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00:09Musik
00:22Entschuldigen Sie, können Sie mir kurz helfen?
00:24Ich kann mich nicht entscheiden, welche von beiden soll ich denn nehmen?
00:28Eigentlich Geschmackssache.
00:30Wer soll die denn kriegen?
00:32Meine Mutter. Sie hat sie Weihnachten gebürztet. Sie hat 57.
00:36Was heißt denn von dem Spruch?
00:38Naja, wenn Ihre Mutter auf sowas steht.
00:42Ja, ich weiß nichts. Ich will wahrscheinlich keine von beiden nehmen. Ich will nur ein bisschen herumschauen.
00:46Wiedersehen. Vielen Dank.
00:47Bitte.
00:58Hallo.
01:09Das soll nicht wahr sein. Dieser Mistkerl.
01:12Alle Jahre wieder. Weihnachtszeit. Und mit ihr kommen leider auch die Taschendiebe.
01:18Guten Abend, meine Damen und Herren. Die Polizei hat in diesen Tagen wieder davor gewarnt.
01:23Wenn Sie sich in den Weihnachtstrubel stürzen, passen Sie gut auf Ihre Taschen auf.
01:28Denn sonst könnte es Ihnen so ergehen, wie der jungen Frau in dem eben gezeigten Beispiel.
01:34Die Täter suchen ihre Opfer mit Vorliebe dort, wo gerade jetzt viele Menschen zusammenkommen.
01:39Entweder auf dem Christkindlmarkt, in Kaufhäusern oder auch in vollen Bussen und Bahnen.
01:44Und nicht selten sind die Täter Profis. Perfekt ausgebildet in speziellen Diebesschulen in Südamerika oder Südosteuropa.
01:54Also, verstauen Sie Ihr Portemonnaie so, dass andere es nicht sehen und Ihnen nicht wegnehmen können.
02:01Soviel als erster guter Ratschlag heute. Wir haben natürlich auch noch andere Themen.
02:06Einen Koffertrick der Millionenkuh mit großen Scheinen.
02:10So, 160.000 Mark.
02:12Faule Schecks. Ein Betrüger beim Großeinkauf.
02:17Also, hier ist der Scheck. 58.000 D-Mark wie abgemacht.
02:22Ja, danke.
02:23Und Übersinnliches. Ein Hilferuf aus dem Jenseits.
02:28Er hat gesagt, dass er gespielt hat und jetzt jemandem 5.000 Mark schulde. Im Jenseits.
02:34Das gibt's doch nicht.
02:36Zuvor aber nochmal zurück zum Thema Weihnachten.
02:39In drei Tagen ist Nikolaus.
02:42Bei vielen Familien steht dann am 5. oder 6. Dezember tatsächlich plötzlich der Mann mit der Kapuze und dem langen
02:49weißen Bart vor der Tür.
02:50Sie werden es nicht glauben. Selbst diesen schönen alten Brauch nutzen Betrüger für ihre kriminellen Zwecke aus.
03:04Hallo, Götter.
03:05Hey, grüß dich. Halt. Ich hab was für dich. Das Protokoll von der letzten Elternbeirat.
03:09Oh, dieses Mal nur eine Seite?
03:11Ja, mein Computer ist kaputt. Musst du alles mit der Hand tippen.
03:13Ich verstehe das Zwei-Finger-Suchsystem. Na, das nächste Mal bin ich dran. Also dann.
03:17Okay, mach's gut.
03:21Stefan, der gehört an den linken Fuß.
03:24Sieh mal, wie schön Silke sich umzieht. Und das ganz alleine, hm?
03:27Keine.
03:28Ich beneide dich wirklich.
03:30Wieso?
03:31Jeden Morgen dasselbe Theater mit dem An- und Ausziehen.
03:34Irgendwie scheinen das Mädchen schneller zu kapieren.
03:36Ja, das kann schon sein, aber tröste dich.
03:38Dafür werden sie umso schwieriger, wenn sie älter werden.
03:40Ich!
03:41Also, tschüss, mein Schwarz. So, wieder raus mit dir. Tschüss.
03:45Tschüss.
03:46Das hat mich da drin.
03:49Wie sich erlust.
03:51Sag mal, Edith, wie klappt's eigentlich jetzt mit Rommi an der Schule?
03:54Ach, mittlerweile geht sie richtig gern hin.
03:56Ich hoffe nur, dass es mit Stefan ausfüllen ist, klar, macht ihr keinen Klack.
03:59Entschuldigung, guten Tag. Tut mir leid, dass ich Sie einfach so anspreche,
04:02aber ich habe gerade gesehen, dass Sie kleine Kinder haben.
04:05Sagen Sie, wären Sie an einem Nikolaus interessiert?
04:08Wie bitte? Ein Nikolaus?
04:09Ja, übermorgen ist doch der sechste. Nikolaustag.
04:13Und die Kleinen würden sich doch sicher freuen,
04:15wenn dann ein richtiger Nikolaus zu Ihnen nach Hause käme und Geschenke mitbringt.
04:18Oder macht da schon jemand bei Ihnen?
04:21Eigentlich nicht. Habe ich mir auch noch gar keine Gedanken drüber gemacht.
04:24Du vielleicht?
04:25Nee, nicht die Spur.
04:26Moment, ich gebe Ihnen mal meine Karte.
04:33Nikolausverein 1952.
04:34Sie wollen uns doch nicht als Mitglieder werben, oder?
04:36Nein. Also, bis dato wusste ich gar nicht, dass es wirklich echte Nikolause gibt und die haben jetzt sogar schon
04:41einen Verein.
04:41Und der besteht aus 40 aktiven Mitgliedern. Einmal im Jahr schlüpfen wir in unsere Kostüme und machen den Kindern eine
04:47Freude.
04:48Warum eigentlich nicht? Machst du mit?
04:50Wobei? Deine beiden und meine. Am 6. Dezember bei uns zu Hause. Mit dem Nikolaus.
04:56Also, ich weiß nicht. Wie würde denn das Ganze überhaupt ablaufen?
04:59Ja, wie gesagt, ich würde als Nikolaus zu Ihnen nach Hause kommen.
05:02Vorher würde ich ein paar Süßigkeiten und ein paar kleine Geschenke kaufen zum Verteilen.
