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00:00:00Es ergeht im Namen des Volkes folgendes Urteil.
00:00:04In Sachen Siebert gegen die Metropol-Hypothetenbank wird die Klage abgewiesen.
00:00:09Die Kosten des Verfahrens treibt der Kläger.
00:00:16Danke, Herr Faber. Wir haben sie wieder sauber hinbekommen.
00:00:19Keine Ursache, Frau Lorenz.
00:00:21Auf Wiedersehen, Herr Faber.
00:00:30Sie nehmen es.
00:00:50Herr Faber, kommen Sie zu mir!
00:00:52Herr Faber, geben Sie in diesem Urteil einen Präzedenzfall für alle Geschädigten?
00:00:56Jedes Urteil muss individuell betrachtet werden.
00:00:58Gleichwohl ist dies sicher richtungweisend.
00:01:00Glauben Sie, dass das Urteil noch in Höhere Instanz angekostet werden könnte?
00:01:03Dem würde ich bei allem Respekt für die Höhere Instanz wenig, wenn ich gar keine Chance einräume.
00:01:08Danke, meine Herren. Keine weiteren Fragen. Danke.
00:01:12Herr Rechtsanwalt Faber?
00:01:13Ja.
00:01:14Sarah Pohl von der Leipziger Allgemeinen.
00:01:17Ich habe gerade die Urteilsverkündung verfolgt.
00:01:18Wie fühlen Sie sich denn, wenn Sie gegen so einen armen Kerl für eine große, mächtige Bank gewinnen?
00:01:22Interessiert Sie wirklich, wie ich mich fühle?
00:01:24Ja.
00:01:24Ich fühle mich gut.
00:01:25Interessiert Sie das Schicksal der Leute, gegen die Sie Ihre Prozesse gewinnen?
00:01:29Nun, wenn mich die Schicksale anderer Leute interessieren würden, dann wäre ich Pfarrer oder Sozialarbeiter geworden.
00:01:33Und die Selbstmorde interessieren Sie auch nicht.
00:01:35Welche Selbstmorde?
00:01:37Selbstmorde von Leuten, denen angeblich zur Alterssicherung Schrottimmobilien verkauft werden.
00:01:41Und zwar von den Immobilienhallen, die Sie dann vor Gericht wie heute Vormittag verteidigen.
00:01:45Wie sagten Sie nochmals Ihr Name?
00:01:47Pohl.
00:01:49Nehmen wir mal an, ich würde so eine Immobilie kaufen, ja?
00:01:52Und würde dann irgendwann feststellen, dass ich total übers Ohr gehauen wurde.
00:01:56Würden Sie mich dann vor diesen Immobilienfirmen oder der großen Bank auch vertreten?
00:01:59Nun, wenn Sie sich den Stundensatz unserer Kanzlei leisten können, gerne.
00:02:03Sagen Sie Frau, ähm...
00:02:04Pohl.
00:02:05Pohl.
00:02:05Warum lassen Sie sich nicht von meinem Sekretariat einen Termin geben?
00:02:09Ich würde gerne Ihre Fragen beantworten.
00:02:11Vielen Dank.
00:02:12Das war schon, was ich wissen wollte.
00:02:14Schönen Tag noch.
00:02:35Hallo.
00:02:59Guten Tag, Herr Pfarrer.
00:03:00Danke.
00:03:01Danke.
00:03:02Danke.
00:03:02Danke.
00:03:05Sehr gute Arbeit, Kollege.
00:03:14Wir gratulieren.
00:03:15Danke, danke.
00:03:16Wenn es bei jedem Prozess, den ich gewinne, Champagner gibt, können wir eine Bar aufmachen.
00:03:22Bis scheiden wie immer, unser Kollege.
00:03:24Dein heutiger Erfolg, mein lieber Florian, fällt, wie du natürlich weißt, auf unser Zehnjähriges.
00:03:28Heute vor zehn Jahren gründeten drei engagierte Anwälte in einer kleinen Seitenstraße, in einem kleinen Büro mit nur einer einzigen Mitarbeiterin.
00:03:37Eine kleine bescheidene Kanzlei mit den Namen Riegers, Faber und Braun.
00:03:41Und wo stehen wir heute?
00:03:43Ihr braucht euch nur umzusehen.
00:03:45Meine Freunde, wir feiern heute das Jubiläum einer Erfolgsgeschichte.
00:03:49Florian, bitte.
00:03:50Möchtest du, dass ich mich mit einer Rede unbeliebt mache?
00:03:53Ja.
00:03:54Na schön.
00:03:56Wir sind die Diener unserer Mandanten.
00:03:59Der Schrecken unserer Gegner.
00:04:01Und die Lieblingsdienst Justitias.
00:04:04Zum Wohl.
00:04:06Auf unsere Kanzlei.
00:04:08Zum Wohl.
00:04:08Noch kurz die Termine für Montag.
00:04:20Habe ich schon gecheckt, geht alles in Ordnung.
00:04:23Heute Abend, 8 Uhr, Einladung bei Tanja. Ich sollte Sie daran erinnern.
00:04:26Ist gecancelt.
00:04:28Die Einladung oder Tanja?
00:04:30Beides.
00:04:32Immerhin, drei Monate. Tanja war fast ein Rekord.
00:04:35Ich nehme die Telefonnummer aus dem Speicher.
00:04:37Danke. Gibt es schon eine Nachfolgerin?
00:04:39Ehrlich gesagt, ich brauche überhaupt niemanden.
00:04:41Bravo. Dann reicht ja später ein Einzelgrad.
00:04:44Brauchen Sie mich noch?
00:04:45Danke.
00:04:46Schönes Wochenende.
00:04:48Es wird bei Ihnen wohl eher einsam ausfallen und traurig.
00:04:52Oh, da irren Sie sich, Gudrun.
00:04:54Ich werde ein entspanntes Wochenende an meinem Boot verbringen.
00:04:57Segeln und angeln.
00:04:58Und ich bin für niemanden zu sprechen.
00:05:00Außer für den Papst und Angelina Jolie.
00:05:03Na dann, Petri Hein.
00:05:05Petri, danke.
00:05:07Gut, Ruhm.
00:05:09Warum ertragen Sie mich eigentlich?
00:05:12Sie waren mal anders.
00:05:14Ich war nie anders. Wann soll das gewesen sein?
00:05:16Hat Herr Braun doch gesagt.
00:05:17Vor zehn Jahren in einer kleinen Seitenstraße
00:05:19in unserem kleinen, bescheidenen Büro.
00:05:22Und jetzt?
00:05:23Jetzt sind Sie der Schrecken Ihrer Gegner.
00:05:25Ich habe gesagt, ich bin der Liebling Justitias.
00:05:27Weiß die Dame das?
00:05:29Warum ertrage ich Sie eigentlich?
00:05:30Weil Sie mich brauchen.
00:05:32Guten Tag, Sarah Pohl von der Leipziger Allgemein.
00:05:42Spreche ich mit Herrn Linde?
00:05:43Ja.
00:05:44Herr Linde, Sie hatten bei uns angerufen.
00:05:46Es geht um Ihr Haus, das Sie als Sicherheit für einen Kredit bei der Hypotheken...
00:05:50Ja genau, und das wird jetzt zwangsversteigert.
00:05:52Oh, das tut mir leid.
00:05:53Besteht denn noch eine Chance?
00:05:54Nein, da kann man nichts mehr machen.
00:05:55Nein, nein.
00:05:56Nein, wir haben alles versucht, aber...
00:05:57Vielleicht können wir helfen.
00:05:59Ja gut.
00:06:00Ja, kommen Sie vorbei, wenn...
00:06:01Ich bin immer da.
00:06:01Ich bin arbeitslos.
00:06:02Das mache ich gern.
00:06:03Gut.
00:06:04Vielen Dank.
00:06:04Bis dann.
00:06:09Wer war'n das?
00:06:10Jemand von der Zeitung.
00:06:12Von der Zeitung?
00:06:13Ja, hat dich mal angerufen, wegen dem Haus.
00:06:15Du glaubst, da kann uns jemand von der Zeitung helfen?
00:06:18Ja, ich dachte...
00:06:21Das tut mir leid.
00:06:23Ich drehe noch mal eine Runde.
00:06:26Mach's kurz, ich hab's spät, geht's.
00:06:33Kinder, mach den Fernseher aus und bitte in die Hausaufgabe hier.
00:06:44Na los, hopp!
00:06:45Ey, was soll'n das?
00:07:08Wer zu spät kommt, dem bestraftes Leben.
00:07:13Idiot.
00:07:15So.
00:07:21Willst du eine super Wohnung kaufen?
00:07:25Schlechte Lage.
00:07:27Total renovierungsbedürftig.
00:07:28Nicht zu vermieten.
00:07:29Mit 200.000 bist du dabei.
00:07:31Nee, lass mal.
00:07:34Weißt du, was ein Kreditvertrag ist?
00:07:36Klar.
00:07:37Du hast keine Ahnung.
00:07:39Das ist ein tödlicher Pakt.
00:07:41Ist ja gut, Linde.
00:07:42Trink mal aus, ich mach ihr gleich zu.
00:07:43Dann haben wir noch einen.
00:07:45Den letzten.
00:07:54Willst du so noch Fahrrad fahren?
00:07:56Ja, auch noch.
00:07:58Komm, gut heim.
00:07:59Ich bin jetzt.
00:08:00Warte.
00:08:00Dann.
00:08:00Ja.
00:08:01Ja.
00:08:01Dann.
00:08:01Dann.
00:08:02Dann.
00:08:10Dann.
00:08:14Dann.
00:08:15Untertitelung des ZDF für funk, 2017
00:08:45Untertitelung des ZDF, 2020
00:09:15Untertitelung des ZDF, 2020
00:09:45Untertitelung des ZDF, 2020
00:10:15Untertitelung des ZDF, 2020
00:10:45Untertitelung des ZDF, 2020
00:11:15Untertitelung des ZDF, 2020
00:11:45Untertitelung des ZDF, 2020
00:12:15Untertitelung des ZDF, 2020
00:12:45Sie sind dem betrunkenen Radfahrer ausgewichen und haben sich dann mehrfach überschlagen
00:12:49Es war aber noch ein anderes Fahrzeug an dem Unfall beteiligt
00:12:53Jemand, der den Mann umgefahren und Fahrerflucht begangen hat
00:12:57Die Polizei wird Sie noch befragen
00:13:01Ich war tot, Gudrun
00:13:07Haben Sie was vom Jenseits gesehen?
00:13:16Entschuldigen Sie, dass ich das frage, aber so etwas wird ja behauptet
00:13:21Das war ein langer Gang
00:13:28Ich habe mich selbst gesehen
00:13:31Am Ende war alles voller Licht
00:13:36Ich habe mit einer jungen Frau gesprochen, aber ich kann mich nicht erinnern, wo ich ihr schon mal begegnet bin
00:13:43Aber man hat schon so viel gelesen
00:13:48Aber man hat schon so viel gelesen über lange Gänge und Licht am Ende des Tunnels
00:13:53Ich weiß gar nicht, ob ich es wirklich gesehen habe
00:13:59Vielleicht habe ich es mir auch nur eingebildet
00:14:03Jedenfalls kann es nach all diesen Schicksalsschlägen ja nur noch besser werden
00:14:08Was meinen Sie mit all diesen?
