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  • vor 2 Tagen

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Transkript
00:25Auf jeden Fall erst mal ganz herzlich willkommen bei uns und ich hoffe, dass ihr
00:28richtig schnell einleben und sich hier runter... Hey, Vorsicht! Da ist eine Kattner-Pfalz-Dottier-Skulptur drin.
00:37Hat die dich besonders beeindruckt, was?
00:39Mich schon. Sie haben eine echte Kattner-Kugel.
00:42Ah, eine Kunstkennerin? Ja, nicht wirklich. Aber Kunstliebhaberin.
00:47Ah, ich hab da noch ein paar wirklich schöne Stücke von Beuys mitgebracht. Also, wenn Sie Lust haben, zeig ich
00:52Ihnen die heute Abend.
00:53Wie sieht's aus? Ein kleiner Begrüßungsdrink in meinem neuen Apartment?
00:59Toll. Aber ich hab leider furchtbar viel zu tun.
01:01Oh, schade. Und vielleicht ein anderes Mal?
01:04Unbedingt. Aber kommen Sie doch erst mal in Ruhe an.
01:10Meine letzte Ausstellung.
01:13Da war ich. Das hat mir gut gefallen.
01:19Ja, klasse Frau. Aber keine Chance. Bei der haben Sie schon ganz andere die Zähne ausgebissen.
01:26Richard Bartz. Apartment 16.
01:28Ah, mein neuer Nachbar. Karl. Karl Henkel.
01:34Wie sieht's aus? Interesse an einer kleinen Tour durch unser Reich?
01:46Ja, ich weiß, am Anfang ist alles, naja, ein bisschen komisch. Aber hierher zu ziehen, war eine der besten Entscheidungen
01:55meines Lebens.
01:57Man ist nicht alleine, es ist wirklich immer was los.
01:59Du musst übrigens am Mittwoch unbedingt zu unserer Cooking Experience Night kommen.
02:03Zur Zeit ist malaysische Küche angesagt.
02:06Kochen? Ernsthaft?
02:08Na, ist auch nicht mein Ding. Aber die Frauen hier lieben es.
02:11Ha, verstehe.
02:13Unsere Qigong-Gruppe.
02:18Das ist Yvette.
02:21Meine aktuelle Flamme.
02:23Respekt.
02:25Ich seh schon.
02:26Wir haben einen ähnlichen Geschmack.
02:30Hoffentlich nicht zu ähnlich.
02:33Und du bist so etwas wie ein Künstler?
02:36Oh, viel zu anstrengend.
02:38Nein, ich habe Kunst zu Geld gemacht. Ich war Galerist.
02:41Meine Ex-Frau hat mich jahrelang bequatscht, in Kunst zu investieren.
02:45Für die Praxis kannst du von der Steuer abziehen.
02:47Du bist Arzt.
02:49Zahnarzt.
02:49Oh, meine besten Kunden.
02:51Na, Lust einen durchzuziehen?
02:53Immer.
02:54Ha, ha, ha, ha.
03:12Gut.
03:17Ich glaube, das ist der Anfang einer großen Freundschaft.
03:19Auf jeden.
03:23Weißt du, Richard, ich habe mir eins fest vorgenommen.
03:27Auch wenn ich nicht mehr arbeite, werde ich nicht kürzer treten.
03:31Nein.
03:33Ich lasse es hier so richtig krachen.
03:36Ha, ha, ha, ha, ha.
03:45Das ist Karl Henke.
03:4772 Jahre alt und laut Totenschein natürlicher Tod durch Herzversagen vor ziemlich genau fünf Tagen.
03:53Also, so ein Myokard-Infarkt durch eine Koronar-Arterien-Sklerose ist in dem Alter ja nicht ungewöhnlich.
04:00Was machen wir dann hier?
04:02Doch, kein natürlicher Tod.
04:04Also, der Bestatter, der hat beim Waschen der Leiche was entdeckt.
04:07Ja, etwas, was man leicht übersieht, wenn man da nicht genau hinschaut.
04:12Also, Henke hat einen massiven Stromschlag erlitten.
04:15Wo?
04:21Ungewöhnliche Stelle.
04:22Ja.
04:23Autsch.
04:32Herr Henke?
04:34Lilly Funke, mein Beinheit.
04:36Danke.
04:38Was ist mit meinem Vater?
04:40Folgen Sie mir bitte.
04:42Viel Zeit habe ich aber nicht.
04:44Ich muss die Beerdigung organisieren und ich habe auch heute noch Konfirmandenunterricht.
04:57Ja, Frau Kaiser, da müssen Sie jetzt ein bisschen aufpassen mit dem Hundruck.
05:02Ich versuche es.
05:02Ja, nicht ganz so viel Kaffee.
05:05Danke.
05:06Bis morgen.
05:10Ja?
05:11Frau Doktor Kamel?
05:12Ja?
05:13Fischer von der Kripo Köln.
05:15Das ist Polizei.
05:16Ist das was mit einem unserer Bewohner?
05:19Ja, äh, es geht um den Tod von Karl Henke.
05:22Das verstehe ich nicht.
05:24Wir müssen sein Apartment versiegeln, das ist jetzt ein Tatort.
05:28Ein Tatort für was?
05:29Für den Mord an Herrn Henke.
05:31Was?
05:33Aber Frau Doktor Kamel hat mir gesagt, dass mein Vater einen ganz normalen Herzinfarkt hatte.
05:38Ja, er hatte einen Herzinfarkt, aber normal war der leider nicht.
05:42Ich habe bei der Leichenschau alles nach Vorschrift gemacht.
05:48Der Mann ist an einem Myokardinfarkt gestorben.
05:51Passe daran, gibt es überhaupt keinen Zweifel.
