich glaube, dass er seine Aufgabe oder seine Berufung,
02:11so muss ich es mal formulieren, bis zum Ende einfach ernst genommen hat.
02:14Und wenn ich jetzt mich nehme, natürlich könnte ich mich auch politisch zu dem Thema äußern und zu dem Thema.
02:20Aber meine Aufgabe in allererster Linie ist es eben, Menschen zum Lachen zu bringen.
02:25Eine gute Energie, gute Laune. Und die zu mir kommen, die sollen da rausgehen und sagen,
02:29Mensch, bei Matze war es einfach schön. Ich habe irgendwie zwei unbeschwerte Stunden gehabt.
02:32Es ging natürlich auch mal hier und das am Rande um Politik.
02:35Aber es ist jetzt nicht wieder bedeutungsschwanger, sondern sie hat es auch schon gesagt.
02:38Ihre Rolle ist auch so ein bisschen die Fröhliche zu sein. Und so sehe ich meine Rolle eben auch.
02:42Und ich glaube, Rudi Carell war ein absoluter Vollprofi und hat gesagt, das erwartet mein Publikum von mir.
02:49Es ist seine Entscheidung gewesen und hat es bis zum Ende durchgezogen.
02:52Ja, und es war brillant.
02:54Fragt mal einen Musiker oder Sänger, gibt es bestimmte Lieder, die du auf der Bühne besonders gern singst?
02:59Kommt meistens der ein oder der andere Song.
03:01Gibt es einen bestimmten Menschen, den du besonders gerne parodierst, wo du dich darauf freust,
03:07wenn diese Stelle am Abend kommt?
03:11Ich glaube, es ist eigentlich eher diese Abwechslung.
03:13Also, dass du sagst, es ist so die Variabilität.
03:15Aber natürlich ist es so, zum Beispiel Franz Beckenbauer habe ich einfach wahnsinnig viel zu verdanken.
03:19Also, Franz war der, der mir nach Super-Ritchie, wenn man so will, die zweite Karriere ermöglicht hat.
03:25Und ich habe ihn ja auch kennenlernen dürfen, vorgestellt übrigens von Rainer Kallmund.
03:28Da waren wir damals bei den Kollegen von Sky.
03:29Und Kalli kam, Matze, hör mal, kennst du den Franz eigentlich schon?
03:33Pass auf, ich stelle mir klar schon.
03:35So, und dann ist er genauso zum Franz.
03:38Ist er genauso?
03:40Ist er genauso?
03:41Hör mal, Franz, kennst du den Matze eigentlich schon?
03:43Hör mal, da musst du doch, willst du denn mit 75 immer noch zu U17, zu U19, nach Argentinien?
03:48Willst du nach Brasilien?
03:49Lass das doch den Matze machen.
03:51So, so haben wir beiden uns kennengelernt.
03:53Und irgendwann habe ich dann auch das Golf-Turnier von Franz Beckenbauer moderieren dürfen.
03:57Als Franz Beckenbauer?
03:59Ne, ne, ne, ne, das habe ich in der Tat, ich bin immer der Meinung, wenn das Original im Raum
04:05ist, außer es ist jetzt eine Comedy-Geschichte,
04:06aber wenn das Original im Raum ist, dann gibt es für mich einfach nichts Größeres als das Original.
04:11Und dann finde ich auch wichtig, also ich zumindest für mich, dass ich mich, außer es ist vorher abgesprochen,
04:15dass ich mich ein Stück weit zurückhalte und Franz hat mir irgendwann zum Geburtstag gratuliert.
04:19Also dann kam dann immer am 11.11. kam immer, ja, Matze, alles Gute, hier sind die Salzburger Sängerknaben, ja.
04:25Und dann haben sie ein Lied gesungen und ich meine, was Größeres kann einem nicht passieren,
04:28wenn das Original quasi der Parodie zum Geburtstag gratuliert, und da bin ich sehr dankbar.
04:33Aber es gibt eine schöne Geschichte.
04:37Ich war mal einmal gebucht für eine Versicherung, ich war als Jogi Löw gebucht und Franz war auch da.
04:42Und ich glaube, Florian König hat, glaube ich, moderiert.
04:44Und dann bin ich halt, 2000 Leute waren da in dieser Hans-Martin-Schleier-Halle und ich bin dann irgendwie,
04:49hier ist, meine Damen, begrüßen Sie den Bundestrainer, hier ist Jogi Löw.
