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  • vor 22 Stunden
Das Kriminalmagazien aus Berlin

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Kurzfilme
Transkript
00:16Ja, schön, dass Sie bei uns sind an diesem Sonntagabend.
00:19Willkommen bei Täter-Opfer-Polizei.
00:21Wir bitten wiederum Ihre Hilfe bei der Aufklärung von Verbrechen in Berlin und Brandenburg.
00:25Seit fast 34 Jahren gibt es unser Fahndungsmagazin.
00:29Ich kann mich an keine Zeit erinnern, in der wir so häufig über Schießereien in Berlin berichtet haben,
00:34wie jetzt Schießereien, bei denen Menschen verletzt und auch getötet werden.
00:38Die Polizei ermittelt mit voller Kraft, aber die Verbrecher scheinen das nicht zu stören.
00:43Auch in dieser Woche ging es weiter.
00:47Wieder muss nach Patronenhülsen gesucht werden, mitten in Berlin, in Kreuzberg.
00:53Darum geht es auch in Wilmersdorf.
00:56Und in Schöneberg werden mit Warnkegeln Spuren markiert.
01:02Drei Tatorte innerhalb weniger Tage.
01:06Das Vorgehen der Täter ist überall gleich.
01:09Sie tauchen plötzlich auf und schiessen.
01:13Wollen ganz offensichtlich jemanden verletzen oder sogar töten.
01:17Dann verschwinden sie.
01:19So wie am 19. März.
01:22Originalbilder vom Polizeieinsatz in Kreuzberg.
01:25Nachdem hier ein 23-Jähriger mehrmals angeschossen wurde, werden Spuren gesucht und gesichert.
01:32Zu der Zeit ist das schwer verletzte Opfer schon im Krankenhaus.
01:38Am 21. März geht es weiter in Wilmersdorf.
01:42Einsatzkräfte sind wieder an einem Tatort, wo geschossen wurde.
01:46Das Opfer, ein ebenfalls 23-jähriger Mann, muss auch hier verletzt ins Krankenhaus gebracht werden.
01:53Kurz danach, in der Nacht zum 23. März, dann wieder ein Einsatz.
01:58Diesmal wird in Schöneberg nach Hinweisen gesucht.
02:00Dort, wo das weiße Tuch liegt, wurde ein 38-Jähriger angeschossen.
02:06Notärzte bringen ihn schwer verletzt ins Krankenhaus.
02:09Die Ermittlungen der Polizei zu den drei Anschlägen laufen auf Hochtouren und gehören inzwischen zu einer ganzen Reihe.
02:18Denn geschossen wurde in den letzten Wochen immer wieder auf Berlins Straßen aus Rache, um zu drohen oder um Konkurrenten
02:26auszuschalten.
02:29Wir treffen Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei und wollen von ihm wissen, welche Folgen die vielen Anschläge für
02:36Ermittler haben.
02:38Jedes weitere Verfahren, jeder weitere Einsatz, der landet dann natürlich auch auf dem Schreibtisch von unseren Kolleginnen und Kollegen, die
02:44ehrlicherweise gar nicht hinterherkommen.
02:45Das heißt nicht, dass unsere Kolleginnen und Kollegen die Arbeit einstellen.
02:48Die versuchen schon, Sachen aufzuklären, aber natürlich wünschen die sich auch, dass irgendwann mal wieder ein bisschen Ruhe einkehrt, dass
02:53nicht jeden Tag wieder ein neuer Fall bei ihnen auf den Tisch landet.
02:55In weit über 50 Fällen ermittelt die Polizei im Moment.
02:59Seit November letzten Jahres ist die besondere Einsatzgruppe Ferrum unterwegs.
03:04Fast jeden Tag gibt es zwar Durchsuchungen, werden Waffen beschlagnahmt oder Personen festgenommen.
03:11Aber trotzdem wird weiter geschossen.
