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KurzfilmeTranskript
00:00:00Musik
00:00:41Musik
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00:01:40Musik
00:02:09Musik
00:02:35Musik
00:02:59Sie haben sich ja prächtig erholt.
00:03:02Wie schön, dass Sie wieder da sind.
00:03:05Sie haben uns sehr gefehlt.
00:03:08Gehen Sie schon rein, ich nehme das Gepäck.
00:03:12Der kleine Justin geht's gut.
00:03:20Ich glaube, sie erinnert sich noch an mich.
00:03:29Er ist gekommen, nicht wahr?
00:03:32Mhm.
00:03:36Was hätte ich tun sollen?
00:03:38Als er sah, dass Sie nicht hier waren, dachte ich, er fällt auf der Stelle tot um.
00:03:41Er machte wirklich den Eindruck, als wäre er von Sinn.
00:03:43Und ich dachte, vielleicht wird er sich doch noch dazu entschließen, alles für Sie aufzugeben.
00:03:56Und trotzdem sehen Sie so glücklich aus.
00:04:01Ich werde nie das haben, was Sie und Ladi haben.
00:04:04Aber die wenigen Tage mit Ralph haben mir alles gegeben.
00:04:08Und viel besser so, als wenn er vielleicht anfangen würde, mich zu hassen, weil ich ihm das nehmen würde, was
00:04:13ihn doch so erfüllt.
00:04:15Sie werden uns verlassen.
00:04:20Ja.
00:04:41Ralph, wieder in Rom.
00:04:45Willkommen.
00:05:03Sie haben sich entschieden.
00:05:05Sie sagt, ich müsste mich entscheiden, wenn ich vorankommen wolle.
00:05:10Ich habe mich entschieden.
00:05:14Aber kann ich noch vorankommen?
00:05:20Ich habe alle meine Gelübde gebrochen.
00:05:26Sie sind zur Hose gegangen.
00:05:29Ja.
00:05:36Vittorio.
00:05:38Ich habe in Gottes Gegenwart nie ein solches Glücksgefühl empfunden wie bei ihr.
00:05:44Ich habe durch Sie eine Freude kennengelernt, von der ich bisher nichts ahnte.
00:05:48Nicht nur die körperliche.
00:05:51Es war schön, bei ihr zu sein.
00:05:55Mit ihr zu lachen.
00:05:58Mit ihr zu reden.
00:06:01Mit ihr zu essen, an ihren Gedanken teilzuhaben.
00:06:11Ich wollte Sie nie mehr verlassen.
00:06:14Aber Sie haben sich verlassen.
00:06:18Sie haben die Kraft dazu gefunden.
00:06:21Aber ich komme nicht von ihr los.
00:06:24Das ist die schmerzende Wunde.
00:06:26Und ich weiß einfach nicht, wie ich diese Wunde heilen kann.
00:06:30Vielleicht geht es darum gar nicht.
00:06:34Vielleicht rettet Sie diese Wunde.
00:06:44Erinnern Sie sich an die griechische Sage von Hippolytos?
00:06:50Das Stück, das wir in Athen gesehen haben.
00:06:53Ja, er wurde getötet, weil er nicht lieben konnte.
00:06:56Nein, er war zu hochmütig, zur Liebe.
00:07:06So hochmütig, dass er sich nicht zu den Sterblichen zählte.
00:07:14Ja, Ihre Gelübde
00:07:18haben Sie gebrochen.
00:07:19Aber lassen Sie uns dasselbe auch von Ihrem Stolz hoffen,
00:07:23der Sie abhielt
00:07:24von dem, was Ihr größter Wunsch war.
00:07:30Sehen Sie,
00:07:32man kann kein wahrer Priester sein,
00:07:35ohne die Demut zu besitzen,
00:07:37einzusehen, dass man zuerst
00:07:40ein Mensch ist.
00:07:48Wenn Sie an Ihre Rose denken,
00:07:52denken Sie daran, dass Sie es war,
00:07:55die Sie zu dieser Einsicht geführt hat.
00:08:01Nein.
00:08:03Oh nein.
00:08:07Sie nur zu sehen,
00:08:08als ein Mittel, mich zu retten,
00:08:12wäre wohl die größte Anmaßung.
00:08:15Sie liebt Vittorio
00:08:18allem zum Trotz,
00:08:20ausschließlich und ungebrochenen Herzens.
00:08:26und ich kann Sie nur
00:08:30so lieben, wie es ist.
00:08:32Sie lieben, wie es ist.
00:08:39Sie lieben, wie es ist.
00:08:46Sie lieben, wie es ist.
00:09:14Wie kann ich euch jemals danken?
00:09:16Ihr habt mir mehr gegeben als meine eigenen Eltern.
00:09:19Ach, Unsinn.
00:09:20Eines Tages werden wir sie in Drogida besuchen.
00:09:23Nicht wahr, Ladi?
00:09:23Wird's mir gern mal ansehen.
00:09:38Alles Gute.
00:09:49Halten Sie ihn fest.
00:09:51Solche wie ihn gibt's nur wenige.
00:09:53Ich weiß.
00:09:56Also, halten Sie die Ohren steif.
00:10:06Ich wünschte, ich könnte die Abschiedsvorstellung miterleben.
00:10:13Auf Wiedersehen.
00:10:27Los, kommt, Haki.
00:10:29Ja, geh doch ran.
00:10:32Gut, greif ran.
00:10:34Jawohl.
00:10:35Gut, gut.
00:10:38Ja.
00:10:40Ja, jetzt hast du es ganz.
00:10:42Zeig's ihm doch.
00:10:43Das sieht mir aus.
00:10:50Ja.
00:10:53Ja.
00:10:54Ja.
00:10:54Ja.
00:10:55Mach's doch rum.
00:10:55Mach's doch rum.
00:10:56Ich habe mir das gleich.
00:10:57Ach, das ist doch rum.
00:10:57Ach, das ist doch rum.
00:10:58Mach's doch rum.
00:11:00Ach, das ist doch rum.
00:11:02Ach, das ist doch rum.
00:11:02Ja, jetzt hast du ihn.
00:11:04Ja, jetzt macht den.
