- vor 1 Tag
Als Heidi in die Berge kam, war es Anfang Sommer, nun ist es Hochsommer. Sie hütet mit Peter die Ziegen oder sie hilft dem Großvater bei der Heuernte. Mit Josef, dem Hund kann sich Heidi nicht anfreunden, weil sie die Natur von Hunden, besonders von Bernhardinern, nicht begriffen hat. Eines Tages findet Heidi in einem herabgefallenen Vogelnest ein Vogeljunges. Sie nimmt es mit und Peter zeigt ihr, wie man es füttert, damit es überlebt. Zu Kräften gekommen hüpft das Vogeljunge aus seiner Kiste und gerät gefährlich nahe ans Feuer. In diesem Moment springt der Bernhardniner auf und packt das Vogelküken. Da er nicht zubeißt und das Küken nur in Sicherheit bringt, verliert Heidi die Angst vor dem Hund und freundet sich mit ihm an. (Text: Kinderkanal ARD/ZDF)
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TVTranskript
00:00Heidi lebte nun schon drei Tage beim Almöli und jeder neue Tag war für sie so aufregend wie der vorherige.
00:07Jeden Morgen stand sie mit der Sonne auf, begrüßte die Vögel, als wären diese ihre ganz persönlichen Freunde
00:12und dann wartete sie ungeduldig auf Peter.
00:23Schau dir nur diese Heidi an, die holt sogar die Ziegen ein.
00:27Mach mal die Augen auf.
00:31Du bist ein hoffnungsloser Fall.
01:02Musik
01:06Da läuft ja sogar am Himmel eine Ziege entlang.
01:08Ich finde, dass die da oben wie spälen, die außen.
01:12Musik
01:15Das ist so etwas. Jetzt hat sie sich einfach aufgelöst.
01:19Mhm.
01:20Sag mal, hast du eigentlich nie Hunger?
01:22Ich hab keine Zeit zum Essen.
01:25Musik
01:25Ich auch.
01:28Wurst.
01:29Mh.
01:30Wenn du keine Zeit hast, dann esse ich für dich mit.
01:32Mach dir mal darüber keine Sorgen. Ich kann allein essen.
01:38Wieder nichts.
01:40Das ist aber eine schöne Blume.
01:42Schnucki, komm mal her. Die schmeckt doch bestimmt sehr gut.
01:46Bäääääääääää.
01:49Meinst du, die Blume, da schmeckt so gut, wie sie aussieht?
01:51Mh.
01:52Mh.
01:53Mh.
01:56Was ist denn jetzt los?
01:57Heidi, mein Hut, halt ihn fest. Bitte fang ihn.
01:59Wo kommt denn der Wind auf einmal her?
02:01Lauf doch schon.
02:03Bleibst du hier?
02:12Peter, ich hab ihn!
02:14Es muss ausgerechnet jetzt einen Sturm geben.
02:19Wir müssen sehen, dass wir hier wegkommen. Hier oben ist es zu gefährlich. Los, komm!
02:23Aber warum denn? Ich denke, wir wollen jetzt was essen.
02:25Es gibt einen Sturm.
02:28Auf geht's!
02:29Was gibt es jetzt?
02:30Einen Sturm.
02:32Aber unser Essen.
02:38Ach was, das ist doch kein Sturm.
02:44Es ist nur ein Wind.
02:45Nicht mal gehst du mir auf die Nerven.
02:59Bitte hilf mich, Herr Wenz!
03:03Nichts da runter, geh zurück!
03:04Warum dürfen Sie denn nicht runterlaufen?
03:06Da sind Sie doch zu Hause!
03:08Ich verstehe überhaupt!
03:09Sei doch nicht so langsam!
03:23Wir müssen sehen, dass wir irgendwo Schutz finden.
03:25Los, lass dich nicht so ziehen!
03:27Oh, lass dich nicht!
03:33Ah!
03:52Die Nerven!
03:52Schön, aber Gott sei Dank ist ja Peter bei dir. Der wird schon wissen, was du tun wirst.
04:00Hier rüber, Heidi. Hier ist das Windgeschütz.
04:02Wie trudelst du den jetzt schon wieder rum?
04:04Warum freist du denn so?
04:06Was hast du denn gegen den Regen?
04:07Mir gefällt es. Mir ist jetzt nicht mehr so heiß wie vorhin.
04:10Du wirst ja einen ganz schönen Schnuppen holen, wenn du es so weitermachst.
04:13Sogar die Ziegen verstecken sich vor dem Regen.
