- vor 13 Stunden
ein Millionen Euro Belohnung für Hinweise auf Vulkan
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00:00Willkommen an diesem Sonntagabend. Schön, dass Sie bei uns sind.
00:19Die Polizei hofft wieder auf ihre Hilfe bei der Aufklärung von Verbrechen in Berlin und Brandenburg.
00:25Genau diese Hoffnung auf Hilfe wurde in dieser Woche mit sehr viel Geld verknüpft.
00:28Zum allerersten Mal in der deutschen Nachkriegsgeschichte wurde eine Belohnung in Höhe von einer Million Euro ausgesetzt.
00:35Es geht um Hinweise, die Hälften sollen den Brandanschlag auf das Stromnetz in Berlin Anfang des Jahres aufzuklären.
00:42Die Zahl ist beeindruckend und an vielen Orten in Berlin und Brandenburg jetzt zu sehen.
00:48Eine Million Euro Belohnung gibt es für Hinweise.
00:52Denn nach dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz am 3. Januar fehlt noch jede Spur zu den Tätern.
00:58Für die Fahndung bittet jetzt sogar der Bundesinnenminister um Unterstützung.
01:04Das BKA hat entsprechend Personal zur Verfügung gestellt mit einer Ermittlungsgruppe,
01:11die dann auch in der Lage ist, alle eingehenden Hinweise aufzunehmen, 24-7 zur Verfügung zu stehen.
01:18Fest steht bisher nur, die Täter kommen an jenem Samstag in den frühen Morgenstunden,
01:25verschaffen sich Zugang zu einer Kabelbrücke am Kraftwerk Lichterfelde.
01:30Sie wissen offenbar ganz genau, wo sie die Stromkabel anzünden können.
01:34Ein Originalbild vom 3. Januar zeigt, wie das Feuer gegen 6 Uhr noch brennt.
01:43Die Täter sind da schon spurlos verschwunden.
01:45Der Schaden, den sie hinterlassen, der bisher längste Stromausfall der Berliner Nachkriegsgeschichte.
01:52Wenn, dann gibt es nur Notlichter.
01:53Sie alle haben noch in Erinnerung, dass 45.000 Haushalte, deutlich mehr als 100.000 Personen,
02:02tausende Gewerbe, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen in Berlin mehrere Tage vom Strom und von der Wärme abgeschnitten waren.
02:15Und das bei Minusgraden. Der Berliner Südwesten blieb fast fünf Tage lang dunkel und kalt. Einige Reaktionen.
02:23Ich habe wirklich Angst gekriegt in dem Moment.
02:25Man merkt mal, wie abhängig man vom Strom ist.
02:27Zum Glück haben meine Hörgeräte aufgeladen. Die funktionieren noch.
02:31Nichts funktioniert in der Wohnung, die Heizung nicht. Das Einzige funktioniert, ist die Toilette.
02:36Rund um die Uhr sind Techniker und Experten dann tagelang im Einsatz, um die Stromversorgung wiederherzustellen.
02:43In der Zeit gibt es die ersten Bekennerschreiben im Internet.
02:49Urheber ist offenbar die sogenannte Vulkan-Gruppe, die kurz nach dem Anschlag schreibt.
02:55Die Kabelbrücke, die vom Kraftwerk Lichterfelde über den Teltowkanal geführt wird, haben wir zur Seite der Grünanlagen hin in Brand gesetzt.
03:05Das bislang letzte Schreiben ist vom 12. Januar. In dem wird beschrieben, wie sie sich Zugang verschafft haben.
03:13Wir haben die Wartungstür an der Seite der Brücke schlichtweg aufgehebelt.
03:21Die Täter werden vom Verfassungsschutz dem linksextremistischen Spektrum zugeordnet.
03:27Seit 2011 werden ihnen mehrere Brandanschläge in der Region zugeschrieben.