04:52Und ich bin dann so raus und so, ja, das sind immer mal eben dann, oh schon, und mit Hochstock,
04:572000 Menschen aufgestanden, Standing Ovations.
05:01Dann haben sie nach einer Minute gemerkt, nee, da ist es gar nicht.
05:04Und dann haben die sich alle wieder hingesetzt und dann haben wir in der Pause,
05:08hat Florian König gesagt, pass mal auf, jetzt machen wir es gleich so,
05:10jetzt hole ich gleich nochmal dich raus, Matze.
05:12Dann hat er gesagt, mein Name, wir haben mich gerade schon gesehen in seiner Rolle als Jogi Löw.
05:15Hier ist er nochmal in seiner Paraderolle.
05:17Hier ist nochmal Matze Knob als Franz Beckenbauer.
05:20Und dann ist Franz Beckenbauer rausgekommen.
05:21Nein.
05:27Und dann habe ich sie ihm nachher gesagt, ich meine, Franz, danke, so, ja, klar, natürlich,
05:33mache ich für dich doch gerne, das ist natürlich super.
05:37Wir haben, meine Damen und Herren, jetzt wunderbar durch diese paar Sätze ein bisschen Appetit gemacht,
05:40auf einen Rückblick, einen filmischen Rückblick über Matze Knob schaffen,
05:44bitteschön, den müssen wir uns jetzt anschauen, mit Beckenbauer.
05:47Danke, danke, danke.
05:52In Vorbereitung.
05:53Du weißt ja, dass der Halbbruder von Olaf, dem Flipper, ist ja Rainer, der Flopper.
05:58Ja, aber Olaf war hier, Olaf, der Flipper war hier und er war sensationell.
06:02Also es war Weltklasse.
06:03Weltklasse, ein sehr sensationell, also es war ein wunderbarer Gesprächsplan.
06:07Dieter Bohlen ist ein Mensch, den du auch vor die Flinte bekommen hast
06:10und immer wieder vor die Flinte nimmst.
06:12Und du hast, wenn ich in Vorbereitung auf das Gespräch richtig informiert bin,
06:15hast du den Eindruck, dass auch manche Prominente
06:18einen gewissen Nutzen daraus ziehen, von dir parodiert zu werden.
06:22Ja, in der Tat, also ich habe ja nun wirklich schon viele kennengelernt.
06:25Ich habe sogar Cristiano Ronaldo schon mal einmal kurz kennenlernen dürfen.
06:29Da war ich bei Real Madrid, habe auf ihn gewartet und habe mich gefragt, wann kommt er denn?
06:32Es dauert länger, er macht sich noch die Haare.
06:35Da dachte ich, ja, das passt ja.
06:36Und bei Dieter Bohlen war es jetzt neulich so, in einem Interview wurde er wohl nach der Parodie befragt
06:41und hat dann gesagt, ja, nee, ich kenne das natürlich, ja, ich finde das auch echt mega, ja.
06:46Und dann hat er gesagt, er würde jetzt, ihm wäre aufgefallen, dass ich immer so die Schulter so nach oben
06:50hätte
06:50und jetzt würde er im Fitnessstudio immer trainieren.
06:53Nein!
06:55Und da habe ich gedacht, das ist ja, ich habe quasi eine therapeutische Glückung.
07:00Und das finde ich ja schön, also muss ich sagen, wenn das dann auch...
07:03Herrlich!
07:03Aber Dieter ist der Einzige, den ich noch nicht persönlich unter vier Augen kennengelernt habe.
07:08Nee!
07:08Nee, also...
07:09Muss man nach Mallorca fahren, der ist in jeder dritten Eurowings-Maschine drin.
07:12Der fliegt immer hin und her, glaube ich.
07:14Also ist mein Eindruck.
07:15Ja, ich bin auch...
07:17Ich buche nächste Woche mal 20 Flüge und gucke mal, ob ich lieber...
07:25Das neues Programm heißt Spitzenreiter, wo wir sind, ist vorne.
07:29Ja.
07:29Was erwartet uns?
07:30Ich habe dieses Programm deswegen so gewählt, weil ich wollte einfach was Fröhliches, was Positives.
07:35Das habe ich eben auch schon gesagt, dass im Moment ja alle so ein bisschen jammrig sind und so.
07:39Und ich habe mir gedacht, nein, es muss die selbsterfüllende Prophezeiung sein.
07:41Ich bin übrigens auch der Meinung, dass wir in Kanada, Mexiko, USA auch die Chance haben, Weltmeister zu werden.
