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  • vor 1 Tag
Wir sprechen über einen immer erratischer agierenden US-Präsidenten und stellen die Frage, ob er geistig für das Amt überhaupt noch gerüstet ist.

Donald Trump war wohl nie ein Präsident, den man als klassisch gebildet oder belesen bezeichnen würde. Immerhin hat er eine gewisse Raffinesse, Schlagfertigkeit und vor allem gute Instinkte bewiesen. Nicht umsonst hat er es zweimal ins höchste Amt des Landes geschafft. Dieses Gespür scheint Trump zuletzt aber verloren gegangen zu sein. Ein schlecht geplanter Krieg im Iran, immer ausfälligere Postings und eine offensichtliche Schwäche darin, gewisse Zusammenhänge zu verstehen, lassen den Präsidenten aktuell nicht gut aussehen. Verliert Trump also seinen Verstand und zeigt sich das gerade an seinem sprunghaften Vorgehen im Iran? Eric Frey, Leitender Redakteur im STANDARD hat sich mit dieser Frage in seinem aktuellen Newsletter beschäftigt und ist heute unser Gast.

Foto Rechte: IMAGO/Celal Gunes

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Transkript
00:00Donald Trump war wohl nie ein Politiker, den man als klassisch gebildet oder belesen bezeichnen
00:05würde. Aber er hat sein ganzes Leben lang eine gewisse Raffinesse an den Tag gelegt,
00:09eine gewisse Schlagfertigkeit und ein Gespür für sich und andere Menschen.
00:14Doch dieses Gespür scheint Donald Trump in der zweiten Amtszeit jetzt verloren gegangen zu sein.
00:18Ein schlecht geplanter Krieg im Iran, immer ausfälligere Postings und eine offensichtliche
00:24Schwäche, gewisse Zusammenhänge überhaupt noch zu verstehen, machen dem Präsidenten und dem
00:29ganzen Land derzeit zu schaffen. Verliert Donald Trump also seinen Verstand und zeigt sich das
00:34auch bei seinem chaotischen Vorgehen im Iran? Darüber sprechen wir heute. Ich bin Daniel
00:38Retschitz-Egger, das ist Thema des Tages, der Nachrichten-Podcast des Standards.
00:47Eric Frey heute hier im Standard-Podcast. Grüß dich, Eric.
00:51Grüß dich, Daniel.
00:53Eric, wir sprechen gleich über den geistigen Zustand von Donald Trump. Du hast da in deinem
00:57aktuellen Newsletter einen langen und sehr aufschlussreichen Text drüber geschrieben.
01:00Beginnen wir aber zuerst mit dem Krieg im Iran und das passt ja auch, wir werden es
01:05gleich sehen, zum Thema. Es gibt nämlich noch über einem Monatskrieg, jetzt eine Waffenruhe,
01:10Waffenpause, nenn es wie du willst, mit dem iranischen Regime. Wie soll das genau aussehen?
01:15Sie haben sich in der Nacht, wirklich 90 Minuten vor dem Ablauf dieses Ultimatums, wo Donald Trump
01:22ja zuvor mit Zerstörung von Brücken, Kraftwerken und überhaupt der Auslöschung der iranischen
01:29Zivilisation gedroht hat, haben sie sich geeinigt auf eine zweiwöchige Waffenruhe. In dieser Zeit
01:35wird es keine Angriffe der USA und von Israel auf den Iran geben. Der Iran wird keinerlei Luftangriffe
01:42auf Golfstarten und anderes machen. Und die Straße von Hormuz, der Schiffsverkehr, wird
01:50freigegeben mit der kleinen Zusatz unter der Kontrolle des iranischen Militärs. Also ein
01:56bisschen, der Iran behält sich ja etwas vor, aber im Prinzip kehren wir in diesen für zwei
02:02Wochen jetzt zumindest zu dem Status quo ante, zum Zustand zurück, wie er vor dem 28.
02:08Februar, als der Angriff auf den Iran losgegangen ist, geherrscht hat.
02:13Hat Trump durch diesen Krieg und durch diese jetzige Waffenruhe eigentlich irgendwas gewonnen?
02:20Du hast jetzt schon die Straße von Hormuz angesprochen. Der Iran kontrolliert diese
02:23Straße jetzt. Das hat man ja vorher nicht getan. Man klingt jetzt nicht unbedingt nach
02:28Mission Accomplished.
02:29Also er selbst hat jetzt wieder in der Nacht den größten Sieg verkündet, den unbeschränkten
02:35Sieg. In Wirklichkeit war es eine katastrophale Niederlage für ihn. Die USA haben jetzt
02:41bewiesen, dass sie trotz ihrer militärischen Übermacht es ihnen nicht gelingen konnte, den
02:47Iran in die Knie zu zwingen. Das Regime wurde nicht gestürzt, was eigentlich der Plan oder
02:52die Hoffnung zumindest war. Es wurden zwar viele von den führenden Figuren zwar getötet,
02:58aber andere sind nachgerückt, möglicherweise noch radikaler, zumindest militärischer ausgerichtet,
03:04die jetzt absolut das Land weiterhin beherrschen. Es gab keinen Aufstand. Es gab keinerlei Widerstand
03:12auch. Und der Iran hat bewiesen, dass er zwar diese Zehntausende, Tausende von Schlägen,
03:19von Angriffen, alles überstehen kann, aber gleichzeitig eigentlich den Rest der Welt in
03:25eine Art Geiselhaft nehmen kann, indem er diese Straße von Hormuz, die ja dort an der
03:30iranischen Küste an einer Stelle sehr, sehr eng ist, dort de facto für den ganz wichtigen
03:34Schiffsverkehr, für Öl, Gas, auch Düngermittel und Helium und vieles andere, was die Weltwirtschaft
03:41braucht, absperren kann. Damit hat sich das Kräfteverhältnis gezeigt, dass der Iran mindestens so stark ist
03:48wie die USA, um einiges mehr aushalten. Und aus diesem Grund war dieses Verhandlungsergebnis,
03:56was sich jetzt ergeben hat, ist ein, kann man sagen, zumindest ein Etappensieg für den Iran
04:00und einer, der wahrscheinlich auch nachwirken wird und eine schmähliche Niederlage für einen
04:06Präsidenten, der hier völlig ohne Plan, ohne Strategie in einen Krieg gegangen ist, wie man
04:13sehen konnte, den er auch nicht gewinnen konnte oder zumindest nicht gewonnen hat.
