00:00Überall auf der Welt nutzen Frauen Instagram, YouTube und Co., um sich neue Chancen zu schaffen und unabhängiger zu werden.
00:06Beruflich und auch privat. Frauen vernetzen sich online, finden Unterstützung und machen ihre Ideen zu Einkommen.
00:13Wir zeigen, wie das geht.
00:18Mobil sein, Freiheit, ohne Angst und Einschränkung, das ist der Traum von Bagyashwi Bora.
00:24Für viele Frauen weltweit unerreichbar, denn schon der Weg zur Arbeit ist ein Risiko.
00:29Bus oder Bahn sind teuer und gefährlich. Sexuelle Belästigung gehört weltweit zum Alltag.
00:34Dabei ist Mobilität oft die Voraussetzung für viele Jobs und der Schlüssel zu mehr Unabhängigkeit.
00:39Bagyashwi hat ihren eigenen Weg gefunden.
00:43Motorradfahren ist für mich Freiheit. Es strahlt etwas Positives aus und sendet eine gute Botschaft.
00:49Die 23-jährige Influencerin Bagyashwi Bora kommt aus Nagoon in Nordindien, wo Motorradfahren für Frauen tabu ist.
00:56Manche Familien befürchten, das könnte ihren Ruf schädigen oder sogar die Heiratschancen einer Frau beeinträchtigen.
01:03Bagyashwi möchte das ändern. Ihr größter Traum ist es, vom Motorrad-Content leben zu können und anderen Frauen das Fahren
01:11beizubringen.
01:17Seit ich 13 bin, habe ich davon geträumt und in diesem Video habe ich gezeigt, wie ich es umgesetzt habe.
01:23Mein erstes Video hat ungefähr 3 Millionen Views bekommen und ich habe so viel Liebe und so viele nette Kommentare
01:30erhalten, direkt von Anfang an.
01:32Das hat mich wirklich motiviert, weiter Videos zu machen und mehr Inhalte zu teilen.
01:43Bagyashwi hat einfach alles gefilmt, was sie auf ihren Reisen interessant fand.
01:47Mit der Zeit lernte sie, was gut ankam und wie man einen Social-Media-Kanal managt.
01:52Manchmal hilft ihr ein Freund dabei.
01:56Jede Woche versuche ich, mindestens drei Videos zu posten.
02:01Ich möchte mein Publikum unterhalten und die Spannung hochhalten.
02:06Egal ob durch Posts oder durch Stories.
02:11Für Bagyashwi bedeutet Motorradfahren nicht nur unterwegs sein, es steht für Unabhängigkeit und Selbstbestimmung.
02:19Die Leute sagen mir, dass sie durch meine Videos nicht nur selbst Lust bekommen, Videos zu machen, sondern sogar ein
02:25Motorrad kaufen wollen.
02:27Das macht mich glücklich.
02:28Motorräder werden oft mit Jungs assoziiert, nicht mit Mädchen.
02:32Junge Menschen, besonders Mädchen, sagen, wow, ich mag das.
02:35Wenn du das kannst, warum sollte ich das nicht auch können?
02:39Ein echter Trend.
02:41Der Anteil von Frauen, die Motorräder besitzen, ist in einigen Regionen Indiens in den letzten 10 Jahren stark gestiegen.
02:47Dank finanzieller Unabhängigkeit, besserem Zugang zu Bildung und einem gesellschaftlichen Wandel.
02:53Bagyashris Social Media Accounts haben inzwischen über 320.000 Follower.
02:58So hat sie sich ein unabhängiges Leben aufgebaut, durch Monetarisierung und Produktplatzierungen.
03:04Es gibt so viele Möglichkeiten, mit Content seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
03:09Bagyashri will nicht nur selber fahren, sie will es anderen Frauen beibringen.
03:15Gleiche Chancen für Mann und Frau gibt es nur selten.
03:18Das weiß auch Habiba Akta-Shurovi aus Bangladesch.
03:21Obwohl in den Fabriken dort mehr als die Hälfte aller beschäftigten Frauen sind, gibt es kaum weibliche Chefs.
03:27Und Designer und Designerinnen auch nicht.
03:30Sich in diesem Umfeld ein Geschäft aufzubauen, ist schwer, aber nicht unmöglich.
03:35Habiba Akta-Shurovi ist Mone-Designerin, Influencerin und Unternehmerin.
03:39Ihr Ziel, die Modewelt in Bangladesch zu verändern.
03:44Ich habe 2016 im Wohnheim an der Universität von Dakar angefangen, handbemalte T-Shirts und Saris online über F-Commerce
03:51zu verkaufen.
03:52Mein Business begann auf Facebook.
03:57Habiba Akta-Shurovi brauchte Geld, nicht nur für Stoffe, sondern auch für ihren Traum, Mode im Ausland zu studieren.