03:32So wie diese Bilder zeigen, im September vergangenen Jahres sichern Kriminalisten Spuren an einem Strommast, der in Brand gesetzt worden war.
03:42Die Folge auch hier, tagelang keine Energie für Haushalte und Unternehmen.
03:47Und diese Aufnahme wurde in Brandenburg im März gemacht, wieder nach einer Brandstiftung.
03:52Doch wer sind diese Personen, die bereit sind, solche Millionenschäden zu verursachen?
03:58So wie jetzt am 3. Januar.
04:00Der Tatort liegt im Berliner Südwesten im Bezirk Lichterfelde.
04:04Hier am Teltowkanal an der Kabelbrücke zum Kraftwerk wurde Feuer gelegt am frühen Morgen.
04:10Die Brandmeldung kam gegen 6 Uhr.
04:12Hat jemand davor dort verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen oder ungewöhnliche Beobachtungen gemacht?
04:19Meine Bitte an die Öffentlichkeit ist, daran mitzuwirken.
04:24Dass wir diese Täter, die hier über 100.000 Menschen in Mitleidenschaft gezogen haben, in Berlin zur Rechenschaft zu ziehen.
04:32Ich finde es durchaus angemessen, dass man auch mit einer Belohnung in dieser Größenordnung deutlich macht, wie ernst die Situation an der Stelle ist.
04:42Bis zu einer Million Euro gibt es für entscheidende Hinweise.
04:47Ihre Mithilfe ist nun gefragt.
04:50Wenn Sie etwas zu den Anschlägen oder Tätern wissen sollten, wenden Sie sich bitte an das Bundeskriminalamt unter der Nummer 0800 01 30 110.
05:08Öffentlichkeitsverhandlung hilft bei der Aufklärung von Verbrechen.
05:10Ihre Hinweise helfen, Täter zu finden und am Ende auch vor Gericht zu bringen.
05:14Das zeigt sich jedes Mal, wenn wir nachfragen, was aus unseren Fällen hier in der Sendung geworden ist.
05:19Das tun wir auch heute wieder.
05:21Unser Nachgefragt beginnt diesmal mit einem Fahndungserfolg der Polizei Berlin.
05:28Denn in Berlin konnte ein 29-jähriger Mann festgenommen werden,
05:32dem mehrfacher Betrug mit Wohnungsanzeigen vorgeworfen wird.
05:35Täter-Opfer-Polizei hat mehrmals über diese Masche berichtet.
05:40Betrüger nutzen Fotos von echten Ferienwohnungen wie diese zum Beispiel für Inserate im Internet und in den sozialen Medien.
05:48Dort wird die Wohnung vermeintlich zur Dauermiete angeboten und dann werden oft Besichtigungen vereinbart.
05:54Interessenten bekommen im Anschluss sogar einen Mietvertrag, sollen aber dafür vorab eine Kaution zahlen, oft über mehrere tausend Euro.
06:04Ist das Geld überwiesen, wird das Konto leergeräumt und abgemeldet.
06:09Das Opfer hat zum Schluss Geld verloren und keine neue Wohnung.
06:12Durch Hinweise und Ermittlungen kam man auf den 29-Jährigen, der sich nun in Untersuchungshaft befindet.
06:20Ihm werden mindestens sieben Betrugstaten vorgeworfen.
06:24Die Polizei warnt aber ausdrücklich, es sind weiterhin Betrüger aktiv, die die Wohnungsnot ausnutzen und mit falschen Inseraten Opfer anlocken und dann abzocken.
06:34Hinweise haben dabei geholfen, dass hier im Landgericht Berlin jetzt ein Prozess läuft, bei dem es um den Geldtransportüberfall in Berlin-Marzahn geht.
06:47Die Bilder vom 23. März 2025 zeigen unter anderem einen zurückgelassenen Wagen der Täter und den Geldtransporter, auf den geschossen wurde.