03:13Ich glaube, keiner hat von Anfang an gedacht, wir machen jetzt mal eine besondere Aufbauorganisation, ziehen ganz viele Kollegen zusammen
03:19und dann ist das Ding morgen gegessen.
03:20So ein versuchtes Tötungsdelikt können sie nicht mal eben in 24 Stunden aufklären.
03:24Ja, das bedarf auch langwieriger Ermittlungen, gerade wenn wir über Strukturen reden, wo vielleicht mehrere Personen auch betroffen sind, wo
03:29vielleicht Taten auch mit zusammenhängen.
03:31Und das ist eine sehr akribische Arbeit, die da gebracht werden muss.
03:34Deshalb ist womöglich auch bei den aktuellen Anschlägen in Kreuzberg, Wilmersdorf und Schöneberg nicht unbedingt eine schnelle Aufklärung möglich.
03:44Denn?
03:45Wenn Sie dann Täter haben, die nicht mehr da sind und wenn Sie Betroffene haben, die auch nicht mit Ihnen
03:49reden, dann können Sie so einen Fall auch sehr schwer rekonstruieren.
03:52Für die Ermittler bedeutet das viele Puzzleteile, die sich oft nur mühsam oder auch gar nicht zusammensetzen lassen.
04:00Deshalb fordern sie Unterstützung.
04:02Die Politik muss hier schon nachjustieren. Wir haben sehr, sehr wenig Videoüberwachung in der Stadt beispielsweise.
04:07Wir haben sehr klare Grenzen für die Auswertung von Telekommunikationsüberwachungsaufnahmen beispielsweise.
04:13Und das behindert eben auch die Arbeit.
04:16Mehr Videoüberwachung wird Schüsse wohl nicht verhindern.
04:19Aber es würde Bilder von Tatverdächtigen geben, die bei der Fahndung helfen.
04:24Zu den drei aktuellen Anschlägen werden Bilder gesucht.
04:28Deshalb die Frage der Berliner Ermittler.
04:30Wer hat in Kreuzberg in der Gräfestrasse etwas aufgenommen, das mit den Schüssen am 19. März in Verbindung stehen könnte?
04:38Oder in Wilmersdorf in der Brandenburgischen Straße am 21. März?
04:44Hinweise werden auch zum Angriff in Schöneberg gesucht, in der Ebersstraße in der Nacht zum 23. März.
04:52Die Polizei bittet um ihre Mithilfe. Denn...
04:56Wenn wir die Protagonisten wegbekommen, weil sie beispielsweise verurteilt wurden für Schüsse, die sie abgegeben haben, dann kommen wir sicherlich
05:02ein Stück weiter.
05:04Sollten sie zu den Tätern etwas wissen, die bewaffnet wie aus dem Nichts auftauchen, schießen und wieder verschwinden,
05:11dann wenden sie sich bitte an die Berliner Polizei und nutzen dafür das Portal der Internetwache oder jede andere Polizeidienststelle.
05:25Es war im Mai des vergangenen Jahres, da haben wir hier von einem Fall berichtet, der viele Menschen in der
05:30Region damals sehr bewegt hat.
05:32So hier zum Beispiel so wenig Zeit für so wenig Leben, eine Botschaft der Trauer am Fundort eines toten Babys,
05:39das dort in Berlin-Neukölln zuvor entdeckt worden war.
05:42Nach Hinweisen und intensiven Ermittlungen gelang es der Polizei, die Mutter des Kindes zu finden.
05:46Und jetzt wurde in Berlin das Urteil gesprochen.
05:52Man muss eine Treppe hinauf im Landgericht, um dorthin zu kommen, wo sich eine junge Frau wegen Totschlags verantworten muss.
06:00Die Angeklagte will sich nicht zeigen, versteckt sich hinter ihrer Jacke.
06:06Sie kennt diese Bilder, die im Mai vergangenen Jahres aufgenommen wurden.
