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  • vor 9 Monaten
Die Französische Revolution (1789–1799) gehört zu den folgenreichsten Ereignissen der neuzeitlichen europäischen Geschichte. Die Abschaffung des feudal-absolutistischen Ständestaats sowie die Propagierung und Umsetzung grundlegender Werte und Ideen der Aufklärung als Ziele der Französischen Revolution – das betrifft insbesondere die Menschenrechte – waren mitursächlich für tiefgreifende macht- und gesellschaftspolitische Veränderungen in ganz Europa und haben das moderne Demokratieverständnis entscheidend beeinflusst. Als zweite unter den Atlantischen Revolutionen erhielt sie ihrerseits orientierende Impulse aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskampf. Die heutige Französische Republik als liberal-demokratischer Verfassungsstaat westlicher Prägung stützt ihr Selbstverständnis unmittelbar auf die Errungenschaften der Französischen Revolution.

Die revolutionäre Umgestaltung und die Entwicklung der französischen Gesellschaft zur Nation war ein Prozess, bei dem in der Geschichtsschreibung drei Phasen unterschieden werden:

Die erste Phase (1789–1791) stand im Zeichen des Kampfes für bürgerliche Freiheitsrechte und für die Schaffung einer konstitutionellen Monarchie.
Die zweite Phase (1792–1794) führte angesichts der inneren wie äußeren gegenrevolutionären Bedrohung zur Errichtung einer Republik mit radikaldemokratischen Zügen und zur Ausbildung einer Revolutionsregierung, die mit Mitteln des Terrors und der Guillotine alle „Feinde der Revolution“ verfolgte.
In der dritten Phase, der Direktorialzeit von 1795 bis 1799, behauptete eine von besitzbürgerlichen Interessen bestimmte politische Führung die Macht nur mühsam gegen Volksinitiativen für soziale Gleichheit einerseits und gegen monarchistische Restaurationsbestrebungen andererseits.
Ausschlaggebender Ordnungs- und Machtfaktor wurde in dieser Lage zunehmend das in den Revolutionskriegen entstandene Bürgerheer, dem Napoleon Bonaparte seinen Aufstieg und den Rückhalt bei der Verwirklichung seiner sich über Frankreich hinaus erstreckenden politischen Ambitionen verdankte.

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Transkript
00:00Detektive der Vergangenheit. Ungelöste Fälle. Bewegendes Schicksal. Große Geschichte. ZDF History mit Guido Knopp.
00:18Schicksalsjahr 1789. Ein politisches Erdbeben erschüttert das alte Europa. Ein absoluter Herrscher verliert seine Macht an das eigene Volk.
00:37Der Aufstand mündet in Fanatismus und Gewalt. Die blutige Geburtsstunde der modernen Welt. Revolution in Frankreich.
00:54Willkommen liebe Zuschauer. Wohl keine große Umwälzung in der Geschichte wurde gleichzeitig so sehr verherrlicht und verteufelt wie der revolutionäre Ausbruch Frankreichs 1789.
01:05Ungezählte Bücher und Theaterstücke, Lieder und Gedichte handeln entweder vom edlen Dreiklang, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit oder prangern all die Schrecken an, die mit der Guillotine verbunden sind.
01:19Dabei hat die Wahrheit wie so oft Legenden weichen müssen. Schon der weltberühmte Sturm auf die Bastille war bei Licht betrachtet alles andere als ein Sturm.
01:28Er war allenfalls eine erzwungene Übergabe. Und die Parole Liberty, Fraternité, Egalité wurde erst geschlagene 80 Jahre später zum Generalmotto der Revolutionäre erklärt.
01:41Tatsächlich gab es 1789 eine ganze Reihe anderer Schlachtrufe.
01:47Sehen Sie nun die wirklich aufwendige Spurensuche unserer Freunde vom History Channel.
01:52Die Conciergerie, das älteste Gefängnis von Paris, an den Ufern der Seine.
02:02Am 27. Juli 1794 wartet hier ein Mann auf seine Hinrichtung.
02:08Noch am Tag zuvor war er der mächtigste Politiker Frankreichs.
02:12Einen Selbstmord versucht hat er überlebt, die Kugel zerschmettert ihm nur das Kinn.
02:17Der Heftling ist erst 36 und doch verkörpert er wie kein anderer Licht und Schatten des bis dahin gewaltigsten Umbruchs der Geschichte.
02:31Die Französische Revolution ist einer der außergewöhnlichsten Momente der Geschichte.
02:36Auf einmal gab es das Bewusstsein, alles verändern zu können.
02:39Nicht nur den Staat, auch den Menschen selbst.
02:43Die Französische Revolution legt den Grundstein für die moderne Welt.
02:49Die Geschichte schlägt einen ganz neuen Weg ein.
02:53Sie wollen eine neue, bessere Welt ohne Hunger, ohne Unterdrückung.
02:58Erfüllt von Freiheit und Menschenrecht.
03:01Mit gleichen Chancen und Pflichten für jedermann.
03:04Doch der Fortschritt hat seinen Preis.
03:06Ein Moment der Hoffnung mündet in eine schreckliche Tragödie.
03:16In den Stunden vor seinem Tod ist Maximilien de Robespierre ein gebrochener Mann.
03:24Fünf Jahre hat er für die Menschlichkeit gekämpft und ist dabei selbst unmenschlich geworden.
