- vor 2 Tagen
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00:00Musik
00:30Tobias, sag mir bitte, dass du nicht wirklich glaubst, dass das hier noch läuft.
00:33Ich habe die Lage im Griff.
00:34Ja, klar, natürlich hast du die Lage im Griff.
00:36Deswegen haben wir letzte Woche auch drei Großaufträge verloren und mussten 10.000 Euro sparen.
00:39Ja, sowas passiert.
00:40Nein, Tobi, sowas passiert nicht einfach so.
00:42Ich bin müde und ich bin wütend und ich bin es leicht, hinter deinen scheiß Federn aufzuräumen.
00:46Ja, ganz genau wie immer. Vorwürfe, Vorwürfe, Vorwürfe.
00:49Ich kann's doch ganz lassen.
00:50Ja, mach doch.
01:00Musik
01:03Musik
01:07Musik
01:29Fuck.
01:51Na, Herr Kaiser?
01:53Ja, ungewohnt leer hier.
01:56Und auf meinem Schreibtisch türmen sich die Bewerbungen.
01:59Ja.
02:01Hierfür eine gute Nachfolge zu finden, darum beneide ich Sie nicht gerade.
02:05Ich mich auch nicht.
02:07Oh, Benedikt. Ja, guten Morgen.
02:11Beim Joggen.
02:16Guten Morgen.
02:17Morgen.
02:18Ich dachte, du bist in Chicago. Ich fliege erst morgen Abend.
02:21Zum Forensic Science Congress.
02:24Cool, ne? Und, was haben wir?
02:26Tobias Briem, 38.
02:27Ich wohne auf den Stuttgart.
02:30Er hat gut sichtbar eine massive Wunde am Kopf und den Totenfleck nachzuurteilen, ist er vor 11 bis 13 Stunden gestartet.
02:37Also gestern zwischen 21 und 23 Uhr.
02:41Ja.
02:41Tobias Briem, Inhaber einer Dachdeckermeisterei.
02:44Wurde er überfallen?
02:46Unwahrscheinlich.
02:47Er hatte knapp 400 Euro bei sich.
02:49Ich glaube auch nicht, dass hier der Tatort ist.
02:51Keine Kampf- und vor allem keinerlei Blutspuren.
02:53Zusammen mit den Schleifspuren würde ich sagen, dass er postwortem tot abgelegt wurde.
02:57Gibt es eine Tatwaffe?
02:58Nichts nach deinem Hinter.
03:00Okay, das heißt, wir suchen nicht nur die Tatperson, beziehungsweise die Tatpersonen, sondern auch den Tatort und die Tatwaffe.
03:06Wir gleichen mit mindestens drei Unbekannten.
03:07Das ist doch ein Traum.
03:11Ja, die Kollegen sind unterwegs.
03:15Das kann ich verstehen, aber wir tun ja auch, was wir können.
03:21Freddy!
03:22Otte braucht dich sofort!
03:27Frau Briem?
03:30Martina Seifert, Tempo Stuttgart.
03:33Äh, Briem?
03:35Ja, ja, Mert ist jetzt unterwegs.
03:36Der hat die richtige Palette, sonst melzt dich, ja?
03:39Ja.
03:42Entschuldigung.
03:43Äh, Kripo?
03:44Martina Seifert.
03:46Frau Briem, könnte ich Sie irgendwo in Ruhe sprechen?
03:49Was ist denn?
03:51Ist was mit Tobi?
03:54Ihr Mann wurde heute Morgen tot aufgefunden.
03:58Wir gehen von einem Tötungsdelikt aus.
04:00Es tut mir sehr leid.
04:02Was?
04:02Was?
04:06Oh Gott.
04:11So, jetzt aber.
04:13Tobias Briem hat vor fünf Jahren
04:15seinen Dachdeckerbetrieb in Stuttgart eröffnet.
04:17Der Betrieb hat acht Mitarbeiter und er ist in Stuttgart-Wangen.
04:20Der Herr Briem hat in seinem Kalender stehen,
04:22dass er an diesem Tag an mehreren Baustellen unterwegs war.
04:25Auch im Tatzeitraum, ja?
04:27Es gibt einen Eintrag um 19.30 Uhr, Erlebnishof Bauschinger.
04:31Und es ist ein Bauernhof, auf dem die Kunden die Obst und Gemüse selbst ernten, also mit eigenen Händen.
04:37Hygienisch gesehen ist das dort alles so ein bisschen suboptimal.
04:41Ah.
04:41Ich musste meine Mutter von ein paar Jahren dorthin begleiten und ich möchte da jetzt ehrlich gesagt nicht drüber reden.
04:47Das ist ja sehr bedauernswert, Sander.
04:48Aber ich wollte eigentlich wissen, ob Tobias Briem einen Dachdeckerauftrag dort hatte oder ob sein Aufenthalt privater Natur war.
04:56Ach so, das weiß ich nicht.
04:59Ich habe bis jetzt nur diesen Eintrag gefunden.
05:00Aber vielleicht ging es irgendwie um Akquise oder so.
05:03Ja, dann fahren Sie doch am besten gleich mal hin.
05:05Sie kennen sich ja aus.
05:06Ich hoffe, die erinnern sich da nicht an mich.
05:08Und wo weißt du, dass ich das bitte alle?
05:13Gucken.
05:14Sie steht.
05:18Spitze.
05:22Upsi.
05:24Sehr vorsichtig.
05:25Ja, danke.
05:29Da haben wir auch schon den potenziellen Täter.
05:38Kann ich helfen?
05:42Ja, unter Umständen.
05:43Ihnen gehört dieser Laden hier?
05:44Mir und meinem Vater, ja.
05:46Das trifft sich gut.
