00:00Nach dem Amoklauf eines 21-Jährigen in seiner ehemaligen Schule am Dienstag in Graz mit zehn Todesopfern
00:06wurden am Mittwoch im Innenministerium weitere Details zur Alarmierung rund um die Tat genannt.
00:12Unser Permanenzdienst hat den örtlichen Funk mitgehört und mitbekommen,
00:16dass in der Borg Dreier Schützengasse ein Amoklauf vermutlich und kurz darauf bestätigt, dass ein Amoklauf passiert.
00:23Sofort sind die Einsatzkräfte in die Fahrzeuge gesprungen und mittels Blaurecht zugefahren.
00:31Wir haben dann mitbekommen, dass zehn Minuten nach Alarmierung bereits eine Bezirksstreife vor Ort war.
00:38Die zwei Kollegen haben sich dann zusammengefunden mit einer Streife der schnellen Interventionsgruppe
00:44und die sind bereits acht Minuten nach der Erstinformation in das Gebäude rein.
00:48Eine Minute später waren unsere Kräfte vor Ort vom Einsatzkommander Cobra
00:53und wir haben auch das Gebäude betreten, war auffällig ruhig.
00:59Wir haben die Information dann von einem Lehrer, der sich in dem Bereich der Aula befunden hat,
01:04die Information bekommen, dass vermutlich im dritten Stock der Täter das letzte Mal gesehen wurde.
01:10Wir haben uns unmittelbar in den dritten Stock begeben und dort in diesen Raum, in diese Schulklasse sind wir dann reingegangen
01:19und haben halt die verletzten, schwer verletzten und auch verängstigsten Personen vorgefunden.
01:26War aber für uns relativ schnell klar, dass sich der Täter nicht darunter befindet.
01:31Wir haben dann weitergesucht und einen Raum weiter.
01:35Im WC konnten wir dann den Täter antreffen, der sich unserer Einschätzung nach suizidiert hatte.
01:42Wir haben dann die Waffen gesichert und haben sofort einen Einsatzsanitäter, der bei uns im Team war, abgestellt,
01:49der in den Raum zurückgegangen ist und mit den ersten Rettungs- und Vorsorgemaßnahmen begonnen hat.
01:57Wenige Augenblicken später ist auch ein Kollege der Schneedlin-Interventionsgruppe dazugekommen
02:02und gemeinsam haben sie bis zum Eintreffen der Rettungskräfte diese verletzten, schwer verletzten Personen versorgt.
02:09Wir haben, weil wir nicht ausschließen konnten, dass auch noch weitere Täter im Gebäude sind, die Durchsuchung vorangetrieben.
02:17Und wenige Minuten später haben wir gemeinsam mit einer Streife der Schneedlin-Interventionsgruppe das Gebäude gesichtet.
02:25Das bedeutet, wir haben festgestellt, in offenen Bereichen, in offenen Räumen befindet sich keine gefährliche Person mehr.
02:33Wir haben sichere Bereiche, sichere Korridore geschaffen und sofort Rettungskräfte, Notärzte zugeführt,
02:43die mit der Versorgung der Personen begonnen haben, mit der professionellen.
02:47Und wir haben noch einmal das Gebäude genauestens durchsucht, das heißt auch geschlossene Räumlichkeiten.
02:53Wir haben hinter die Kästen geschaut, wir haben in die Kästen geschaut, um ausschließen zu können,
02:57dass noch eine weitere Gefahr, ein weiterer Täter sich im Gefäude befindet.
03:02Und schlussendlich, 28 Minuten nach Alarmierung, konnten wir das Gebäude für sicher erklären
03:08und damit auch für weitere Hilfs- und Rettungs- und Ermittlungsmaßnahmen freigeben.
03:15Seit 2010 ist ein jeder Polizist für derartige Lagen ausgebildet und wird regelmäßig fortgebildet.
03:21Und wir haben auch das Konzept dahingehend umgestellt.
03:25Früher war es so, dass die erste eintreffende Streife eine Außensicherung aufgezogen hat
03:31und erst dann in das Gebäude sind die Spezialkräfte gegangen.
03:34Das hat sich nicht für zielführend herausgestellt. Warum?
03:37Weil der Täter dann noch mehr Zeit hat, um hier seine Strafbahnhandlungen umzusetzen.
03:43Das bedeutet jetzt, wir gehen sofort hinein, wir warten nicht auf Unterstützung.
03:48Die erste eintreffende Streife geht in das Gebäude, versucht, den Täter zu lokalisieren
03:54und an sich zu binden, damit er nichts bei etwaigen Opfern anrichten kann.
04:00Dieses System hat sich bewährt, 2020 beim Terroranschlag, da war es genauso.
04:04Und das setzen wir auch seit 2010 um.
Kommentare