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  • vor 5 Monaten

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Kurzfilme
Transkript
00:00Musik
00:30Musik
01:00So spät noch da, Herr Psychologe?
01:06Was hätte ich von Ihnen sagen, Frau Kommissarin?
01:09Ich dachte, Sie wollten mal vorbeischauen.
01:10Meinen Sie ich jetzt nötig?
01:12Sagen Sie es mir?
01:13Keine Angst, bei mir muss ich niemand auf die Couch legen.
01:16Und ich hatte schon überlegt, wie Sie die Leute rumkriegen.
01:21Entschuldigung.
01:23Ja?
01:28Ich muss.
01:29Natürlich.
01:30Versuchte Vergewaltigung.
01:36Der Angreifer wurde mit einer Schussverletzung ins Krankenhaus gebracht.
01:40Sieht nicht gut aus.
01:41Wie alt?
01:42Mitte 20.
01:44Wer hat geschossen?
01:45Ein Kollege von uns, der Meier vom Dauerdienst.
01:48Sitz da drin.
01:49Danke.
01:50Danke.
01:57Hallo.
01:58Hallo.
01:58Wie geht's Ihnen?
02:08Na ja.
02:11Geht schon.
02:15Erzählen Sie mir, was passiert ist?
02:17Er hat versucht, Sie zu vergewaltigen, nämlich dazwischen.
02:19Dann hat er mich angegriffen, hat er mit einer Waffe gegriffen.
02:26Ich war zu nah dran.
02:28Ging zu schnell.
02:34Er schafft es vielleicht nicht.
02:35Sie waren hier an der Isar bewaffnet.
02:40Waren Sie im Dienst?
02:43Ich war auf dem Weg nach Hause.
02:46Entschuldigen Sie die Frage, aber...
02:48Haben Sie getrunken?
02:50Ach so.
02:50Na ja.
02:51Ich arbeite zur Zeit im Schichtdienst auf der Wiesn.
02:53In Maybräu gab es eine Massenschlägerei.
02:57Da hatten wir alle eine Bierdusche.
02:59Wiesnwache.
03:00Ja.
03:01Jedes Jahr dieselbe Scheiße.
03:03Die meisten Menschen freuen sich das ganze Jahr darauf, dass es endlich anfängt.
03:06Ich bin immer froh, wenn es vorbei ist.
03:08Ich auch.
03:11Ja, da gibt es nicht genügend Schließfächer für alle.
03:13Da ziniere ich meine Waffe immer mit nach Hause.
03:14Ich muss die Waffe trotzdem mitnehmen.
03:23Danke.
03:24Ach ja, und Sie wissen ja, auch wenn Sie nicht getrunken haben, wir müssen einen Bluttest machen.
03:36Das ist Mayas Waffe.
03:44Ganz schön viel Blut.
03:48Bauchschuss?
03:49In den Magen.
03:51Wo ist das Mädchen?
03:53Ein Zeuge hat sie wegrensehen.
03:55Bis jetzt hat sie sich noch nicht gemeldet.
03:57Das hier haben wir gefunden.
04:03Sind das Initialen?
04:05Ja.
04:06F Punkt, G Punkt.
04:09Danke.
04:11Setzen Sie sich mit den Angehörigen des Angreifers in Verbindung.
04:14Vielleicht kennen Sie sich die beiden, ja.
04:17Ja.
04:38Zuerst mal danke für Ihren mutigen Einsatz.
04:41Es tut gut, wenn die Polizei auch mal positive Schlagzeilen kriegt.
04:44Dann wollen wir mal.
04:48Anwesend sind Staatsanwalt Hartmann, KAK Lanz und KAK Stötzlin Amtsdelikte.
04:54Außerdem natürlich KOK Arthur Mayer.
04:57Herr Mayer, schildern Sie uns doch bitte, was gestern Abend am Sonntag, dem 20. September passiert ist.
05:03Ja, ich bin ja zur Zeit zur Wiesn eingeteilt.
05:07Auf dem Oktoberfest?
05:08Ja.
05:09Also zur Bereitschaft.
05:10Normalerweise bin ich im Dauerdienst, aber zur Wiesn, da werden wir ja immer aufgeteilt.
05:14Wann sind Sie gegangen?
05:15Gegen 21 Uhr habe ich die U-Bahn zu Münchner Freiheit genommen.
05:19Da bin ich den Rest zu Fuß gegangen.
05:20Durch den englischen Garten?
05:22Ja.
05:24Ich brauche nach der Wiesn, da brauche ich immer ein bisschen frische Luft.
05:28Anstrengend, die Schicht.
05:29Ja, ziemlich.
05:31Und dann?
05:34Ja, dann kurz hinter dem Isarring habe ich die beiden dann gehört, also wie der junge Mann das Mädchen belästigt hat.
05:41Das konnten Sie eindeutig hören?
05:43Ja, sie hat ihm Hilfe gerufen.
05:45Haben Sie sich ausgewiesen?
05:47Ja, sicher habe ich.
05:50Gut.
05:51Weiter.
05:53Ja, dann bin ich dazwischen gegangen, aber er wollte sie nicht loslassen.
05:56Er hat sie so am Hals gepackt gehabt, dann habe ich ihn weggerissen und dann hat er sofort mich angegriffen.
06:00Womit?
06:01Mit einem Messer.
06:03Wurde das Messer gefunden?
06:05Als ich Sie befragt habe, haben Sie nichts von einem Messer gesagt.
06:08Doch.
06:09Habe ich gesagt.
06:10Nein.
06:10Also, im Protokoll steht nichts von einem Messer.
06:14Verglich, also ich meine, weiß ich nicht, in meiner Erinnerung habe ich das gesagt.
06:21Also, weiß ich nicht.
06:25Tut mir leid, ich...
06:27Waren Sie im Krankenhaus?
06:29Ja, ja.
06:31Hat mir ganz schnell eine gelangt, ne?
06:33Ja, hat ja nach meiner Waffe gegriffen, das musste ich abwehren.
06:37Dann gab es einen Gerangel und dabei hat sich der Schuss gelöst.
06:40Was war mit dem Mädchen?
06:42Die ist weggerannt.
06:43Können Sie sie beschreiben?
06:48Was ist denn?
06:49Das Mädchen.
06:49Sie ist aufgetaucht.
06:53Wie heißen Sie?
06:55Franziska Gemmer.
06:58Philipp Leubel.
06:59So heißt der Mann, der im Verdacht steht, Sie angegriffen zu haben.
07:02Kennen Sie ihn?
07:03Nein.
07:04Er hat versucht, mich zu vergewaltigen.
