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Transkript
00:00:07Herr Professor, das ist ja doch der Kellner.
00:00:11Wo waren wir?
00:00:14Mit der Arbeit geht es langsam und harzig nach einem vielversprechenden Anfang.
00:00:18Aha, wir sind in den prinzipiellen Forschungen in der Physik, in einer Situation des Träsenzahms.
00:00:43Ich bestelle Plätze für den Speisepark. Gegen sieben ist ihr doch recht.
00:00:47Helene, wie ist das mit Ihnen?
00:00:48Nein, danke Frau Professor, ich sitze aus.
00:00:52Musik
00:01:22Untertitelung des ZDF, 2020
00:01:52Untertitelung des ZDF, 2020
00:02:22Untertitelung des ZDF, 2020
00:02:53Untertitelung des ZDF, 2020
00:02:54Wie geht's dir?
00:02:57Wie war die Reise?
00:02:58Was weißt du?
00:02:59Das ist aber reizend von Ihnen.
00:03:01Guten Tag, Herr Doktor, mein Kind.
00:03:03Ich glaube, da brauchen wir noch mal vorbeigehen.
00:03:05Schön, dass Sie wieder da sind.
00:03:07Ich schümmere mich um.
00:03:08Herr Liener Tageblatt, Herr Professor Einstein,
00:03:10wie verlief Ihre Vortragsreise in Cambridge in Oxford?
00:03:12Nachausgabe, glauben Sie, dass es Leben auf anderen Planeten gibt?
00:03:15Meine Herren, meine Herren.
00:03:16Herr Professor, haben Sie neue Erkenntnis bei der einheitlichen Feldtheorie gewonnen?
00:03:21Wie beurteilen Sie den Nachweis der Expansion des Weltalls?
00:03:23Dann erscheint Ihre nächste Arbeit.
00:03:25Wie war die Reaktion in England?
00:03:26Frau Säsche Zeitung, Sie sind von Ihrer Rückreise von England nach Genf gefahren,
00:03:31zur Abrüstungskonferenz des Völkerbundes.
00:03:34Wie beurteilen Sie die Lage dort?
00:03:37Meine Herren, wir haben eine anstrengende Reise hinter uns.
00:03:40Abrüstung ist ebenso notwendig wie die Luft zum Atmen.
00:03:44Krieg kann nicht vermenschlicht werden.
00:03:46Man muss ihn abschaffen.
00:03:48Die Völker müssen aufpassen.
00:03:49Sie dürfen sich nicht von irgendwelchen scheinheiligen Friedensreden irreführen lassen.
00:03:54Die letzten Wahlen zeigen, dass die NSDAP im Vormarsch ist.
00:03:58Adolf Hitler als Kanzler, halten Sie das für möglich?
00:04:00Ich hoffe doch, dass es in Deutschland genügend vernünftige Menschen gibt, die das verhindern können.
00:04:05Das Gleiche sagt Herr Tillmann.
00:04:07Stimmen Sie Ihre Ansicht mit ihm ab?
00:04:09Gewiss doch.
00:04:10Wir haben doch auch schon bei der induzierten Emission am Planck'schen Strahlungsgesetz zusammengearbeitet.
00:04:16Wenn sich die Lage weiter zuspitzt, werden Sie in Deutschland bleiben.
00:04:22Der Abgeordnete Kuba hat für die NSDAP im Preußischen Landtag erklärt, ein Volk, das einen Kant besitzt, kann nicht dulden,
00:04:27dass ein Einstein in ihm lebt.
00:04:29Was sagen Sie dazu?
00:04:31Ein Volk, das einen Einstein ablehnt, wäre eines Kant nicht würdig.
00:04:38Herr Dr. Mayer, würden Sie uns erläutern...
00:05:00Nun, es ist wohl so, dass nichts den Menschen so sehr erregt, wie Eingriffe in die hergebrachten Vorstellungen von Raum
00:05:11und Zeit.
00:05:12Das war bei Kopernikus und Galilee so, als sie die Vertraute dem Augenschein entsprechende Ordnung im Sonnensystem und im Weltraum
00:05:21umstürzen.
00:05:22In unserem Jahrhundert ist es Albert Einstein, der das überlieferte, zu eng gewordene physikalische Weltbild erneut sprengt
00:05:32und eine neue Konzeption über die Struktur des Universums und die Stellung unserer Welt darin vorlegte.
00:05:39Ich schließe mich denen an, die die allgemeine Relativitätstheorie als die größte Leistung menschlichen Denkens über die Natur ansehen,
00:05:51als die erstaunlichste Vereinigung von physikalischer Intuition, mathematischer Kunst und philosophischer Tiefe.
00:05:58Mit ihr wurde ein ganzer Kontinent neuer wissenschaftlicher Ideen entdeckt, Neuland, auf dem auch Sie einmal arbeiten werden.
00:06:09Oh, Entschuldigung, vorher ist noch etwas. Am zweiten, ein Vortrag von Herrn Brackmann.
00:06:14Der römische Erneuerungsgedanke in der Reichspolitik der deutschen Kaiserzeit.
00:06:18Ja, ist sehr hochaktuell. Noch etwas.
00:06:23Frau Professor bat mich, Sie an die Einladung zum Bankett bei Herrn Dr. Schröder zu erinnern.
00:06:31Weder Zeit noch Lust. Streichen.
00:06:35Professor Plank morgen 10 Uhr, Professor Lauer Mittwoch gegen 15 Uhr.
00:06:40Ja, ja, habe ich.
00:06:41Albert, Herr Dr. Mayer.
00:06:44Herein mit ihm.
00:06:45Bitte.
00:06:46Ein Vortrag über Relativität vor Arbeitern.
00:06:49Hielten Sie das für sinnvoll?
00:06:52Da fehlen alle Voraussetzungen.
00:06:54Sie fehlen ja sogar den meisten Professoren.
00:06:57Guten Tag.
00:07:16So, wir sind also von Dirac-Spinoren ausgegangen und fanden, dass die Spinoren einen Spezialfall einer neuartigen Feldart bilden.
00:07:24Und zwar einer mathematisch mit dem vierdimensionalen verknüpften Feldart.
00:07:29Wir bezeichnen sie als Semivektoren.
00:07:34Diese Semivektoren.
00:07:36Nach den gewöhnlichen Vektoren wären das dann die einfachsten mathematischen Feldgebilde,
00:07:41die in einem metrischen Kontinuum von vier Dimensionen möglich sind?
00:07:45Ja, und es scheint, dass diese Semivektoren...
00:07:50Guten Tag, Herr Plank.
00:07:56Mein Herr,
00:07:57in früheren Zeiten hätte ich Sie zum Duell gefordert.
00:08:01Fühlen Sie sich georfeigt?
00:08:26Wesentlich für unsere Betrachtungen ist, dass all diese Bildungen...
00:08:31Einen Augenblick.
00:08:34Was soll das bedeuten?
00:08:36Warum ist Herr Professor Stark derart aufgebracht?