05:53Ich habe den Totenschein mit bestem Gewissen unterschrieben.
05:56Jeder macht mal Fehler.
05:56Was soll ich denn übersehen haben?
05:59Ich möchte mal bitte den Bericht der Rechtsmedizinerin sehen.
06:03Bei Zeiten sehr gerne.
06:05Aber vorher, was können Sie mir denn zu Herrn Henke erzählen?
06:09Ja, nicht viel.
06:11Der war ja noch nicht so lange hier.
06:13Drei Monate vielleicht.
06:15Sie hatten gar nichts mit ihm zu tun?
06:17Nicht wirklich.
06:19Neben meiner ärztlichen Tätigkeit vertrete ich derzeit die Leitung hier.
06:22Also da bleibt nicht viel Zeit.
06:24Sie wusste natürlich, dass er seit längerem Herzprobleme hatte, aber ansonsten.
06:29Wann haben Sie Karl Henke denn das letzte Mal lebend gesehen?
06:33Ein paar Tage vor seinem Tod, weiß ich nicht mehr genau, aber ganz sicher nicht letzten Mittwoch.
06:38Aber wer sollte meinen Vater töten wollen?
06:41Das macht keinen Sinn.
06:43Er war überall beliebt.
06:46Sie standen sich also nahe?
06:48Ja, schon.
06:50Wie war denn das Verhältnis zwischen Karl Henke und seinem Sohn?
06:53Ich kann Ihnen da leider gar nichts zu sagen.
07:00Außer, es gab eine Beschwerde von Henkes Nachbarn.
07:07Ruhestörung wegen einem lautstarken Streit.
07:10Das muss wohl zwischen Henke und seinem Sohn gewesen sein.
07:15Wann war das denn genau?
07:16Dienstag.
07:19Also einen Tag vor Karl Henkes Tod?
07:22Ja, ganz sicher.
07:28Sie haben sich gestritten mit Ihrem Vater?
07:32Wir hatten eine kleine Auseinandersetzung, ja.
07:37Aber das war nichts Wichtiges.
07:40Es ging mal wieder um meinen Glauben.
07:43Mein Vater war überzeugter Atheist und hat sich gerne mal darüber lustig gemacht, dass ich Pastor geworden bin.
07:49Und das hat Sie so geärgert, dass es zum Streit kam.
07:53Also, wir haben nicht richtig gestritten, sondern eher heftig diskutiert.
07:58Was war denn Ihr ganz persönlicher Eindruck von Herrn Henke?
08:02Auch wenn Sie jetzt nicht viel miteinander zu tun hatten, aber so ein gewisses Bild macht man sich ja trotzdem,
08:05oder?
08:08Ja, der war ein...
08:10...wasch echter Chauvinist.
08:12Er hielt sich aus irgendeinem Grund für unwiderstehlich auf jeden Fall.
08:15Weil er da vom ersten Tag an mit mir geflirtet, obwohl ich seine Ärztin und mehrere Jahrzehnte jünger bin.
08:21Das Bild da, das hat er mir geschenkt.
08:25Er hatte Humor und...
08:27Also, wenn man mal davon absieht, dass er ein Matschonangeber war, dann konnte man das eigentlich ganz gut mit dem
08:32aushalten.
08:33Verstehe.
08:35Gut, ja, das war's auch schon.
08:37Erstmal.
08:41Ach, eine Sache noch.
08:43Kamel ist nicht Ihr Geburtsname, oder?
08:46Nein.
08:48Ist der Name meines Ex-Mannes, den habe ich nach der Scheidung behalten. Wieso?
08:53Davor hießen Sie Anne Allroggen.
08:55Wir waren auf derselben Schule.
08:57Albrecht-Gymnasium.
08:58Sie waren eine Stufe über mir und wir waren ein Jahr zusammen in der Schülervertretung.
09:02Echt?
09:03Ja.
09:04Erinnern Sie sich gar nicht?
09:06Jonas.
09:07Also, Jonas Fischer.
09:08Also, ja, ja, doch, klar.
09:10Also, schön, Sie wiederzusehen.
09:12Also, wir sind jetzt auch unter traurigen Umständen.
09:15Ja.
09:17Schön.
09:20Ja.
09:21Da bin ich wieder.
09:22Also, die KTU am Tatort war für die Katz.
09:24Der Sohn hatte das Achapnet leider schon leerräumen lassen.
09:27Ist natürlich ärgerlich.
09:28Wie war's mit der Ärztin?
09:29Gut.
09:30Was ist mit dem Totenschon?
09:31Nichts.
09:32Jeder macht mal Fehler.
09:34Aber Frau Doktor Kamel ist wirklich voll okay.
09:36Wir kennen uns sogar von früher.
09:38Da hieß sie noch Anne Allroggen.
09:40Wir waren auf derselben Schule.
09:41Sie ein Jahr über mir.
09:42Der Star der Oberstufe.
09:44Wirklich, alle meine Mitschüler waren damals in sie verliebt.
09:47Du auch?
09:48Ach, Quatsch.
09:49Nein.
09:49Also, nicht wirklich.
09:50Nicht richtig.
09:51Also, ja.
09:53Das ist Jahrzehnte her, Lilly.
09:55Wehe, du sagst, Matti, was davon.
09:57Sonst kann ich mir das ewig anhören.
10:18Golf?
10:20Sauna?
10:21Improtheater?
10:22Ja, den Leuten geht's hier schon nicht so schlecht.
10:23Ich übernehme die Ärztin, ja?
10:26Das war ja klar.
10:32Wenn ich mal ganz kurz um Ihre Aufmerksamkeit bitten dürfte.
