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00:01Ach du Schande. Mein erstes Mal im U-Boot. Nein, da soll ich jetzt durch die Luke durch?
00:09Ralf! Menschen müssen die so einen alten Mann einladen hier.
00:12Oh, was ist das denn? Nein, die Toilette müsst ihr sehen.
00:16Hoffentlich ist das nicht unsere Toilette für heute. Ralf! Oh nee, noch eine Luke.
00:37Meine Damen und Herren, herzlich willkommen zu Captain's Dinner.
00:40Ich schlage Ihnen heute einen Deal vor. Sie investieren Ihre Zeit und ich präsentiere Ihnen dafür den wohl farbenfrohsten Investor
00:46Norddeutschlands.
00:48Ach guck mal, euch haben sie vergessen, euch beiden. Habt ihr Michelle gesehen? Da lang? Okay, tschau.
00:56Herzlich willkommen, Unternehmer und Höhle der Löwenstar Ralf Dümmel.
01:01Hallo Herr Kapitän, der Schiffsjunge meldet sich. Schiffsjunge ist, glaube ich, der Praktikant. Ich komm zum Glück.
01:07Welches Möbelstück liebt er? Nimmt er mich mit zu den Karl-Mai-Festspielen? Und warum sang er seine Oma vor?
01:14Michelle? Ralf! Hättest du mal Bescheid gesagt, dass ich 16 Nuken durchkrabbeln muss?
01:20Hände uns im Büro getroffen bei mir. Du als alter Norddeutscher kennst doch dieses Hände und du weißt doch, wie
01:25das ist.
01:26Oh, sieht er gut aus. Oh, sieht er gut aus. Du siehst so gut aus.
01:31Hätte ich das gewusst, hätte ich Turnhose und Muskelshirt angezogen.
01:35Du kannst hoch, alles ist fest, kannst sie überall festhalten. Oh, das können wir auch mal machen.
01:40Aber hier ist hier, alles ist fest, kann sie überall festhalten. Das Jackett brauche ich auch.
01:46Ich sag dir erstmal, das sah im Fernsehen viel leichter aus, was ich gesehen habe.
01:51Der Mann sieht gut aus, der Mann hat Stil. Vorsicht, die Lampe da hat dein Kopf.
01:56Hey, ich freue mich dich zu sehen. Das ist dein Platz.
02:00Vielen Dank für die Einladung.
02:02So, du, das ist, äh, äh, das brauche ich. Du kannst die hoch machen auch, wie du möchtest.
02:08Du kannst die hin und her drehen, du kannst dich einrichten, du kannst die gehen links, rechts, as you like.
02:12Jetzt muss ich erst mal ausruhen von dem langen Weg.
02:15Hast du gedient?
02:17Ne, ich hab THW, Technisches Hilfswerk, mich zehn Jahre lang verpflichtet.
02:22Da gibt's ganz viel Applaus.
02:24Hab ich jobmäßig gemacht, weil ich gedacht hab, Bundeswehr musst du ganz raus.
02:28Ja.
02:28Und THW sind ja oft Wochenenddienste oder 24-Stunden-Dienste.
02:32Und dadurch hab ich gedacht, kann ich schneller Karriere machen.
02:34Und zehn Jahre die Verpflichtung hast du, man muss durchziehen?
02:37Ja, sonst musst du, wenn du rausfliegst oder nicht kommst, dann musst du zu Bonn.
02:41Also das heißt, du hast neun Jahre und neun Monate gemacht?
02:43Und dann kannst du nicht mehr, dann musst du trotzdem zu Bonn.
02:45Nein, äh, erst mal wurde es dann nachher verkürzt auf acht Jahre.
02:48Ja.
02:49Und jetzt überlege ich, ob ich das erzähle, aber es ist verjährt.
02:51Ich erzähle ja.
02:51Das weiß noch keiner.
02:53Hier hört ja keiner mit, ne?
02:54Hier hört keiner mit.
02:55Alles unter uns.
02:55Also, ähm, ich hab dann irgendwann, ich hab zwei linke Hände.
02:58Weißt du, ich bin derjenige, wenn gewählt wird, kennst du das?
03:01So von wegen der, der, der und dann bleibst du als letztes stehen und der, der dran ist, sagt, den
03:06könnt ihr haben.
03:07Weißt du?
03:07So war ich beim Technischen Hilfswerk.
03:09Weil ich eher Behinderung war, weil ich technisch und handwerklich sehr unbegabt bin.
03:13Und das sollte man beim THW nicht sein.
03:15Und dann hab ich mitgekriegt, dass sie immer Kameradschaftsabend hatten.
03:18Immer mal ein Bier danach getrunken, nette Runde und so weiter.
03:21Und da hab ich gesagt, weißt du was, ich kann euch doch eh nicht helfen.
03:24Wir machen jetzt ein Deal.
03:25Jedes Mal, wenn ich nicht kommen muss und ihr mich nicht meldet, gebe ich ein Kasten Bier aus.
03:31Schon da ein feiner Geschäftsmann, ne?
03:34Ist das jetzt sympathisch?
03:35Ich find's cool.
03:36Ja, aber ich hab denen ja eh nicht geholfen.
03:38Insofern, ich war keine gute Hilfe.
03:39Die wissen, der ist keine gute Hilfe.
03:41Die waren froh über das Bier und noch mehr froh, dass ich nicht mehr da war.
03:44Weißt du, was ich gelernt hab bei dir?
03:46Man fragt nicht, was möchtest du haben, sondern man bietet nur das an, was man hat.
03:50Hey!
03:50Das hab ich von dir noch im Kopf.
03:53Man sagt nicht, was möchtest du, sondern sagt jemand, du, ich nehm einen Gin Tonic.
03:56Und dann denkst du, oh mein, hab ich gar nicht da.
03:58Ja, dann nehm ich, weiß ich nicht.
03:59Ja, das ist Verkaufs-Psychologie.
04:00Und dann sag ich, oh, hab ich auch nicht da.
04:01Das ist Verkaufs-Psychologie.