00:08:43Nun, es stand ja in der Zeitung.
00:08:48Herr Einstein hat den Namen von Herrn Stark ins Italienische übersetzt.
00:08:52Ins Italienische?
00:08:54Johannes Stark, Giovanni Fortissimo.
00:08:57Giovanni.
00:08:58Fortissimo.
00:08:58Ciao.
00:08:59Ciao.
00:09:10Ciao.
00:09:13Ciao.
00:09:16Ciao.
00:09:45Untertitelung des ZDF, 2020
00:10:17Untertitelung des ZDF, 2020
00:10:26Untertitelung des ZDF, 2020
00:10:46Untertitelung des ZDF, 2020
00:11:15Untertitelung des ZDF, 2020
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00:13:49Untertitelung des ZDF, 2020
00:14:06Meine Damen und Herren, ich bitte Sie...
00:14:11Ihre Theorie begrenzt den Radius des Weltalls auf 10 hoch 8 Lichtjahre.
00:14:17Aber Hubble ist mit dem Mount Wilson Teleskop schon fast so weit vorgestoßen.
00:14:23Und bei weiteren Vordringen wird das Folgen haben für Ihre Theorie.
00:14:27In diesem Kreis sitzen, soviel ich weiß, mehrere Kollegen, die Einwände gegen meine Theorie geäußert haben.
00:14:33Aber Sie haben erklärt, ich sei als Jude verwandt mit den semitischen Beduinen,
00:14:38die, wie seit Urzeiten in der Wüste, in Zeltenhausen und demzufolge meist Leinwand vor Augen haben.
00:14:45Und deshalb wäre es uns nur möglich, den Beduinen und mir, uns einen endlichen Raum vorzustellen.
00:14:53Halten Sie das für eine wissenschaftliche Beweisführung?
00:14:59Natürlich ist der Inhalt mathematischer Sätze von den rassischen Merkmalen Ihres Autors unabhängig.
00:15:07Aber die Art, wie sie bewiesen werden, wird weitgehend durch die rassische Eigenart Ihres Urhebers bedingt.
00:15:15Im deutschen Volk sind alle möglichen Rassen zusammengeführt.
00:15:20Warum sollen die Juden darin das kulturlose Element sein und nicht die Germanen,
00:15:25wo wir doch schon in der Wüste in Zelten wohnten, als sie noch unter dem freien Sternenhimmel saßen?
00:15:34Der Nationalsozialismus ist kein Feind der Wissenschaft.
00:15:38Er wendet sich lediglich gegen gewisse Theorien.
00:15:41Und daraus resultiert der Gegensatz zwischen arischer und jüdischer Physik.
00:15:45Es gibt nur richtige oder falsche Physik.
00:15:49Wer sollte das besser wissen, als ein Johannes Stark, von uns allen geschätzt, als der Entdecker des Dopplereffekts an Kanalstrahlen?
00:15:57Auch die Rassenlehre ist eine Wissenschaft.
00:16:01Oder bestreiten Sie die Existenz von Rassen?
00:16:04Ich bestreite die pseudowissenschaftlichen Schlussfolgerungen, die daraus gezogen werden.
00:16:10Ich wende mich dagegen, dass man zwischen Menschen unterschiedlicher Abstammung eine sinnlose Feindschaft schürt.
00:16:17Und das ist ein Schöpfchen.
00:16:59Hör auf! Ich bin nicht um, Mädel!
00:17:02Ich bin nicht mehr so fest aus weiß!
00:17:13Opa, deine Bohle schmeckt ja wieder, wie du das immer machst.
00:17:16Ja, Opa, fabelhaft. Leicht und spritzig.
00:17:19Trink nicht zu viel, sonst kriegst du wieder einen schweren Kopf.
00:17:22Guter Obstwein mit einem Schuss Selters, das ist alles.
00:17:25Na Rolf, in deinen Kreisen trinkt man ja wohl Shampoos.
00:17:28Oder was trinkt dann Herr Professor Einstein?
00:17:30Ich weiß nicht. Ich werd ihn mal fragen.
00:17:33Ich muss dir mal was sagen, mein Junge. Ich hab mich über deinen Professor sehr geärgert.
00:17:37Geärgert? Na nun? Opa, du warst doch nicht etwa in seiner Vorlesung?
00:17:41Nee, ich lese nur Zeitung. Und was Einstein da schreibt...
00:17:44Nee, nee, mein Junge, das ist nicht gut.
00:17:46Um Gottes Willen, was hat er denn geschrieben?
00:17:48Die wirklichen Helden im Weltkrieg waren die, die sich dagegen gestellt haben.
00:17:54Das hat er gesagt?
00:17:55Schwarz auf weiß. Die Helden sind die, die uns verraten haben.
00:18:00Damit beleidigt er unsere ehemaligen Soldaten.
00:18:01Auch dein Vater, der am Graben gelegen hat und zweimal verwundet war.
00:18:06Müssen wir heute über sowas reden? Zum Sommerfest?
00:18:08Ja, sonst seh ich euch ja nicht.
00:18:11Naja, vielleicht soll man nicht alles so auf die Goldwaage legen.
00:18:15Wir sind stolz, dass er bei einem so berühmten Physiker arbeiten kann.
00:18:20Physiker? Warum steht er mit so politischen Sachen im Blatt?
00:18:23Ich verfolge das schon die ganze Zeit.
00:18:26Einstein ist Pazifist. Er tritt ein für Gewaltlosigkeit.
00:18:30Gewaltlosigkeit? Warum fällt er uns ehemaligen Frontkämpfern dann in den Rücken?
00:18:34Jetzt ist aber Schluss. An so einem Tag. Wir sind gemütlich beisammen und so soll's bleiben.
00:18:39Also, zum Wohl.
00:18:42Zum Wohl.
00:18:43Zum Wohl.
00:18:43Zum Wohl.
00:18:45Warum hast du eigentlich nichts gesagt? Hast du keine Meinung?
00:18:50Ich kenne deinen Professor nicht.
00:18:54Ich will nichts weiter als in Ruhe arbeiten.
00:18:58Ist das zu viel verlangt?
00:19:02Komm, gehen wir.
00:19:04Sonst sind Sie noch gekränkt.
00:19:12Wann strampelt's denn endlich?
00:19:14Na, ein bisschen Geduld muss ich schon noch haben.
00:19:23Die riechen gut.
00:19:24Ja?
00:19:24Kommen Sie, Rolf.
00:19:25Wir machen Futter hier oben.
00:19:26Dann haben wir im Hintergrund den See.
00:19:27Oh ja.
00:19:29Na, kommen Sie.
00:19:30Ich werde Ihnen das bisschen binden, Frau Professor.
00:19:31Ich stelle mich am besten hier drüben.
00:19:33Ja, geben Sie mir den Apparat.
00:19:34Bitte.
00:19:36Ich kann die Rückreise nicht länger verschieben.
00:19:38Ich muss Sie um eine Antwort bitten.