07:06Wenn der Polizist nicht gekommen wäre, ich weiß nicht, hätte er es bestimmt geschafft.
07:13Was genau hat Oberkommissar Mayer getan?
07:16Er hat ihn weggerissen, als...
07:18Leubel?
07:19Ja.
07:20Als er mich gewürgt hat.
07:22Und Leubel?
07:23Hat ihn angegriffen.
07:24Wissen Sie womit?
07:26Nein.
07:29Es war zu dunkel.
07:31Konnten Sie denn sehen, wie es zum Schuss gekommen ist?
07:34Ich bin weggerannt.
07:39Gut, dass sie sich gemeldet hat.
07:41Durch die Aussage von Frau Gemmer sind weitere Ermittlungen voraussichtlich nicht nötig.
07:45Die Verletzungen sind dokumentiert, der Sachverhalt ist somit eindeutig.
07:48Jetzt müssen wir nur sehen, dass wir das Ganze so schnell wie möglich abschließen.
07:51Formal müssen wir Anzeige gegen Sie erheben, aber das Prozedere kennen Sie ja sicher.
07:54Das hoffen wir bloß noch, dass der Leubel das überlebt.
07:59Bis zum Abschluss des Verfahrens sind Sie vom Dienst freigestellt.
08:01Okay.
08:02Ich werde sehen, was ich machen kann.
08:04So, vielen Dank.
08:06Frau Lanz?
08:12Danke.
08:13Vielen Dank.
08:15Okay.
08:17Da gibt es nichts zu danken, also.
08:24Hat man eigentlich ein Messer gefunden?
08:41Ja.
08:42Steht doch im Bericht.
08:43Am Tatort?
08:44Ja.
08:46Fängerabdrücke?
08:47Sind noch dran.
08:48Wird aber schwierig.
08:48Ich lag in der Pfütze.
08:49Warum?
08:51Meier behauptet, Leubel hat ihn mit einem Messer angegriffen.
08:54Erhauptet?
08:56Aha.
08:56Glaubst du mir etwa nicht?
08:58Hat er am Tatort nicht erwähnt.
09:00Und jetzt sagt er, er hat es vergessen.
09:04Vergesst man sowas einfach?
09:05Willst du damit sagen, dass Meier lügt?
09:08Meinst du, der schießt dem Spaß auf jemanden?
09:10Nein.
09:10Ja, dann lass es doch den Stötzli machen.
09:13Reicht schon, wenn einer gegen die eigenen Kollegen ermittelt.
09:21Also, bis nächste Woche.
09:22Ja.
09:24Haben Sie eine Minute für mich?
09:27Ja, klar.
09:28Auch zwei.
09:33Ich weiß nicht, er...
09:34Er bedimmt sich irgendwie komisch.
09:38Das ist nicht ungewöhnlich.
09:40Menschen reagieren in Ausnahmesituationen unterschiedlich.
09:43Es hängt von vielen Faktoren ab.
09:44Die einen tun gar nichts, schauen weg, gehen einfach weit.
09:46Für andere ist es ganz normal, zu helfen.
09:48Er ist Polizist.
09:50Er war nicht im Dienst.
09:50Einmal Polizist, immer Polizist.
09:54Ist das so?
09:56Sind Sie 24 Stunden am Tag im Dienst?
09:59Wir werden dazu ausgebildet, einzugreifen.
10:02Ja.
10:03Aber in solchen Momenten wie in dem Park, da handelt man instinktiv, nicht rational.
10:07Sie glauben, er hat nicht als Polizist gehandelt?
10:12Die Ausbildung spielt eine untergeordnete Rolle.
10:16Erst wenn sich Situationen immer wieder wiederholen, dann entsteht sowas wie Handlungsroutine.
10:20Das war aber nicht der Fall.
10:20Aber gerade auf dem Oktoberfest macht er das ständig.
10:24Eingreifen.
10:26Das wundert mich, dass es gerade von Ihnen kommt.
10:29Sie müssen doch selbst am besten wissen, dass nicht immer alles so funktioniert, wie es soll.
10:33Das kennt man doch.
10:35Man hat etwas gelernt, hat es tausendmal gemacht, müsste es eigentlich im Schlaf können.
10:39Und dann...
10:40kommt es ganz anders.
10:44Sie glauben also, er hat einen Fehler gemacht?
10:54Das habe ich nicht gesagt.
10:56Aber Sie erwarten eine Antwort von mir, weil ich hier der Psychologe bin.
11:00Ich konnte mich auf die Situation nicht vorbereiten.
11:02So wie Meier.
11:03Nur, dass er eine Entscheidung verhält musste.
11:07Aber Sie reden immer über die anderen.
11:10Fangen Sie doch mal bei sich selbst an.
11:14Hier geht es aber nicht um mich.
11:17Sind Sie eifersüchtig?
11:19Weil Ihnen niemand für Ihre Arbeit auf die Schulter klopft?
11:21Was?
11:23Naja.
11:24Das kann man ja eigentlich erwarten.
11:26Von einer so erfolgreichen Kommissarin, wie Sie alle sind.
11:30Ich meine, dass sie Ihre Arbeit gut macht.
11:36Sie machen sich lustig über mich.
11:39Nein.
11:41Ich versuche nur, Fragen zu beantworten.
11:44Indem Sie über mich sprechen.
11:49Herr Lambert, Meier schämt sich.
11:53Und?
11:55Was schließen Sie daraus, Frau Kollegin?
11:59Dass er was falsch gemacht hat?
12:01Oder es zumindest denkt.
12:02Alles klar?
12:13Was macht der Kopf?
12:14Na ja, ist noch dran.
12:18Brauchst du was?
12:19Nee.
12:20Mir fällt zu Hause nur die Decke auf den Kopf.
12:22Kann gerade nicht allein sein.
12:23Morgen haben drei von der Presse angerufen.
12:26Einer vom Frühstückswahn sehen.
12:27Ist jetzt eben berühmt.
12:28Ach Gott.
12:30Wenn man so in der Zeitung steht, hm?
12:32Paul?
12:34Ja.
12:35Jeweil, ich weiß, wenn nicht passiert.
12:40Gute Besserung.
12:40Ich hätte hier noch eine Frage zu der Festnahme.
12:45Ich hätte hier noch eine Frage zu der Festnahme.
12:47Ich hätte hier noch eine Frage zu der Festnahme.
13:17Frau Lanz?
13:22Paul hat gesagt, Sie wären hier.
13:23Ja, ich wollte mal sehen, wie es so läuft.
13:28Aber ich will Sie auch gar nicht aufhalten.
13:31Sie haben Glück?