04:02Wenn du sagst, möchtest du das trinken oder ein Wasser oder Cola oder irgendwas trinken oder so.
04:07Immer nur das, was man hat.
04:08Und bei dir ist es noch einfacher.
04:09Da ich ja weiß, dass du keinen Alkohol trinkst, kann ich sogar bei dir sagen, möchtest du ein Bier oder
04:14eine Cola Zero?
04:15Und ich weiß, dass du das Bier nicht nimmst, sondern das Einzige, was auch da.
04:18Ja, aber du hast dich dann erkundigt, das ist ja beliebig.
04:21Ich trink auch eine mit dir.
04:22Echt?
04:23Ja, ich mag das auch sehr gerne.
04:24Zum Wohl.
04:25Vielen Dank nochmal für die Einladung.
04:26Das ist ein Riesenerlebnis.
04:27Das erste Mal in meinem Leben mit dem U-Boot.
04:29Ich hätte es mir einfacher vorgestellt.
04:30Ich kenn deine Sendung und hab die Leute durchgehend sehen und hab gedacht so, ey, die schaffen das alle.
04:36Aber es ist doch anstrengender als man glaubt.
04:38Ich sag euch Leute, die letzte Treppe sieht im Fernsehen viel leichter aus, als sie ist.
04:43Zum Wohl.
04:43Schön, dass du da bist.
04:44Danke.
04:47Und wo kommst du denn, du Jet-Setter?
04:49Du kannst überall abschneiden, kannst du machen, was du willst.
04:52Kommst du international gerade oder kommst du zu Hause?
04:55Ich komm aus Hamburg-Stapelfeld.
04:57Ganz weit Hamburg-Stapelfeld.
04:59Und wo zieht's dich als nächstes hin?
05:02Ich meine, du bist unterwegs oder bist du nicht mehr unterwegs?
05:05Doch, ich bin auch unterwegs, aber ich bin jetzt doch in Deutschland viel unterwegs, weil ich ja auch Kunden noch
05:10betreue und so weiter.
05:11Und mehr in Deutschland unterwegs, Asien nicht mehr so oft, ein bisschen Amerika, um Trends zu finden oder so.
05:18Aber am meisten bin ich in Deutschland.
05:19Was denkst du, sind die Trends der nächsten Jahre?
05:22Kann man das sagen oder ist das eine bescheuerte Frage?
05:25Nein, also was auf jeden Fall, da gibt's ja auch Erhebungen, GFK-Zahlen und so weiter, die sowas erheben.
05:30Was sind Themen, die Konsumer, Endkonsumenten, wir haben eine, kann ich das so sagen, Scheiß-Zeit draußen.
05:36Also Konsum-Zurückhaltung, das heißt, das heißt, dass eigentlich die Trends, die eigentlich auch jetzt die letzten Jahre sich entwickelt
05:44haben,
05:45wie Nachhaltigkeit, gesunde Sachen, bei Ernährung ist das viel gesunde Sachen, aber auch Nachhaltigkeit.
05:51Das wollen alle, aber keiner will mehr dafür bezahlen.
05:55Also nachhaltig verkauft sich nur, wenn es das Gleiche kostet, was oftmals schwer ist.
05:58Was war dein größter Flop?
06:00Oh, da habe ich ganz viele von.
06:01Ich bin froh, dass ich mehr Erfolge als Misserfolge hatte, aber ich habe mal die Idee gehabt, wir sind ja
06:07immer, wir entwickeln auch selber Produkte.
06:09Ich bin der Erste gewesen, der Kerzen, Weihnachtskerzen ohne Kabel entwickelt hat,
06:15so dass du nicht mehr mit dem Kabel Steckdose und wenn du die letzte Kerze nicht passt, musst du ja
06:19vorne wieder anfangen und umhängen.
06:21Und das mit Fernbedienung kabellos habe ich vor 18 Jahren mal entwickelt und so haben wir ganz viele gute Sachen
06:28entwickelt.
06:28Und ich hatte mal die Idee, du fragst ja nach dem Flop, hatte ich mal diese, ich weiß nicht, ob
06:32ich den Namen sagen darf,
06:33diese Schwämme, die man in der Küche hat, eine Seite weich, eine grüne Seite, Scheuerseite.
06:37Da habe ich gesagt, die sind immer so klein und damit macht man sich alles drängig.
06:40Warum macht man den nicht als Handschuh?
06:41Oh, gute Idee.
06:42Eine Seite weich und eine Seite, habe ich auch gedacht, habe ich dann, werde ich nie vergessen.
06:46Ah, eine Seite weich, Rückseite.
06:47Ah, nee, ich hätte eine Hand, weil ich eine Hand...
06:51Ja, aber du hältst ja einen Teller mit.
06:52Ja, stimmt.
06:52Wichtig ist ja so, dass du so machst oder so machst.
06:56Und so habe ich das als Handschuh gemacht, sodass die Hände immer schön sauber bleiben.
07:00Versuch über Zeug werde ich nie vergessen.
07:02Da war unsere Firma klein, da habe ich 40.000 Stück bestellt, dann habe ich die verkauft mit Begeisterung,
07:06dann haben wir Aufträge gekriegt und bevor wir die ersten Ergebnisse hatten,
07:09hatte ich die nächsten 40.000 mit schon bestellt und dann habe ich gehört,
07:12von wegen will keiner kaufen, floppt, keiner will mehr nachbestellen und die Ware liegt am Lager.
07:17Wenn man, ich meine, du bist ein größer, du kommst aus dem Möbelhandel, so.
07:21Aber wenn du in so einen Möbelladen reingehst, dann gibt es immer 40% Rabatt und dann nochmal 30%
07:28und nochmal 20%.
07:29Ja, genau.
07:30Es gibt aber immer, es gibt unendlich viel Rabatt.
07:34Stimmt das oder stimmt das eigentlich gar nicht?
07:38Und das ist eigentlich am Ende des Tages kostet die Couch, die für 4.000 dort steht und die sagen
07:4140% Rabatt und 20%, weil Sonntag ist.
