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00:18Liebe ist genug
00:36Liebe ist genug
01:00Liebe ist genug
01:13Gute Herzung.
01:27Geht mal schon vor, ja, ich komm gleich.
01:40Weißt du, was ich mich die ganze Zeit frage?
01:44Was du hier eigentlich willst.
01:59Na, wie geht's?
02:00Man könnte nicht besser gehen, mit so einer Diagnose.
02:04Immer noch besser, als nicht zu wissen, was ist, oder?
02:07Besser Leute geben, die reden mit ihrem Hirntumor.
02:10Man hat immer einen Gesprächspartner, der nicht weglaufen kann.
02:13Ich könnte mich als Gesprächspartner anbieten.
02:15Oder Frau Dr. Peters.
02:17Ich weiß nicht, ob es die richtige Entscheidung war, mich hier untersuchen zu lassen.
02:21Es gibt in der Gegend nun mal keine bessere Neurochirurgin als die Frau Kollegin.
02:24Für den Fall, dass ich mich operieren lasse, ja.
02:29Sie wissen...
02:30Wir müssen dieses Gespräch bei euch nicht führen. Ich weiß schon, was Sie sagen wollen.
02:33Ja, entschuldigen Sie.
02:35Ich hoffe, dass die Kollegin Ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen kann.
02:39Indem die Raumtemperatur um drei Grad kälter wird, wenn sie zur Tür hereinkommt?
02:42Naja, höchstens ein Grad.
02:47Guten Morgen.
02:48Guten Morgen.
02:48Ich lasse Sie da mal rein.
02:53Du kannst mir viel erzählen. Ich sag dir jetzt mal was.
02:56Musst du nicht, Bruderherz.
02:58Oder willst du wieder allen die Welt erklären?
03:00Du lässt dich Jahre, Jahrzehnte hier nicht blicken.
03:04Und auf einmal kreuzt du hier auf.
03:07Na und?
03:09Ich brauch dich nicht.
03:10Aber unserer Mutter hast du das Herz gebrochen.
03:12Das ist doch mal wieder wie früher.
03:14Immer wieder ist er jämmerlicher Versuch, anderen ein schlechtes Gewissen zu machen.
03:18Unsere Mutter ist 87 Jahre alt geworden.
03:20Und jetzt kommst du an?
03:21Wegen deines Pflichtteils?
03:23Das ist doch wieder mal typisch.
03:25Fängst gleich mit der Erbschaft an.
03:27Du wirst deinen Heimvorteil schon genutzt haben, wie ich dich kenne.
03:29Auf den hast du ja verzichtet, weil es dir hier zu anstrengend wurde.
03:33Ich weiß genau, warum ich abhauen muss.
03:34Komm.
03:35Einfach verpisst hast du dich.
03:37Einfach verpisst, du feiger Faulung.
03:39Das muss ich mir von dir nicht bieten lassen.
03:50Bildmorphologisch spricht alles für einen gutartigen Tumor.
03:53Ich habe sie für ein Ange-MRT angemeldet.
03:56Wenn wir die Gefäßsituation kennen, können wir die Operation besser planen.
04:00Das Ziel unserer Therapiebemühungen ist eine vollständigere Sektion.
04:04Muss ich hier nicht erzählen.
04:06Ich kenne aber auch die Risiken dieser Operation.
04:08Verletzung des umgebenden Gewebes, Funktionsverlust, Ausfallerscheinungen.
04:12Sicher, aber...
04:13Und wir wissen, was das für eine Chirurgin bedeuten würde.
04:15Aber es gibt keine Alternative.
04:17Der Tumor wächst.
04:18Ihre Symptome Kopfschmerz, Übelkeit, Wesensveränderung werden sich verstärken.
04:23Er drückt auf das umgebende Gewebe.
04:25Dadurch kann es genau zu diesen Ausfallerscheinungen kommen.
04:29Ohne Operation ist das ein Fakt.
04:32Mit einer Operation nur eine statistische Wahrscheinlichkeit.
04:42Medizinische Fakten hören sich für den Patienten immer anders an als für den Mediziner.
04:47Auch wenn der Patient selbst Mediziner ist.
04:51Ja.
04:58Ey, was soll der Scheiß?
05:00Wie kann nur laufen?
05:01Das ist Herr Brünn, Wolfgang, 63 Jahre alt, Zustand nach Sturz, Thorax-Trauma, Verdacht auf Rückenfraktur.