05:06Naja, das klingt alles nicht so schlecht, aber Sie möchten doch bestimmt Geld dafür.
05:09Es ist halb so wild. Wie viele Kinder wären es denn?
05:11Drei. Im Alter zwischen fünf und sieben.
05:14Pro Kind wären das 25 Mark.
05:16Das wären dann 75 Mark für uns beide.
05:19Was meinst du?
05:20Also, ich bin dabei.
05:22Gut, einverstanden.
05:23Schön. Dann brauche ich auch noch Ihre Adresse.
05:25Ja, natürlich. Bei mir?
05:26Ja, ich habe nichts dagegen.
05:27Gut. Dann wäre das die Steinstraße Nummer 23.
05:34Das ist hier gleich um die Ecke. Und zwar bei Breuer.
05:38Breuer. Wie gesagt, ich werde dann ein paar Sachen verteilen.
05:42Wenn es geht, nicht so viele Süßigkeiten. Vielleicht eher was zum Basteln oder so.
05:45Ja, genau. Da wäre ich auch dafür.
05:47Lässt dich machen. Kein Problem.
05:49Da hätte ich aber noch eine Bitte an Sie.
05:51Wenn Sie mir das Geld, also die 75 Mark, jetzt schon geben könnten.
05:56Was jetzt?
05:57Ist so üblich bei uns.
05:59Wenn ich die Aufträge in der Geschäftsstelle abrechne, wollen die gleich das Geld haben.
06:02Sie dürfen das nicht behalten?
06:04Nein, nein. Ich bin ehrenamtlicher, Nikolaus.
06:06Das ist aber jetzt zu dumm. Ich habe gar kein Geld bei mir.
06:09Ach, ich glaube, ich kann dir das vorstrecken.
06:11Also.
06:14So, dann wären das erst mal 70 und 5 Mark. 75 Mark.
06:20Vielen Dank.
06:21Bitte. Und ich kann mich auf Sie verlassen?
06:24Aber selbstverständlich, Frau Breuer. Übermorgen sowas gegen 16 Uhr stehe ich bei Ihnen auf der Matte.
06:28Schön. Da werden sich unsere Kleinen aber freuen. Auf Wiedersehen.
06:31Auf Wiedersehen. Auf Wiedersehen.
06:33Auf Wiedersehen.
06:34Wenn das klappt, das wäre ein schöner Tag.
06:45Hey, ich bin dran.
06:48Müsst ihr euch immer streiten. Außerdem hast du eben geschummelt.
06:54Und kommt dann endlich der Nikolaus.
06:57Weiß ich doch nicht.
06:58Dann frag doch mal.
07:04Du nimm dir doch noch ein Stück.
07:06Ja, danke gerne.
07:07Der ist sowas von lecker.
07:08Ja, der ist von einem neuen Bäcker. Der ist direkt hier um die Ecke.
07:10Der schmeckt wie so.
07:11Morgens kann ich Brötchen holen. Alles lecker.
07:13So prima.
07:14Na, Ronja? Was ist denn? Spielt ihr schön?
07:17Wann kommt der denn endlich?
07:21Vielleicht ist er ja mit seinem Schlitten im Straßenverkehr stecken geblieben.
07:24Glaube ich nicht. Außerdem ist das ein Kackelschmieder.
07:28Ach so.
07:30Er muss jeden Augenblick da sein. Geh doch nochmal rüber zu den anderen.
07:33Ich komme dann auch gleich und dann spielen wir noch ein bisschen.
07:39Du meine Güte, schon Viertel vor fünf.
07:42Gegen vier wollte er eigentlich da sein.
07:45Ob der uns vergessen hat?
07:46Ich weiß nicht.
07:47Ich glaube, ich rufe mal bei diesem Verein an, ob auch alles klar geht.
07:54Gut, jetzt nicht kann ich.
08:01Hallo? Wer spricht da bitte?
08:04Oh, ich glaube, da habe ich mich verwählt.
08:07Ich wollte eigentlich den Nikolaus-Verein.
08:10Was?
08:11Das ist ja...
08:14Gut, dann entschuldigen Sie vielmals die Störung.
08:17Ja.
08:18Wiederhören.
08:21Oh, ich darf dich schon wieder weiter vor.
08:25Spielt schön weiter.
08:26Ich komme gleich.
08:29Und?
08:30Was ist jetzt mit unserem Nikolaus?
08:32Nichts.
08:33Es gibt gar keinen Nikolaus-Verein.
08:35Ja, wieso?
08:36Mit wem hast du dann gerade telefoniert?
08:38Die Nummer gehört zu einer Werbeagentur.
08:40Die Telefonistin war schon total genervt.
08:43Seit gestern rufen die Leute an und fragen, wo der Nikolaus bleibt.
08:46Aber wir haben doch schon dafür bezahlt.
08:49Tja.
08:49Kann nicht.
08:50Dann hat uns der Kerl reingelegt.
08:57Ihr Lieben, ich muss euch etwas sagen.
09:00Ich habe mich geirrt.
09:01Der Nikolaus kommt heute nicht zu uns.
09:04Oh, schade.
09:06Oh, schade.
09:07Und ich habe mir doch so doll die Glitzergnöte gewöhnt.
09:12Ich denke mir, das hat er auch nicht vergessen.
09:14Und wir machen uns einfach jetzt einen schönen Abend.
09:16Mit dieser Masche hatte ein Betrüger in Süddeutschland vor einem Jahr mehrfach Erfolg.
09:20Es sind zwar keine großen Beträge, die er erbeutet hat, aber Sie können sich vorstellen,
09:25welche Dramen sich in den Wohnzimmern abgespielt haben dürften.
09:30Bis heute ist der Täter nicht gefasst.
09:32Möglicherweise ist er also auch in diesem Jahr mit seiner Masche wieder unterwegs.
09:39So.
09:41Vor dem nächsten Beitrag möchte ich der Ordnung halber wieder darauf hinweisen,
09:45dass die Namen von Firmen, Orten und Personen in unserer Sendung stets geändert sind.
09:50Unsere Filmbeispiele sollten auch nicht verallgemeinert werden.