13:32Ja.
13:34Philipp Läubel.
13:36Er ist aufgewacht.
13:39Das ist sehr gut.
13:41Gott sei Dank.
13:43Danke.
13:44Danke.
13:47Es wird nicht lange dauern.
14:13Sind Sie bereit?
14:18Wie heißen Sie?
14:20Philipp Läubel.
14:21Nennen Sie mir bitte Alter und Anschrift.
14:2425, Anglerstraße 15 in 8339 München.
14:29Erinnern Sie sich an die Ereignisse aus der Nacht?
14:32Bitte schildern Sie mir genau, an was Sie sich erinnern.
14:37Ich war mit Freunden auf der Wiesn.
14:39Wann sind Sie gegangen?
14:40Ging in zehn Jahren sowas, glaube ich.
14:42Ich habe jetzt nicht auf die Uhr gesehen.
14:44Und wie sind Sie nach Hause?
14:46Warte oben, dann zu Fuß durch den Park.
14:49Wir sind aber jemandem begegnet.
14:52Bitte antworten Sie.
14:54Ja, ein Mädel.
14:56Wir sind ein Stück zusammengegangen.
14:58Kannten Sie sie?
14:59Nein.
15:00Warum sind Sie da mitgegangen?
15:02Die hatte Angst.
15:03Wovor?
15:05Im Dunkeln, die war alleine unterwegs.
15:07Wollte ja bloß helfen.
15:07Die Aussagen des Mädchens und des Oberkommissars Mayer
15:12widersprechen Ihrer Aussage.
15:15Ihnen zufolge haben Sie das Mädchen bedrängt.
15:17Das stimmt nicht.
15:18Das war der andere Typ.
15:19Wer?
15:20Oberkommissar Mayer?
15:21Kommissar.
15:22Das war kein Polizist.
15:23Der war von Agro.
15:25Der hat uns überfallen.
15:27Ich habe mich nur gewehrt, aber der war voll brutal.
15:29Hat er sich als Polizist ausgewiesen?
15:33Der?
15:33Nein.
15:35Der war bewaffnet.
15:36Ich habe gedacht, der schießt mich gleich.
15:38Der hat Panik gehabt und um Hilfe geschrien,
15:40aber der hat einfach seine Waffe gezogen.
15:42Sie haben ein Messer gezogen und ihn bedroht.
15:44Was?
15:44Na?
15:45Wir haben es sichergestellt.
15:47Ihr habt gar kein Messer, das stimmt nicht.
15:48Sie wollen also sagen, dass Oberkommissar Arthur Mayer
15:51die Unwahrheit sagt?
15:52Ja, er lügt.
15:54Der hat einfach auf mich geschossen.
15:57Gut.
15:58Danke.
15:59Das war's.
16:03Das sind schwere Anschuldigungen.
16:05Natürlich.
16:06Aber wir dürfen nicht vergessen,
16:07dass der Junge über 1,8 Promille im Blut hatte.
16:10Seine Aussage ist also unter Vorbehalt zu betrachten.
16:13Außerdem war zu erwarten, dass er alles abstreitet.
16:15Es war aber nicht zu erwarten,
16:16dass er Herrn Mayer beschuldigt,
16:17der Aggressor gewesen zu sein.
16:18Ja, er lügt.
16:20Ich meine, er hat das Mädchen angegriffen,
16:21dann muss ich da zwischengehen.
16:26Und das Messer?
16:28Lag im Wasser.
16:29Die KTO konnte keine eindeutigen Abdrücke sicherstellen.
16:32Warten Sie bitte draußen.
16:46Na gut.
16:48Gut.
16:48Wie beurteilen Sie das?
16:58Schwer zu sagen.
17:00Das Mädchen stützt Mayers Aussage.
17:01Und eigentlich haben wir keinen Grund,
17:02sie anzuzweifeln.
17:03Hat Läubel irgendwelche Vorstrafen?
17:05Nein.
17:06Student, unauffällig.
17:07Hatte noch nie Probleme mit der Polizei.
17:09Frau Lanz?
17:15Ich denke, wir sollten noch mal mit dem Mädchen reden.
17:18Das denke ich auch.
17:20Auch mit Läubels Freunden und dem Zeugen.
17:22Vielleicht hätte er doch noch mehr gehört oder gesehen.
17:26Sie machen das zusammen.
17:29Auch weil es kein gutes Licht auf uns wirft,
17:31wenn das nur die Interne macht.
17:35Ist das in Ordnung für Sie?
17:36Nein.
17:39Kein Problem.
17:41Dann holen Sie mal wieder rein.
17:46Herr Mayer?
17:55Der ist abgehauen.
17:57Und Hartmann?
17:59Ist stinksauer.
18:03Könnt ihr mir einen Grund nennen,
18:06warum der Mayer auf diesen Mann losgehen sollte?
18:08Es macht überhaupt keinen Sinn.
18:09Okay, Paul.
18:10Das Messer.
18:11Sie haben keine Abdrücke gefunden.
18:12Na und?
18:13Woher willst du wissen, dass es Läubel gehört?
18:15Also jetzt hörst du aber auf.
18:16Sag mal, was hast denn du gegen den Mayer?
18:17Ich habe überhaupt nichts gegen Mayer.
18:19Ich will nur wissen, was passiert ist.
18:20Was gibt es denn da noch zu wissen?
18:22Der Läubel hat das Mädchen bedrängt
18:23und Mayer ist dazwischen gegangen.
18:25Fertig aus.
18:25Was bist du denn so aggressiv?
18:27Ja, weil es mich nervt.
18:28Jetzt macht einer schon mal das Richtige
18:30und dann muss er sich auch noch rechtfertigen.
18:31Und Entschuldigung?
18:32Er ist unser Kollege.
18:34Na und?
18:34Deswegen hat er doch noch lange gern Freifahrtschein.
18:36Jetzt fängst du auch noch damit an.
18:38Moment.
18:39Es geht nicht darum, dass Mayer Polizist ist,
18:41sondern darum, was er getan hat.
18:42Wenn es wirklich so war, wie er gesagt hat,
18:44warum ist er dann abgehauen?
18:47Okay, irgendwas stimmt hier nicht
18:48und wir müssen rausfinden, was.
18:50Das ist unser Job.
18:51Trompeter, Sie gehen zu Läubels Freunden.
18:53Zeigen Sie ihnen das Messer.
18:54Wenn es wirklich seins war,
18:55muss es ja irgendwer mal gesehen haben.
18:57Und versuchen Sie, Mayer zu finden.
18:59Er kann jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken.
19:00Macht alles nur noch schlimmer.