00:11:10Gib's doch auf.
00:11:15Gib's doch auf.
00:11:16Niemals.
00:11:22Hallo Luke.
00:11:24Megan, was tust du denn hier?
00:11:29Was zum Teufel fällt dir ein, mit dem Kind hierher zu kommen?
00:11:32Ach ja, du hast sie ja noch niemals gesehen, nicht?
00:11:35Luke, das ist Justin.
00:11:37Bist du vielleicht gekommen, um mir eine Predigt zu halten wegen Nestbauen und so?
00:11:42Das glaubst du wohl.
00:11:43Hat's nicht gereicht, diesen verdammten Priester zu schicken?
00:11:47Wovon redest du überhaupt?
00:11:48Tu doch nicht so, weil ich das Geld von deinem feinen Pater Ralph nicht annehmen wollte, sollte er mich umstimmen.
00:11:54Seit der Geburt von Justin habe ich ihn nicht mehr gesehen.
00:11:57Das sieht ihm wieder ähnlich. Die müssen sich überall einmischen, diese Priester.
00:12:00Er würde es gern sehen, wenn ich mit einem ganzen Dutzend Belger sesshaft würde.
00:12:03Und darauf bist du wohl scharf, he?
00:12:05Ich war dumm genug, das zu denken.
00:12:08Aber durch dich, Luke, hatte ich eine Menge Zeit herauszufinden, was mir in Wirklichkeit fehlt.
00:12:14Und mir wurde klar, dass das Letzte, was ich mir wünschte, wäre,
00:12:17auf irgendeiner öden, kümmerlichen Farm in West Queensland zu hocken.
00:12:20Und das mein ganzes Leben.
00:12:21Megan, hör auf damit!
00:12:22Was ist dann die große Belohnung, was?
00:12:24Während ich, wer weiß, wie viele Jahre darauf warten musste.
00:12:26Während du dir hier zu beweisen versuchst, was für ein Mann du bist.
00:12:29Und dabei bist du keiner.
00:12:31Und wirst niemals einer sein.
00:12:33Und darum verlasse ich dich.
00:12:35Mich verlassen? Nein, das wirst du nicht tun.
00:12:38Kein Grund zur Traurigkeit.
00:12:40Du hast doch noch deinen lieben Arnie.
00:12:42Vielleicht hat der noch Verwendung für dich.
00:12:44Ich habe keine mehr.
00:12:45Denn wenn ich noch mehr Kinder haben wollte,
00:12:47ich finde leicht einen, der es besser versteht als du.
00:12:50Denn eins ist mir kürzlich klar geworden.
00:12:53Du bist ein eingebildeter, egoistischer, selbstgefälliger Angeber.
00:13:02Selbst als Liebhaber bist du ein Versager.
00:13:13Und was das Geld betrifft, das du mir gestohlen hast, steckst dir an den Hut.
00:13:18Mach damit, was du willst.
00:13:35Zum Bahnhof nach Danglo.
00:14:08Das Postauto kommt.
00:14:10Oh, gut.
00:14:12Hoffentlich bringt er mir das Kuchenmehl mit.
00:14:30Endlich wieder daheim.
00:14:32Bob!
00:14:33Maggie!
00:14:36Maggie, was tust du denn hier?
00:14:39Oh, mein Gott!
00:14:41Mrs. Cleary!
00:14:43Mrs. Cleary, kommen Sie!
00:14:48Maggie ist gekommen!
00:14:49Was für eine Überraschung, Maggie!
00:14:52Dass du wieder da bist!
00:14:56Und wer ist denn das?
00:14:58Warum haben Sie nicht vorher angerufen, dass Sie kommen?
00:15:02Ein richtiger kleiner Engel.
00:15:06Luke, wie aus dem Gesicht geschnitten.
00:15:08Sieht man gleich.
00:15:14Sieht man gleich.
00:15:30Ich bin wieder da.
00:15:33Für immer.
00:15:35Dann hast du Luke also verlassen?
00:15:39Er wollte mich nicht mehr.
00:15:42Und seine Kinder auch nicht.
00:15:45Kinder.
00:15:48Ich bekomme noch ein Baby.
00:15:52Ich bekomme noch ein Baby.
00:16:12Dane.
00:16:13Ich wusste, es würde ein Junge werden.
00:16:19Er sieht ganz wie ein Cleary aus.
00:16:26Wirklich ein hübscher kleiner Kerl.
00:16:28Ob er wohl schon auf einem Pferd sitzen kann?
00:16:31Wird er schon noch.
00:16:32Wird er schon noch.
00:16:35Jesse, willst du ihn auch mal sehen?
00:16:37Na komm.
00:16:38Komm, mein Kleines.
00:16:41Hier.
00:16:42Schau mal.
00:16:45Siehst du?
00:16:46Das ist dein kleines Brüderchen.
00:16:49Schau.
00:16:54Jesse!
00:16:57Schon gut, schon gut.
00:17:05Dann wiedersehen, Maggie.
00:17:07Also bis dann.
00:17:08Bis später.
00:17:20Mom.
00:17:22Willst du ihn mal halten?
00:17:40Willst du es Ralf schreiben?
00:17:44Pater de Bricassade?
00:17:46Warum sollte ich es ihm schreiben?
00:17:55Es ist doch sein Sohn.
00:17:59Mom.
00:18:01Wie kannst du nur?
00:18:04Wie kommst du darauf?
00:18:07Belüge mich nicht, Maggie.
00:18:09Das brauchst du nicht.
00:18:10Ich habe es dir angesehen, als du gekommen bist.
00:18:13Deshalb bist du zurückgekehrt.
00:18:15Du hast erreicht, was du wolltest.
00:18:17Luke zählt nicht mehr.
00:18:19Nein.
00:18:20Ich sagte es dir doch.
00:18:22Luke wollte mich nicht mehr.
00:18:24Maggie.
00:18:26Ich habe doch bemerkt, was zwischen dir und Ralf de Bricassade vorgegangen ist in all den
00:18:31Jahren.
00:18:31Er brauchte nur mit dem kleinen Finger zuwinken und schon kamst du gerannt.
00:18:35Und genauso war es auch umgekehrt.