06:59Kurz danach war klar, dass mehrere bewaffnete Personen an dem Überfall beteiligt waren.
07:04Und dass der Transporter mit einem Trick zum Stehen gebracht wurde, so die Staatsanwaltschaft Berlin.
07:11Es wird derzeit davon ausgegangen, dass sich die Täter als Zivilbeamte der Polizei ausgegeben haben.
07:17Also dass sie sind mit einem Blaulicht anscheinend rangefahren an das Fahrzeug, sodass die Geldtransporterfahrer dachten, es sei die Polizei.
07:25In Wahrheit waren es die Täter, die sich hier falsch als Polizeibeamte ausgegeben haben sollen.
07:30Die Täter konnten anschließend über zwei Millionen Euro aus dem Transporter stehlen und damit verschwinden.
07:38Seitdem wurde nach ihnen gesucht, auch bei Täter-Opfer-Polizei.
07:41Nach Hinweisen und weiteren Ermittlungen gab es dann im Juni vergangenen Jahres durch Spezialkräfte der Polizei die Verhaftungen von vier Tatverdächtigen im Alter zwischen 20 und 26 Jahren,
07:56die sich seitdem in Untersuchungshaft befinden.
07:58Die vier müssen sich nun hier vor dem Landgericht Berlin verantworten.
08:04Ihnen wird nicht nur schwerer Raub vorgeworfen, sondern auch versuchter Mord.
08:09Trotz des Prozesses läuft die Suche nach weiteren Tatverdächtigen weiter.
08:13Gesucht werden auch noch diese beiden Männer, die für Autoeinbrüche verantwortlich sein sollen.
08:22Die Bilder wurden im Sommer in Frankfurt-Oder aufgenommen und zeigen die beiden, wie sie auf dem Weg zum Tatort sind, in der Heilbronner Straße.
08:30Dort wird ein Transporter aufgebrochen, in dem ein Fahrrad und ein E-Scooter liegen.
08:38Es wird intensiv versucht, beide Geräte aus dem Transporter zu holen, wie diese Originalfotos vom Tatort zeigen.
08:46Wegen des Einbruch-Alarms müssen die Männer jedoch flüchten und können nur den E-Scooter mitnehmen.
08:52Auch das wird mit Bildern einer Überwachungskamera festgehalten.
08:56Wer erkennt die beiden und weiß, wo sie sich aufhalten?
09:00Ermittler halten es für sehr wahrscheinlich, dass sie es inzwischen wieder versucht haben, Fahrzeuge aufzubrechen.
09:06Womöglich sind die beiden dabei beobachtet worden.
09:11Es ist ein beliebtes Hobby vieler Menschen jenseits der 50 herauszufinden, wo man genau herkommt, was die Vorfahren gemacht haben und wer dazugehört.
09:20Diese Ahnenforschung kann großen Spaß machen, vor allem wenn die eigene Geschichte anhand von Originaldokumenten belegt werden kann.
09:27Doch unser Cartoon heute zeigt, Vorsicht vor Übereifer, denn der kann böse enden.
09:32Forscher ohne Grenzen oder aus unseren Archiven ist noch viel mehr herauszuholen.
09:36Dieter ist nicht von gestern, mag aber alles, was mit Vergangenheit zu tun hat.
09:44Ganz besonders angetan ist er von Familiengeschichten, die weit zurückreichen und sich schön erforschen lassen.
09:50Deshalb gehört er im Landesarchiv auch schon beinahe zum Inventar.
09:56Dieter kommt so ohne Probleme sogar an ganz seltene, besonders schöne Stücke, die kaum jemand zu Gesicht bekommt.
10:03Wie herrlich!
10:04So herrlich, dass er irgendwann seine guten Archivmanieren vergisst und ein besonders schönes Teil einfach einsteckt.
10:12Niemand merkt das.
10:14Und Dieter wird mutiger.