07:47Also warum nicht?
07:48Also die anderen kochen ja auch alle nur mit Wasser.
07:50Und deswegen habe ich mir gedacht, ich nenne es, ich nehme einen positiven Titel.
07:54Und wir müssen auch wieder alle...
07:55Ja, jetzt bist du kritisch, aber wir müssen auch wieder ein bisschen mehr lachen.
07:58Wir müssen fröhlicher sein.
07:59Ja.
08:00Zum Beispiel, es gibt Untersuchungen, wenn du die Mundwinkel hoch machst, 30 Sekunden...
08:03Endorphine.
08:04Richtig.
08:04Glückshormone.
08:05Total.
08:05Wenn du einen Brief bekommst vom Finanzamt, lachen.
08:07Endorphine.
08:08Das ist nicht so.
08:09Ja, ja.
08:09Wenn die Nachzahlung höher ist, lachst du mal zwei Monate durch.
08:12Aber am Ende...
08:13Ja.
08:14Guck mal, Supermarktkasse, kennen wir doch alle.
08:15Ja.
08:16Verkäuferin guckt...
08:17Absolut.
08:17Wie alt, der hat blöd geguckt.
08:18Nee, lächeln.
08:19Ja.
08:20Verstehst du?
08:20Oder wenn dein doofer Nachbar...
08:21Lächeln.
08:22Vielleicht ist er total irritiert, läuft vor den Bus, aber lächeln.
08:24Ja.
08:24Verstehst du?
08:25Ja.
08:25Und das ist so ein bisschen der Hintergrund dieses Programms Fröhlichkeit.
08:2890er Jahre, glaube ich auch.
08:3090er Jahre.
08:30Jetzt haben wir eine Box hier zusammengestellt.
08:33Und zwar 90er...
08:34Also Dinge aus den 90er Jahren,
08:37die vielleicht bei dir irgendetwas wachrufen.
08:40Wir haben zum Beispiel hier Stephen Kings Friedhof der Kuscheltiere.
08:45Ja.
08:46Ja.
08:46Selbst die Horrorfilme waren damals fröhlicher, muss man sagen.
08:50Absolut.
08:51Also absolut.
08:51So Fock, Nebel des Grauens, heute besser bekannt als Ü40 Party.
08:54So was hast du noch?
08:57Walkman!
09:00Hast du auch gemacht? Walkman.
09:02Walkman, sehr schön.
09:03Walkman.
09:03Und die Leckmuschel.
09:04Ich liebe ja die Leckmuschel.
09:06Guck mal hier.
09:06Oh!
09:08Oder?
09:09Wie super.
09:09Haben wir uns doch früher nichts dabei gedacht,
09:11wenn der Sportlehrer uns hier heimlich zugesteckt hat.
09:13Also muss man sagen...
09:14Die 90er...
09:15Nein, das ist ja...
09:16Guck mal, heute...
09:17Ich finde, was ich ja wirklich...
09:18Tamagotchi!
09:19Tamagotchi!
09:19Nach einem Tag tot liegt heute nur in der Schuppe.
09:21Ja, genau.
09:22Aber guck mal, selbst so Anmachsprüche,
09:24die früher konntest du das...
09:25Heute musst du ja vorsichtig sein.
09:27Das kann ich dir sagen.
09:28Früher konntest du sagen,
09:29Naschnitschen, schon belegt,
09:30war überhaupt kein Problem.
09:31Ja.
09:32Nicht?
09:32Oder irgendwie, ich bin Möbelpacker,
09:34kann ich dir beim Ausziehen helfen.
09:35Das kannst du heute...
09:38Hier vorne kannst du nicht mehr bringen.
09:39Nicht merken.
09:40Nein.
09:41Und das ist ein bisschen schade.
09:42Und so ein kleines bisschen,
09:43und jetzt mal einmal ernsthaft,
09:45und ich finde,
09:45so ein kleines bisschen Lockerheit,
09:47so ein kleines bisschen Leichtigkeit
09:49könnten wir eigentlich in diesen Tagen gut gebrauchen.
09:51Und ich finde...
09:58Ich finde auch zum Beispiel,
09:59dass es einfach auch mal an zweiter Stellen
10:01wieder albern sein darf.
10:02Also zum Beispiel,
10:03früher gab es Blödelbaden,
10:04wir erinnern uns alle,
10:05dass ich die Hanna fordere.
10:06Ja klar, bei Krüger.