04:16Also gut, wenn du meinst, dann verstecke ich mich auch. Aber mir macht's wirklich nichts aus.
04:19Mal sehen, wer zuerst da ist. Wetten, dass ich wieder schneller laufe als du.
04:23So wie damals den Berg auf.
04:30Ja, Heidi, lauf los.
04:39Peter, ich habe Angst.
04:40Ist ja schon gut. Du brauchst keine Angst zu haben.
04:43Hier sind wir gut aufgehoben.
04:45Nur nur das Aufzug zu fahren.
05:02Ich sag dir mal was.
05:04Was denn?
05:06Weißt du was?
05:07Ich habe einen Bärenhunger. Ich könnte einen ganzen Wald aufessen.
05:10Du hast Hunger?
05:12Ja, und wie?
05:13Wie kannst du jetzt in Essen denken?
05:16Schade.
05:17Nie hätte Heidi gedacht, dass ihre geliebten Berge noch ein anderes Gesicht haben.
05:21Kein freundliches und liebliches, voller Sonne, Blüten, Duft und Vogelzwitschern.
05:26Sondern ein grausames und gefährliches.
05:29Ein Gesicht, das Angst machen kann.
06:00Das war es dann auch.
06:01Das war es dann auch.
06:08Du kannst wieder rauskommen.
06:10Es ist alles vorbei.
06:12So schnell kann es in den Bergen gehen.
06:16Du brauchst keine Angst mehr zu haben.
06:18Meinst du wirklich?
06:24Die Sonne scheint wieder.
06:32Schön.
06:42Wenn du mir das nur erzählt hättest, hätte ich es nicht geglaubt.
06:52Warte mal, ich höre was.
06:54Ich nicht.
06:57Ein kleiner Vogel.
07:00Ein Vogel?
07:02Ach.
07:03Da drüben sitzt ja auch ein Vogel.
07:15Er kann nicht mehr fliegen.
07:16Peter, komm doch mal schnell her zu mir.
07:18Er ist krank.
07:20Armer kleiner Vogel.
07:24Vielleicht ist er oben irgendwo ein Nest.
07:26Und er ist bei dem Sturm rausgefallen.
07:30Weißt du was?
07:31Ich setze ihn einfach wieder rein.
07:32Nein, nein, nein.
07:33Das kommt überhaupt nicht in Frage.
07:34Warum denn nicht?
07:36Weil irgendetwas mit seinem Flügel nicht in Ordnung ist und ich ihn erst pflegen muss.
07:40Wir geben ihn dem Großvater.
07:42Der wird sich bedanken.
07:44Warum nicht?
07:45Der hat genug mit seinen Ziegen.
07:47Wie soll er sich da noch um den Vogel kümmern?
07:49Dann brüte ich ihn selbst aus.
07:51Er ist schon ausgebrütet.
07:52Dann werde ich ihn gesund pflegen und aufziehen.
07:56Das ist viel zu klein dazu.
07:58Das schaffst du nie im Leben.
07:59Und doch.
08:01Lass den Vogel hier.
08:02Das lasse ich nicht.
08:06Ich werde dir beweisen, dass ich es kann.
08:10Aber Heidi.
08:12Du kannst doch nicht alleine nach Hause gehen.
08:17Schlucki.
08:44Großvater, ich habe etwas gefunden.
08:46Das muss ja etwas ganz Aufregendes sein.
08:48Ich habe einen kleinen Vogel gefunden.
08:50Er ist aus dem Nest gefallen.
08:53Hattest du Angst beim Gewitter?
08:54Darf ich ihn behalten, ja?
08:57Der ist aber hübsch.
08:59Wusstest du nicht, dass man junge Vögel nicht anfassen soll?
09:02Doch, aber ich glaube, der hat den Flügel gebrochen.
09:06Es wird nicht ganz leicht sein, ihn zu füttern.
09:08Aber warum denn nicht?
09:09Wir haben doch genug.
09:12Wehe, du tust ihm was.
09:13Dann kannst du aber was erleben.
09:18Der hat mich verstanden.
09:19Er traut sich bestimmt nicht an ihn heran.
09:21Wie willst du ihm denn helfen?
09:23Wie weiß ich noch nicht, aber irgendwie muss es gehen.
09:26Zeig ihn mal her.
09:30Er ist viel schwächer, als ich dachte.
09:32Meinst du damit, wir können nichts tun?
09:34Ich weiß es nicht.
09:36Es muss aber gehen.