09:54Es kommt uns immer nur darauf an, die Praktiken einzelner schwarzer Schafe darzustellen
09:59und nicht etwa ganze Branchen zu verunglimpfen.
10:05Ein solcher Koffer, meine Damen und Herren, mit einem Zahlenschloss ausgestattet,
10:10ist das wichtigste Requisit in unserem nächsten Fall.
10:14Ein unglaublich dreistes Graunerstück, das in jüngerer Zeit offenbar in Mode gekommen ist.
10:28So, ich bin jetzt fertig.
10:30Ich auch.
10:33Komm, Victor, lass uns fahren, ja?
10:35Ich muss doch pünktlich zum Arzt.
10:38Ja, ja.
10:40Na, wie findest du denn Glanz?
10:42Weißt du noch, damals, unser alter Käfer,
10:44den hab ich auch auf Hochglanz gewinnt und noch 500 Mark dafür gekriegt.
10:48Ja, aber diesmal sollte es schon ein bisschen mehr sein, hm?
10:51Wann kommt der Tipp?
10:53Gegen fünf.
10:55Schade eigentlich.
10:57Ja, geh schon mal vor.
10:59Okay.
11:27Das ist doch ein tolles Auto. Warum wollen Sie das dann loswerden?
11:30Meine Frau ist schwanger.
11:33Zwillinge.
11:34Da braucht man eine richtige Familienkutsche, ne?
11:36Dann kaufen Sie doch eine.
11:38So dick haben wir es nun auch wieder nicht.
11:41Hier ist ein Erhabstück.
11:42Von meinem Onkel.
11:46Aber ich hab dir noch nie so richtig ausgefahren.
11:48Wart.
11:50Nicht?
11:52Also, können Sie den Test da raus, der Beschleunigungstest?
11:56Ne.
11:57Pass mal auf.
12:00Ich zähl jetzt bis drei, ja?
12:02Und dann düse ich los.
12:03Und Sie müssen versuchen, nach dem Schein zu greifen.
12:05Wetten, ich hab die Kiste eher auf 100 als Sie den Schein in der Hand?
12:11Dann mal los.
12:13Alles klar?
12:15Eins, zwei, drei.
12:24Gewonnen.
12:28Hat jeder doch gar nicht.
12:30So, da stimmt was nicht.
12:31Die Kiste zieht nicht richtig.
12:33Wann war dann die letzte Inspektion?
12:34Vor zwei Monaten.
12:36Also, da muss ich nochmal ran.
12:37Da war aber alles in Ordnung.
12:40Hören Sie das?
12:44Nee, nix.
12:45Psst.
12:46Da hat das Geräusch da im Motor.
12:48Ich hör nichts.
12:50Doch, doch.
12:53Könnte der Klimakompressor sein?
12:56Oder das Spannrad vom Zahnriemen?
12:59Hören Sie das rasseln?
13:01Also, ich weiß nicht.
13:02Für mich klingt das alles ziemlich normal.
13:04Herr Janowski, vielleicht sollten wir einen Gutachter einschalten.
13:07Also, also, keine Panik.
13:08Sonst kriegen wir schon wieder hin.
13:18Also, meinetwegen kommen wir ins Geschäft.
13:20Oder wollen Sie nicht mehr?
13:22Doch, doch.
13:24Aber es ist schon komisch, wenn man an so einem Wagen hängt.
13:27Seien Sie mal unbesorgt.
13:29Er kommt in die gute Hände.
13:31Ja, mein Chef hat ein Paar von dieser Sorte.
13:33Ihr Chef?
13:34Ja, Herr Morian.
13:36Noch nie was von Karl-Heinz Morian gehört?
13:38Nee.
13:39Muss man den kennen?
13:41Hat jede Menge Firmen.
13:43Unternehmensberatung.
13:44Hat es damit zum Millionär geschafft.
13:46Äh, was sage ich?
13:48Multimillionär.
13:49Naja, mit irgendwas muss er sein Hobby ja bezahlen, ne?
13:51Ach, und dann kaufen Sie den Wagen für Ihren Chef?
13:54Ich gucke mir die Autos an.
13:56Jemand mal nach hinten?
14:01Dazu hat er keine Zeit.
14:03Ist ja ständig auf Achse.
14:05Aber das eigentliche Kaufen macht natürlich eher.
14:08Und wie soll das funktionieren?
14:10Zuerst müssen wir uns mal einig werden.
14:12Wie war das mit dem Preis? Was sagten Sie noch?
14:15160.000.
14:17Festpreis, da gehe ich nicht von runter.
14:19Müssen Sie auch nicht.
14:21Ist ein faires Angebot.
14:23Unter einer Bedingung.
14:25Ja?
14:26Sie müssen die Ware nach Düsseldorf bringen.
14:29Ja, kein Problem.
14:30Am nächsten Wochenende, da ist der Chef wieder da.
14:33Er wohnt im Adlerhof.
14:35Das ist ein Hotel.
14:37Und da soll der Wagen hin?
14:38Ja, sicher.
14:39Zum Hotel.
14:41Da unterschreiben Sie und der Morian dann den Kaufvertrag.
14:43Und da können Sie Ihr Geld gleich mitnehmen.
14:45In Bar?
14:47160.000 Mark?
14:48Ja, sicher.
14:49Der Chef zahlt immer in Bar.
14:51Das ist im Gebrauchtwarengeschäft zu Uso.
14:53Ja, aber 160.000 Mark?
14:56Wie komme ich denn damit dann nach Hause?
14:58Mit dem ganzen Geld?
14:59Na, ich fahre Sie natürlich.
15:01Ach so.
15:02Ja.
15:03Ja, dann machen wir doch jetzt mal den Vorvertrag.
15:06Nicht?
15:07Ja, ist nur zu Ihrer Sicherheit.
15:09Damit Sie wissen, dass wir es auch ernst meinen.
15:11Dann gehen wir doch mal rein.
15:13Ich sage Ihnen dann noch, wie Sie das Hotel finden.
15:15Ist ganz einfach.
15:39Ich bin hier in der Nachricht.
15:40Ich bin hier in der Nachricht.
15:58Herr Jäger, guten Tag.
15:59Willst du Sie?
16:00Danke.
16:00Na, wie war dann die letzte Fahrt im Testohaus?