07:45Das, was viele denken, da werden vorher Preise erhöht.
07:48Da gibt es ja auch Gesetze, dass man das nicht einfach mal machen kann.
07:50Ich kann nicht einen Tag den Preis erhöhen und am nächsten Tag sagen, jetzt kriegst du 40%.
07:53Und wenn du es über einen längeren Zeitraum machst, verlierst du da so viel Umsatz,
07:56dass der Rabatttag oder die Woche nicht so viel bringen kann.
07:59Und insofern stimmt das schon und das ist einfach Wettbewerb geschuldet, dass man da sagt, am Ende möchte man Kunden
08:07in den Laden kriegen.
08:08Und das ist für viele, gerade im Möbelbereich ist es aktuell schwierig, weil alle Großanschaffungen in der jetzigen Zeit nicht
08:16so viel gekauft werden.
08:17Was hat dich gereizt, in den gleichen Laden, wo dein Vater gearbeitet hat, dort reinzugehen und zu sagen...
08:23Also für mich war das immer der Albtraum, wenn meine Eltern gesagt haben, du übernimmst irgendwann unseren Betrieb.
08:26Aber meine Schwester und ich haben gesagt, um Gottes Willen, wir möchten das auf gar keinen Fall.
08:30Jetzt muss man sagen, ich bin in Bad Segeberg groß geworden oder in der Nähe, wenn der Wahl steht.
08:34Und wenn du in Bad Segeberg groß wirst, gab es damals zwei Möglichkeiten.
08:38Du gehst zur Möbelkraft oder Karl May spiele oder du wirst Winnetou.
08:41Für Winnetou hat es bei mir nicht gelang.
08:43Winnetou wird dir aber auch gestanden.
08:44Findest du?
08:44Ja, finde ich schon.
08:46Und ich habe bis zum 11. Lebensjahr gedacht, dass mein Vater Möbelkraft gehört.
08:52Weil der ist immer morgens zu früh weg und abends zu spät nach Hause und hat so von Möbelkraft geschwärmt.
08:56Und als ich 11 war, kam irgendwann die große Enttäuschung, dass uns der Laden gar nicht gehört.
09:00Ich war aber so eingefahren, dass ich gesagt habe, ich möchte da arbeiten.
09:03Und auch von zu Hause, mein Vater hat so von dem Laden geschwärmt und das war der größte Arbeitgeber.
09:08Und in dem Laden arbeiten, wo mein Vater arbeitet, zu dem Zeitpunkt, wo ich meine Lehre begonnen habe,
09:12haben 3.500 Menschen da gearbeitet in einem Möbelhaus.
09:15Das ist schon heftig.
09:16Das heißt, das ist nicht so, dass du deinen Vater jetzt alle paar Stunden siehst oder so.
09:20Der hat das Lager geleitet, die Logistik da.
09:22Und insofern gibt es ja die Geschichte, dass ich da hin bin.
09:25Ich wollte unbedingt da hin.
09:27Ich habe in meinem ganzen Leben nur eine Bewerbung geschrieben, weil für mich immer klar war, dass ich da hingehe.
09:30Und bin mit meiner Bewerbung hin.
09:32Mein Vater hat mir den genannt, der da für die Auszubildenden zuständig ist.
09:35Und dann bin ich da hin, habe den an der Rezeption oder an der Information, hieß das, ausrufen lassen.
09:40Dann kam er, habe ich gesagt, mein Name ist Ralf Dümmel, ich möchte mich hier gerne bewerben und so.
09:43Habe hier einen Namen von meinem Vater.
09:45Dann sagt er, komm mal mit.
09:45Und dann sind wir in so einen Raum rein, 35 Minuten Gespräch.
09:48Nach 35 Minuten sagt er, super, vielen Dank.
09:51War ein tolles Gespräch, aber wir können sie nicht nehmen.
09:54Und dann sage ich, nein, das geht.
09:55Sie sagen doch tolles Gespräch.
09:57Sie können mich nicht nehmen.
09:59Und dann sagt er, nee, wir nehmen keine Hauptschüler.
10:02Oh.
10:02Und dann habe ich gesagt, oh, und ich habe ja Schule gehasst.
10:05Also ich war gar nicht so schlimm, wie sich das jetzt anhört.
10:09Aber ich habe halt in meinem Leben früher erkannt, dass ich den Zirkel nie brauche, dass ich keine Gleichung brauche,
10:13dass ich keine Wurzeln im Kopf ziehen muss oder Pythagoras errechnen muss.
10:17Das 1x1, das normale Rechnen, das konnte ich alles.
10:20Und habe lieber Fußball gespielt als Schularbeiten gemacht.
10:23Und dann habe ich gesagt, von wegen, ey, das geht nicht.
10:25Und dann habe ich gesagt, ganz ehrlich, mein Traum war immer hier anzufangen.
10:29Ich habe gesagt, wir machen jetzt einen Deal, wenn Sie sagen, Sie nehmen nur Realschul, Sie fanden das Gespräch gut.
10:33Ich gehe jetzt los, mache meinen Realschulabschluss nach.
10:36Und den mache ich aber nur, wenn Sie mir versprechen, dass Sie mich nehmen.
10:40Er hat mich angeguckt, hat mir die Hand gegeben, hat gesagt, so frech wäre mit 15,5 noch keiner gewesen.
10:45Den Deal macht er.
10:46Und dann bin ich los, habe meinen Realschulabschluss, habe eine Handelsschule damals gemacht, zwei Jahre.
10:51Dann bin ich ein halbes Jahr vorher, habe ich gedacht, er hat mich vergessen.
10:54Dann bin ich hin, wieder zur Information, habe ihn ausgerufen, habe gesagt, hier mein Zwischenzeugnis, nicht vergessen.
10:58Ich bin noch da, Ralf.
11:00Dann sagt er, ja, ja, das weiß er, guckt mein Zeugnis an.
11:03Guckt und sagt, ist das sein Ernst?
11:06Das war nicht so gut, ne?