03:28Er hat Tausende unter die Guillotine geschickt, weil er glaubte, sie stehen der Revolution im Wege.
03:40Jetzt soll der meisterhafte Redner für immer zum Schweigen gebracht werden.
03:46Der Tod ist der Beginn der Unsterblichkeit, ruft er seinen Gegnern zu, in der wagen Hoffnung, dass ihm die Geschichte Recht geben wird.
03:53Rückblick. 20 Jahre zuvor. Kraft und Glanz der alten Ordnung sind noch ungebrochen.
04:04Im Juni 1775 bereitet sich Paris auf einen Festtag vor.
04:09Der frisch gekrönte König Ludwig XVI. und seine schöne österreichische Gemahlin Marie Antoinette ziehen unter dem Jubel der Bevölkerung in die Hauptstadt ein.
04:23Auf dem Programm steht auch ein Besuch der Elite-Schule Louis-Legrand.
04:29Dort wartet der 17-jährige Maximilien de Robespierre.
04:34Der Klassenbeste darf das junge Herrscherpaar begrüßen.
04:39Eine hohe Ehre für den mittellosen Stipendiaten aus der Provinz.
04:44Für den König ist es nur eine kurze Station.
04:47Die Verse des Jungen quittiert er mit Schweigen.
04:49Er kann nicht ahnen, dass dieser Musterschüler einmal über ihn richten wird.
04:56Solche Rituale gibt es an jeder Schule.
04:59Aber die Ironie ist nicht zu übersehen.
05:01Robespierre hält eine Rede zu Ehren des Mannes, den er später töten wird.
05:06Die sozialen Probleme im stolzen Frankreich des 18. Jahrhunderts sind unübersehbar.
05:12Noch immer bestimmt allein die Geburt über die Chancen jedes Einzelnen.
05:15Der Reichtum des Adels steht in scharfem Kontrast zur Armut der Bauern.
05:21Die Kritik am König wächst.
05:23Philosophen stellen den vermeintlich göttlichen Ursprung der alten Ordnung in Frage.
05:28Eine explosive Idee macht die Runde.
05:31Ist der Mensch nicht von Natur aus frei und mit gleichen Rechten geboren?
05:35Es beginnt das Zeitalter der Aufklärung.
05:38Die Botschaft der Aufklärung lautet, vertraue keiner Autorität.
05:49Glaube nichts, was ein anderer dir gesagt hat.
05:52Nutze deinen eigenen Verstand.
05:56Das neue Denken gewinnt Anhänger vor allem in den gebildeten Schichten der Bevölkerung.
06:01In den Salons des Adels und des Bürgertums werden die Ideen diskutiert und weitergetragen.
06:09Voltaire und Rousseau gelten als die großen Lehrmeister ihrer Zeit.
06:14Ausgerechnet im Kreis der Privilegierten gilt es als schick, Freiheit und Gleichheit für alle zu fordern.
06:21Doch die adeligen Salonlöwen denken nicht im Traum daran, dass die modischen Ideen den ganzen Staat aus den Angeln heben können.
06:27Die Menschen fragten plötzlich, warum hat der Adel überhaupt Privilegien?
06:41Können wir die Welt nicht ändern und besser machen?
06:44Die alte Ordnung wurde infrage gestellt.
06:47Das ganze System der Monarchie, der Aristokratie, der althergebrachten Hierarchie des Staates.
06:52Hierarchie ist natürlich.
07:22Nahrung und Kleidung zu geben.
07:28Amerika ruinierte Frankreich.
07:31Die Schulden, die Frankreich für die amerikanische Unabhängigkeit auf sich nahm, waren absolut entscheidend für die finanzielle Misere der Monarchie.
07:39Die Bourbonen konnten einfach ihre Schulden nicht mehr bezahlen.
07:47Am Hof in Merseille ist die Finanzkrise kein Thema.
07:51Das Leben am Königshof verläuft in genau festgelegten Bahnen.
07:55Ein aufwendiges Zeremoniell bestimmt das Leben der Höflinge.
08:02Mittelpunkt von Versailles ist die schöne Gemahlin des Königs, Marie Antoinette.
08:07Die Prinzessin aus Österreich hat eine Schwäche für teure Kleider, wertvollen Schmuck und extravagante Frisuren.
08:14Marie hatte einen Modetick.
08:21Sie trug meterhohe Perücken mit allen möglichen Ausschmückungen.
08:25Sie verbrachte täglich Stunden bei ihrem Friseur.
08:28Viele empfanden das als obszön.
08:30Diese maßlosen Frisuren standen für all das, was falsch war, an der ganzen Hofkultur.
08:36Im Zeichen der Finanzkrise mehren sich die Angriffe auf das Luxusleben von Versailles.
08:45Ein junger Anwalt aus der Provinz schickt seine Anklage direkt an den Königshof.
08:53Wisst ihr eigentlich, warum es so viele bedürftige Menschen gibt?
08:57Weil euer maßloser Lebenswandel an einem Tag die Existenzgrundlage tausender Menschen verschlingt.
09:03Der Schreiber dieser mutigen Zeilen ist derselbe Mann, der ein paar Jahre zuvor dem König zu seiner Krönung beglückwünschen durfte.
09:12Maximilien de Robespierre.
09:16Selbst das Wetter lässt den König im Stich.