00:18:37Vom ersten Augenblick an.
00:18:42Der arme Ralf.
00:18:47Als er letztes Jahr erfahren musste, dass du verheiratet und nicht mehr hier bist, wusste
00:18:52ich, dass er dich früher oder später aufsuchen würde.
00:18:55Und das hat er auch getan.
00:18:57Nicht wahr?
00:18:59Du bist wirklich grausam.
00:19:06Dabei müsstest du das doch am allerbesten verstehen.
00:19:12Denk mal an Frank.
00:19:25Nun, ich muss sagen, du zahlst mit gleicher Münze zurück.
00:19:32Seit wann weißt du das?
00:19:35Da war ich noch recht klein.
00:19:37Seit dem Tag, als Frank wegging.
00:19:49Mom.
00:19:53Ich war 16, als ich ihm begegnete.
00:19:58Er hatte all das, was Paddy nicht hatte.
00:20:01Er war klug, kultiviert, charmant.
00:20:07Ich dachte, ich könnte ohne ihn nicht leben.
00:20:12Aber er stand im Licht der Öffentlichkeit.
00:20:15Er war Politiker.
00:20:17Er war verheiratet.
00:20:21Und er war nicht bereit, das alles für mich zu opfern.
00:20:26Ich war ein Nichts gegen seine ehrgeizigen Pläne.
00:20:31So wie du für Ralf.
00:20:35Ich weiß, dass ich Ralf nie haben kann.
00:20:40Aber ich habe etwas von ihm, was die Kirche niemals haben wird.
00:20:44Ja, ja.
00:20:45Habe ich auch gedacht.
00:20:47Zu nehmen, was ich nehmen konnte.
00:20:51Wenigstens ein Kind von ihm haben.
00:20:55Aber was habe ich jetzt?
00:20:58Ich habe Frank verloren.
00:21:01Ich habe einen hohen Preis dafür bezahlt.
00:21:06Und das wirst du auch müssen.
00:21:09Glaub mir, Gott wird schon dafür sorgen.
00:21:12Denkst du denn, ich habe nicht schon genug bezahlt?
00:21:15Was habe ich denn anderes getan, als zu bezahlen,
00:21:18für die große Sünde Ralf de Bricassat zu lieben?
00:21:22Das ganze Leben bin ich den schmalen Pfad gegangen,
00:21:24aus Furcht vor Gott, dem Allmächtigen.
00:21:26Und was hat es mir gebracht aus einem gebrochenen Herzen?
00:21:30Oh nein, Mom, ich fürchte mich vor Gott nicht mehr.
00:21:35Und was Ralf angeht,
00:21:36er wird nie erfahren, dass Dane sein Sohn ist.
00:21:39Es sei denn, du sagst es ihm.
00:21:42Aber ich warne dich, wenn du das tust,
00:21:45dann werde ich ebenso unbarmherzig sein,
00:21:47wie du es immer zu mir warst.
00:22:08Ja, du wirst Gott besiegen.
00:22:11So wie ich.
00:22:18Ich habe Gott schon besiegt.
00:22:21Dane gehört mir und keiner, keiner kann ihn mir nehmen.
00:22:3219 Jahre später, Dezember 1954.
00:22:5420 Jahre später, Dezember 15 Jahre später,
00:23:1320 Jahre später, Dezember 15 Jahre später,
00:23:43und 20 Jahre später,
00:24:26Hallo?
00:24:29Hallo?
00:24:50Hallo?
00:25:28Er hat den Schatten deiner Nacht vertrieben.
00:25:32Neid, Verleumdung, Hass und Schmerz.
00:25:35Und jener Unrass, die der Mensch zu Unrecht Freude nennt, kann ihn nun nicht mehr treffen.
00:25:44Sicher ist er vor Ansteckung mit dem niedrigen Schmutz der Welt und kann nun nicht mehr trauernd klagen.
00:25:52Ein Herz ist kalt geworden, ein Haupt vergeblich grau.
00:26:03Nein, nein, nein, fehlt wieder die Zeile. Er lebt, er wacht, der Tod ist tot, nicht er.
00:26:14Guten Tag, wir haben gerade geprobt.
00:26:17Können wir was für Sie tun, Sir?
00:26:19Ich wollte zu den Clearies.
00:26:22Onkel Jack ist mit allen nach Sydney. Sie wollen Weihnachtseinkäufe machen. Sie werden bald zurück sein.
00:26:26Falls es sich um die Zucht wieder handelt...
00:26:28Du bist bestimmt Maggie's Sohn, Dane.
00:26:31Ja, Sir.
00:26:33Ich bin Kardinal de Brigossard.
00:26:37Eure Eminenz, wir haben Sie erst morgen erwartet.
00:26:47Sie sind wirklich der Kardinal?
00:26:50Bist du jetzt enttäuscht?
00:26:52Nun, ich dachte, Sie kommen mit Pauken und Trompeten, mit allem Bremburium und so.
00:26:59Jussi!
00:26:59Dann musst du schon in den Vatikan kommen.
00:27:02Wie schade. Sie sehen sich ja umwerfend aus in Rot.
00:27:07Ach, übrigens, ich bin Justin. Die Ringküsserei lasse ich.
00:27:11Für mich ist Religion nichts weiter als aberglaubischer Humbug.
00:27:15Jussi!
00:27:16Lass nur, Dane. Justin und ich sind alte Freunde.
00:27:21Schon bei unserer ersten Begegnung hat sie es mir gegeben, da hat sie mich nass gemacht.
00:27:30Mutter wird sich ja so freuen, Sie wieder zu sehen.
00:27:33Muss 20 Jahre her sein, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben.
00:27:45Daneben.
00:27:54Daneben!
00:27:56Dort!
00:28:09Daneben.
00:28:11Daneben.
00:28:30Hallo, mein Schatz.
00:28:34Mom, schau, wer da ist. Pater Ralf.
00:28:46Hallo, Maggie.
00:28:57Ist das nicht wundervoll?
00:29:00Ja, wundervoll.
00:29:19Ich dachte schon, ich müsste die letzte Ölung vornehmen, denn Dane lag da, als gäbe es keine Hoffnung mehr für
00:29:24ihn. Und du warst sehr überzeugend, meine Liebe.