00:14:10Na ja, auf der Jubiläumsfeier, da waren Sie noch ganz der Star unserer Kanzlei
00:14:15Dann hatten Sie diesen schweren Unfall, liegen wochenlang im Koma
00:14:19Da hat Ihnen das Schicksal mal ganz schön einen auf die Mütze gekürt
00:14:25Was ist mit dem Radfahrer?
00:14:38Frau Linde?
00:14:48Sarah Pohl, von der Leipziger Allgemeinen
00:14:51Ich hatte mit ihrem Mann telefoniert
00:14:54Wegen der Zwangsversteigerung, er sagt, ich kann jederzeit vorbeikommen
00:14:59Mein Mann ist tot
00:15:01Er ist vor drei Wochen vom Auto überfahren worden
00:15:08Wir haben uns mal deinen Wagen angesehen, dass du da überhaupt lebendig rausgekommen bist
00:15:26Salto mit Rolle, Junge, sowas kriegen sonst nur Stuntmänner hin, alle Achtung
00:15:30Leider ganz umsonst, traurige Bilanz, der Radfahrer ganz tot und du beinahe
00:15:35Was nützt dir dein Edelmut, wenn du am Ende auf dem Friedhof landest?
00:15:44Florian
00:15:48Auf dein Wohl
00:15:50Und gute Besserung, alter Knabe
00:15:54Danke
00:15:56Das klingt aber noch ein bisschen mau, mein Lieber
00:15:59Und damit du nun nicht mehr mit hängenden Ohren hier rumsitzt
00:16:02Zur mentalen Aufrüstung, eine kleine Überraschung
00:16:05Argens Wohnfinanz
00:16:09Argens Wohnfinanz?
00:16:11Sagt dir das was?
00:16:13Ja, natürlich
00:16:14Wir haben uns vor Jahren um sie bemüht, aber die sind bei Müller und Partner
00:16:17Nicht mehr, jetzt möchten sie dich
00:16:19Ja, mein Lieber
00:16:20Seit deinem Erfolg in Sachen Metropol-Hypotheken-Bank fallen uns die Branchen riesen wie reife Äpfel in den Schoß
00:16:28Argens Wohnfinanz bittet um einen Gesprächstermin
00:16:31Florian
00:16:33Kleines Geschenk an dich zur Wiederauferstehung
00:16:36Und nun mal bitte ein fröhliches Dankeschön, liebe Partner
00:16:39Dankeschön
00:16:43Werde mich drum kümmern
00:16:45Ja, ich komme in ein paar Tagen raus und dann knie ich mich richtig rein
00:16:58Haben Sie sich denn nie gewehrt?
00:17:09Es sind die Briefe, die ich geschrieben habe
00:17:14Ich habe geschrieben, sie hätten uns betrogen
00:17:17Aber die haben uns nur so vorgedruckt geantwortet
00:17:20Wahrscheinlich sind wir nicht die Einzigen
00:17:23Nein, sind Sie nicht
00:17:25Können Sie gerne mitnehmen und zu Hause in Ruhe lesen
00:17:29Als ich gemerkt habe, das hilft alles nichts, habe ich es freundlich versucht
00:17:34Dann habe ich regelrechte Bettelbriefe geschrieben
00:17:36Haben Sie denn keinen Anwalt eingeschaltet?
00:17:38Wovon denn?
00:17:39Den konnten wir uns doch gar nicht mehr leisten mit den Schulden, die wir jetzt schon hatten
00:17:42Das wussten die
00:17:43Die wussten, dass wir uns nicht mehr wehren könnten
00:17:51Ich muss meine Kinder vom Hort abholen
00:17:54Das Leben muss ja irgendwie weitergehen
00:17:57Eine letzte Frage noch
00:17:58Wie heißt denn die Immobiliengesellschaft?
00:18:02Argens Wohnfinanz
00:18:08Hier sind die Akten von Argens Wohnfinanz
00:18:10Danke Gudrun, legen Sie es bitte hin
00:18:12Wollten Sie sich nicht sofort um kümmern?
00:18:14Doch, Sie haben recht
00:18:16Aber
00:18:18Ich weiß nicht, ob ich
00:18:21Diese Argensleute gefallen mir einfach nicht
00:18:23Wir fragen nicht, ob der Mandant uns gefällt, das Honorar muss uns gefallen
00:18:27Originalton Florian Pfaff
00:18:28Haben Sie was über den Radfahrer herausgefunden?
00:18:36Linde
00:18:38Thomas und Elke
00:18:40Zwei Kinder
00:18:41Sie wohnen in einem Vorort von Leipzig, nicht weit von hier
00:18:44Ich gehe angeln
00:18:45Ich gehe angeln
00:18:46Angeln? Es ist Dienstag, Herr Faber
00:18:48Ja, und nachdenken
00:18:50Und Sie wissen ja
00:18:51Ja, ich weiß, keine Störungen außer der Papst und Angelina
00:18:54Heute nicht mal die
00:19:12Angeln also
00:19:13Ich denke, er ist am Nachmittag wieder hier
00:19:33Wissen Sie zufällig, ob er schon einen Termin mit dem neuen Mandanten gemacht hat?
00:19:39Argens Wohnfinanz
00:19:40Nein, noch nicht
00:19:43Was hat er denn stattdessen gemacht?
00:19:45Herr Faber hat mich gebeten, herauszufinden, ob der verunglückte Radfahrer hinterblieben hat
00:19:50Ach
00:19:52Aha
00:19:53Und er hat sich seine Adresse geben lassen
00:19:56Ja, dann passen Sie mal auf, dass unser harter Hund nicht zu sentimental wird, hm?
00:19:59Frau Linde
00:20:00Mein Name ist Faber
00:20:01Ich war mit meinem Auto hinter dem Wagen, der in Mann angefahren hat
00:20:02Ich habe alles mit angesehen
00:20:04Bis ich selbst meinen Unfall hatte
00:20:05Ich wollte Ihnen mein Beileid aussprechen
00:20:09Danke
00:20:10Möchten Sie reinkommen?
00:20:12Ja
00:20:13Gerne
00:20:14Möchten Sie reinkommen?
00:20:15Ja
00:20:17Gerne
00:20:18Das sind unsere Kinder
00:20:20Emily und Mike
00:20:21Hallo
00:20:22Ich bin der Florian
00:20:23Ich bin der Florian
00:20:24Wir haben ein Kind
00:20:25Ich habe einen Kind
00:20:26Ich habe einen Kind
00:20:27Danke.
00:20:31Möchten Sie reinkommen?
00:20:37Ja, gerne.
00:20:45Das sind unsere Kinder. Emily und Mike.
00:20:50Hallo, ich bin der Florian.
00:20:53Wir haben einen Florian in unserer Klasse.
00:20:56Echt? Na, siehst du.
00:21:00Nehmen Sie uns unser Haus weg?
00:21:05Herr Faber war dabei. Bei dem Unfall mit Papa.
00:21:09Hast du ihn totgefahren?
00:21:12Nein.
00:21:14Möchten Sie sich vielleicht setzen?
00:21:17Ja. Gerne.
00:21:21So, sprechen wir sofort mit ihm oder geben wir ihm noch etwas Schonzeit?
00:21:24Schonzeit. Ist der ein Reh?
00:21:27Naja, wir dürfen nicht unterschätzen, wie so ein Unfall auf die Psyche wirkt.
00:21:33Ja, ja. Wie weit ist denn jetzt mit der Sache Argens Wohnfinanz?
00:21:36Noch nicht mal kontaktiert.
00:21:38Ja, dann sollten wir vielleicht doch sofort mit ihm sprechen.
00:21:40Der ist nicht da. Frau Kramer sagt, er ist...
00:21:44...angeln.
00:21:49Was?
00:21:50Mitten in der Woche?
00:21:59Mitten in der Woche.
00:22:01Ich weiß nicht, was daran so lustig ist.
00:22:06Ihr Mann kam mir auf der Landstraße entgegen.
00:22:11Von hinten hat mich jemand bedrängt. Er wollte unbedingt überholen.
00:22:16Ich bin doch vom Gas runtergegangen, aber...
00:22:18...der ist wie der Teufel an mir vorbeigeschossen.
00:22:21Er muss irgendwie ihren Mann übersehen haben. Jedenfalls...
00:22:24Na ja...
00:22:28Vielleicht...
00:22:30Vielleicht hätte ich ihn auch früher überholen lassen müssen.
00:22:34Meinen Sie, Sie hätten es verhindern können?
00:22:37Wenn Sie wüssten, wie oft ich mir diese Frage in den letzten Tagen gestellt habe.
00:22:40Ist eben passiert.
00:22:49Sagen Sie, was hat Ihre Tochter eigentlich damit gemeint, ob ich Ihnen das Haus wegnehmen will?
00:22:54Oh.
00:22:56Wir haben eine vermietete Eigentumswohnung gekauft. Mit einem Kredit.
00:23:00Die haben uns gesagt, den können wir mit der Miete abzahlen.
00:23:04Dann ist der Mieter ganz plötzlich ausgezogen.
00:23:07Und wir haben keinen Nachmieter gefunden.
00:23:11Eine Weile konnten wir das mit unserem Geld schaffen, aber dann...
00:23:15...ist mein Mann in seiner Firma gekündigt worden.
00:23:18Freigestellt, haben die das genannt.
00:23:23Interessiert Sie das?
00:23:26Ja, natürlich.
00:23:30Tja, so ist das alles gekommen.
00:23:32Mein Mann hat angefangen zu trinken.
00:23:35Wir dachten, verkaufen wir die Wohnung wieder, aber...
00:23:38...plötzlich war die viel weniger wert.
00:23:40Die haben uns betrogen.
00:23:43Naja, und jetzt wird unser Haus zwangsversteigert.
00:23:47Das mussten wir als Sicherheit verpfänden.
00:23:51Wir sitzen praktisch schon auf gepackten Koffern.
00:23:54Wissen Sie denn noch, wie die Firma hieß, bei der Sie die Eigentumswohnung erworben haben?
00:23:57Agents Wohnfinanz heißen die.
00:23:59Hören Sie, Frau Linde. Ich würde Ihnen wirklich gerne helfen.
00:24:09Wie denn?
00:24:10Ich bin Anwalt.
00:24:11Ich kann mir keinen Anwalt leisten.
00:24:12Doch.
00:24:13Das können Sie.
00:24:14Ich bin Anwalt.
00:24:15Ich kann mir keinen Anwalt leisten.
00:24:16Doch.
00:24:17Das können Sie.
00:24:19Herr Faber?
00:24:20Das können Sie.
00:24:21Das können Sie nicht machen.
00:24:31Ich bin Anwalt.
00:24:32Ich bin Koffer.
00:24:34Ich bin Koffer.
00:24:35Herr Faber?
00:24:54Spionieren Sie mir nach?
00:24:56Nein, es gibt ja einen guten Cappuccino.
00:24:59Ich weiß.
00:25:01Unsere Kanzlei ist gleich ums Eck.
00:25:02Ich weiß. Möchten Sie sich hinsetzen?