10:36Erstmal vielen Dank, dass Sie sich alle die Zeit genommen haben.
10:40Mein Name ist Matti Wagner von der Kriminalpolizei Köln.
10:43Und ich komme auch gleich zur Sache.
10:44Wir müssen leider beim Tod von Karl Henke davon ausgehen, dass es sich um einen Tötungsdelikt
10:49macht.
10:52Das ist ja mal eine Überraschung.
10:54Aber wundern tust mich nicht.
10:56Schäm dich, Richard.
10:58Wieso? Karl war doch ein echtes Arschloch.
11:01Also, wir sind für alle Informationen offen.
11:04Alles, was Sie uns über Karl Henke sagen können, kann uns weiterhelfen.
11:08Ja?
11:09Aber vor allem suchen wir diesen Elektroschocker.
11:13Wissen Sie, ob Karl Henke einen solchen besessen hat oder wer hier sonst noch so einen hat?
11:23Was ist denn da jetzt so komisch?
11:25Hab ich hier irgendwas verpasst oder was?
11:31Ja, ich bin gleich bei Ihnen, ja?
11:38Ich hab ja schon in der Schule gedacht, dass du mal Ärztin wirst.
11:42Was jetzt aber auch nicht so verwunderlich ist.
11:44Oder wusstest du nicht, dass meine Eltern beide auch Ärzte waren?
11:47Ach so, doch, klar.
11:48Natürlich.
11:51Du bist jetzt aber nicht hier, um über unsere glorreichen Zeiten bei der Schülervertretung
11:55zu sprechen, oder?
11:56Nein, ich bin hier, weil wir inzwischen ziemlich genau wissen, wie der Herzinfarkt von Herrn Henke
12:00ausgelöst wurde.
12:02Du kennst doch diese Elektroschocker, oder?
12:05Ja.
12:08Kenn ich.
12:10Das ist meiner.
12:13Frau Doktor Kammel?
12:16Entschuldigung, ähm, Wagner, ich bin Kollege von Jonas.
12:20Sie, sie hat einen SD-Schock 1000.
12:23Ist ja verrückt.
12:24Hätten Sie zufällig eine Kiste für mich?
12:26Oder einen Karton oder so?
12:28So, würde reichen.
12:34Kommen Sie mit.
12:35Danke.
12:37Hast du.
12:40Hey.
12:41Hey.
12:42Also, Mati und Jonas befragen noch die Best-Ager, aber sie haben uns schon mal was geschickt.
12:48Ach, die Tatwaffe.
12:49Vielleicht, vielleicht aber auch einer von denen hier.
12:54Oh.
12:55Hm.
12:55Mati meint fast alle Bewohner haben so einen Teil.
12:58LSD-Schock 1000?
12:59Warum das denn?
13:00Es gab wohl in der Umgebung der Anlage ein paar Einbrüche.
13:02Und da hat die Leitung die für alle Bewohner angeschafft.
13:05So, die Kollegen haben heute, oh, heute morgen den Herrn Pastor bei einem Kunsthändler geschnappt, weil er dort versucht hat,
13:12ein gestohlenes Bild zu verkaufen.
13:13Einen echten Picasso.
13:18Ich hatte keine Ahnung, dass das Bild gestohlen war.
13:23Der Picasso wurde 2005 aus dem Nordic Museum of Arts in Helsinki geklaut.
13:27Der Fall ging damals überall durch die Presse.
13:29Ich war noch nie in Helsinki.
13:32Und vor 20 Jahren, da war ich 14.
13:36Sie meinten, Ihr Vater hätte Ihnen das Bild gegeben?
13:39Ja.
13:40Bei meinem letzten Besuch.
13:42Er meinte, er wolle etwas Neues in seinem Apartment aufhängen.
13:46Und da gibt er Ihnen den Picasso mit? Ohne zu erwähnen, dass das Diebesgut ist.
13:52Vielleicht hat er es ja auch nicht gewusst.
13:55Das glauben Sie doch selbst nicht. Ihr Vater als Experte.
13:59Was ist denn, wenn Sie ihm das Bild geklaut haben?
14:02Er sie dabei erwischt hat und deshalb kam es zum Streit.
14:05Wie war das nochmal mit den Zehn Geboten?
14:09Du sollst deinen Vater ehren.
14:11Du sollst nicht lügen.
14:13Du sollst nicht stehlen.
14:16Das ist alles nicht so Ihr Ding, ne?
14:20Wie ist es denn mit, du sollst nicht töten?
14:26Ja, also, ich kenne das Bild, aber soweit ich weiß, hing das nicht bei Henke, sondern bei Frau Ortmann.
14:33Was? Ganz sicher?
14:36Absolut, das hing ganz repräsentativ neben Ihrem Fenster.
14:39Mhm. Und, äh, Frau Ortmann ist auch Mieterin hier, ja?
14:43Ja, schon lange.
14:45Puh, ein echter Picasso.
14:49Ich dachte immer, Frau Ortmann hätte das Bild selber gemalt.
14:52Ach ja?
14:54Ja, sie ist Hobbymalerin.
14:56Recht talentiert. Sie gibt sogar einen Malkurs bei uns im Haus.
15:00Sehr beliebt bei den anderen Mietern.
15:02Mhm.
15:03Hast du denn noch andere Fragen?
15:06Du erinnerst dich nicht wirklich an mich aus der Schule, oder?
15:10Nicht so richtig. Aber, tut mir leid.
15:13Ach, ist völlig okay. Ist ja auch schon etwas her, ne?
15:17Aber ich fand dich gut.
15:20Ab damals.
15:21Hab dir sogar mal eine Mix-CD gebrannt mit lauter Songs, von denen ich dachte, dass sie dir gefallen könnten.
