00:00Zu wenig Wettbewerb sehen die E-Control und die Bundeswettbewerbsbehörde im Energiesektor.
00:07Mit einer gemeinsamen Taskforce haben die beiden Behörden die Energiekrise untersucht.
00:13Am Dienstag haben sie den Abschlussbericht dazu vorgestellt.
00:18Wir haben keinen funktionierenden bundesweiten Wettbewerb.
00:23Wir haben sehr niedrige Wechselraten von Kunden und Kundinnen.
00:29Die Folgen von niedrigem Wettbewerb sind bekannt.
00:33Das führt zu höheren Preisen.
00:35Es bedeutet auch, dass ich weniger Anreiz habe, hier besonders transparent zu sein.
00:40Also auch in einem Wettbewerb, um die Transparenz hier zu treten.
00:4424 Jahre nach der Liberalisierung des Marktes gäbe es regional marktbeherrschende Unternehmen.
00:51Diese früheren Monopolisten stünden mehrheitlich im Eigentum der Bundesländer und seien untereinander beteiligt.
01:01Die Generaldirektorin der Bundeswettbewerbsbehörde nennt hier einige Beispiele.
01:07Die Energieallianz befindet sich zu 45 Prozent im Eigentum der Wienenergie, 45 Prozent im Eigentum der EVN, 10 Prozent im Eigentum der Energie Burgenland.
01:18Die EVN gehört wieder zu über 28 Prozent der Wiener Stadtwerke Holding, dem Mutterkonzern der Wienenergie.
01:25Die EVN ist neben einer Minderheitsbeteiligung am Verbund ihrerseits zu 73,6 Prozent an der Burgenland Holding beteiligt,
01:33welche 49 Prozent der Anteile der Energie Burgenland hält und, und, und.
01:37Ich könnte jetzt fortsetzen, fortsetzen, fortsetzen.
01:39Diese engen Verflechtungen wirken sich sehr nachträglich auf den Wirtschaftsstandort Österreich aus.
01:48E-Control-Vorstand Wolfgang Urbancic sagt, dass Österreichs Strompreise im Europa-Vergleich im oberen Drittel seien.
01:57Das Interessante dabei ist aber, dass das für die Großhandelspreise nicht unbedingt der Fall ist.
02:04Also da zählen wir nicht zu diesen Höchstpreisländern.
02:08Das heißt, da passiert irgendetwas zwischen den Großhandelspreisen und den Endkundenpreisen.
02:13Den Kundinnen und Kunden raten die Behörden, die Energieanbieter öfters zu wechseln, um Konkurrenz anzuregen.
02:21Der Politik empfehlen sie, für mehr Transparenz zu sorgen, etwa bei Strom durch monatliche Abrechnungen.
02:30Es ist buchstäblich so, dass die Kundinnen und Kunden mit dieser Jahresabrechnung im Dunkeln gelassen werden.
02:36Und damit gibt es auch keine Möglichkeit zu reagieren.
02:40Es gibt keinen sachlichen Grund mehr, warum man noch immer im Haushaltsvertragsbereich die Jahresabrechnung hat.
02:47Im Gegenteil, die standardmäßige Stromabrechnung pro Monat im Strom ist ein Gebot der Fairness und führt zur Transparenz.
02:58Und ganz ehrlich, mittlerweile habe ich den Eindruck, dass es gar nicht um irgendwelche administrativen Themen geht,
03:06sondern dass diejenigen, die gegen die monatliche Stromabrechnung sind, in Wahrheit den Wettbewerb fürchten.
03:11Urbancic drängt auch darauf, die schon länger geplante Strommarktreform durch das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz rasch in Begutachtung zu bringen
03:21und danach bald zu beschließen.
03:24Untertitelung des ZDF für funk, 2017
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