05:47Stoll ist mein Name.
05:48Kripo Stuttgart.
05:49Das ist mein Kollege Rico Sander.
05:51Wir hatten ein paar Fragen an Sie.
05:53Okay.
05:54Wollen wir kurz rüber gehen?
05:56Gerne.
05:57Dann kenne ich mich wieder.
05:58Glaube ich nicht.
05:59Was hab ich noch gestern noch gesehen?
06:13Nein, doch nicht.
06:18Wann war das?
06:25Nachmittags.
06:25Und danach war ihr Mann unterwegs?
06:31Mit einem Firmenfahrzeug?
06:33Keine Ahnung, ich kontrolliere das so nicht.
06:39Wo?
06:41Er wurde an einem Weinberg gefunden.
06:46Hä?
06:47Sein Auto stand doch heute Morgen noch wie immer auf dem Hof.
06:49Das...
06:50Wissen Sie denn vielleicht, wo ihr Mann gestern Abend war?
06:56Auf einer unserer Baustellen ist es...
06:58Es ist gerade so viel los.
06:59Ich hab da den Überblick verloren.
07:03Wie ist denn die Stimmung im Betrieb?
07:05Stressig.
07:07Und wie ist Ihr Mann damit klargekommen?
07:09Tobi ist jemand, der...
07:16Der sich immer übernimmt.
07:19Organisation ist nicht so seitzig.
07:23Ich hab versucht, das auszugleichen.
07:26Hatte er mit irgendjemandem Konflikte?
07:30Nein.
07:31Also...
07:33Klar, der Druck auf der Arbeit, aber...
07:36Nee, nein, nicht, dass ich wüsste.
07:42Keine Ahnung.
07:43Vielleicht hat er hier einen gekauft.
07:45Wieso, fragen Sie?
07:46Heute Morgen wurde tot aufgefunden.
07:48Oh Gott.
07:49Wer ist gestorben?
07:51Ein Dachdecker.
07:52Tobias Briem.
07:53Beschäftigen Sie den gerade?
07:54Ich hab schon gesagt, vielleicht hat er hier einen gekauft.
07:56Hast du ihn gestern im Laden gesehen, Paul?
07:58Keine Ahnung, nein.
08:00Aber Ihr Dach wird zurzeit renoviert, ne?
08:02Ja, ja, das ist schon eine ganze Weile.
08:03Der Dachstuhl ist völlig morsch, deshalb...
08:06Ich mach das.
08:07Dafür haben wir niemanden.
08:08Spart Geld, dauert.
08:11Hören Sie, wir sind nicht hier, weil wir irgendwie Schwarzarbeit aufdecken wollen.
08:14Wir sind hier, weil wir möglicherweise in einem Tötungsdelikt ermitteln.
08:17Ja, schon.
08:19Aber ich kann Ihnen trotzdem mithelfen.
08:20Martina, sind das die Personalakten aus dem Betrieb, ja?
08:31Ja.
08:31Und?
08:33Allein im vergangenen Monat konnte Tobias Briem mit seiner Firma drei Aufträge nicht fertigstellen.
08:38Und bei zwei davon musste er sogar Ausgleichszahlungen leisten.
08:41Ach was.
08:41Und jetzt guck mal hier, das ist Marc Evers, er war der zweite Dachdeckermeister bei Bremen.
08:48Aha, und Bremen hat eben gekündigt?
08:50Ja, vor drei Wochen.
08:52Moment mal, also dieser Betrieb geht irgendwie auf dem Zahnfleisch daher und er entlässt seinen Vize, ja?
08:57Ja, den einzigen anderen Meister im Betrieb.
08:59Und Ersatz haben sie auch nicht eingestellt.
09:01Hm.
09:02Hey, Marie.
09:26Es tut mir so leid.
09:27Ich weiß aber nicht, wie wir jetzt weitermachen sollen.
09:33Die Kripo hat hier alles durchsucht und...
09:36Marie.
09:37Wir schaffen das.
09:39Okay?
09:40Zusammen.
09:44Entschuldige.
09:47Evers?
09:52Immer noch kein Tatort und keine Tatwaffe, oder?
09:55Ich kann nicht zaubern, noch nicht.
09:56Aber ich hab im Büro des Opfers was gefunden, war hinter Akten, versteckt.
10:01Unscheinbarer Umschlag.
10:03Aber als in sich.
10:0683.750 Euro.
10:09Schwarzgeld?
10:13Ich konnte den Tatzeitraum auf 21 bis 21.30 Uhr einschränken, was für den Tatergang aber spannender sein dürfte.
10:20Er hat an seinen Fußgelenken Hämatome und Strangulationsflüchen.
10:26Das heißt, er wurde gefesselt, ja.
10:28Na ja, an seinen Handgelenken ist nichts und die sind postmortal entstanden.
10:33Also könnte die Tatperson ihn an den Füßen zusammengebunden haben, um ihn dann leichter transportieren zu können?
10:37Das wäre jetzt auch mein Tipp.
10:39Also können wir doch davon ausgehen, dass die Tatperson bis dahin mit einem Fahrzeug gefahren sein muss.
10:44Mit hoher Wahrscheinlichkeit. Es gibt zwar keine Reifenspuren auf dem Stück, aber hier waren Schleifspuren.
10:50Eindeutig.
10:50Tatwaffe?
10:51Tja, Klassiker. Stürpfe Gewalteinwirkung gegen den Kopf.
10:57Er hat eine Schädelfraktur erlitten und ist infolgedessen in inneren Blutungen gestorben.
11:01Der Winkel ist ein bisschen seltsam, aber ich gehe von einem Schlag aus.
11:04Außerdem waren in der Wunde noch Partikel, die wertet er nur gerade aus.
