00:00Am Freitag haben die Wirtschaftsforscher von WIFO und IHS ihre Konjunkturprognose
00:06gegenüber der Schätzung vom Juni stark nach unten korrigiert.
00:11Sie rechnen nun mit einem zweiten Rezessionsjahr in Folge.
00:15Bei der Sommerprognose war noch mit einer Stagnation
00:19beziehungsweise mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet worden.
00:24Die österreichische Volkswirtschaft steckt weiter fest in der Rezession.
00:29Im Jahr 2024 wird das reale Bruttoinlandsprodukt um vermutlich 0,6 Prozent schrumpfen,
00:36nachdem es im letzten Jahr schon um ein Prozent gefallen ist.
00:41Damit haben wir die längste Rezession, wenn auch nicht die tiefste, seit 1946.
00:48Vor allem die rückläufige Geschäftsentwicklung in der Industrie und am Bau
00:53sowie ein schwacher Konsum belasten im laufenden Jahr die Konjunkturentwicklung in Österreich.
01:00Wenn wir uns die letzten sechs Quartale anschauen, von denen wir die Daten schon kennen,
01:05dann hält Österreich im Europa die rote Konjunkturlaterne.
01:11Also noch schlechter hat sich in Irland entwickelt, aber das ist auf Sonderfaktoren zurückzuführen.
01:16Wenn wir jetzt über die sechs Quartale kommunieren, dann sind wir bei minus 1,7 Prozent in Österreich.
01:22Zum Vergleich, selbst das Krisenland Deutschland ist bei minus 0,2, der Euro-Raum liegt bei 0,7.
01:29Beide Wirtschaftsforscher empfehlen der kommenden Regierung angesichts des steigenden Budgetdefizits
01:36umfassende Strukturreformen, wie etwa einen Bürokratieabbau und Reformen in den Bereichen Gesundheit und Bildung,
01:45eine Anhebung des Pensionsantrittsalters oder eine Steuerreform.
01:50Die Haushaltsdefizite, die wir jetzt sehen, sind ganz überwiegend strukturell und nicht konjunkturell bedingt.
01:56Sie werden sich wegen des Verzichts auf Einnahmen, Stichwort Abschaffung der kalten Progression,
02:01bei anhaltend hoher Ausgabendynamik, Stichwort demografische Alterung, verfestigen
02:07und damit die Luft für nachhaltig Wachstum fordernde Investitionen abschnüren,
02:10wenn das Haushaltsruder der nächsten Legislatur nicht mit aller Kraft herumgerissen wird.
02:17Für 2025 rechnen die Wirtschaftsforscher mit einem Impuls aus dem Ausland und steigenden Konsumausgaben.
02:26Aber...
02:27Wenn jetzt, was eigentlich notwendig wäre nach der neuen Fiskalregel, konzertiert in der ganzen Eurozone die Sparwut ausbricht,
02:35dann wird es nichts mit dem exportgetriebenen Aufschwung in Österreich.
02:41Die schwächelnde Wirtschaft lässt auch die Arbeitslosigkeit steigen.
02:46Diese soll sich von 6,4% im Jahr 2023 auf heuer 7,0% und 7,2% im kommenden Jahr erhöhen.
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