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  • vor 51 Minuten
Frauen weltweit kämpfen für Teilhabe und Gleichberechtigung. Viele nutzen die Chancen, die Social Media und Online Plattformen ihnen bieten, um sich zu vernetzen, Unternehmen zu gründen und Unterstützung zu finden.

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Transkript
00:00Überall auf der Welt nutzen Frauen Instagram, YouTube und Co., um sich neue Chancen zu schaffen und unabhängiger zu werden.
00:06Beruflich und auch privat. Frauen vernetzen sich online, finden Unterstützung und machen ihre Ideen zu Einkommen.
00:13Wir zeigen, wie das geht.
00:18Mobil sein, Freiheit, ohne Angst und Einschränkung, das ist der Traum von Bagyashwi Bora.
00:24Für viele Frauen weltweit unerreichbar, denn schon der Weg zur Arbeit ist ein Risiko.
00:29Bus oder Bahn sind teuer und gefährlich. Sexuelle Belästigung gehört weltweit zum Alltag.
00:34Dabei ist Mobilität oft die Voraussetzung für viele Jobs und der Schlüssel zu mehr Unabhängigkeit.
00:39Bagyashwi hat ihren eigenen Weg gefunden.
00:43Motorradfahren ist für mich Freiheit. Es strahlt etwas Positives aus und sendet eine gute Botschaft.
00:49Die 23-jährige Influencerin Bagyashwi Bora kommt aus Nagoon in Nordindien, wo Motorradfahren für Frauen tabu ist.
00:56Manche Familien befürchten, das könnte ihren Ruf schädigen oder sogar die Heiratschancen einer Frau beeinträchtigen.
01:03Bagyashwi möchte das ändern. Ihr größter Traum ist es, vom Motorrad-Content leben zu können und anderen Frauen das Fahren
01:11beizubringen.
01:17Seit ich 13 bin, habe ich davon geträumt und in diesem Video habe ich gezeigt, wie ich es umgesetzt habe.
01:23Mein erstes Video hat ungefähr 3 Millionen Views bekommen und ich habe so viel Liebe und so viele nette Kommentare
01:30erhalten, direkt von Anfang an.
01:32Das hat mich wirklich motiviert, weiter Videos zu machen und mehr Inhalte zu teilen.
01:43Bagyashwi hat einfach alles gefilmt, was sie auf ihren Reisen interessant fand.
01:47Mit der Zeit lernte sie, was gut ankam und wie man einen Social-Media-Kanal managt.
01:52Manchmal hilft ihr ein Freund dabei.
01:56Jede Woche versuche ich, mindestens drei Videos zu posten.
02:01Ich möchte mein Publikum unterhalten und die Spannung hochhalten.
02:06Egal ob durch Posts oder durch Stories.
02:11Für Bagyashwi bedeutet Motorradfahren nicht nur unterwegs sein, es steht für Unabhängigkeit und Selbstbestimmung.
02:19Die Leute sagen mir, dass sie durch meine Videos nicht nur selbst Lust bekommen, Videos zu machen, sondern sogar ein
02:25Motorrad kaufen wollen.
02:27Das macht mich glücklich.
02:28Motorräder werden oft mit Jungs assoziiert, nicht mit Mädchen.
02:32Junge Menschen, besonders Mädchen, sagen, wow, ich mag das.
02:35Wenn du das kannst, warum sollte ich das nicht auch können?
02:39Ein echter Trend.
02:41Der Anteil von Frauen, die Motorräder besitzen, ist in einigen Regionen Indiens in den letzten 10 Jahren stark gestiegen.
02:47Dank finanzieller Unabhängigkeit, besserem Zugang zu Bildung und einem gesellschaftlichen Wandel.
02:53Bagyashris Social Media Accounts haben inzwischen über 320.000 Follower.
02:58So hat sie sich ein unabhängiges Leben aufgebaut, durch Monetarisierung und Produktplatzierungen.
03:04Es gibt so viele Möglichkeiten, mit Content seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
03:09Bagyashri will nicht nur selber fahren, sie will es anderen Frauen beibringen.
03:15Gleiche Chancen für Mann und Frau gibt es nur selten.
03:18Das weiß auch Habiba Akta-Shurovi aus Bangladesch.
03:21Obwohl in den Fabriken dort mehr als die Hälfte aller beschäftigten Frauen sind, gibt es kaum weibliche Chefs.
03:27Und Designer und Designerinnen auch nicht.
03:30Sich in diesem Umfeld ein Geschäft aufzubauen, ist schwer, aber nicht unmöglich.
03:35Habiba Akta-Shurovi ist Mone-Designerin, Influencerin und Unternehmerin.
03:39Ihr Ziel, die Modewelt in Bangladesch zu verändern.
03:44Ich habe 2016 im Wohnheim an der Universität von Dakar angefangen, handbemalte T-Shirts und Saris online über F-Commerce
03:51zu verkaufen.