11:08Und dann habe ich gesagt, ey, wir haben gesagt Realschulabschluss.
11:11Wir haben nie gesagt, gut oder schlecht, ich will hier anfangen. Und dann bin ich da angefangen.
11:16Du bist ehrgeizig, ne?
11:19Ja, wenn ich was möchte, dann kämpfe ich auch dafür.
11:22Wie bist du aufgewachsen?
11:25Mit den tollsten Eltern der Welt, in ganz normalen, ich möchte nicht einfachen Verhältnissen sagen, aber jetzt nicht irgendwie besonders.
11:35Aber wir hatten alles, was wir brauchten und ich hatte ein mega Elternhaus.
11:41Heute bin ich unendlich dankbar.
11:43Meine Eltern sind die größten Vorbilder in meinem Leben und die sitzen jetzt auch vorm Fernseher, sind ganz aufgeregt und
11:49gucken.
11:51Aber ich habe, so als Kind denkt man, die sind alle zu streng, weißt du?
11:57Meine Mutter war zu streng, ich musste früh zu Hause sein, durfte das nicht und Taschengeld war auch immer zu
12:01wenig.
12:02Aber heute kann ich sagen, ich habe ein super Zuhause gehabt und bin toll erzogen worden.
12:06Was hast du von Mutti?
12:10Ich habe einfach, ich hoffe, dass ich die normalen Tugenden wie Respekt, wie diese ganzen Dinge, die die wichtigsten im
12:17Leben sind,
12:18dass ich die von meiner Mutter habe, von meinem Vater habe ich sicherlich den Fleiß und den Ehrgeiz.
12:22Wann hast du in der ersten Million gemacht? Weißt du das noch?
12:24Aber willst du wissen, dass ich eine gemacht habe?
12:27Ich schiebe zu viel Geld bei der Löwenhause.
12:30Ich war nie geldbezogen. Also jetzt bin ich keiner, der sagt, Geld ist nicht wichtig, weil natürlich beruhigt Geld und
12:37kann das Leben auch glücklicher machen.
12:39Aber die wichtigsten Dinge im Leben, die kannst du nicht und das ist keine Floskel, die kannst du mit Geld
12:43nicht kaufen.
12:44Und deswegen war Geld nie der Antreiber und es war eher der Antreiber, war eher Erfolg.
12:51Es ist heute noch so, wenn ich heute in einen Laden gehe und ich gehe auch ständig mal raus und
12:56wenn ich unsere Produkte sehe, dann habe ich einen Grinsen.
12:59Dann freue ich mich und dann räume ich auch das Regal auf. Ich gucke, ob meine Artikel richtig.
13:04Wenn einer ausgepackt ist, packe ich den wieder ein und so. Also das ist ganz crazy und das liebe ich
13:09richtig.
13:10Und ich war mal hier in Hamburg, gibt es ja von Stani den größten LH, den Supermarkt.
13:18Und da habe ich mit ihm einen Termin gehabt, Holger Stanislavski, hat mal bei St. Pauli gespielt und sogar auch
13:23relativ bekannt.
13:24Und dann standen wir und dann sagt er, komm mal mit ins Büro. Und dann war da einer an meinem
13:28Produkt.
13:28Dann sage ich, warte kurz, warte kurz, guck mal, guck mal.
13:30Und dann waren das zwei Sorten, die er in der Hand hatte. Ich sage, ich will sehen, welche Sorte der
13:35kauft.
13:35So, und dann guckt er, guckt er. Und dann sage ich, und dann nimmt er beide. Ja, guck, der hat
13:40beide gekauft.
13:41Und dann guckt er mich an und sagt, hä, das war jetzt 1,99, das waren vier Euro.
13:47Dann sage ich, das geht nicht ums Geld. Der hat zwei Produkte von mir gekauft.
13:51Und das ist das, was mich immer angetrieben hat. Ich wollte gewinnen.
13:58Ich liebe meine Kinder über alles. Ich habe die nie beim Mensch ärgert, die nicht gewinnen lassen. Nie.
14:03Weil ich habe gesagt, ich habe mir eingeredet, die müssen ja auch lernen zu verlieren.
14:06Sehr gut.
14:07Und wer sagt nicht, dass mir das viel mehr weh tut als den?
14:10So. Und ich sage extra nochmal, ich liebe meine Kinder über alles.
14:14Aber ich habe sie beim Spielen wie andere Eltern, die nicht gewinnen lassen. Ich wollte immer gewinnen.
14:18Ich habe immer gesagt, ich kann nicht viel. Ich kann wirklich, ich bin kein schlauer Typ.
14:21Ich bin auch nicht intelligent. Ich bin ein bisschen bauernschlau vielleicht.
14:24Aber mein Leben lang ist Produkte. Produkte von wegen, ich mag keine E-Mails lesen,
14:28wo 10 Leute oder 100 Leute in CC sind, wo keiner mehr weiß, wer kümmert sich.
14:32Ich mag persönliche, ich hasse, ich habe ein Einsamkeitssyndrom.
14:37Homeoffice, Corona war die schlimmste Zeit. Ich habe noch nie einen Tag Homeoffice gemacht.
14:41Ich bin immer im Büro, bin morgens der Erste, meistens abends der Letzte und liebe das und lebe das.
14:46Und ich mache mein Leben lang Produkt, weil das mein Leben ist.
14:48So, Herr Dümmel, kurze Fragen, kurze Antworten.
14:52Jetzt geht es los.
14:53Jetzt geht es los.
14:53Wie war dein erster Kuss? Du hast eigentlich nur gearbeitet.
14:58Lecker, lecker, lecker.
14:59Erinnerst du dich noch dran?
15:01Ja, das war im Kindergarten.
15:02Bist du Karl May-Fan?
15:04Ja, ja, klar.
15:04Natürlich, bist du auch bei den...
15:06Ich bin jetzt jedes Jahr wieder bei der Premiere gewesen, letztes Jahr.