00:19:40Herr Einstein, welche Gründe kann ich noch anbringen,
00:19:44Sie für eine Übersiedlung in die Vereinigten Staaten zu gewinnen?
00:19:47Ihr Angebot ist eine Ehre für mich.
00:19:50Und es hat seinen Reiz.
00:19:51Ja, dann greifen Sie zu.
00:19:52Ich bitte Sie.
00:19:55Sie haben ja nun unsere Universitäten besucht.
00:19:58Max Planck, Otto Hahn, von Laue, Nernst in Berlin, Heisenberg in Leipzig, in Göttingen,
00:20:04David Hilbert, Max Born, James Frank, in München Arno Sommerfeld.
00:20:09Man kann gar nicht alle aufzählen.
00:20:11Verstehen Sie mich?
00:20:12Hier kulminiert die wissenschaftliche Debatte, die ich für meine Arbeit brauche.
00:20:16Deswegen bin ich ja auch aus der Schweiz zurückgekehrt.
00:20:20Ja, Berlin, das Weltzentrum der Physik.
00:20:23Aber wird das so bleiben?
00:20:26Haben dann nicht vielleicht auch wir Wissenschaftler die Pflicht, Unheil abzuwenden?
00:20:31Nein, lieber Freund, ich werde Deutschland nicht verlassen.
00:20:36Über eine Gastprofessur ließ sie sich mit mir durchaus reden.
00:20:42So wie Gaddeal abgemacht.
00:20:46Ja, und was die finanzielle Seite betrifft.
00:20:48Das bereden Sie dann mit meiner Frau.
00:20:51Sie hängen auch an diesem Sommerhaus, nicht wahr?
00:20:54Für meine Arbeit gibt es keinen besseren Platz auf der Welt.
00:20:58Tja, Deutschland ist schön.
00:21:00Ein bisschen habe ich davon gesehen.
00:21:17Wir kommen schon an der Hauptgüse.
00:21:22Wir kommen zu und sind so wichtig.
00:21:24Ich bin nur im Schiff.
00:21:25Ich bin nur im Schiff.
00:21:25Oh, ich bin nur im Schiff.
00:21:29Ei, hey.
00:21:32Ich muss nur im Schiff.
00:21:33Na, was ist das denn?
00:21:33Ich weiß nur, wie es denn ist.
00:21:34Das denn ist...
00:21:35Ich bin nur im Schiff, wenn ich nicht nur im Schiff.
00:21:47Der Mann kam mir irgendwie bekannt vor.
00:21:50Alle Abend werden gleich.
00:22:09Was denn das sein?
00:22:11Dazu Sonntag, an deinem einzigen freien Tag.
00:22:14Ich möchte lieber baden gehen.
00:22:15Na los, komm.
00:22:19Also gut, bei Annäherung an die Lichtgeschwindigkeit wird ein Zollstock kürzer, die Ohren gehen langsamer und der Mensch altert weniger
00:22:26schnell.
00:22:27Wenn mein Opa in den Weltraum reist und zurückkommt, ist er jünger als ich.
00:22:34Na, da wird er sich aber wundern.
00:22:36Ich möchte es ja glauben, aber sind das nicht alles nur Behauptungen, Annahmen?
00:22:45Für den Laien besteht nicht der leiseste Grund dafür.
00:22:49Auf der Erde bleiben unsere Alltagserfahrungen bestehen.
00:22:53Unsere Uhren gehen richtig und ein Zollstock ist und bleibt ein Meter lang.
00:22:59Ich möchte ja auch nicht, dass mein Haus einfällt, weil plötzlich alles relativ ist.
00:23:06Ruhe, bitte, bitte.
00:23:08Na ja gut, manches begreife ich jetzt besser.
00:23:12Ich will mal sagen, alles wird immer komplizierter.
00:23:16Und da frage ich mich, was nützt uns dann diese Forschung?
00:23:21Sind sie zufällig schon einmal geröntgt worden?
00:23:25Jawohl, nach dem Unfall.
00:23:28Die Strahlen, die dabei benutzt werden, sind von dem Physiker Röntgen entdeckt worden.
00:23:34Und die Mediziner haben ihren Nutzen fürs Gebiet der Medizin erkannt.
00:23:38Und schon vor fast 50 Jahren hat Heinrich Herz elektromagnetische Wellen entdeckt,
00:23:44die heute eine sekundenschnelle Verständigung rund um den Erdball ermöglichen.
00:23:49Die spezielle Relativitätstheorie wird in allen Bereichen der Physik benötigt.
00:23:58Und das wird sich auswirken auf Technik und Industrie.
00:24:01Ohne dass ich das jetzt schon im Einzelnen voraussagen ließe.
00:24:04Ich möchte gern wissen, welche Haltung Sie einnehmen zum Aufbau des Sozialismus im großen Sowjetland.
00:24:09Bitte erklären Sie sich dazu.
00:24:11Soll ich eine Haltung einnehmen oder Haltung annehmen?
00:24:19Ich glaube vor allem und in erster Linie an das Experiment.
00:24:24In der Aufbautätigkeit der Kommunisten dort in Russland sehe ich so ein Experiment von gewaltigem Ausmaß.
00:24:34Ob es gelingt, das wird uns die Zukunft zeigen.
00:24:37Entschuldigen Sie, der Sozialismus im Sowjetland ist kein Experiment.
00:24:40Er existiert und wird täglich vorangetrieben.
00:24:43Niemand zwingt Sie meine Ansicht zu akzeptieren.
00:24:47Und ich möchte Ihnen noch etwas sagen.
00:24:49Herr Professor, was ist für Sie das Schönste im Leben?
00:24:58Das Schönste im Leben?
00:25:01Nicht leicht zu sagen.
00:25:04Vielleicht ein menschliches Gesicht, voll Wissensturst.
00:25:12Leuchtend.
00:25:15Ja, das ist das Schönste für mich.
00:25:17Nein, das ist das Schönste für mich.
00:26:03Ich beneide Sie um dieses Instrument, gnädig Frau.
00:26:08Das war also der unvergleichliche zweite Satz.
00:26:14Und jetzt der dritte.
00:26:17Mein Lieber, wenn Sie nicht wieder patzen, würde das unseren Genuss erhöhen.
00:26:32Schluss.
00:26:34Das genügt für heute.
00:26:37Ich schreib's bis übermorgen ins Reine.
00:26:42Ach, da steht die Wissenschaft an der Schwelle einer Theorie, die das ganze Universum erfasst.
00:26:47Wir entdecken neue Gesetzmäßigkeiten, wir ahnen eine umfassende Harmonie der Natur,
00:26:52aber wo bleibt die Harmonie des menschlichen Zusammenlebens?
00:27:01Zum Beispiel die Nationalökonomie. Sinnlose Verschwendung in einer chaotischen Krise.
00:27:06Millionen Arbeitslose. Warum versagt das menschliche Denken auf Gebieten, die für den Menschen lebenswichtig sind?
00:27:13Sehen Sie einen Ausweg?