06:11An dem Ort, wo ihr totes Baby entdeckt wurde.
06:14Der Fund löste große Betroffenheit aus.
06:18Täter Opfer Polizei traf damals den ermittelnden Mordkommissar.
06:22Das Kind war komplett nackt, unbekleidet. Es befanden sich keinerlei Gegenstände bei dem Kind.
06:31Kriminaltechniker sichern damals in Berlin-Neukölln sorgfältig jede Spur, die bei der Aufklärung helfen könnte.
06:37Denn schnell ist klar, das Kind wurde getötet.
06:40Wir haben hier einen weiblichen Säugling vorgefunden, der komplett entwickelt war und insofern auch lebensfähig.
06:49Das haben die gerichtsmedizinischen Untersuchungen ergeben.
06:51Hier im Wohngebiet Gropiusstadt wurde das tote Baby gefunden.
06:56Hier starten im Mai 2025 die Ermittlungen und die öffentliche Suche nach Hinweisen.
07:03Die gibt es auch.
07:05Entscheidend ist laut der Gerichtsakten aber etwas anderes.
07:10Die DNA des Säuglings wurde untersucht und es wurde dann eine Teilüberstimmung festgestellt mit einem Mann,
07:18der sich dann später als der Vater herausstellte.
07:22Man ist zu der Wohnanschrift des Vaters des Säuglings gegangen und so sind die Ermittlungen ins Laufen gekommen.
07:31Die Ermittler treffen den Mann auch an, der wegen eines anderen Falls in der Polizeidatenbank vermerkt ist.
07:38Erstmal wird nur er wegen des toten Babys befragt.
07:42Kurz darauf stellt sich seine Freundin der Polizei, die Mutter des Kindes.
07:47Eine mittlerweile 26-jährige Frau, die in Indien, ihrem Heimatland, studiert hat und dann in der Ukraine weiter studieren wollte,
07:59dann aber wegen des Krieges nach Deutschland kommen musste und hier einen Asylantrag gestellt hat.
08:07Es ist die Frau, die sich hinter der Jacke versteckt und die sich seit Januar vor dem Landgericht Berlin verantworten
08:13musste.
08:15Sie bestreitet nicht, in der Wohnung ihres Freundes das Kind geboren zu haben, wohl aber die Tötung des Säuglings.
08:22Die Angeklagte selbst hat angegeben, das Baby sei nicht lebensfähig gewesen,
08:28es sei mit einem blauen Gesicht zur Welt gekommen und habe nicht geatmet.
08:33Nur weil das Kind schon tot war, so erklärt es die Angeklagte, habe sie den Körper genommen
08:40und dann anschließend in eine Decke gewickelt und in einen Schuhkarton gepackt und dann verscharrt.
08:49Allerdings so oberflächlich, dass vermutlich Tiere den Leichnam dann ausgebuddelt haben
08:55und dann verschleppt haben, dass der Säugling der Tote dann gefunden wurde.
09:02Im Prozess geht es darum, ob die Aussage der Angeklagten stimmen kann.
09:06Sie habe das Kind nicht getötet.
09:10Hier wurden mehrere Sachverständige gehört, unter anderem ein Geburtsmediziner,
09:17Rechtsmediziner, ein Neuropathologe und ein Toxikologe.
09:20Und die sind zu dem Ergebnis gekommen, dass das Baby atmen konnte und dass die Atemwege dann aber versperrt wurden.
09:30Das heißt, die Frau soll laut Anklage ihr Kind erstickt haben.
09:35Und die Tötung, das Wegbringen und Verscharren sollen keine Kurzschlussreaktion gewesen sein.
09:42Es waren keinerlei Vorkehrungen getroffen worden, um ein Kind willkommen zu heißen.
09:49Keine Windeln, keine Wickelkommode, keine Flaschen Nahrung.
09:54Sodass davon auszugehen ist, dass sie schon vorher geplant hatte, das Kind umzubringen nach der Geburt.