04:052018 habe ich angefangen, Online-Content zu erstellen.
04:09Dadurch wurde ich nicht nur als Content-Creator bekannt, sondern die Kleider, die ich entworfen hatte, bekamen quasi ein Wasserzeichen.
04:15Mein Gesicht wurde zusammen mit meinen Designs bekannt.
04:18Die Leute wussten, ich bin die Designerin hinter diesen Kleidern.
04:21Sie lernten mich und meine Marke gleichzeitig kennen.
04:27Als Frau wurde sie in der männlich dominierten Branche zunächst nicht ernst genommen.
04:31Schon der Einkauf von Garen oder Stoffen war schwierig, nur weil sie eine Frau war.
04:36Mit der Zeit baute sie sich ein Netzwerk aus Händlerinnen und Händlern auf.
04:40Online ist es manchmal leider noch anders.
04:47Manchmal erleben wir Cybermobbing und Negativität.
04:50Ja, es gibt negative Kommentare.
04:52Aber der Anteil ist sehr gering.
04:54Von 100 Kommentaren sind 98 positiv.
04:58Ihr Durchhaltevermögen hat sich ausgezahlt.
05:01Ihre Marke und ihr Content wuchsen und sie konnte schließlich im Ausland studieren.
05:06Bangladesch ist nach China der zweitgrößte Bekleidungsexporteur der Welt.
05:10Der Exportwert lag 2025 bei etwa 39 Milliarden US-Dollar,
05:15mehr als 80 Prozent der gesamten Exporterlöse des Landes.
05:20Habiba Schorowi möchte, dass Bangladesch auch für Modedesign bekannt ist,
05:24nicht nur für die Produktion.
05:26Als Designerin habe ich das Gefühl, dass bei globalen Marken,
05:29die in Bangladesch produzieren lassen, zwar Made in Bangladesch unter deren Label steht.
05:33Aber das Label darüber gehört nie jemandem aus Bangladesch.
05:36Wir wissen nicht einmal, wer die Kleidungsstücke entworfen hat.
05:43Habiba Schorowi postet regelmäßig Inhalte auf ihren eigenen Kanälen und auf denen ihrer Marke.
05:49Mit über zwei Millionen Followern ist Social Media für sie auch eine Einnahmequelle.
05:53Und sichtbar zu bleiben ist entscheidend.
06:01In diesem Social-Media-Zeitalter stimmt aus den Augen aus dem Sinn absolut.
06:06Deshalb posten wir jeden Tag Bilder, Reels und Videos.
06:11All das, was gerade auf Social Media beliebt ist.
06:14Und genau das steigert unsere Verkäufe.
06:21Habiba Akder Schorowi beschäftigt viele Frauen und will helfen, Barrieren zu durchbrechen, die sie selbst überwinden musste.
06:29Frauen verdienen weltweit im Schnitt 23 Prozent weniger als Männer.
06:34Das heißt, für jeden Dollar, den ein Mann bekommt, verdient eine Frau nur 77 Cent.
06:38Gleiche Rechte für Frauen, dafür setzt sich auch die pakistanische Künstlerin Maliha Abidi ein.
06:44Sie nutzt TikTok und Insta, um ihre Sache voranzutreiben.
06:48Sie will weltweit Gleichgesinnte vernetzen und Barrieren und Zensur umgehen.
06:52Durch die finanzielle Hilfe ihrer Online-Community hat Maliha Abidi es sogar geschafft, ein berufliches Projekt zu verwirklichen.
07:01Die pakistanische Künstlerin und Autorin Maliha Abidi lebt im Süden Englands und studiert an der Universität Oxford.
07:08Sie experimentiert sowohl mit Acrylfarben und Buntstiften, aber auch mit digitaler Kunst.
07:16Online folgen ihr mehr als 150.000 Menschen auf TikTok und Instagram.
07:21Vor 14 Jahren startete sie ihren ersten Social-Media-Account, damals noch als junge Immigrantin in den USA.
07:33Damals waren die sozialen Medien wie mein Online-Tagebuch.
07:37Heute nutze ich sie, um mit meiner Community in Kontakt zu bleiben.
07:41Ich nutze sie als Kampagnen-Tool.
07:43Wenn ich Kunst für einen bestimmten Zweck mache, teile ich sie dort.
07:46Als Aktivistin nutze ich Social-Media, um Informationen und Geschichten weiterzugeben.
07:58Maliha Abidi möchte auf verschiedene Themen aufmerksam machen.
08:01Frauenrechte, soziale Gerechtigkeit und mentale Gesundheit.
08:06Und ihr pakistanisches Erbe zeigen und feiern.
08:11Wir reden sehr viel über pakistanische Politik, immer und immer wieder.