15:26Sorry, aber dann kann ich mich jetzt leider auch überhaupt nicht erinnern.
15:29Ach so, nee. Kannst du auch gar nicht. Ich hab's dir dann nie gegeben.
15:34Ach so.
15:36Ja, schade.
15:38Ja.
15:39Ich bin mir sicher, die CD war toll.
15:43Mhm.
15:45Und hier hing also der Picasso?
15:48Ja, bis ich ihn Karl gegeben habe, also Herrn Henkel.
15:53Wussten Sie denn, dass es ein Picasso war?
15:56Ich will ehrlich sein, Herr Wagner.
15:58Ich wusste auch, dass er gestohlen ist.
16:01Mein Mann und ich haben damals in Helsinki gelebt.
16:04Es war ein Zufall.
16:06Eine Gelegenheit. Wir haben es dem Dieb abgekauft.
16:09Ähm, Moment mal.
16:11Sie haben einen Kunstdieb?
16:15Ein gestohlenes Original von Picasso abgekauft?
16:18Es war eine andere Zeit. Und mein Mann, er war verrückt nach Kunst.
16:25Ja, und dann hängen Sie es einfach hier hin?
16:28Ich hab nicht gedacht, dass es jemand merkt.
16:31Bis Karl Henke kam?
16:33Ich hatte eine kleine Soiree.
16:35Jeden Freitag lädt jemand von uns ein.
16:38Karl Henke war keine fünf Minuten im Raum. Da wusste er es.
16:41Er hat mich noch am gleichen Abend angesprochen.
16:45Was hat er denn gesagt?
16:47Dass er das Bild kennt.
16:49Dass es gesucht wird.
16:51Und dass er mich anzeigt, wenn ich es ihm nicht überlasse.
16:55Moment mal.
16:57Nur, dass ich das richtig verstehe.
16:58Karl Henke hat Sie erpresst.
17:01Ja. Ganz direkt.
17:04Karl Henke hat sich den gestohlenen Picasso unter den Nagel gerissen,
17:07um ihn dann bei sich im Wohnzimmer aufzuhängen.
17:10Wie dreist kann man sein?
17:11Einmal Sammler, immer Sammler.
17:13Und die Ortmann konnte ihn ja nicht anschwarzen,
17:15ohne sich selbst zu belasten.
17:16Hat die Ortmann vielleicht beschlossen,
17:18sich ihren Picasso zurückzuholen?
17:20Sie hat ein Alibi.
17:21Zur Tatzeit war sie im Filmraum der Wohnanlage.
17:24Hat sich Oppenheimer angeguckt.
17:26Ewig lang. Dafür gibt es drei Zeugen.
17:28Dann würde ich sagen, zurück zum Pastor.
17:30Seit ich das mit der Ortmann weiß,
17:32glaube ich, noch weniger,
17:32dass ihm sein Vater dieses Bild geschenkt hat.
17:35Damit liegst du auch ganz richtig.
17:36Diese Sprachnachricht habe ich auf dem Tablet von Henke Senior gefunden.
17:41Sag mal, bist du komplett bescheuert?
17:45Wie kannst du deinen eigenen Vater beklauen?
17:49Bring das Bild zurück sofort!
17:53Gesendet am Abend vor dem Mord.
17:56Ja, okay.
17:58Ich habe gelogen.
18:00Mein Vater hat mir das Bild nicht geschenkt.
18:03Gut.
18:05Dann erklären Sie mir jetzt mal,
18:07warum ein Angesehener in seiner Gemeinde
18:09sehr beliebter Pastor seinen eigenen Vater bestiehlt.
18:15Also wenn Sie Geldprobleme haben,
18:17dann sagen Sie es am besten jetzt.
18:18Meine Kollegin durchleuchtet nämlich soeben
18:20Ihre Konten bei der Rheinbank.
18:21Hier ist der richterliche Beschluss.
18:23Was? Dürfen Sie das?
18:25Das ist... Ich möchte nicht, dass irgendjemand...
18:28Ich habe etwas Interessantes gefunden.
18:32Eine Reihe von Transaktionen an ein Konto in Peru.
18:37Rund 40.000 Euro immer an dieselbe Empfängerin.
18:40Unsere Kirche hat eine Verbindung zu einer Gemeinde in Lima.
18:45Ich bin dafür verarscht...
18:46Da steht aber kein Gemeindename.
18:47Da steht Jumira Ilari.
18:58Ich habe Jumira bei einer Hilfsmission kennengelernt.
19:03In Lima.
19:07Sie ist...
19:10Wir lieben uns.
19:12Ich unterstütze sie schon eine ganze Weile finanziell.
19:17Dafür haben Sie in die Gemeindekasse gegriffen.
19:19Mit dem Geld von dem Bild wollte ich das wieder ausgleichen,
19:22bevor es aufliegt.
19:25Ich weiß, das war falsch.
19:28Aber ich habe meinen Vater nicht umgebracht.
19:30Ich wollte ihm das Bild am nächsten Tag zurückgeben.
19:32Ich wollte ihm alles beichten.
19:37Aber da war er schon tot.
19:42Das werden wir überprüfen.
19:45Und so lange bleiben Sie hier.
19:48Kommen Sie bitte.
19:57Wer auch immer dir jetzt den Regen schenkt,
20:01ich hoffe, es geht ihm schlecht.
20:04Wer auch immer dich durch die Nacht bringt,
20:09bitte glaub mir weg.
20:11Kommst du da mit auf den Kölsch?
20:12Es kommt so anders, als man denkt.
20:16Herz vergeben, Herz verschenkt.
20:22Mhhh.
20:25Mann!
20:26Was hörst du denn da?
20:27Es geht dich überhaupt nichts an.