04:18Zur Vollständigkeit halber gehört natürlich auch Israel in diesem Krieg dazu. Die haben sich ja
04:22einige Ausnahmen rausgenommen aus dieser Waffenruhe.
04:25Die eine Ausnahme, die sie sich rausgenommen haben, war, dass sie weiterhin die Hezbollah im
04:30Libanon bekämpfen, beschießen können. Hezbollah ist ja, nachdem der Krieg mit Iran begonnen hat,
04:38auch hat begonnen, Raketen auf Israel abzuschießen, was gezeigt hat, dass diese Gefahr für Israel
04:44weiterhin nicht gebannt ist. Und jetzt versucht Israel dort irgendwie die Hezbollah endgültig
04:51als militärische Bedrohung, als Bedrohung auch für das zivile Leben in Nordisrael und
04:56möglicherweise auch ganz Israel zu vernichten. Da gibt es auch die Pläne, dass sie den gesamten
05:01Süden des Libanons besetzen und dann menschenleer praktisch machen würden, zumindest alle auch
05:08Schiiten vertreiben würden. Also ziemlich sehr radikale Pläne. Aber zumindest bei, und das ist
05:13interessant zu Israel auch, dieser Krieg wurde ja zu einem guten Teil wahrscheinlich von
05:17israelischem Premier Netanyahu angeregt. Er hat ja Trump hier auch dazu gebracht, ihn hier in den
05:25Iran anzugreifen. Das lässt sich sehr eindeutig zeigen, auch zuletzt durch die letzte Recherche der
05:31New York Times. Und Israel hat gehofft, der Iran ist eine tatsächliche, wirkliche Bedrohung für die
05:38Existenz und die Sicherheit des Staates Israel. Das, was der Iran für die USA ja nicht ist. Also Israel hat
05:45ein Interesse daran, den Iran wirklich militärisch so zu schwächen oder so zu besiegen, dass er diese
05:51Gefahr nicht mehr darstellt. Die Hoffnung des Israels, das zu erreichen in diesem Krieg, ist auch nicht
05:57aufgegangen. Der Krieg wird jetzt eingefroren. Ich erwarte nicht, dass er wieder ausbrechen wird, weil wir dann
06:04genau das gleiche Problem haben, dass die Iraner dann sofort die Straße von Hormuz schließen können. Und die
06:10iranische Bedrohung für Israel ist nicht vom Tisch. Die Iraner haben zwar unzählige Raketen und andere
06:17militärische Ausrüstung, Raketenbasen und alles verloren. Aber sie haben noch immer genug, um Israel zu
06:24bedrohen und zu beschießen, konkret. Und können das auch, wenn sie in den kommenden Jahren auch wieder
06:31aufbauen. Also auch die Rechnung von Netanyahu, die zumindest ein bisschen eine realere Strategie
06:39dahinter war, auch die dürfte gegenüber dem Iran nicht aufgegangen sein. Wieder einmal, wie schon in diesem
06:45Zwölftagekrieg im Juni 2025 war es so, dass dann Israel irgendwann diesen Krieg, die Beschießung des
06:53Irans auch einstellen musste, weil Donald Trump es verlangt hat. In dem Fall dürfte die Dynamik ebenso
06:59gewesen sein. Es war nicht Israel, die jetzt diese Waffenruhe haben will. Es ist eindeutig Trump, der weiß, dass
07:05ihm hier alle Fälle davon schwimmen, wenn dieser Krieg weitergeht, die Ölpreise weiter steigen und die es zu einer
07:12wirklichen massiven Energieversorgungskrise in der Welt kommt.