10:16Urkunden, Briefe, amtliche Dokumente nimmt er an sich, um den Hauch des Vergangenen auch zu Hause zu haben.
10:22Damit sein Geschichtsberg wachsen kann, greift er auf moderne Technik zurück.
10:27Er kopiert im Archiv die herrlichen Stücke und gibt die Kopie zurück.
10:31So kommt ihm tatsächlich lange niemand auf die Schläche und er kann sich zu Hause ganz in die alten Jahrhunderte fallen lassen.
10:39Bis zu jenem Tag, als im Archiv doch mal jemand genauer hinschaut und feststellt, das Echte ist nicht mehr das Echte.
10:48Ein Blick in die Ausleihstatistik weist den Weg zu Dieter.
10:52Der bekommt kurz darauf Besuch, der sich ganz genau bei ihm umschaut und schnell auf seine Beutestücke stößt.
10:58Vor Gericht erklärt Dieter, ich war etwas zu motiviert und hofft auf die Milde des Richters.
11:05Der schaut nochmal an, was Dieter da alles gehortet hat und setzt dem Forscherdrang erstmal ein Ende.
11:11Samt neuer Urkunde und Siegel.
11:14Der Milde wurde Dieter zu neun Monaten Gefängnis verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurden.
11:21Das heißt, er muss nicht in Haft, aber er muss eine Geldstrafe zahlen in Höhe von 2500 Euro.
11:27Je zur Hälfte eine Justizkasse und einen gemeinnützigen Verein.
11:31Und, das wird ihm am meisten Schmerzen, er bekommt Hausverbot im Archiv.
11:36In der Fahnenkompakt heute sucht die Polizei Brandenburg nach zwei Männern.
11:43Sie haben im Haveland einen Supermarktmitarbeiter niedergeschlagen, nachdem er sie beim Ladendiebstahl erwischt hatte.
11:49Es gibt gute Fotos der Verdächtigen, aber wir schauen zunächst mal, wo das alles passiert ist.
11:54Wir sind hier westlich von Berlin im Haveland und ganz genau in Brieselang.
12:01Dort tauchten die Täter im vergangenen Jahr auf, und zwar am 20. Juni, einem Freitag.
12:07Der Tatort war dieser Supermarkt in der Hasslacher Straße.
12:10Die Tatzeit etwa 16.30 Uhr.
12:15Das ist ein Verdächtiger im Laden.
12:16Seine Aufgabe war es offenbar, die Mitarbeiter zu beobachten und seinen Komplizen quasi zu schützen.
12:22Und das ist der Komplize.
12:25Er füllte nach und nach den Einkaufswagen und tarnte alles mit Toilettenpapier.
12:31Als er draußen auf dem Parkplatz von einem Mitarbeiter gestellt wurde, sprang der andere Verdächtige hinzu und schlug den Mitarbeiter nieder.
12:39Wer kennt diese Männer, die dann fliehen konnten?
12:42Der Mann mit dem Wagen trug ein weißes T-Shirt.
12:46Er hat dunkles Haar, einen dunklen Vollbart und wirkt recht schlank und sportlich.
12:52Sein Beschützer, sein Aufpasser ist dagegen etwas dicklich.
12:55Auffällig bei ihm das schwarze T-Shirt der englischen Luxusmarke Burberry.
13:00An der linken Hand ist ein goldenes Armband und ein goldener Ring zu erkennen.
13:04Er hat schwarzes Haar und ebenfalls einen Vollbart.
13:08Wo sind die Männer noch gesehen worden?
13:11Die Aufnahmen entstanden im vergangenen Sommer.
13:14Ihre Hinweise dazu bitte an die Polizeiinspektion Haveland.
13:19Unter Vorwahl Falkensee 03322 und an die 2750 oder an jede andere Polizeidienststelle.
13:28Am nächsten Fahndungsbeitrag hat sich ein Ladendieb den Weg freigekämpft, diesmal sogar den Weg zur Beute.