20:31Ich habe in den 90ern mal eine CD gebrannt
20:34und versuch gerade die Lieder wieder zusammen zu kriegen.
20:38Doch nicht etwa für diese Ärztin?
20:39Was sagt denn deine Frau dazu?
20:42Nichts.
20:43Es geht mir nur um sentimentale Erinnerungen an die Schulzeit, ja?
20:46Ja, ist klar.
20:48Also bei mir war das ja noch ein Mixtape.
20:50Habe ich gemacht für Claudia Morten.
20:53Dein heimlicher Schwarm?
20:55Nö, nicht heimlich.
20:56Also wir waren ja noch zusammen, wegen des Mixtapes.
20:58Oh wow, das habe ich nie geschafft.
21:00Das ärgert mich heute irgendwie.
21:02Nach zwei Monaten hat sie mich dann für den Mittelstürmer
21:04der Schulmannschaft verlassen.
21:06Oh.
21:07Der Pastor war es vielleicht doch nicht.
21:10Was?
21:10Die Kollegen von der Kriminaltechnik konnten die Tatwaffe ermitteln.
21:13An einem der Elektroschocker wurden die DNA-Spuren des Opfers sichergestellt.
21:17Und wem gehört jetzt der Elektroschocker?
21:34So, hallo Herr Bartz.
21:37Mein Name ist Amira Mahdi.
21:39Setzen Sie sich bitte.
21:47Wieso muss ich hier sein?
21:49Weil wir noch ein paar Fragen an Sie haben.
21:52Warum nicht in Forever Young?
21:54Wie bei allen anderen Bewohnern?
21:57Wie war Ihr Verhältnis zu Karl Henke?
22:00Sagen wir es mal so.
22:01Ich und der Galerist waren nicht die dicksten Kumpel.
22:11Entschuldigung, ich hatte noch eine Versprechung.
22:13Das ist überhaupt nicht schlimm.
22:15Neue Fragen?
22:16Ja.
22:17Richard Bartz.
22:18Wie war denn sein Verhältnis zu Herrn Henke?
22:21Die beiden waren Nachbarn.
22:24Am Anfang, als Henke hier frisch eingezogen ist,
22:26habe ich die beiden auf jeden Fall öfter zusammen gesehen.
22:29Am Anfang waren die beiden ziemlich dicke.
22:32Und das hat sich dann geändert?
22:35Ja.
22:36Warum?
22:37Wegen Yvette.
22:38Yvette Karutz.
22:40Sie war die Freundin von Richard.
22:42Bis Karl sich an sie rangemacht hat.
22:44Mhm. Erfolgreich?
22:46Laut Richard, ja.
22:47Yvette hat allerdings behauptet, dass sie nichts mit Karl hatte.
22:51Was denken denn Sie?
22:53Ich denke, Yvette war da nicht ganz ehrlich.
22:56Karl konnte sehr charmant sein.
22:58Hat er es bei Ihnen auch versucht?
23:00Natürlich.
23:01Aber ist so gar nicht mein Typ.
23:04Also, der Herr Henke und der Herr Bartz,
23:06die hatten richtig Krach miteinander, ja?
23:08Ja, vor circa drei Wochen.
23:10Und die Frau Karutz kann das bezeugen?
23:12Das könnte sie sicher.
23:14Yvette wurde das alles zu viel.
23:16Die Eifersucht, der Streit.
23:18Vor zwei Wochen ist sie einfach abgedüst.
23:21Sie ist auf einer Kreuzfahrt in der Karibik.
23:23Ach so, okay.
23:25Ja, gibt's denn sonst noch jemand, der diesen Streit bezeugen kann?
23:28Hm.
23:29Das könnte man so sagen, ja.
23:33Okay.
23:35Ja, schickst du's mir dann rüber?
23:38Gut, danke.
23:42Herr Bartz, mein Kollege hat gerade ein Video gesehen,
23:45in dem Sie die Hauptrolle spielen.
23:47Was für ein Video?
23:50Ach, schau mal an.
23:51Da ist es ja schon.
23:53Einen Moment.
23:56Okay.
24:00Und einatmen.
24:03Und wegstoßen.
24:06Und einatmen.
24:10Und wegstoßen.
24:14Und einatmen.
24:16Karp!
24:18Was?
24:18Du bist ein Stress-Talks!
24:20Karp!
24:21Was soll das?
24:23Was soll das?
24:25Hey, stopp, stopp, stopp!
24:26Gestern Nacht war ein Kerl bei sich im Apartment.
24:28Was machst du?
24:28Beruhigt euch.
24:29Beruhigt euch.
24:31Nicht die dicksten Kumpel, das war ja wohl eher untertrieben, oder?
24:35Ja, was soll ich sagen?
24:36Karl war halt ein Arschloch.
24:39Weil er ihn die Freundin ausgespannt hat.
24:41Haben Sie ihn deshalb getötet?
24:42Was?
24:44Bin nie wett?
24:45Quatsch!
24:47Er hat dich da schon längst abgehakt.
24:49Das ist aber gerade ein bisschen anders aus, oder?
24:51Die Abreibung musste sein.
24:53Danach bin ich ihm aus dem Weg gegangen.
24:55Außerdem hatte Henke hier mit vielen Stress.
24:59Ach, kommen Sie.
25:00Ja, wirklich.
25:01Sogar mit Dr. Kamel.
25:02Was hat er ja auch die Freundin ausgespannt?
25:05Sehr lustig.
25:08Henke hat hier vorgeworfen,
25:10dass sie sich das Erbe von Hannes unter den Nagel gerissen hat.
25:16Hannes?
25:19Hannes Naffin.
25:21Ein Mitbewohner.