15:10Ich bin seit ich klein bin dahin gegangen, ich komme daher, habe jedes Jahr gehofft,
15:14hoffentlich spielen sie Ölprinz oder Schatz im Silbersee und hab da als kleines Kind gesessen
15:20und auch als Erwachsener ist das ein Erlebnis.
15:22Welches Möbelstück ist dein Lieblingsmöbelstück?
15:25Ist ein Fernseher ein Lieblingsmöbelstück?
15:27Ja, der Fernseher ist es.
15:29Kann mich auch auf den Boden setzen.
15:31Den Fernseher kannst du nicht nachmachen.
15:33Oder ein Bett zum Schlafen vielleicht, muss man dann sagen.
15:35Aber da bin ich bei sowas gar nicht so, habe ich ein Lieblingsmöbelstück.
15:38Bist kein Nostalgiker, bist kein Kunstsammler, bist kein...
15:41Ja, wir haben ein sensationelles Zuhause, da fühle ich mich sau, sau wohl.
15:45Aber du machst da nichts für, das macht deine Lebensgefährung.
15:47Das einrichten können andere besser, obwohl ich im Möbelhaus gearbeitet habe.
15:50Sie wollen die Grappe sagen.
15:51Da kümmere ich mich nicht drum und die hat da ein mega Händchen für und das ist so sensationell.
15:56Autoscooter oder Riesenrad?
15:57Ey, mein Traum.
15:59Was denn?
16:00Was?
16:00Ich bin gespannt, was kommen wird.
16:02Dieser Schlüssel, kennst du die Autoscooter, wo die den...
16:04Ja.
16:04Wenn dein Chip nicht reingeht, dann kommen doch diese wichtigen Leute,
16:08die diesen Sonderstecker da rein stellen.
16:10Da habe ich gedacht, kann man den mit Geld kaufen, diesen Stecker?
16:13Und ich habe gesagt, Autoscooter ist...
16:15Ich bin so gern Autoscooter gefahren.
16:17Und da habe ich gedacht, wenn ich irgendwann mal zu Geld komme,
16:19ey, ich möchte einen Autoscooter mieten, kaufen, selber haben und möchte Autoscooter fahren.
16:23So habe ich Autoscooter geliebt.
16:24Und als ich älter wurde, fand ich das total blöd, habe aber dieses Herz behalten.
16:28Und ich werde nie vergessen, wie ich mit meinen Kindern mal auf dem Jahrmarkt war.
16:32Habe ich Chips gekauft, ey, Berge Chips.
16:35Und habe meinen Kindern und habe Kinder, die da rumstanden, jedem Chips gegeben.
16:38Weil ich habe gedacht, ich wollte unbedingt diese Chips haben.
16:42Und bin zu meiner Oma gegangen und habe gesungen, damit ich 10 Mark kriege oder so.
16:46Und ich kann so schlecht singen und habe singen gehasst.
16:49Aber ich habe alles getan, um Geld zu kriegen, um auf dem Jahrmarkt mir irgendwie sowas zu kaufen.
16:53Und da habe ich mich daran erinnert.
16:55Und dann bin ich wirklich, habe so eine Mengen Chips gekauft.
16:57Und immer wenn der Kind da stand, habe ich denen die gegeben.
16:59Was süß.
17:00Weil ich gedacht habe, ich stand da auch und hatte keine Chips.
17:02Du machst die glöhlich, ne?
17:03Und deswegen habe ich immer gedacht, so einen Schlüssel müsste man haben.
17:05Wann bist du das letzte Mal Autoscooter gefahren, weißt du das?
17:07Vielleicht schauen wir mal auf dem Dom zusammen und haben Autoscooter fahren.
17:09Ja, jetzt ist es lange her.
17:11Also natürlich irgendwann mal, vor Jahren mal wieder, irgendwann einmal.
17:13Aber heute reizt mich das auch nicht mehr, ne?
17:16Also, ich war als Kind.
17:17Dorf, Disco oder Autokino?
17:20Ich war wirklich, Hamburg hatte immer ein Autokino.
17:22Ich glaube, das haben die gar nicht mehr.
17:23Das fand ich super toll.
17:25Damals mit der Freundin mal ins Autokino zu fahren.
17:26Ja, sagt mein Vater auch noch, das Autokino.
17:31Aber was war das erste?
17:32Dorf, Disco.
17:33Ne, Dorf, Disco.
17:34Bis die Disse.
17:35Aber du hast ja auch...
17:36Disco in die Disco, ne?
17:37Ich hatte damals ja...
17:38Das war ja so das Alter, wo man nie was hatte und irgendwie versucht hat,
17:41wie kann ich mir tagsüber Pommes und abends in die Disco und so.
17:43Aber Dorf, Disco gehört ja dazu.
17:45Aber wenn man dann Disco ist und nichts trinkt, dann ist das auch nicht so kostspielig.
17:49Ja, aber Eintritt musst du ja zahlen.
17:50Und wenn du keine Kohle hast.
17:52Ja, das stimmt natürlich.
17:54Sind deine Kinder getauft?
17:56Ja.
17:56Bist du ein religiöser Mensch?
17:57Ja.
17:58Evangelisch.
17:59Evangelisch, natürlich.
18:00Als Norddeutscher, ne?
18:01Natürlich.
18:01Du bist so ein richtig klassischer Norddeutscher.
18:03Sagen Sie mal.
18:03Ja, bist du, ne?
18:04So ein richtiger Schleswig-Holsteiner.
18:06Ich mag das.
18:08So.
18:08Wie war Harald Junke?
18:10Warum weißt du, dass ich den kenne?
18:11Ihr habt doch miteinander gedreht.
18:13Hahaha.
18:14Gut informiert.
18:16Ey, ich hab Harald Junke geliebt, weil der war so selbstironisch.
18:20Der hat sich selbst nicht so wichtig genommen.
18:22Und ich hab damals, das ist jetzt 23 Jahre her, da hab ich den Wassermax, weißt du,
18:28also dieses Spudelgerät, wo du aus Leitungswasserspulen das Wassermachen kannst, hab ich damals entwickelt
18:33und so.