11:07Holzpartikel?
11:08Kiefernholz. Dachdecker arbeiten viel mit Nadelhölzern, also auch Kiefer.
11:12Das heißt, der Tatort könnte auf einer der Baustellen liegen?
11:15Wie gesagt, der Mo?
11:16Gut, Herr Ebert. Sie hatten also seit drei Wochen keinen Kontakt zu Herrn Briem, ja?
11:22Ja, hatte ich nicht.
11:23Warum hat er Sie entlassen?
11:25Er hat behauptet, dass ich Arbeitsmaterial für Schwarzarbeit verwendet habe.
11:29Und, haben Sie?
11:31Ich habe einem Freund geholfen, ja. Mehr nicht.
11:36Ja, das war vielleicht ein bisschen dumm.
11:40Vor allem, weil es der Firma nicht so gut ging.
11:41Aber mich deswegen gleich zu feuern, das ist ja auch ein bisschen übertrieben, oder nicht?
11:46Na ja. Wie war denn Ihr Verhältnis zueinander?
11:50Gut, würde ich sagen.
11:52Wir waren nicht nur Kollegen, sondern auch Freunde.
11:55Freunde? Und dann entlässt er sich wegen so einer Kleinigkeit?
11:59Ja, keine Ahnung. Vielleicht hat er ein bisschen Vertrauen verloren.
12:04Mhm.
12:05Ah, Frau Seifert, schon wieder keine Papierdücher.
12:08Ich kümmere mich gleich.
12:10Also folgendes, wir sind mit den Mitarbeitenden der Dachdeckerei soweit durch, da gab es keine Auffälligkeiten.
12:15Ihr hattet alle ein gutes Verhältnis zu ihrem Chef.
12:17Allerdings geht das Gerücht um, dass der Marc Eberts zurückkommen soll.
12:21Er soll da wieder arbeiten?
12:22Mhm. Und die Frau Briem will ihn sogar als Betriebsleiter einsetzen.
12:26Danke.
12:27Gabi?
12:29Auf dem Klo fählen die Papierdücher, die muss ich bedingen.
12:32Das ist jetzt sogar.
12:37Entschuldigung.
12:37Das ist interessant. Also Sie hatten seit Wochen keinen Kontakt zu Herrn Briem, dafür aber zu seiner Frau.
12:53Wie meinen Sie das?
12:54Naja, hier steht, dass Frau Briem sie zum Betriebsleiter machen wollte.
12:58Ja, das hatten wir so besprochen.
13:01Wovor oder nach dem Tod Ihres Ex-Chefs?
13:04Das hat doch damit überhaupt nichts zu tun.
13:05Ich wollte nur helfen. Tobi hatte den Laden nicht mehr richtig im Griff, also wollte Marie Tobi überzeugen, mich zurückzuholen.
13:13In welcher Beziehung stehen Sie denn zu Marie?
13:15Wie? Beziehung? Keine.
13:22Wo waren Sie denn gestern Abend zwischen 21 und 21.30 Uhr?
13:25Ähm, ich war zu Hause hier bei meinem Oldtimer rumgeschraubt in der Garage.
13:31Der Auspuff hing mal wieder ein bisschen runter.
13:33Das kenne ich.
13:34Können Sie jemand bezeugen?
13:37Vielleicht. Meine Frau?
13:39Ihre Frau.
13:40So, da wir ohne Tatort nicht weiterkommen, haben wir die letzten Stunden des Opfers rekonstruiert und alle Baustellen, auf denen er war, unter die Lupe genommen.
13:49Sander?
13:50Tobias Briem war am Tattag zwischen 9 Uhr und 12.30 Uhr in Filderstadt auf einer Baustelle des Mehrfamilienhauses.
13:57Dann war er anschließend ab 13.30 Uhr in Boot lang und hat eine Familie bezüglich ihres Bauvorhabens beraten.
14:04Dann hat er eine Mittagspause in Betrieb gemacht von 14.45 Uhr bis 15 Uhr.
14:08Und anschließend war er noch in Feuerbach bei der Renovierung eines Fabrikgebäudes.
14:12Ah, und da ist er gegen 18 Uhr das letzte Mal gesehen worden.
14:15Mhm.
14:16Womit wir dem Tatzeitraum immer näher kommen.
14:18Und dann verliert sich seine Spur bis zum Leichenfund am nächsten Morgen.
14:21Wohin der Tote sehr wahrscheinlich mit einem Fahrzeug transportiert wurde.
14:24Womit uns letztlich nur ein Anhaltspunkt bleibt.
14:27Erlebnishof Bauschinger.
14:29Es gibt diesen Eintrag im Terminkalender.
14:31Dort wird ein Dach renoviert und das Opfer hat eine große Menge Bargeld versteckt.
14:36Also vielleicht doch Schwarzarbeit.
14:38Okay, also werden Jan und seine Leute den Hof auch unter die Lupe nehmen müssen.
14:42Ich kümmere mich um den Beschluss.
14:44Hallo mein Schatz, wie war dein Tag?
15:01Wie war es in der Schule?
15:04Okay.
15:07Nein, ich flieg erst morgen Abend.
15:10Klar kann ich dir was mitbringen.
15:14Was? So was gibt's? Mit Marshmallows und Sorngurken?
15:18Okay, wenn du das willst, bring ich das mit.
15:28Morgen.
15:30Morgen.
15:30Hör mal, das hier sind die Verbindungsnachweise der Frau des Opfers.
15:33Marie Briem und Marc Evers haben während der Arbeitszeiten öfter miteinander telefoniert.
15:38Mit der Zeit wurden diese Gespräche aber immer länger
15:41und haben sich auch größtenteils in den Feierabend verlagert.