03:52Mein Business begann auf Facebook.
03:57Habiba Akta-Shurovi brauchte Geld, nicht nur für Stoffe, sondern auch für ihren Traum, Mode im Ausland zu studieren.
04:052018 habe ich angefangen, Online-Content zu erstellen.
04:09Dadurch wurde ich nicht nur als Content-Creator bekannt, sondern die Kleider, die ich entworfen hatte, bekamen quasi ein Wasserzeichen.
04:15Mein Gesicht wurde zusammen mit meinen Designs bekannt.
04:18Die Leute wussten, ich bin die Designerin hinter diesen Kleidern.
04:21Sie lernten mich und meine Marke gleichzeitig kennen.
04:27Als Frau wurde sie in der männlich dominierten Branche zunächst nicht ernst genommen.
04:31Schon der Einkauf von Garen oder Stoffen war schwierig, nur weil sie eine Frau war.
04:36Mit der Zeit baute sie sich ein Netzwerk aus Händlerinnen und Händlern auf.
04:40Online ist es manchmal leider noch anders.
04:47Manchmal erleben wir Cybermobbing und Negativität.
04:50Ja, es gibt negative Kommentare.
04:52Aber der Anteil ist sehr gering.
04:54Von 100 Kommentaren sind 98 positiv.
04:58Ihr Durchhaltevermögen hat sich ausgezahlt.
05:01Ihre Marke und ihr Content wuchsen und sie konnte schließlich im Ausland studieren.
05:06Bangladesch ist nach China der zweitgrößte Bekleidungsexporteur der Welt.
05:10Der Exportwert lag 2025 bei etwa 39 Milliarden US-Dollar,
05:15mehr als 80 Prozent der gesamten Exporterlöse des Landes.
05:20Habiba Schorowi möchte, dass Bangladesch auch für Modedesign bekannt ist,
05:24nicht nur für die Produktion.
05:26Als Designerin habe ich das Gefühl, dass bei globalen Marken,
05:29die in Bangladesch produzieren lassen, zwar Made in Bangladesch unter deren Label steht.
05:33Aber das Label darüber gehört nie jemandem aus Bangladesch.
05:36Wir wissen nicht einmal, wer die Kleidungsstücke entworfen hat.
05:43Habiba Schorowi postet regelmäßig Inhalte auf ihren eigenen Kanälen und auf denen ihrer Marke.
05:49Mit über zwei Millionen Followern ist Social Media für sie auch eine Einnahmequelle.
05:53Und sichtbar zu bleiben ist entscheidend.
06:01In diesem Social-Media-Zeitalter stimmt aus den Augen aus dem Sinn absolut.
06:06Deshalb posten wir jeden Tag Bilder, Reels und Videos.
06:11All das, was gerade auf Social Media beliebt ist.
06:14Und genau das steigert unsere Verkäufe.
06:21Habiba Akder Schorowi beschäftigt viele Frauen und will helfen, Barrieren zu durchbrechen, die sie selbst überwinden musste.
06:29Frauen verdienen weltweit im Schnitt 23 Prozent weniger als Männer.
06:34Das heißt, für jeden Dollar, den ein Mann bekommt, verdient eine Frau nur 77 Cent.
06:38Gleiche Rechte für Frauen, dafür setzt sich auch die pakistanische Künstlerin Maliha Abidi ein.
06:44Sie nutzt TikTok und Insta, um ihre Sache voranzutreiben.
06:48Sie will weltweit Gleichgesinnte vernetzen und Barrieren und Zensur umgehen.
06:52Durch die finanzielle Hilfe ihrer Online-Community hat Maliha Abidi es sogar geschafft, ein berufliches Projekt zu verwirklichen.
07:01Die pakistanische Künstlerin und Autorin Maliha Abidi lebt im Süden Englands und studiert an der Universität Oxford.
07:08Sie experimentiert sowohl mit Acrylfarben und Buntstiften, aber auch mit digitaler Kunst.
07:16Online folgen ihr mehr als 150.000 Menschen auf TikTok und Instagram.
07:21Vor 14 Jahren startete sie ihren ersten Social-Media-Account, damals noch als junge Immigrantin in den USA.
07:33Damals waren die sozialen Medien wie mein Online-Tagebuch.
07:37Heute nutze ich sie, um mit meiner Community in Kontakt zu bleiben.
07:41Ich nutze sie als Kampagnen-Tool.
07:43Wenn ich Kunst für einen bestimmten Zweck mache, teile ich sie dort.
07:46Als Aktivistin nutze ich Social-Media, um Informationen und Geschichten weiterzugeben.
07:58Maliha Abidi möchte auf verschiedene Themen aufmerksam machen.
08:01Frauenrechte, soziale Gerechtigkeit und mentale Gesundheit.
08:06Und ihr pakistanisches Erbe zeigen und feiern.
08:11Wir reden sehr viel über pakistanische Politik, immer und immer wieder.