18:33Und das war so ein Durchbruch auch für unsere Firma.
18:35Hast du es allein entwickelt oder hast du es in den USA geklaut?
18:37Nein, nein.
18:38Die trinken kein Wassermax.
18:39Das ist eigentlich komisch, wenn der Welt aus Kohlen soll.
18:41Wir haben das wirklich, wir haben das entwickelt und haben dann überlegt, wie können wir es
18:45bekannt machen und haben dann überlegt, wie nimmst du so, haben verschiedene Leute
18:50überlegt und dann haben wir gesagt, weißt du was, wir nehmen jetzt Harald Junke, Deutschlands
18:54bekanntes Alkoholiker, der trinkt jetzt Wasser.
18:56Und mit Harald konntest du das machen.
18:58Und dann haben wir Werbung mit dem gemacht und da hab ich ihn in der Nähe kennengelernt
19:02und das war irgendwie ein Funskerl.
19:04Ich erzähle dir jetzt ein Geheimnis, der hat, ich hab diesen Wassermax entwickelt, der
19:08hieß aber nicht Wassermax, der sollte Sprudelmax heißen.
19:10Wir durften den nicht Sprudelmax nennen, wir waren eigentlich fertig mit allem.
19:13Ich hab mit Harald Junke einen Fernsehspot gedreht und wir hatten den fertig und dann hörte
19:18ich auf einmal Landgericht Hamburg, wir dürfen das nicht Sprudel nennen, weil Sprudel der
19:22Mineralwasserindustrie gehört.
19:23Dann musste ich irgendwas anderes nehmen, da hab ich den Wassermax genannt.
19:26Jetzt musste ich Harald Junke, der einmal zu viel getrunken hatte und das ist ja bekannt,
19:31kann man nachlesen, in Basel in der Klinik irgendwie Entzug gemacht hat, da hab ich ihn
19:35abgeholt in Basel.
19:36Weil ich musste jetzt übersetzen, also ich musste synchronisieren.
19:40Ich musste aus Sprudel Wasser machen.
19:43Das ist ja wie Marmelade und Konfitüre.
19:45Und dann hat er gesagt, von wegen hat Harald gesagt, da müssen wir, da brauche ich 25.000
19:50Mark für.
19:51So, und dann hab ich gesagt, ey, nur für das neue Sprechen, für so ein, ja das dauert
19:56und so weiter und, na das brauche ich dafür.
19:59Und ich hatte ja keine Wahl.
20:00Ich hätte ihm noch mehr zahlen müssen, wenn er das gewollt hätte.
20:02War ja alles fertig.
20:03Dann hab ich gesagt, okay, machen wir.
20:04Dann hab ich ihn in Basel abgeholt, in so ein Tonstudio rein.
20:08Du, der ging rein zum synchronisieren, der kommt nach einer Minute, anderthalb Minuten
20:12später raus.
20:13Dann sag ich, stimmt was nicht?
20:14Nee, fertig.
20:16Sag ich, wie fertig?
20:17Wusste ich nicht.
20:18Der war ein ganz erfahrener Synchronsprecher.
20:20Das hab ich auch dafür 25.000 Mark damals.
20:23Also, nee, der war ausgeschlafen.
20:24Der war, der war ein guter Synchronsprecher.
20:26Und ich war noch nicht weit genug im Gespräch, im Geschäft.
20:29Fäbst du die Haare?
20:32Ich hätte hier so ein bisschen graue Haare.
20:34Siehst du die?
20:35Nee.
20:35Also.
20:36Ah, das ist...
20:39Warst du schon mal in der Oper?
20:43Ähm, unzählige Male.
20:44Ist so, bist du Operngänger?
20:46Nee, ich bin Musical-Fan und Phantom der Oper ist ja auch eine Oper.
20:49Kann man das sagen?
20:50Nee.
20:51Oper ist schon echt hart.
20:53Nee, dann war ich noch nicht so.
20:54Darauf schreien Leute auf Italienisch mehrere Stunden Dinge.
20:59Okay, dann nehme ich zurück.
21:01Kannst du die Frage anders stellen?
21:02Warst du schon mal Musical?
21:03Magst du Musical?
21:03Musical magst du.
21:05Kaum ein Mensch hat so viele Musicals.
21:07Lieblingsmusical?
21:08Ähm, mich hat schon Phantom der Oper...
21:11Das Phantom der Oper.
21:12...echt schon richtig bewegt.
21:14Wunder von Bern fand ich auch eine tolle Geschichte.
21:15Aber, äh, ich würde Phantom der Oper...
21:17Was machst du denn jetzt?
21:18Fahren wir los?
21:18Nee, ich hab nur zurückgemacht.
21:20Aber ich dachte, jetzt gehen wir unter Wasser hier.
21:21Was machst du noch?
21:22Außer Produkte verkaufen, im Fernsehen sein, was...
21:25Wer bist du noch?
21:26Was machst du sonst?
21:28Ich genieße...
21:29Ich hab zu wenig Zeit für Family, aber ich genieße die Zeit mit der Familie.
21:34Ähm, wir sind eine Patchwork-Family.
21:35Ähm, und äh, verstehen auch...
21:38Das heißt, du hast Kinder mitgebracht, die Frau hat Kinder mitgebracht.
21:41Und alle verstehen sich super, was ja auch nicht immer so ist.
21:44Wir verstehen uns super, wir machen gemeinsame Urlaube.
21:45Wie viele seid ihr?
21:47Ähm, wir sind also...
21:48Meine Lebensgefährtin hat einen Sohn, ich hab drei Söhne und insofern sind wir zusammen sechs.
21:53Sechs.
21:53Oh, da ist was los.
21:55So, und äh, meine Söhne sind natürlich jetzt auch ein Tick älter.
21:57Dann hat der erste schon eine Freundin, die ist auch dabei.
21:59Also, wir werden immer größer und wir genießen das.
22:02Und ich finde, ey, jetzt gucken meine Eltern zu, ne?
22:05Ich liebe meine Eltern über alles, aber wenn du mir mit...