15:45Aha.
15:46Und nachdem Herr Evers entlassen wurde?
15:49Ja, da gab's tatsächlich mal eine Woche lang Funkstille.
15:52Aber danach haben sie dann wieder täglich miteinander telefoniert.
15:55Bis zum Tattag.
15:56Wenn also Marie Briem und Marc Evers eine Affäre haben...
16:05Dann hätten beide ein Motiv.
16:06Ja, es hat sich bestätigt.
16:08Was genau?
16:10Jan hat ja im Büro des Opfers Bargeld sichergestellt.
16:12Diese 83.757 Euro.
16:15Ja, und genau diesen Betrag hat Josef Bauschinger vor zwei Monaten von seinem Konto abgehoben.
16:21Offensichtlich seine gesamten Ersparnisse.
16:23Das ist ja ein bisschen viel für ein neues Dach, hm?
16:26Oh, und die schöne Zwiebeln.
16:28Vielen Dank.
16:32Äh, das stimmt schon so. Es geht aufs Haus.
16:35Dankeschön.
16:35Kann ich Ihnen jetzt irgendwie helfen?
16:37Ja, ich glaube schon. Es geht um 83.750 Euro.
16:42Das ist exakt der Betrag, den wir im Büro von Tobias Briem gefunden haben.
16:46Würden Sie mir das bitte mal erklären?
16:49Ja.
16:49Ja, der hat versprochen, dass er uns das Dach richtet.
16:53Das sollte alles unter der Hand laufen, deshalb...
16:56Ja, verstehe ich. Aber es ist doch ein bisschen ein unverhältnismäßig hoher Betrag, oder?
17:02Wieso?
17:03Das sollte zum bestimmten Termin fertig sein. Das wird natürlich teurer.
17:06War Tobias Briem gestern Abend hier?
17:08Keine Ahnung.
17:10Der war meistens abends hier, weil er das letzte Mal da war.
17:13Weiß ich nicht.
17:14Ich geh mal ganz kurz telefonieren.
17:23Was hast du ihm erzählt?
17:26Der hat doch eh schon die Hälfte gewusst.
17:28Oh Mann, Papa, ey.
17:30Ich hab dir von Anfang an gesagt, dass es keine gute Idee ist.
17:33Ja.
17:35Ja, und jetzt?
17:36Ja, und jetzt? Ich weiß es nicht.
17:37Frau Briem?
17:43Ja?
17:44Haben Sie einen Moment Zeit?
17:46Ja. Wollen Sie auch einen Kaffee?
17:48Nein, danke.
17:50Sie stellen Mark Ebers wieder ein.
17:52Ja.
17:54In welcher Beziehung stehen Sie zu ihm?
17:57Was soll das denn jetzt?
17:58Ich hab grad meinen Mann verloren.
18:00Wir gehen hier unter.
18:01Ich weiß nicht mehr weiter.
18:01Und Sie interessiert nur das?
18:04Also Mark war das ganz bestimmt nicht, weil Sie das meinen.
18:07Mich interessiert aufzuklären, was mit Ihrem Mann passiert ist.
18:09Und dafür ist es unerlässlich, dass wir alle Umstände, alle Details kennen.
18:14Auch die, die für Sie unangenehm sind.
18:16Also, in welcher Beziehung stehen Sie zu Mark Ebers?
18:20In gar keiner?
18:21Also, Tobi und Mark waren Freunde, bis er angefangen hat, den gleichen Quatsch zu glauben, wie sie auch.
18:28Mark und ich mögen uns. Mehr nicht.
18:32Ihr Mann hat ihn deswegen entlassen.
18:37Nachdem Mark weg war, ging hier alles im Betrieb bergab.
18:41Nur Tobi wollte nicht wahrhaben, dass wir Hilfe brauchen.
18:43Und die haben Herrn Eber zum Hilfe gebeten.
18:45Ja, Mark hatte eine Idee für so ein neues Zeitmanagement-Tool. Für unsere Aufträge.
18:49Ich wollte Tobi überzeugen, aber...
18:53Ja, so weit kam es ja dann nicht.
18:57Wo waren Sie vorgestern zwischen 21 Uhr und 21.30 Uhr?
19:01Zu Hause?
19:03Aber das kann niemand bezeugen.
19:05Nein?
19:07Ich würde dann jetzt hier ganz gern weitermachen, wenn Sie keine Fragen haben.
19:11Sicher. Wiedersehen.
19:19Sie haben uns sehr geholfen. Wiederhören.
19:30Martina, Mark Eberts Alibi wurde gerade eben bestätigt.
19:34Das heißt, er ist raus?
19:36Ja.
19:36Kollegen, wir müssen den Fall völlig neu denken.
19:43Das hier ist ein Familienfoto der Bauschingers.
19:45In der Mitte ist Dagmar Bauschinger, Josef Bauschingers Frau.
19:48Die ist 2014 in der Leukämie gestorben.
19:50Und links und rechts sind die Töchter Judith und Marie.
19:53Marie Briem?
19:55Exakt. Dagmar Bauschinger ist bis zu ihrer Ehe noch Dagmar Reuter.
19:58Uns hat ihre Tochter Marie mit in die Ehe gebracht.
20:00Das heißt, das Opfer war Josef Bauschingers Schwiegersohn.
20:05Und weder er noch Marie Briem haben das mit einem Wort erwähnt.
20:09Alle einbestellen.
20:10Ja.
20:23Herr Bauschinger, Sie haben uns gegenüber gar nicht erwähnt, dass Tobias Briem ihr Schwiegersohn war.
20:27Wir haben den doch kaum kannt.