07:17Der ehemalige Sicherheitsberater John Bolton war gestern in der Zeit im Bild 2 und hat da gesagt, dass Donald Trump
07:23für das Amt des Präsidenten ungeeignet sei. Eine Strategie im Iran könne er nicht erkennen. Das hast du jetzt mehr
07:30oder
07:30weniger auch gerade gesagt. Und ebenfalls, da seid ihr auch einer Meinung, er würde verzweifelt versuchen, irgendwie aus
07:35dieser Kiste wieder herauszukommen. Ist der Krieg im Iran, dieser eingefrorene Krieg, ein Zeichen, dass Donald Trump
07:41vielleicht für dieses Amt wirklich nicht mehr fit ist? Also er ist wahrscheinlich von allen Fehlern, die Trump
07:48in seiner zweiten Amtszeit gemacht hat, ist es das Schlimmste bisher. Die Zollpolitik, mit der er ja vor einem Jahr
07:55damals auch die Welt erschüttert hat, die hat sich dann als etwas weniger schädlich erwiesen, weil diese Zölle
08:01dann nach und nach wieder zurückgenommen wurden und zwar noch immer viel zu hoch sind, die Preise in den USA
08:07in die
08:08Höhe treiben, die das Wirtschaftswachstum in der Welt dämpfen, aber insgesamt kann man damit irgendwie
08:14leben. Aber einen Krieg gegen eine wirklich drittrangige Militärmacht zu beginnen und dann ziemlich schmählich
08:26irgendwie den Schwanz einzuziehen und sagen, na jetzt machen wir einen Waffenstillstand, wo wir, und das ist
08:31das ja überhaupt das Überraschendste, Trump hat erklärt, sie werden den Zehn-Punkte-Plan, den der Iran
08:37vorgelegt hat, als Grundlage für die Verhandlungen nehmen. Dort sind Forderungen drinnen, die ja für die
08:44USA wirklich eigentlich unannehmbar sind, aber sicher auch peinlich sind. Kompensationsreparationszahlungen,
08:52eine Sicherheitsgarantie, dass man nicht wieder angegriffen wird. Letztlich kein Wort über das
08:58Atomprogramm, also alles, was Trump sich vorgenommen hat, die Möglichkeit des Iran irgendwann einmal
09:06Atomwaffen zu entwickeln, zu stoppen, all das scheint jetzt nicht mehr auf dem Tisch zu sein. Es sind nur noch
09:11die Forderungen des Iran auf dem Tisch. Also das ist eine, auch, das muss man sagen, also ich kann, ich
09:17sehe
09:17nicht, wie irgendjemand, auch wenn Trump das versucht, jetzt als großen Sieg zu spinnen, ich sehe eigentlich
09:25nicht, wie irgendjemand, der halbwegs vernünftig ist, auch im eigenen Land oder auch im eigenen Lager,
09:30das auch wirklich glauben kann. So gesehen einen, so einen Krieg zu starten und dann so durchzuführen
09:38und dann letztlich auch so zu beenden, ist so ein Zeichen einer so miserablen Planung, einer so schlechten
09:46Politik. Einer, wo man weiß, das hat nicht irgend, das haben nicht irgendwelche Generäle ausgeheckt.
09:52Das ist in seinem Kopf entstanden, dass man sagen muss, ja, so ein Präsident gehört mit Schimpf und Schande
10:00davon gejagt. Und dazu kommt noch die Art und Weise, wie er eigentlich jede Reputation der USA auf dem Weg
10:09jetzt dorthin auch zerstört hat. Seine Postings, seine Tweets der letzten Tage, wo er mit einer unglaublichen
10:17Brutalität dem Iran, die Zerstörung, die Vernichtung, all das angedroht hat, war einerseits ein Zeichen
10:24seiner Verzweiflung. Man hat so gemerkt, er weiß nicht mehr weiter, also was tut er? Er wird immer wütender
10:32und seine Wut lässt sich dann in diesen schriftlichen Niedergut verfolgen. Aber es ist auch eine Sache,
10:40die einer Großmacht der USA einfach so viel Schaden zufügt, wo dieses Land heute eigentlich nur noch
10:48als eine Art von, ja, als eine Art Problembär gesehen wird. Trump spricht immer davon, die USA wurden,
10:55jetzt werden sie respektiert, sie sind das most hottest country in the world. Das Gegenteil ist wahr,
11:01so wenig Respekt, so wenig Vertrauen haben die USA noch nie in der Welt erhalten wie dieser Tage.
11:11Vielleicht ganz kurz nur zur Vollständigkeit. Ein paar Zitate, die Donald Trump da in den letzten Tagen
11:16auf seiner Plattform abgesetzt hat. Er hat zum Beispiel geschrieben, und ich zitiere hier, ich erfinde das
11:20nicht, in Richtung der Iraner, sie sollen die verfickte Straße von Hormuz öffnen oder sie seien verrückte Bastarde
11:27oder er würde die gesamte Zivilisation im Iran auslöschen. Das war ja wirklich völlig entrückt.
11:32Und du meinst, das war tatsächlich, weil er so in die Enge getrieben war und sich einfach nicht mehr
11:36weiterhelfen konnte und deswegen einfach quasi um sich geschlagen hat.
11:39Ich glaube ja. Ich glaube, das waren nur noch verbale Zornausbrüche. Ganz interessant.
11:46Wenn man bedenkt, in den USA, die öffentlichen Sender dürfen das Wort fucking noch immer nicht.
11:53Wir müssen es auspiepsen. In den Zeitungen steht es auch nicht drinnen, normalerweise im normalen Fall.
12:00Und jetzt der Präsident verwendet das auf diese Weise. Diesmal haben, glaube ich, habe ich nur gesehen,
12:04die Medien haben es sehr wohl. Inzitierend haben sie es auch verwendet. Und da gab es offenbar
12:10auch im republikanischen, konservativen, vor allem evangelikalen Lager, darüber haben sich dann
12:16begonnen, die Menschen zu empören.
12:18Das war die Grenze?
12:19Für manche.
12:20Für manche. Okay, gut.
12:21Für andere war es sicher auch diese letztlich, wie man so sagt, genozidalen Drohungen gegen den Iran.
12:27Für andere ist es überhaupt die Tatsache, dass ein Präsident, der in seinem Wahlkampf versprochen hat,
12:34er wird die USA nicht in sinnlose Kriege führen, dann sehr wohl einen weiteren Krieg vom Zaun bricht,
12:43der letztlich so überhaupt nichts bringt und wahrscheinlich dem Land auch so viel Schaden zufügen wird.
12:47Und da gab es ja auch im eigenen Lager unter Republikanern, zumindest unter Podcastern,
12:52unter verschiedenen, auch Stimmen, die ihm das jetzt sehr stark vorwerfen.
12:56Die US-Podcaster, definitiv eine gewichtigere Gruppe, viel größer als hier in Österreich.
13:01Vielleicht wir jetzt noch.
13:02Vielleicht wir jetzt noch, vielleicht sind wir auch mal so einflussreich.
13:04Will ich eigentlich gar nicht, aber egal.