00:25:04Wenn Sie mir versprechen, dass Sie mich nicht wieder stehen lassen.
00:25:09Haben Sie Urlaub?
00:25:11Ich? Nein. Warum?
00:25:13Ach so.
00:25:16Ich lasse es in letzter Zeit ein bisschen langsam angehen.
00:25:20Ich hatte einen schweren Autounfall.
00:25:22Ich habe davon gehört.
00:25:28Ist was?
00:25:31Nein.
00:25:32Alles in Ordnung.
00:25:34Ich habe nur gerade an den Unfall gedacht.
00:25:38Die Ärzte haben gesagt, ich war eigentlich schon klinisch tot.
00:25:41Aber was rede ich?
00:25:43Ich bin dem Schicksal dankbar.
00:25:44Nein.
00:26:10Schiss.
00:26:10Ja. Noch fünf Minuten, Leute. Dann war's das.
00:26:21Darf ich Sie was fragen?
00:26:23Sicher.
00:26:25Vertreten Sie oder einer Ihrer Partner eine Immobilienfirma namens Argens Wohnfinanz?
00:26:31Darauf darf ich Ihnen nicht antworten.
00:26:33Warum?
00:26:35Anwaltsgeheimnis. Wieso möchten Sie das wissen?
00:26:39Journalistengeheimnis.
00:26:40Hm. War das die Frage, die Sie mir stellen wollten?
00:26:47Nein. Anderes war ich.
00:26:51Okay. Dann freue ich mich auf unser nächstes Treffen.
00:26:58Ja, Sie haben doch gesagt, Sie wollen mir beim nächsten Mal noch eine Frage stellen.
00:27:02Mhm. Sie würden sich freuen, mich wiederzutreffen?
00:27:06Ja. Das würde ich.
00:27:09Wiedersehen.
00:27:20Herr Faber ist jetzt da.
00:27:23Nein, endlich. Fünf Minuten.
00:27:25Florian, du bist eine halbe Stunde zu spät. Ist dir das bewusst?
00:27:38Die Argensleute sind kurz davor zu gehen.
00:27:40Hey, was war denn? Hättest du nicht wenigstens anrufen können?
00:27:42Ich musste in Ruhe über alles nachdenken. Bitte, setzt euch.
00:27:49Was macht ihr Immobilienstory?
00:27:51Bin dran. Unglaublich. Geradezu abstoßend, wie die sich auffüllen.
00:27:55Vorsicht mit Gefühlen.
00:27:56Sag mal, können Menschen sich eigentlich ändern? So im Inneren, vom Charakter her?
00:28:04Hm. In der Bibel gab es sowas. Saulos hieß der Mann. Später dann Paulus. Wie heißt der, ne?
00:28:10Nachdenken.
00:28:19Worüber? Über deinen nächsten Angelausflug?
00:28:22Jens, bitte.
00:28:23Ob ich das Argensmandat annehme. Bitte.
00:28:29Was?
00:28:30Als ob du es annimmst?
00:28:31Die Mandanten sitzen nebenan im Konferenzraum.
00:28:33Ich weiß. Und um es kurz zu machen, ich werde diese Firma nicht vertreten.
00:28:38Du, Föße.
00:28:39Halt, langsam. Langsam.
00:28:41Argumente, Florian. Schnell, klar, überzeugend. Was sind deine Gründe?
00:28:44Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass wir mit Argens Wohnfinanz eine ungerechte Sache vertreten würden.
00:28:49Ich meine, da wird kleinen Leuten ihr einziger Besitz abgezockt. Ich will das nicht mehr.
00:28:55Nach Faber, der barmherzige Samariter?
00:28:59Ich habe mich entschieden.
00:29:01Gut, dann mache ich es.
00:29:02Nein, das kannst du nicht. Ich werde eine Mandantin vertreten, die Argens Wohnfinanz verklagen wird.
00:29:08Halt, halt, halt, Florian.
00:29:10Damit ich das jetzt mal richtig verstehe.
00:29:13Du willst einen der zahlungskräftigsten Mandanten dieser Stadt verklagen.
00:29:16Doch sich am Auftrag von jemandem, der noch zahlungskräftiger ist.
00:29:21Nein, im Gegenteil. Vollkommen mittellos.
00:29:24Ich mache das umsonst, Jens. Pro bono.
00:29:28Darf man fragen, wem die anwaltliche Nächstenliebe gilt?
00:29:30Einer Witwe mit zwei kleinen Kindern, der man das Einfamilienhaus zwangsversteigern will.
00:29:35Hübsch. Ich meine, die Witwe, nicht das Häuschen.
00:29:39Das ist doch billig.
00:29:40Im Gegenteil. Das hört sich an, als ob es ziemlich teuer wird.
00:29:42Ist aber nicht zufällig die Witwe des toten Radfahrers.
00:29:46Doch.
00:29:53Florian, ich gehe jetzt darüber in den Konferenzraum und sage den Herren, dass du nochmal weg musstest wegen eines so unaufschiedbaren Gerichtstermins.
00:30:00Ich werde Sie um einen neuen Termin bitten.
00:30:03Und bis dahin hast du dir die Sache hoffentlich noch einmal gründlichst durch den Kopf gehen lassen.
00:30:08Sonst...
00:30:09Für uns gibt es kein Sonst, Peter.
00:30:12Ich bin gleichberechtigter Gesellschafter.
00:30:14Und ich entscheide, welches Mandat ich annehme und welches nicht.
00:30:19Und das von der Witwe werde ich annehmen.
00:30:29Übertreib es nicht.
00:30:31Sonst war es das mit unserer Partnerschaft.
00:30:32Stell dir vor, Rechtsanwalt Faber vertritt eine arme Witwe gegen einen mächtigen Immobilienkonzern.
00:30:55Ist das eine Nachricht oder nicht?
00:30:56Von wem weißt du das?
00:30:58Von der Witwe.
00:30:59Und von Faber. Den habe ich angerufen. Der hat es bestätigt.
00:31:02Und gibt es auch ein Motiv für diesen Sinneswandel?
00:31:05Sarah, nach dem, was du mir bisher zu lesen gegeben hast, ist der Mann Partner an einer Kanzlei,
00:31:09die knallhart große Unternehmen gegen kleine Leute vertritt.
00:31:12Warum sollte der die Fronten wechseln?
00:31:14Das macht keinen Sinn.
00:31:15Oder steckt was anderes dahinter als plötzlicher Edelmut?
00:31:19Ja, ich bin ja auch skeptisch.
00:31:22Ich werde mich mal anrufen und mich mit ihm treffen.
00:31:24Hm.
00:31:25Kann ich irgendwie helfen?
00:31:32Nein, danke.
00:31:34Ich weiß nicht, ob Sie es verstehen, aber ich werde langsam ungeduldig.
00:31:38Ein Segelboot klarzumachen dauert ein bisschen.
00:31:40Sie wollten mir doch erklären, warum Sie Elke Linde gegen Agens Wohnfinanz vertreten.
00:31:44Und jetzt sitze ich hier und weiß immer noch nichts Konkretes.
00:31:47Seien Sie nicht so ungeduldig.
00:31:50Sorry, aber ich habe wirklich langsam das Gefühl, dass Sie mich hierher bestellt haben, um vom Thema abzulenken.
00:31:56Von welchem Thema?
00:31:57Na, von Elke Linde.
00:31:59Ich glaube nämlich nicht, dass Sie ihr ernsthaft helfen wollen.
00:32:02Sie haben sich doch nur aus einem bestimmten Grund an die Frau rangemacht.
00:32:04Ja, ja.
00:32:06Zum Beispiel, um den Ruf Ihrer Kanzlei aufzupolieren?
00:32:10Es macht sich doch gut in der öffentlichen Meinung,
00:32:12wenn man einer armen Witwe mit zwei Halbweisen zum Sieg gegen die Macht des großen Geldes verhilft.
00:32:17Vielleicht nicht ganz so pathetisch, aber im Prinzip richtig.
00:32:20Mit dem Unterschied, dass ich den Ruf unserer Kanzlei nicht aufpoliere.
00:32:24Im Gegenteil.
00:32:25Bei einigen unseren Mandanten schadet es eher.
00:32:27Ich spreche auch nur von der öffentlichen Meinung.
00:32:31Mit der öffentlichen Meinung verdient man kein Geld, Frau Pohl.
00:32:33Deswegen kommt Sie in der Bilanz unserer Kanzlei auch nicht vor.
00:32:36Ach, da ist er wieder, der alte Zyniker.
00:32:39Das war es übrigens auch, was ich Sie bei unserem zweiten Treffen fragen wollte.
00:32:43Ob Sie das Gefühl haben, dass sich nach dem Unfall irgendwas verändert hat.
00:32:47Aber die Frage ist schon beantwortet. Nein.
00:32:51Sie sind sehr schnell und sehr hart mit Ihrem Urteil.
00:32:54Wundert Sie das?
00:32:55Übrigens, mit der öffentlichen Meinung kann man zwar gern Geld verdienen,
00:33:00aber man kann trotzdem sehr viel verlieren.
00:33:03Ja, vielleicht haben Sie recht.
00:33:05Vielleicht verstehen Sie mich auch nur nicht, da wären Sie nicht die Erste.
00:33:08Ich würde Sie ja gern verstehen, wenn Sie mir endlich mal erklären würden, warum Sie Elke Linde vertreten.
00:33:13Weil ich glaube, dass es richtig ist.
00:33:15Doch, so konkret, ja?
00:33:16Und diesen schwammigen Satz konnten Sie beim Rumpfummeln auf Ihrem Boot vorhin nicht rausbringen, oder wie?
00:33:22Und weil ich diesem Halunken von Spekulanten die rote Karte zeigen will, ist das konkret genug?
00:33:28Im Übrigen bin ich jetzt mit Rumpfummeln fertig.
00:33:30Also, kommen Sie mit, oder bleiben Sie hier?
00:33:38Also, kommen Sie mit Rumpfummeln auf Ihrem Boot vorhin nicht rausbringen, oder wie Sie mit Rumpfummeln auf Ihrem Boot vorhin nicht vertreten.
00:33:43Also, kommen Sie mit Rumpfummeln auf Ihrem Boot vorhin nicht rausbringen.
00:33:45Also, kommen Sie mit Rumpfummeln auf Ihrem Boot vorhin nicht rausbringen, oder wie Sie mit Rumpfummeln auf Ihrem Boot vorhin nicht ziehen, oder wie Sie mit Rumpfummeln auf Ihrem Boot vorhin nicht vertreten.
00:34:04Worauf warten wir?
00:34:24Auf Wind.
00:34:25Übrigens, weil Sie vorhaben, etwas über unser Gespräch zu veröffentlichen,
00:34:29hoffe ich, dass Sie das vorher zu lesen bekommen.
00:34:31Wie witzig.
00:34:32Was soll ich denn schreiben? Sie haben mir gar nichts gesagt.
00:34:34Und wenn Ihnen kalt wird, unten rechts in der Schublade ist noch eine Jacke.
00:34:37Ich ziehe mir doch keine Jacke von Ihnen an.
00:34:39Also Sie füren sich auf, als würde ich Sie persönlich kränken, nur weil ich Frau Linde vertrete.