20:31Seit ich weggezogen bin, habe ich keinen Kontakt mehr zu den beiden.
20:35Darf ich den Grund dafür erfahren?
20:43Die haben meine Mutter sterben lassen.
20:47Die Chemotherapie hat nicht angeschlagen.
20:51Für Dagmar war das brutal harte Zeit.
20:54Für uns alle.
20:55Und am Abend vor dem Mal
21:00hat sie einfach nicht mehr gewollt.
21:04Sie konnte das selbst nicht mehr beurteilen.
21:09Aber er und Judith haben einfach die Behandlung abgebrochen.
21:12Ich bin dann nach Berlin.
21:20Ich musste einfach weit weg.
21:22Und ich wollte auch Medizin studieren.
21:23Ich habe dann dreimal das Physikum vermasselt.
21:29Das war es dann mit dem Traum.
21:33Ich meine, da habe ich Tobi dann da kennengelernt.
21:39Die Marie war schon als Kind so.
21:41Wenn eine Freundin Elvis gesagt hat, was ihr nicht passt, dann war es deshalb mit der Freundschaft.
21:46Und Sie haben auch nicht versucht, Kontakt mit ihr aufzunehmen, nachdem sie wieder zurück nach Stuttgart gekommen ist.
21:50Das haben wir doch nicht gewusst.
21:52Wir haben doch gedacht, die ist jetzt Ärztin in Berlin.
21:54Als sie dann in der Dachdecker-Firma war, da habe ich sie plötzlich vor mir gesessen.
22:02Er wollte uns einen Bauauftrag geben.
22:08Den habe ich dann abgelehnt.
22:11Und dann habe ich erfahren, später, dass er es über Tobi versucht hat.
22:16Er hat einfach nicht locker gelassen.
22:18Ja, ich habe ihm immer mehr Geld angeboten.
22:21Und schlussendlich wollte er uns auch helfen.
22:24Beim Dach.
22:26Und mit der Marie.
22:28Maries Lieblingsobstahls Kind war ein Birnen.
22:31Wir wollten einen neuen Birnenhain am Hof eröffnen.
22:36Pünktlich zu Maries Geburtstag.
22:38Der Tobias hat mir versprochen, dass er bis dahin mit dem Dach fertig ist und zur Eröffnung mit der Marie kommt.
22:45Sie wollten sich den Kontakt zu Ihrer Stieftochter erkaufen.
22:48Ach Gott, nochmal.
22:50Ich habe doch nicht gewusst, was ich noch machen soll.
22:52Marie hat doch alles ablockt.
22:55Aber Tobias Priem hat ja gar nicht geliefert.
22:57Ihr Vater hat das zusammen mit ihrem Mann hinter ihrem Rücken eingefädelt.
23:05Wie hat sich das für Sie angefühlt?
23:08Scheiße.
23:09Deswegen habe ich Tobi auch zur Rede gestellt.
23:12Vorgestern auf dem Hof vielleicht?
23:14Nee, das war nachmittags bei uns im Betrieb.
23:20Erst dann direkt weiter und ich bin dann irgendwann nach Hause.
23:26Was niemand bezeugen kann.
23:28Wo waren Sie vorgestern zwischen 21 Uhr und 21.30 Uhr?
23:38Ich war bei ihr.
23:41Wie genau meinen Sie das?
23:44Ich bin zur Dachtigerei gefahren.
23:46Man denkt, ich rede nochmal mit der Marie.
23:52Aber dann habe ich mir plötzlich nicht mehr traut.
23:54Und wann genau soll das gewesen sein?
23:59Zwischen 21 Uhr und 21.30 Uhr.
24:06Entschuldigung, kann ich...
24:07Warum ist der Laden zu?
24:08Nee, es tut mir leid, ich kann Ihnen da nichts dazu sagen.
24:13Entschuldigung.
24:15Wo ist mein Vater?
24:17Der ist im Präsidium.
24:18Wird gerade befragt.
24:18Ah, der Kaiser.
24:25Noch noch.
24:28Ja?
24:32Der Kaiser.
24:33Ich kann Ihnen nur mit Indizien dienen.
24:37Allerdings
24:37sagen die ziemlich klar,
24:40wer meinen Tatort.
24:41Frau Bauschinger, Ihr Vater wird gerade befragt.
24:43Ich will jetzt mit ihm sprechen.
24:44Bitte.
24:45Ich verstehe Sie.
24:46Mein Vater hat nichts gemacht.
24:49Trotzdem.
24:52Seid ihr jetzt zufrieden?
24:54Jetzt, wo ihr mein Leben endgültig ruiniert habt?
24:55Wie?
24:56Wir haben mit deinem Leben noch gar nichts mehr zu tun.
24:57Ihr habt meinen Mann eingestellt
24:59und jetzt ist er tot.
25:00Der Mann hat ganz schön viel Geld eingesteckt
25:01für Arbeit, die er nie erledigt hat.
25:03Habt ihr ihn deswegen umgebracht?
25:05Marie?
25:06Nee, aber klar.
25:07Schuld sind immer die anderen, ne?
25:13Frau Bauschinger.
25:14Kann ich Ihnen helfen?
25:16Ja, ich will zu meinem Vater.
25:18Warum wird er befragt?
25:19Mein Vater hat mit dem Mord nichts zu tun.
25:21Bitte.
25:22Lassen Sie mich mit ihm reden.
25:23Mal schauen.
25:24Kommen Sie.
25:25Ja.
25:27Nehmen Sie bitte kurz einen Moment Platz.
25:30Ja.
25:32Bauschingers Plan ging also nicht auf, ja?
25:34Vielleicht gab es ja deswegen einen Streit.
25:36Vielleicht.