13:06Erik, du hast jetzt einen Punkt, den würde ich ganz gerne noch kurz vertiefen, nämlich diese Annahme von diesem
13:10Zehn-Punkte-Plan der Iraner. Das ist ja wirklich, also das klingt wie eine krachende Niederlage,
13:15wenn ich jemanden angreife, einen vermeintlich leichteren Gegner, um mich dann am Ende,
13:20oder zumindest ankündige, mich seinen Forderungen zu beugen.
13:23Ich meine, dagegen war ja das Debakel von Kennedy in der Schweinebucht nichts.
13:26Könnte man so sagen. Also ich vermute einmal, ich weiß nicht genau, was in dieser Nacht geschehen ist,
13:32aber offenbar haben auch viele gesagt, Trump hat wirklich verzweifelt versucht,
13:36einen Waffenstillstand zu erreichen, wo die Straße von Hormuz geöffnet wird,
13:40weil der Ölpreis weiter gestiegen ist.
13:43Und Trump hat ja immer wieder behauptet, uns betrifft das nicht, weil wir haben ja genug eigenes Öl.
13:48Was er vergessen hat, ist, dass der Ölmarkt ein globaler ist, dass der, wenn der Ölpreis in Europa steigt,
13:54steigt er genauso in den USA und dann steigt er auch an den Tankstellen in den USA.
13:58Und das ist eines der sensibelsten Themen für amerikanische Wählerinnen und Wähler,
14:04abgesehen auch von den wirtschaftlichen Folgen.
14:07Und er hat wirklich verzweifelt versucht, da irgendwie rauszukommen.
14:11Das nennt man eine Off-Ramp, hat er gesucht, so eine Exit-Rampe aus diesem Krieg.
14:16Und wahrscheinlich haben ihn die Iraner zappeln lassen und haben am Ende gesagt,
14:20wenn du das willst, wenn du willst, dass wir die Straße öffnen,
14:23erstens brauchen wir den Waffenstillstand und du musst zumindest,
14:27er hat nicht gesagt, ich nehme die zehn Punkte an des Iran,
14:30aber ich akzeptiere sie als Verhandlungsbasis.
14:33Also das ist schon ein wirklicher Kniefall vor einem Regime,
14:38das ja auch objektiv gesehen eine ganz, ganz üble Diktatur ist
14:43und die ja Trump auch als, wie sagt er, verrückte Bastards bezeichnet hat.
14:50Ja, das andere Wort, das du jetzt nicht verwendest, müssen wir jetzt nicht biepsen.
14:54Aber er hätte natürlich auch im Umkehrschluss, könnte man sagen,
14:57er hätte auch seine Drohung einfach wahr machen können
14:59und de facto einfach zivile Infrastruktur bombardieren können.
15:03Ich meine, die USA haben rein militärisch die Kapazitäten dafür, das könnten sie machen.
15:06Aber das war dann irgendwie doch, glücklicherweise muss man dazu sagen, aber irgendwie zu viel.
15:09Aber was hätte es gebracht? Schauen wir uns doch an.
15:12Ich meine, die Russen, Russland bombardiert jetzt seit vier Jahren zivile Infrastruktur in der Ukraine
15:18und die Ukraine hat nicht kapituliert.
15:21Länder lassen sich von der Luft her nicht besiegen.
15:25Solange ein politischer Wille da ist, zu überleben und weiterzumachen,
15:30das haben letztlich auch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg erlebt.
15:33Hitler wurde nicht durch die ganz argen Luftangriffe auf deutsche Städte und österreichische Städte besiegt,
15:43sondern wirklich nur durch die Bodentruppen, die dann die Wehrmacht besiegt haben.
15:49Und solange die USA nicht bereit waren, mit Bodentruppen und hier mit massiven Bodentruppen in den Iran einzumarschieren,
15:58hat es eigentlich keine Chance gegeben, den Iran tatsächlich zu besiegen.
16:02Die einzige Möglichkeit wäre gewesen, wenn es zu einem Aufstand gekommen wäre.
16:07Aber da ist auch ein Militärangriff oft das falsche Mittel, weil Menschen dann, sobald das Land angegriffen wird,
16:14sich eher mit ihrem, auch wenn es ein verhasstes Regime ist, mit diesem Regime solidarisieren.
16:20Und das dürfte diesmal auch zumindest teilweise passiert sein.
16:24Nach der brutalen, blutigen Niederschlagung der Proteste Anfang des Jahres war auch offenbar kein Wille mehr da,
16:31gegen das Regime aufzustehen.
16:35Und dieses iranische Regierungssystem, die haben sich wahrscheinlich auch auf genau so ein Szenario
16:43einen längeren, wirklich brutalen Luftkrieg vorbereitet
16:47und konnten damit das Land weiterhin regieren, verwalten.
16:52Es ist zwar die Wirtschaft in einem katastrophalen Zustand, aber es ist nicht alles völlig zusammengebrochen.
16:58Also all das hat nicht funktioniert und auch ein noch intensiveres Bombardement, glaube ich,
17:03hätte den Iran nicht in die Knie gezwungen und dann wäre es genau das gleiche Problem gewesen wie vorher.
17:09Aber die Straße von Hormuz wäre geschlossen geblieben.
17:13Die Aussicht auf einen Frieden oder auf einen Waffenstillstand nicht vorhanden.
17:17Der Ölpreis wäre dann wahrscheinlich doch irgendwann auf 200 Dollar das Fass gestiegen.
17:22Und dann hätten wir eine Wirtschaftskrise, die erstens einmal sehr, sehr schmerzhaft wäre für die ganze Welt
17:30und Trump auch politisch massiv geschadet hätte.
17:35Ein letzter Punkt noch zum Iran, bevor wir ja zum eigentlichen Thema kommen.