00:34:43Wo sind denn da Ihre Motive? Passt das nicht in Ihre Geschichte?
00:34:47Warum fahren wir nicht weiter?
00:34:49Wir fahren nicht, wir segeln.
00:34:51Okay, warum segeln wir nicht weiter?
00:34:53Wegen der Abendflaute.
00:34:55Was heißt das?
00:34:56Das heißt, dass wir nicht rechtzeitig zum Steg zurückkommen.
00:34:58Wir ankern und wenn es auffrischt, segeln wir weiter.
00:35:00Wie lange kann das jetzt dauern?
00:35:02Eine Viertelstunde.
00:35:03Vielleicht die ganze Nacht.
00:35:08Was haben Sie aber mit Absicht gemacht?
00:35:10Die Abendflaute.
00:35:12Sie trauen mir eine ganze Menge zu.
00:35:19Aus der Abendflaute ist eine Nachtflaute geworden.
00:35:22Keine Sorge.
00:35:24Die Schlepphilfe kommt schon noch.
00:35:27Oh, was ist das denn?
00:35:29Schiffbrüchige werden bei mir immer sofort sehr gut versorgt.
00:35:32Sagen Sie, warum glauben Sie mir eigentlich nicht, dass mich das Schicksal von Frau Linde wirklich bewegt?
00:35:53Und dass ich ihr und ihren Kindern helfen will, ihr Haus zu erhalten.
00:35:58Weil ich ein gutes Gedächtnis habe gehört zu meinem Beruf.
00:36:01Ich kann mich dann an einen Satz von Ihnen erinnern, der lautet, persönliche Schicksale interessieren mich nicht.
00:36:06Das habe ich gesagt?
00:36:09Das haben Sie gesagt.
00:36:11Naja.
00:36:13Vielleicht habe ich mich auch getäuscht.
00:36:15Oh, raffiniert.
00:36:22Übergang zum romantischen Teil.
00:36:26Apropos.
00:36:28Gefällt Ihnen eigentlich Elke Linde?
00:36:31Ja.
00:36:33Ja, die gefällt mir sehr.
00:36:35Wie sie um ihr Schicksal kämpft.
00:36:37Wie sie einen sehr harten Job angenommen hat, als sie immer arbeitslos wurde.
00:36:40Und wie sie trotz ihrer Probleme und ihres Haushaltes jeden Tag zwei Schichten als Packerin arbeitet.
00:36:47Das gefällt mir sehr.
00:36:51Da habe ich jetzt wohl den schwarzen Peter gezogen.
00:36:59Was schauen Sie mich denn so an?
00:37:00So haben Sie mich schon mal angeschaut.
00:37:03Das erzähle ich Ihnen beim nächsten Mal.
00:37:05Ach, und wollen Sie denn wissen, dass es sein nächstes Mal gibt?
00:37:07Ich hatte gehofft, dass ich Sie zum Essen einladen kann.
00:37:10Mal sehen.
00:37:12Das mit der Schlepphilfe, das haben Sie sich doch ausgedacht, oder?
00:37:16Keine Ahnung, was Sie vorhaben.
00:37:27Da ist sie.
00:37:28Wer?
00:37:29Die Schlepphilfe.
00:37:34Endlich.
00:37:40Danke dir!
00:37:48Dafür sind Sie jetzt extra hier rausgekommen.
00:37:50Sie hätten Sie viel einfacher am Telefon haben können.
00:37:53Ich schaue den Menschen, mit dem ich rede, gerne ins Gesicht.
00:37:56Gute Nacht.
00:37:57Gute Nacht.
00:38:00Gibt es ein nächstes Mal?
00:38:02Vielleicht?
00:38:21Ja, Löwe.
00:38:24Kant wollte farber, nicht braun.
00:38:26Moment.
00:38:32Farber ist zur Zeit, nicht zu sprechen.
00:38:35Na schön, geben Sie her.
00:38:39Kant?
00:38:41Haben Sie schon die Leipziger Allgemeine gelesen heute Morgen?
00:38:45Herr Braun?
00:38:45Das ist alles, was ich habe.
00:38:50Das sind nur noch die Briefe, die ich Frau Pohl von der Leipziger Allgemeinen gegeben habe.
00:38:54Soll ich die da abholen?
00:38:56Nein, ich glaube, das ist im Moment nicht nötig.
00:38:58Ich brauche noch den Kreditvertrag, die Notariatsurkunde und die Belege über die geleisteten Einzahlungen.
00:39:03Das ist alles da drin.
00:39:05Okay.
00:39:06Frau Kramer?
00:39:07Ja.
00:39:10Legen Sie das bitte zum Akt, Linde?
00:39:12Selbstverständlich.
00:39:15Wenn Sie mir mein Haus retten, dann mache ich ein ganz großes Fest für Sie.
00:39:20In Ordnung.
00:39:21Also dann, danke.
00:39:24Wiedersehen.
00:39:24Ja, Wiedersehen.
00:39:26Ihre Tasche.
00:39:28Oh.
00:39:29Dankeschön.
00:39:40Lies das.
00:39:42In fünf Minuten im Konferenzraum.
00:39:51Wir versuchen, uns in dich hineinzuversetzen, Florian.
00:39:54In deinen derzeitigen mentalen Zustand.
00:39:56Oh.
00:39:56Das hört sich ja ganz nach einem Fall für die Psychiatrie an.
00:39:59Ein schwerer Unfall.
00:40:00Die Dankbarkeit gegenüber dem Schicksal noch am Leben zu sein.
00:40:02Damit verbunden.
00:40:03Vielleicht sogar.
00:40:04Ja, vielleicht sogar eine gewisse Hinwendung zum Spirituellen.
00:40:07Ja, der Wunsch, Gutes mit Gutem zu vergelten.
00:40:09Komm zum Thema.
00:40:10Das Thema ist, dass du mit deinen idiotischen Alleingängen, deiner bescheuerten Samaritatur
00:40:14dabei bist, unsere Kanzlei zu ruinieren.
00:40:16Ich ruiniere unsere Kanzlei, weil ich ein von mir frei gewähltes Mandat vertrete.
00:40:20Oh, das müsst ihr mir mal erklären.
00:40:22Wo ist das Problem?
00:40:24Agents Wohnfinanz droht Beleidigung und Schaden Ersatzklage an.
00:40:28Da liegt das Problem!
00:40:30Mit welcher Begründung?
00:40:33Rechtsanwalt Faber sagt, außerdem will ich diesem Halunken von Immobilienspekulanten
00:40:37die rote Karte zeigen.
00:40:39Also ich schätze, das reicht für eine Klage.
00:40:41Hey, dieser Artikel schadet der ganzen Immobilienbranche.
00:40:44Und uns auch!
00:40:45Spiel dir nicht auf unsere Kosten den weißen Ritter, der trauende Witwen auf seinen Schimmel
00:40:48hebt und ins Abendrot galoppiert.
00:40:50Wenn es an meine Existenz geht, dann kann ich sehr ungemütlich werden.
00:40:54Florian, komm endlich wieder in der Realität an!
00:40:57Du, ich bin in der Realität angekommen, mein Freund!
00:41:00Ich möchte endlich wieder ein fantasievoller und engagierter Jurist sein!
00:41:05Versteht ihr das nicht?
00:41:07Ihr wart's doch auch mal!
00:41:09Als wir diese Kanzlei gegründet haben, da wollten wir Menschen zu ihrem Recht verhelfen!
00:41:13Auch Menschen wie Frau Linde!
00:41:15Und wenn ihr jetzt behauptet, dass eure Existenz auf dem Spiel steht, dann bitte ich euch ernsthaft
00:41:19darüber nachzudenken, wem hier die Realität abhandengekommen ist.
00:41:23Und was diesen Artikel angeht, davon habe ich nichts gewusst!
00:41:27Und das werde ich so auch nicht auf mir sitzen lassen!
00:41:30Guten Tag, Herr Faber!
00:41:44Was führt Sie denn hierher?
00:41:48Geht's um den Artikel?
00:41:50Wie sind Sie da so schnell drauf gekommen, Frau Pohl?
00:41:52Das Foto gefällt Ihnen nicht.
00:41:54Ja, schon etwas älter aus dem Archiv, aber ich finde, das schmeichelt Ihnen unheimlich.
00:41:58Ist es in Ihrem Blatt üblich, aus privaten Gesprächen zu zitieren, ohne dass Sie das Einverständnis
00:42:02der Gesprächspartner vorher einholen?
00:42:04Nein, ist es nicht.
00:42:06Warum haben Sie es dann bei mir getan?
00:42:08Ich hatte Sie doch ausdrücklich darum gebeten, dass ich das lesen möchte, bevor Sie mich zitieren.
00:42:12Wollen wir uns irgendwo hinsetzen und einen Cappuccino trinken?
00:42:15Nein, wollen wir nicht.
00:42:15Ich dachte, so wie Sie Ihr Engagement für Frau Linde begründet haben, dass Sie damit
00:42:23einverstanden werden.
00:42:25Sie haben unser Treffen einfach nur benutzt für Ihren eigenen Erfolg.
00:42:29Das, was Sie mir vorwerfen, machen Sie jetzt selber.
00:42:32Was soll ich jetzt machen?
00:42:32Sie wissen genau, dass Sie nichts mehr machen können.
00:42:36Gar nichts.
00:42:37Warum sind Sie denn überhaupt hierher gekommen?
00:42:39Das hätten Sie mir doch auch am Telefon sagen können.
00:42:42Ich schaue den Menschen gerne ins Gesicht, wenn ich mit Ihnen rede.
00:42:45Im Fall Elke Linde ist Frau Direktorin Lorenz von der Metropol-Hypothekenbank
00:43:01zu einem informellen Gedankenaustausch bereit.
00:43:04Hier sind Ihre Terminverschläge.
00:43:05Das hört sich doch schon mal nicht schlecht an.
00:43:07Rufen Sie doch Frau Lorenz an und schlagen Sie für diesen informellen Gedankenaustausch
00:43:12einen für beide Seiten neutralen Ort vor.
00:43:13Dann wollte ich Sie noch fragen, ob ich einer Sarah Pohl ihre private E-Mail-Adresse
00:43:18geben darf.
00:43:19Was wissen Sie denn über Sarah Pohl?
00:43:21Bisher nur, dass sie ziemlich forsche Artikel schreibt und dass eine E-Mail bei mir angekommen
00:43:25ist.
00:43:26Wohl was Privates.
00:43:27Jetzt sagen Sie schon.
00:43:29Frau Pohl hat gemailt, sie hatte zwar kein Segelboot, aber sie sei eine ausgezeichnete
00:43:32Sushi-Köchin.
00:43:34Und sie hat eine Telefonnummer bei mir hinterlassen.
00:43:37Die kann ich aber noch nicht auswendig.
00:43:39Danke.
00:43:43Noch Reiswein?
00:43:54Nein, danke.
00:43:55Das schmeckt wirklich sehr interessant, aber ich trinke das nur ganz selten.
00:43:58Ziemlich hochprozentig.
00:44:01Haben Sie Angst, dass ich Sie betrunken mache?
00:44:02Nee, eher um einen Führerschein.