08:16Aber wir sprechen kaum über die Künstlerinnen, die Erfinderinnen, die Aktivistinnen,
08:21die pakistanischen Frauen, die für Frauenrechte in Pakistan kämpfen.
08:25Wir reden eigentlich nie über sie, um sie zu feiern.
08:28Und wenn, dann viel zu wenig.
08:36Ihnen widmete Maliha ihr Buch Pakistan for Women, das inzwischen in mehr als 40 Länder verkauft wurde.
08:43Auch hierbei spielte ihre Online-Community eine wichtige Rolle, denn das Projekt wurde über Kickstarter finanziert.
08:50Bei Kickstarter können Menschen aus aller Welt ihre Projekte vorstellen, um Geld und Unterstützer zu finden.
08:56Aber man muss kein besonderes Projekt haben, um online Geld zu verdienen.
09:01Nur eine gute Idee.
09:02Die Inderin Shobana Selugma verdient mit simplen Videos über Kochen und ihren Alltag auf dem Dorf Geld für die Familie
09:09hinzu.
09:10Sie muss fast zwei Kilometer laufen, nur um ihre Videos hochzuladen.
09:14Aber das bringt ihr jetzt auch ein zusätzliches Einkommen.
09:17Geld verdienen nur mit Smartphone und Computer, das bietet auch die Tech-Branche.
09:21Mit neuen KI-Tools wird der Einstieg technisch immer einfacher, doch es arbeiten wenig Frauen im Tech-Sektor.
09:27In Indonesien boomt die Branche, aber nur 27 Prozent der Tech-Fachkräfte sind Frauen.
09:33Das will ein Team in Jakarta ändern.
09:39Es ist wirklich traurig, dass immer noch das gesellschaftliche Stigma besteht,
09:43dass Frauen angeblich nicht für Berufe im Technologiebereich geeignet seien.
09:47Viele denken, Männer seien logischer und Frauen emotional.
09:52Solche Vorurteile begegnen Amanda Simandjuntag täglich in ihrer Arbeit.
09:57Sie leitet das Programm Mark Coding, das Jugendlichen aus benachteiligten Verhältnissen Technik und Programmieren näherbringt.
10:05Als sie die Initiative 2017 startete, war sie überrascht, wie viel weniger Mädchen im Vergleich zu Jungen teilnahmen.
10:13Indonesischen Frauen wird immer wieder eingeredet, sie seien für Naturwissenschaften und technische Fächer nicht geeignet.
10:18Das ließ viele von ihnen an sich zweifeln.
10:22Amanda Simandjuntag ist überzeugt.
10:24Das verzerrte Bild davon, was Frauen angeblich können und nicht können, entsteht schon in der Kindheit.
10:34Warum musst du am Samstag und Sonntag so hart lernen? Am Ende wirst du doch nur Hausfrau, die sich um
10:39Haushalt und Kinder kümmert.
10:40Das macht mich sehr traurig. Und es kommt leider oft vor.
10:48Zu Hause erlebte Amanda eine ganz andere Realität.
10:54Als ich klein war, haben meine Freundinnen gerne mit Puppen gespielt.
10:58Ich war anders. Ich habe es geliebt, mit meinem Elektronikasten zu spielen.
11:06Außerdem hatte ich das Privileg, dass meine Mutter eine Umweltwissenschaftlerin war.
11:13Mir war schon früh klar, Frauen in Menschberufen sind etwas ganz Normales.
11:19Um mehr Frauen für den Technologiesektor zu gewinnen, tat sie sich mit der bekannten Schauspielerin Dianne Sastrova-Doyo zusammen.
11:282021 starteten sie Perimpuan Innovasi, ein Programm nur für Frauen.
11:32Das Ziel, junge Frauen zu stärken und ihnen zu zeigen, dass auch sie innovativ sein können.
11:42Damit wir Frauen für den Technologiesektor begeistern können, steigen wir nicht sofort mit Technik ein.
11:48Das Erste, was wir brauchen, ist ein Wandel im Mindset.
11:52Deshalb haben wir Austauschsessions organisiert und über Geschlechtergleichheit aufgeklärt.
11:57Wir wollen ihr Selbstvertrauen stärken.
12:00Sie sollen erkennen, dass sie es genauso können, dass die Männern beim Lernen nicht unterlegen sind.
12:04Sie sind gleichberechtigt.
12:10Bis Frauen wirklich gleichberechtigt sind, ist es leider noch ein weiter Weg.
12:14Aber gemeinsam läuft es sich besser.
12:16Und online eröffnen sich viele Chancen.
12:19Bleibt kritisch, zeigt Haltung. Bis bald.
12:21Bis bald.
12:22Bis bald.
12:26Bis bald.
12:32Bis bald.
12:33Bis bald.
12:34Bis bald.
12:34Bis bald.
12:34Bis bald.
12:34Vielen Dank.
Kommentare