09:20Nach der Missernte im Sommer 1788 erlebt Frankreich noch im selben Jahr den kältesten Winter seit 90 Jahren.
09:28Die Getreidevorräte gehen zu Ende.
09:30Tausende sterben durch Hunger und Kälte.
09:36Wenn Gott sich jemals eingemischt hat, um eine Situation noch schlimmer zu machen, dann im Sommer 1788 und im Frühjahr danach.
09:45Im Sommer 1888 war die Krise schon unübersehbar und sie nahm noch zu, als die Nahrungsmittel immer knapper wurden.
09:53Für die Menschen des 18. Jahrhunderts ist Mehl die wichtigste Grundlage des Überlebens.
10:07Für die einfachen Leute in Frankreich war Brot das einzige Hauptnahrungsmittel.
10:12Wenn sich sein Preis verdoppelte, war man in großen Schwierigkeiten.
10:15Der ohnehin schon geschwächten Autorität Ludwigs des 16. geben die Missernten den Rest.
10:27Die Preise für Brot und Mehl steigen ins Astronomische.
10:31Erste Aufstände brechen aus.
10:32Die Angst vor einer Hungersnot lähmt die Wirtschaft des Landes.
10:43Getreidetransporte werden überfallen.
10:45Bäckereien geplündert.
10:47Frankreich gleicht einem Pulverfass.
10:50Wer in Verdacht gerät, Brot zu horten, wird gelünscht.
10:53In seiner Not ruft der König die Generalstände ein.
11:01Eine Volksversammlung aus der Zeit vor dem Absolutismus, zuletzt einberufen vor 175 Jahren.
11:08Die Delegierten sollen neue Steuern beschließen, um den drohenden Staatsbankrott abzuwenden.
11:17Frankreich war politisch in drei Ständen organisiert.
11:20Der erste Stand war der Klerus, der zweite der Adel und der dritte aller anderen.
11:25Die ersten beiden Stände machten nur drei Prozent der Bevölkerung aus.
11:29Der dritte Stand 97 Prozent.
11:35Viele fanden es ungerecht, dass der dritte Stand nur ein Drittel der Stimmen hatte.
11:41Die beiden ersten Stände konnten ihn einfach mit zwei zu eins überstimmen.
11:45Im Mai 1789 treten die Generalstände in Versailles zusammen.
11:54Mit dabei der ehrgeizige junge Anwalt aus der Provinzstadt Arras.
11:59Maximilien de Robespierre.
12:04Der 31-Jährige ist noch ein Unbekannter unter den rund 600 Vertretern des dritten Standes.
12:09In seiner Heimatstadt gilt er als zorniger junger Mann.
12:13Er hat Talent und glaubt an eine Mission.
12:18Die Delegierten des dritten Standes lehnen es ab, von Adel und Klerus getrennt zu tagen.
12:24Doch der König besteht auf dem alten Dreikammersystem, das Adel und Klerus ein Übergewicht sichert.
12:31Er beschließt, den Delegierten des dritten Standes eine Lektion zu erteilen.
12:35Als die Delegierten am 20. Juni zusammenkamen, war ihr Sitzungssaal verschlossen.
12:43Sie gingen nebenan in eine Sporthalle, das sogenannte Ballhaus.
12:47Dort schworen sie nicht auseinander zu gehen, bevor sie eine neue Verfassung hatten.
12:51Die Delegierten des dritten Standes erklären sich selbstbewusst zur Nationalversammlung, der einzig wahren Vertretung des Volkes.
13:06Der Ballhaus-Schwur ist einer der großen symbolischen Momente der Revolution.
13:11Die Delegierten standen dort und hoben ihre Hand zu einer Art römischem Goß.
13:16Sie spürten in diesem Augenblick etwas von ihrer Macht und ihrer Würde.
13:20Sie erkannten, dass sie dem König die Stirn bieten konnten.
13:27Der König gibt nach.
13:29Adel und Klerus tagen von nun an gemeinsam mit dem dritten Stand in einer allgemeinen Nationalversammlung.
13:35Die erste Etappe der Revolution.
13:38Mit ihrer Unterschrift glauben die Delegierten, das Ende der absoluten Monarchie in Frankreich zu besiegeln.
13:46Alle die vermeintlichen Erfolge in Versailles waren noch nur Papiersiege.
13:52Es fehlte der Versammlung an realer Macht.
13:55Tatsächlich müssen die Delegierten dann im Juli 1789 mit ansehen, wie Ludwig Truppen zusammenzieht, um sie alle davon zu jagen.
14:0725.000 Soldaten lässt der König um Versailles zusammenziehen und ernennt am 11. Juli neue Minister.
14:14Das löst im nahen Paris Tumulte aus.
14:17Der Brotpreis hat einen neuen Rekord erreicht.
14:20Aufgeregte Bürger plündern die Waffenlager der Stadt, um sich gegen die Soldaten des Königs zu wappnen.
14:26Was fehlt, ist Schießpulver, doch die aufständischen glauben zu wissen, wo man es finden kann.
14:35Im Zentrum von Paris steht die Bastille.
14:38Eine alte Festung, die ihre militärische Bedeutung verloren hat.
14:42Sie ist berüchtigt als Gefängnis des Königs, als Folterkeller, auch wenn hier nur noch sieben Häftlinge einsitzen.
14:55Die Bastille war das Symbol königlicher Willkürherrschaft, ein Bauwerk des Schreckens für das französische Volk.