00:44:07Warum sind Sie eigentlich Anwalt geworden?
00:44:09Warum sind Sie Journalistin geworden?
00:44:11Ich dachte, es wäre unhöflich, eine Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten.
00:44:15Ja, aber ich bin der Gast.
00:44:16Ach, und er darf das?
00:44:18Es steht meines Wissens nach sogar im bürgerlichen Gesetzbuch.
00:44:20Oh, na dann, Herr Anwalt.
00:44:23Also, ich bin Journalistin geworden, weil ich für meinen Traumberuf Gehirnchirurgin einfach
00:44:29zu ungeschickte Hände hatte.
00:44:32Also bin ich auf eine renommierte Journalistenschule gegangen in Hamburg, hab damit Auszeichnungen
00:44:37bestanden und dann viele Angebote von großen überregionalen Zeitungen bekommen.
00:44:42Hab sie alle abgelehnt.
00:44:44Also, wenn nur die Hälfte davon stimmt, wieso sind Sie dann bei so einem Lokalblättchen
00:44:47gelandet?
00:44:50Ich bin bei diesem Lokalblättchen gelandet, weil ich hier geboren bin.
00:44:55Weil ich keine Lust hatte auf diesen jahrelangen Konkurrenzkampf in überfüllten Großraumredaktionen.
00:45:00Und außerdem kann ich hier Artikel schreiben, die dann auch sofort gedruckt werden.
00:45:03Manchmal wäre es besser, wenn nicht alles gedruckt wird.
00:45:05Und um Ihre Frage zu beantworten, ich bin Anwalt geworden, um Menschen gegen Macht und
00:45:09Willkür zu Ihrem Recht zu verhelfen.
00:45:11Wie kam es dann?
00:45:13Was?
00:45:14Dass Sie genau das Gegenteil tun.
00:45:15Also, wir drehen uns hier im Kreis.
00:45:18Ich meine, ich hab doch durch den Fall Linde...
00:45:19Jetzt rudern Sie doch zurück.
00:45:21Ich rudere zurück?
00:45:22Ja, klar.
00:45:24Sie waren total wütend über meinen Artikel.
00:45:26Das heißt für mich, dass Sie vor diesen Immobilienhalunken in den Schwanz eingezogen haben.
00:45:30Haben Sie mich eingeladen, um noch einen draufzusetzen?
00:45:35Aber bestimmt nicht, um mich für meinen Artikel zu entschuldigen.
00:45:38So.
00:45:39Ich finde, wir machen jetzt erstmal einen Punkt.
00:45:41Vielleicht haben wir beide ein bisschen zu viel getrunken.
00:45:43Mhm.
00:45:44Klar.
00:45:45Die kleine Lokalblattmaus hat ein Sitzen und der große, nüchterne Anwalt geht jetzt lieber nach Hause.
00:45:53Wissen Sie was?
00:45:55Solchen Machos wie Ihnen sage ich normalerweise nach zwei Minuten Gelabere, schieß in den Wind.
00:46:00Hm.
00:46:00Das ist eine echte Aufforderung für einen Segler wie mich.
00:46:03Warum haben Sie denn meine Einladung überhaupt angenommen?
00:46:06Dachten Sie, das Dessert wird im Schlafzimmer serviert?
00:46:08Hm?
00:46:08Sie.
00:46:12Sie sind genau der Typ, Frau, die solche Einladungen ausspricht, um den Männern anschließend an den Kopf zu werfen, dass sie allesamt verkappte Sexualtäter sind.
00:46:19Und ich habe diese Einladung angenommen, weil ich Ihnen ein Angebot machen wollte.
00:46:25Die Hypothekenbank hat mich zu einem informellen Gedankenaustausch eingeladen und ich wollte fragen, ob Sie Lust haben mitzukommen.
00:46:30Das haben Sie sich doch eben ausgedacht, oder?
00:46:34Nein.
00:46:49Okay, einverstanden.
00:46:50Ich glaube, wir reden zu viel und zu lange Sitze.
00:47:03Vielleicht sollte man gar nicht mehr reden.
00:47:04Hm.
00:47:20Jetzt reden wir zu viel und jetzt gar nicht mehr.
00:47:31Wie fährst du mit?
00:47:33Vielen Dank für den schönen Abend.
00:47:36Ich habe eine ganze Menge zum Nachdenken, du vielleicht auch.
00:47:41Komm gut nach Hause, schlaf schön und träum, was schön ist.
00:47:46Gute Nacht, Florian.
00:47:47Gute Nacht, Florian.
00:48:10So.
00:48:13Danke.
00:48:15Tja, Frau Barbar.
00:48:16Sie werden verstehen, dass ich die Situation doch ein wenig befremdlich finde.
00:48:21Ich meine, zuerst gewinnen Sie den Prozess für uns und dann dieses Treffen hier.
00:48:24Und bei allem Verständnis für Ihre Mandantin.
00:48:27Aber wenn wir in diesem Fall so etwas Ähnliches,
00:48:30ich betone etwas Ähnliches,
00:48:32wie eine unzureichende Verfahrensweise bei der Kreditvergabe einräumen würden...
00:48:38Ach so, ich sehe das ein bisschen anders, Frau Lorenz.
00:48:41Sie haben meiner Mandantin ein Hypothekendarlehen gewährt.
00:48:45Entweder wohlwissend, dass die Immobilie vollkommen überteuert ist,
00:48:49oder aber ohne Ihren Wert zu prüfen, wie es eigentlich Ihre Pflicht gewesen wäre.
00:48:53Und Sie haben das Darlehen mit einem Einfamilienhaus besichert,
00:48:56dass die Darlehensumme bei Weitem überschreitet.
00:48:58Also, das ist eigentlich eine Form der Enteignung.
00:49:03So würde ich das jedenfalls in einem Presseartikel griffig formulieren.
00:49:06Da haben wir aber Glück, dass Sie nicht von der Presse sind, Herr Barber.
00:49:09Aber ich, Sarah Pohl von der Leipziger Allgemeinen.
00:49:14Ich bin da wirklich sehr befremdet über Ihr Vorgehen.
00:49:17Sie sind wirklich der erste Rechtsanwalt, der gleich die Presse mitbringt.
00:49:20Meine Herrschaften, das Gespräch ist beendet.
00:49:22Es handelt sich um ein Missverständnis.
00:49:26Sie haben doch um einen informellen Gesprächsaustausch gebeten.
00:49:30Und wir haben uns auf Ihren Wunsch hier getroffen.
00:49:32Ich stehe hier nicht als Anwalt, sondern als aufmerksamer Gesprächspartner.
00:49:36Ich würde selbstverständlich keine Zeile schreiben,
00:49:38die Sie nicht vorher autorisiert haben.
00:49:40Das ist ein ehrenes Gesetz bei der Leipziger Allgemeinen.
00:49:43Und ich würde, wenn überhaupt,
00:49:45natürlich nur über ein großzügiges Verhalten Ihrer Bank
00:49:48gegenüber dieser bedauernswerten Witwe mit den zwei Kindern berichten.
00:49:51Ich denke da an eine Schlagzeile wie Bank mit Herz oder Ähnliches.
00:49:56Hören Sie mal, diese Frau Linde, Linde,
00:49:59die ist doch wirklich eine von sehr, sehr vielen Kreditnehmern unseres Hauses.
00:50:03Wenn wir wirklich in diesem einen Falle anfangen würden,
00:50:06wir können doch nicht auf unsere berechtigten Forderungen verzichten,
00:50:09wenn sich so etwas rumspricht.
00:50:11Aber was ist denn, wenn sich rumspricht,
00:50:12dass Ihr renommiertes Institut einfache Menschen auf die Straße setzt?
00:50:16Was halten Sie von einem Moratorium?
00:50:18Sie setzen Zins und Tilgung aus,
00:50:21bis die Klage Linde gegen Agens Wohnfinanz entschieden ist.
00:50:29Wir können wohnen bleiben?
00:50:35Sie sagen ja gar nichts.
00:50:37Ist denn mal nicht einsame Klasse?
00:50:39Frau Pohl ist einsame Klasse.
00:50:41Ohne Sie hätten wir das alles nicht erreicht.
00:50:43Dann wird Sie auch im Amt.
00:50:47Trotzdem, bei aller Freude sollten wir nicht vergessen,
00:50:50dass es nur der erste Schritt ist.
00:50:51Unser eigentlicher Gegner ist Agens.
00:50:54Die kriegen Sie auch noch klein.
00:50:56Sie beide.
00:50:57Möchten Sie was trinken?
00:50:58Ja, gern.
00:50:59Ja, das ganze Programm.
00:51:05Das müssen Sie äußerst diskret behandeln.
00:51:07Haben Sie mich verstanden?
00:51:08Niemand darf das zu mir zurückverfolgen.
00:51:11Ab jetzt geht alles über den Kontaktmann.
00:51:13Wiederhören.
00:51:15Darum hätten Sie sich früher kümmern müssen, Löwe.
00:51:18Dann nicht helfen, wenige Frau.
00:51:48Was wollen Sie von mir?
00:51:59Warum stammen Sie mich so an?
00:52:03Was wollen Sie von mir?
00:52:05Die versuchen uns einzuschüchtern, Frau Linde.
00:52:09Dann müssen wir durch.
00:52:11Wie sahen denn die Männer genau aus?
00:52:13Und was haben Sie gesagt?
00:52:14Dass mein Haus sowieso weg ist
00:52:16und dass ich meinem, die haben das wirklich so gesagt,
00:52:19meinem Arsch von Anwalt sagen soll, dass er aufhört
00:52:21und wenn ich das nicht mache, soll ich auf meine Kinder aufpassen.
00:52:25Aber wie die aussahen, das war so gruselig.
00:52:28Also um Ihre Kinder würde ich mir keine Sorgen machen.
00:52:31Das sind bestimmt nur leere Drohungen.
00:52:33Und wenn das nochmal passiert, dann sollten wir zur Polizei gehen
00:52:35und auch mit der Presse sprechen.
00:52:37Ich bin sicher, Frau Pohl würde sich freuen,
00:52:38einen schönen Artikel über uns zu schreiben.
00:52:40Versuchen Sie herauszufinden, ob Ihre Wohnungen von Anfang an
00:52:47und mit Wissen der Verkäufer und Kreditgeber überbewertet waren.
00:52:52Wenn Ihnen das gelingt, dann...
00:52:53Dann haben Sie gute Chancen in die Fänge von Herrn Rechtsanwalt Faber zu geraten.
00:52:59Da vorne sitzt er.
00:53:01Der Mann lügt und er betrügt Sie.
00:53:03Die sind doch alle gleich, diese Rechtsverdreher.
00:53:06Ich habe diesen Mann vor Gericht erlebt.
00:53:08Er arbeitet für die Immobilienhaie.
00:53:10Glauben Sie dem doch kein Wort.
00:53:12Er will doch nur Informationen von Ihnen,
00:53:15damit er Sie anschließend in die Pfanne hauen kann.
00:53:18Komm, Peter.
00:53:20Gehen Sie lieber gleich, bevor es zu spät ist.
00:53:24Das stimmt nicht, was der Mann gerade gesagt hat.