25:23Einer meiner Liebsten.
25:25Leider ist er gestorben.
25:31Okay, wir werden ihm nachgehen.
25:32Aber jetzt geht's ja erst mal um Ihren Streit mit Herrn Henke.
25:40Das ist die Tatwaffe, Herr Bartz.
25:43Das ist Ihr Elektroschocker.
25:44Das ist nicht meiner.
25:47Der da hat ja noch die Handschlaufe.
25:49Bei mir ist diese Plastiköse schon vor Ewigkeiten abgebrochen.
25:53Sie haben ihm meinen Kollegen selbst ausgehändigt und quittiert.
25:55Da hab ich wohl nicht richtig hingeguckt.
25:59Muss mir jemanden untergeschoben haben.
26:02Okay, kann das irgendjemand bestätigen,
26:04das mit der abgebrochenen Öse?
26:06Ja, Yvette.
26:08Aber die ist leider gerade auf einer Kreuzfahrt.
26:13Gut.
26:13Ja, ich merke mich dann wieder, wenn's noch Fragen gibt.
26:17Also schon bald?
26:18Wahrscheinlich.
26:33Ja, also vielen Dank, Frau Ortmann.
26:35Auch für den Kuchen.
26:36Sie haben uns wirklich sehr geholfen.
26:38Gerne.
26:40Dieser Sessel.
26:41Ja.
26:43Der ist wirklich toll.
26:44Der ist mir gestern schon aufgefallen.
26:47Mein Mann und ich haben ihn aus Finnland mitgebracht.
26:50Aus Helsinki.
26:52Mein Mann war damals der Vertreter für die Firma Katasso aus Gütersloh.
26:56Er hat Greifzangen für die Forstwirtschaft verkauft.
27:00Und gestohlene Gemälde gekauft.
27:09Herz vergeben, Herz verschenkt.
27:14He, he, he, he.
27:23Na?
27:24Du hast ja so gute Laune.
27:27Habt ihr über deinen Mixtape gesprochen?
27:29Nein, haben wir nicht.
27:32Aber kommt der vielleicht noch.
27:35Ja.
27:45Ja.
27:46Ja.
27:46Oh Gott, ist das süß.
27:59Dann haben wir doch den Täter.
28:00Richard Bartz.
28:01Also der Pastor hat aber auch ein starkes Motiv.
28:04Bartz hat nicht nur ein Motiv.
28:05Henke wurde auch mit seinem E-Schocker getötet.
28:07Das ist völlig klar.
28:08Das ist leider nicht mehr ganz klar.
28:10Ich hab grad diese Yvette Karutz erreicht in Jamaika.
28:14Und die konnte bestätigen, dass Bartz Elektroschocker wirklich keine Schlaufe mehr hat.
28:17Ja, dann hat Bartz jemand den Elektroschocker untergeschoben.
28:19War auf jeden Fall möglich, ja.
28:21Mhm.
28:22Als der Pastor das war, ist eher unwahrscheinlich, ne?
28:24Ja, ziemlich.
28:25Was ist denn eigentlich mit dieser Ärztin?
28:27Als Täterin?
28:28Völliger Unsinn.
28:29Wieso?
28:30Sie hat Henke einen natürlichen Tod bescheinigt.
28:32Und Henke hatte laut Bartz Stress mit ihr.
28:34Was soll so ein bisschen Stress gewesen sein?
28:35Also Henke hat ihr wohl vorgeworfen, dass sie sich das Erbe von einem Bewohner erschlichen hat.
28:39Wusstest du davon?
28:41Äh, nein.
28:42Aber wird natürlich diesbezüglich Frau Doktor Kamel auf den Zahn fühlen.
28:50So, hier hast du den Salat.
28:53Was Interessantes gefunden?
28:55Äh, naja, hier, guck mal.
28:57Das ist Henkes Kalender.
28:59Und der hat an fast allen Tagen ein Sternchen reingemalt.
29:07Ich hatte mal ne Freundin.
29:10Die hat im Kalender immer eingetragen, wenn wir Sex hatten.
29:14Auch beim Sternchen.
29:15Lucy.
29:16Warte mal.
29:19Wo sie?
29:19Hier.
29:20An dem Tag hatte er angeblich was mit Yvette und hier sind sogar zwei Sternchen.
29:25Ja, der ist ne Sexmaschine.
29:27So, außerdem war in dem Kalender auch noch ein Artikel von einer Vernissage.
29:33Einer seiner Künstler von 1999 hier.
29:38Und das da ist ein Foto von seinem Sohn Max.
29:41Wie alt ist denn, Alter? Acht?
29:43Mhm.
29:45Sag mal, das ist doch die Ort, Mann.
29:47Was?
29:49Na klar, dann kannten Henke und diese schon von früher.
29:58Herr Henke, gute Neuigkeiten. Sie können gehen.
30:01Oh Gott.
30:03Ich hab noch ne Frage an Sie.
30:05Vielleicht erinnern Sie sich ja an dieses Foto.
30:07Das war eine Vernissage Ihres Vaters.
30:09Und wenn ja, kennen Sie diese Frau?
30:12Nein.
30:13Tut mir leid.
30:16Aber die Frau daneben, die kenn ich.
30:19Ach ja?
30:20Ja.
30:21Das ist die Biggie.
30:22Ich meine, Birgit Pilny.
30:24Sie war lange die Assistentin meines Vaters.
30:27Wissen Sie vielleicht, was aus ihr geworden ist?
30:29Klar.
30:30Biggie wohnt irgendwo in der Eifel.
30:32Sie hat mich erst vor ein paar Tagen angerufen und mir kondoliert.
30:37So einfach blöd.
30:38Denkst du vielleicht auch.