10:07Otto, ja, bei Krüger.
10:08So, und heute muss es aber immer bedeutungsschwanger sein,
10:10und ich finde, nein.
10:11Sondern in einem Comedy-Programm,
10:12finde ich, in einem guten,
10:13darf alles vorhanden sein.
10:15Also durchaus auch mal ein ernstes Thema
10:16oder ein Hintergrund, der ernster ist,
10:18aber auch einfach mal was Lustiges
10:20und was ein bisschen Leichtigkeit hat.
10:21Ist denn...
10:22Also ich teile deine Meinung absolut,
10:23aber ist nicht...
10:24Ich glaube, dass wenn du da und knisterst,
10:25kriegt der Tonproblem.
10:28Hast du denn aber nicht...
10:29Weniger Lustig wäre eigentlich ganz gut.
10:32Nur mal so zu der Leckmuschel.
10:33Ja, ja, deswegen, das gibt es hier auch nicht mehr.
10:35Und das ist eigentlich auch ganz gut,
10:37dass sich ein paar Sachen ändern.
10:38Also, und die kann man natürlich auch leicht sehen,
10:40auf jeden Fall.
10:41Ja.
10:42Ja, ja, aber was schade ist,
10:43was sich ändert,
10:44wenn heute Fußballspieler interviewt werden,
10:47dann wollen sie vor allen Dingen,
10:48das ist die Floskelschlecht,
10:49ich bin froh, dass ich der Mannschaft geholfen habe.
10:52Also du merkst,
10:53das Medientraining in jeder Floskel.
10:55Das ist schade.
10:55Findest du denn überhaupt noch diese Beckenbauers
10:58oder Sepp Meyers
10:59oder wie sie auch immer heißen?
11:00Weil ich muss sie ja kennen,
11:02nur dann lache ich ja drüber.
11:03Es ist schwer, es ist schwer.
11:04Glaub ich.
11:04Also Lamin Jamal ist von Barcelona,
11:07ein Superspieler,
11:08aber weiß kein Mensch eigentlich,
11:10wie der spricht.
11:10Also wenn ich jetzt sagen würde,
11:12ich bin Lamin Jamal,
11:14ich spiel bei Barcelona,
11:15dann würden viele sagen,
11:16ah, der ist Russisch, okay.
11:17Aber stimmt ja nicht,
11:18der ist ja in Spanien,
11:19aber spricht so,
11:20oder spricht vielleicht ein klein wenig anders
11:22oder ist vielleicht eher Pep Guardiola.
11:24Und das ist das große Problem,
11:26du nicht genau wissen,
11:28wie redet.
11:29Verstehst du?
11:33Die Medienschule.
11:38Mario Basler,
11:39Zigarette rauchen,
11:40Matze,
11:40Fußball,
11:41da weißt du gleich,
11:42wer es war.
11:42Und das ist in der Tat,
11:43es ist ein bisschen schade.
11:45Da hast du recht.
11:46Du führst ein Dankbarkeits-Tagebuch.
11:49Ja.
11:50Kannst du mir mal erzählen,
11:52was das ist?
11:52Ist das ein Tagebuch?
11:54Im Ernst?
11:55Ne, pass auf.
11:56Im Ernst.
11:56Im Ernst, ja.
11:58Im Ernst?
11:58Ja, ich habe es mitgebracht.
11:59Also es ist jetzt einfach irgendein Buch.
12:01Ja.
12:02Und das schreibe ich jeden Abend
12:03vorm Einschlafen,
12:04schreibe ich das rein,
12:05was gut gelaufen ist.
12:06Also es ist kein Tagebuch im Klassensinn.
12:08Ich schreibe jetzt nicht irgendwie rein so,
12:09Mist, heute Knöllchen bekommen,
12:11sondern ich schreibe wirklich nur die guten Sachen rein.
12:13Ja.
12:14Und ich habe festgestellt,
12:15dass wenn du dich auf das Gute fokussierst,
12:17Absolut.
12:17dass sich das vermehrt.
12:19Und dass du am Anfang,
12:20das Schwierige ist,
12:20dass du Disziplin haben musst.
12:22Also du musst wirklich drei, vier Wochen durchhalten,
12:24damit es funktioniert.
12:25Und dann fängst du aber an,
12:26wenn du so irgendwie durch den Alltag läufst,
12:28dass du auf die guten Sachen schaust.
12:29Ja.