05:07Außerdem schmerzempfindliches Abdomen, Verdacht auf stumpfes Bauch-Trauma.
05:10Das ist Herr Brünn, Thomas, 65 Jahre alt, fragliches Schädel-Hirn-Trauma, Kopfplatzwunde und Verdacht auf Klavikula-Fraktur rechts, ebenfalls
05:18nach Sturz.
05:18Wie, beide?
05:20Mhm, auf dem Südfriedhof.
05:22Sind Sie miteinander verwandt?
05:24Brüder.
05:26Sie übernehmen Herrn Wolfgang Brünn, ich übernehme Herrn Thomas Brünn, beide Herren sind gestürzt.
05:33Hat das weh?
05:34Bisschen.
05:35Haben Sie Probleme mit dem Magen?
05:37Ach, nichts Wildes.
05:39Chronische Gastritis, magengeschwürdig, auch schon mal.
05:43Das werden wir uns ansehen, wenn Sie schon mal hier sind.
05:47Wie darf ich mir das vorstellen? Sie und Ihr Bruder sind gestürzt.
05:50Spiel das eine Rolle.
05:52Der Unfallmechanismus ist schon wichtig für die Beurteilung Ihrer Verletzungen.
05:57Ja, war so eine Art Handgemenge.
06:00Und dabei sind Sie hingefallen.
06:03Der eine auf den anderen vielleicht?
06:06Wir sind abgerutscht und ins Grab gefallen zu unserer lieben Mutter.
06:18Oh, Jesus Maria.
06:22Das sieht ganz nach einer Rippenfraktur aus.
06:24Das ist ja herrlich.
06:25Und jetzt?
06:26Machen wir einen Ultraschall, um innere Verletzungen auszuschließen und danach geht's zum Thoraxröntgen.
06:31Und dann?
06:32Wenn Sie keine weiteren Verletzungen haben, sind Sie in vier bis sechs Wochen wieder fit.
06:36Was? Heißt das, sie kann vier bis sechs Wochen nicht arbeiten?
06:39Was arbeiten Sie denn?
06:40Ich bin Studiomusiker.
06:42Mit Gitarre.
06:44Haben Sie da viel zu tun?
06:45Geht so.
06:50Essen wir heute mal zusammen?
06:53Hm.
06:55Herr Wolfgang Brünn hat eine Rippen-Serienfraktur.
06:58Da schlägt er auf dem Magen?
07:00Hey, guck mal hier.
07:02Der OP-Plan.
07:04Du bist nur vormittags dran.
07:05Was wir wollten, das ist doch super.
07:07Nein, guck mal, was ich zu operieren habe.
07:11Herr Nieren, Metallentfernung, wenn's hochkommt, vielleicht mal eine Hüftern-Opothese.
07:15Alles Anfänger-OPs.
07:16Alles Patienten, die froh sind, einen erfahrenen Operateur zu haben.
07:20Ja, aber wenn das so weitergeht, dann bin ich bald abgeengt als Chirurg.
07:23Du willst ja nicht ewig nur Frühdienst arbeiten.
07:25Und wenn Oskar sich in der Schule stabilisiert,
07:27Philipp, ich würde beruflich auch gerne ein bisschen mehr durchstarten.
07:30Ja, ich weiß.
07:32Gut, dann sehen wir uns später.
07:34Ja, oder?
07:34Danke.
07:37Hätten Sie einen Moment?
07:38Ja.
07:39Es geht um den OP-Plan.
07:42Ich weiß nicht, wie ich mich ausdrücken soll.
07:44Ja, dann reden Sie erstmal ins Unreine.
07:46Ich bin für Operationen eingeteilt, die man Ärzten in der Facharztausbildung überträgt.
07:51Sie sind eingeteilt, Ihrem Wunsch gemäß.
07:54Für Eingriffe, die sich aller Erwartungen nach nicht in den späteren Nachmittag erstrecken.
07:58Sie hatten gesagt, Sie haben Verständnis dafür, dass ich vorübergehe.
08:02Und die Veränderungen in Kauf nehmen, die sich daraus für Sie im Klinikalltag ergeben.
08:06Heißt das jetzt, dass...
08:07Hören Sie zu, Brentano.
08:08Kann sein, dass einige der Dinge, die Sie gerade tun, Sie unterfordern.
08:11Sie können nicht alles auf einmal haben.
08:15Ich behalte die Sache im Auge.