17:39Aber ich glaube, wir kommen heute einfach nicht dran vorbei.
17:41Ich finde, dieses Ankündigungen von Extremsituationen, das Donald Trump so gerne macht und das nie einhalten,
17:48diskreditiert ihn ja selbst auch.
17:50Ich glaube, in den USA nennt man das Boy-Cries-Wolf-Syndrom.
17:53Also quasi, wenn so oft vom Wolf gewarnt wird, irgendwann glaubt einem das keiner mehr.
17:56Das war das zweite Ultimatum, glaube ich, schon in diesem Krieg.
17:59Es gab ja vorher schon mal eins.
18:01Beide sind nicht eingetreten.
18:03Ich meine, wenn es ein drittes irgendwann gibt, wird ihn mir auch wohl keiner mehr abkaufen, oder?
18:06Nein.
18:06Und es gibt ja auch diesen bekannten Spruch inzwischen, Taco, Trump always chickens out.
18:12Also seine Drohungen, sie wirken vulgär, brutal, unmenschlich und gleichzeitig sind sie dadurch auch weniger wirkungsvoll.
18:23Und das hat inzwischen auch schon die ganze Welt gelernt.
18:26Das hat man auch schon bei den Zolldrohungen gemerkt, die auch niemand mehr so ernst nimmt wie am Anfang.
18:32Und in dem Fall hat der Iran auch gewusst, wir lassen uns von diesem Mann, von diesem Bulli, wie man
18:37das sagt, nicht einschüchtern.
18:41Wir bleiben hart und verwenden unsere Druckmittel, die sehr, sehr wirkungsvoll waren.
18:48Und so gesehen, angeblich Trump, der große Dealmaker, wie er sich so nennt, der so toll verhandelt, wurde hier am
18:55Verhandlungstisch eindeutig weniger über den Tisch gezogen,
18:59aber eigentlich unter den Tisch gedrückt und hat verloren.
19:03Erik, was meinst du, wäre so ein Fehler, so eine krachende Niederlage wie jetzt im Iran, einem Donald Trump zwischen
19:082016 und 2020 auch passiert?
19:13Es ist ihm nicht passiert.
19:15Also das Wichtige war, und es gab zwei Gründe dafür.
19:19Erstens einmal, er selbst hat nicht dieses überschäumende Selbstbewusstsein gehabt, was er jetzt in seiner zweiten Amtszeit hatte.
19:28Er kam ja eher unvorbereitet ins Amt, hat sich dann versucht, Berater zu suchen, denen er vertraut.
19:37Dann kam er immer wieder drauf, das funktioniert nicht, weil die haben andere Meinungen.
19:41Aber man hat sich dann immer wieder auch ausgetauscht, seine Außenminister, seine Sicherheitsberater.
19:47Aber er hat sich weiterhin auch immer wieder auch zumindest in den wichtigen Fragen auch beraten lassen
19:54und hat nur sehr selten, glaube ich, wirkliche, solche, diese Art von impulsiven Ausschläge gemacht.
20:00Also das war eine andere Art der Amtsführung.
20:05Damals gab es ja auch einen Angriff auf den Iran, eine gezielte Tötung eines ganz wichtigen Kommandanten der Revolutionsgarden.
20:15Aber auch dann nichts weiter. Es war alles ein bisschen Versuch, das Ganze unter Kontrolle zu halten.
20:22Ich glaube, dass in dieser letzten Phase seiner Präsidentschaft, als er die Wahl verloren hat,
20:27aber das nicht zugestehen wollte, als er dann den Sturm aufs Kapitol ausgelöst hat,
20:32was man auch so absolut so sagen muss, da hat er schon die Zeichen,
20:37so seine Verhaltensformen schon bewiesen, die dann in der zweiten Amtszeit voll ausgebrochen sind.
20:44Vergessen wir nicht, im Wahlkampf von 2024 gab es ja das Attentat auf ihn, das missglückte.
20:50Man sagt, Trump hat dann absolut geglaubt, Gott hat ihn ausgewählt, dieses Amt auszuführen
20:57und niemand wird ihn abhalten, das Richtige zu tun oder das zu tun, wovon er überzeugt ist.
21:05Auch das gab es in der ersten Amtszeit so noch nicht.
21:08Also wir erleben hier, wie man so sagen könnte, einen Tramp auf Steroiden.
21:13Noch einmal um das Vielfache hochgejazzt, mit allen schlechten Eigenschaften,
21:21auch allen Fehleinschätzungen in seiner ersten Amtszeit, die man ja damals in der Corona-Pandemie auch miterlebt hat.
21:27Aber hier noch einmal extrem viel verstärkt und nicht eingebremst durch ein Beraterteam,
21:36die bereit sind, ihm zu widersprechen.
21:39Und das Schlimme an diesem jetzigen, an diesem Weg in den Irankrieg war zu sehen,
21:44dass ihm praktisch sich niemand getraut hat, ihm wirklich zu sagen,
21:48lieber Herr Präsident, was Sie hier vorhaben, ist ein Wahnsinn.
21:53Sondern, angeblich war Vizepräsident J.D. Vance am skeptischsten,
21:58aber auch der hat sich zurückgehalten, weil jeder weiß, Trump duldet heute keinen Widerspruch mehr.
22:04Und wer ihm widerspricht, ist irgendwie draußen.
22:07Und das natürlich bedeutet, ein Präsident, der sich selbst nicht im Griff hat
22:13und dann dafür sorgt, dass ihn niemand anderer kontrolliert,
22:16und ja, ungeeigneter kann man für ein verantwortungsvolles Amt nicht sein,
22:21als mit solchen Eigenschaften und Verhaltensweisen.