15:02Die Aufständischen sammeln sich unter einer neuen Fahne.
15:09Rot und Blau, die Farben von Paris und in der Mitte Weiß, die Farbe des Königs.
15:15Die französische Tricolor ist geboren.
15:18Am Nachmittag des 14. Juli soll der Angriff auf die Bastille beginnen.
15:23Mit dem sogenannten Sturm auf die Bastille signalisierte die Pariser Bevölkerung dem König,
15:30dass er die Nationalversammlung nicht einfach auflösen konnte.
15:34Die Bürger stellten sich demonstrativ hinter die Revolution.
15:38Der überraschte Kommandant der Bastille, Bernhard de Lonnet, handelt zu spät.
15:43Mit nur 110 Mann, darunter 80 Invaliden, kann er den Ansturm nicht aufhalten.
15:49Der Kampf ist kurz und längst nicht so heroisch, wie die Revolutionslegende es will.
15:56Lonnet kapituliert und muss die Bastille übergeben.
15:59Die wütende Menge schleppt den Kommandanten vors Rathaus.
16:03Dort wird er misshandelt, erstochen und enthauptet.
16:07Beginn blutiger Revolutionstradition.
16:13Der abgetrennte Kopf wird im Triumph durch Paris getragen.
16:24Die Delegierten der Nationalversammlung verurteilten diesen Akt der Gewalt nicht.
16:32Sie billigten ihn.
16:33Und diese Akzeptanz der Gewalt schuf ein Muster,
16:36das für den Verlauf der Revolution noch katastrophale Folgen haben sollte.
16:43Während die Bastille fällt, kehrt in Versailles der König von einem Jagdausflug zurück.
16:55In sein Tagebuch vermerkt er zum 14. Juli 1789 nur das Wort nichts.
17:02Die Jagd war glücklos.
17:03Sein Kammerherr eilt zu ihm und unterrichtet den König vom Fall der Bastille.
17:12Ludwig schreckt auf.
17:14Aber das ist ja eine Revolte.
17:16Der Kammerherr widerspricht.
17:17Nein, Sier, das ist eine Revolution.
17:27Ludwig XVI. muss seine Truppen zurückziehen.
17:30Die Nationalversammlung hat gesiegt.
17:33Im Gefühl der neuen Stärke beschließen die Delegierten die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte.
17:39Alle Menschen werden frei und gleich an Rechten gewohren.
17:44Die Proklamation der Menschenrechte war auch die feierliche Erklärung,
17:50dass die Souveränität nur beim Volk, bei der Nation liegt.
17:53Der König wird mit keinem Wort erwähnt.
17:55Dieses Dokument war nichts anderes als der Griff nach der Macht.
18:01Der einst absolute Herrscher ist nur noch ein Monarch von Volkes Gnaden,
18:06gebunden an Recht und Verfassung.
18:09Nicht einmal seine Residenz kann der König noch frei bestimmen.
18:15Unter dem Druck der Bevölkerung muss die königliche Familie im Oktober von Versailles nach Paris umziehen.
18:22Seit die königliche Familie nach Paris kam, war ihr Handlungsspielraum stark eingeschränkt.
18:30Sie waren Gefangene in ihrer eigenen Hauptstadt.
18:33Kein Zweifel.
18:37Doch manchen ist der König immer noch zu mächtig.
18:41In der nun ebenfalls in Paris tagenden Nationalversammlung
18:44macht der Delegierte Robespierre durch radikale Reden auf sich aufmerksam.
18:48Mit Gesinnungsfreunden trifft er sich zum Debattieren im ehemaligen Pariser Dominikanerkloster St. Jakob.
18:57Er und seine Mitstreiter werden bald die Jakobiner genannt.
19:01Robespierre gilt als Mann des Volkes mit eisernen Prinzipien.
19:05Seine Anhänger verleihen ihm den Ehrentitel der Unbestechliche.
19:09Unterdessen sinkt der Stern des Königs immer rascher.
19:16Als konstitutioneller Monarch muss Ludwig XVI. die Macht mit der Nationalversammlung teilen.
19:22Doch die Delegierten beschneiden Stück um Stück die Stellung des Monarchen.
19:26Und die Macht seiner Stützen.
19:28Adel und Klerus.
19:30Dem will der König nicht länger zusehen.
19:33Zwei Jahre nach Beginn der Revolution wagt er einen verzweifelten Schritt.
19:39Ludwig war 1791 entschlossen, die Macht in Frankreich zurückzuerobern.
19:49Und er wusste, dass er dafür die Hilfe einer ausländischen Armee brauchte.
19:54So entstand der Plan, aus dem Palast zu fliehen und die nächstmögliche Grenze zu erreichen.
19:59Zunächst scheint die Flucht zu gelingen.
20:03In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1791 kann die königliche Familie unbemerkt Paris verlassen.
20:11Sie flieht in einer Kutsche, der König ist verkleidet als Kammerdiener.
20:19Die Flucht geht nach Osten in Richtung deutscher Grenze.
20:22Am Morgen des 21. ist die Rettung nicht mehr weit entfernt.
20:27Doch in Varen, einem Flecken am Fuße der Argonnen, ist die Fahrt zu Ende.
20:40Gerüchte über ihre Flucht sind der königlichen Familie vorausgeeilt.
20:44Ein Posten stoppt die Kutsche und fragt nach den Pässen.