16:03Schön war's. Ich bin extra langsam gefahren.
16:05Moment, ich sag nur dem Chef Bescheid, dass Sie da sind.
16:08Ich schlafe doch noch mal, ne?
16:11Ja, ich bin das. Der Besuch ist da.
16:14Ja, ist gut.
16:16Ja, komm gleich.
16:17Na, wir können uns ja so lange mal setzen, ne?
16:19Kommen Sie mal mit.
16:21Da ist noch ein Plätzchen frei, schauen Sie.
16:24So.
16:26Na, dann platzen Sie mal.
16:27Danke.
16:28Haben Sie dann auch die Papiere dabei?
16:30Ja, selbstverständlich.
16:31Darf ich mal sehen?
16:32Ja.
16:34So, ein Kraftfahrzeugstein.
16:36Ja.
16:38Brief.
16:39Wunderbar.
16:40Und das Scheckheft.
16:41Ja.
16:42So.
16:43Gehen wir dann auf den Kaufvertrag.
16:45Da fehlt nur noch der Kilometerstand.
16:48Ach, den hab ich jetzt nicht im Kopf.
16:50Moment, ich seh mir eben nach.
16:52Warten Sie, warten Sie.
16:53Ungefähr leicht.
16:54Circa 24.000.
16:56Ja, ja.
16:5724.000.
16:58Morgen, angenehm.
16:59Victor Jäger, guten Tag.
17:00Guten Tag.
17:01Ah, ich sieh schon, Sie haben alles mitgebracht.
17:03Na, gehen wir doch nach oben, hm?
17:04Ja, gerne.
17:05Bitte.
17:06Danke, danke.
17:09Wo bleiben Sie denn hier noch?
17:10Ich komm, Chef.
17:11Moment.
17:12Und, wie war die Fahrt?
17:14Sehr schön.
17:15Ja, bei dem Wetter ist auch ein Vergnügen, nicht?
17:17Und mit dem Auto fahren die.
17:19Ja, genau.
17:19Wissen Sie, der Tesla-Racer ist der einzige, der wir haben, wie wir haben, wie meine Ferrari sammelt.
17:23Ach, so viel haben Sie.
17:25Ja, ich hab Fluchzeuge.
17:26Das ist der einzige, der wir haben für uns.
17:30Zwei, vier, sechs, acht mal zwanzig mal tausend, hundertsechzig Stau.
17:39Bitte.
17:40Zehnen Sie nach.
17:42Danke.
17:44Ach, Janowski, meine Enkelin hat Geburtstag.
17:47Sie wünschen sich so eine neumodische Jacke von Montecasino oder so ähnlich.
17:52Montecasino, Chef.
17:53Ja, richtig.
17:54Können Sie da nicht was besorgen?
17:56Ich hab's einfach nicht mehr geschafft.
17:57Ja, Sie schon.
17:58Wollen Sie sich morgen gleich mitbringen?
17:59Aber es muss eine dunkelblaue sein.
18:01Ich weiß auch nicht, warum.
18:04Tja, alles in Ordnung.
18:06Schön.
18:07Ich hab noch etwas Zeit.
18:09Geh mir doch essen.
18:10Es gibt ja auch noch eine Kleinigkeit zu bereden, was den Vertrag betrifft.
18:14Und anschließend, äh...
18:16Ach, äh, werden Sie zurückgebracht?
18:17Ja, Herr Janowski hat sich bereit erklärt mich, nach Hause zu fahren.
18:20Gut.
18:21Ich hatte da gestern so einen ruhigen Platz hinten in der Ecke.
18:25Fragen Sie doch mal nach, ob der zufällig noch frei ist.
18:28Wir kommen dann anschließend wieder hierher und dann nehmen Sie das Geld mit.
18:32Ich leg's derweil in den Safe.
18:36Ja, hallo.
18:37Hier ist die Suite Nummer 5.
18:39Ich hätte hier einen Tisch reserviert.
18:41Ja, wir hatten da gestern Abend so einen ruhigen Tisch in der Ecke.
18:44Ja.
18:45Könnten Sie den beihalten?
18:47Ja, wunderbar.
18:47Danke.
18:52Danke.
18:54Also ich sage Ihnen, Herr Jäger, Sie werden die Erfahrung auch noch machen, dass Sie Ihre
18:57eigenen Kinder nicht mehr verstehen.
18:59Äh, wie war das noch letztens, Herr Janowski?
19:02Ah ja.
19:03Da fragte mich meine Enkelin, Opa, hast du gestern DJ Bobo auf Viva gesehen?
19:08Also zuerst dachte ich, diese Jugend, nur sechs im Kopf.
19:11Aber die Wahrheit ist, ich wusste buchstäblich nicht, wovon die Rede war.
19:17Trinken wir auf Ihre Zwillinge.
19:20Prost.
19:21Prost.
19:21Prost.
19:24Nun zum Geschäft, lieber Herr Jäger.
19:27Es gibt da noch einen kleinen Punkt, den wir bereden sollten.
19:31Diese Steuerketten.
19:32Äh, Zahnriemen, Chef.
19:33Besser gesagt, die Spannrollen vom Zahnriemen.
19:35Äh, na gut, also ich bin kein Techniker.
19:38Sie sagten vorhin, irgendetwas sei damit nicht in Ordnung.
19:40Naja, die, die Rasseln.
19:43Oh, lecker.
19:46Das kann aber nicht sein.
19:48Der Wagen ist wie neu.
19:49Ja, also ich hatte ja zuerst auch an den Klimakompressor gedacht.
19:53Aber ich hab dann nochmal nachgefragt und wenn, dann sind das definitiv die Spannrollen.
19:57Also ich habe nichts gehört.
19:59Der Wagen kommt praktisch direkt aus der Inspektion.
20:01Naja, das hört man ja auch nicht immer.
20:03Das ist so ein ganz feines Rasseln bei bestimmten Drehzahlen.
20:07Wie lange würde die Reparatur dauern?
20:09Naja, der Motor muss raus.
20:11Also ich würde mal sagen drei Tage vielleicht.
20:13Ach, doch so lange.
20:15Ja, und was ist mit unserem Vertrag?
20:18Ich dachte, wir seien uns einig.