22:25Dieses extrem Ausfällige, dieses wirklich, ich glaube in Österreich würde man sagen,
22:30Gierfe, also dieses wirklich Niveaulose, das gab es ja in der ersten Amtszeit,
22:35zumindest in meiner Erinnerung, so stark auch nicht.
22:37Trump hat immer gerne politische Kontrahenten und so beleidigt.
22:40Das hatte auch, das muss man zugeben, einen gewissen Witz,
22:42auch wenn es natürlich ein sehr derber Witz war,
22:44aber das waren durchaus gar nicht so unraffinierte Wortspiele.
22:48Aber eben sozusagen, wie ich lösche jetzt morgen eine Zivilisation aus
22:51oder ihr für Punkti-Punkti-Straße von Hormuz und so Sachen,
22:55das hätte man sich ja irgendwie auch nicht vorstellen können.
22:57Woher kommt diese Wut offensichtlich?
22:59Naja, ich glaube erstens einmal, das hat immer in ihm gesteckt
23:02und wahrscheinlich hat er auch immer so geredet.
23:04Das nennt man dann Locker-Room-Talk.
23:06Also wie das so in den Umkleidekabinen von den Sportteams halt geredet wird.
23:12Das war immer ein Teil seiner Sprache.
23:16Ja, er hat sich ein bisschen mehr zurückgehalten in seiner ersten Amtszeit.
23:22Auf jeden Fall auch überraschend wenig in manchen Situationen.
23:28Aber jetzt ist einfach dieser Filter nicht mehr da.
23:32Es gibt keinen Filter in seinem Kopf mehr.
23:34Es ist nichts da, wo er sagt, Moment einmal, das sollte ich jetzt vielleicht doch nicht tun
23:40oder sollte ich jetzt vielleicht doch nicht sagen, das wird vielleicht schlecht ankommen.
23:44Er macht und tut, was ihm durch den Kopf geht, was ihm durch den Bauch geht,
23:51ist hier völlig ungehemmt, völlig ungebremst, verbal überhaupt
23:57und bei seinen Entscheidungen zum Teil.
24:01Manchmal merkt man schon, dass er merkt, wenn etwas schief läuft,
24:05da muss er jetzt zurückstecken, so wie er es jetzt beim Iran gemacht hat,
24:09so wie er es bei den Zöllen gemacht hat.
24:11Da schaut er vor allem auf die Märkte, wie man weiß.
24:14Und deswegen waren da die Finanzmärkte, die Börsen, der Ölmarkt,
24:18waren die die Faktoren, die ihn wahrscheinlich am meisten hier gebremst haben.
24:21Oder auch, er hört hier jeden Morgen Fox News an
24:25und wenn dort einmal auch die Kommentatoren kritischer, skeptischer werden,
24:29wenn er dort mitbekommt, jetzt stehen sie nicht einmal alle hinter mir,
24:33dann beginnt er auch eine Spur vorsichtiger zu werden.
24:36Und, wie soll ich sagen, trifft dann vielleicht noch immer nicht sehr kluge Entscheidungen,
24:39aber versucht das Allerdümmste wieder einmal zu verhindern.
24:43Entschuldigung.
24:46Wir müssen auch kurz über sein Alter sprechen
24:48und da könnte man jetzt natürlich die Kritik einwerfen,
24:50und das hat mit der Politik nichts zu tun,
24:52aber über Joe Bidens Alter wurde sehr viel gesprochen,
24:55also können wir auch mit Donald Trump diesen Vergleich anstellen.
24:58Bietet sich denn dieser Vergleich überhaupt an,
25:00denn man hat Joe Biden in seiner ersten und einzigen Amtszeit ja auch vorgeworfen,
25:04nicht mehr fit für dieses Amt zu sein.
25:06Nein, Donald Trump ist fast 80.
25:09Man kann mit 80 absolut mental fit sein,
25:12aber jeder Mensch wird etwas langsamer.
25:14Und sehr viele Menschen, die älter werden,
25:17sagen wir, sie werden mehr so, wie sie immer schon waren,
25:21aber etwas weniger gebremst,
25:25Charakterzüge tun sich auch stärker zeigen.
25:28Das kennen wir aus unserem Verwandtenkreis vielleicht auch.
25:30Kennen wir, ja.
25:31Und das Urteilsvermögen auch nimmt ein wenig ab.
25:33Also diese normalen Alterserscheinungen sind ja einfach bei jedem Menschen in dem Alter
25:40irgendwo zu beobachten.
25:43Ich glaube, auch Konrad Adenauer in seinen letzten Jahren
25:46war auch schon lange nicht mehr so, mental nicht mehr so fit wie am Anfang.
25:51Und es hat sich nur bei beiden, hat es sich eindeutig gezeigt,
25:55vor allem in seinen öffentlichen Auftritten,
25:57wo er einfach schon sehr, fast schon sprachlos
26:01oder nicht mehr sehr eloquent gewirkt hat.
26:05Bei Trump zeigt es sich aber auch,
26:08der Witz in seiner derben Sprache ist zum Großteil verloren gegangen.
26:14Seine Reden sind unerträglich langweilig geworden.
26:18Langweilig, langweilig,
26:20schon immer hat er abgeschweift,
26:23aber jetzt noch viel extremer.
26:26Es ist alles deutlich,
26:29wenn man das einfach so,
26:30auch das Charisma, das er ausgestrahlt hat,
26:33glaube ich, wirkt heute auch viel weniger,
26:35als es in seiner ersten Amtszeit tat.
26:38Weil er einfach
26:38ein oft sehr nur polternder,
26:43wie ein polternder alter Mann wirkt.
26:45Wobei er noch immer ziemlich gesund,
26:47körperlich gesund rüberkommt.
26:49Anders als Joe Biden, der schon ziemlich fragil gewirkt hat.