21:02Der Verdacht des Wachmannes bestätigt sich.
21:06Der König gibt sich zu erkennen.
21:07Die Bevölkerung des Ortes verhindert die Weiterfahrt der königlichen Familie und übergibt sie der revolutionstreuen Nationalgarde.
21:16Für Ludwig eine schwere Enttäuschung.
21:23Er hatte wohl gehofft, dass ihn das Volk erkennt und sich auf seine Seite schlägt.
21:27Doch zu seinem Erschrecken musste er feststellen, dass die Freude nicht sehr groß war.
21:32Er wurde verhaftet und nach Paris zurückgebracht.
21:37Die Vorstellung, dass der Monarch sein eigenes Volk verlassen wollte, war psychologisch gesehen verhängnisvoll.
21:46Dieses Ereignis zerschnitt endgültig das Band zwischen Ludwig und seinen Untertanen.
21:51Jetzt hatten sie einen König, der nicht nur überflüssig war, sondern darüber hinaus noch ein Verräter.
21:59Der Fluchtversuch des Königs stürzt die Nationalversammlung in eine tiefe Krise.
22:04Um die Monarchie zu erhalten, erklärt eine Mehrheit, der König sei entführt worden.
22:10Nur Robespierre und die Jakobiner fordern Ludwigs Absetzung.
22:14Der junge Redner ist für seine radikalen Ansichten bekannt.
22:22Er fordert ein Ende der Sklaverei in den Kolonien.
22:25Und er ist ein leidenschaftlicher Gegner der Todesstrafe.
22:29Für ihn ist sie ein Relikt des finsteren Mittelalters, unwürdig einer neuen, aufgeklärten Gesellschaft.
22:35Aber Robespierre kämpft auf verlorenem Posten.
22:38Die Mehrheit der Revolutionäre ist nicht gegen die Todesstrafe an sich, sondern nur gegen die alten, grausamen Formen ihrer Ausführung.
22:46Unter dem alten Regime gab es eine Vielzahl grausamer Hinrichtungsarten.
23:01Die Enthauptung war nur dem Adel vorbehalten.
23:04Die Revolutionäre wollten nun die Menschen auch im Tod gleich machen.
23:09Sie forderten die gleiche Art der Strafe für jedermann.
23:12Gegen Robespierres Widerstand stellt die Revolution eine neue Todesmaschine in ihre Dienste.
23:22Ihr Erfinder ist der Physiker Joseph Guillotin.
23:26Er hat einen Apparat entwickelt, der die grobe Enthauptung mit dem Beil verfeinern soll.
23:31Der Nationalversammlung preist Dr. Guillotin seine Erfindung als effizient und schnell an.
23:37Das Beil stürzt donnernd herab.
23:43Der Kopf fliegt ab, das Blut spritzt, der Mensch ist nicht mehr.
23:53Revolutionäre Zeitungen bejubeln die neuartige Tötungsmaschine.
23:56Sie taufen sie nach ihrem Erfinder.
24:04Die Guillotine.
24:11Die Revolutionäre wollten human sein.
24:15Sie glaubten, sie könnten auf diese Weise unnötige Schmerzen verhindern.
24:18Die Guillotine überzeugte sie, weil sie schnell war, weil sie effizient war und weil sie, soweit wir wissen, denn niemand ist je von ihr zurückgekehrt, tatsächlich schmerzlos tötete.
24:37Die Guillotine droht von nun an allen Feinden der Revolution im Innern.
24:42Doch die dringendste Sorge der Revolutionäre gilt dem Ausland.
24:49Dort schmieden die Brüder des Königs Bündnisse gegen die Revolution.
24:53Vor allem das Reich des österreichischen Kaisers gilt als Hort der Gegenrevolution.
25:00In der Nationalversammlung fordert die Mehrheit einen Präventivkrieg gegen Österreich.
25:06Zu den wenigen Gegnern zählt wieder Robespierre.
25:09Robespierre gehörte zu den wenigen, die den Krieg ablehnten, weil er einen Sieg des Feindes befürchtete.
25:18Er meinte, das Land sei nicht bereit für den Krieg, die Armee nicht stark genug.
25:21Er fürchtete, der Feind würde ins Land eindringen und die Revolution gewaltsam beenden.
25:29Am 20. April 1792 erklärt die Nationalversammlung Österreich den Krieg.
25:34Robespierre sieht jetzt nur noch eine Chance, die Revolution zu retten.
25:41Da der Krieg nun einmal beschlossene Sache ist, müssen wir einen Volkskrieg führen.
25:46Das ganze französische Volk muss sich erheben und zu den Waffen eilen.
25:51Patriotische Begeisterung erfasst das Land.
25:54Tausende Freiwillige strömen zu den Sammelstellen.
25:56Weniger begeistert ist die Königin, gegen deren Heimatland die Truppen marschieren sollen.
26:02Marie-Antoinette wird verdächtigt, sie liefere dem Feind geheime militärische Informationen.
26:10Nach außen gibt sich das Königspaar loyal.
26:13Ludwig und Marie-Antoinette spielen ein doppeltes Spiel.
26:22Sie vermitteln den Eindruck, die Revolution zu unterstützen und konspirieren gleichzeitig heimlich dagegen.
26:29Sie wollen einfach überleben, aber vom Standpunkt der Revolutionäre aus betrachtet, waren sie Betrüger.