13:37Der Tatort, ein Optiker in Berlin-Steglitz.
13:39Alles begann ganz friedlich mit einem Sehtest, doch der war offenbar nur ein Vorwand.
13:44Immerhin, auch an diesem Fall gibt es Fotos des Täters.
13:47Der Bart fällt auf bei dem Mann, der für einen Überfall verantwortlich gemacht wird.
13:55Und auch sein Rucksack bleibt einem im Gedächtnis.
13:59Die Polizei fahndet nach dem Mann, der bereit ist, sein Opfer auch zu verletzen.
14:05Der Täter hat, noch bevor er sich die Beute sichern konnte, Gewalt angewendet.
14:10Deswegen ermitteln wir hier wegen eines Raubes und nicht eben nur wegen eines Diebstahls.
14:14Es passiert an einem Mittwochnachmittag.
14:19Der Mann mit dem auffälligen Rucksack taucht bei einem Optiker in Steglitz auf
14:22und bittet erst mal ganz harmlos um einen kostenlosen Sehtest.
14:28Den brauche er für den Führerschein, erklärt er.
14:32Eine Angestellte kümmert sich um ihn.
14:35Der Sehtest dauert dann ein paar Minuten.
14:38Am Ende ist klar, der Mann besteht den Test nicht.
14:41Deshalb empfiehlt ihm die Angestellte, unbedingt einen Augenarzt aufzusuchen.
14:48Beim Hinausgehen interessiert sich der Unbekannte noch sehr für teure Sonnenbrillen,
14:52speziell der Marke Prada.
14:56Mehrere Modelle werden für ihn auf den Tisch gelegt.
14:59Er lässt sich beraten und fragt nach, ob er auch mit Karte bezahlen kann.
15:03Doch plötzlich ändert sich die Situation.
15:08Der Mann rafft alle Brillen zusammen, um damit zu verschwinden.
15:13Als sich die Angestellte ihm in den Weg stellt, attackiert er sie und stößt die Frau brutal zur Seite.
15:20Der Unbekannte hat insgesamt zwölf Sonnenbrillen an sich genommen, der Marke Prada.
15:27Das Ganze hat einen Wert von etwa 3.700 Euro.
15:30Eine Überwachungskamera macht Aufnahmen von ihm.
15:33Sie zeigen ihn bei seiner Flucht, kurz nachdem er das Geschäft verlassen hatte.
15:38In seinen Händen ist immer noch seine Beute.
15:41Er hat es offensichtlich noch nicht geschafft, die gestohlenen Brillen in seinen Rucksack zu packen.
15:46Der ist mit den dunklen Applikationen sehr auffällig.
15:50Eventuell handelt es sich um eine Fahrradtasche.
15:54Die Bilder wurden im Südwesten Berlins aufgenommen, in Steglitz.
15:59Der Optiker befindet sich in einem Einkaufscenter in der Schlossstraße.
16:03Dort hat der Täter die Angestellte erst beschäftigt und dann verletzt.
16:07Am Mittwoch, den 13. November 2024, in der Zeit zwischen 15.30 Uhr und 16 Uhr.
16:14Bisher wurde nach dem Täter Polizei intern gesucht.
16:18Nun macht die Polizei das öffentlich.
16:22Das Alter des Mannes wird auf 35 bis 40 Jahre geschätzt.
16:26Er soll ca. 1,75 Meter groß sein.
16:29Und er hat dunkles Haar.
16:32Uns interessiert natürlich, wer dieser Mann ist.
16:35Wir haben die Videoaufnahmen, wir wissen aber nicht, wer er ist.
16:37Man kann ihn einigermaßen erkennen auf den Bildern aus dieser Überwachungskamera und hoffen uns da Hinweise, wer ist dieser Mann bzw. wo hält er sich auf.