08:16Aber wir sprechen kaum über die Künstlerinnen, die Erfinderinnen, die Aktivistinnen,
08:21die pakistanischen Frauen, die für Frauenrechte in Pakistan kämpfen.
08:25Wir reden eigentlich nie über sie, um sie zu feiern.
08:28Und wenn, dann viel zu wenig.
08:36Ihnen widmete Maliha ihr Buch Pakistan for Women, das inzwischen in mehr als 40 Länder verkauft wurde.
08:43Auch hierbei spielte ihre Online-Community eine wichtige Rolle, denn das Projekt wurde über Kickstarter finanziert.
08:50Bei Kickstarter können Menschen aus aller Welt ihre Projekte vorstellen, um Geld und Unterstützer zu finden.
08:56Aber man muss kein besonderes Projekt haben, um online Geld zu verdienen.
09:01Nur eine gute Idee.
09:02Die Inderin Shobana Selugma verdient mit simplen Videos über Kochen und ihren Alltag auf dem Dorf Geld für die Familie
09:09hinzu.
09:10Sie muss fast zwei Kilometer laufen, nur um ihre Videos hochzuladen.
09:14Aber das bringt ihr jetzt auch ein zusätzliches Einkommen.
09:17Geld verdienen nur mit Smartphone und Computer, das bietet auch die Tech-Branche.
09:21Mit neuen KI-Tools wird der Einstieg technisch immer einfacher, doch es arbeiten wenig Frauen im Tech-Sektor.
09:27In Indonesien boomt die Branche, aber nur 27 Prozent der Tech-Fachkräfte sind Frauen.
09:33Das will ein Team in Jakarta ändern.
09:39Es ist wirklich traurig, dass immer noch das gesellschaftliche Stigma besteht,
09:43dass Frauen angeblich nicht für Berufe im Technologiebereich geeignet seien.
09:47Viele denken, Männer seien logischer und Frauen emotional.
09:52Solche Vorurteile begegnen Amanda Simandjuntag täglich in ihrer Arbeit.
09:57Sie leitet das Programm Mark Coding, das Jugendlichen aus benachteiligten Verhältnissen Technik und Programmieren näherbringt.
10:05Als sie die Initiative 2017 startete, war sie überrascht, wie viel weniger Mädchen im Vergleich zu Jungen teilnahmen.
10:13Indonesischen Frauen wird immer wieder eingeredet, sie seien für Naturwissenschaften und technische Fächer nicht geeignet.
10:18Das ließ viele von ihnen an sich zweifeln.
10:22Amanda Simandjuntag ist überzeugt.
10:24Das verzerrte Bild davon, was Frauen angeblich können und nicht können, entsteht schon in der Kindheit.
10:34Warum musst du am Samstag und Sonntag so hart lernen? Am Ende wirst du doch nur Hausfrau, die sich um
10:39Haushalt und Kinder kümmert.
10:40Das macht mich sehr traurig. Und es kommt leider oft vor.
10:48Zu Hause erlebte Amanda eine ganz andere Realität.
10:54Als ich klein war, haben meine Freundinnen gerne mit Puppen gespielt.
10:58Ich war anders. Ich habe es geliebt, mit meinem Elektronikasten zu spielen.
11:06Außerdem hatte ich das Privileg, dass meine Mutter eine Umweltwissenschaftlerin war.
11:13Mir war schon früh klar, Frauen in Menschberufen sind etwas ganz Normales.
11:19Um mehr Frauen für den Technologiesektor zu gewinnen, tat sie sich mit der bekannten Schauspielerin Dianne Sastrova-Doyo zusammen.
11:282021 starteten sie Perimpuan Innovasi, ein Programm nur für Frauen.
11:32Das Ziel, junge Frauen zu stärken und ihnen zu zeigen, dass auch sie innovativ sein können.
11:42Damit wir Frauen für den Technologiesektor begeistern können, steigen wir nicht sofort mit Technik ein.
11:48Das Erste, was wir brauchen, ist ein Wandel im Mindset.
11:52Deshalb haben wir Austauschsessions organisiert und über Geschlechtergleichheit aufgeklärt.
11:57Wir wollen ihr Selbstvertrauen stärken.
12:00Sie sollen erkennen, dass sie es genauso können, dass die Männern beim Lernen nicht unterlegen sind.
12:04Sie sind gleichberechtigt.
12:10Bis Frauen wirklich gleichberechtigt sind, ist es leider noch ein weiter Weg.
12:14Aber gemeinsam läuft es sich besser.
12:16Und online eröffnen sich viele Chancen.
12:19Bleibt kritisch, zeigt Haltung. Bis bald.
12:21Bis bald.
12:22Bis bald.
12:26Bis bald.
12:32Bis bald.
12:33Bis bald.
12:34Bis bald.
12:34Bis bald.
12:34Bis bald.
12:34Vielen Dank.
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