26:36Robespierres Befürchtungen bewahrheiten sich.
26:39Die angreifenden französischen Truppen werden zurückgeschlagen.
26:43Im Juli 1792 tritt auch noch Preußen an der Seite Österreichs in den Krieg ein.
26:50Die alliierten Truppen unter dem Oberkommando des Herzogs von Braunschweig marschieren in Richtung Paris.
26:56Dort macht sich Panik breit.
26:58Dann veröffentlichen die Zeitungen ein Manifest des Herzogs von Braunschweig.
27:03Der gegnerische Heerführer fordert, das französische Volk soll sich seinem König wieder unterwerfen.
27:09Oder an Paris werde ein Exempel statuiert.
27:13Die Drohung verfehlt ihr Ziel.
27:19In der Hauptstadt kommt es zum Umsturz.
27:22Am Morgen des 10. August 1792 stürmen aufgebrachte Bürger das königliche Schloss.
27:28Für sie ist das Manifest der endgültige Beweis dafür, dass Ludwig mit dem Feind paktiert.
27:33Die Leibgarde wird niedergemacht.
27:38800 Menschen sterben.
27:42Ludwig und seine Familie fliehen in die Nationalversammlung.
27:45Er kann sein Leben retten, nicht aber den Thron.
27:48Die Monarchie ist zu Ende.
27:49Frankreich wird Republik.
27:51Robespierre stellt sich an die Spitze der Neuen, der Zweiten Revolution.
27:57Der Sturz des Königs reicht ihm nicht.
27:59Die Monarchie muss ausgelöscht werden.
28:02Er fordert den Kopf des Bourbonen ohne Prozess.
28:05Das Volk habe schon gerichtet, ruft er und den König durch seinen Sturz zum Feind der neuen Ordnung erklärt.
28:12Doch die Mehrheit des neugewählten Parlaments will einen großen Prozess.
28:20Gemäßigte Abgeordnete fordern, das Leben des Monarchen zu schonen, auch mit Blick auf die Reaktion des Auslands.
28:28Für Robespierre und die Jakobiner ist jede Rücksicht inkonsequent.
28:32Für sie gibt es nur ein Urteil.
28:39Warum wollten die Jakobiner den König töten?
28:41Robespierre hat es brillant formuliert.
28:44Der König muss sterben, damit die Revolution leben kann.
28:47Denn wenn der König Recht hat, dann hat die Revolution Unrecht.
28:5420. Januar 1793.
28:57Das Parlament stimmt ab.
29:00Mit einer Stimme Mehrheit verurteilt es Ludwig XVI. zum Tode.
29:05Am Abend darf der Todgeweihte noch einmal seine Frau und die Kinder aufsuchen.
29:13Er verspricht, am nächsten Morgen zum endgültigen Abschied noch einmal zu kommen.
29:17Doch dann verzichtet er freiwillig, um es sich und seinen Lieben nicht noch schwerer zu machen.
29:22Am nächsten Morgen, dem 21. Januar 1793, bringt eine geschlossene Kutsche den Bürger Ludwig Krapé, wie er jetzt genannt wird,
29:40zur Guillotine auf dem Platz der Revolution, dem heutigen Place de la Concorde.
29:45Auf dem Schafott versucht er, zur jubelnden Masse zu sprechen.
30:02Ich vertraue darauf, dass mein Tod dem Glück meines Volkes dient.
30:06Aber ich weine um Frankreich, denn es hat den Zorn Gottes auf sich gezogen.
30:10Seine Worte gehen im Trommelwirbel unter.
30:34Um 10.22 Uhr ist Ludwig XVI. tot.
30:40Doch sein Ende bringt dem Land keinen Frieden.
30:47Die Nachricht von der Hinrichtung vereint die Monarchien Europas im Kampf gegen die vermeintlich gottlose Revolution.
30:55Royalistische Aufstände erschüttern das Innere Frankreichs.
30:59Österreich und Preußen bedrohen erneut den Norden des Landes.
31:04Und im August 1793 besetzen die Engländer Toulon am Mittelmeer.
31:10Die Stimmung in Paris ist verzweifelt.
31:16Frankreich ist isoliert.
31:18England blockiert die Meere und Österreich und Preußen marschieren ins Land ein.
31:23Die Pariser Bevölkerung hatte Angst, dass ein Sieg der Konterrevolution zu einem Blutbad führen würde.
31:29Im neuen französischen Parlament, dem Konvent, haben jetzt Robespierre und seine Anhänger das Sagen.
31:39Um die Revolution zu retten, ist ihnen jedes Mittel recht.
31:42Ein neues, düsteres Kapitel der französischen Revolution beginnt.
31:51Die Zeit des Terrors.
31:56Die Revolutionäre setzen die Menschen und Bürgerrechte außer Kraft, die sie selbst gegen den König erfochten haben.
32:03Der Vorwurf, Gegner der Revolution zu sein, ist tödlich.
32:08Verdächtige werden im Eilverfahren verhaftet, verurteilt und hingerichtet.
32:12Die Schreckensherrschaft verstand sich selbst als Regierung des Notstands.
32:25Sie wollten den Schrecken in die Herzen der Feinde der Republik treiben.
32:29Entweder blieben diese vor Angst ruhig, oder sie wurden verhaftet und beseitigt.
32:35Alle können ins Visier der Säuberung geraten.