09:39Es ist so ein hübsches, niedliches Vögelchen.
09:42Irgendetwas fällt dir bestimmt ein, Großvater.
09:44Na, dann mach dich mal an die Arbeit.
09:46Du musst Insekten suchen, Heidi.
09:48Kleine Mücken zum Beispiel.
09:49So viel du willst.
09:50Hauptsache, wir schaffen es.
10:04Das hier reicht für den Anfang.
10:06Eine Suppenschüssel?
10:07Das ist ihm doch egal.
10:09Es weiß doch nicht, dass es eine Suppenschüssel ist.
10:16Solche große Aufregung und so ein kleiner Vogel.
10:25Und noch eins.
10:31Noch eins.
10:35Und noch eins, damit du groß wirst.
10:39Peter!
10:42Jetzt bin ich ja gespannt, was der für ein Gesicht macht.
10:45Der platzt auf der Wut.
10:50Schau mal, Schnucki, wir haben einen neuen Gast im Haus.
10:52Schnucki!
10:53Ist der immer noch beleidigt?
10:56Warte, Peter!
10:57Schau mal, er nimmt das Fressen an.
10:59Großvater meint, wenn er so weitermacht, wächst er.
11:02Mir ist dein blöder Vogel doch vollkommen piepegal.
11:07Dann bist du mir auch vollkommen piepegal.
11:10Was hat er denn gegen den Vogel?
11:11Er hat ihm doch gar nichts getan.
11:13Was ist denn?
11:15Gar nichts.
11:16Peter ist einfach nur ein bisschen eifersüchtig.
11:18Aber das hätte er doch überhaupt nicht nötig.
11:20Ich verstehe das gar nicht.
11:22Komm zurück, Peter.
11:23Fühl dich nicht auf wie ein dummer Junge und komm augenblicklich her.
11:25Ich mag aber nun mal nicht kommen.
11:27Da denke ich gar nicht dran.
11:30Erst bin ich erfreut und jetzt ist es dieser blöde Vogel.
11:32Auf einmal bin ich nicht mehr gut genug.
11:50Ich schaffe es!
11:51Ich höre dich schon rein!
11:52Peter!
11:53Ja?
11:53Sind die Ziegen in Ordnung?
11:55Mhm.
11:56Weißt du was über die Kleine vom Alm, Öhi?
11:58Geht es ihr gut?
11:59Kann schon sein.
12:02Nun mach doch den Mund auf.
12:04Ist mit ihr irgendetwas nicht in Ordnung?
12:07Woher soll ich das wissen?
12:09Peter, willst du mitspielen?
12:12Mit mir redet ja keiner.
12:14Gibt der Alte ihr zu essen?
12:18Ist die Blass?
12:19Wartet, ich spiel mit euch mit!
12:21Ich weiß nicht, ich weiß nicht, ich weiß nicht.
12:23Das klingt nicht gut.
12:25Vielleicht sollten wir einmal nachsehen.
12:44Ich weiß nicht, ich weiß nicht.
12:57Ich weiß nicht, ich weiß nicht.
13:10Guten Morgen, Großvater!
13:13Es lebt noch.
13:15Das ist gut.
13:16Ich glaube, es hat Hunger.
13:18Es sperrt dauernd den Schnabel auf.
13:22Was hältst du davon, wenn du erst einmal frühstückst?
13:24Werde, zuerst muss ich sehen,
13:25ob ich ein paar Insekten finden kann.
13:38Peter!
13:39Mein kleiner Vogel lebt immer noch, Peter!
13:42Ist mir doch egal.
13:46Willst du mal den Sack sehen?
13:48Nein.
13:51Es interessiert mich nicht,
13:52was du in deinem Sack gesammelt hast.
13:53Ich sag's trotzdem, alles Insekten.
13:56Alles Insekten?
13:57Du glaubst gar nicht, wie viel man davon sammeln muss.
14:00Zeitverschwendung.
14:01Das macht mir nichts aus.
14:02Hauptsache, er wird irgendwie satt.
14:04Er frisst andauernd.
14:05Das glaube ich.
14:06Aber ich weiß was Besseres.
14:09Lass ihn doch einfach fliegen.
14:10Dann kann er seine Mücken selber sammeln und fressen, was er mag.
14:13Das könnte dir gerade so passen.
14:15Damit du's weißt.
14:17Von mir aus kannst du's lassen.
14:22Schnucki!
14:24Schnucki?
14:27Schnucki, nun gehör ich ihm schnell.
14:29Sonst wird er auf dich auch noch wüten.
