00:00Unter großem Medieninteresse hat am Mittwoch in Wels der Prozess gegen einen 61-jährigen
00:05Deutschen begonnen.
00:07Ihm wird vorgeworfen, die oberösterreichische Ärztin Lisa Maria Kellermeier im Internet
00:12massiv bedroht zu haben.
00:14Gemäß Gutachten seien diese Angriffe mitursächlich für den Suizid der Medizinerin im Juli 2022
00:22gewesen.
00:23Laut seinen Anwälten gibt der Mann zwar einen Disput mit der Medizinerin zu, will sich aber
00:28zu den Vorwürfen nicht schuldig bekennen.
00:31Mein Mandant wird sich nicht schuldig bekennen und es ist ihm heute ein großes Anliegen,
00:36dass er unterschieden wird, gerade in der Presse, in den Medien, wo oftmals die Annahme,
00:40dass er derjenige sei, der die Todesdrohung verfasst hätte.
00:43Genau das ist nicht der Fall.
00:44Und ich bin überzeugt davon, dass nach Abführung des Beweisverfahrens das Gericht auch seine
00:49Unschuld feststellen wird.
00:50Lassen Sie mich eines gleich festhalten, dass es eine tragische Situation ist, in der wir
00:55uns befinden und das lässt keinen kalt auch nicht in.
00:59Und deswegen stellt er sich dem Verfahren, er wird heute hier sein, er wird sich allerdings
01:03nicht schuldig bekennen, er wird eingestehen, dass er diese E-Mails geschrieben hat, die
01:08allerdings keine Drohungen enthalten haben und den Rest wird das Beweisverfahren zeigen
01:13und ich bin davon überzeugt, dass es sehr viele Überraschungen geben wird.
01:17Die Impfbefürworterin Kellermeyer hatte während der Corona-Pandemie über Monate massive Drohungen
01:23per E-Mail und über soziale Medien, mutmaßlich aus der Impfgegner-Szene erhalten.
01:29Im November 2021 hatte sie erstmals Anzeige erstattet, im Sommer 2022 schloss sie ihre
01:36Ordination aus Sicherheitsgründen.
01:38Einige Wochen später beging sie Suizid.
01:41Als ein Verfasser der Nachrichten wurde ein Deutscher ausgeforscht, der nun angeklagt
01:46ist.
01:47Allerdings laufen nach wie vor Ermittlungen hinsichtlich weiterer Drohnachrichten an Kellermeyer,
01:52die von anderen, bisher noch unbekannten Personen geschickt worden sein dürften.
01:57Etliche Zeugen und zwei Gutachter sollen unter anderem in den Prozess gehört werden, vier
02:02Verhandlungstage sind vorgesehen, ein Urteil ist für den 9.
02:06April geplant.
02:07Im Falle seiner Verurteilung drohen dem in seiner Heimat bereits einschlägig vorgemerkten
02:13Mann ein bis zehn Jahre Gefängnis.
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