25:36Es bleibt auch noch immer die Frage,
25:39wie eigentlich das Opfer vorgestern genau zum Tatort gekommen ist.
25:41Sie sehen ja davon aus, dass er den Firmenwagen benutzt hat.
25:43Allerdings stand der am Tat nach seinem Tod dann wieder vor dem Betrieb.
25:47Na ja, eine Tatperson hat ja locker die Leiche mit dem Firmenwagen entsorgen
25:51und dann den Firmenwagen vor der Dachdeckerei abstellen können.
25:53Das genau.
25:54Ich schau mal nach, wie weit er hier an ist.
25:58Rico?
25:59Martina?
26:00Josef Bauschinger gibt sich selbst um Marie-Prime ein Alibi.
26:03Angeblich war sie im Lager.
26:05Mir hat sie ja gesagt, sie war zu Hause.
26:07Und wer von beiden Lückjes?
26:08Für Josef Bauschinger sind seine Töchter das Wichtigste.
26:13Falls er für seine Stiftochter lügt,
26:15dann kann mir seine leibliche Tochter vielleicht helfen,
26:19ihn dazu zu bringen, die Wahrheit zu sagen.
26:23Papa, was machst du hier?
26:32Du, die haben die Marie im Verdacht.
26:34Aber ich hab die doch abends noch gesehen.
26:36Nein.
26:37Das war nachmittags.
26:38Und abends bist du wieder zu Hause gewesen.
26:42Aber, Judithle, wir müssen doch jetzt zusammenhalten.
26:49Sag ihr das?
26:50Marie denkt, wir hätten ihn umgebracht.
26:53Herr Bauschinger, Martina Seifert.
27:00Wir müssen jetzt die Wahrheit wissen.
27:03Wann haben Sie Ihre Tochter Marie gesehen?
27:08Ja.
27:12Als ich die Marie gesehen hab, war es nachmittag.
27:14Nachmittag.
27:16Ich war gegen 17 Uhr wieder im Auflader.
27:19Gut.
27:21Und wo waren Sie dann gegen 21 Uhr?
27:24Ich war an dem Abend noch im Adler.
27:31Binockelspieler.
27:33Kann das jemand bestätigen?
27:35Na ja.
27:37Mein Stammtisch.
27:39Geben Sie mir bitte die Namen.
27:42Und Frau Bauschinger,
27:44ich möchte gerne noch mal unter vier Augen mit Ihnen sprechen.
27:47Okay.
27:47Ah, Frau Bauschinger, kommen Sie doch gerne mit mir.
27:54Danke, Frau Bayer.
28:01Frau Bauschinger, können Sie sich vorstellen,
28:05dass Ihre Stiefschwester Tobias Briem umgebracht hat?
28:08Keine Ahnung.
28:09Ich weiß es nicht.
28:10Haben Sie in letzter Zeit versucht, Kontakt zu ihr aufzunehmen?
28:13Nee, auf keinen Fall.
28:14Ich bin mit der Sache durch.
28:16Es war immer so, egal, was Marie gemacht hat,
28:18alle sind ihr hinterhergelaufen.
28:19Ich kann das nicht mehr.
28:21Also waren Sie gar nicht damit einverstanden,
28:22dass Ihr Vater sehr wohl den Kontakt gesucht hat?
28:25Naja.
28:27Also irgendwie kann ich es auch verstehen.
28:29Meine leibliche Mutter ist bei meiner Geburt gestorben.
28:32Und nach Dagmas Tod wollte er nicht auch noch Marie verlieren.
28:35Das hat sie aber überhaupt nicht interessiert.
28:38Entschuldigen, wo waren Sie vorgestern gegen 21 Uhr?
28:43Ich habe den Laden geschlossen und dann bin ich nach Hause.
28:45Und bevor Sie fragen, ich habe keine Zeugen.
28:58Hey Betty.
28:59Hi.
28:59Machst du mir eins, bitte?
29:00Ja.
29:07Benedikt?
29:08Hey.
29:11Sag bloß, du hast deinen Flug verpasst.
29:13Oh je.
29:14Ich habe in letzter Zeit so einiges verpasst.
29:16Hm.
29:17Ja.
29:18Ja, danke.
29:20Okay.
29:26Na los, erzähl.
29:27Das war alles gut geplant.
29:28Das war alles gut geplant.
29:30Drei Tage Kongress, drei Tage frei.
29:32Und der Vortrag, der war schon wichtig gewesen, also für die Karriereleiter.
29:38Vortrag halten, Publizieren, Professur, so ist das ein richtig guter Plan.
29:44Ja.
29:45Aber?
29:46Aber?
29:46Aber, ich hatte ja auch einen guten Plan mit Lea.
29:51Ich habe gedacht, ich werde sie heiraten, Haus kaufen oder bauen, Kinder und zack.
29:57Mit einem Schlaf waren wir dann getrennt.
30:01Also die Frage ist, was ist los mit diesen Plänen?
30:04Tja, du weißt doch, wie das ist.
30:08Erstens kommt immer alles anders, zweitens erst mal ein Plan.
30:12So, genau sehe ich nämlich auch so, deswegen plane ich jetzt nichts mehr.
30:16Nur kommen wir, dieses mit dem Nix, keine Pläne mehr.
30:21Aber deswegen hast du den Vortrag nicht abgesagt, oder?
30:23Ja, dieses Jahr, nächstes Jahr kommt der Kongress ja wieder, eine neue Chance.
30:29Klingt gut.
30:30Ja, aber ich nutze jetzt die freien Tage und besuche meine Tochter.
30:34Das klingt sogar noch besser.
30:36Morgen früh will ich gleich ihre Mutter anrufen und das alles mit ihr besprechen.