32:44Politiker, die sich wohlwollend über die Monarchie äußern.
32:48Einfache Franzosen, die lieber Monsieur oder Madame sagen, statt der neuen revolutionären Anrede Bürger.
32:56Überall lauert Verrat.
32:58Nachbarn zeigen Nachbarn an.
33:01Die Gefängniskarren rattern pausenlos durch die Straßen von Paris.
33:05Ihr Ziel ist immer die Guillotine.
33:14Das Fallbeil hing sprichwörtlich ständig über den Köpfen der Menschen.
33:18Überall gab es Spitze.
33:20Sie standen etwa in den Warteschlangen vor den Bäckereien, belauschten die Frauen und verhafteten sie, wenn ihnen nicht gefiel, was sie da hörten.
33:27Man wurde vielleicht nicht gleich geköpft, wenn man sich über den Brotpreis beschwerte,
33:31aber man konnte schon verhaftet werden, wenn man nicht genügend Begeisterung über die Erfolge der Revolution äußerte.
33:39Jede kleine Kritik konnte große Schwierigkeiten bereiten.
33:42Das Parlament bildet ein Tribunal, das Gegner der Revolution im Schnellverfahren verurteilt.
33:52Dann wird ein Ausschuss berufen, dessen Mitglieder die unbeschränkte Macht im Staat ausüben.
33:57Die Macht sollte einer kleineren Gruppe übertragen werden und diese Gruppe nannte man den Wohlfahrtsausschuss.
34:07Zwölf Männer, die Frankreich nun in kollektiver Diktatur regierten.
34:13Führender Kopf des Wohlfahrtsausschusses ist Robespierre.
34:16Um die Revolution zu retten, ist ihm jedes Mittel recht.
34:22Die revolutionäre Regierung schuldet den Patrioten den Schutz der Nation und den Feinden des Volkes nur den Tod.
34:31Einer der Widersprüche im Leben Robespierres ist, dass er einst ein Gegner der Todesstrafe war.
34:36Das bekam er natürlich später immer wieder zu hören, als er ebenso leidenschaftlich für den Terror eintrat.
34:42Er sagte dazu nie besonders viel, außer, nun, die Zeiten haben sich geändert.
34:53Die Radikalisierung eines einstigen Idealisten.
34:57Der Verteidiger der Pressefreiheit befürwortet jetzt die Zensur.
35:01Er, der die Freiheit der Religion als Bürgerrecht erkämpfte, steht nun auf der Seite radikaler Kirchengegner wie Jacques-René Hébert, der die Ära des Christentums beenden will.
35:15Als die Niederlagen und Aufstände im Sommer 1793 ihren Höhepunkt erreichten, begannen die Leute zu sagen, die Wurzel aller Probleme sind die Priester, die Religion.
35:29Um vor den Feinden der Revolution sicher zu sein, müssen wir die Macht der Kirche brechen.
35:33Die Religion ist nichts als Aberglaube und Fanatismus. Wir müssen sie ein für alle Mal auslöschen.
35:39Straßen, die den Namen eines Heiligen tragen, werden umbenannt.
35:50Religiöse Symbole zerstört.
35:53In der Provinz regt sich dagegen Widerstand, doch die Aufstände werden mit brutaler Härte niedergeschlagen.
35:59In Lyon, wo Gegner des Terrors zeitweise die Macht übernehmen, statuiert der Wohlfahrtsausschuss ein grausames Exempel.
36:122000 Menschen werden vor die Tore der Stadt getrieben und von Kanonen zusammengeschossen.
36:18In der Vendée im Westen Frankreichs begehen Revolutionäre regelrechten Massenmord.
36:31Priester und Aufständische werden zusammengebunden und in Flüssen ertränkt.
36:42Hunderttausend Opfer fordert der Terror alleine in der Vendée.
36:48Während die Guillotine in Paris weiter wahllos tötet, entspannt sich die Lage an den Fronten.
37:01Ein junger Revolutionsgeneral namens Napoleon Bonaparte zwingt die Engländer zum Rückzug aus Toulon.
37:09Die Republik scheint vorerst gerettet.
37:15Robespierre fühlt sich bestätigt.
37:18Der Terror scheint das Land vor seinen vermeintlichen Feinden bewahrt zu haben.
37:26Eine Zeit lang war der Terror tatsächlich sehr hilfreich, um das Land zusammenzuhalten und einen Krieg an mehreren Fronten zu führen.
37:36Robespierre ist auf dem Zenit seiner Macht.
37:39Die Truppen der Revolution haben den Feind an den Grenzen zurückgeschlagen und im Innern vernichtet.
37:47Doch Robespierre denkt nicht daran, die Schreckensherrschaft einzustellen.
37:52Er glaubt, allein mit Terror sei eine wirkliche Veränderung der Gesellschaft möglich, zur Republik der Tugend.
38:00Tugend war für ihn etwas Aktives.
38:04Wer nur die Gesetze befolgte, war in seinen Augen noch längst nicht tugendhaft.
38:10Man hatte sich aktiv am Staat zu beteiligen und dazu gehörte auch, bei der Verfolgung von Staatsfeinden mitzuwirken.
38:16Ein Volk von Spitzeln als Inbegriff von Tugend?
38:24Im Februar 1794 erklärt Robespierre vor dem Konvent.
38:29Terror ohne Tugend ist verderblich, doch Tugend ohne Terror ist ohnmächtig.