14:31Lass auf.
14:32Komm, spring schnell.
14:37Heidi konnte nicht begreifen, was mit Peter los war.
14:39Er war doch sonst immer so nett.
14:41Er hatte sie noch nicht einmal gefragt,
14:43ob sie ihn heute begleiten will.
14:47Aber ich hab ja im Moment sowieso keine Zeit.
14:50Guten Tag, Piep.
14:54Hast du noch mehr Hunger?
14:57Nein, ich versteh nicht, was du sagen willst.
15:00Magst du heute vielleicht Grashüpfer?
15:04Josef, Piep, Piep, Grashüpfer.
15:07Hopp, hopp.
15:13Was immer du für ein Tier bist, bleibst du gefälligst hier.
15:16Ich brauche dich für meinen Vogel.
15:39Das komische Ding scheint dir zu schmecken.
15:55Eine Schnecke.
15:56Tut mir leid, aber wir haben einen Vogel.
16:02Nanu?
16:08Jetzt hast du sie ihm weggefressen.
16:16Schmeckt das überhaupt?
16:20Josef hat eine Schnecke gegessen mit Haus und allem.
16:24Er hat eine Schnecke gegessen.
16:26Einfach geschluckt.
16:26Was sagst du dazu?
16:28Er hat eine Schnecke gegessen.
16:30Sie wird ihm geschmeckt haben.
16:31Meinst du?
16:32Warum soll er nicht mal Appetit auf Schnecken haben?
16:38Vielleicht hat er auch Appetit auf Vögel.
16:40Josef, hier geblieben.
16:42Josef, da lasse ich dich nicht rein.
16:44Du bleibst draußen heute, verstehst du?
16:46Mach Platz.
16:47Setz dich hin.
16:52Kommt ja überhaupt nicht in Frage.
16:54Das hast du dir so gedacht.
17:00Großvater, du musst unbedingt einen Käfig haben.
17:04Ich nehme an, du willst für deinen Vogel einen Käfig haben.
17:08Genau, sonst frisst Josef ihn auf.
17:10Josef?
17:11Immerhin hat er eine Schnecke gefressen.
17:14Jetzt hast du Angst.
17:17Mach dir darüber keine Sorgen.
17:38Hab keine Angst, ich passe auf dich auf.
17:42Er kommt nicht an dich ran, Piepmatz.
17:45Was meinst du, wie fühlst du dich in deinem neuen Haus, hm?
17:48Pass jetzt gut auf.
17:49Wenn der Hund kommt, stößt einfach den Halm um.
18:14Hab dich schon.
18:44Großvater!
18:51Großvater! Hilfe!
18:55Lass den Vogel in Ruhe, Josef! Lass ihn in Ruhe!
18:59Komm her, Piep! Komm her! Hab keine Angst! Ich bin's doch!
19:03Komm! Komm her! Halt! Halt! Bleib da! Komm! Halt!
19:09Vorsicht! Das ist heißes Wasser!
19:12Pass auf!
19:15Ah! Nein! Lass das! Gib ihn her! Josef! Gib ihn her! Gib ihn wieder her!
19:23Warum hast du das gemacht? Warum?
19:33Oh, Josef!
19:43Du lebst noch?
19:46Oh!
19:57Hm. Da hängt ja dein Hut auf der Leiter. Ich glaube, du bist von ganz alleine die Leiter runtergeflattert.
20:04Hm.
20:07Josef wollte gar nicht.
20:11Josef! Josef, Josef, nein!
20:14Josef!
20:18Jetzt schläft er schon wieder.
20:23Ich weiß es jetzt, Josef. Du hast ihn retten wollen.
20:26Ich habe gedacht, du wolltest ihn auffressen. Josef, sei mir bitte nicht böse.
20:34Du bist ein lieber Hund, Josef. Auch wenn du so groß bist, dass man vor dir Angst haben muss.
20:39Wieso gehst du denn jetzt weg?
20:45Schade. Aber vielen Dank!
20:48Es hat lange gedauert, aber endlich hat Heidi doch verstanden, wie lieb und gutmütig dieser Bernadiner war.
20:55Von diesem Moment an war Josef ihr ein guter Freund. Wie Großvater und wie Peter.
21:01Auch wenn Peter sich nach ihrer Meinung in letzter Zeit etwas merkwürdig benommen hat.
21:12Kennst du die da oben?
21:13Schade.
21:16Schade.
21:17Schade.
21:23Schade.
21:26Schade.
21:27Schade.