00:27:15Warum nicht die Mathematik? Das Leben der Gesellschaft auf eine mathematische Basis stellen, zugunsten einer objektiven Wahrheit.
00:27:22Das berechnete Glück, Fortschritt als rechnerisches Problem?
00:27:27Lässt sich nicht alles auf Zahlenverhältnisse zurückführen? Selbst die Kunst?
00:27:35Leibniz sagt, Musik sei die Lust der Menschenseele, die zählt, ohne zu wissen, dass sie zählt.
00:27:41Natürlich ist es möglich, eine Beethoven-Sinfonie als Luftdruckkurve darzustellen, nur was hätte das für einen Sinn?
00:27:48Die Ökonomie, die Staatenwirtschaft, ja, das ist etwas, was ins Mathematische spielt.
00:27:52Nehmen wir einmal die Krise der Weltwirtschaft, die wir erleben.
00:27:56Ist sie etwa ein gigantischer Reichenfehler?
00:27:58Dann wäre zu fragen, wer begeht ihn und wem nützt er?
00:28:02Und das würde dann eine soziale Frage sein.
00:28:05In jedem Planetensystem geht es geordneter zu als auf unserer schönen Erde.
00:28:10Die Parteien bekämpfen sich bis aufs Messer.
00:28:13Jede behauptet, im Besitz der Wahrheit zu sein.
00:28:16Der Riss geht quer durch die Familien.
00:28:20Wenn ich Ihnen helfen kann?
00:28:23Danke, Herr Professor, das haben Sie schon.
00:28:26Ich kann für Sie arbeiten.
00:28:33Nein.
00:28:42Wir Juden haben nichts Gutes zu erwarten.
00:28:47Ich habe Angst, Albert.
00:28:51Ich komme immer weniger dagegen an.
00:28:58Hast du schon einmal ans Weggehen gedacht?
00:29:01So wie Flexner es dir geraten hat?
00:29:10Ich muss verreisen.
00:29:12Ich fahre nach Zürich.
00:29:14So plötzlich?
00:29:15Aus welchem Grund?
00:29:29Du...
00:29:30Du kommst zurück.
00:29:44Du kommst zurück.
00:30:03Du kommst zurück.
00:30:05Du kommst zurück.
00:30:18Du kommst zurück.
00:30:27Amen.
00:31:07Bitte, Albert, beeil dich. Bei dem Empfang muss man halbwegs pünktlich sein.
00:31:11Hertha, legen Sie den dunklen Anzug für den Professor raus und bügeln Sie die Hose auf.
00:31:16Hertha, bleiben Sie hier. Das normale Zeug tut's auch und darin fühle ich mich wohler.
00:31:22Darf ich jetzt vielleicht meine Pilze in Ruhe weiter essen? Ich habe sie schließlich auch gesammelt.
00:31:28Albert, du kannst nicht im Straßenarzt so gehen. Akademiemitglied, Nobelpreisträger.
00:31:35Die Leute erwarten, dass du repräsentierst.
00:31:37Die Leute oder du?
00:31:39Verzeihung, soll ich nun bügeln oder nicht?
00:31:41Mein Gott, warum immer wieder diese Debatten? Ich habe die Konvention nicht gemacht. Es ist innervierend für mich.
00:31:47Herr Gott, ich bin kein Pfingstochse. Lass mich zufrieden.
00:31:55Deine Schwester hat aus Florenz geschrieben.
00:31:58Ja, und ein Brief aus der Schweiz von Tabea Mandl.
00:32:04Musik
00:32:05Warthold, der Sie das mit dem Schrauben.
00:32:18Schrauben Sie die Frau und Tabea Mandl.
00:32:19Ja, ich bin ein Brief aus.
00:32:20Ich bin ein Brief aus.
00:32:22Ja, ich bin ein Brief aus.
00:32:22Er macht, es ist innervierend für mich.
00:32:24Und ihr habt, es ist innervierend für mich.
00:32:26Und ihr habt ihr hier?
00:32:30Es ist innervierender.
00:32:38Vielleicht sollten wir es doch mit der anderen Variante versuchen.
00:32:43Gut, sobald Sie soweit sind, rufen Sie mich in Caput an.
00:33:12Das ist einfach nicht zu glauben.
00:33:14Ich bin froh, dass dir nichts passiert ist.
00:33:17Man muss sich vorsehen.
00:33:23Du hast was verloren.
00:33:30Weltliste 2, SPD.
00:33:33Verteilst du jetzt Flugblätter für den Herrn Einstein?
00:33:35Papa, mach dich doch nicht lächerlich.
00:33:37Fang bitte nicht wieder an.
00:33:39Ich denke, wir wollten ins Kino gehen.
00:33:41Was sehen wir uns an?
00:33:43Ein Stummfilm oder lieber ein Tonfilm?
00:33:45Im Odeon läuft Quick.
00:33:47Ja, mit Hans Albers.
00:33:48Als Clown.
00:33:52Was die neue Partei will.
00:33:54Viele Leute finden das ganz vernünftig.
00:33:57Ich habe den Professor Einstein in Reden hören.
00:34:00Der Mann will nichts Schlechtes.
00:34:02Das habe ich im Gefühl.
00:34:04Nicht fühlen, denken sollst du.
00:34:08Es kommt eine neue Zeit, Rolf.
00:34:11Man muss sich darauf einstellen.
00:34:15Einstellen?
00:34:16Da stelle ich mal ein.
00:34:19Das tue ich auch.
00:34:21Ich bin nur ein kleiner Prokurist und mit deinen Gleichungen kann ich nicht mithalten.
00:34:25Trotzdem, mein lieber Sohn, im wirklichen Leben, da rechnest du falsch, mein Lieber.
00:34:37Rolf ist erwachsen, Vater.
00:34:39Du kannst ihm nicht laufend Vorschriften machen.
00:34:41Das mache ich doch gar nicht.
00:34:44Ich habe nichts gegen die Juden.
00:34:46Im Allgemeinen.
00:34:49Aber wenn der Herr so komische Dinge in der Zeitung schreibt,
00:34:52das gefällt mir nicht.
00:34:54Das gefällt mir ganz und gar nicht.
00:34:57Also los, sonst kommen wir noch zu spät und verpassen den Anfang des Films.
00:35:01So, und jetzt, meine Damen und Herren, Aufmerksamkeit bitte.
00:35:04Achtung, Aufnahme.
00:35:10Danke.
00:35:13Kollege, geht Ihnen das auch so, dieses Blitz?
00:35:20Und das sollen Sie unterschreiben?
00:35:22Ja.
00:35:23Heinrich Mann und Frau Kollwitz haben mich darum gebeten.
00:35:27Was meinen Sie dazu?
00:35:28Der ältere Brudermann, nun, er war schon immer etwas exzentrisch.
00:35:34Der Brief ist adressiert an die SPD, KPD und an die Gewerkschaften.
00:35:39Sie werden aufgerufen, bei den Wahlen gemeinsame Kandidaten aufzustellen.