30:39Oder meinst du, dass es so spät ist, soll ich sie jetzt anrufen schon?
30:46Das kann vielleicht bis morgen warten.
30:48Gut, aber dann trinken wir gleich danach noch eins.
30:52Ja, einen auf jeden Fall.
30:53Und dann nimmst du dir ein Taxi nach Hause, legst du sie ins Bett, weil morgen hast du ja ein wichtiges Telefonat.
30:57So machen wir das. Deal.
30:59Das ist dein Plan.
31:04Morgen, Martina.
31:13Hattest du noch einen schönen Abend?
31:14Ja, war ein bisschen lang.
31:16Ich war mit Benedikt noch was trinken.
31:18Und das ist mit Chicago?
31:20Nee, da fliegt er nicht mehr hin.
31:21Er fährt jetzt nach Köln, kümmert sich ein bisschen um seine Tochter.
31:24Und um sich selbst.
31:25Na gut, Tilly.
31:26Guten Morgen.
31:27Ich habe das Alibi von Josef Bauschinger überprüft und der Wirt und drei Gäste haben seine Angaben bestätigt.
31:33Okay, alles klar.
31:34Und außerdem hat die Ehefrau von Marc Evert sich nochmal gemeldet und das Alibi ihres Mannes zurückgezogen.
31:41Aha.
31:43Ja, sie hat ihn zuletzt um 20 Uhr gesehen und er kam erst nach Mitternacht ins Bett.
31:48Und wieso dieser plötzliche Sinneswandel?
31:50Wege der möglichen Affäre.
31:51Sie hat davon erfahren und seitdem möchte sie ihren Mann nicht mehr decken.
31:55Klar.
31:56Danke.
31:59Wir hatten keine Affäre.
32:00Das ist doch Quatsch.
32:02Wissen Sie, was bei uns zu Hause los ist, seitdem meine Frau das glaubt?
32:06Ja, es tut mir leid.
32:06Ich kann mir das vorstellen.
32:12Fakt ist jedoch, dass Ihre Frau ihr Alibi zurückgezogen hat.
32:16Ich habe Tobi nicht umgebracht.
32:18Oder trauen Sie mir zu, dass ich einen Menschen töten kann, ja?
32:21Ich frage Sie jetzt zum letzten Mal, was haben Sie an diesem Abend gemacht?
32:25Ich war in der Garage.
32:27Wirklich.
32:34Moment, ich war gegen 21 Uhr kurz bei Heiko drüben.
32:40Ja, ich habe mir den Kettentrenner ausgeliehen.
32:42Mein Nachbar, Heiko Lemble.
32:44Fragen Sie ihn, wir haben bestimmt eine halbe Stunde miteinander gequatscht.
32:48Lemble?
32:48Ein Gerüst war ein hier und hier Blutspritzer in Brust- und Kopfhöhe.
32:54Also gehe ich davon aus, dass das Opfer dort den tödlichen Schlag erhalten hat und zusammengebrochen ist.
32:58Und was ist mit dem Ohrring?
32:59Später, komm erst mal mit.
33:02So, nun lag er da.
33:03Jetzt kommt das hier ins Spiel.
33:05So eine Seilwinde war nämlich praktischerweise direkt am Gerüst.
33:10Das würde ja zu den Hämatomen und Furchen passen, die Benedikt am Leichnam festgestellt hat.
33:14Das exaktement.
33:17Also Ergo wurde der Körper mittels Flaschenzug auf den Firmenwagen verbracht und dann abtransportiert.
33:22Ja, dazu passen auch die Blutspuren hier und auch auf der Ladefläche.
33:26Okay, und sonst noch irgendwelche Spuren im Fahrzeug?
33:29Im Fahrerhäuschen gibt es DNA vom Opfer und Haare und einiges an Fremdenner.
33:35Firmenwagen eben.
33:35Ach so, der Ohrring. Keine Ahnung, ob der Fall relevant ist. Jedenfalls lag da in der Nähe vom Gerüst.
33:41Und konntet ihr den irgendjemanden zuordnen?
33:43Laut DNA-Profil einer weiblichen Person. Aber für mehr brauche ich Vergleichs-DNA.
33:48So, Martina, das Alibé von Marc Eberts wurde gerade durch seinen Nachbarn Herrn Lemle bestätigt. Damit ist er raus.
33:55Kollegen, ich glaube, ich habe da was.
33:57Oh, der Ohrring, den wir am Tatort gefunden haben, gehörte mal Dagmar Bauschinger?
34:05Genau, und vermutlich hat eine der beiden Töchter dann die Ohrringe geerbt.
34:08Ja.
34:09Nehmen Sie doch noch mal einen Moment Platz, Frau Bauschinger. Die Kollegen sind gleich soweit.
34:14Judith?
34:19Ich...
34:19Es ist einfach...
34:28Es ist einfach alles scheiße.
34:35Ich weiß nicht, was mit meinem Leben los ist.
34:38Es geht so viel schief, seitdem Mama gestorben ist.
34:44Und euch zu sehen, wühlt es einfach wieder auf.
34:46Ja, aber warum denkst du, dass es für mich einfach ist?
34:51Sie war doch auch meine Mutter.
34:58Ich frage mich nur einfach, was gewesen wäre, wenn wir es einfach noch mal probiert hätten.
35:02Maria, sie wollte nicht mehr.
35:06Es war ihr Wunsch und den haben wir respektiert.
35:09Wenn wir nur ein Funken Hoffnung gehabt, dass die Chemo anschlägt, dann hätten wir das doch gemacht.
35:16Ich vermisse sie so sehr.
35:21Ich auch.
35:24Papa auch.
35:26Ja, man weiß schon, wie man sich einfach gemeinsam erinnern könnte oder trösten könnte.