19:01Aber Mayer ist Stützdienst.
19:03Ich weiß nicht, ob der das so prickelnd findet,
19:04wenn wir uns da einmischen.
19:05Sie sollen sich nur umhören.
19:07Schade doch nicht.
19:09Auf geht's, Paul.
19:10Geh mal.
19:13Weißt du, was ich glaube?
19:14Nein.
19:15Und ich weiß auch nicht, ob es mich interessiert.
19:18Du verteidigst ihn, weil ihr euch ähnlich seid.
19:23Der Mayer und ich.
19:26Na ja.
19:29Die Lederjacke, die Boots.
19:31Vielleicht weckt das dein Beschützerinstinkt?
19:34Ja, genau.
19:41Tag, Frau Gemmer.
19:42Wir würden gern noch mal mit Ihrer Tochter sprechen.
19:45Sie hat doch schon alles ausgesagt.
19:47Wir haben trotzdem noch mal ein paar Fragen an Sie.
19:49Es ist doch nichts passiert.
19:51Also, ich meine, sie hatte Glück.
19:54Es ist schon schlimm genug,
19:57dass das alles in der Zeitung steht.
19:59Es dauert nicht lang.
20:03Gut.
20:05Bitte.
20:12Jonas?
20:13Sag mal, weißt du, wo die Franzi ist?
20:15Äh, keine Ahnung.
20:17Oben vielleicht.
20:17Okay.
20:17Okay.
20:17Okay.
20:17Okay.
20:17Okay.
20:17Okay.
20:17Okay.
20:17Okay.
20:17Okay.
20:17Okay.
20:17Okay.
20:17Okay.
20:17Okay.
20:17Okay.
20:18Okay.
20:18Okay.
20:19Okay.
20:19Okay.
20:20Okay.
20:21Okay.
20:22Okay.
20:23Okay.
20:27Let's do it.
20:33Can I make it?
20:35Okay.
20:37Okay.
20:37Okay.
20:38Okay.
20:38Toastman Emperor.
20:39Na ja ...
20:41Wahrscheinlich ist hier Mara.
20:41Mara?
20:43Das ist ein Café.
20:44Sie joggt dort.
20:45Musik
21:15Mh, das schaut aber gut aus.
21:21Der Zopf ist spitze, ist gerade frisch aus dem Ofen.
21:24Wurzelstück?
21:25Wir sind auf der Suche nach der Franziska.
21:28Die Fahne Eid ist heute nicht da.
21:30Wissen Sie vielleicht, wo wir sie finden können?
21:35Ach, wegen der Sache im Park.
21:37Mein Gott, krass, das hätte echt auch ganz anders ausgehen können.
21:41Wenn wir zusammen heimgangen wären, wäre das sicher nicht passiert.
21:45Sie waren mit ihr unterwegs an dem Abend?
21:47Ja, wir waren was trinken.
21:49Wieso sind Sie nicht zusammen nach Hause?
21:52Ja, also, ich wollte nur bleiben, weil...
21:57Ah.
21:59Wissen Sie noch, wann Franziska gegangen ist?
22:01Ja, kurz nach zehn.
22:03Sicher?
22:04Ja, sicher, weil da war gerade Happy Hour aus
22:06und die Franziska wollte nicht einen vollen Preis zahlen.
22:08Einen Moment.
22:12Stimmt, was nicht?
22:13Wann ging der Notruf ein?
22:1622.29 Uhr.
22:19Also angenommen, Franziska ist tatsächlich direkt um 22.01 Uhr gegangen.
22:24Dann hätte alles weitere in nur 28 Minuten passieren müssen.
22:27Die Fahrt mit der U-Bahn, dann durch den Park, sie wird angesprochen,
22:30es kommt zur Auseinandersetzung,
22:32Meyer greift ein, die Männer beginnen zu kämpfen, der Schuss fällt.
22:35Alles in nur 28 Minuten.
22:37Vorausgesetzt, die Bahn kommt sofort, dauert die Fahrt allein ja schon 20 Minuten.
22:41Ja, das passt nicht.
22:42Das ist zu knapp.
22:44Was ist, wenn die Freundin sich in der Zeit vertan hat?
22:47Die war sich ziemlich sicher.
22:49Die Happy Hour ist um 22 Uhr vorbei.
22:50Frau Dr. Rüders, wir haben doch die Verletzungen des Mädchens dokumentiert.
23:01Die würge mal am Hals.
23:03Richtig.
23:05Sie sind zu klein.
23:07Wie meinen Sie das?
23:08Wie haben Sie mit den Vergleichsproben von Philipp Leubel abgeglichen?
23:12Sie passen nicht.
23:13Sind Sie sicher?
23:14Ist das eine rhetorische Frage?
23:17Sie sagen damit, Leubel hat sie nicht gewirkt?
23:19Ja, ausgeschlossen.
23:21Die Abdrücke stammen von viel kleineren Händen.
23:25Sie schicken mir Ihren Bericht, ja?
23:27Natürlich.
23:28Danke.
23:31Wenn der Leubel sie nicht gewirkt hat, woher hat sie dann die Blutergüsse?
23:35Und wenn die Freundin sich nicht geirrt hat und wenn Franziska nicht fliegen kann,
23:39gibt es eigentlich nur eine Erklärung.
23:41Sie hat sie sich selbst zugefügt.
23:43Warum sollte sie das machen?
23:45Dann hat sie gelogen.
23:47Sie kann im Park nicht dabei gewesen sein.
23:51Ich rufe jetzt die Maja nochmal an.
24:07Ja, Frau Gemma.
24:08Böhmer nochmal am Apparat.
24:10Sagen Sie, hat sich Ihre Tochter gemeldet?
24:14Hm, ja.
24:16Sie sagen bitte Bescheid, wenn Sie von ihr hören, ja?
24:18Danke.
24:20Und?
24:22Franziska ist immer noch nicht aufgetaucht.
24:24Was ist mit Maja?
24:26Bitte sprechen Sie Ihre Nachrichten nach dem Tonsignal.
24:29Hat das schon die ganze Zeit aus?
24:30Wieso sollte das Mädchen aussagen, dass sie dabei gewesen ist, wenn das gar nicht stimmt?
24:47Und wieso hat der Maja nichts gesagt?
24:54Er hat das Mädchen doch gesehen.
25:02Vielleicht, weil er auch gelogen hat?
25:03Haben Sie ihn gefunden?
25:24Leider nein, aber ich sollte mich ja ein bisschen umhören.
25:26Und?
25:27Ich habe mich mit einem Kollegen von ihm unterhalten.