20:20Keine Sorge.
20:21Ich weiß schon, wie wir verfahren können.
20:23Ich will ja auch gar nicht beschwören, dass da was kaputt ist.
20:26Aber auf alle Fälle müsste der Motor mal gründlich durchgecheckt werden.
20:29Natürlich muss ich das Fahrzeug in einwandfreiem Zustand befinden, bevor ich es kaufe.
20:33Ja, was soll ich denn jetzt machen?
20:35Wollen Sie ein technisches Gutachten?
20:38Auf meine Kosten?
20:39Aber nein.
20:40Die Rechnung übernehme ich natürlich.
20:42Es sei denn, der Wagen hat tatsächlich einen Schaden.
20:45Dann müssten Sie zahlen.
20:47Ja.
20:49Und wie geht's nun weiter?
20:51Also, Sie bekommen heute wie vereinbart Ihr Geld.
20:54Und zwar eingeschlossen in einen Aktenkoffer.
20:56Ach, in dem Koffer mit dem Zahlenschloss, den ich oben gesehen habe.
20:59Richtig.
21:00Nur ich kenne die Kombination, mit der man den Koffer öffnen kann.
21:03Wenn der Wagen in Ordnung ist, was wir in den nächsten Tagen prüfen,
21:06rufe ich Sie an und gebe Ihnen die Zahlen durch.
21:09Dann können Sie mir das Geld verfügen.
21:11Was ist denn, wenn nun tatsächlich was am Motor wäre?
21:14Lassen wir ihn reparieren, schicken Ihnen die Rechnung
21:16und erst wenn Sie die bezahlt haben, bekommen Sie die Kombination.
21:21Das ist alles ein bisschen kompliziert.
21:23Noch ein ganz normaler Geschäftsgang.
21:26Ja.
21:27Also gut.
21:29Einverstanden.
21:31Das ist schon der Vertragsseil geplatzt.
21:33Herr Heiliger, ich habe schon so viele Geschäfte abgeschlossen.
21:37Glauben Sie einem Mann mit Lebenserfahrung?
21:39Gutwillige Menschen werden sich immer irgendwie einig.
21:43Prost.
21:45Prost.
21:46Prost.
21:48Prost.
21:52Prost.
21:53So, 160.000 Mark.
21:55Okay.
21:56Ich schließe jetzt den Koffer und verstelle die Kombination.
22:03So, bitte sehr.
22:05Also, Sie hören von mir.
22:07Ich denke, spätestens in einer Woche.
22:09Kommen Sie gut heim, Herr Jäger.
22:10Vielen Dank, Herr Morian.
22:11Sie werden sehen, mit dem Wagen ist alles in Ordnung.
22:15Wiedersehen.
22:16Auf Wiedersehen.
22:17Und alles Gute für Ihre Frau, die Zwillinge.
22:28Guck mal.
22:30Bei der Ladefläche.
22:31Da brauchst du den Kinderwagen nicht mal zusammenklappen.
22:34Aber der ist ja ziemlich teuer.
22:36Außerdem, das ist ja der reine Lieferwagen.
22:39Brauchen wir denn unbedingt so einen großen?
22:40Ein Kombi ist das einzig Ware.
22:43Und auch nicht viel teurer als die Limousine.
22:47Und von dem Geld, was ich für den Ferrari bekommen habe, könnten wir uns fünf von der Sorte kaufen.
22:53Also, solange die dir nicht sagen, wie du den Koffer aufkriegst, können wir uns nicht mal einen Kinderwagen leisten.
22:59Ja, das ist gleich sechs.
23:02Ich verstehe das nicht.
23:03Der Morian wollte spätestens heute angerufen haben.
23:06Und was ist, wenn die jetzt doch eine Macke an dem Wagen gefunden haben?
23:10Ausgeschlossen.
23:10Der Wagen ist völlig in Ordnung.
23:12Und dieses komische Geräusch?
23:15Das hätte sich nur eingewildet.
23:17Vielleicht wollte der nur den Preis drücken.
23:20Also, ich verstehe ehrlich gesagt nicht, weshalb du dich auf dieses Theater mit dem Koffer eingelassen hast.
23:26Ja, weil das Geschäft sonst geplatzt wäre.
23:29Jedenfalls rufe ich jetzt meinen Düsseldorf an.
23:46Ja, Viktor Jäger, guten Abend.
23:47Könnten Sie mich bitte mit Herrn Morian verbinden?
23:54Vorgestern abgereist.
23:56Und Herr Jarnowske?
24:01Jarnowske!
24:06Ja, da kann man nichts machen.
24:09Danke. Wiederhören.
24:13Komisch.
24:15Der Morian ist vorgestern abgereist und der Jarnowske hat gar nicht in dem Hotel gewohnt.
24:20Was?
24:23Jedenfalls habe ich jetzt lange genug gewartet.
24:24Jetzt wird der Koffer aufgemacht.
24:26Ja, und wie willst du das machen?
24:27Ohne die Zahlen?
24:28Da gibt es doch tausend Möglichkeiten.
24:30Da hilft nur noch Urgewalt.
24:42Man muss nur an der richtigen Stelle draufhauen.
24:47Wahnsinn.
24:48So viel Geld auf andere Haufen habe ich ja noch nie gesehen.
24:54Die bringe ich morgen zur Bank, und die werden auch gemacht.
25:00Das findest du nicht ganz anders an als sonst.
25:02Ach, die sind doch nicht so abgenutzt wie 10er oder 50er.
25:08Ja, da steht was drauf.
25:10Omaggio, Lunapark und Faximile.
25:13Lass mal sehen.
25:19Hier auch, das ist überall drauf.
25:23Was soll denn das?
25:29Die haben wir uns Falschgeld angedreht.
25:33Nicht Falschgeld war es, sondern schlicht und ergreifend Werbematerial.
25:38Die Kripo stellte fest, dass diese Papiere in einem italienischen Vergnügungspark als Blickfang bei der Besucherwerbung eingesetzt werden.
25:45Im Übrigen nicht nur in Form von D-Mark-Imitaten, sondern auch als Dollarnoten und andere Währungen.
25:53Die Masche mit dem Koffer war der Polizei auch bereits aus vielen weiteren Vorgängen bekannt.