12:30Und dass du auf einmal,
12:31und dazu gehören so Kleinigkeiten,
12:32wenn dir einer eine Tasse Kaffee ausgegeben hat.
12:34Oder guck mal hier,
12:35hier lieben Käsewürfel
12:37und eine halbe Erdbeere.
12:39Ja, aber es könnte ja...
12:40Es könnte auch...
12:41Die andere Hälfte an der Keige sein.
12:42Ja, ja.
12:44Und das schreibe ich da rein.
12:46Eine halbe Erdbeere.
12:49Also es ist...
12:50Aber das zeigt mir,
12:52aber glücklich sein kann man tatsächlich üben.
12:54Also ich wiederhole immer wieder zum...
12:56Also meine Mutter,
12:57die ein hartes Leben hatte,
12:59pflegte zu sagen,
12:59glücklich sein ist eine Entscheidung.
13:01Und das ist etwas,
13:02was mein Leben stark geprägt hat.
13:04Aber würdest du,
13:05du hast es bereits aufgeklappt,
13:07etwas, eine Eintragung mal...
13:09Ja, also ich weiß jetzt nicht,
13:10von wann das war,
13:11aber ich habe zum Beispiel vorne
13:12als erstes reingeschrieben,
13:13Zeit für mich.
13:13Dann bin ich wahrscheinlich zur Kaffeemaschine,
13:15habe mir eine Tasse Kaffee.
13:16Ich hole mir eine erste Tasse Kaffee,
13:17lege mich dann nochmal ins Bett
13:18und dann trinke ich die ganz in Ruhe.
13:19Herrlich.
13:20So, dann habe ich geschrieben,
13:21Schlüssel gefunden,
13:22da habe ich wahrscheinlich
13:22meinen Schlüssel mal wieder verlegt.
13:24So, ja,
13:24aber jetzt könnt ihr mich doch aufregen,
13:26wenn der Schlüssel weg ist.
13:27Ja, tue ich ein kleines bisschen,
13:28aber ich freue mich eigentlich umso mehr,
13:29wenn ich den wiederfinde.
13:30So, dann habe ich geschrieben,
13:32sehr guter Podcast.
13:33Ich mache ja mit Rainer Kallmund
13:34und Tobi Holtkamp
13:35einen Fußball-Podcast.
13:36Dann habe ich einen Stift getauscht bekommen,
13:38da weiß ich noch,
13:39da bin ich dann...
13:39Der Stift,
13:40den ich am Tag vorher gekauft hatte,
13:41der ging irgendwie nicht.
13:42Dann bin ich hingefahren,
13:43hatte aber keine Quittung mehr.
13:44Und dann bin ich hin,
13:45ich sage,
13:46ich habe ein Problem,
13:47der Stift.
13:47Jetzt kann es sein,
13:48der Typ ja sagt,
13:49ja, aber ohne Quittung.
13:50Nein, ist ja gar kein Problem.
13:51Machen wir so.
13:52So, und ganz ehrlich,
13:53das ist ja nicht selbstverständlich,
13:54sondern man muss den Fokus
13:55auf genau diese Dinge richten.
13:57Und am Ende,
13:58wenn du mal hier guckst,
13:58sind da 20 Sachen drin,
14:00die am Tag,
14:01ich meine mal 35 Sachen,
14:03wo ich eigentlich denke,
14:04ey, heute war irgendwie
14:05nicht so ein doller Tag.
14:05Und dann überlegst du,
14:06was ist passiert
14:07und dann stellst du fest,
14:08ey, das war ein richtig geiler Tag.
14:09Darf ich mal deine Handschrift sehen?
14:11Bist du so ein Typ,
14:13der die Steuererklärung selber macht?
14:15Weil du hast eine sehr,
14:16also, oder hast du was Beamten?
14:17Wenn ich die selber machen würde,
14:18würde ich hier nicht mehr sitzen.
14:19Ich verstehe.
14:22Das ist mir so gefährlich.
14:26Aber die Belege,
14:27die fühle ich noch selber aus.
14:28Ich mache auch noch Fahrtenbuch.
14:29Du hast was recht Penibles
14:30und das merkt man.
14:31Du bist ein ordentlicher Mensch.
14:33Kann man das sagen?
14:34Guck nicht so.
14:34Wir lassen das so stehen.
14:37Eigentlich müsste ich an der Stelle sagen,
14:38vielen Dank für das Gespräch.