25:29Gegen Maja liegt eine Anzeige wegen Körperverletzung im Dienst vor.
25:32Ach.
25:33Er sollte einer Meldung wegen Ruhestörung nachgehen und wurde dann von einem Ehepaar angezeigt,
25:37weil er Ihnen gegenüber handgreiflich geworden ist.
25:39Verhaupten die.
25:41Vielleicht wollen die ihm auch nur einen reindrücken, aber einen Anbetracht der Umstände...
25:44Wir brauchen Majas Akte.
25:46Am besten auch ein Bewegungsprotokoll von seinem Handy.
25:48Ich werde Stötzlin fragen.
25:49Und bitte finden Sie das Mädchen.
25:50Ja, Paul?
26:18Wo bist du?
26:19Auf dem Weg ins Büro.
26:20Habt ihr Maja gefunden?
26:22Nein.
26:24Aber Franziska.
26:35Wie es aussieht, hat sie eine schwere Fraktur des Schädels am Stirnbein.
26:39Außerdem Einblutungen im Auge.
26:41Und reichlich Bronchialsekret in Mund und Rachen.
26:44Wurde sie auslagen?
26:46Das glaube ich nicht.
26:46Bisher deutet alles auf Ertrinken hin.
26:48Wahrscheinlich infolge von Bewusstlosigkeit.
26:51Die Strömung muss besonders stark gewesen sein.
26:54Jemand hat sie niedergeschlagen und ins Wasser geworfen.
26:56Ja, möglich.
26:57Aber vielleicht ist das viel profaner.
27:00Dass sie gesprungen ist, oder was?
27:01Die Fraktur würde jedenfalls dazu passen.
27:03Oder jemand hat sie gestoßen.
27:04Das herauszufinden ist ihre Aufgabe.
27:07Jedenfalls hat sie keine sichtbaren Abwehrspuren.
27:10Aber falls ich nur etwas finde, werden Sie die Ersten sagen, die es erfahren.
27:13Danke, Dr. Röders.
27:14Warum sollte sie da runterspringen?
27:26Und Mord, wozu?
27:27Das macht doch keinen Sinn.
27:28Der Läubel liegt im Krankenhaus und eine Aussage hatte sie doch schon gemacht.
27:33Einfach runtergefallen ist sie jedenfalls nicht.
27:35Warum war sie hier?
27:43Vielleicht hat sie da oben jemand getroffen.
27:55Die Franziska ist immer noch nicht da.
27:57Ich habe bestimmt schon hundertmal versucht, sie zu erreichen.
27:59Wir haben ihre Tochter gefunden, Frau Kemmer.
28:06Es tut mir sehr leid.
28:29Wie geht's hier?
28:59Sie schläft jetzt.
29:01Benachrichtigt ihr das Kriseninterventionsteam, oder sollen wir?
29:04Wir machen das schon.
29:05Danke.
29:05Alles klar.
29:06Ciao.
29:06Ciao.
29:13Wann haben Sie Ihre Schwester zum letzten Mal gesehen?
29:18Gestern war ein Frühstück.
29:20Hat sie irgendwas gesagt?
29:21Wollte sie jemanden treffen?
29:22Wo ist Ihr Vater?
29:33Sollen wir ihn anrufen?
29:38Er ist tot.
29:39Stefan Kemmer ist vor acht Jahren bei einem Unfall ums Leben gekommen.
29:49Er wollte von der Spätschicht nach Hause und jemand hat ihn überfahren und liegen lassen.
29:53Fahrerflucht.
29:54Ja.
29:55Aber der Fahrer wurde ermittelt.
29:56Nur es kam nie zu einer Verurteilung.
29:58Warum?
29:59Die Spuren, die Beweislage waren wohl nicht eindeutig.
30:02Und Freunde von dem Fahrer haben ausgesagt, er wäre die ganze Nachbar hingewiesen.
30:06Die haben ihm ein falsches Alibi gegeben?
30:09Sieht so aus.
30:09Ja.
30:11Der Fahrer ist nie bestraft worden.
30:13Hier.
30:14Er hat nicht mehr seinen Führerschein verloren.
30:15Es gab keine Zeugen?
30:17Nein.
30:17Das ist der Grund, warum Franziska sich gemeldet hat.
30:21Wegen der Sache mit ihrem Vater.
30:25Das muss unglaublich frustrierend gewesen sein.
30:28Zu wissen, wer schuld ist am Tod des Vaters und nichts machen zu können.
30:31Und dann passiert das?
30:32Sie liest es in der Zeitung.
30:34Auch den Zeugen aufrufen.
30:35Und dann meldet sie sich, damit Läubel bestraft wird.
30:37Stimmt das mit dem Mädchen?
30:45Wie ist sie gestorben?
30:47Wahrscheinlich ertrunken.
30:47Nach einem Sturz.
30:48Unfall.
30:49Entweder sie ist gesprungen oder...
30:51Sie wurde gestoßen?
30:52Scheiße.
30:54Und Maya?
30:54Wo steckt der?
30:55Müssten Sie das nicht eigentlich wissen?
30:57Der fällt doch in Ihre Zuständigkeit.
30:59Maya ist schon früher wegen aggressiven Verhalten aufgefallen.
31:02Der Läubel sagt, er hat ihn angegriffen.
31:04Und die einzige Zeugin, die das klarstellen kann, ist tot.
31:06Wahrscheinlich ermordet.
31:07Nicht so schnell.
31:08Erstmal sollten wir mit Maya sprechen.
31:10Ja, warum ist er dann abgehauen?
31:11Das macht doch alles überhaupt keinen Sinn.
31:14Welches Motiv sollte Maya haben, Franziska umzubringen?
31:16Sie hat doch für ihn ausgesagt.
31:17Weiß ich.
31:19Vielleicht hat sie sich's anders überlegt.
31:24Oder was?
31:27Franziska Gemmer war nicht das Mädchen im Park.
31:29Sie kann's nicht gewesen sein.
31:30Aber die Würge, Male?
31:34Da hat sie sich sehr wahrscheinlich selbst zugefügt.
31:37Darauf deutet jedenfalls die Analyse der Rechtsmedizin.
31:40Sie glauben also, das Mädchen hat bewusst für Maya ausgesagt?
31:42Nein.
31:43Wir glauben, dass es mit dem Tod des Vaters zu tun hat.
31:45Er ist bei einem Unfall mit Fahrerflucht ums Leben gekommen.
31:48Der Fahrer wurde nie verurteilt, weil es keine Zeugen gab.
31:51Deswegen soll sie sich gemeldet haben.
31:54Maya kann sie genauso zur Aussage überredet haben.