00:53:28Die wollten mein Haus versteigern.
00:53:30Und Herr Faber hat es verhindert.
00:53:33Meine Damen und Herren,
00:53:35ich habe Sie heute im Namen der Leipziger Allgemein hierher gebeten.
00:53:38Und Sie wissen ganz genau,
00:53:40unsere Zeitung lässt sich nicht vor den Karren eines Betrügers spannen.
00:53:50Wenn Sie mir nicht vertrauen, können Sie den Saal jederzeit verlassen.
00:53:54Wenn Sie sich entscheiden, gegen Ihre unseriösen Verkäufer vorzugehen,
00:53:59dann kann es ein sehr langer und auch ein sehr teurer Weg werden.
00:54:03Bitte, wenden Sie sich an einen Anwalt Ihres Vertrauens.
00:54:07Lassen Sie sich vorrechnen, wie viel seine Bemühungen kosten würden.
00:54:11Ich darf Ihnen sagen, ich würde Sie in dieser Angelegenheit umsonst vertreten.
00:54:15Diejenigen, die noch keinen Anwalt eingeschaltet haben, können Sie später auch an mich wenden.
00:54:23Ich möchte Sie noch darüber informieren,
00:54:25dass ich die Artikelserie mit der Schilderung von Einzelschicksalen Betroffener
00:54:29auf jeden Fall weiterführen werde.
00:54:31Und dabei ist Anonymität absolut gesichert.
00:54:33Wenn Sie möchten, können Sie aber auch gerne jetzt schon zu mir kommen.
00:54:50Es lief doch besser als erwartet.
00:54:51Wir hatten Besuch.
00:54:59Wir haben Besuch.
00:55:00Voll.
00:55:13Alle vier.
00:55:14Die Botschaft lautet, leg dich mit denen nicht an.
00:55:17Nein, die Botschaft ist, wir sind genau auf dem richtigen Weg.
00:55:19Der Weg wird jetzt aber ganz schön ungemütlich.
00:55:22Ich würde es verstehen, wenn du...
00:55:23Nein, nein, nein, nein, nein, nein.
00:55:24Wir haben gerade erst angefangen und sowas stachelt mich richtig an.
00:55:29Darf ich Ihnen den Limousinservice unseres Hauses anbieten?
00:55:33Ja, gern.
00:55:46Hier ist die Liste mit den Namen und Adressen der Geschädigten.
00:55:49Ich will, dass du sie nimmst.
00:55:51Die haben sie dir aber im Vertrauen gegeben.
00:55:54Das kann ich unmöglich annehmen, Sarah.
00:55:55Sind nicht meine Mandanten.
00:55:57Noch sind es nicht deine Mandanten, aber bald.
00:55:59Da bin ich mir hundertprozentig sicher.
00:56:02Außerdem das, was wir mit diesen Typen da heute erlebt haben, ja?
00:56:05Wer weiß, wozu die noch in der Lage sind.
00:56:07Ist schon besser, wenn du die nimmst.
00:56:10Vertraust du mir so sehr?
00:56:12Ja, so sehr vertraue ich dir.
00:56:23Bitte, was sind denn das für Leute?
00:56:44Das sind meine Mandanten.
00:56:46Alles Geschädigte von Agents Wohnfinanz.
00:56:49Wir haben Klage eingereicht.
00:56:54Florian, ich habe immer versucht, dir den Rücken zu stärken, aber...
00:56:57So leid es mir tut, du.
00:57:01Du passt nicht mehr zu uns.
00:57:04Zieh die Konsequenzen, bevor wir es tun.
00:57:06Ich erwarte deine Kündigung unseres Gesellschaftervertrages bis Ende dieser Woche.
00:57:11Ab dann übernehmen wir die Vertretung von Agents Wohnfinanz gegen deine absurden Klagen.
00:57:15Was ist das?
00:57:27Angebote für neue Büroräume.
00:57:29Ich habe mich schon mal ein bisschen umgesehen.
00:57:31Sie sind ein Schatzgut, Ron.
00:57:34Ich weiß.
00:57:35Ich weiß.
00:57:45So, ich nehme dir die Kühltasche ab.
00:57:48Mhm.
00:57:56Hallo?
00:57:58Hallo?
00:57:59Wer ist denn da?
00:58:04Mast und Schotbruch, was soll denn das heißen?
00:58:08Mast und Schotbruch wünschen sich Segler für einen glücklichen Turn.
00:58:11Also der hier klang nicht so, als wenn er uns einen glücklichen Turn wünscht.
00:58:14Hallo?
00:58:15Was?
00:58:17Wer spricht denn da?
00:58:23Merkwürdig.
00:58:29Ob wir eine Schwimmweste dabei haben?
00:58:32Keine Ahnung.
00:58:36Ich glaube, wir sollten doch besser nach Hause fahren.
00:58:38Ich möchte dich nicht in Gefahr bringen.
00:58:41Komm.
00:58:41Ich werde mit meiner Kanzlei umziehen.
00:58:56Wann denn?
00:58:58Nächste Woche.
00:58:59Es war sowieso schon längst fällig.
00:59:01Die Gesellschaften fühlen sich wohler, wenn mein Name nicht mehr auf ihrem Briefkopf steht.
00:59:06Außerdem vertreten sie jetzt Agens Wohnfinanz gegen mich.
00:59:08Wo ist denn deine neue Kanzlei?
00:59:14Ganz in der Nähe von eurem Verlagshaus.
00:59:16Was ist los?
00:59:28Hier ist der Unfall passiert.
00:59:31Fühlst du dich schuldig?
00:59:32Nein, aber wenn ich den Drängler früher vorbeigelassen hätte, dann wäre er vielleicht noch am Leben.
00:59:40Die machen keine Halbzeit.
01:00:10Die machen keine halben Sachen.
01:00:14Bist du sicher, dass du noch weitermachen willst?
01:00:17Ja.
01:00:21Mehr denn je.
01:00:27Polizeinotruf?
01:00:29Rechtsanwalt Faber hier.
01:00:30In meine Wohnung ist eingebrochen worden.
01:00:32Hier ist alles total verwüstet.
01:00:35Magdalenenstraße 11a.
01:00:36Ja.
01:00:38Ja, danke.
01:00:42Wahnsinn.
01:00:50Ja, guten Abend.
01:00:51Ich hätte gerne die Telefonnummer des Hotels Bretagne in Leipzig.
01:00:55Ja.
01:00:58Du brauchst doch kein Hotel.
01:00:59Zucker?
01:01:15Zucker?
01:01:16Ja.
01:01:17Mmh-mmh.
01:01:17Amen.
01:01:47Alles gut. Du hast nur geträumt. Es läuft weiter. Ich habe keine Angst.
01:02:17Ich werde es Herrn Faber ausrichten. Wiederhören.
01:02:23Morgen, Rudolf.
01:02:25Morgen, Herr Faber.
01:02:27Eben hat Herr Löwe der Pressesprecher von der Agents Wohnfinanz angerufen.
01:02:32Will er mein Boot versenken?
01:02:34Herr Kant möchte Sie sprechen.
01:02:36Ach, Sieh mal an. Ja, verbinden Sie mich.
01:02:38Persönlich, er möchte Sie treffen.
01:02:41Heute Abend.
01:02:45Okay, ich sage Sie zu.
01:02:49Ach, Herr Faber, waren Sie gestern Abend noch mal hier, nach mir?
01:02:54Ähm, ja, ich wollte die Akte Rogner mit nach Hause nehmen.
01:02:57Ich habe sie aber vergessen. Wieso?
01:02:59Weil der Stahlschrank mit den Agents-Akten offen stand.
01:03:02Und an der Tür hatten Sie nur einmal abgeschlossen.
01:03:04Ich schließe immer zweimal.
01:03:05Na ja, das muss wohl ich gewesen sein.
01:03:15Ich freue mich sehr, dass du Zeit hattest heute.
01:03:21Ich freue mich immer, dich zu sehen.
01:03:24Ich weiß. Und weshalb?
01:03:27Prost du mir mit der Faust?
01:03:30Mach auf.
01:03:35Was ist das? Also, ich meine, ich sehe, das ist ein Anker, aber...
01:03:39Ein Talisman.
01:03:41Ein Talisman? Aber wieso und warum heute?
01:03:44Weil heute Freitag der vierte ist.
01:03:47Und an einem Freitag den vierten habe ich mich in dich verliebt.
01:03:49Auf einem Segelboot, das vor Anker lag.
01:03:54Damals schon.
01:04:01Dafür hast du mich ganz schön schlecht behandelt.
01:04:03Ach, das sah nur so aus.
01:04:05Und außerdem...
01:04:07Dein Boot hatte einen Motor.
01:04:09Stimmt's?
01:04:14Ich würde dich gerne heute zum Essen einladen.
01:04:16Zu mir nach Hause. Seemannsgericht. Lapskaus.
01:04:19Heute Abend.
01:04:21Das müssen wir verschieben.
01:04:23Ich bin schon verabredet.
01:04:26Verabredet? Mit wem?
01:04:29Entschuldigung, es geht mich natürlich nichts an.
01:04:31Doch, doch.
01:04:32Ein sehr wichtiger Mandant hat mich kurzfristig zum Abendessen eingeladen.
01:04:36Ich habe es selbst erst heute Morgen erfahren.
01:04:38Sonst hätte ich mit dir darüber gesprochen.
01:04:42Na ja, kann man nichts machen.
01:04:46Du bist sehr hübsch.
01:04:49Hast du jetzt bei mir Anker geworfen.
01:04:53Zunächst einmal freue ich mich, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind, Herr Faber.
01:04:57Übrigens wollte ich Ihnen mein Bedauern ausdrücken.
01:05:00Sie hatten wohl ziemliche Unannehmigkeiten.
01:05:02Möchten Sie sich bei mir entschuldigen?
01:05:04Sie glauben doch nicht, dass ich etwas damit zu tun habe.
01:05:08Nein.
01:05:10Es ist mir nur zu Ohren gekommen.
01:05:12Es wäre gar nicht mein Stil.
01:05:14Nein.
01:05:15Übrigens bin ich Ihr einziger Prozessgegner.
01:05:17Es soll doch eine Menge Leute geben, die etwas gegen Sie haben.
01:05:22Niemand so viel wie Sie erkannt.
01:05:25Sehen Sie, lieber Herr Faber.
01:05:27Und um das Missverständnis auszuräumen, habe ich Sie heute hierher gebeten.
01:05:37Was ist das?
01:05:38Sehen Sie nach.
01:05:39Ich habe mir gedacht, dass Sie eine kleine Finanzspritze durchaus gebrauchen könnten.
01:05:49Was ist das für ein Scheiß?
01:05:51Los!
01:05:52Fahr weg!
01:05:53Wir wollen Sie einfach nur zurückhaben, Herr Faber.
01:05:56Betrachten Sie diese Summe als erste Anzahlung.
01:05:59Ihre Dienste wären uns weitaus mehr wert als das, was Sie in Ihrer alten Kanzlei gekostet hätten.
01:06:05Danke für die Einladung.
01:06:11Ich danke Ihnen.
01:06:24Kommst du bitte mal, Sarah?
01:06:28Das klingt nach Ärger.