25:58Europaweit sind die Gaunerbanden mit diesem Trick unterwegs.
26:02Sie fangen ihre Opfer dabei nicht nur mit Autos ein, die sie angeblich kaufen wollen,
26:07sondern auch mit Schmuck, Edelsteinen oder Goldmünzen.
26:12Der Schaden, der auf das Konto dieser Banden geht, beträgt bisher weit über 100 Millionen Mark.
26:19In einigen Fällen ist es nicht beim Betrug geblieben.
26:22Als die Opfer den Schwindel schon bei der Geldübergabe bemerkten, wurden sie mit Waffen bedroht und ausgeraubt.
26:30Unser nächster Fall.
26:32Ein Millionenbetrug, wieder über Grenzen hinweg.
26:36Er funktioniert mit diesem Formular, das die meisten von Ihnen nicht kennen werden.
26:41Aber trösten Sie sich.
26:43Der Inhaber eines Computergeschäftes in Recklinghausen hat es auch nicht gekannt.
26:48Es tut mir leid, dass Sie so lange warten mussten.
26:51Aber dafür habe ich auch eine gute Nachricht für Sie.
26:53Wir kommen also ins Geschäft.
26:55Unser Großhändler hat mir zugesichert, dass er die zehn Anlagen komplett liefern kann.
27:00Aber am Beitrag brauche ich die.
27:02Das kriegen wir hin.
27:03Sehr schön.
27:04Über den Preis haben wir noch nicht gesprochen.
27:07Bei zehn Computern mit Druckern 6.400.
27:11Verstehe ich schon.
27:13Ein kleiner Rabatt ist da sicher drin.
27:16Sagen wir fünf Prozent.
27:18Das wären jeweils 320 Mark.
27:23Und das Konto, wenn ich bar bezahle?
27:25Ah, Sie bezahlen bar?
27:27Die ganze Summe?
27:28Mit Check.
27:30Natürlich mit Bestätigung durch unsere Bank.
27:34Gut.
27:355.800 pro Anlage.
27:38Einverstanden?
27:40Das ist dein Wort.
27:42Ich komme am Freitag, so gegen Mittag und hole die Geräte ab.
27:46Sagen Sie, die Computer gehen nach Holland?
27:48Ja.
27:49Wie heißt die Firma nochmal?
27:51Na, Möbelhaus von Degg.
27:54In Franz.
27:56Bevor ich die Computer bestelle, könnten Sie dafür anlassen, dass wir noch was Schriftliches bekommen?
28:02Ein Fax würde schon reichen.
28:04Selbstverständlich.
28:04Verstehen Sie mich bitte nicht falsch.
28:06Nein, nein.
28:07Ist schon okay so.
28:08Das ist nur, damit alles seine Ordnung hat.
28:11Sie bekommen Ihr Fax und wir sehen uns Freitag wieder.
28:14Und wenn doch noch was dazwischen kommt, rufen Sie mich bitte an.
28:19Äh, eine Handynummer?
28:21Ja, als Organisationsleiter bin ich ständig auf Achse.
28:25Von einer Filiale zum anderen.
28:27Also, äh, bis Freitag.
28:29Wiedersehen.
28:30Bis Freitag.
28:31Auf Wiedersehen.
28:43Ein Fax-Chef von einer Möbelfirma Van Degg.
28:47Das heißt Van Dijk.
28:49Holländisch.
28:49Sehr schön.
28:50Das ist die Bestellung über die zehn Computer.
28:53Der Computerhändler holt zur Sicherheit eine sogenannte Bankauskunft ein.
28:57Das heißt, er erkundigt sich bei seiner Bank, ob er sich bei dem ausländischen Kunden wirklich um ein seriöses Unternehmen
29:03handelt oder nicht.
29:04In diesem Fall bestätigt die Bank tatsächlich, dass die Firma Van Dijk ein renommiertes niederländisches Möbelhaus ist.
29:15Wenige Tage später, an dem verabredeten Freitagnachmittag, händigt der Computerhändler dem angeblichen Repräsentanten der niederländischen Firma dann die Ware aus.
29:27Also, hier ist der Scheck. 58.000 DM wie abgemacht.
29:32Ja, danke.
29:34Oh, sowas hatte ich noch nie.
29:37Ist wohl ein Postcheck, oder?
29:40Ja, von der niederländischen Postbank.
29:42Und der Stempel hier?
29:44Das ist praktisch die Bankbestätigung, dass der Scheck, wie sagt man, gedeckt ist.
29:50Aha.
29:51Alles auf Holländisch.
29:53Naja, wird schon stimmen.
29:55Ganz schön fix, Ihre Jungs.
29:58Ja, kein Wunder bei diesem Wetter.
30:00Außerdem, die wollen schnell Feierabend machen.
30:03Verstehe, dann will ich auch gar nicht weiter aufhalten.
30:05Auf Wiedersehen.
30:06Und gute Fahrt.
30:07Danke, Auf Wiedersehen.
30:08Auf Wiedersehen.
30:21Ja, klar, stellen Sie durch.
30:24Herr Mayer, ich grüße Sie.
30:26Wie war das Wochenende?
30:29Welcher Scheck?
30:32Ja, was ist damit?
30:35Machen Sie mich nicht schwach.
30:39Was ist das?
30:40Ein Überweisungsformular?
30:42Ich denke, ein Scheck der niederländischen Postbank.
30:44Das gibt's doch nicht.
30:46Da muss ich sofort mal bei diesem Möbelhaus anrufen, was das soll.
30:49Vielen Dank, Herr Mayer, dass Sie mich gleich angerufen haben.
30:51Ich werde mich melden.
30:54Machen Sie mir sofort mal die Verbindung nach Holland.
30:57Möbelhaus Van Dyck in Wals.
30:59Ja, danke.
31:02Die Firma Van Dyck war genauso überrascht wie der deutsche Computerhändler.
31:07Sie hatte nie einen Auftrag erteilt und auch nie ein Fax geschickt.
31:11Der angebliche Bankcheck entpuppte sich als simpler holländischer Überweisungsvordruck,
31:17ein sogenanntes Storting.
31:18Er liegt in jedem niederländischen Postamt zur freien Verfügung aus.