35:33Entschuldigung, Frau Bauschinger, ich würde Sie jetzt bitte mitzukommen.
35:37Und Sie wartet bitte noch mal einen Moment hier.
35:38Ja.
35:38Ja.
35:38Was die Spuren am Wagen angeht, Treffer bei beiden Schwestern.
36:01Was mit dem Ohrring?
36:04Am Ohrring gibt's den Ah.
36:07Aber nur von einer Person.
36:13Ja.
36:14Die Ohringe hat mir meine Mutter vererbt.
36:17Aber den hier haben wir am Tatort gefunden.
36:21Frau Briem, Sie haben behauptet, seit Jahren nicht mehr auf dem Hof gewesen zu sein.
36:24Ich darf Ihnen dringend raten, mir jetzt zu sagen, was wirklich passiert ist.
36:31Bis wann waren Sie im Hofladen?
36:35Äh.
36:3620 Uhr haben wir geschlossen.
36:38Dann habe ich aufgeräumt und sauber gemacht.
36:42War Ihre Schwester auch da?
36:44Marie, nein.
36:46Haben Sie Ihre Schwester dort gesehen?
36:50Nein.
36:52Wieso?
36:52Frau Bauschinger,
36:56wir haben Ihre den Arschbohn im Firmenfahrzeug von Tobias Briem gefunden.
37:01Was ist genau passiert?
37:02Ich habe ihn nicht umgebracht.
37:05Ich habe den Kalendereintrag entdeckt.
37:08Und dann bin ich ihm nachgefahren nach Feierabend.
37:11Zu der Ausstelle auf dem Hof.
37:14Und dort haben Sie ihn damit konfrontiert?
37:16Ja.
37:17Ich wollte wissen, was das soll.
37:20Tobi meinte, dass er mir nicht glaubt,
37:21dass ich nichts mit meiner Familie zu tun haben will.
37:23Ich habe sie nicht gesehen.
37:26Aber gehört.
37:28Sie hat sich mit ihrem Mann gestritten.
37:31Was genau haben Sie gehört?
37:33Ähm.
37:34Marie hat gesagt, dass sie sich von uns hintergangen fühlt.
37:40Und das ist bei ihrem Mann mittlerweile genauso.
37:42Sie haben sich angeschrien.
37:45Das war einfach schon immer so.
37:46Wenn er von irgendwas überzeugt war,
37:47dann war es ihm scheißegal, was ich denke.
37:51Aber bei dem Deal mit meinem Vater war für mich Schluss.
37:53Ich kann einfach nicht fassen, wie er mir das antun konnte.
37:58Und was ist dann passiert?
38:00Ich bin gegangen.
38:03Mir war es total unangenehm zu hören, wie sie streiten.
38:05Ich habe dann gesagt, dass ich Abstand brauche
38:10und dass ich über eine Trennung nachdenke.
38:15Und dann bin ich gegangen.
38:19Ich weiß, wie sich das anhört.
38:23Aber
38:24als ich gegangen bin, war Tobi noch am Leben.
38:29Ich weiß nicht, was danach passiert ist.
38:39Ich bin der Nacht, der nochmal aufgewacht,
38:40weil ihm Baustrahler an war.
38:43Es war noch Mitternacht.
38:45Ich bin dann zur Baustelle hin und da lag er tot.
38:48Und warum haben Sie denn nicht einfach die Polizei alarmiert?
38:53Ich habe das blutige Holz neben ihm liegen sehen und...
38:56Ich dachte, sie war es.
39:04Dann
39:04habe ich ihn mit einem Flaschenzug in sein Auto und...
39:12Marie ist doch meine Schwester.
39:17Was ist mit diesem Holzstück passiert?
39:20Oh Gott, was weiß ich?
39:23Ich...
39:23Ich habe es versteckt.
39:26Und Schopen, nicht hinten.
39:38Hinten.
39:47Ah, super!
39:48Merci!
39:48Alright.
39:49Dann wollen wir mal.
39:50Ja, genau.
40:022,65.
40:042,65.
40:16975.
40:20Und?
40:28Also wir sind notseilig.
40:32Gewicht des Balkens plus Höhe des Dachs reichen aus, um bei einem Aufprall tödlich zu sein.
40:38Ja, das Wundbild, Winkel, die Beschaffenheit des Rollstücks.
40:40Sprich, die Tatperson müsste mindestens 2,40 Meter gewesen sein.
40:44Die Spurenlage bestätigt eindeutig die Aussagen beider Schwestern.
40:48Das heißt, es liegt überhaupt kein Tötungsdelikt vor?
40:52Exakt.
40:54Ähm, Frau Bauschinger, Sie können jetzt gehen.
40:58Tobias Briem wurde mit einer Sicherheitsgrenze der Wahrscheinlichkeit von einem Holzstück erschlagen, das vom Dach runtergefallen ist.
41:04Das war also ein Unfall.
41:06Und dann...
41:16Dann...
41:17Dann ist meine Schwester Oma schuldig.
41:20Das war auch ein Unfall.
41:22Das war auch ein Unfall.
41:24Das war auch ein Unfall.
41:26Das war auch ein Unfall.
41:40Alles kommt auf Frau Briem.
41:44Danke.
41:45...is more important than today.
41:57Look out.
42:16Sag mal, weißt du, wo ich Schokolade mit Marshmallow und saure Gurke-Geschmack finde?
42:21Ernsthaft?
42:22Na hoffentlich nirgends.
42:24Das dachte ich mir schon.
42:25Hör mal, ich glaube, du bist auf'n guten Weg.
42:27Wenigstens einer, der das so sieht.
42:45Untertitelung des ZDF für funk, 2017