16:47Hat der Mann seine Beute, Markenbrillen von Prada, jemandem zum Kauf angeboten?
16:53Ohne Rechnung.
16:54Vielleicht ist er danach mit ähnlichen Straftaten aufgefallen.
17:00Hier in der Schlossstraße, im Umfeld des Einkaufscenters in Steglitz oder in anderen Geschäften in Berlin und Brandenburg.
17:08Also, wer erkennt diesen Mann, auch wenn die Fotos recht unscharf sind?
17:15Markant ist vor allem der Bart, ein Vollbart mit sehr ausgeprägtem Oberlippenbart.
17:20Er hat nach hinten gekämmtes, dunkles Haar, deshalb sind auch die Geheimratsecken gut sichtbar.
17:24Und auffällig ist natürlich auch die weiß-schwarze Tasche, vermutlich eine Fahrradtasche.
17:30Der Mann spricht Deutsch mit Akzent.
17:33Wo ist er noch aufgefallen?
17:34Ihre Hinweise bitte an die Polizei Berlin unter Vorwahl 030, die 46 64 473 132 oder an jede andere Polizeidienststelle.
17:48Wir Menschen haben viele tolle Eigenschaften.
17:51Wir sind freundlich, wir sind hilfsbereit, wir vertrauen anderen Menschen.
17:55Und wenn es auf der Arbeit gut läuft, haben wir auch Respekt vor unseren Vorgesetzten.
17:59Klingt alles toll, aber genau das nutzen Betrüger gern aus, etwa wenn sie Unternehmen angreifen.
18:04Sie hoffen darauf, dass wir zum Beispiel nicht kritisch nachfragen, wenn da eine Mail vom Chef kommt, so wie in Küritz.
18:13So wie immer kommt ein Mann aus Küritz morgens ins Büro, checkt dann seine Mails.
18:18Und findet eine Nachricht von seinem Chef, der fragt, gibt es zusätzliche Gebühren für Echtzeitüberweisungen von unserem Geschäftskonto?
18:29Der Küritzer ist Buchhalter und antwortet seinem Chef sofort.
18:33Kurz danach kommt die nächste Mail, wieder mit der Adresse vom Chef, wieder mit einer Frage.
18:39Können wir problemlos ins Ausland überweisen?
18:41Was dann passiert, ist ein Fall für die Polizei Brandenburg und Kriminalhauptkommissar Lars Däbel.
18:51Und dann hat er ihm nochmal eine Mail geschickt, kannst du mir jetzt noch eine Überweisung tätigen?
18:55Und hat ihm dann gleich die Überweisungsdaten geschickt mit einer ausländischen Bank.
18:59Er bekommt diese Bankdaten geschickt, für ein Konto in England, versehen mit der Aufforderung, dorthin sofort eine fünfstellige Summe zu überweisen.
19:10Das macht der Küritzer, so die Polizei.
19:13Weil er ist ja davon ausgegangen, es war der Chef, der ihn dazu gebeten hat, die Überweisung zu tätigen.
19:19Doch dann kommen ihm plötzlich Zweifel, als er sich nochmal die Nachrichten durchliest.
19:23Weil er bei genauer Schau auf die E-Mail halt festgestellt hat, dass neben dem Namen des Chefs, der dort angezeigt wurde, halt auch eine fremde E-Mail-Adresse angezeigt wurde.
19:34Also keine Mailadresse seiner Firma.
19:37Jetzt will er doch persönlich nachfragen, ruft seinen Chef an und erfährt, der hat ihm niemals diesen Überweisungsauftrag für ein englisches Konto erteilt.
19:46Es war tatsächlich nicht der Chef, sondern das war ein Betrüger, der im Ausland sitzt, der nur den Namen des Chefs kannte und den dann in seiner E-Mail sozusagen reingeschrieben hat.
19:59Betrüger haben die Firma in Küritz wahrscheinlich übers Internet gefunden.