10:01Doch was ist mit ihrem Freund, dem Kindsvater?
10:06Hat der Mann etwas mit der Tötung des Babys zu tun?
10:10Die Hauptverhandlungen hat ergeben, dass der Kindsvater großen Druck auf die Angeklagte ausgeübt hat.
10:18Und die auch immer wieder gesagt hat, wenn du das Kind nicht wegmachst, dann möchte ich nichts mehr von dir
10:23wissen.
10:24Aber der Mann wird bis zum Schluss nur als Zeuge befragt, nicht als Mittäter.
10:32Im Prozess heißt es, die Frau soll allein das Kind entbunden und für sich entsorgt haben.
10:38Deshalb wird nur sie verurteilt.
10:41Das Gericht hat die Angeklagte wegen Totschlags verurteilt.
10:45Und zwar hat sie eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren verhängt, die Kammer.
10:50Damit gibt es nun ein Urteil.
10:53Ein Urteil nach dem gewaltsamen Tod eines kleinen Mädchens, das nicht leben durfte.
11:01Noch ist nicht klar, ob es bei dem Urteil bleibt.
11:03Die Angeklagte hat Revision eingelegt.
11:05Nun muss der Bundesgerichtshof entscheiden.
11:07Aber falls auch Sie wie ich das Gefühl haben, der Vater kann auch nicht so einfach davon kommen,
11:12er hat doch auch eine Verantwortung.
11:13Gegen ihn wird weiter ermittelt.
11:20In der Fahndung Kompakt heute sucht die Polizei Brandenburg nach einem Mann und einer Frau.
11:24Ein Paar, das offenbar großen Kaffeedurst hat.
11:27Denn sie waren gleich an zwei Tagen hintereinander im selben Supermarkt
11:31und haben größere Mengen Kaffee gestohlen, jeweils einen Einkaufswagen voll.
11:36Wir schauen zunächst mal auf den Tatort.
11:40Der liegt nördlich von Berlin in Oranienburg.
11:43Das Ziel der Täter, ein Einkaufsmarkt in der Sachsenhausener Straße.
11:46Die Tat zahlt der 6. und der 7. August des vergangenen Jahres.
11:50An beiden Tagen tauchten sie am frühen Abend im Laden auf
11:54und fuhren dann mit dem Einkaufswagen voller Kaffee ohne zu bezahlen auf den Parkplatz.
12:00Hier verluden sie ihre Beute in einem dunklen Kombi und verschwanden.
12:05Das sind die beiden Besuchten im Geschäft.
12:08Die Frau hat jeweils die Eingangsschleuse geöffnet
12:10und ihren Komplizen dann am Kassenbereich quasi vorbeigeschleust.
12:14Sie hat langes, schwarzes Haar und war recht sportlich angezogen mit Kapuzenjacke und Trainingshose.
12:22Beim Mann fällt der dunkle Vollbart auf und das graue Basecap.
12:25Markant auch das weiße T-Shirt mit dem dunklen Streifen an den Ärmel.
12:31Wo sind die beiden Verdächtigen noch gesehen worden?
12:33Wem kommen sie bekannt vor?
12:35Und wer weiß etwas über den Fluchtwagen?
12:38Einen dunklen Kombi.
12:39Ihre Hinweise dazu bitte an die Polizeiinspektion Oberhavel unter Vorweil-Oranienburg 03301
12:47und dann die 8510 oder an jede andere Polizeidienststelle.
12:55Wenn Verbrecher von Luxus träumen, dann gibt es eigentlich für sie nur zwei Wege.
12:59Die einen ziehen los und erbeuten viel Geld, wo und wie auch immer.
13:03Die anderen sagen sich, Luxus, das geht auch ohne Geld.
13:07Alles nur eine Frage der inneren Haltung und der Ausstrahlung, so wie im Cartoon heute.