31:57Warum sollte er das tun?
31:58Weil er Angst hatte, seinen Job zu verlieren.
32:01Er war überhaupt noch nicht wieder dienstauglich.
32:02Was?
32:03Er war drei Monate vom Dienst befreit wegen psychischer Probleme.
32:07Und das sagen Sie mir erst jetzt.
32:09Sie haben mir das mit dem Mädchen auch gerade erst erzählt.
32:11Weil wir es gerade erst rausgefunden haben.
32:13Sie haben Mayas Akte schon die ganze Zeit.
32:14Das ist vertraulich.
32:16Wann war das?
32:17Mitte des Jahres.
32:21Fragen Sie Ihren Psychologen.
32:23Bei dem war er doch.
32:36Entschuldigung.
32:39Was gibt's?
32:45Warum haben Sie mir nicht gesagt, dass Maya ihr Patient ist?
32:47Das wäre wichtig gewesen.
32:48Für wen?
32:50Für die Sache war es völlig unerheblich.
32:52Die Behandlung war abgeschlossen.
32:54Ganz nebenbei war der Patient meines Vorgangers.
32:56Ich habe ihn überhaupt nur zweimal gesehen.
32:57Die Zeugin ist tot.
33:01Und Maya ist zur Fahndung ausgeschrieben.
33:03Das wusste ich nicht.
33:07Aber Sie wussten, dass ich Mayas Akte nicht bekomme.
33:10Sie hätten mir das sagen müssen.
33:12Warum?
33:14Wegen Ihrer Intuition?
33:15Das ist zu wenig, Frau Lanz.
33:17Da gibt's auch noch ein Patientengeheimnis.
33:19Ich würde alles, was Sie sagen, auch vertraulich behandeln.
33:21So läuft das nämlich mit Vertrauen.
33:23Das funktioniert nur in beide Richtungen.
33:26Von Ihnen hätte ich das nicht erwartet.
33:30Wir nutzen Sie meine Argumente.
33:33Sehen Sie es als Kompliment.
33:36Ich habe Ihnen zugehört.
33:40Bitte.
33:41Ich muss wissen, warum Maya bei Ihnen in Behandlung war.
33:45Es kommt sowieso raus.
33:46Und es ist doch besser, Sie erzählen es mir, bevor noch mehr passiert.
33:49Er lebt unter schweren Schlafstörungen.
34:01Stressbedingter Erschöpfungszustand.
34:02Er droht in eine Depression abzugleiten.
34:04Er ist depressiv?
34:09Meiner Ansicht nach nicht.
34:12Ich habe zweimal mit ihm gesprochen.
34:13Da wirkte er gefestigt.
34:15Ich glaube, es war eine depressive Episode.
34:18Aber er wurde vom Dienst befreit.
34:20Das ist nicht unüblich.
34:21Er hat alle seine Sitzungen wahrgenommen.
34:23Und bei der letzten wirkte er auf mich nicht niedergeschlagen oder instabil.
34:25Und trotzdem, das Mädchen ist tot.
34:34Das ist nicht unüblich.
35:04Das ist nicht unüblich.
35:34Das ist nicht unüblich.
35:35Das ist nicht unüblich.
35:35Frau Betta?
36:01Stötzlin hat uns das Bewegungsprotokoll von Maya geschickt.
36:05Und?
36:05Sein Handy ist seit gestern aus.
36:09Okay, das war klar.
36:11Wir haben auch Franziskas Handy überprüft.
36:13Der letzte Anruf kam von Maya.
36:17Er hat Sie angerufen?
36:18Und sich womöglich mit ihr verabredet.
36:21Scheiße.
36:23Soll ich das jetzt an Stötzlin weiterleiten?
36:25Ja, ja, natürlich.
36:27Bis morgen.
36:29Gut, bis morgen.
36:30Ich will nur reden.
36:52Verdammt, nochmal Maya.
36:57Ich will nur was klarstellen.
36:59Ich hab das ein bisschen nicht umgewacht.
37:00Okay.
37:10Kommen Sie, bitte.
37:11Ich wollte die definitiv vergewaltigen.
37:20Ich hab sie schreien hören, als wäre ich ja gar nicht dazwischen gegangen.
37:23Dann lag plötzlich meine Waffe auf dem Boden.
37:33Dann wollte ich die aufheben.
37:34Dann hat er danach gegriffen.
37:35Und dann ist plötzlich, ist plötzlich dieser scheiß Schuss gefallen.
37:38Rufen Sie einen Krankenwagen!
37:58Rufen Sie einen Krankenwagen!
38:01Notarzt!
38:02Los, bitte!
38:02Machen Sie!
38:07Und das Messer?
38:08Das ist von mir.
38:17Warum haben Sie gelogen?
38:21Das weiß ich auch nicht so genau.
38:24Ich glaube, ich hab ein bisschen überreagiert.
38:26Ich wusste auch, dass es gibt eine Untersuchung.
38:30Ich hab mich vielleicht doch geschehen, weil meine Waffe runtergefallen ist.
38:36Ich hatte Angst um meinen Job.
38:38Ich hatte auch noch diese scheiß Depressionen.
38:41Sie sind in Behandlung.
38:43Ja, ja, ja.
38:47Meine Frau, die ist vor einem halben Jahr weg.
38:49Sie die Kinder, einmal im Monat.
38:52Ich hab vielleicht mit meinen Überstunden ein bisschen übertrieben,
38:55weil ich nicht allein sein wollte.
38:56Glauben Sie, Ihre Geschichte entschuldigt das alles?
39:05Sie sind nicht der Einzige, dem sowas passiert.
39:11Sie haben Franziska angerufen.
39:13Ja, aber sie war nicht das Mädchen vom Park.
39:17Ich weiß.
39:19Aber Sie haben sich mit ihr verabredet.
39:22Weil ich wissen wollte, warum sie sich gemeldet hat, ja?
39:26Aber die hätten nur davon geredet, dass Herr Läuble bestraft werden muss.
39:29Und weiter?
39:31Nichts weiter.
39:32Ich bin dann irgendwann gegangen.
39:33Konnte nicht mit ihr reden.
39:35Die war...
39:36Weiß nicht.
39:36Ich hab aber mit ihrem Tod nichts zu tun.
39:40Sie sind ein Idiot.
39:47Ja.
39:52Ja.
39:53Können Sie das Mädchen aus dem Park beschreiben?
39:57Es ist verdunkel, aber ich würde sagen, sie war Zürichin.
39:59Hm.
40:05Helfen Sie mir?
40:06Unter einer Bedingung.