01:06:30Ja.
01:06:34Was ist los?
01:06:36Setz dich.
01:06:45Das ist ein Anwalt, Florian Faber,
01:06:49der von seinem angeblichen Prozessgegner Kant gerade eine Menge Geld entgegennimmt.
01:07:00Das glaubst du?
01:07:03Das ist doch manipuliert.
01:07:05Das mache ich dir mit jedem drittklassigen Grafikprogramm auf dem Computer.
01:07:09Dieser Herr Kant...
01:07:10...hat Florian die Reifen zerstochen, die Wohnung verwüstet und verfolgt uns mit Drohanrufen.
01:07:14Hast du Beweise dafür, dass Kant hinter all dem steckt?
01:07:16Nein, habe ich nicht. Noch nicht.
01:07:20Guten Morgen, Ronny. Na, wie schmeckt der neue Kaffee?
01:07:22Na ja, geht so. Guten Morgen, Sarah.
01:07:24Was sagst du denn zu den Fotos, Ronny?
01:07:26Nicht schlecht, oder? Habe ich geschossen.
01:07:27Du hast sie geschossen?
01:07:29Wo denn?
01:07:30Vor dem Restaurant, zu dem mich der Chef geschickt hat.
01:07:34Wir haben gestern einen Anruf der Argens Wohnfinanz erhalten.
01:07:36Herr Faber habe sich an deren Chef, Herrn Kant, gewandt.
01:07:38Er sei bereit, die Fronten wieder zu wechseln, wenn ihm Argens ein weit höheres Honorar bezahlt,
01:07:42und zwar ein Bar, als das, was er bei seiner alten Kanzlei verdient hätte.
01:07:46Sollten wir daran Zweifel haben, könnten wir doch einen Fotografen
01:07:48in das von Herrn Faber genannte Restaurant schicken,
01:07:50um gegebenenfalls heimlich Beweisfotos zu machen.
01:07:53War auch gar nicht so einfach.
01:07:55Ja, das haben wir getan, und das ist das Ergebnis.
01:07:58Ist euch jemals die Idee gekommen, dass da Florian eine Falle gestellt wurde?
01:08:02Wie du jetzt hier laut wirst, kennst du das?
01:08:05Danke, Ronny, du kannst gehen. Gute Arbeit.
01:08:07Woher hast du das? Das habe ich Florian persönlich gegeben.
01:08:19Das habe ich von Argens Wohnfinanz. Mit einem Anschreiben von Anwalt Faber, sehr geehrter Herr Kant.
01:08:34Zum Beweis der Ernsthaftigkeit meines Vorschlags lege ich Ihnen eine Aufstellung weiterer Geschädigter Ihres Unternehmens bei,
01:08:43mit Informationen und Daten, die für Ihre Belange sicherlich von großem Wert sind.
01:08:48Briefpapier, Briefkopf und Adresse stammen von der neuen Kanzlei Fabers.
01:08:53Das glaube ich nicht.
01:09:08Warum hast du mir das nicht früher gesagt?
01:09:10Genau deshalb, weil du es nicht geglaubt hättest.
01:09:13Du liebst den Mann.
01:09:15Du hast dich verrannt in diese schöne Geschichte vom geläuterten Anwalt, der zum Rächer der kleinen Leute wird.
01:09:19Er war aber nie der Rächer der kleinen Leute.
01:09:21Er hat die kleinen Leute an dich nur benutzt, um seinen Marktwert zu steigern.
01:09:24Es war nur eine Lüge. Und du? Du bist darauf reingefallen.
01:09:32Naja, ich kann mir vorstellen, wie du dich jetzt fühlst.
01:09:39Das kannst du nicht.
01:09:54Das kannst du nicht.
01:09:55Das kannst du nicht.
01:10:20Hey.
01:10:21Bist du das?
01:10:24Ist der andere Kant von Agens?
01:10:26Hast du dich gestern Abend mit ihm getroffen und einen Umschlag mit mehreren tausend Euro entgegen genommen?
01:10:30Das eine bin ich, das andere ist Kant.
01:10:31Wir waren gestern Abend verabredet und ich habe kein Geld angenommen.
01:10:34Ach, optische Täuschung von unserem Fotografen reinretuschiert.
01:10:37Du spionierst mir also tatsächlich hinterher.
01:10:40Florian, hast du gestern Geld entgegen genommen?
01:10:43Ich hatte zwar Geld in der Hand, aber...
01:10:45Für wohltätige Zwecke zurückgegeben?
01:10:47Hör doch auf, jetzt gib's doch endlich zu!
01:10:49Ich muss nicht zugeben, verdammt nochmal!
01:10:56Kennst du das?
01:10:58Das ist die Namensliste, die ich von dir bekommen habe.
01:11:00Die hat Gudrun's Idee gegeben.
01:11:01Nein, mein Chef. Und der hat's von Agens. Mit einem Anschreiben von dir.
01:11:05Das ist doch der Briefkopf deiner neuen Kanzlei, oder?
01:11:07Ja, aber das ist gefälscht. Ich habe das nie geschrieben.
01:11:10Ach! Und woher hat Agens die Liste?
01:11:12Woher soll ich das wissen? Das Büro war nicht abgesperrt und so ein Aktenschrank statt offen.
01:11:16Na klar! Einbruch der Untergrundgruppe Agens!
01:11:19Ja, genau! Glaubst du mir vielleicht nicht?
01:11:21Nein! Wie war das doch gestern gleich? Ich bin mit einem wichtigen Mandanten verabredet.
01:11:26Mensch, ich musste dich...
01:11:27Belügen, sag doch!
01:11:28Nein, es war ganz anders!
01:11:29Kant hat von mir in dieser Angelegenheit äußerste Diskretion erwartet.
01:11:33Und jetzt weiß ich auch warum.
01:11:34Womit musst du mich denn noch belügen?
01:11:36Mit deinem hochherzigen Einsatz für Elke Linde?
01:11:38Bei dem, was du mir über deinen Unfall erzählt hast, deinen Albträumen?
01:11:41Musst du mich auch in deinen Gefühlen belügen, um dir mein Vertrauen zu erheucheln?
01:11:45Was redest du hier eigentlich für ein Schwachsinn?
01:11:47Wenn du mir nicht glaubst und wenn du mir nicht vertraust, dann hau ab! Und zwar sofort!
01:11:51Wie konnte ich mich in dir nur so täuschen?
01:12:09Du hast dich überhaupt nicht verändert.
01:12:12Die ganze Zeit hast du mir ein großes Theater vorgespielt.
01:12:15Geläuterte Schurkenanwalt.
01:12:18Dass die armen Leute nur benutzt. So wie mich.
01:12:21Bis jetzt fertig.
01:12:25Die würde ich nie wieder sehen.
01:12:48Ja, Kant?
01:12:54Braun hier.
01:12:55Braun.
01:12:56Herr Kant, haben Sie die Zeitung schon gelesen?
01:12:59Das sind doch mal schöne Schlagzeiten.
01:13:01Der ist fertig.
01:13:02Ja, das denke ich genauso.
01:13:04Faber kann sich jetzt für geraume Zeit von seinem Beruf verabschieden.
01:13:07Zumindest wenden sich unsere Kläger jetzt von ihm ab.
01:13:10Das ist doch genau das, was wir erreichen wollten.
01:13:13Ja.
01:13:15Hallo, hier ist Sarah Kohl. Nachrichten bitte nach dem Signalton.
01:13:28Sarah? Hier ist Florian.
01:13:31Geh bitte ran, wenn du da bist.
01:13:33Bitte.
01:13:34Ich muss mit dir reden.
01:13:36Sarah?
01:13:38Sarah? Bist du da?
01:13:40Nicht ärgern.
01:13:52Meine Mutter hat immer gesagt, was kümmert es die Eiche, wenn die Säue an ihr schuppert.
01:13:57Die Eiche verliert ihre schützende Rinde.
01:14:00Alle noch verbliebenen Mandanten wollen jetzt auch ihre Klage zurückziehen.
01:14:04Argens hat ihnen ein mickriges Vergleichsangebot gemacht und mit dem Rücken zur Wand werden sie dieses wohl auch annehmen.
01:14:10Das ist dann mal eine endgültige Niederlage.
01:14:13Wenn die Anwaltskammer diesen Mist glaubt, dann kann ich sowieso einpacken. Ohne Mandanten keine Kanzlei.
01:14:19Soll ich eine einstweilige Verfügung erwirken?
01:14:22Auf welcher Basis denn?
01:14:24Ich kann nicht mal das Gegenteil beweisen.
01:14:27Nein, nein, Gudrun. Ich habe meinen Gegner unterschätzt und jetzt werde ich für meine Überheblichkeit und Naivität bestraft.
01:14:34Herr Farber, ich habe Sie immer als einen kämpferischen Mann erlebt. Jemand, der nie aufgibt.
01:14:44Wir haben eine Schlacht verloren, aber noch nicht den Krieg.
01:14:47Ich verlange auf der Stelle von Ihnen, dass Sie aufstehen und kämpfen.
01:14:51Wie stellen Sie sich das vor?
01:14:53Frau Linde hat angerufen. Sie glaubt nicht, was da drin steht. Sie hält zu Ihnen.
01:14:58Und sie glaubt, dass Sie den Prozess für Sie gewinnen.
01:15:01Wieso sagen Sie mir das erst jetzt?
01:15:05Sie hat doch erst vor fünf Minuten angerufen.
01:15:12Frau Linde.
01:15:16Hallo.
01:15:19Was willst du?
01:15:21Ich habe mir gedacht, wenn du schon nicht auf meine Anrufe antwortest, dann probiere ich es auf diesem Weg.
01:15:25So von Angesicht zu Angesicht.
01:15:27Keine so gute Idee.
01:15:29Bemerkenswert, dass du wieder nicht warten konntest, deine vorgefertigte Meinung zu veröffentlichen.
01:15:34Glaubst du, was da drin steht?
01:15:36Glaubst du, was da steht?
01:15:37Ich glaube, was ich sehe.
01:15:39Und ich habe gesehen, wie du die Fronten gewechselt hast. Für viel Geld.
01:15:43Von Saulus zu Paulus und wieder zu Saulus.
01:15:45Oder wie würdest du das formulieren?
01:15:47Morgen fängt der Prozess Linde gegen Argens an.
01:15:50Und ich vertrete weiter die Interessen dieser Frau unentgeltlich.
01:15:53Warum wohl, hm?
01:15:54Um vielleicht den Scherbenhaufen, den du als Anwalt hinterlassen hast, wieder aufzuräumen.
01:15:57Machen wir uns doch nichts vor, Florian.
01:15:59Dir bleibt doch gar nichts anderes übrig, wenn du dich nicht vor der Öffentlichkeit und der Anwaltskammer vollends diskreditieren willst.
01:16:04Aber vielleicht ist das auch wieder einer deiner Ablenkungsmanöver, für die dich die Welt, aus der du kommst, sicherlich sehr zu schätzen weiß.
01:16:11Du, die Welt, aus der ich komme, habe ich längst verlassen. Aber ich habe weder dich noch die Menschen da draußen verraten.
