00:00Es freut mich, wieder einmal in Töblingen sein zu dürfen. Da merkt man, wie schnell ein Jahr vergeht.
00:11Tatsächlich vergeht es trotzdem sehr schnell. Töblingen hat sich nicht so wirklich verändert.
00:21Es ist nur immer lebenswert, würde ich einmal sagen. Töbling darf auch Töbling bleiben. Die meisten
00:27reden von großen Veränderungen. Alle wollen etwas verändern. Töbling ist gut und so soll es auch bleiben.
00:33Schöner, grüner Bezirk. Was hat sich im vergangenen Jahr so getan?
00:40Was wir erreicht haben, weil Sie es angesprochen haben, Töbling ist ein grüner Bezirk, ja. Wir haben noch mehr
00:45Grünraum geschaffen im Bezirk. Wir haben Baumpflanzungen zustande gebracht. Das ist gar nicht so selbstverständlich,
00:51das zustande zu bringen. Wir haben viel für die Kinder und Jugendlichen getan. Wir haben Parkanlagen saniert.
01:00Wir haben Spielplätze, auch Kleinkinderspielplätze, saniert und auch neu gestaltet. Das ist schon eine große
01:06Aufgabe gewesen, die auch mit einem finanziellen Aufwand verbunden war. Aber das Feedback gibt uns recht.
01:11Ich glaube, es war eine gute Investition. Ja, eine Investition in die Zukunft von Töblingen.
01:16Jetzt ist Töbling ein Bezirk, der sehr stark vom Weinbau lebt, von der heurigen Kultur lebt. Man hat aber gesehen,
01:23dass es in der letzten Zeit ein bisschen weniger geworden ist. Hat man da schon das Gefühl, dass das sich
01:28ein bisschen eingebremst hat? Naja, ich sehe es eigentlich gar nicht so, muss ich sagen. Ich finde, dass die
01:34Heurigen beliebter sind denn je. Man kann durchaus reservieren, wenn man zu einem Töblinger Heurigen geht.
01:42Es ist schon einiges los. Man hat das vor allem letztes Jahr sehr gesehen. Der Neuschitta-Kirtag ist natürlich eine
01:48große Werbetrommel für die Töblinger Betriebe. Das ist gar keine Frage. Das ist auch gut so. Man sieht auch, dass
01:55immer mehr Jugendliche zu den Heurigen gehen. Es werden die Matura feiern. Ich bin ja auch auf die Matura feiern
02:00in Töbling und verteile bei Matura Zeugen. Das ist auch noch Gutscheine. Die feiern dann oft beim Heurigen.
02:09Oftmals ist man früher in die Stadt gefahren, um zu feiern. Jetzt bleibt man gern im Bezirk und gern beim Heurigen.
02:14Natürlich haben die Heurigen sich auch über die Jahre verändert, haben das Angebot ein bisschen angepasst und
02:19macht es natürlich auch attraktiver für junges Publikum. Das merkt man schon. Nichtsdestotrotz ist natürlich der
02:25Heurige Kulturgut im Bezirk und für ganz Wien essentiell. Deswegen müssen wir ihn auch schützen. Deswegen
02:31bewerbe ich ihn auch so gut es geht, weil Sie wissen, was ist das Beste gegen Heurigensterben? Hingehen.
02:36Absolut. Das ist das Wichtigste. Der Wein schmeckt ja nicht schlecht. Das ist eine Grundvoraussetzung.
02:41Was natürlich auch wichtig ist, gerade wenn wir beim Weinbau sind, weil das auch für das Klima ganz wichtig ist.
02:47Die Weinbauern tragen wirklich sehr viel dazu bei, zur Landschaftspflege. Fürs Ortsbild, fürs Kulturgut, für den
02:57Klimaschutz, für den Umweltschutz. Wir schreiben Umweltschutz schon immer groß im Bezirk. Man darf nicht
03:02vergessen, dass weit über 50 Prozent der Fläche Grünraum sind. Davon knapp 15 Prozent Rebflächen. Ein enormer
03:11Anteil in Wien. Die meisten Rebflächen von ganz Wien. Und somit essentiell für den Charakter des Ortes, des
03:18Bezirks. Und das ist ganz wichtig. Die Weinberge in Töblingen sind nicht verhandelbar. Es gibt hier nicht die
03:27Möglichkeit einer Umwidmung. Es gibt hier nicht die Möglichkeit, dass man sich da große Villen reinstellt oder
03:31sonstige Wohnhäuser errichtet oder sonst Sponbanalen macht in Wirklichkeit. Nein, die Weinberge sind nicht
03:36verhandelbar und die bleiben so wie sie sind. Die machen auch den Charme des Ortes aus.
03:40Absolut. Jetzt ist natürlich ein Bezirk sehr gefordert, der ja von der Lage her, auch vom Verkehr ist einiges.
03:48Und da hat sich schon einiges getan.