40:08Sie stellen sich und machen eine Aussage.
40:10Sie helfen weder sich noch uns, wenn sie sich weiter verstecken.
40:34Morgen.
40:34Morgen.
40:36Servus.
40:36Morgen.
40:36Servus.
40:36Morgen.
40:37Servus.
40:37Morgen.
40:40Wo kommt denn der jetzt her?
40:55Ich stand gestern Abend bei mir vor der Haustür.
40:57So, Herr Mayer.
40:57Der ist zu dir gekommen?
40:58Mhm.
40:59Jetzt nur mal ganz von vorn.
41:01Und zwar wie es wirklich war.
41:02Also, ich war wie gesagt an diesem Abend im Dienst auf der Riesenwache bis 21 Uhr.
41:11Sie glauben ihm?
41:13Ich wollte ihm die Chance geben, die Wahrheit zu sagen.
41:15Na, jetzt glaubst du ihm, wo er bei dir war.
41:18Wir müssen das türkische Mädchen finden.
41:21Angenommen, es stimmt.
41:22Und es war jetzt keine Pakistanerin, Italienerin oder sonst was.
41:25Wie, wie sollen wir das machen?
41:27Über Franziska?
41:27Was?
41:28Du glaubst, die Mädchen kennen sich?
41:31Wieso?
41:32Entweder die beiden haben die gleichen Initialen oder...
41:35Franziska hat dir die Schuhe geliehen.
41:37Mhm.
41:51Ist das in Ordnung, wenn wir kurz sprechen?
41:54Es gibt noch ein paar Dinge, die wir Sie fragen müssen.
41:56Ja.
41:58Natürlich.
42:00Ich, ähm...
42:03Ich muss Ihnen leider sagen, dass Franziska nicht die Wahrheit gesagt hat.
42:07Sie war zum Zeitpunkt des Überfalls nicht am Tatort.
42:11Kriminalpolizei, wir waren ja schon mal hier.
42:13Ja.
42:13Sie kannten Franziska Gemma?
42:15Ja.
42:16Wissen Sie, ob sie eine türkische Freundin hatte?
42:20Natürlich war sie das.
42:22Sonst wäre sie doch nicht...
42:23Sie kann sich das auch nicht alles ausgedacht haben.
42:29Ich meine, sie hat hier...
42:30Wir glauben, sie hat sich die Blutergüsse selbst zugefügt.
42:33Warum sollte sie das tun?
42:37Vielleicht hat es etwas mit dem Tod ihres Vaters zu tun.
42:41Dieser Kerl...
42:42...hat doch nichts mit dem Tod meines Mannes zu tun.
42:47Wahrscheinlich wollte Franziska, dass Philipp Leubel auf jeden Fall bestraft hat.
42:51Wie ist Ihre Tochter mit dem Tod ihres Mannes umgegangen?
43:11Es war sehr schwer für sie.
43:12Für uns alle.
43:14Sie hat sich zurückgezogen.
43:15Am Anfang schon, ja.
43:16Und dann wurde sie immer wütender.
43:21Weil der Täter nicht bestraft wurde.
43:31Gehört diese Schuh Ihrer Tochter?
43:34Ja.
43:41Der wurde in der Nähe des Tatorts gefunden.
43:45Vermutlich hatte Franziska die Schuhe verliehen.
43:49Sagen Sie, hatte sie eine türkische Freundin?
43:51Denken jemanden in der Schule?
43:52In der Nachbarschaft?
43:54Nein.
43:55Nicht, dass ich wüsste.
43:57Dürfen wir uns nochmal in Franziskas Zimmer umsehen?
44:00Ja, natürlich.
44:01Bitte.
44:01Bitte.
44:01Bitte.
44:01Bitte.
44:01Bitte.
44:31Bitte.
44:51Haller?
45:01Frau Kimmer, kennen Sie dieses Mädchen?
45:22Nein, ich habe das Mädchen noch nie gesehen.
45:29Wir haben sie gefunden.
45:31Ich auch.
45:41Hi.
45:42Hi.
45:44Arbeitest du öfter hier?
45:46Das Geschäft gab mir mein Vater.
45:50Guten Tag.
45:51Hallo.
45:51Kann ich Ihnen helfen?
45:52Danke.
45:54Kennst du dieses Mädchen?
45:55Ihr wart also befreundet, Franziska und du?
46:04Nein, wir kennen Sie nur vom Sehen.
46:13Wann habt ihr euch kennengelernt?
46:15Wir haben mit ihr nicht gesprochen.
46:18Vielleicht mal gegrüßt, mehr nicht.
46:23Ihr habt euch doch nicht nur gegrüßt, ihr wart befreundet, richtig?
46:25Wir teilen die Container, mehr nicht.
46:28Okay, alles klar.
46:33Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben.
46:35Bitte, bitte.
46:36Herr Trompeter, wenn Sie so nett wären, die Aussage von Herrn Bingel zu Protokoll zu nehmen?
46:40Sehr gerne.
46:42Sie müssen dann nur noch unterschreiben.
46:43Das machen wir am besten gleich, dann haben wir es hinter uns, ja?
46:52Hatice, komm.
46:53Ihre Tochter kann hier auf Sie warten.
46:56Bei meinen Kollegen geht es verbal manchmal etwas, etwas rauer zu.
47:01Was meinen Sie?
47:03Bitte.
47:03Er will mich nur beschützen.
47:15Wofür?
47:16Vor allem.
47:18Vor der ganzen Welt.
47:20Mein Vater ist ein altmodischer Mensch.
47:24Und du?
47:27Ich bin hier geboren.
47:29Deutschland ist meine Heimat.
47:33Du weißt es im Park.
47:41Du bist ausgegangen, heimlich.
47:45Das war nur das eine Mal.
47:48Meine Eltern waren nicht da und meine Brüder haben selber Familie.
47:53Ich war nicht lange weg.
47:56Ich wollte vor elf zu Hause sein.
47:59Deswegen bist du durch den Park gegangen?
48:00Ich war fast zu Hause.
48:06Da hat mich dieser Typ angesprochen.
48:08Wollte, dass ich mitkomme.
48:10In der Bar.
48:12Ich wollte nicht.
48:13Dann
48:14Wenn der Polizist nicht gewesen wäre, dann
48:19Was genau wollte dieser Typ von dir?
48:23Das wissen Sie.
48:27Ja.
48:28Aber du musst es sagen.
48:30Das kann ich dir nicht abnehmen.
48:35Er hat mich angefasst.
48:40Überall.
48:44Und damals?
48:45Ja.
49:10Ja.