22:07Kiffst du?
22:07Was willst du ihnen jetzt sagen?
22:08Wenn du mit 25 Jahren gesagt hättest, mit meinen Eltern in den Urlaub fahren,
22:12dann hätte ich gesagt, was hab ich getan?
22:13Also...
22:14Oh, das ist was Schönes.
22:15Ja, nachher kommt's wieder.
22:16Ich bin nachher gerne mit meinen Eltern.
22:17Aber meine Kinder fahren immer, und die sind jetzt auch schon älter und erwachsen,
22:21ähm, und fahren immer noch mit mir in Urlaub und das, das genieße ich so.
22:25Ich sag immer, ey, wenn du mich sehen würdest, ich bin, ich ernähre mich so ungesund.
22:30Also, ich müsste, wenn ich eigentlich...
22:31Ich bin zu fett geworden, ich, äh, liebe alles, wenn du eine Liste machst,
22:35links ist gesund und rechts ist Chips, Eis, Schokolade und so weiter.
22:38Da bist du.
22:39Da bin ich, aber alles in der Reihenfolge.
22:41Also, wenn ich wirklich mal Zeit habe und eine geile Serie gucke
22:43oder ein Fußballspiel oder Konferenzhaltung oder irgendwas mache,
22:46dann kannst du dir nicht vorstellen, andere legen sich eine Tüte Chips hin.
22:48Und bei mir ist ein Buffet aufgebaut an schrecklichen Sachen, die man nicht essen sollte.
22:52Also, wenn da ein Ernährungsberater kommt, der wird schreiend rauslaufen.
22:56Und da denkst du immer von wegen, ey, das ist doch...
22:58Ich arbeite viel, ich hab gar... Ich schlafe nicht immer genug und so.
23:01Aber ich bin nie krank, ich bin super happy.
23:04Und ich sag dir, wenn jemand glücklich und zufrieden ist, das ist die beste Medizin.
23:08Wann hast du das gemerkt, dass es so ist?
23:10War es beim allerersten Tag deiner Arbeit, wusstest du, so ist der Weg?
23:14Nee, ich hab nie...
23:15Entschuldigung.
23:16Ich hab nie einen richtigen Weg gehabt, dass ich gesagt habe, ich will Unternehmer werden.
23:20Ich bin in der Lehre, bin ich...
23:23Du machst da alles.
23:24Teppichabteilung, das, das.
23:25Und dann hieß es irgendwann, Ralf soll in die Küchenabteilung.
23:29Küchenabteilung, da hab ich gesagt, Mikrowellen verkaufen kann ich.
23:31Nee, Küchenplanung, das durften Auszubildende nicht.
23:34Da haben die gesagt, die wollen mit mir einen Test machen.
23:36Die wollen einen Test machen und sagen, Einbauküchenplan.
23:39Da hab ich acht Wochen Power-Schulung gekriegt, weil Einbauküchen...
23:42Heute geht es mit Computer.
23:43Damals haben wir wirklich gezeichnet...
23:45Auf diesem Millimeter-Papier.
23:46Und wenn da du dich ein bisschen verplanst, dann sind 10, 20.000 D-Mark damals, die kannst du wegschmeißen.
23:52Also, dann passt das alles nicht mehr.
23:55Und die wollten testen, ob ein junger Mensch Küchen verkaufen kann.
23:58Und ich war nach drei Monaten auf Nummer eins.
24:02350 Küchenverkäufer waren da.
24:03Wie kam es?
24:04Und das geht gar nicht.
24:05Das geht gar nicht.
24:06Wie läuft das?
24:07Du hast einen Kunden, du machst die Küche.
24:09Du zeichnest aber nicht rein, sondern du zeichnest das grob.
24:12Du planst das, holst dir eine Unterschrift, wenn die die kaufen wollen.
24:15Suchst die ganzen Geräte mit den Kunden aus.
24:17Jetzt gehst du ins Büro und jetzt machst du die Reinzeichnung.
24:20Die dauert zwei, zweieinhalb Stunden.
24:22Was habe ich gemacht? Küche verkauft, Zettel weg.
24:25Küche verkauft, Zettel weg.
24:26Abends, wenn meine Kumpels losgegangen sind auf den Dörfern, Frauen kennenlernen,
24:32bin ich nach Hause und habe die Küchen gezeichnet.
24:34Ich war also gar nicht besser als die anderen.
24:36Ich habe nur mehr Zeit investiert.
24:38Ich habe einfach mehr Zeit investiert und war dadurch...
24:40Dann haben die mir alle gesagt, wie machst du das?
24:42Dann habe ich gesagt, das ist auch Glückssache.
24:43Aber ich habe natürlich keinem erzählt, dass ich abends arbeite.
24:45Ich wollte ja, dass ich Nummer eins werden darf.
24:47Was hältst du denn von der heutigen Arbeitsmoral?
24:52Ich komme natürlich aus einer anderen Zeit.
24:54Als ich meinen Auszubildendenvertrag oder nachher in die andere Firma gegangen bin,
24:58ich hätte nie mich getraut, beim Vorstellungsgespräch zu fragen, wie viel Urlaub ich kriege.
25:03Weißt du, ich habe nachher den Vertrag gekriegt und habe geguckt, wie viel Urlaub geben die mir eigentlich.
25:06Heute sind die Vorstellungsgespräche.
25:08Habt ihr eine Viertagewoche? Habt ihr flexible Arbeitszeiten? Habt ihr Homeoffice?
25:13Und welche Vorteile habt ihr noch alle?
25:16Da hat sich das schon geändert.
25:18Aber das ist so, da muss man auch nicht rumjammern.
25:20Wie gehst du damit um?
25:22Natürlich gibt es bei uns auch Homeoffice.
25:24Sonst kriegst du gar keine Leute mehr.
25:26Und ich akzeptiere das auch, nur weil ich jemand bin, der ins Büro will,
25:30akzeptiere ich, wenn jemand sagt, nee, ich kann auch zu Hause gut arbeiten.