14:40Nein, aber ich finde,
14:41in dem Moment ist es schon,
14:42ich tippe es auch schon mal
14:43durchaus ins Handy rein,
14:44wenn ich das Buch jetzt nicht
14:45zur Hand habe oder irgendwie,
14:47und ich denke,
14:47ach komm,
14:47jetzt wieder Licht am machen und so.
14:49Aber grundsätzlich finde ich es
14:50handschriftlich eigentlich irgendwie besser.
14:52Und deswegen hat es,
14:53es hat mehr so was,
14:54es ist so ein kleiner Schatz,
14:55den legst du dann nebens Bett
14:57und schläfst irgendwie ein
14:58und denkst,
14:59nee, war eigentlich ein...
15:00Aber das darf schon jemand lesen.
15:01Also es ist jetzt nicht so geheim,
15:03oder?
15:03Nein, nein.
15:04Da stehen keine schlimmen Sachen drin.
15:06Nein, da stehen ich auch neben dem Bett.
15:07Zumindest Müll rausgebracht,
15:09habe ich gerade.
15:09Ja, das hat ihre...
15:11Deine Frau hat das so
15:12in ihr Dankbarkeitstagebuch eingetragen.
15:15Eine Frage mit der Bitte
15:17um eine kurze Antwort.
15:18Wir haben die WM
15:19und unsere Gruppenkrieger
15:20sind die Elfenbeinküste
15:22und Curaçao.
15:23Schwierige Gegner.
15:24Schwierige Gegner.
15:24Sehr schwierig.
15:25Was ist deine Prognose?
15:27Hat die Fußballnation Deutschland
15:29Anlass zum Glück,
15:33nachdem diese WM vorbei ist?
15:34Das erste Spiel ist in Houston.
15:36Habe Angst,
15:37dass der Bundestrainer
15:38irgendwann anruft beim DFB
15:39und sagt,
15:40Houston wäre mein Problem.
15:41Das hoffe ich nicht.
15:43Wir spielen aber gegen Curaçao.
15:44Jetzt sagst du wieder,
15:45das habe ich getrunken,
15:46aber es ist ein Gegner.
15:47Wir haben Ecuador
15:48und wir haben die Elfenbeinküste,
15:50die waren Afrikameister.
15:51Sind ja Angstgegner.
15:53Und Ecuador ist glaube ich
15:55in 4.000 Meter Höhe.
15:56Nein, nicht 4,
15:56nicht 2,5.
15:57Das heißt,
15:58die haben natürlich
15:59Pferdelungen und Rennen viel.
16:00Aber jetzt mal ganz ehrlich,
16:01wenn wir da nicht gegen punkten
16:04und wenn wir da nicht weiterkommen,
16:05dann wäre es wirklich dramatisch.
16:08Das glaube ich aber nicht.
16:09Ich habe dem Julian Nagelsmann
16:11versprochen letztens im Interview,
16:12dass wir total positiv
16:13hinter der deutschen Mannschaft
16:15stehen müssen.
16:15Und ich habe gesagt,
16:16ich erzähle das weiter.
16:17So finde ich das auch.
16:17Deswegen,
16:18wir nehmen jetzt dich beim Wort
16:19und sind total positiv.
16:21Das ist ein Spitzenreiter.
16:24Spitzenreiter,
16:25wo wir sind,
16:25ist vorne.
16:26Heißt mein Programm,
16:27weil ich wirklich daran glaube.
16:29Bin übrigens auch im Sendegebiet.
16:31Kommt gerne vorbei
16:32und kauft euch Karten.
16:34Und ich glaube,
16:35wir werden,
16:35das meine ich jetzt wirklich.
16:36Bist du noch nicht ausverkauft?
16:38Noch Restkarten.
16:39Ich glaube,
16:39jetzt gerade in Demo.
16:41Aber jetzt mal Spaß beiseite.
16:43Ich glaube wirklich,
16:44dass wir,
16:44wenn wir uns auf unsere Qualitäten besinnen
16:46und auch die Defensive stabilisieren,
16:48Sie weiß natürlich,
16:49wovon ich spreche,
16:50und wirklich die richtigen Verteidiger
16:52und defensiven Leute mitnehmen,
16:53dann haben wir eine Chance,
16:54durchaus auch Weltmeister zu sein.
16:55Warum denn nicht?
16:56Wir müssen auch in unserem Land
16:57einfach wieder positiv.
16:58Positiv.
16:58Nein, da muss ich sagen,
16:59was ist es noch?
17:00Auch sehr gut.
17:00So, vielen Dank.
17:01Vielen Dank.
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