00:29:28Unsere Jussie hält sich für eine große Schauspielerin.
00:29:31Danke, Mom. Ich bin wirklich recht gut. Wärst du mal zu einer Vorstellung gekommen, hättest du das sicher bemerkt.
00:29:38Jussie ist großartig. Die Beste von allem.
00:29:41Also, wenn du mich fragst, ist es alles Unsinn, Jussie. Wie alt bist du? Anfang 20.
00:29:46Da solltest du lieber ans Heiraten denken, als in Sydney Theater zu spielen.
00:29:49Du meinst heiraten, Onkel Bob? Und die Familientradition brechen?
00:29:55Jedenfalls, ich denke nicht daran, Windeln zu waschen und um irgendein Hans Wurst herumzuschawenzeln, nur weil er mein Mann ist.
00:30:02Jussie.
00:30:04Sehr fein bemerkt.
00:30:06Wie immer, Jussie.
00:30:08Es sieht so aus, als wäre es an denen, die Clearies vorm Aussterben zu befahren.
00:30:12Oh, Mom, ich bitte dich.
00:30:13Wäre schon gut, das Haus voller Söhne zu haben, wenn du Drogida übernimmst. Du weißt, wie groß es geworden ist.
00:30:18Ja, ihr habt seit dem Krieg einiges geleistet.
00:30:21Das will ich meinen.
00:30:23Allein mit dem Gewinn dieses Jahres hätten wir Drogida dreimal kaufen können.
00:30:28Und das nächste Jahr wird möglicherweise noch besser.
00:30:30Ich denke, Mutterkirche wird sich nicht über uns beklagen können.
00:30:33Jetzt hör mal, Mom, wenn Drogida nicht der Mutterkirche gehörte, hätte uns diese verdammte Regierung längst einiges Land genommen.
00:30:38Die McQueens besitzen jetzt nur noch die Hälfte.
00:30:40Denk dir, Ralph.
00:30:42Eines Tages wird Dan der Verwalter der einzigen noch großen Farm in ganz Neu-Süd-Wales sein.
00:30:47Hört, hört.
00:30:48Ich kann mir keine bessere Zukunft für dich vorstellen.
00:30:52Hört, hört.
00:31:02Ja, sagen Sie, Judy, immer noch auf Drogida?
00:31:05Nun ja, ich hätte schon oft vorzugehen.
00:31:08Natürlich, die ganzen 30 Jahre lang.
00:31:11Immer wollte ich gehen.
00:31:12So lange ist das schon her?
00:31:13Ich erinnere mich noch gut an Sie, die Schönheitskönigin von Gilly.
00:31:15Ah, das war mal ja.
00:31:28Sag mal, Großmutter, soll es ein Hut sein?
00:31:31Ja, Jessie, zu meiner Zeit war der hochmodern.
00:31:34Mom, ich muss mich wundern.
00:31:36Ich wusste gar nicht, dass du diese Fotos alle aufgehoben hast.
00:31:39Ich habe sie mir seit dem Brand nur einmal angeschaut.
00:31:42Jetzt sollten Sie die Kinder auch mal sehen.
00:31:45Das ist euer Großvater, Paddy.
00:31:49Und da ist Dewey.
00:31:52Der gute Dewey.
00:31:54Der, an den ich dich manchmal erinnere, nicht, Mama?
00:31:57Ja, Schatz, auf so manche Weise.
00:32:01Und wer ist dieser Held mit den Boxhandschuhen?
00:32:04Doch wohl nie und nimmer ein Cleary.
00:32:06Jussie.
00:32:07Schon gut, Jussie.
00:32:09Das ist mein Frank.
00:32:12Das war bei seinen Sachen, die mir das Gefängnis zurückgeschickt hat.
00:32:15Nach seinem Tod.
00:32:23Mom, bist du das?
00:32:24Wie schön du warst.
00:32:27Warst?
00:32:27Wie grausam doch die Jugend ist.
00:32:30Ja, das war ein bezauberndes Kleid.
00:32:32Blau, nicht?
00:32:34Nein, Mom.
00:32:35Deins war blau.
00:32:38Maggies Kleid war rosa.
00:32:39Alt rosa.
00:32:40War damals groß in Mode.
00:32:42Und sie sah daran wunderschön aus.
00:32:44Sie war die schönste von allen.
00:32:45Bad erste.
00:33:14Die Jugend.