49:11Du hast es dann Franziska erzählt
49:18Sie wollte, dass ich zur Polizei gehe
49:21Aber du wolltest nicht
49:23Meine Eltern dürfen nicht wissen, dass ich weg war
49:25Hat sie versucht, dich zu überreden?
49:32Sie ist wütend geworden
49:33So kannte ich sie gar nicht
49:37Sie war sonst immer lustig
49:39Sie war so nett
49:43Wir haben uns im Hof kennengelernt in der Pause
49:47Mein Vater weiß das nicht, Herr Wenig, dass ich mich mit Ungläubigen treffe
49:53Das ist alles meine Schuld
49:57Ich zu Hause geblieben bin, wäre das alles gar nicht passiert
50:00Es ist nicht deine Schuld
50:02Doch, aber er hätte mich bestrafen sollen
50:05Sie hat doch nichts gemacht
50:07Du hast nichts getan
50:08Wofür du dich schämen musst
50:10Gar nichts
50:10Hast du noch mal mit Franziska gesprochen?
50:15Nachdem sie sich für dich gemeldet hat
50:17Nein
50:18Sie dürfen meinem Vater nichts davon erzählen, bitte
50:25Du darfst das nicht erfahren
50:28Es tut mir leid
50:31Das geht nicht
50:33Wir brauchen deine Aussage
50:36Sie hätte lieber in Kauf genommen, dass Philipp Leubel ungestraft davonkommt
51:04Bisschen pervers ist das schon
51:06Sie gibt sich sogar selbst die Schuld
51:08Verkehrte Welt
51:10Meinen Sie, er wusste davon?
51:12Dass die beiden befreundet waren?
51:14Sicher
51:14Dann checken wir mal seine Alibi
51:16Okay
51:16Mit dem Vater kommen wir nicht weiter, den haben wir überprüft
51:38Religiöser Dogmatik, aber das ist ja leider nicht strafbar
51:42Alibi passt?
51:43Sie hatten an dem Tag einen Catering für eine Hochzeit
51:45Er war die ganze Zeit da
51:47Sie wollte bloß mal ausgehen
51:50Mit wem eigentlich?
51:56Sie hat gesagt, alleine
51:56Allein?
51:58Nee und immer
51:59Wenn niemand wusste, dass die beiden befreundet sind
52:09Wer hat dann dieses Foto gemacht?
52:11Ach du Scheiße
52:20Ach du Scheiße
52:20Ja?
52:49Frau Gemma, Lanz hier, Kripo München
52:51Sagen Sie, ist Ihr Sohn zu Hause?
52:54Der Jonas?
52:56Nein
52:56Er besitzt doch einen roten Rucksack, ist das richtig?
53:01Ja
53:01Sie wissen nicht zufällig, wo er hin ist?
53:05Er ist nochmal mit dem Rad weg
53:06Ich glaube, er wollte zur Isar
53:08Zur Isar?
53:10Warum wollen Sie das wissen?
53:12Nichts Wichtiges, wir melden uns
53:14Danke
53:14Fahr du zu Frau Gemma, vielleicht auch der Junge dort auf
53:17Gehen Sie weg!
53:31Gehen Sie weg!
53:45Was nicht?
53:46Bitte!
53:48Scheiße
53:49Das hat doch alles keinen Sinn!
53:52Hatice und du, ihr seid ein Paar, nicht wahr?
53:57Aber das wusste keiner, außer deiner Schwester
53:59Bleiben Sie da!
54:04Wie habt ihr euch kennengelernt?
54:06Als du Franziska im Café besucht hast?
54:08Ja
54:11Sie sind draußen im Hof gesessen
54:14Du hast dich mit Hatice getroffen an dem Abend
54:17War das eure erste Verabredung?
54:19Alleine?
54:20Nur ihr zwei?
54:21Ich wollte sie nach Hause bringen
54:22Aber sie wollte nicht
54:24Sie hatte Angst, dass jemand uns sehen könnte
54:27Und jetzt gibst du dir die Schuld für das, was passiert ist
54:31Du denkst, wenn du sie nach Hause gebracht hättest
54:34Dann wäre sie nicht überfallen worden
54:35Hatice gibt sich auch die Schuld
54:37Jeder gibt sich die Schuld
54:39Sogar unser Kollege
54:40Aber wenn einer dafür verantwortlich ist, dann Philipp Leubel
54:45Seine Schwester wollte, dass er bestraft wird
54:48Er sollte nicht einfach so davon kommen, wie der Raser damals, der euren Vater überfahren hat
54:54Hatice wollte das nicht
54:55Weil sie Angst hatte
54:56Ich hab Fanny gesagt, dass sie es nicht machen soll
54:58Aber sie ist immer so stur gewesen
55:00Was ist passiert, Jonas?
55:03Ich hab mit ihr reden wollen
55:05Weil du wütend warst
55:06Sie hätte das nicht machen dürfen
55:08Ich bin ihr nachgegangen
55:11Sie hat diesen Polizisten getroffen
55:14Und als der weg war, hab ich sie zur Rede gestellt
55:17Aber sie hat mich nur angeschrien
55:20Sie wollte, dass dieser Typ bestraft wird
55:23Und dabei ist doch gar nichts passiert
55:26Nur diesem Typen
55:29Hatices Eltern dürfen davon nichts erfahren
55:35Du hattest Angst, dass du Hatice verlierst, ja?
55:39Ich hab Fanny festgehalten
55:40Und sie hat sich losgerissen
55:44Dann ist sie übers Geländer gefallen
55:48Es tut mir leid
55:53Es kommt, Peter
55:55們 zu einem
55:58Sieh Fer DScciones
55:59Und uns
56:02Vielen Dank
56:03Wir werden fertig
56:05Wir werdene
56:06Schaub
56:07iss
56:25Frau Lanz?
56:30Herr Lambert?
56:32Ich dachte, es interessiert Sie vielleicht.
56:35Läubel wird jetzt offiziell angeklagt
56:36und Meier muss sich verantworten wegen der Falschaussage und dem Messer.
56:40Gut, danke.
56:46Außerdem wollte ich mich bei Ihnen entschuldigen.
56:50Das müssen Sie nicht.
56:52Sie haben nur Ihre Arbeit gemacht.
56:55Erzählen Sie mir von Afghanistan?
57:06Wir schützen, was uns wichtig ist.
57:09Sie kämpfen für Gerechtigkeit und die Wahrheit.
57:13Und Sie?
57:16Für die Menschen.
57:20Und Geheimnisse.
57:21Wir schützen, bis zum nächsten Mal.
57:25Untertitelung des ZDF, 2020
57:55Untertitelung des ZDF, 2020
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