20:04Denn auf der Firmenseite finden sich alle Kontaktdaten, sowie die Namen von Mitarbeitern und des Chefs.
20:10Man hat dort einen sogenannten CEO-Fraud betrieben. So heißt diese Betrugsmasche.
20:17Dort wird in mehreren Stufen zunächst erstmal versucht, Informationen über die Firma in Erfahrung zu bringen, damit man weiß, wo man da angreifen kann.
20:29Und dann wird mit dieser Masche versucht, halt Überweisungen zu tätigen.
20:34So wie in Küritz. Mit dem Buchhalter gibt es dann einen regelrechten Mail-Verkehr.
20:42Die Betrüger setzen darauf,
20:44dass man hier die Hierarchieverhältnisse ausnutzt,
20:48dass man als Chef sozusagen agiert und den Mitarbeiter schon allein dadurch unter Zugzwang setzt,
20:56dass man die Arbeitsroutine ausnutzt und natürlich die Arglosigkeit der Kollegen,
21:03die nicht damit rechnen, dass sie auf Arbeit auch betrogen werden und schon gar nicht vom Chef.
21:07Die Firma in Küritz ist nicht das einzige Opfer dieser CEO-Fraudmasche.
21:12Aus vielen Orten Brandenburgs kommen dazu jede Woche Anzeigen, auch aus Berlin.
21:18Firmen, egal welcher Größe, werden zum Ziel der Täter.
21:21Für die geht es immer darum, an Geld zu kommen.
21:25Die Schadenssumme im gesamten Bereich Cyberkriminalität, zu der CEO-Fraud gehört,
21:31lag bei 202 Milliarden Euro, allein für Deutschland im Jahr 2024.
21:38Doch wer steckt hinter dieser Betrugsmasche?
21:41In der Regel ist es so, dass es Tätergruppierungen sind,
21:44die sich in Südafrika aufhalten, die sich in Südostasien aufhalten,
21:48die dort teilweise große Callcenter betreiben,
21:53die Mitarbeiter aus noch ärmeren Ländern rekrutieren,
21:58um mit dem Versprechen, dort einer Arbeit nachzugehen.
22:02Und die sich dann in solchen zwanghaften Verhältnissen,
22:06in solchen Callcentern wiederfinden und dann Betrug begehen müssen.
22:09Die Polizei kommt nur schwer an die Täter heran,
22:13weil die sich oft im Ausland befinden.
22:15Betrüger nutzen für die Opfersuche immer noch das Internet,
22:20um Daten von Mitarbeitern und Chefs herauszubekommen.
22:24Inzwischen wird auch vermehrt KI, also künstliche Intelligenz,
22:28eingesetzt, um Firmen abzocken zu können.
22:32Dann werden massenhaft Mails verschickt, an unterschiedliche Firmen.
22:36Wenn von Hunderten oder Tausenden Fällen zwei oder drei was werden,
22:41dann, wenn man das hochrechnet auf mehrere Tage, Wochen und Monate,
22:45dann kommt da schon ganz schön was zusammen.
22:48So wie in Küritz, wo der Buchhalter einen fünfstelligen Betrag überwiesen hat.
22:53Auf dieses Konto in England.
22:56Auch wenn die Firma den Betrug schnell bemerkt hat
22:58und so Bank und Polizei informieren konnte.
23:02Das Geld war weg.
23:06Also vertrauen Sie nie blindlegens irgendwelchen E-Mails,
23:09die außerhalb Ihrer normalen Arbeitsroutine liegen.
23:12Öffnen Sie keine Dateien, die Sie nicht erwarten.
23:14Da könnte Schadsoftware drin sein.
23:16Und wenn Geld eine Rolle spielt, seien Sie doppelt vorsichtig.
23:19Jeder Chef wird Sie loben, wenn Sie ihn anrufen und nachfragen,
23:22ob hier nicht vielleicht doch ein Betrugsversuch vorliegt.