00:33:39es hat sich nichts geändert auch nicht nach all den jahren in denen wir nichts voneinander gehört
00:33:45haben nur dass du noch schöner geworden bist viel schöner als das mädchen in dem alt rosa ballkleid
00:33:56weil ich so glücklich bin
00:34:00als du mich damals verlassen hast dachte ich es sei für immer
00:34:06und jetzt bist du wieder da so bald schon
00:34:21warum jetzt wo du alles erreicht hast was du wolltest ja alles bis auf das was ich mit dir gehabt
00:34:33habe
00:34:36wie habe ich ankämpfen müssen gegen meine sehnsucht aber ich möchte nicht aus diesem leben gehen ohne
00:34:43dich noch einmal wieder zu sehen bist du krank nein nur ich werde alt ich fühle dass ich sterblich bin
00:34:57wie jeder mensch und es tut mir immer noch weh nach all den jahren
00:35:11dass du nach mit luke island zu luke zurückgegangen bist und ihm einen sohn geschenkt hast
00:35:29du darfst den nicht als luke sohn sehen auch nicht als sohn eines anderen mannes er ist nur mein sohn
00:35:39du liebst den sehr nicht wahr
00:35:49viel zu sehr denke ich manchmal
00:35:53ich auch dich zu sehr geliebt habe
00:36:16das wird heute ein heißer tag werden ich frage mich ob wir nicht lieber den jeep nehmen sollten
00:36:21es wäre vielleicht klüger wenn man jahrelang nicht geritten ist wir werden ja nicht jünger mit den jahren
00:36:29nun ich werde versuchen nicht runter zu fallen und ihr habt doch gesagt sie sei lahmform also wollen wir
00:36:37vorwärts
00:36:39vorwärts
00:36:40hey juhu
00:36:44seid vorsichtig
00:36:54dane ist sehr angetan von ihm maggie
00:36:59er hatte nie einen vater
00:37:02lass ihm die freude
00:37:03ich dachte du würdest es ralf doch noch sagen
00:37:09wem würde es nützen
00:37:12wem nützt es wenn du es nicht tust
00:37:14oh man
00:37:17es scheint mir fast als würdest du darauf warten dass ich bestraft werde von einem blitz erschlagen
00:37:22einmal in meinem leben bin ich glücklich
00:37:27gönnst du mir das nicht
00:37:37wo ist dane
00:37:44ach verdammt jetzt kann ich es ihm nicht erzählen
00:37:46jasi was in aller welt ist denn nur los
00:37:48ich muss auf die bretter mom das teater hat gerade angerufen
00:37:53die gute mrs kretschett hat ziegenpeter
00:37:56gott sorgt für uns alle
00:37:59du gehst zurück nach sydney
00:38:01onkel jack fliegt mich hin
00:38:04ausgerechnet zu weihnachten
00:38:05ja mutter es ist meist weihnachten wenn man dickens christmas kerl spielt
00:38:10jesse du weißt was mir dieses weihnachtsfest bedeutet da pater ralf bei uns ist
00:38:15ich bin die zweite besetzung ich hätte eigentlich gar nicht nach hause fahren dürfen
00:38:19nun ja
00:38:21das ist sehr schön für dich nicht
00:38:23ja ist es ist es
00:38:26wirklich man du solltest dich mit mir freuen
00:38:28vielleicht würde ich eine ganze menge von vorstellungen spielen
00:38:33mein gott mädchen du bist genau wie dein
00:38:36wie mein vater
00:38:39das sagst du laufend
00:38:41ich sollte ihn vielleicht mal besuchen
00:38:43wir werden uns sicher viel zu erzählen haben
00:38:46wiedersehen großmutter
00:38:48über
00:39:12es ist sehr wichtig für mich dass sie hier sind
00:39:20natürlich sie kennen mich nicht wissen nur sehr wenig über mich aber ich habe mir schon lange
00:39:25gewünscht sie kennenzulernen mit ihnen zu sprechen ich möchte ich möchte sie etwas fragen haben sie
00:39:39es je bereut priester geworden zu sein nun ja in manchen augenblicken schon ich muss auf vieles
00:39:48verzichten eine frau die mein leben teilt auf einen sohn wie dich das alles hätte ich gern gehabt sehr
00:39:57gern sogar wie kamen sie zu ihrer entscheidung priester zu werden eigenartigerweise war das
00:40:07keine bewusste entscheidung so als konnten sie gar nicht anders sicher war es so es war meine
00:40:16bestimmung willst du sagen wissen sie
00:40:37ich will auch priester werden
00:40:43dain
00:40:46warum
00:40:49wenn dir alles im leben offen steht wenn du alles werden kannst wie können sie so etwas sagen
00:40:58sie sind das was ich sein möchte
00:41:00oh nein du weißt nichts über mich wer ich bin du siehst mich an und siehst nur den kardinal den
00:41:08kirchenfürsten ich sehe den priester den vollkommenen priester du täuscht dich
00:41:20auch wenn es mir bestimmt war priester zu werden so ist mir nichts geschenkt worden ein ganzes leben lang habe
00:41:28ich
00:41:28versucht mich nur einem zu widmen gott aber es waren nur einige wenige augenblicke der erfüllung
00:41:39und ich habe alle gelübde gebrauchen
00:41:43verstehst du alle meine gelübde ich war nicht fähig zu den opfern die gott verlangt
00:41:51aber sie haben es ihr leben lang versucht
00:41:56wenn ich wenn ich vollkommener priester sage
00:42:00meine ich nicht irgendein unfehlbares wesen
00:42:05sondern jemanden der versucht gottes willen zu tun
00:42:13vielleicht werde auch ich zum opfer nicht fähig sein
00:42:19aber wenn ich es nicht versuche
00:42:23hat das leben für mich keinen sinn
00:42:28es ist der einzige weg gott zu zeigen wie sehr ich ihn liebe
00:42:43weißt du was das für deine mutter bedeuten wird
00:42:50deshalb wollte ich mir ja auch immer wieder aus dem kopf schlagen
00:42:55ich weiß ich bin ihr ein und alles sie möchte mich hier behalten auf drogeda
00:43:01und ich liebe sie auch so sehr
00:43:06aber
00:43:09ich muss es tun
00:43:13dann will ich dir helfen mein sohn
00:43:15wir werden gemeinsam zu ihr gehen denn ich liebe sie auch
00:43:18magie lass mich rühre mich nicht an
00:43:26bitte glaube mir
00:43:27danes entschluss stand schon fest lange bevor ich hierher gekommen bin
00:43:31ja ich glaube dir
00:43:33meinst du ich weiß nicht dass du hierher gekommen bist um dir zu holen was ich dir
00:43:36gestohlen habe
00:43:37ich verstehe nicht ganz
00:43:39wie denn auch
00:43:40denn verstehen ist nicht gerade das worauf es euch ankommt euch gottesmännern
00:43:44der glaube
00:43:45nur darauf kommt es euch an
00:43:48ich will dir etwas sagen ralph
00:43:50ich habe mehr glauben als du und dane und alle himmlischen herrscharen zusammen
00:43:55denn gott hat mich nie verlassen
00:43:56er ist immer da um mir zu nehmen was mich glücklich macht
00:43:59dane wird ja nicht genommen maggie er muss nur tun was er tun muss
00:44:07siehst du denn nicht welche qualen er aussteht
00:44:13er liebt dich
00:44:15über alles
00:44:19aber ralph er liebt gott mehr
00:44:24maggie hör auf damit
00:44:28als ich priester wurde
00:44:31hat meine mutter geschworen dass sie mir das nie verzeihen wird
00:44:35und sie hat mir nie verziehen
00:44:38tut das den nicht an maggie
00:44:56dann nimm ihn
00:45:01wenn ich ihn hergeben muss dann gebe ich ihn dir
00:45:03ihn nehmen
00:45:06ja
00:45:08wenn er im frühjahr die schule verlässt
00:45:11schicke ich ihn zu dir nach rum wo du dich um ihn kümmern kannst
00:45:17gib acht auf ihn
00:45:21aber versprich mir
00:45:23sollte er jeden wunsch äußern schicken mir zurück
00:45:28denn mir hat er vor dir gehört
00:45:31er braucht nicht so weit weg zu gehen
00:45:33ich kann ihn in einem seminar in sydney unterbringen
00:45:36das in deiner nähe
00:45:37es dauert jahre sich auf das priesteramt vorzubereiten
00:45:40nein ralph
00:45:42dein gott fordert wieder gutmachung
00:45:44nun ja
00:45:47nimm den zu dir
00:45:49dann habe ich meine schuld bezahlt
00:45:52dann habe ich alles
00:45:53aber auch alles hingegeben was ich je in meinem leben geliebt und besessen habe
00:46:01sogar gott kann nicht mehr verlangen
00:46:27bitte verzeih mir
00:46:30es tut mir so leid
00:46:31ich wollte dir nicht wehtun
00:46:33ich bin
00:46:51ich bin
00:47:20Sechs Monate später, Sydney, Australien, Juni 1955.