25:32Das heißt, du siehst nicht in eine düstere Zukunft, weil wir jetzt eine neue Generation haben,
25:36die nicht mehr so fleißig ist wie ihre Elterngenerationen und nicht mehr auf ein Haus und ein Auto sparen möchte,
25:41sondern sagt, ich lebe einfach mein Leben so wie das ist und rücklangschau.
25:44Nee, das sehe ich nicht.
25:45Ich sehe eher düster, wenn die Wirtschaft sich nicht anders entwickelt.
25:49Und das sind nicht die jungen Menschen, die zur Arbeit gehen,
25:51sondern das sind eher die Weichen, die gestellt werden durch Politik und so weiter.
25:55Aber gewisse Weichen sind nicht so gestellt, dass wir die Wirtschaft nach vorne kriegen.
25:59Was müsste man dann stellen, damit das nicht passiert? Was fehlt uns denn?
26:02Also ich glaube, das Erste, was fehlt, ist die Sicherheit der Menschen.
26:04Also wir haben natürlich, ich sagte eben, ich bin der glücklichste Mensch der Welt für mich.
26:10Ich glaube, dass du, wenn du ganz viele Menschen von den 80, 83 Millionen Menschen fragst,
26:14dass ganz viele sagen, ich bin nun nicht glücklich.
26:17Und wenn du fragst, woran das liegt, dann sind das Themen innere Sicherheit oder sowas oder auch Inflation.
26:23Und wenn ich einkaufen will, kann ich das nicht mehr zahlen.
26:25Ich meine, man hat das ja, jetzt ist die Inflation wieder ein bisschen oder deutlich zurückgegangen.
26:30Aber ich meine, man hat sich ja erschrocken, wenn man früher den Einkaufswagen voll hatte
26:34und dann war nur der Boden bedeckt und an der Kasse hat man gefragt, meint die mich oder so mit
26:38den paar Sachen hier?
26:39Also oder wenn du an die Tankstelle fährst.
26:41Und das führt dazu, dass die Menschen, ich meine, diesen ganzen Energie und Strom und keiner weiß, was kommt eigentlich
26:47auf mich zu, verunsichert Menschen.
26:49Und das ist einfach eine Thematik, wo du dann am Ende nachher sagst, dann geben sie kein Geld aus, dann
26:55sind sie nicht mehr glücklich.
26:56Und das wirkt sich so aus, weil guten Job machst du, wenn du happy bist und gerne zur Arbeit gehst.
27:00Ich habe nämlich ein Abschlussspiel für dich. Das wirst du jetzt sehen. Das wird dir viel Spaß machen, mein Lieber.
27:11Lieber Ralf. Lieber Michel. Wir spielen Teleshopping-Aushilfe.
27:16Du bist der Aushilfs-Moderator hier in unserem beschaulichen U-Boot.
27:22Der U-Boot Ralf und Michel Verkaufs-Sendung. So, ich gebe dir mal was rein und du verkaufst.
27:28Herr Dümmel, was haben wir denn da Schönes?
27:31Also da muss man sagen, das sind ja die ganz besonderen Steine. Ich weiß nicht, ob du davon gehört hast.
27:35Nee.
27:35Dass ja inzwischen Diamanten auch im Labor gezichtet werden.
27:40Ach, das muss ich denn.
27:40Sie haben trotzdem einen unglaublichen Wert und sind wirklich auch richtig gut. Kaum zu unterscheiden von echten.
27:46Und da haben wir jetzt Ketten draus gemacht. Ach echt.
27:49Und die kosten nur 4.444 Euro. Und wenn heute bestellt wird, zum halben Preis.
27:58Ist gekauft. Ist ausverkauft.
28:00Ja. Also gehen wir auf Wolken.
28:04Also das ist ja, man denkt ja immer bei hochhackigen Schuhen ist es schwierig.
28:08Aber sollten Sie rote Schuhe haben, sollten Sie ein rotes Einstecktuch haben, sollten Sie eine rote Uhr tragen, dann müssen
28:16Sie jetzt diese Schuhe bestellen.
28:18Und wir haben nur noch 100 Stück, also jetzt schnell in die Leitung.
28:21Ey, das wird immer schlimmer mit dem Scheiß.
28:24Ja okay, aber das sind jetzt richtig gute Sachen, weil das sind Geleinlagen für die Hacken.
28:29Ich weiß sogar, ich habe gar keine Ahnung was das ist.
28:31Das sind jetzt für die Hacken, das legst du rein und das ist wirklich gehen wie auf Wolken.
28:35Wenn du die in deine Schuhe machst und jetzt wird es kein Spaß, die können jetzt leider nicht bestellen, weil
28:40Michelle wird das letzte Paar jetzt gleich kaufen.
28:43Das ist so, da gehst du wirklich anders drauf. Pack die in deine Schuhe, sie können nicht mehr bestellen, Michelle
28:47hat die genommen.
28:50Ja, wer hätte das gedacht, die sollten nicht mehr produziert werden.
28:53Und am Ende war die Nachfrage so groß, dass wir doch noch einen Abfüller gefunden haben, der das gemacht hat.
28:59Und jetzt als 20er Set, ganz ganz schnell, sie zahlen nur 15, kriegen 5 umsonst.
29:05Wenn sie die trinken, sind sie so besoffen, dass sie dann die Schuhe bestellen und dann haben wir alles verkauft.
29:10Und weißt du was? Es funktioniert. Es sind deine magischen Sätze. Die Leitung laufen warm.
29:18Weißt du, was es sind? Es sind diese Sätze wie, das sollte gar nicht mehr reinkommen, es ist nochmal reingekommen.
29:26Wir haben nochmal einen Abfüller gefunden und du denkst dir, oh Gott, die haben nochmal einen Abfüller gefunden.
29:33Ich trinke gar keinen Album, aber jetzt haben sie einen Abfüller gefunden.
29:37Die finden ja in zwei Monaten wieder einen. Schön, dass es dich gibt, Ralf. Danke, dass du da warst.
29:41Vielen, vielen Dank.
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