01:16:16Ich bin mit dieser Sache in eine Monsterfalle gelaufen. Das stimmt. Und dafür zahle ich jetzt auch die Zeche.
01:16:21Aber eines Tages, Sarah, eines Tages kommt die Wahrheit raus und da werden sich einige Leute warm anziehen müssen.
01:16:27Ist das alles?
01:16:29Nein. Ich wollte mich bei dir entschuldigen dafür, dass ich gesagt habe, du sollst verschwinden.
01:16:35Ich hätte nie gedacht, dass ich das zu dem Menschen sage, den ich über alles liebe.
01:16:59Eine Nachricht ist dann eine Nachricht, wenn der zweite Blick den ersten Blick bestätigt.
01:17:19Polizzer.
01:17:40Ronny?
01:17:41Mhm?
01:17:42Die Fotos, die du da neulich vor dem Restaurant gemacht hast, hast du die noch auf der Festplatte?
01:17:46Mhm.
01:17:47Kann ich die mal sehen?
01:17:48Jo.
01:17:52Moment.
01:17:59Die habe ich von der anderen Straßenseite geschossen. Mit einer 300er-Optik.
01:18:04Dann kam ein Lieferwagen. Und Ende Gelände. Hier, Weinhandlung, Buon Vino, Leipzig.
01:18:12Und dann?
01:18:14Nichts mehr. Das Bild, wo er das Geld in der Hand hat, hatte ich ja.
01:18:19Und danach hast du keine Fotos mehr gemacht?
01:18:22Doch, aber da ist der Anwalt ja schon aufgestanden.
01:18:28Zeig mir die trotzdem mal.
01:18:29Weitere Zimmer.
01:18:39Weiter.
01:18:41Weiter.
01:18:42Weiter.
01:18:44Ah.
01:18:46Weiter.
01:18:47Weiter.
01:18:48Weiter.
01:18:49Halt!
01:18:50Warte mal. Mach mal nochmal zurück.
01:18:55Was ist das denn da?
01:18:56Hm.
01:18:58Such mal näher ran.
01:18:59Ja, ja.
01:19:01Noch näher?
01:19:03Das sieht wie ein Strichcode aus.
01:19:06Ich geh noch näher ran.
01:19:09Was ist ein Strichcode?
01:19:11Das ist ein Umschlag.
01:19:14Scheiße, stimmt.
01:19:16Florian hat den Umschlag gar nicht genommen. Der hat ihn keinen zurückgegeben.
01:19:20Oh Mann, Ronny, was haben wir da? Was hab ich denn langlos angestellt?
01:19:24Ich sollte fotografieren, wie der Farber das Geld nimmt und den Schuss hatte ich.
01:19:27Und warum hast du die restlichen Fotos nicht freigegeben?
01:19:30Weil's nicht wichtig war.
01:19:36Warte mal, das ist doch der Agens Ordner.
01:19:39Was sind das für Fotos und wer ist dieser Typ da?
01:19:42Den kenn ich doch irgendwo ja.
01:19:43Na klar kennst du den. Da gab's doch die Massenentlassung bei der Agens Wohnfinanz vor zwei Jahren.
01:19:48Da haben sie 120 Mitarbeiter entlassen. Einer davon war der ehemalige Pressesprecher.
01:19:52Ach ja.
01:19:54Das war der Typ, der kein Interview geben wollte.
01:19:57Die hatten alle Schweigeklauseln unterschrieben.
01:19:59Ja und?
01:20:00Wollen wir doch mal sehen, was die Schweigeklauseln nach zwei Jahren Hartz IV noch wert sind.
01:20:05Wo ist die Telefonnummer?
01:20:07Hier.
01:20:09Geh du doch mal bitte in die Suchmaschine und gib One Vino Leipzig ein.
01:20:19Mal sehen, ob's diese Firma wirklich gibt.
01:20:22Gibt's nicht.
01:20:24Kein Treffer?
01:20:25Null Treffer.
01:20:26Hab ich mir gedacht.
01:20:27Also auch finkiert.
01:20:32Guten Tag, Herr Reiter.
01:20:33Sarah Pohl von der Leipziger Allgemein.
01:20:35Ich weiß nicht, ob Sie sich noch erinnern können.
01:20:38Ja, genau.
01:20:40Ich würd Sie gern auf einen Kaffee einladen.
01:20:45Denken Sie, wir haben eine Chance?
01:20:47Es gibt immer eine Chance.
01:20:56Besonders was die Argumentation der Klägerin hinsichtlich des von der Beklagten bewusst so hoch angesetzten Werts,
01:21:08der von der Klägerin erworbenen Immobilie, Kleist, Straße 207,
01:21:12und der damit verbundenen überhöhten Kreditschuld der Klägerin betrifft,
01:21:16kann die Kammer zum jetzigen Zeitpunkt dem Vortrag der Klägerin nicht folgen.
01:21:20Weil bei schwankenden Immobilienpreisen der Beklagten nicht nachzuweisen ist,
01:21:26dass sie den Wert der Immobilie bewusst und schuldhaft zum Schaden der Klägerin...
01:21:34Ich bitte um Ruhe.
01:21:36Entschuldigung.
01:21:37Verzeih mir.
01:21:50Wer ist das?
01:21:52Können wir dann bitte fortfahren, Herr Anwalt?
01:21:55Selbstverständlich, euer Ehren.
01:21:57Meine Mitarbeiterin hat mir gerade ein Schriftstück übergeben,
01:22:00das ihre Einstellung hinsichtlich meines Vortrages möglicherweise beeinflussen dürfte.
01:22:03Verzeihung, Herr Vorsitzender, aber wenn der Kollege hier mit aus dem Hut gezauberten Schriftstücken in der Verhandlung auftritt,
01:22:09dann möchten wir doch sehr gerne ebenfalls...
01:22:11Ja, ja, bitte. Ich bitte um Geduld, Herr Anwalt.
01:22:16Wäre Ihr Mann dann bereit, hier ad hoc eine Aussage zu machen,
01:22:19oder möchten Sie, dass wir vertagen und Herrn Kant als Zeugen aufrufen?
01:22:23Nicht nötig. Worum geht es?
01:22:27Ist das Ihre Unterschrift, Herr Kant?
01:22:33Das sieht ja nicht gut aus für Sie.
01:22:38Da bin ich ja mal gespannt, wie Sie das erklären wollen.
01:22:50Tja, doch, ich denke schon. Was ist denn das für ein Schriftstück?
01:22:56Für ein Schriftstück?
01:22:57Es ist eine sehr knapp gefasste Anweisung an Ihre Mitarbeiter,
01:23:02sämtliche zum Verkauf stehenden Eigentumswohnungen in der Kleiststraße 207
01:23:0730 Prozent höher zu bewerten als gutachterlich festgestellt.
01:23:10Das kann ich erklären.
01:23:13Unser Mandant möchte sich im Augenblick zu dieser Sache nicht äußern.
01:23:17Wir bitten das Gericht um Vertragung, um uns mit dem neuen Sachverhalt vertraut zu machen
01:23:20und um die Echtheit dieses Papiers zu überprüfen, welche wir übrigens jetzt schon vorsorglich anzweifeln.
01:23:26Aufgrund der neuen Beweislage wird dem Antrag der Beklagten auf Vertragung stattgegeben.
01:23:32Neuer Termin wird bestimmt auf den 10. des kommenden Monats.
01:23:37Die Verhandlung ist beschlossen.
01:23:38Die Verhandlung ist beschlossen.
01:23:52Was bedeutet das? Ich verstehe überhaupt nichts mehr.
01:23:54Es bedeutet, dass wir hervorragende Karten haben.
01:23:59Meinen Sie, dass Sie uns damit das Haus retten können?
01:24:02Frau Linde, ich habe Ihnen nicht nur Ihr Haus gerettet.
01:24:04Sie und die anderen Prozessbeteiligten dürfen sich auf eine saftige Schadenersatzsumme freuen.
01:24:12Ich weiß nicht, wie ich Ihnen jemals dafür danken kann.
01:24:19Sie wollten ein Fest machen.
01:24:22Versprochen ist versprochen.
01:24:24Nun laden Sie Frau Pohl ein. Ohne Sie hätten wir es nicht geschafft.
01:24:34Das mit den Fotos hätte mir nicht passieren dürfen.
01:24:52Übrigens haben Sie tatsächlich bei uns im Büro eingebrochen.
01:24:55Und Sie waren wirklich an der Liste mit den Namen interessiert.
01:24:57Ja.
01:24:59Es sah alles zu perfekt aus.
01:25:01Viel zu perfekt.
01:25:03Hätte misstrauischer sein müssen.
01:25:05Wie bist du überhaupt an das Papier herangekommen?
01:25:08Wurde mir angeboten von einem ehemaligen Angestellten von Kant, der zu Unrecht rausgeschmissen wurde.
01:25:13Aber ich habe recherchiert, ob das Papier echt ist.
01:25:16Es ist echt.
01:25:17Wie war das doch? Eine Nachricht ist erst dann eine Nachricht, wenn der zweite Blick den ersten Blick bestätigt.
01:25:27Kannst du damit gewinnen?
01:25:29Da bin ich mir ziemlich sicher.
01:25:33Sind wir wieder ein Team?
01:25:36Hab ich schon mal erwähnt, dass ich einen guten Lapskaus kochen kann?
01:25:39Ach, du meinst dieses weltberühmte Seemannsgericht?
01:25:42Wen machst du denn denn?
01:25:44Wen?
01:25:45Den Lapskaus. Nimmst du viel rote Beete?
01:25:48Ich nehme gar keine rote Beete.
01:25:50Wie kommt denn dann die Farbe rein? Lapskaus ist rot.
01:25:53Und damit Corned Beef.
01:25:55Wie kommst du denn auf ein Corned Beef?
01:25:59Weil die Seeleute damals Dosenkonserven mit an Bord genommen haben.
01:26:03Lapskaus ist ein klassisches Gericht der Heringsfischer, deswegen Hering.
01:26:07Vielleicht haben ja die Heringsfischer Hering genommen und die anderen Seeleute Corned Beef.
01:26:11Ich hasse Heringen.
01:26:12Okay, ich mache dir einen Vorschlag. Wir machen zwei Lapskaus. Du machst ihn mit Corned Beef, ich mache ihn mit dem Hering. Wir probieren ihn beide heute Nacht.
01:26:20Und wo soll das ganze stattfinden? Bei mir in der Küche?
01:26:23Na klar.
01:26:24Nee, also in meine Küche kommt ja kein Mann.
01:26:28Wieso denn nicht?
01:26:29Weil Männer nach dem Kochen nicht aufräumen.
01:26:32Also entschuldige, wie kannst du sowas behaupten? Ich habe noch nie bei dir gekocht.
01:26:35Das schon nicht.
01:26:37Wie viele Männer haben schon mal bei dir gekocht?
01:26:41Was wird denn das jetzt? Ein Verhör? Ist doch völlig egal.
01:26:45Nein. Du wirst es nicht.
01:26:46Nein. Du wirst es nicht.
01:26:49Genau.
01:26:50Nein. Du wirst es nicht.
01:26:52Nein.
01:26:53Untertitelung des ZDF, 2020
01:27:23Untertitelung des ZDF, 2020
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