31:22Die Täter haben diesen Vordruck mit einem Stempel versehen,
31:25der angeblich eine Bankbestätigung sein sollte.
31:29Der Trick funktioniert immer noch.
31:32Bisher sind 230 Geschädigte bekannt.
31:35Schaden sage und schreibe 5 Millionen Mark.
31:39Deshalb der Rat, lassen Sie sich von Drucksachen und wohlklingenden Firmennamen nicht beeindrucken,
31:44sondern prüfen Sie sorgfältig, mit wem Sie es zu tun haben.
31:48Der Computerhändler in unserem Fall wäre sicher vor Schaden bewahrt geblieben,
31:53wenn er bei dem holländischen Möbelhaus Van Dyck angerufen hätte,
31:56und zwar vor Aushändigung der Geräte.
32:02Meine Damen und Herren, solange es diese Sendereihe schon gibt, also über 33 Jahre,
32:07bin ich immer wieder mal gefragt worden,
32:10sagen Sie, stimmt denn das alles, was Sie da in Ihren Sendungen so zeigen?
32:14Ist das wirklich alles passiert?
32:17Oder haben Sie sich das eine oder andere nicht doch nur ausgedacht?
32:23Also, um es ganz offen zu sagen,
32:25ich habe gar nicht die Fantasie, mir diese Geschichten auszudenken.
32:29Sie sind wirklich alle passiert.
32:31Auch die nächste.
32:32Ob Sie es glauben oder nicht.
32:49Guten Morgen, Frau Eidner.
32:51Guten Morgen.
32:53Sie kennen mich?
32:55Aber ja.
32:56Ich freue mich, welche Mühe Sie sich hier machen.
32:59Das ist weit und breit der schönste Grab.
33:02Hat mein Gott auch verdient.
33:03Gut, Sie haben Ihren Mann sehr geliebt.
33:06Oh ja.
33:08Sie reden auch oft mit ihm.
33:10Ja.
33:12Sagen Sie, woher wissen Sie das alles?
33:15Ich spüre es.
33:17Als ich vorhin in Ihre Aura getreten bin,
33:19habe ich gefühlt,
33:21hier ist ein Mensch,
33:22der meine medialen Fähigkeiten dringend braucht.
33:26Was reden Sie da?
33:27Ich weiß nur nicht,
33:28ob Sie es sind, der meine Hilfe braucht.
33:31Oder Ihr Mann.
33:33Wieso sollten wir Ihre Hilfe brauchen?
33:35Wobei?
33:37Sie müssen wissen,
33:38ich kann Kontakte ins Jenseits herstellen.
33:41Kontakte ins Jenseits?
33:43Ja.
33:44Über mich können Sie mit Ihrem Mann sprechen.
33:47Das kapiere ich nicht.
33:49Wie soll denn das gehen?
33:51Ich habe diese Fähigkeit von meiner Großmutter geerbt.
33:54Meine berühmte Wahrsagerin.
33:56Klappt das wirklich,
33:57dass man mit Toten reden kann?
33:59Na ja.
34:00Sie möchten doch bestimmt wissen,
34:02wie es Ihr Mann jetzt im Jenseits geht.
34:04Ach, ich weiß nicht.
34:09Obwohl,
34:12interessant wäre es schon.
34:14Haben Sie heute Abend Zeit?
34:16Ja.
34:16Warum?
34:18Wenn Sie wollen,
34:19komme ich zu Ihnen.
34:20Dann versuche ich,
34:22ob ich den Kontakt zu Ihrem Mann herstellen kann.
34:25In der Glaskugel oder so, ja?
34:27Nein.
34:29Das ist Humbug.
34:30Alles, was ich dazu brauche,
34:32ist ein Bild Ihres Mannes.
34:34Na ja.
34:35Das können Sie haben.
34:38Ich höre schon schwache Signale.
34:42Kurt Aldenhoff.
34:44Ich rufe dich.
34:47Bist du das,
34:49Kurt Aldenhoff?
34:53Ja.
34:56Ich.
34:57bin
34:58es.
35:01Ich.
35:03Grüße
35:06Gerda.
35:07Wie geht es ihm?
35:09Gerda ist hier bei mir.
35:11Sie grüßt dich auch.
35:13Sie möchte wissen,
35:15wie es dir geht.
35:19Es
35:20geht
35:22mir
35:25nicht
35:27sehr
35:29gut.
35:30Um Gottes Willen,
35:31warum nicht?
35:33Der Kontakt wird schwächer.
35:36Fragen Sie ihn schnell.
35:38Kurt Aldenhoff,
35:40hörst du mich noch?
35:43Warum geht es dir nicht gut?
35:47Probleme?
35:50Welche Probleme?
35:51Welche Probleme?
35:59Der Kontakt ist abgerissen.
36:02Oh nein!
36:03Er hat mir aber noch den Grund gesagt.
36:05Und er hat darum gefleht,
36:07Sie sollen ihm doch helfen.
36:09Das würde ich doch gern.
36:11Aber wie denn?
36:13Ihr Mann hat etwas von Schulden gesagt.
36:16Wie?
36:17Schulden?
36:17Ja.
36:19Ja.
36:20Spielschulden.
36:21Er hat doch nie gespielt.
36:23Schon gar nicht um Geld.
36:25Er hat gesagt,
36:26dass er gespielt hat
36:27und jetzt jemandem
36:285000 Mark schulde.
36:30Im Jenseits.
36:31Das gibt's doch nicht.
36:34Unfassbar,
36:35nicht wahr?
36:35Ja.
36:37Wie soll man sich das alles erklären?
36:39Wir wissen nicht,
36:40wie die Dinge zusammenhängen,
36:42Frau Aldenhoff.
36:43Wir wissen nur,
36:44ihrem Mann geht es schlecht.
36:45So was.
36:48Kurt und Spielschulden.
36:51Wenn Sie mir das Geld geben,
36:53dann werde ich es
36:54im Ideal ins Jenseits übertragen.
36:57Und das geht so einfach?
36:59Nein,
37:00einfach ist es nicht.
37:01Aber mit großer Willenskraft
37:03und Konzentration
37:04klappt es manchmal.
37:06Allerdings nur bei mir zu Hause.
37:09Unglaublich.