26:52Und der große Unterschied zwischen Biden und Trump ist,
26:56Biden hat bis zum Schluss sich sehr, sehr intensiv
27:00und wahrscheinlich auch oft gut beraten lassen.
27:02Das war ja eigentlich der Vorwurf, der Trump gemacht hat.
27:06Das war die berühmte Autopen-Präsidentschaft,
27:09dass er nämlich seine Unterschriften,
27:11die ja von einer Unterschriftsmaschine gemacht werden,
27:13dass er die Entscheidungen dahinter gar nicht mehr selbst gefällt hat,
27:16sondern dass er seine Berater gemacht haben,
27:18dass er praktisch eine Marionette in der Hand von Menschen im Weißen Haus war.
27:25Bei Trump würde das niemand behaupten.
27:27Man weiß genau, Trump trifft jede wichtige Entscheidung selbst.
27:31Aber genau das ist das Problem.
27:34Und daraus entstehen dann einfach Entscheidungen,
27:36und die halt zwar, sagen wir, seine eigenen sind,
27:41aber unüberlegt, ungeplant, ungefiltert
27:45und auch nicht besprochen diskutiert in einem größeren Kreis.
27:51Und das ist natürlich für eine Politik,
27:53für einen Präsidenten, der so viel Macht besitzt,
27:56was ja der amerikanische Präsident grundsätzlich tut,
28:01und Trump diese Macht ja in seiner Amtszeit noch mal deutlich vergrößert hat,
28:06indem er erstens dankt, weil der Kongress,
28:08der ja sonst ein Gegengewicht darstellt,
28:11die republikanische Mehrheit im Kongress ihm nichts entgegenhält,
28:15sondern alles abnickt,
28:16und er selbst auch bereit ist, hier Normen oder sogar Regeln und Gesetze zu verletzen,
28:23um all das durchzusetzen, was er will.
28:25Und wenn das doch ein inzwischen alter Mann macht,
28:30wo man sich sagt, naja, so ganz hat er nicht mehr alle Tassen im Schrank,
28:36dann ist das eine sehr, sehr gefährliche Situation.
28:39Dieses Instinktgetriebene, ich glaube, vielleicht können wir es so zusammenfassen,
28:42dass Donald Trump ja eigentlich immer schon an den Tag gelegt hat,
28:45das hat ihm ja durchaus auch einiges an Glück gebracht,
28:48aber lassen ihn vielleicht seine Instinkte jetzt inzwischen im Stich,
28:50kann man das so sagen?
28:51Ich glaube ja, ich glaube, sie werden schwächer.
28:53Er hatte immer ein guter Instinkt.
28:55Er hatte ein Gefühl, ich habe das als eine soziale Intelligenz bezeichnet,
28:59ein Gefühl für andere Menschen, vor allem für deren Schwächen.
29:03Er hat da immer sofort durchschaut.
29:06Er hat Situationen, er hat auch sehr früh erkannt,
29:11welche Themen, welche Probleme auch in der amerikanischen Bevölkerung vorhanden sind
29:16und vielleicht von anderen Politikerinnen nicht ausreichend beachtet oder ignoriert werden.
29:22Und ja, all diese Instinkte werden schwächer oder gehen auch verloren.
29:27Nur der Einzige, der das nicht wahrhaben will, ist er selbst.
29:31Und daraus entsteht hier eine Amtsführung, die umso unberechenbarer, willkürlicher und am Ende auch erfolgloser ist.
29:40Aber wie reagieren seine eigenen Leute darauf?
29:43Denn was haben wir da für eine absurde Situation?
29:45Wenn das alle merken und Donald Trump der Einzige ist, der es nicht merkt,
29:49dann haben wir ja dieses klassische Konzept von der Kaiser ist nackt.
29:53Das ist richtig, nur vergessen wir nicht, auch im Andersen Märchen,
29:57bis der kleine Bub das ausruft, nicken sie auch alle, die ganzen Bürger
30:02und sind ganz begeistert von der Schönheit dieser Kleider.
30:05Man muss, Trump hat die republikanische Partei oder zumindest seinen Teil der Partei
30:11aus einer politischen Bewegung in eine Art von Sekte verwandelt.
30:14Und er ist ein Sektenführer.
30:16Und so haben ihn sehr viele in dieser Magerbewegung auch gesehen.
30:20Und jetzt wissen wir das ganz genau, wie das auch in anderen Sekten funktioniert.
30:24Der Sektenführer kann tun und lassen, anrichten, Verbrechen begehen, was er will.
30:30Bis das bricht, bis diese Loyalität, diese Unterwürfigkeit bricht,
30:35muss sehr, sehr viel geschehen und muss üblicherweise etwas von außen kommen.
30:39Und das erleben wir zumindest bei dem harten Kern der Anhänger.
30:45Die gehen mit ihm doch dick und dünn.
30:48Und wenn er sagt, die, die gesagt haben, wir wählen ihn, weil er uns in keinen Krieg führen wird,
30:55und wenn er dann doch einen Krieg anzettelt, dann sagen sie, ja, das war genau das Richtige.
31:01Und es gibt da auch gewisse Strömungen.
31:04Also die Leute, die Magerleute lieben auch Stärke und Kraft.
31:10Das, was ein bisschen dieser Verteidigungsminister Hexer auch hier vermittelt,
31:14dieser einfach männliche, dieser Muskelkult, den er hier betreibt.
31:21Also das hat vielen wiederum auch gefallen.
31:24Wie sie jetzt darauf reagieren werden, dass dieser Krieg so schlecht läuft,
31:28das lässt sich noch nicht genau sehen.
31:31Die Umfragen sind schlechter mal.
31:33Der Krieg ist zutiefst unpopulär.
31:35Aber unter den Republikanern ist noch immer eine Mehrheit dafür.