00:47:35Dabag is Ciepus, Dicubis eminor.
00:47:48Oe, spima mis, adunat jaun.
00:48:07Amen.
00:48:54Die Jungfräuliche Göttin Artemis gewährt euch Einlass.
00:48:59Brüderchen! War ich so umwerfen, dass du erst jetzt?
00:49:02Oh, Juss, es tut mir leid. Ich war gar nicht in der Vorstellung.
00:49:08Lass mich raten. Du hattest gerade ein kleines Gespräch mit Jesus und hast darüber alles vergessen.
00:49:14Dane, also wirklich.
00:49:18Ich zieh mich nur schnell um. Bin gleich fertig.
00:49:25Hallo. Sie haben sich eine Ewigkeit nicht mehr blicken lassen.
00:49:31Oh, hallo, Martha. Wie geht's so?
00:49:35Ich staune immer wieder. Sie wären der geborene Adonis.
00:49:42Ich glaube, ich warte lieber draußen.
00:49:44Nicht nötig. Ich werde gehen.
00:49:48Vielleicht sehen wir uns mal wieder.
00:49:52Ciao, ciao.
00:50:01Die arme Martha. Sie wird dir nie verzeihen, dass du dich für Gott aufsparst.
00:50:06Apropos, was habe ich wohl letzte Nacht gemacht?
00:50:10Äh, du hast endlich den Hauptdarsteller ermordet.
00:50:14Beinahe. Ich habe mit ihm geschlafen.
00:50:19Na, wegen der Erfahrung.
00:50:21Ich werde demnächst die Phaedra spielen.
00:50:23Da muss ich wissen, was Leidenschaft ist.
00:50:26Stimmt's?
00:50:29Jussi, warum tust du so, als würde dir nichts etwas ausmachen?
00:50:34Als wärst du erhaben darüber, jemanden zu lieben oder zu brauchen.
00:50:40Vielleicht bin ich das wirklich.
00:50:41Bis jetzt hat es mir noch nicht viel gebracht, jemanden zu lieben oder zu brauchen.
00:50:46Kannst du es mir noch immer nicht verzeihen?
00:50:48Dass du ein Pfaffe werden willst?
00:50:52Wahrscheinlich verzeihst du dir nie.
00:50:54Wann fliegst du nach Rom?
00:50:56Donnerstag.
00:50:58Ich werde noch ein paar Tage mit Mam zu Hause verbringen.
00:51:08Du solltest sie hin und wieder mal besuchen.
00:51:11Ich weiß, ihr beide habt euch nie besonders gut verstanden.
00:51:14Ja, ich habe auch bittere Tränen darüber vergossen.
00:51:16Aber jetzt ist das ein für alle Mal vorbei, ja?
00:51:20Und außerdem, ich kann nicht für dich mit Mam Händchen halten, weil ich auch nicht da sein werde.
00:51:25Was sagst du da?
00:51:27Ich finde, ich habe viel zu viel Talent, um hier in Australien zu versauern.
00:51:33Also, mache ich mich auf nach London.
00:51:35Natürlich erst nach der Federer.
00:51:37London?
00:51:38Dann werden wir uns ja sehen können.
00:51:41Dane, ich habe immer auf dich aufgepasst.
00:51:44Du nimmst doch wohl nicht an, dass du jetzt ohne mich zurechtkommen wirst.
00:51:47Ich liebe dich.
00:52:08Ich kann auch nicht schlafen.
00:52:13Wann geht dein Flugzeug von Sydney?
00:52:15Erst morgen Abend.
00:52:22Willst du nicht mitfliegen nach Sydney?
00:52:24Dann können wir uns dort verabschieden.
00:52:27Es ist kalt hier.
00:52:29Schnell da rein.
00:52:33Na, mach schon.
00:52:42War immer gern in deinem Bett.
00:52:44Duftet so schön nach dir.
00:52:48Weißt du noch, wie ich immer zu dir kam, wenn es kalt war?
00:52:52Und Jussi lungerte in der Tür herum.
00:52:56Nicht drin, nicht draußen.
00:53:01Weißt du eigentlich, wie sehr sie dich braucht?
00:53:07Ihr wart sehr verschieden, ihr beiden.
00:53:12Ich hatte nie das Gefühl, dass sie mich braucht.
00:53:16Doch, doch.
00:53:17Und noch?
00:53:20Sie liebt dich ebenso sehr wie ich.
00:53:24Weißt du, ich bin froh, dass sie in deiner Nähe ist.
00:53:29Wir haben schon Pläne geschmiedet.
00:53:32Jedes Jahr in den Seminarferien werden wir in ein anderes Land reisen.
00:53:37Und zu Weihnachten kommen wir nach Hause.
00:53:40Dann ist es nicht so, als wären wir für immer fort.
00:53:43Nein.
00:53:46Oh, Dane.
00:53:49Ich möchte dir noch so vieles sagen.
00:53:55Wie viel Freude du mir gemacht hast.