38:34Er verknüpft Terror mit Tugend. Terror ist für ihn ein Mittel, um Tugend zu erzeugen.
38:46Im vermeintlichen Auftrag der Tugend stürzt das Fallbeil öfter als je zuvor.
38:53Dann, am 6. Juni 1794, hält die Guillotine plötzlich inne.
39:01Robespierre hat einen neuen religiösen Feiertag ausgerufen.
39:05Das Fest des höchsten Wesens.
39:08Der alte Christengott hat ausgedient und Robespierre will ihn ersetzen durch den Glauben an eine höchste Weisheit.
39:16Robespierre war nie ein Atheist.
39:19Er war der Ansicht, dass das Volk eine Gottheit brauchte, an die es glauben konnte.
39:24Deswegen rief er den Kult um das neue höchste Wesen ins Leben.
39:29Zu seiner Feier errichtete man in Paris einen künstlichen Berg.
39:32Auf dem Höhepunkt der Zeremonie erschien Robespierre selbst auf der Spitze dieses Berges und stieg hinab, gekleidet in eine Toga.
39:41Ich glaube, in diesem Moment dachten viele, hey, für wen hält er sich eigentlich?
39:46Für Gott? Für einen König?
39:48Terror, Tugend und das höchste Wesen.
39:53Im Parlament wächst der Widerstand gegen die Herrschaft des Irrationalen.
39:57Manche meinen, Robespierre sei so radikal geworden, dass er nicht mehr zurück konnte.
40:07Ein Opfer des eigenen Fanatismus. Andere glauben, er sei schlicht verrückt geworden.
40:16Selbst unter den engsten Vertrauten wittert Robespierre jetzt Verrat.
40:19Am 27. Juni 1794 erscheint er im Konvent mit einer neuen Liste von neuen Verdächtigen.
40:29Es ist seine letzte Rede.
40:36Robespierre kam rein und sagte, er habe eine neue Liste mit Verrätern, aber er zeigte sie nicht her.
40:41Jeder fürchtete nun selbst, auf dieser Liste zu stehen.
40:44Als er sie am nächsten Tag vorlesen wollte, wurde er verhaftet.
40:47Der Großmeister des Terrors kommt überhaupt nicht mehr zu Wort.
40:54Nieder mit dem Tyrannen tönt es ihm entgegen.
40:56Die Versammlung erklärt Robespierre für geächtet.
41:05Anhänger können ihn mit Gewalt befreien.
41:09Über Nacht verbarrikadieren sie sich im Pariser Rathaus.
41:12Als es am nächsten Morgen gestürmt wird, sehen die Gejagten nur noch einen Ausweg.
41:18Selbstmord.
41:22Einer der letzten Getreuen stürzt sich aus dem Fenster, ein anderer erschießt sich.
41:32Auch Maximilien de Robespierre schießt sich in den Kopf.
41:36Die Kugel zerschmettert den Unterkiefer, doch er überlebt.
41:40Bewusstlos.
41:40Die nächsten Stunden liegt er blutend auf einem Tisch in den Räumen des Wohlfahrtsausschusses.
41:51Von hier aus hat er Frankreich mit Terror überzogen.
41:54Jetzt liegt er halbtot aufgebahrt, zum Spott der einstigen Gefährten, die ihn nicht mehr fürchten.
41:59Im Gefängnis der Conciergerie wird er auf die Guillotine vorbereitet.
42:12Er bleibt ungerührt, ohne Reue, sieht sich als Märtyrer für Ideale, die er in Wahrheit selbst verraten hat.
42:20Mit ihm endet der Terror.
42:22Die Revolution lebt weiter.
42:35Für die Deutschen waren die Eruptionen in Paris ein Wechselbad.
42:40Die Begeisterung für den Ruf der Freiheit wich nach kurzer Zeit dem Abscheu über den Terror der Guillotine.
42:48Als dann der Corse Bonaparte mit Soldaten die Revolution in Europa verbreitete,
42:53waren die meisten Deutschen wieder eher glücklich über das Ende des alten, verkrusteten Reiches.
42:59Erst nach ein paar Jahren Fremdherrschaft kam es zu jenem Widerstand,
43:04der schließlich ganz entscheidend dazu beitrug, dass Napoleon bezwungen werden konnte
43:09und die Deutschen sich zum ersten Mal als eigene Nation empfanden.
43:14Bis zum nächsten Mal und bleiben Sie uns treu.
43:17Untertitelung des ZDF für funk, 2017
43:47und bleiben Sie uns treu.
43:48Untertitelung des ZDF für funk, 2017
43:50und des ZDF für funk, 2017
43:53und wir vertreiben.
43:54Jochen und Dr. Hofer Bonaparte
43:55hat das ZDF für funk, 2017
43:56und wir sehen uns treu.
43:57Das ist eine große Rolle,
43:57der ZDF für funk.
43:57Hier wie oben war es einem unerartigen Element.
43:59Hier oben war es ein ZDF für funk, 2017
44:02und die Ruf von боль und steuern sich um das ZDF für funk,
44:04in der Zeitung in der Zeitung stattfindet,
44:05und die drinking, öffentliche genie und reißen sich um das ZDF für funk.
44:08Ich werde es um Schubchenken,
44:09für funk,
44:10hier oben ein guter,
44:12mehr안end zu werden.
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