03:51Die Verkehrsbelastung ist in ganz Wien, auch in Töblingen vorhanden. Ganz klar, wir sind ein Bezirk, der nicht sehr
03:56viele Ein- und Ausfahrten hat. Das heißt, dort wo man rein und raus fahren kann, über die Höhenstraße kommen,
04:01sozusagen, durch die heurige Gegend in Wirklichkeit, durch die Hermosstraße, Radstraße, dann weiter auf die
04:08viel zitierte Grockenbaustraße im letzten Jahr. Da tut sich schon was mit Verkehr. Gar keine Frage. Deswegen sind
04:15wir natürlich daran bedacht, dass wir den Öffentlichverkehr auch ausbauen. Nur, wir müssen den
04:22öffentlichen Verkehr ja größer denken. Nicht nur im Bizirk grenzen, sondern darüber hinaus, damit die Leute
04:27vielleicht die Autos auch schon woanders stehen lassen und dann auf öffentliche Verkehrsmittel, so gut es geht,
04:30umsteigen. Aber da sind die Außenbezirke natürlich nicht bevorzugt von der Stadt, sondern bei uns, wenn ein Bus
04:37kommt, manche Busse fahren nur einmal die Stunde oder noch weniger. Dieses Angebot sollte man verbessern.
04:45Wir haben im Bezirk zahlreiche Anträge dazu gestellt, dass man die Busverbindungen im Bezirk und über die
04:51Bezirksgrenzen hinweg verbessert. Einstimmige Anträge, also alle Fraktionen im Bezirk sind sich einig, aber leider
04:58im Wiener Rathaus sieht man das ein bisschen anders und da möchte man vielleicht nicht so intensiv mit den
05:04Außenbezirken die Öffis verbessern. Wobei natürlich das auch ganz gut ist, wenn man mit dem Bus bis zum
05:09Heurigen fahren kann oder in die Heurigengebiete und dann auch wiederum relativ in kurzen Abständen wegfahren
05:14kann, weil dann kann man halt das eine Glas oder mehr oder weniger dann auch trinken. Das Auto stehen zu lassen
05:20und mit den Öffis zu fahren, das funktioniert ja ganz gut und generell funktioniert das ja in der Stadt gut,
05:25dass man Öffis fahren kann, nur es könnte ein bisschen intensiver gemacht werden. In Tübingen gibt es keine
05:30U-Bahn, es gibt eine U-Bahn-Station, Heiligenstadt ist das, ansonsten gibt es keine U-Bahn-Station.
05:36Also das ist ein Unterschied, ob man zum Beispiel jetzt im Wiener Rathaus sitzt und auf einem Plan sich das
05:39anschaut und sagt, da fahr ich mal zweimal um und die ist in einer U-Bahn-Station oder in einem Parkhaus.
05:44Das alles gibt es bei uns nicht, das vergisst man leicht, wenn man hier nicht wohnt und hier nicht täglich arbeitet.
05:49Aber ja, im Prinzip ist es ein guter Rat, dass man das Auto stehen lässt und Öffis fährt, das macht das schön.
05:58Ich weiß nicht, ob das nur in Töblingen so ist, ich glaube Hitzing ist ein bisschen in einer anderen Situation,
06:04aber Töblingen hat ja doch eher so dieses Kottäsch oder Cottage-Viertel, wie man auch immer sagt.
06:08Kommt darauf an, wo man wohnt, da spricht man so unterschiedlich aus.
06:11Genau, beziehungsweise hat es dann auch sehr viel Gemeinde gebaut, es ist wirklich ein ziemliches Gemisch,
06:16was eigentlich sehr selten ist. Ich glaube, es ist einer der wenigen Bezirke, wo das so ist.
06:19Es stimmt, gut, dass Sie es ansprechen, das macht aber auch, finde ich, total den Charme des Bezirks aus.
06:24Also wenn du um 10 Uhr am Vormittag einen Termin im Karl-Marx-Hof hast und blickst am Kallenberg rauf,
06:29und der Karl-Marx-Hof ist ja ein tolles Gebäude, und dann hast du eine Stunde später einen Termin am Kallenberg,
06:36in der Villengasse sozusagen, Villenweg heißt es in Wirklichkeit, und blickst wieder runter nach Heiligenstadt.
06:43Dieser Kontrast, der macht schon den Charme aus im Bezirk.
06:48Beim Heiligen treffen Sie alle, ob Sie jetzt im Gemeindebau wohnen oder in der Villa oder im Kottäsch,
06:54wie Sie sagen, spielt gar keine Rolle. Man muss nur so sagen, Töblingen hat über 90 Gemeindebauten,
06:58das glaubt man ja kaum.
06:59Das ist schon ganz schön, ja.
07:00Ich glaube, da haben wir mehr Simmering.
07:03Ja, jetzt sehen wir da hinten etwas Schönes stehen, das ist ja, es schaut so so,
07:08also ein Tokio, das brauche ich jetzt nicht fragen, aber was für eine Beziehung hat das?
07:14Also das ist eine, Töblingen hat eine Partnerstadt in Tokio, Setagaya ist der 19. Bezirk von Tokio,
07:20ist Setagaya, Tokio hat auch 23 Bezirke, interessanterweise.