13:12Fünf Sterne für den Staatsanwalt oder wer hochstapelt, kann tief fallen.
13:18Julian weiß, dass er überzeugen kann.
13:22Für ihn ein Kinderspiel.
13:23Wenn er etwas will, findet er die richtigen Worte, das richtige Outfit.
13:28So ist es auch, als er eines schönen Tages von einer großen Stadt in eine andere reisen will.
13:34Nur Oberluxus kommt da in Frage.
13:36Ein Hotel mit Limousinen-Service.
13:39Nach der fröhlichen Limofahrt wird er beim Einchecken diskret ums Bezahlen gebeten.
13:44Julian kontert mit einem Geheimnis.
13:47Es gehe um einen Heiratsantrag und Heimlichkeit.
13:51Und deshalb wird erst später bezahlt.
13:53Seine überzeugende Art überzeugt restlos.
13:57Eine Woche lang macht Julian dann auf Nobelmann, der alles später bezahlen wird.
14:02Als die Hotel-Nachfragen dringlicher werden, checkt er lieber unauffällig aus.
14:07Und kurz danach anderswo wieder ein.
14:10Mit derselben Geschichte und mit demselben Erfolg.
14:14Diesmal nutzt er nur einen anderen Namen.
14:16Aber auch als Maximilian gelingt es ihm ohne Probleme, als Mann von Welt die Zahlungsbitten wegzuschieben.
14:23Für den Shampus, die Suite und all dem, was dazugehört.
14:28Und schließlich ohne zu bezahlen, zu verschwinden.
14:31Kurz danach taucht er noch als Bastian, Fabian und Marian in anderen Hotels auf.
14:37Überzeugend wie immer.
14:39Bis zu jenem Tag, als es an seine Zimmertür klopft und die Polizei davor steht.
14:45Vor Gericht entschuldigt er sich als Julian.
14:48Ja, es wurde zu einer Masche.
14:52Überzeugend findet das der Richter nicht.
14:54Und sorgt für eine staatliche Unterkunft.
14:58Ja, das ohne Zimmerservice und Champagner.
15:02Julian muss ins Gefängnis und zwar für zwei Jahre und zwei Monate wegen Betrugs- und Urkundenfälschung.
15:07War bereits vorbestraft wegen anderer Delikte.
15:10Damals nur auf Bewährung.
15:12Jetzt also die Suite hinter Gittern.
15:15In der nächsten Fahndung heute, und das passiert recht selten, können wir ganz genau beobachten, wie die Tat ablief und
15:21was der Einbrecher alles versucht hat, um an die Beute zu kommen.
15:24Denn es gibt sehr gutes Videomaterial.
15:27Der Tatort, ein Backshop in der Nähe des S-Bahn-Hofs Storkower Straße in Berlin.
15:34Um 5.19 Uhr erfasst ihn eine Überwachungskamera zum ersten Mal.
15:39Er dreht extra sein Basecap, um besser in den Laden sehen zu können.
15:44Überzeugt sich wohl davon, dass dort niemand ist.
15:46Und verschwindet dann.
15:49Um 5.20 Uhr dann diese Bilder.
15:53Alles vibriert.
15:54Eine starke Erschütterung.
15:56Und das nirgends.
15:57Was nicht zu sehen ist, der Mann will die Eingangstür eintreten.
16:02Beim dritten Anlauf klappt es.
16:06Doch erst um 5.30 Uhr, also 10 Minuten später, zwängt sich der Mann mit der Maske ins Geschäft.
16:12Versucht die Tür weiter aufzuschieben und macht sich dann an die Arbeit.
16:17Er will die Kasse aufbrechen und weiß offenbar genau, wo sie sich befindet.
16:23Weil er nichts zum Aufbrechen dabei hat, setzt er auf seine Kraft.
16:28Doch es ist schwieriger als gedacht.
16:30Immer und immer wieder versucht er es, auch mit maximalem Körpereinsatz.