30:41Mal ein Mensch, denn du.
31:08in meinem Büro war leider kein CD-Player.
31:11Danke übrigens für die CD.
31:12Also, du hast recht.
31:14Die Lieder hätten mir damals wirklich gut gefallen.
31:18Vor allem selig.
31:20Machst du die Musik bitte mal aus?
31:24Wieso hast du mir nicht gesagt, dass du Stress mit Karl Henke hattest?
31:27Was denn für ein Stress?
31:28Komm schon, Anne.
31:30Hat er dir nicht etwa vorgeworfen, dass du dir das Erbe eines Bewohners erschlichen hast?
31:34Und zwar von Hannes Nafin.
31:37Wann werde ich jetzt hier etwa verdächtigt?
31:39Ich muss jeder Spur nachgehen.
31:41Oh Mann.
31:46Ja.
31:49Henke hat mir Vorwürfe gemacht.
31:53Aber das mit dieser Erbschleicherei ist natürlich völliger Unsinn.
31:58Obwohl Hannes mir tatsächlich seinen Nachlass vermacht hat.
32:01Wann?
32:01Lass mich das erklären.
32:03Also...
32:05Hannes war krebskrank.
32:06Und er hat sich große Sorgen gemacht, was nach seinem Tod dann mit seinen beiden Katzen passiert.
32:10Kaschmir und Merino.
32:12Und dann hab ich halt versprochen, mich um die beiden zu kümmern.
32:14Und aus Dankbarkeit hat er mir dann sein ganzes Geld vermacht.
32:17Das gesamte Erbe?
32:19Ja, Hannes hatte jetzt keine Angehörigen.
32:22Nein, du musst zugeben, dass...
32:24dass als Ärztin von Nafin...
32:26hat das schon einen komischen Beigeschmack, oder?
32:29Ich war ja noch nicht fertig.
32:31Ich hab nichts von dem Geld behalten, sondern hab das alles an eine Tierschutzorganisation weitergeleitet.
32:36Ich hab nur noch die beiden Katzen.
32:38Und das Auto.
32:40So.
32:41Zufrieden?
32:42Ich werd das natürlich überprüfen müssen.
32:45Ja, mach was du nicht lassen kannst.
33:06Ja, die Frau sieht mir tatsächlich ziemlich ähnlich.
33:10Aber das passiert mir immer wieder.
33:13Ich hab irgendwie so ein Allerweltsgesicht.
33:16Na, ich weiß nicht, Frau Ortmann.
33:19Weißt du, die Ähnlichkeit ist schon unglaublich.
33:23Mag sein, aber zu der Zeit war ich in Helsinki.
33:27Entschuldigung.
33:29Ja.
33:30Du, ich hab mit Henkes ehemaliger Assistentin gesprochen.
33:34Ja, und?
33:35Also, die andere Frau auf dem Foto ist nicht Susanne Ortmann, sondern sie heißt Regina Selin.
33:42Ist das sicher?
33:43Ja, absolut.
33:44Frau Selin war damals mit dem Künstler zusammen, der bei Henke ausgestellt hat.
33:49Und Frau Selin ist selbst Malerin und war ganz verwessen darauf, auch bei Henke ausstellen zu dürfen.
33:55Aber sie war ihm wohl nicht gut genug.
33:57Was ist mit dir passiert?
33:59Na, sie ist inzwischen wohl nach Ibiza gezogen.
34:03Okay, dann gehst mal.
34:05Äh, Frau Ortmann, sagt Ihnen der Name Regina Selin etwas?
34:11Tut mir leid.
34:12Hab ich noch nie gehört.
34:20Na?
34:21Hast du dir dein Mixtape zurückgeholt?
34:23CD.
34:26Also, die Erbschlächererei ist eine Sackgasse.
34:28Ist alles völlig legal.
34:29Anne hat noch nie mal finanziell davon profitiert.
34:31Und bei dir?
34:33Naja, anscheinend ist die Frau auf dem Foto eine gewisse Regina Selin.
34:37Mhm.
34:38Aber die Ortmann hat ganz komisch auf das Foto reagiert.
34:41Und die Bilder in ihrem Apartment, die sind alle mit RS signiert.
34:45Interessant.
34:46Ja gut, vielleicht ist Regina Selin auch ihr Künstlername.
34:50Also, zur Zeit des Fotos war sie in Helsinki.
34:55Ja, Lilly?
34:56Hey, Matti.
34:58Du, Vanessa hat gerade die Forstmaschinenfirma in Gütersloh kontaktiert,
35:01wo der verstorbene Ortmann gearbeitet hat.
35:04Ja, und?
35:05Die schicken uns gleich ein Foto mit beiden Ortmanns
35:07von einem Firmenjubiläum in der Zeit, in der sie in Finnland war.
35:11Ich schick dir das dann rüber, ja?
35:12Okay.
35:24Okay.
35:26Da ist es.
35:28Hier guck mal.
35:30Die Ortmanns in Helsinki.
35:32Also, die Frau da drin, das ist niemals Susanne Ortmann.
35:59Frau Ortmann?
36:01Martin Wagner hier?
36:04Und mein Kollege Fischer ist auch mit, Frau Ortmann?
36:10Oh, Schatz.
36:16Bitte tun Sie es nicht, Frau Ortmann.
36:20Das ist der Sonnenaufgang über Cap Nuno.
36:24Auf Ibiza.
36:26Mein schönstes Bild.
36:28Ja.
36:30Das sind wunderschöne Farben, Frau Ortmann.
36:33Ich bin nicht Susanne Ortmann.
36:36Oh, das wissen Sie wahrscheinlich schon.
36:39Immerhin hatte ich neun Jahre lang ein schönes Leben.