31:40Und vieles hängt davon ab, wie sich das im Alltag der Menschen niederschlägt,
31:44wie sich der Spritpreis entwickelt,
31:47wie sich die anderen auch Lebenshaltungskosten entwickeln werden.
31:52Denn wenn dieser Waffenstillstand jetzt dazu führt,
31:56dass doch relativ bald wieder Ruhe einkehrt
31:58und die wirtschaftliche Situation sich verbessert,
32:01dann könnte man sagen, dann hat Trump vielleicht auch diese Krise überwunden
32:05und hat zumindest in seiner eigenen Blase, bleibt er unangefochten.
32:12Aber das ist nicht gesagt.
32:15Die wirtschaftlichen Folgen können noch viele, viele Monate anhalten.
32:18Und in der breiteren amerikanischen Bevölkerung ist der Unmut über ihn deutlich gewachsen.
32:25Er ist bei den Meinungsumfragen, bei der Zustimmung jetzt unter 40 Prozent angelangt.
32:31Und für die Republikaner, die doch eine schwere Wahl auszufechten haben im November,
32:39sind da die Aussichten, dass sie da die Mehrheit im Repräsentantenhaus
32:45oder auch im Senat verteidigen können.
32:49Lang nicht mehr so gut, wie sie einmal waren.
32:51Und dann gibt es auch viele, viele andere Wahlen in den Bundesstaaten,
32:55auf Bezirksebene, in Schulkommissionen, alles Mögliche,
33:03wo Republikaner viele Jahre sehr, sehr gut abgeschnitten sind
33:07und wo eine Anti-Trump-Stimmung, Anti-Trump-Welle,
33:11die man sehr wohl jetzt schon in breiten Teilen der amerikanischen Bevölkerung beobachten kann,
33:17wo das sich alles sehr, sehr negativ niederschlagen wird.
33:20Man vergisst immer, wie viele Wahlen es tatsächlich in den USA gibt.
33:23Das geht ja runter bis zum lokalen Buchclub fast schon, wer da der Vorsitzende ist.
33:27Aber wenn wir bei Donald Trump bleiben und damit jetzt auch enden,
33:31Erik, wie viel Gefahr steckt deiner Meinung nach in einem US-Präsidenten,
33:35der diese Fülle an Macht hat, die du jetzt gerade auch skizziert hast,
33:38der offensichtlich, und das schreibst du auch in deinem Text, den wir übrigens auch verlinken,
33:42immer weniger Kontrolle über sich und seine Handlungen hat?
33:44Also, die Gefahr ist auf jeden Fall da.
33:47Vergessen wir nicht, er hat den Daumen auf dem Atomknopf,
33:51er könnte einen Atomschlag auslösen, gegen wen immer.
33:59Da gibt es aber Sicherheitsmechanismen, muss man auch dazu sagen.
34:01Ja, nicht wirklich.
34:02Er kann das ganz alleine?
34:03Also, er könnte, wenn er sagt, ich mache das jetzt,
34:06Amerika ist bedroht durch, was weiß ich, welches Land,
34:10ich werde die jetzt angreifen,
34:11am Ende, wenn er entschlossen ist, dann gibt es diese Mechanismen nicht mehr.
34:17Das stammt aus der Zeit des Kalten Krieges,
34:20wo es wichtig war, auf einen, sagen wir, möglichen Angriff,
34:23auf einen Atomschlag der Sowjetunion,
34:26möglichst schnell reagieren zu können.
34:27Also, ich glaube nicht, dass das wirklich hier in tatsächlich,
34:31vielleicht lässt es sich politisch oder menschlich,
34:33irgendwie lässt es sich noch davon abhalten,
34:35aber leicht wird es nicht sein.
34:36Vielleicht gibt es eine General, der sagt sicher nicht,
34:38ich aktiviere das nicht oder so, wer weiß.
34:40Das gibt es ja viele Filme, wo das ja auch letztlich auch durchgespielt wurde.
34:46Das, glaube ich, ist nicht das gefährliche Szenario.
34:48Ich glaube auch, dass er jetzt nicht unbedingt Dinge macht,
34:58die jetzt wirklich, wie gesagt, die Welt in die Luft sprengen wird.
35:03Er hat auch die Drohung, die iranische Zivilisation auszulöschen,
35:07am Ende doch nicht wahrgemacht.
35:09Aber ich glaube, die amerikanische Politik wird zunehmend noch einmal noch unberechenbarer werden,
35:15noch weniger zielgerichtet, als sie es ohnehin schon ist.
35:20Und meinem Gefühl nach ist es die amerikanische Bevölkerung,
35:28die am Ende, die amerikanische Wirtschaft, die Menschen, auch die Demokratie,
35:33wobei ich glaube, die wird überleben, gerade weil Trump seine geistigen Fakultäten etwas nachlassen,
35:39die da am Ende den höchsten Preis zahlen wird.
35:42Erik Freywer, das leitender Redakteur beim Standard,
35:46hat einen Text in seinem Newsletter geschrieben,
35:49verliert Donald Trump seinen Verstand.
35:51Link ist in den Shownotes.
35:52Vielen Dank, Erik, für deine Ausführungen heute.
35:54Sehr gerne, Daniel.
35:55Und wenn euch diese Folge gefallen hat,
35:57dann abonniert Thema des Tages auf der Podcast-Plattform eurer Wahl
36:00oder auch auf YouTube, wo wir jetzt immer öfter mit Videopodcasts vertreten sind.
36:04Kanal abonnieren und nicht vergessen, die Glocke zu drücken.
36:07Ich bin Daniel Retschitz-Ecke.
36:08Vielen Dank fürs Dabeisein.
36:09Bis zum nächsten Mal.
36:12Bis zum nächsten Mal.
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