00:53:59Du hast meinem Leben einen Sinn gegeben.
00:54:10Es tut weh, dich zu verlassen.
00:54:16Wenn du doch nur verstehen könntest...
00:54:18Aber ich verstehe es doch.
00:54:20Vor allem das wollte ich dir noch sagen, Dane.
00:54:24Ich kann deine Liebe zu Gott nicht teilen.
00:54:26Aber ich verstehe, dass du ihm dein Leben weihen willst.
00:54:29Denn jeder von uns trägt etwas in sich.
00:54:32Etwas, was er nicht verleugnen darf.
00:54:35Etwas, von dem wir getrieben werden,
00:54:37selbst wenn wir dabei vor Schmerz sterben wollen.
00:54:42Hast du das auch erfahren, Mama?
00:54:46Nein.
00:55:00Ich bin froh.
00:55:01Ich bin froh.
00:55:50Ome.
00:56:07Eines besser für dich.
00:56:44Ich bin Rainer Hachtheim. Willkommen in Rom.
00:56:49Ihre Art der Ernährung imponiert mir, Herr Hartmann, aber ich brauche keinen fremden Führer.
00:56:53Bitte? Sie sind doch Miss O'Neill, Dains Schwester.
00:56:58Ja. Ist was mit Dane?
00:57:01Wir wollten uns am Bahnhof treffen, aber...
00:57:04Dieser Dane, er sollte Ihnen doch mitteilen, dass ich Sie hinbringen werde.
00:57:09Wohin?
00:57:10Zum Tee. Zu Kardinal de Bricassat.
00:57:14Wollen wir?
00:57:17Nun, warum nicht?
00:57:19Sie sehen nicht zum Fürchten aus.
00:57:21Nicht?
00:57:23Dann bin ich aber enttäuscht.
00:57:39Ich muss sagen, Sie sehen Dane gar nicht ähnlich.
00:57:42Das sagen alle. Hören Sie, Herr Hartmann...
00:57:45Hachtheim. Rainer Merling Hachtheim.
00:57:50Schon zu Ende.
00:57:52Beeindruckend.
00:57:53Ja, nicht. Ich habe mir den Namen nicht ausgesucht.
00:57:58Wer sind Sie eigentlich?
00:58:01Ein alter Freund von Kardinal de Bricassat.
00:58:04Verstehe.
00:58:06Und haben alle seine Freunde so kleine Fähnchen auf den Kotflügen?
00:58:10Ich habe einen gewissen diplomatischen Status.
00:58:13Und wann immer ich in Rom bin, besuche ich den Kardinal.
00:58:16Den merkenswert der Mann, der Kardinal.
00:58:24Na ja, wer sowas mag.
00:58:27Sie sind nicht wie Ihr Bruder, nicht?
00:58:30Nein, ich bin die komische Ausgabe.
00:58:32Bitte?
00:58:35Entschuldigung.
00:58:38Es war immer recht schwer, gegen Dane zu bestehen.
00:58:41Er ist so fromm und heilig und so.
00:58:43Hm. Wahrscheinlich ein Fall von Geschwisterrivalität.
00:58:49Nein, nein, nein.
00:58:50Nein?
00:58:51Irgendwie seltsam.
00:58:53Ich könnte Dane wirklich böse sein.
00:58:55Aber ich habe ihn immer bewundert.
00:59:00Großartig, machen Sie das immer so?
00:59:02Was?
00:59:03Dass Sie wildfremden Menschen ihre Geheimnisse aus der Nase ziehen.
00:59:06Immer nach Möglichkeit.
00:59:08Doch Sie sind mir nicht wildfremd.
00:59:12Ach, da sind wir.
00:59:16Alter, Achtung.
00:59:23Na ja, ich wollte schon immer mal im Vatikan auftreten.
00:59:26Die letzten Berichte sind nicht gerade sehr ermutigend.
00:59:30Nein.
00:59:31Eure Eminenz?
00:59:33Meine liebe Justin, das ist ja ganz was Neues.
00:59:37Cäsar, was Cäsar, gebührt Eminenz.
00:59:39Außerdem will ich Dane nicht in Verlegenheit bringen.
00:59:42Aber ich zwinge dich nicht dazu.
00:59:43Komm, ich stelle dich Kardinal Contini-Verkese vor.
00:59:46Sag mal, muss ich gleich die ganze Truppe kennenlernen?
01:00:01Miss O'Neill, Dane hat mir erzählt, dass Sie Schauspielerin sind.
01:00:08In London, ja.
01:00:09Oh, wie aufregend.
01:00:12Und was spielen Sie so?
01:00:17Ich werde die heilige Johanna spielen, ab Januar.
01:00:21Sieh an.
01:00:23Nun, Sie werden sicher großartig sein.
01:00:29Nach all dem hier noch viel besser.
01:00:33Ich habe das Gefühl, unsere kleine Welt hier geht Ihnen etwas gegen den Strich.
01:00:39Oh, das wollte ich nicht unbedingt sagen.
01:00:42Man sieht nicht oft so gutes Theater.
01:00:48Alles mit Männern besetzt.
01:00:50Ich meine, mit Ausnahme der Jungfrau Maria sind die Frauen so ziemlich auf die billigen Plätze im oberen Rangverband.
01:00:56Ja, aber Sie vergessen, dass wir diesen oberen Rang Il Paradiso nennen.
01:01:06Das Paradies.
01:01:12Eure Eminenz, Eure Eminenz, Eure Eminenz, Eure Eminenz.
01:01:17Danke, Eminenz.
01:01:18Ich werde bald zurück sein.
01:01:21Tja, was haben Sie denn so alles vor?
01:01:23Es war ein faszinierender Nachmittag.
01:01:32Ihr Cleary Frauen, ihr müsst doch immer zu Felde ziehen gegen Gott und die Kirche.
01:01:38Das ist vielleicht unser Schicksal.
01:01:41Vielleicht ist es auch nur Vererbung.
01:01:43Eine Art böse Saat.
01:01:45Unverkennbar.
01:01:46Du bist verwandt mit Mary Carson und bist absolut die Tochter deiner Mutter.