23:25Das war es fast für heute.
23:27Jetzt schauen wir noch mal gemeinsam auf die Fahndungsfälle an diesem Sonntag.
23:30Hier alles Wichtige in der Zusammenfassung.
23:34Sie kommen am frühen Morgen, haben Brandbeschleuniger dabei
23:38und zünden wichtige Stromkabel am Kraftwerk Lichterfelder an.
23:42Mehrere Berliner Stadtteile sind dann Anfang Januar
23:45tagelang von der Energieversorgung abgeschnitten.
23:48Wer ist dafür verantwortlich? Wer sind die Täter?
23:51Für entscheidende Hinweise gibt es eine Belohnung
23:54von bis zu einer Million Euro.
23:56Mit Fotos wird nach diesen beiden Männern gesucht.
23:59Sie waren im Haveland unterwegs im Brieselang,
24:02als dort in einem Supermarkt Ware gestohlen wurde.
24:05Dieses Bild zeigt einen der Männer,
24:07wie er offensichtlich einen Einkaufswagen vollpackt.
24:10Und das ist sein Begleiter.
24:12Wer sind die beiden?
24:13Wo sind sie noch gesehen worden?
24:15Und er will anfangs nur einen Sehtest machen
24:19bei einem Optiker in Berlin-Steglitz.
24:22Als der Mann damit fertig ist,
24:23lässt er sich noch hochwertige Sonnenbrillen zeigen,
24:26gibt vor, etwas kaufen zu wollen.
24:28Doch dann greift er zu und attackiert bei seiner Flucht die Angestellte.
24:33Wer ist der Mann mit dem Bart und dem auffälligen Rucksack?
24:36Erkennt ihn jemand?
24:37Also die Polizei hofft jetzt auf ihre Hinweise,
24:42wie immer auch gern per E-Mail oder über die Online-Wache.
24:45Und das zu jeder Tages- oder Nachtzeit.
24:48Alle Fakten dazu, alle Kontakte finden Sie noch einmal
24:50auf unserer Täter-Opfer-Polizei-Fahndungsseite.
24:54Danke fürs Zuschauen heute.
24:56Hier geht es gleich weiter mit dem Wetter und den Nachrichten.
24:58Und wir sehen uns dann am nächsten Sonntag
25:00wieder mit neuen Fahndungsfällen.
25:02Na klar, um 19 Uhr.
25:04Bis dahin, alles Gute.
25:05Achten Sie auf Ihr Handgepäck
25:07und gern noch auf unsere neue Podcast-Folge.
25:09Die ist ab heute online.
25:14Im Visier.
25:15Verbrecherjagd in Berlin und Brandenburg.
25:18Das ist der LBB Crime Podcast.
25:21Elvira Siebert und Uwe Madl beleuchten wahre Kriminalfälle
25:25aus der Region und deren Hintergründe.
25:28Diesmal führt der Fall nach Berlin-Marzahn,
25:31wo die Polizei 2020 an einem Februarabend
25:33intensiv nach Hinweisen sucht.
25:36Nach Hinweisen, die zu einem Mörder führen könnten.
25:39Denn kurz vorher wurden eine Mutter und ihre kleine Tochter
25:43in ihrer eigenen Wohnung brutal getötet.
25:46Doch von wem?
25:47Der Täter versprüht Pulver eines Feuerlöschers,
25:50um Spuren unbrauchbar zu machen.
25:52Anfangs stehen die Ermittler tatsächlich vor einem Rätsel.
25:56Als dieser Mann dann vor Gericht steht,
25:58können es viele nicht glauben.
25:59Er war doch der freundliche Nachbar der beiden Opfer.
26:03Warum ein Alibi nicht immer weiterhilft?
26:06Erfahren Sie im Podcast Im Visier.
26:09Zu finden in der ARD Audiothek und überall, wo es Podcasts gibt.
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