00:35:44Was haben Sie mit den Kommunisten zu tun?
00:35:47Die wollen nur ihren Namen ausnutzen.
00:35:50Meinen Sie nicht auch, dass wir Sie unterstützen sollten,
00:35:52bei so einer wichtigen Sache?
00:35:55Überlegen Sie dreimal, ehe Sie einmal unterschreiben.
00:36:04Ist es gestattet?
00:36:09Mit Ihrer Füllfeder.
00:36:16So, und jetzt sind Sie auch in die Sache verwickelt.
00:36:31So, und jetzt sind Sie auch in die Sache.
00:37:11Der Geheimrat ist da.
00:37:13Heil je. Wie spät ist es denn?
00:37:16Gleich halb zwölf.
00:37:18Hast du dir die ganze Nacht gearbeitet?
00:37:22Bring mir bloß um Himmels will nichts durcheinander.
00:37:28Na, lass mal.
00:37:30Ich mach das lieber selber.
00:37:31Ich tue es gern.
00:37:34Es macht mir nichts aus.
00:37:40Ich werde dann.
00:37:41Ich möchte den Geheimrat nicht warten lassen.
00:37:49Nein, wahrhaftig lassen sich eins gesagt sein, man nutzt sie aus.
00:37:54Marxisten, Pazifisten, Zionisten,
00:37:57die Liga für Menschenrechte, der Völkerbund.
00:38:01Briefe, Appelle, Ansprachen, Petitionen.
00:38:05Sie tanzen auf zu vielen Hochzeiten.
00:38:07Politik?
00:38:08Du meine Güte.
00:38:10Mir scheint, sie wäre heute eher ein Forschungsfeld für die Psychiatrie.
00:38:15Schwarzhafte Weltverbesserer gibt es genug, aber es gibt nur einen Einstein.
00:38:20Ihre Mission liegt in der Arbeit an ihrer einheitlichen Feldtheorie.
00:38:26Ich bitte Sie, vertun Sie nicht Ihre Zeit.
00:38:28Die Welt erwartet noch einiges von Ihnen.
00:38:32Ich auch.
00:38:33Wenn ich das als der Ältere sagen darf.
00:38:40Ach, bitte entschuldigen Sie mich einen Augenblick.
00:38:49Herr Geheimrat.
00:38:52Warum probieren Sie nicht von dem Schinken sehr zu empfehlen?
00:38:56Der Magen.
00:38:57Auch er wird nicht jünger.
00:39:00Ja, das ist fein.
00:39:02Das schmeckt.
00:39:04Ja.
00:39:05So, ein ganz ganz ganz ganz.
00:39:10So, Sie haben wieder etwas gefunden.
00:39:12Ja, so zwischen den Petitionen und Ansprachen.
00:39:15Die Dirac'schen Gleichungen.
00:39:20Ja, so könnte es gehen.
00:39:25Ganz sicher bin ich noch nicht.
00:39:27Aber als Ansatz scheint es mir tauglich.
00:39:57Das wird länger dauern, ja.
00:40:02Aber wenn wir heute zum Essen kommen werden, weiß ich nicht.
00:40:06Ja.
00:40:25Aber wenn wir heute zum Essen kommen werden, weiß ich nicht.
00:40:39Es steht jetzt im customers.
00:40:40Okay.
00:40:40Mhm.
00:40:46Okay.
00:40:49Ja.
00:40:49Okay.
00:40:54Eins.
00:40:54Also.
00:40:54Jäap.
00:40:55Da.
00:40:58Talam ждet.
00:40:58Ja.
00:41:07Musik
00:41:55Entschuldigen Sie mich bitte
00:42:11Haben Sie irgendeinen Wunsch?
00:42:39Sagen Sie, welchen Wochentag haben wir heute?
00:42:42Na, Mittwoch
00:42:50Guten Abend, Herr Professor
00:42:51Die gnädige Frau erwartet sich schon
00:42:53Das ganze Haus voller Gäste?
00:42:55Ich verstehe nicht ganz
00:43:01Frau Mandl hatte mir gar nichts gesagt davon
00:43:05Albert
00:43:07Ich dachte schon, du kommst nicht mehr
00:43:12Wie schön du bist
00:43:14Komm, ich möchte tanzen
00:43:16Ach, du weißt doch genau, was ich von solchen Gesellschaften halte
00:43:19Ich wollte heute so gern mit dir allein sein
00:43:21Sind wir das nicht?
00:43:25Ich möchte niemandem den Abend verderben
00:43:27Besser, wir sehen uns dann morgen
00:43:30Nein, warte
00:43:35Ich gehe weg von Berlin
00:43:36Nach Zürich
00:43:39Bei meiner Reise habe ich es vorbereitet
00:43:41Tja
00:43:43Ich verlasse Deutschland
00:43:45Das ist ein Abschiedsfest
00:43:52Das ist nicht wahr
00:43:53Das Haus ist verkauft
00:43:55Noch weiß es kaum jemand
00:44:16So möchte ich mit dir gehen
00:44:18Bis ans Ende, Aladin
00:44:20Servus, Albert
00:44:22Wie reizend, dass Sie auch kommen
00:44:23Wie ist das Befinden?
00:44:25Nächste Woche besuche ich Sie
00:44:26Kontrollvisite
00:44:28Ob Sie die salzarme Diät einhalten
00:44:30Sie gestatten?
00:44:31Guten Abend, ja
00:44:32Sie sehen, vor Medizinern ist man nirgends auf der Welt sicher
00:44:35Aber Herr Gnisch
00:44:37Muss das jetzt sein?
00:44:38Schließlich verlangt er noch, dass wir uns freimachen
00:44:40Tja
00:44:41Wie hoch ist denn sein Puls?
00:44:44Auffallend beschleunigt
00:44:45Kein Wunder
00:44:48Liebe, verehrte, gnädige Frau
00:44:50Bitte, hügelten Sie mir wohl die Freude machen?
00:44:53Tja
00:44:54Tja
00:45:06Tja
00:45:16Tja
00:45:35Meine Damen und Herren
00:45:39Meine Damen und Herren
00:45:40Bitte einen Augenblick
00:45:42Niemand hat etwas zu befürchten
00:45:45Es ist nichts geschehen
00:45:47Nur ein paar Angetrunkene
00:45:49Deren Tapferkeit erschöpft ist
00:45:51Sie sind davongelaufen
00:45:52Musik
00:45:53Bitte Musik
00:46:04Musik
00:46:05Musik
00:46:15Das war's für heute.
00:46:34Möchtest du?
00:46:36Nein.
00:46:40Homo sapiens.
00:46:42Dass ich nicht lache.
00:46:44Homo brutalis, ja.
00:46:46Die entfesselte Bestie.
00:46:50Was wir Zivilisation nennen, ist kein Aufstieg, sondern Abstieg.
00:46:55Wir verschließen nur die Augen davor.
00:46:57Bitte trink nicht zu viel.
00:46:59Du hast es einfach.