36:43Na, ich bin mir sicher, dass die Zeit davor auch nicht ganz schlecht war.
36:46Natürlich nicht.
36:48Aber mit dem Alter?
36:51Irgendwann kommt der Moment, wo man begreift,
36:53dass das eigene Talent einfach nicht gereicht hat.
36:57Und warum dann diese fremde Identität?
37:01Ich suchte einen Job, aber ich hatte ja nichts gelernt außer Malen.
37:06Und ich saß da auf Ibiza, diesem herrlichen Licht.
37:12Susanne Ortmann hatte dort ein Haus und suchte eine Haushälterin.
37:18Wunderbar.
37:19Anne.
37:20Hey.
37:21Gut, dass du da bist.
37:22Wieso hast du noch mehr Unterstellungen gegen mich?
37:24Die Frau Ortmann will sich was antun.
37:25Was, wieso?
37:26Das hat was mit Henkes Tod zu tun.
37:28Wir müssen den Strom kappen.
37:29Weißt du, wo die Sicherungen hier sind?
37:30Wir kommen.
37:32Susanne kannte keine finanziellen Probleme.
37:36Sie hat von ihrem Mann gelebt und für ihn.
37:40Als er starb, da war sie gut versorgt.
37:44Aber einsam.
37:47Ich war der einzige Mensch in ihrem Leben.
37:50Sie ließ mich an ihrem Wohlstand teilhaben.
37:58Irgendwann lag sie einfach da auf dem Bett.
38:01Tot.
38:03Herzversagen.
38:22Sie hat einen schönen Ruheplatz bekommen.
38:25In ihrem gesiebten Rotodendron-Garten.
38:30Warum hätte ich ihren Tod melden sollen?
38:34Sie hatte keine Verwandten.
38:37Sie hatte keine Verwandten.
38:38Und sie konnten sich endlich ein schöneres Leben machen.
38:40Sie hätte nichts dagegen gehabt.
38:44Es war alles so einfach.
38:48Wir sahen uns ja sehr ähnlich.
38:50Und Susanne hatte schon lange keine gültigen Papiere mehr.
38:53Ich musste nur mit meinem Foto zum Amt gehen und dann war ich Susanne Ortmann.
39:01Ich konnte natürlich nicht auf Ibiza bleiben.
39:03Da gab es Bekannte und Nachbarn.
39:07Also habe ich die Häuser in Ibiza und Gütersloh verkauft.
39:11Und hier neu angefangen?
39:13Hier.
39:20Nein!
39:21Schlüsselhörter Hausmeister.
39:24Oh Gott, bitte geh ran.
39:27Und Henkel, hat sie ihn dann erkannt?
39:31Nicht sofort.
39:34Aber ich habe ihn erkannt.
39:36Wenn dann jemand so mies behandelt wie er, das vergisst man nicht so leicht.
39:42Und dann hat er meine Bilder gesehen und sich erinnert.
39:45Irgendwie scheinen sie doch einen Eindruck auf ihn gemacht zu haben.
39:50Dann hat er den Picasso gesehen und mich erpresst.
39:55Bernd, jede Sekunde zählt, bitte!
39:57Bitte beeil dich!
39:58Wie lange?
40:00Mindestens drei Minuten.
40:01Die Zeit haben wir nicht.
40:02Nein.
40:03Plan wir eben.
40:07Ich hatte gehofft, das Bild würde ihm reichen.
40:11Der würde nichts über mich erzählen.
40:14Aber das war ihm so unsicher.
40:17Konnte nicht mehr schlafen.
40:19Und ihm nicht mehr begegnen ohne Angst, dass er mein Leben zerstört.
40:23Also habe ich ihm Avancen gemacht.
40:28Der war sofort Feuer und Flammen.
40:31Ich sagte ihm aber, dass ich das nicht an die große Glocke hängen möchte.
40:35Damit niemand weiß, dass sie sich treffen.
40:38Ich habe mich heimlich aus dem Oppenheimer Film geschlichen.
40:43Als ich in sein Zimmer kam, hat er sich schon ausgezogen und aufs Bett gelegt.
40:49Ich brauchte nur noch den Elektroschocker zu nehmen.
40:53Ich wusste ja, dass er ein schwaches Herz hat.
40:57Dann bin ich zurück.
41:01Der Oppenheimer Film ist ja zum Glück ewig lang.
41:05Siehst du hier irgendwo die Sicherung von Frau Ortmanns Appartement?
41:0837b. Aber hier ist keine 37b!
41:10Scheiße, okay!
41:11Da müssen wir jetzt alle Sicherungen rausdrehen. Alle!
41:19Das dauert viel zu lange hier, ey!
41:21Und dann haben Sie den Elektroschocker am Barthes untergeschoben.
41:25Das war nicht sehr nett von mir.
41:29Aber er hat ein Motiv.
41:31Wegen Yvette.
41:33Nichts, bitte. Bitte tun Sie das nicht.
41:35Was ist das? Ist das sowas wie der Hauptschalter?
41:54Das warst du.
41:56Das war ein echter Arsch, Richard.
42:02Das mit dem Elektroschocker tut mir leid.
42:12Schön, dass du mir die Zähne doch noch vergeben hast.
42:17Vielleicht mal einen Kaffee trinken. So ganz privat.
42:22Jonas, kommst du? Jonas!
42:30Ist das okay? Ja, wir haben uns gerade zum Kaffee verabredet.
42:35Das ist ja schön. Sie weiß aber schon, dass du verheiratet bist.
42:39Wir sind Schulfreunde. Also weiß ich es nicht.
43:09Ich bin Schulfreunde.
43:10Ich bin Schulfreunde.
43:11Ich bin Schulfreunde.

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