00:00Die österreichische Nationalbank ist zum Jahresende deutlich pessimistischer für das Budgetdefizit als noch im Juni.
00:07Für das laufende Jahr erwarten die Währungshüter in ihrer am Freitag veröffentlichten Prognose eine Neuverschuldung von 3,7 Prozent statt damals 3,1 Prozent.
00:18Und das Budgetdefizit weitet 2025 auf 4,1 Prozent des BIP aus und geht dann wieder zurück auf ein sich stabilisierendes Niveau von 3,6 Prozent in 2026 und 2029.
00:34Natürlich auch noch über der Maastricht-Grenze.
00:38Wodurch ist das zu erklären und auch warum mussten wir unsere Prognose gegenüber der letzten Pressekonferenz hinunternehmen?
00:47Es ist so, dass 2024 der Inflationsschock auch den Staat auf der Ausgabenseite getroffen hat und hier Löhne, Pensionen und sonstige Ausgaben stark gestiegen sind.
01:01Die österreichische Nationalbank geht damit von einer höheren Neuverschuldung aus als VIFO und IHS in ihrer bisher letzten Vorausschau im Oktober.
01:10Wir wissen nicht, welche Maßnahmen die neue Regierung ergreifen wird und können hier nichts voraussetzen.
01:17Wir können darauf hinweisen, dass 2025 ein sehr herausforderndes Jahr wird.
01:23Der Konsolidierungsbedarf befindet sich in einer Spannbreite von 4,6 bis 7,1 Milliarden Euro fürs nächste Jahr.
01:34Das 4,6 Milliarden ist noch basierend auf einer relativ günstigen Prognose der Europäischen Kommission vom Herbst.
01:43Die 7,1 Milliarden sind unsere letzte aktuelle Berechnung.
01:48Das wird hoffentlich und vermutlich so nicht realisiert werden, weil die neue Regierung daran arbeitet.
01:56Wir zeigen das hier auf, dieses hohe Volumen, als Kompass für die Sparnotwendigkeiten.
02:02Der effektive Bedarf, wie viel umgesetzt wird, hängt von politischen Entscheidungen und Entscheidungen der Europäischen Kommission ab.
02:11Sie wissen, dass wir der Regierung keine Empfehlungen geben, weder zu Einzelsteuern noch zum richtigen Mix aus Ausgaben- und Einnahmeseitigen Maßnahmen.
02:22Ich mache jetzt ein paar generische Bemerkungen.
02:28Wenn die Regierung konsolidiert und hier ein sehr herausforderndes Jahr 2025 vor uns steht, dann muss es bald eine kleine Anzahl einfach umzusetzender Maßnahmen geben.
02:39Das darf nicht im Plan bleiben, sondern es muss sofort in die Umsetzung gehen.
02:44Wichtig ist uns auch zu sagen, dass wir immer kurzfristige Maßnahmen haben, aber auch langfristig strukturell an der Budgetgesundheit gearbeitet werden muss.
02:55Auch für die heimische Wirtschaft ist die Nationalbank pessimistischer als noch im September.
03:00Die wirtschaftliche Aktivität hat nach wie vor ein Minus dieses Jahr.
03:06Minus 0,9 Prozent Wachstum sehen wir für 2024 vorher und dann eine moderate Erholung im nächsten Jahr auf plus 0,8 Prozent.
03:18Der Höhepunkt der Erholung ist 2026 mit 1,6 Prozent prognostiziert.
03:24Bei der Arbeitslosenrate erwartet die Nationalbank einen Anstieg auf heuer 7,0 und 2025 auf 7,4 Prozent.
03:32Die Inflation sollte weiter zurückgehen.
03:36Die Inflation sollte weiter zurückgehen.
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