00:47:01Wenn du es satt hast, ziehst du dich zurück in ein Atom oder in den Kosmos.
00:47:06Unbegreifbar für uns Idioten.
00:47:08Nimm's lau ins Mantel und weg.
00:47:11Studierphysik.
00:47:12Dann kannst du's auch.
00:47:14Du sollst hier nicht rauchen, das ist kein Puff.
00:47:20Du ziehst aus?
00:47:22Also spielst du keine Rolle mehr.
00:47:24Ja, ja.
00:47:25Oh ja.
00:47:27Du bist mir überlegen.
00:47:28Allen bist du überlegen.
00:47:30Die ganze Welt steckst du in die Tasche.
00:47:31Oder ist das nicht wahr?
00:47:35Wer hat so große Hoffnungen gesetzt in die Republik von Weimar?
00:47:39Deine Zuversicht.
00:47:41Alles Illusion.
00:47:42Da liegt sie in der Gosse, deine herrliche Demokratie.
00:47:45Jeder Lung tritt sie mit Füßen.
00:47:48Der geniale Einstein hat sich verrechnet.
00:47:51Hat sich tödlich geirrt.
00:47:53Aber er will es nicht zugeben, um keinen Preis.
00:47:55Immerhin existiert diese Republik noch.
00:47:58Noch kann man etwas tun für ihre Rettung.
00:48:00Soll ich warten, bis die SAA ins Haus kommt?
00:48:02Soll ich mir mein eigenes Grab schaufeln?
00:48:24Nur du und ich.
00:48:27Was gehen uns die anderen Menschen an?
00:48:31Komm mit in die Schweiz.
00:48:33Deine zweite Heimat.
00:48:36Es hat dir immer gefallen dort.
00:48:40Komm allein oder...
00:48:42Oder mit Elsa und den Töchtern und ihren Familien.
00:48:46Aber...
00:48:47Ich bin mit jeder Lösung zufrieden.
00:48:56Frau Professor.
00:48:58Ich gehe ins Dorf zum Bäcker.
00:48:59Soll ich sonst noch?
00:49:00Nein, Hertha.
00:49:01Nur die Bestellung.
00:49:04Ach.
00:49:05Das wird der Herr Professor sein.
00:49:08Guten Morgen.
00:49:10Guten Morgen, Herr Professor.
00:49:13Guten Morgen.
00:49:14Lass dich nicht stören.
00:49:15Ist spät geworden.
00:49:16Hab gleich in Berlin geschlafen.
00:49:20Hat sich Maja schon gemeldet?
00:49:21Bis jetzt nicht.
00:49:22Möchtest du etwas essen?
00:49:24Sag mir bitte Bescheid, wenn er anruft.
00:49:26Soll ich dir Kaffee machen und ein belegtes Brot?
00:49:28Nein, danke.
00:49:30Ich...
00:49:30Nein.
00:49:44Muss ich dir erst sagen, wo er die Nacht verbracht hat?
00:49:47Mama, es ist genug.
00:49:49So geht das nicht weiter.
00:49:51Darf ein Genie sich alles erlauben?
00:49:53Er ruiniert dein Leben.
00:49:54Das lasse ich nicht zu.
00:49:56Stell ihn zur Rede.
00:49:58Jetzt.
00:49:58Sofort.
00:50:00Er arbeitet.
00:50:02Mama, ich sage dir...
00:50:04Sei still.
00:50:05Kümmere dich nicht darum.
00:50:07Mama.
00:50:07Das ist nicht deine Sache.
00:50:10Mein Gott, du hast es gewusst.
00:50:16Schon lange hast du das gewusst.
00:50:19Du hast es geduldet, dass er...
00:50:25Oh, bin ich blöd gewesen.
00:50:28Ich scharf.
00:50:29Mach mir Sorgen und dabei...
00:50:34Und du schneidest ihm noch die Haare, wenn er zu seiner Schlampe geht.
00:50:50Entschuldige bitte.
00:51:04Entschuldige bitte.
00:51:08Ich brauche dich.
00:51:11Gerade jetzt.
00:51:22Der Sommer verklingt und Zürich ist heimelig wie je.
00:51:26Ich segle auf dem Limmat.
00:51:28Nichts fehlt mir.
00:51:29Nur du.
00:51:31Und wenn ich Trost suche in Büchern,
00:51:34gerate ich nur tiefer in etwas, das mich quält,
00:51:37so wie es schon andere gequält hat.
00:51:40Ich weiß nicht, was mein Leben ist,
00:51:42was meine Sinne sind, was meine Seele ist.
00:51:46Ja, selbst jener Teil von mir, der das denkt, was ich schreibe,
00:51:49der über alles und über sich selbst nachdenkt
00:51:51und sich nicht besser erkennt,
00:51:54als das Übrige.
00:51:56Ich sehe die furchtbaren Räume des Weltalls, die mich umschließen
00:52:00und ich finde mich an einen Winkel dieser unermesslichen Ausdehnung gebunden,
00:52:06ohne zu wissen, warum ich gerade an diesen Ort gestellt bin
00:52:10und nicht an einen anderen.
00:52:13Ich sehe auf allen Seiten nur Unendlichkeit,
00:52:15die mich umschließt wie ein Atom und wie ein Schatten,
00:52:20der nur einen Augenblick dauert
00:52:23und nicht wiederkehrt.
00:52:30Bitte einen Augenblick, Herr Professor.
00:52:38Entschuldigen Sie, Herr Professor,
00:52:40die Schallplatte,
00:52:41ich meine, sie ist für viele Menschen.
00:52:44Vielleicht könnten sie ein wenig fester,
00:52:47so als wenn sie zu einer großen Menge,
00:52:50entschuldigen Sie, dass ich...
00:52:51Keine Ursache.
00:52:53Also, noch einmal.
00:52:55Ja, danke.
00:53:02Jetzt, bitte.
00:53:05Meine Leidenschaft für soziale Gerechtigkeit
00:53:08hat mich ebenso oft in Konflikte mit Menschen gebracht
00:53:11wie meine Abneigung gegen jegliche Bindung und Abhängigkeit.
00:53:17Zu den Menschen zu gehören,
00:53:18die ihre besten Kräfte der Betrachtung und Erforschung
00:53:21objektiver, nicht zeitgebundener Dinge widmen können,
00:53:26bedeutet eine besondere Gnade des Schicksals.
00:53:29Es macht mich froh und dankbar,
00:53:33dass ich dieser Gnade teilhaftig geworden bin,
00:53:35die einen weitgehend vom persönlichen Schicksal
00:53:38und vom Verhalten der Nebenmenschen unabhängig macht.
00:53:42Aber diese Unabhängigkeit darf uns keinesfalls blind machen
00:53:46für das Erkennen jener unabweisbaren Pflichten,
00:53:48die uns immerwährend an die vormalige,
00:53:51die gegenwärtige und an die zukünftige Menschheit binden.
00:53:59Entschuldigen Sie.