16:36Die Kasse lässt sich trotzdem nicht öffnen.
16:39Letztendlich gibt der Mann nach ein paar Minuten auf und verschwindet erstmal wieder.
16:46Er wird aber wiederkommen.
16:49Dieses Mal hat er einen Tretroller dabei.
16:53Um 5.56 Uhr, also 26 Minuten nach dem ersten Einbruch, taucht er erneut im Kamerabereich auf.
17:01Und die Aufnahmen zeigen, warum er den Tretroller dabei hat.
17:06Er nutzt Teile davon als Werkzeug.
17:08Aber auch das funktioniert offenbar nicht so, wie gedacht.
17:13Doch so schnell gibt der Mann nicht auf.
17:16Er durchsucht die Schubladen im Geschäft und findet eine Kombizange.
17:21Dann folgt intensive Hebelarbeit.
17:25Tatsächlich kommt er dann ans Ziel, an das Geld in der Kasse.
17:29Er greift sich die Scheine.
17:34Die Münzen schüttet er sorgsam in eine Tüte.
17:38Danach inspiziert er noch einmal gründlich und in aller Ruhe den gesamten Laden.
17:43Kurz vorm Verschwinden greift er sich mehrere Energydrink-Dosen und verlässt um 6.05 Uhr endgültig den Backshop.
17:54Doch wer ist dieser Mann? Erkennt ihn jemand trotz Maske?
18:00Der Tatort befindet sich in Berlin, im Osten der Stadt, in der Nähe vom S-Bahnhof Storkower Straße.
18:07In der Hermann-Blankenstein-Straße, direkt am Parkplatz neben Kaufland, wurde in den Backshop im Juli 2023 eingebrochen.
18:16Nach dem Mann wird weiterhin gesucht, der offensichtlich genau weiß, wie man Körperkraft einsetzen kann.
18:23Wenn Sie etwas über ihn wissen und weiterhelfen können, richten Sie Ihre Hinweise bitte an die Polizei Berlin unter dieser
18:31Adresse.
18:33Wer in diesen Tagen an die Preistafeln deutscher Tankstellen schaut, der ärgert sich.
18:38Nicht nur, dass jetzt überall die 2 vor dem Komma steht, nein, ungewöhnlich ist auch, dass Diesel inzwischen deutlich mehr
18:44kostet als Benzin.
18:46Normalerweise ist das ja umgekehrt. Aber der Krieg im Nahen Osten wirbelt auch hier einiges durcheinander.
18:51Kein Wunder, dass jetzt gerade Diesel bei Treibstoffdieben besonders gefragt ist.
18:58Ihr Ziel haben sie vor Augen. Die riesigen Dieseltanks von Transportern. So wie jetzt am Donnerstag in Cottbus.
19:07Dort tauchen wahrscheinlich mehrere Täter an einer Baustelle auf, knacken erst Sicherungen und beginnen dann Kraftstoff umzufüllen.
19:15Für den Abtransport müssen die Liebe selbst mit einem Auto unterwegs sein, denn sie brauchen große Behälter für hunderte Liter
19:23gestohlenen Diesel.
19:26Der Tatort liegt im Südosten Brandenburgs in Cottbus. Die Dieseldiebe tauchen dort im Ortsteil Karren auf, in der Nacht zum
19:34Donnerstag.
19:36Vielleicht hat jemand in der Karrener Dorfstraße etwas gesehen, das mit den Tätern oder ihrem Fahrzeug zu tun haben könnte.
19:44Sie hinterlassen einen Schaden von mehreren Tausend Euro.
19:48Die Ermittlungen der Polizei laufen auch in Richtung organisierte Kriminalität, denn vom Kraftstoffdiebstahl sind viele Unternehmen betroffen.
19:57So Eberhard Tief vom Fachverband für Güterverkehr.
20:01Hier kennt man das Vorgehen der Täter.