07:24Und ein bisschen größer.
07:25Ein bisschen größer, Setagaya hat knapp eine Million Einwohner, Töblingen 75.000,
07:29aber das war ein Gastgeschenk vom Bürgermeister aus Setagaya, der das noch meinem Vorgänger,
07:34Adi Diller, geschenkt hat, und der Adi Diller hat mich gefragt, was ich mir denn gerne behalten würde
07:39aus seinem Büro, und ich habe gesagt, unbedingt diese Trommel, und das ist ein wirkliches Highlight,
07:43also ich empfange hier sehr oft Schülergruppen, und die wollen natürlich alle einmal trommeln,
07:47und das machen wir dann auch, das macht dann ziemlich einen Krach, sage ich mal.
07:50Das kann ich mir auch vorstellen.
07:51Wobei, diese Partnerschaften mit Tokio dürften sehr stark verbreitet sein bei uns im Norden,
07:57weil Floridsdorf hat ja auch eine Partnergemeinde.
07:59Richtig, auch Herr Nahls hat einen Partnerbezirk in Tokio, ja, da gab es in den 70er, 80er Jahren,
08:05gab es die Initiative, dass Österreich und Wien näher mit Tokio zusammenarbeitet,
08:10und wir profitieren noch heute von dieser Partnerschaft.
08:12Jetzt kommen uns Schulklassen besuchen aus Tokio.
08:16Ich war selbst 2019 in Tokio und konnte mich da von dieser unfassbar tollen Kultur überzeugen,
08:24war dann auch in Kyoto und in Osaka, also ich habe da viel erlebt, das war wirklich aufregend und schön,
08:28und sowas bereichert solche Reisen, und die Schüler tauschen sich aus,
08:32und ich hatte erst Ende letzten Jahres, Ende 24, eine Delegation aus Setagaya, aus Tokio, bei mir,
08:42und ich freue mich schon, wenn ich wieder hinfahre, ich bin auch Ehrenbürger von Tokio,
08:46also ich habe die Schlüssel zur Stadt, sozusagen.
08:48Ja, wunderbar.
08:50Machen wir die nächsten Gespräche dann dort.
08:52Machen wir in Tokio, ja, aber auf Deutsch vielleicht, tut mir leid.
08:54Auf Deutsch wäre es besser, ja, genau, weil das japanische Bescheuerschein ist ja wirklich...
08:58Jetzt wollen wir natürlich auch ein bisschen in die Zukunft blicken,
09:02jetzt unabhängig von den Wahlen, die bald anstehen, es ist ja trotzdem sehr viel zu tun,
09:08und ich nehme an, das wird es aber auch nicht stoppen, dass da Wahlen jetzt kommen,
09:12die Herausforderungen gehen ja weiter.
09:14So ist es, also fad ist mir nichts, war es mir auch noch nie, es ist wirklich immer viel zu tun,
09:20aber es macht so viel Freude, es macht so viel Freude, wir eröffnen jetzt einen Beach-Volleyball-Platz,
09:26wir machen einen Beach-Volleyball-Platz jetzt in der Kuchelauer Hafenstraße,
09:30der ist quasi schon fertiggestellt, wird demnächst eröffnet,
09:34wir haben so viele neue Projekte in den Startlöchern, die mich alle begeistern,
09:38wir sanieren Schule, eine Schule zu sanieren ist ja ein langwieriges Projekt,
09:44meistens wenn man anfängt und wenn man zu Ende ist, kann man gleich wieder anfangen,
09:48das ist aber auch der Scham der alten Gebäude, die wir haben,
09:52und die brauchen ihre Pflege und Brandschutzauflagen gibt es natürlich,
09:56das muss man alles erhalten, dafür haben wir auch einiges an Budget bereitgestellt,
10:00genauso wie wir zum Beispiel Kulturbudgets erhöht haben,
10:06wir haben einen Renate-Holm-Platz bekommen, demnächst im Cottage,
10:12also es tut sich wirklich was im kulturellen Bereich, vor allem aber auch im Bereich der Schulsanierungen,
10:18das ist mir ganz wichtig, dass wir da gut aufgestellt sind für die Zukunft,
10:22sie sagen, es ist wirklich viel zu tun, aber es ist gut so.
10:28Absolut, gut, dann bleibt mir nur eine Frage, was ist so der Wunsch für das kommende Jahr?
10:34Also für das Jahr jetzt, das kommende wäre schon ein bisschen weit weg.
10:38Ja, für dieses Jahr, naja, ich wünsche mir, dass den Dörlingern so gut geht es, wie es ihnen geht,
10:44ich hoffe, dass wir noch viel dazu beitragen können,
10:48dass wir auch das Dörling so lebenswert erhalten können, wie es normal ist,
10:52und ja, Dörling darf so bleiben, wie es ist.
10:56Wunderbar, das lasse ich jetzt stehen, dann sage ich recht herzlichen Dank.
11:00Vielen Dank.
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