00:00Deutlich leiser als üblich hat am Samstag in Wien die 29. Regenbogenparade begonnen.
00:06Denn auch diese Veranstaltung stand im Zeichen des Gedenkens an die Opfer des Amoklaufs in Graz.
00:12Daher wurde diesmal ganz ohne Musik, ohne Jubel, sondern als ruhiger Gedenkzug am Rathausplatz gestartet.
00:19Die an Tagen zuvor im Pride Village angefertigten Trauerbanner wurden an der Paradespitze bis zum Parlament getragen und dort niedergelegt.
00:26Eine Absage der Parade kam für die Veranstalter letztlich nicht in Frage.
00:31Die Parade als Demonstration kann man nicht ausfallen lassen.
00:35Also hier geht es um die Demonstration für Gleichberechtigung von LGBTIQ-Menschen.
00:41Das Einzige, was wir überlegt haben und wo wir in einem sehr intensiven Austausch waren, war, wie adaptieren wir es, dass es für uns stimmig ist,
00:49weil wir sehr von dieser Tragödie in Graz auch betroffen gewesen sind.
00:53Nach dem Parlament hat sich der Paradezug, zu dem wieder 300.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet wurden, gewohnt bunt und lautstark fortgesetzt.
01:02Die Veranstalter betonen erneut den politischen Ursprung der Veranstaltung.
01:06Es sind über 300.000 Menschen.
01:08Also man kann schon sagen, die Gesellschaft, und da gibt es ja auch Umfragen dazu, ist mehrheitlich für die Gleichberechtigung von LGBTIQ-Menschen.
01:18Und es wird immer wieder in Frage gestellt, es ist eine große Party.
01:24Das ist es nicht.
01:26Ich glaube, da braucht man einfach ein Hintergrundverständnis dafür.
01:29Es sind LGBTIQ-Menschen, die das ganze Jahr über sich verstecken, Angst haben, dass sie angegriffen werden, Angst haben, dass sie angespuckt oder beleidigt werden,
01:37in einem privaten Rahmen, weil sie Händchen halten oder weil sie einfach so sind, wie sie sind.
01:42Und natürlich geht man dann am Tag der Parade einmal angstfrei, fröhlich, komplett aus sich heraus, wenn man sich einmal ohne Angst zeigen kann.
01:52Und sowas schaut dann natürlich sehr fröhlich aus.
01:54Also ich glaube, politisch hat sich die Lage nicht unbedingt verbessert.
01:57Wir sehen immer noch sehr, sehr viele Sachen, die zu tun sind.
02:00Und wir sehen auch in der Gesellschaft, also wenn wir uns die Verbrechensserie von ein paar Monaten anschauen,
02:04da ist auch schon in der Gesellschaft auch noch sehr viel Hass vorhanden und sehr viel Unaufgeklärtheit.
02:10Aber was wir sehen, und das ist unsere Hoffnung in die jüngere Generation, dass da einfach viel mehr Aufklärung ist und auch die Bereitschaft da ist,
02:16selbst wenn man nicht Teil der Community ist, aufzustehen und für Menschenrechte einzustehen.
02:21Wir sehen international Bewegungen, die sich immer mehr gegen LGBTIQ-Menschen richten.
02:27Das ist sehr besorgniserregend.
02:30Wir sehen aber auch einen sehr breiten Support generell von Menschen, die sich für eine gerechte Gesellschaft einsetzen möchten.
02:39Das ist rüber, schwab zu uns.
02:41Ich meine, es ist schon, wir hatten vor einiger Zeit die Hetzjagd auf schwule Männer.
02:46Leute gehen auf Toiletten andere an, weil sie angeblich die falsche Toilette benutzen.
02:51Und genau deswegen ist es so wichtig, dass wir hier auf die Straße gehen,
02:54weil es geht um alle Menschen, die einen Platz in dieser Gesellschaft haben.
02:58LGBTIQ-Menschen sind Menschen wie alle anderen und es geht um Gleichberechtigung und der Diskriminierungsschut muss her.
03:06Die Route führte wie üblich die Wiener Ringstraße gegen die Fahrtrichtung entlang, zurück zum Ausgangspunkt,
03:11wo dann am Abend die Pride Celebration auf dem Programm stand.
03:14Untertitelung des ZDF für funk, 2017
03:15Untertitelung des ZDF, 2020
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