20:04Gerade im Bereich der organisierten Kriminalität werden mögliche Tatorte vorher ausgekundschaftet.
20:10Man schaut also, wo steht wer, wann, zu welchen Zeiten.
20:14Dann werden diese Tatorte vorher wirklich genau inspiziert und dann mit dem das taktische Vorgehen dann festgelegt.
20:20Also wer geht ans Fahrzeug ran, wer öffnet eben den Tankbehälter, wer pumpt ab, wer verbringt die Kanister, kommen die
20:27in Transporte, wo gehen sie dann hin.
20:28Also eine richtige logistische Kette wird aufgebaut.
20:32Darauf deuten auch die Spuren hin beim Diebstahl in Cottbus.
20:35Denn hier verschwinden gleich mehrere hundert Liter.
20:39Der Fall ist einer von vielem.
20:41Auch in Schwarzheide, Teltow und Rathenow wurde gestohlen.
20:45So wie in Potsdam und Neuruppin.
20:47In den letzten Wochen gab es Dutzende Anzeigen von Betroffenen in Berlin und Brandenburg.
20:54Dabei geht es oft um LKWs und Baumaschinen, weil die bis zu 1500 Liter Kraftstoff fassen.
21:01Aber auch vor Landmaschinen oder PKWs machen Dieseldiebe nicht halt.
21:08Inzwischen gab es einige Festnahmen, wie diese Polizeibilder zeigen.
21:13Sichergestellt wurden auch umgebaute Fahrzeuge.
21:16Gut zu erkennen, die Abpumpvorrichtung für den Kraftstoff.
21:20Gefunden wurde auch die zurückgelassene Ausrüstung von Dieben.
21:24Deshalb weiß man mehr zu den Tätergruppen.
21:27Also das reicht wirklich vom Kleinganoven, der das klaut für den Eigenbedarf.
21:32Und geht hin bis zu wirklich organisierten Strukturen,
21:35die dann auch das erworbene Diebesgut, den Diesel, in großem Stil am freien Markt dann wieder verhökern.
21:43So werden wahrscheinlich auch die Dieseldiebe von Cottbus versuchen, den gestohlenen Kraftstoff zu verkaufen.
21:48Deshalb die Frage der Ermittler.
21:51Wem ist Diesel außerhalb von Tankstellen angeboten worden?
21:55Seit vergangenen Donnerstag oder davor?
21:58Denn mit Beginn des Krieges im Nahen Osten vor vier Wochen,
22:02mit den Bildern von brennenden Ölanlagen und steigenden Kraftstoffpreisen,
22:07wird auch hier in der Region wieder mehr Kraftstoff gestohlen.
22:11Wie kann man sich vor Dieseldieben schützen?
22:13Abends die Fahrzeuge nicht mehr vollbetankt abstellen.
22:16Das heißt also, da ist eben nichts drin im Tank.
22:18Zweitens die Abstellorte so zu wählen, dass sie es potenziellen Tätern schwer machen,
22:24dort eben zuzuschlagen.
22:26Also eben beleuchtete Abstellflächen, bewachte, geschützte, geschlossene Abstellflächen.
22:32Dann natürlich aber eben auch entsprechende Sicherungsmittel am Tankdeckel selber,
22:36die zum Beispiel durch akustische Lichteffekte, die beim Berühren oder Öffnen des Tankes,
22:41zumindest bei dessen Versuch, eben dann anschlagen und Potenzialität vor der Tat eben abschränken.
22:47Außerdem können solche Aufkleber helfen.
22:51Denn Biodiesel ist bei Kriminellen unbeliebt.
22:54Er lässt sich schlecht weiterverkaufen.
22:56Jeder Berliner und Brandenburger kann Dieseldieben das Leben schwer machen.