37:10Die Seancen,
37:11also die Sitzung,
37:12dauern ganze Nächte lang
37:14und sind sehr anstrengend.
37:15Damit will ich Sie nicht belasten.
37:18Aber wenn Sie mir das Geld
37:20jetzt geben,
37:21kann ich es heute Nacht
37:22gleich mal versuchen.
37:24In Ordnung.
37:30Ach Gott,
37:32was machst du bloß für Sachen?
37:36Die alte Dame hat der fremden Frau
37:38tatsächlich 5000 Mark gegeben,
37:40um ihren verstorbenen Mann
37:41aus der vermeintlichen Verlegenheit
37:43zu helfen.
37:44Die eigenartige Bekanntschaft
37:46ging dann noch wochenlang weiter
37:47und wurde immer verrückter.
37:49Am Ende verlangte die Frau
37:51100.000 Mark von der Witwe.
37:53Begründung,
37:53ihr Mann Kurt wolle sich
37:55im Himmel
37:55ein Grundstück kaufen.
37:57Die alte Dame
37:58wollte in der Tat bezahlen.
38:00Als sie sich deswegen
38:01mit ihrem Steuerberater besprach,
38:03flog der Schwindel
38:04Gott sei Dank auf.
38:06Also,
38:07man kann dazu stehen,
38:08wie man will,
38:08aber immer mehr Leute
38:09sind davon überzeugt,
38:11dass es zwischen Himmel
38:12und Erde
38:12mehr Dinge gibt,
38:13als die Wissenschaft
38:14beweisen kann.
38:16Und da ist es dann wohl
38:17auch nicht verwunderlich,
38:18dass Scharlatane
38:19und Betrüger
38:20auch auf diesem Gebiet
38:22ihre Opfer finden.
38:27So, meine Damen und Herren,
38:29jetzt sind wir
38:30an einem Meilenstein
38:31dieser Sendereihe angelangt.
38:32Einer der ältesten
38:33im deutschen Fernsehen übrigens.
38:35Sie wissen sicher,
38:36dass für mich
38:37mit dem Jahreswechsel
38:38das beginnt,
38:39was man gemeinhin
38:40einen Ruhestand nennt.
38:43Nach über 33 Jahren
38:44und 161 Folgen
38:46gebe ich jetzt auch
38:47die Moderation
38:47von Vorsicht Falle
38:49in jüngere Hände.
38:52Meine Tochter Sabine
38:53wird neben ihrer Aufgabe
38:54bei XY
38:55ab dem nächsten Jahr
38:57Vorsicht Falle präsentieren.
38:59Die Sendereihe läuft
39:00im bisherigen Rhythmus weiter,
39:02denn die Nepperschlepper
39:03und Bauanfänger
39:04werden ihre Aktivitäten
39:06mit meinem Abschied
39:07vom Bildschirm
39:07bestimmt nicht einstellen.
39:10Und Sabine
39:12hat Ihnen sogar
39:13eine ganz aktuelle
39:14Kostprobe
39:15des Erfindungsreichstums
39:16dieser Herrschaften
39:18mitgebracht.
39:20Ja, im Grunde genommen
39:21ein uralter Trick,
39:23aber in einem
39:24verblüffend
39:24neuen Gewand.
39:26In vielen Gegenden
39:27der Bundesrepublik
39:28fanden die Leute
39:29vor geraumer Zeit
39:31einen solchen Zettel
39:33in ihren Briefkästen.
39:35Herzlichen Glückwunsch!
39:36Sie haben gewonnen!
39:37Hauptgewinn!
39:38Erster Preis!
39:39Einen Computer
39:40im PC-FM-Sounddesign
39:43mit Monitor,
39:44Tastatur und Maus.
39:47Da der Versand
39:48des Computers
39:49aus Sicherheitsgründen
39:50nicht möglich sei,
39:51sollte,
39:52wie in diesem
39:53Begleitschreiben
39:54aufgeführt ist,
39:55die Überreichung
39:56des tollen Preises
39:56im Rahmen
39:57einer Ausflugsfahrt
39:58per Bus
39:59stattfinden.
40:00Kleiner Unkostenbeitrag
40:0119,90 Mark.
40:04Sicher haben
40:05etliche Teilnehmer
40:05völlig richtig vermutet,
40:07dass sie hier
40:08zu einer sogenannten
40:09Kaffeefahrt,
40:09also einer Art
40:10rollenden
40:11Verkaufsveranstaltung
40:12eingeladen sind.
40:13Aber der tolle Gewinn
40:15hat sie dann doch
40:15verführt mitzufahren.
40:17Wäre mir vielleicht
40:18auch so gegangen,
40:19immerhin kostet
40:20so ein Computer
40:21auch heute noch
40:22über 2000 Mark.
40:24Umso größer war
40:25dann die Sprachlosigkeit,
40:26als die Teilnehmer
40:27erfahren mussten,
40:28mit welcher
40:29dreisten Masche
40:30die Veranstalter
40:31ihr Gewinnversprechen
40:32eingelöst haben.
40:34Wir haben ihn hier,
40:35den Computer
40:36mit PC-FM-Sounddesign,
40:40ein billiges
40:41Kinderspielzeug.
40:43Nichts zu fassen.
40:46Aber für dich
40:47ein ganz gelungener
40:48Einstand bei
40:49Vorsicht Falle.
40:50Danke für die Blumen.
40:51Ich sehe schon,
40:52sie macht das ganz gut,
40:54da kann ich mich
40:54jetzt wirklich
40:55zurückziehen.
40:56Ich bedanke mich
40:57bei Ihnen,
40:58meine Damen und Herren,
40:59für Ihr jahrelanges
40:59Vertrauen und ich hoffe,
41:01dass Vorsicht Falle
41:02auch in der neuen
41:03Besetzung für Sie
41:04viele weitere Jahre
41:05ein nützlicher
41:06Ratgeber sein wird.
41:08Und dir viel Glück
41:09für die neue Aufgabe.
41:11Danke.
41:12Und für Sie alle
41:13alles Gute.
41:15Ja, und wir sehen uns
41:17im nächsten Jahr wieder.
41:18Bis dahin,
41:20eine schöne Weihnachtszeit
41:21und auf Wiederschauen.