00:54:02Herr Professor Einstein?
00:54:05Ja, legen Sie es dorthin.
00:54:07Verzeihen Sie.
00:54:09Sie sind doch der Bote von der Physikalischen Anstalt.
00:54:12Nein, mein Name ist Schnittke.
00:54:16Ich bin der Vater von Rolf.
00:54:18Der Vater von Dr. Schnittke.
00:54:21Ach so.
00:54:23Entschuldigen Sie, dass ich...
00:54:24Ich freue mich, dass ich Sie auch einmal kennenlerne.
00:54:27Nur leider, Ihr Sohn ist gar nicht hier.
00:54:28Er ist nach Berlin gefahren, in die Universität.
00:54:31Nein, ich wollte zu Ihnen.
00:54:34Ich möchte mit Ihnen sprechen.
00:54:36Mit mir?
00:54:37Ja, gern.
00:54:39Aber bitte sehr, setzen Sie sich doch.
00:54:40Von Mann zu Mann, wenn Sie erlauben.
00:54:44Ich habe eine Bitte.
00:54:46Ich bitte Sie, dass Sie meinen Sohn...
00:54:49Dass Sie ihn nicht mehr beschäftigen.
00:54:51Nicht mehr beschäftigen?
00:54:53Was heißt das?
00:54:54Dass Sie ihn entlassen.
00:54:56Freiwillig gibt er die Stellung bei Ihnen nicht auf.
00:55:00Ihren eigenen Sohn?
00:55:02Ja, aber warum denn?
00:55:05Die Zeiten sind recht unruhig.
00:55:09Ihr Sohn soll nicht länger mit einem Juden und Pazifisten zusammenarbeiten.
00:55:15Ist es das?
00:55:17Sie sind ein berühmter Mann.
00:55:20Wir sind nur kleine Leute.
00:55:24Ich habe zu arbeiten.
00:55:44Wir sind nicht mehr mit einem Juden und Pazifisten.
00:55:55nicht mehr.
00:56:09Ich habe zu arbeiten.
00:56:11Ich habe zu arbeiten.
00:56:15Ich binịchange, ich bin verfügbar und vielmoder Mann.
00:56:16Ich darf sie nicht mehr.
00:56:43Musik
00:56:55Musik
00:57:34Komm
00:57:43Wohin wird das führen, was meinen Sie?
00:57:45Bitte?
00:57:46Da draußen. Wohin wird das führen?
00:57:49Ich kümmere mich nicht drum, meine Herren. Mir ist das egal.
00:57:51Wohin soll es denn gehen?
00:57:53Haberlandstraße.
00:57:54Musik
00:58:00Mir begegnen Menschen, bei denen das Hirn überflüssig ist.
00:58:04Das Rückenmark würde völlig genügen.
00:58:07Statt Gewissen, Kadavergehorsam.
00:58:10Sittlichkeit, ein unbekanntes Wort.
00:58:13Was gilt denn noch, wenn die Vernunft nichts mehr gilt?
00:58:18Da berätet sich eine Katastrophe vor.
00:58:21Gut, dass wir bald abreisen.
00:58:23Die Vorträge in Amerika, das lenkt ab von den Vorgängen hier.
00:58:30Wenn wir diesmal fahren, ob wir unser Haus je wiedersehen?
00:58:35Hier sind wir daheim. Wir werden immer zurückkehren.
00:58:39Was uns beide betrifft, Albert.
00:58:43Wenn du meinst, es geht nicht mehr, dann müssen wir uns trennen.
00:58:50Sag bloß nicht, dass du mir verzeihst.
00:58:53Nein, ich verzeih dir nicht.
00:58:55Aber ich werde dich auch nicht verlassen, wenn du es nicht willst.
00:59:00Das ist unlogisch.
00:59:03Man nennt mich Frau Professor.
00:59:05An so etwas gewöhnt man sich.
00:59:10Na, na.
00:59:17Du trägst ja eine Brille.
00:59:19Seit wann denn das?
00:59:23Steht ja nicht übel.
00:59:26Ja, nicht übel.
00:59:32Es wird kühl.
00:59:37Der Sommer geht zu Ende.
00:59:46Hier ist NBC aktuell, meine Damen und Herren.
00:59:50Exklusiv für Sie denken wir von der Pressekonferenz,
00:59:53die der berühmte Albert Einstein,
00:59:55der Vater der Relativitätstheorie und Nobelpreisträger,
00:59:59hier in der Lobby des Hotels zur Stunde gibt.
01:00:14Herr Einstein hat sich die Preußische Akademiker der Wissenschaften mit Ihnen in Verbindung gesetzt.
01:00:17Herr Einstein hat sich die Preußische Akademiker der Wissenschaften mit Ihnen in Verbindung gesetzt.
01:00:33Meine Damen und Herren, bitte erlauben Sie mir,
01:00:42fürs Erste meine Muttersprache zu benutzen.
01:00:45Wissen Sie, über physikalische Dinge vermag ich mich noch leidlich Englisch auszudrücken,
01:00:49aber für den Umgang mit der Presse fehlt mir denn doch noch etwas Bildung.
01:00:58Solange mir eine Möglichkeit offen steht,
01:01:02werde ich mich nur in solch einem Land aufhalten,
01:01:05in dem die politische Freiheit,
01:01:07die Toleranz
01:01:08und die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz herrschen.
01:01:11Aber diese Bedingungen sind gegenwärtig in Deutschland nicht gegeben.
01:01:14Dort werden jetzt diejenigen verfolgt,
01:01:16die sich um die Pflege internationaler Verständigung besonders verdient gemacht haben,
01:01:20darunter einige der namhaftesten Künstler wie Heinrich Mann und Käthe Kollwitz.
01:01:24Ich hoffe, dass wir in Deutschland bald wieder gesunde Verhältnisse haben werden
01:01:29und dass dort in Zukunft große Männer wie Kant und Goethe
01:01:34nicht nur von Zeit zu Zeit gefeiert werden,
01:01:37sondern dass sich auch die von Ihnen gelehrten Grundsätze
01:01:41im öffentlichen Leben und im allgemeinen Bewusstsein durchsetzen.
01:01:48Was die Frage nach meinen Plänen betrifft,
01:01:51ich reise von New York aus wieder zurück nach Europa, nach Belgien.
01:01:54Jetzt bin ich in einer Position des Wartens
01:01:57und dabei möchte ich mich in der Nähe meines Heimatlandes aufhalten.
01:02:04Danke, es war sehr aufmerksam.
01:02:07Ich hoffe, dass diese Anstalt wie eine Fahne
01:02:12in der Schlacht gegen den asiatischen Geist in der Wissenschaft dastehen wird.
01:02:19Diesem gleichen Geist hat unser Führer in Politik und Wirtschaft,
01:02:25wo wir ihn als Marxismus bezeichnen,
01:02:29dem Kampf angesagt.
01:02:31In den Naturwissenschaften jedoch hält dieser Geist
01:02:36bei einer Überbewertung des Herrn Albert Einstein noch stand,
01:02:40was vielleicht nicht alle von Ihnen wissen.