23:00Wenn ich da an Fahrzeugen, ich sag mal zu Tageszeiten, wo man normalerweise schläft,
23:07ich sag mal Gestalten im Drumlaufen sehe, die sie an einem LKW zu schaffen machen,
23:12dann ist das in der Regel ein Hinweis, da könnte was passieren.
23:15Es gibt die 110 Benachrichtigung der Polizei.
23:19Auch hier in Cottbus könnte jemandem etwas aufgefallen sein.
23:23In der Nacht vom 25. zum 26. März haben die Täter hier hunderte Liter Kraftstoff gestohlen.
23:30Wenn Sie Hinweise zu dem Fall haben, melden Sie sich bei der Polizeiinspektion Cottbus
23:36unter der Telefonnummer 0355 49 37 12 24.
23:45Vermutlich erleben wir gerade erst den Anfang einer neuen Welle von Treibstoffdiebstählen,
23:49weil die Preise so schnell nicht sinken werden.
23:51Prävention ist also wichtig und eben schnell reagieren, wenn man etwas Verdächtiges beobachtet.
23:56Das war es fast für heute. Jetzt noch unser Blick zurück auf die anderen Fahndungsfälle an diesem Sonntag.
24:02Hier ganz kompakt alles Wichtige.
24:08Spuren werden gesichert in Berlin-Kreuzberg, in Wilmersdorf und auch in Schöneberg.
24:14An allen Tatorten wurde geschossen und wurden Menschen verletzt.
24:17Wer sind die Täter?
24:20Gefahndet wird auch nach diesem Paar.
24:22Die Fotos werden in Oranienburg aufgenommen, wo in einem Supermarkt mehrmals Kaffee gestohlen wird.
24:27Diese beiden werden nun gesucht. Erkennt sie jemand?
24:31Und Dieseldiebe tauchen überall dort auf, wo Lkw oder Baumaschinen stehen.
24:36Sicherungen werden geknackt und Kraftstoff abgepumpt.
24:39So wie im Cottbus im Ortsteil Karen in der Nacht zum Donnerstag.
24:43Hat die Täter jemand beobachtet? Wer weiß etwas zu den Dieseldieben?
24:48Also wenn Sie helfen können, dann jederzeit gern per Telefon, per E-Mail oder über die Online-Wache der Polizei.
24:54Alles Wichtige dazu. Und zur gesamten Sendung finden Sie ebenfalls im Netz auf unserer Täter-Opfer-Polizei-Fahndungsseite.
25:01Danke fürs Zuschauen. Unsere nächste Sendung gibt es diesmal erst in zwei Wochen nach dem Osterfest.
25:07Wieder am Sonntag um 19 Uhr. Bis dahin alles Gute.
25:10Und egal wo und wie Sie die nächsten Tage verbringen werden, achten Sie auf Ihr Handgepäck und gern auch auf
25:15unsere neue Podcast-Folge.
25:17Die ist ab heute online.
25:23Im Visier. Verbrecherjagd in Berlin und Brandenburg. Das ist der rbb-Crime-Podcast.
25:31Elvira Siebert und Uwe Madl beleuchten wahre Kriminalfälle aus der Region und deren Hintergründe.
25:37Dafür geht es nach Berlin, in den Süden der Stadt, nach Müggelheim.
25:41Dort ruft ein Mann im November 2016 die Polizei an und erklärt, seine Schwiegermutter sei überfallen worden.
25:48Die Rettungskräfte können ihr aber nicht mehr helfen. Die Frau stirbt.
25:53Eine Mordkommission sucht nun nach einem Täter.
25:56Bei den Ermittlungen stößt man aber auf ein weiteres Verbrechen.
26:00Wie das Institut für Rechtsmedizin einen Mord ohne Leiche nachweisen konnte
26:04und warum der Anrufer zum Schluss der Mann ist, der vor Gericht steht und als Doppelmörder angeklagt wird,
26:11erfahren Sie im Podcast Im Visier. Zu finden in der ARD Sounds App und überall, wo es Podcasts gibt.
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