01:01:50Wenn ich anders wäre, wäre es Mom lieber.
01:01:54Glücklicherweise ist ja noch Dane da, der für unsere Erlösung beten kann.
01:01:58Du fühlst dich Dane gegenüber in der Beschützerrolle.
01:02:02Und du siehst ihn hier nicht gern.
01:02:04Unter uns rotgewandeten Raubvögeln.
01:02:08Selbst ich würde das nicht so direkt ausdrücken.
01:02:12Aber es ist eine recht schicke Umgebung für einen jungen Mann,
01:02:15der nur eins im Sinn hat, seine Seele Gott zu weihen.
01:02:18Wie recht du hast.
01:02:21Für dein Alter bist du schon recht zynisch.
01:02:24Und sehr klug.
01:02:28So, jetzt werde ich dich wieder Dane anvertrauen.
01:02:31Oh, wie schade.
01:02:41So, jetzt wollen wir uns mal an die Arbeit machen.
01:02:47Hier.
01:02:52Wissen Sie, als Sie mich zum Essen einluden, habe ich mir doch wahr und wahrhaftig eingebildet, wir würden in ein
01:02:56Restaurant gehen.
01:02:57Ein verzeihlicher Irrtum.
01:03:00Danke, Giovanna.
01:03:05Sagten Sie nicht, Sie leben in Deutschland?
01:03:07Ja, aber ich bin oft hier in Rom und darum habe ich diese Wohnung.
01:03:12Ich habe auch noch eine in London.
01:03:15Ich muss mir wohl überall ein Zuhause schaffen, wo ich auch hinkomme.
01:03:20Wahrscheinlich, weil ich schon früh eine Weise war.
01:03:24Ich muss sagen, für eine Weise führen Sie kein schlechtes Leben.
01:03:27Doch, wenn Sie so häuslich sind, warum heiraten Sie da nicht?
01:03:30Ich habe mal geheiratet, aber es war etwas unüberlegt.
01:03:35Eins weiß ich sicher, ich werde niemals heiraten, da brauche ich gar nicht erst zu überlegen.
01:03:39So, und warum nicht?
01:03:41Nun, erst mal habe ich meinen Beruf.
01:03:43Oh, kommen Sie, wollen Sie damit sagen, dass eine Schauspielerin nicht heiraten sollte?
01:03:48Manche tun es schon, natürlich.
01:03:50Aber jeder von uns kann nur das geben, was er hat, nicht?
01:03:53Doch stellen Sie sich vor, auf der Bühne, da kann ich tun, was ich will.
01:03:57Selbstmord begehen, sogar morden.
01:03:59Wahnsinnig werden, mich aus Liebe opfern, die Männer retten oder ruinieren.
01:04:07Verglichen damit ist die Ehe vermutlich ziemlich langweilig.
01:04:11Aber einen Grund zu heiraten scheinen Sie vergessen zu haben.
01:04:17Nämlich die Liebe.
01:04:19Ach, das.
01:04:21Natürlich das.
01:04:22Gibt es was Besseres?
01:04:23Fast alles ist besser, denke ich.
01:04:26Die Wahrheit ist, wenn man jemanden liebt, ist man der Unterlegene.
01:04:30Und wenn man jemanden braucht, ist das auch so.
01:04:33Darum hoffe ich nie, jemanden zu brauchen, niemals.
01:04:36Wie traurig.
01:04:38Ich wünsche mir das.
01:04:39Nichts mehr als das.
01:04:42Na, dann wünsche ich Ihnen viel Glück.
01:04:45Sie scheinen schon alles vorher zu wissen, was?
01:04:48Warum nicht warten und sehen, wie die Dinge sich entwickeln?
01:04:51Sehen, was kommt?
01:04:52Da entwickelt sich nichts, ganz sicher nicht.
01:05:00Und was ist mit Freundschaft?
01:05:01Lassen Sie die zu?
01:05:03Nur, wenn Sie mir was zu essen geben.
01:05:05Ich fall um vor Hunger.
01:05:06Oh.
01:05:08Dann tragen Sie erst mal Ihren Teil dazu bei.
01:05:19So, so, mein lieber Ralf.
01:05:23Das waren also die Kinder der Rose.
01:05:29Sie gefällt mir sehr gut, diese Justin.
01:05:35Ich finde sie recht unterhaltsam.
01:05:40Aber ich frage mich, was sie so verletzt haben kann,
01:05:44dass sie sich so sehr anstrengen muss, um es zu verbergen.
01:05:51Das ist traurig.
01:05:54Es ist leichter, um den Gefallen zu finden.
01:05:57Sie sind sehr angetan, von der hin.
01:06:04Nicht wahr?
01:06:08Wenn ich ihn manchmal so ansehe,
01:06:11ist mir, als sähe ich mich selbst, als ich so alt war.
01:06:37In mein wunderschönes Bett,
01:06:41in dem ich eines schönen Tages sterben werde.
01:06:45Und es ist nicht einmal das Bett des Papstes.
01:06:49Und Ralf, es wird langsam Zeit für Sie.
01:06:57Vittorio.
01:07:13Drei Jahre später, London.
01:07:21Entschuldigen Sie mich, bitte.
01:07:22Oh, guten Abend.
01:07:25Oh, Sie entschuldigen mich.
01:07:28Guten Abend.
01:07:29Guten Abend.
01:07:30Guten Abend.
01:07:32Würden Sie bitte, Herr Nathen, sagen, dass ich hier bin?
01:07:37Rainer, tut mir leid, dass ich nicht verspätet habe, dieser Londoner-Verkehr.
01:07:40Wie geht's dir?
01:07:41Wie sieht's aus in Deutschland?
01:07:42Was macht Dane?
01:07:43Mir geht es gut.
01:07:44In Deutschland ist es bitter kalt.
01:07:45Und Dane kann es kaum erwarten, dich in Rom zu sehen,
01:07:47wenn dein Stück abgelaufen ist.
01:07:49Schön, dass du da bist.
01:07:53Du siehst wundervoll aus.
01:07:56Danke, aber das Schwarze entspricht nur meiner Stimmung.
01:07:58Du hast sicher die Kritiken gegeben.
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