01:02:43Herr Einstein hat seine Stellung
01:02:45bei der Preußischen Akademie der Wissenschaften niedergelegt.
01:02:50Aus Belgien schreibt er,
01:02:52Die Abhängigkeit von der deutschen Regierung
01:02:56empfindet er unter den gegenwärtigen Umständen als untragbar.
01:03:01Und unsere Antwort darauf kann nur sein,
01:03:04Herr Einstein ist für uns untragbar.
01:03:29Ja, das ist er.
01:03:31Ja, ich weiß sie auch.
01:03:33Los geht's, was wir warten?
01:03:34Wir sprechen uns mal.
01:03:53Arrêtez-vous!
01:03:54Arrêtez-vous!
01:03:55Arrêtez-vous immédiatement!
01:03:57Non, vous n'avez pas compris, non?
01:03:58Légidim, mais vous, donnez-moi vos paroles!
01:04:00On peut parler en fait, Monsieur Einstein!
01:04:01Non, vous n'avez pas le droit de nous retenir!
01:04:03La Belgique est un pays démocratique!
01:04:05Monsieur!
01:04:07Si c'est d'un farrête, hein?
01:04:09Qu'est-ce qu'il y a?
01:04:12Bon, d'accord, mais seulement deux personnes alors, hein?
01:04:15Seulement deux, les autres attendent ici.
01:04:18Hommes de t'être comme le criminel?
01:04:20Excusez-moi, mais nous avons quand même aussi nos directives, hein?
01:04:23Ah, vas-y, lâchez-vous, les gens!
01:04:26Alors, deux!
01:04:27Deux, pas plus!
01:04:29Sie waren ein Vorbild der Jugend!
01:04:33Das Idol der Pazifisten in der ganzen Welt!
01:04:37Ja, mein Herr, sie haben unserer Sache einen unaussprechlichen Schaden zugefügt!
01:04:43Erst fordern sie die Jugend zur Verweigerung des Kriegsdienstes auf, dann verlangen sie das Gegenteil!
01:04:48Dieser Gesinnungswandel ist unglaublich bei einem Mann, der in den Naturwissenschaften so Großes geleistet hat!
01:04:56Einen Augenblick, meine Herren!
01:04:59Nicht nur im Leben, auch in der Wissenschaft lässt man Prinzipien fallen, wenn sie sich in der alten Form nicht
01:05:05mehr halten lassen!
01:05:07Faut Papier, s'il vous plaît!
01:05:09Wir reden von der Gesellschaft, von den Menschen!
01:05:13Wenn ich ein junger Belgier oder Franzose wäre, würde ich alles tun, um meine Heimat vor einem Überfall zu schützen!
01:05:21Vielleicht lässt sich so der Krieg noch verhindern!
01:05:24Gewaltloser Widerstand!
01:05:26Das war und bleibt unser Credo!
01:05:29Würden Sie denn lieber unter die Herrschaft eines Hitler kommen wollen, anstatt sich zu verteidigen?
01:05:35Ist das die Endkonsequenz des Pazifismus?
01:05:41Ja, mein Herr, ich scheue davon nicht zurück!
01:05:46Ich wünsche Ihnen, dass Sie nicht das erleben, was jetzt in Deutschland geschieht!
01:06:01Mütze von Verschlein
01:06:02Sie haben die Einwanderung!
01:06:09Die Kinder im
01:06:17Sie leben in Deutschland!
01:06:18Die Kinder in Deutschland!
01:06:19Sie haben die Verteidigung!
01:06:20Sie haben die Verteidigung!
01:06:22Aha, Sie haben die Verteidigung!
01:06:32Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:07:10Untertitelung des ZDF für funk, 2017
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01:09:20Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:09:36Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:09:44Immigration, aber meine Frau, das Baby
01:09:49Es gibt manchmal Zeiten, ja Zeiten, wo jeder seine eigene, ganz persönliche Entscheidung treffen muss
01:10:00Die Nazis haben eine Broschüre herausgebracht
01:10:02Mit den Fotos ihrer Gegner
01:10:04Ihres auf der ersten Seite
01:10:07Darunter steht
01:10:08Noch nicht gehängt
01:10:12Herr Professor, Sie dürfen denen nicht in die Hände fallen
01:10:14Ihre Stimme hat Gewicht
01:10:16Sie sind eine unserer Hoffnungen
01:10:19Sie dürfen nicht in Belgien bleiben
01:10:21Es ist zu nah an Deutschland
01:10:41Nein, danke
01:11:03Bitte und Verzeihung, gnädige Frau
01:11:05Natürlich werden Sie sich nicht mehr an mich erinnern
01:11:08Ich bitte auch
01:11:09Goldstein
01:11:10Walter Goldstein
01:11:11Vossesche Zeitung
01:11:13Ich habe Sie in der Jud im vergangenen Jahr
01:11:16Jetzt entziehen ich mich ja auf dem Bahnhof, als wir aus Genf zurückkamen
01:11:20Ganz richtig, gnädige Frau
01:11:21Bitte, nehmen Sie Platz
01:11:22Ja, danke
01:11:27Wenn es sich aber um ein Interview handelt, dann müsste ich allerdings
01:11:31Nein, nein
01:11:33Ich wüsste ja auch gar nicht, für welches Blatt
01:11:37Mit anderen Worten, auch auf der Flucht
01:11:40Wissen Sie, wie man so sagt
01:11:43Wir sitzen alle in einem Boot
01:11:47Werden Sie für immer in den Staaten bleiben
01:11:53So werde ich also Zeuge eines großen Ereignisses
01:11:57Fast so, als würde man den Vatikan von Rom in die neue Welt verlegen
01:12:04Der Papst
01:12:05Der Papst der Physik zieht um
01:12:07Die Vereinigten Staaten werden das Zentrum der Naturwissenschaften
01:12:12Haben Sie es nicht gelesen?
01:12:14In einem amerikanischen Blatt?
01:12:16Thank you, Mr. Hitler
01:12:19Die Vereinigten Staaten und England profitieren vom Exodus der deutschen Wissenschaft
01:12:30Ich sehe ihn auf zu den schwarzen Flecken abgeblassten Urlichts
01:12:37Mich erfasst ein Grauen
01:12:40Je weniger die Leute von der Physik verstehen, desto mehr philosophieren sie
01:12:45Wer sind wir denn?
01:12:47Ein Stäubchen auf einem Staubkorn, das durch den Kosmos werbent
01:12:51Ohne Sinn
01:12:51Nein, nein, mein Lieber
01:12:53Die Natur verdient nur Bewunderung
01:12:56Für Furcht gibt es keinen Grund
01:13:01Ich habe kaum Hoffnung
01:13:02Der Kampf ist verloren
01:13:06Wir werden sehen
01:13:48Wir werden sehen
01:14:20Untertitelung des ZDF, 2020
01:14:21Untertitelung des ZDF, 2020
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