08:17Danke.
08:19Muss man Ihnen helfen, Brentano?
08:21Sie verstehen sich doch mit Dr. Hoffmann, oder?
08:23Ja.
08:25Es ging um den OP-Plan.
08:26Ich mache doch jetzt nur Frühschichten, wegen der Kinder.
08:29Ja, na und?
08:29Sie erwarten jetzt wohl hoffentlich nicht, dass gleich die Glocken läuten.
08:38Ach, Entschuldigung, ich wollte nur kurz nach Ihnen sehen.
08:40Aber nein, kommen Sie hier, Doktor.
08:43Haben Sie noch Kopfschmerzen?
08:44Uff, ist rauszuhalten.
08:47Unangenehmer sind die ganzen Begleitumstände, unter denen ich hier...
08:51Der kleine Unfall auf dem Friedhof.
08:53Sie glauben nicht, was wir hier jeden Tag hören.
08:55Na, Doktor, ich bin Jurist.
08:57Ich bliege eigentlich, Konflikte anders auszutragen.
09:00Sie und Ihr Bruder sind sehr verschieden.
09:02Ich habe ihn nicht mal erkannt.
09:04Die Stimme des Blutes hat bei mir offenbar Sprachhemmung.
09:07Wie lange haben Sie sich nicht gesehen?
09:10Ja, 77 Jahre weg und jetzt ist er wieder da.
09:13Und ich lande prompt, erst im Grab meiner Mutter und jetzt im Krankenhaus.
09:16Sie müssen nicht lange hierbleiben.
09:18Wir überwachen Sie für zwei Nächte, zur Sicherheit wegen Ihrer Gehörner Schütterung.
09:21Wenn Sie Schmerzen haben, melden Sie sich bei der Schwester.
09:24Sie bekommen dann ein Mittel.
09:26Dankeschön.
09:27Wie es Ihrem Bruder geht, haben Sie schon gehört?
09:29Kein Interesse.
09:35Wie war denn das Gespräch mit Dr. Peters?
09:38Ach, wie zu erwarten war, in einer sachlich-professionellen Atmosphäre.
09:42Ist manchmal nicht genug, oder?
09:44Ich muss später zum Angio-MRT.
09:47Natürlich hat unsere Kollegin mir nichts Neues erzählt, was die Operation und vor allem
09:50die Risiken anbelangt, aber...
09:53Was beschäftigt Sie?
09:56Wir wissen, dass ein Tumor im Frontale und eine Wesensveränderung beim Patienten bewirken kann.
10:01Darauf haben Sie Angst.
10:03Ich glaube, ich bin schon mittendrin.
10:06Wie lange wächst dieser Tumor schon in mir?
10:08Was ich in letzter Zeit gedacht und getan habe, was davon kam wirklich aus mir
10:12und was von diesem Ding da in meinem Kopf?
10:16Ich habe einen Parasiten im Hirn und der wird eines Tages die Kontrolle übernehmen.
10:19Das ist doch beängstigend, oder?
10:21Das ist ein bisschen Science Fiction.
10:24Ja.
10:26Und ich weiß nicht, wohin das führt.
10:28Aber wenn Sie jetzt nichts Konkretes beunruhigt...
10:30Na ja, ein paar Dinge gibt es da schon.
10:32Ich meine, was ist zum Beispiel mit Sex mit dem Chefarzt?
10:39Ja.
10:40Na gut.
10:41Ja, eben nicht gut.
10:44Sehen Sie, ich weiß ja noch nicht mal, ob das jetzt mein eigener Antrieb war, darüber zu sprechen.
10:49Ich glaube, es ist besser, Sie lassen mich jetzt allein.
11:03Machen Sie sich keine Sorgen. Ich kümmere mich um alles.
11:06Und wenn Sie was brauchen, rufen Sie an. Okay?
11:08Danke.
11:09Alles Gute.
11:19Deine Frau?
11:20Ach, was rede ich denn für ein Scheiß?
11:22Du bist ja garantiert geschieden, stimmt's?
11:25Meine Nachbarin.
11:27Und? Löstet ihr dich an?
11:28Du wirst es nicht wissen, aber es gibt noch andere soziale Interaktionen.
11:32Sie lässt sich nicht ran.
11:33Könntest du dich bitte an einen anderen Tisch setzen?
11:35Aber warum? Das sind doch Brüder.
11:37Ah ja, ganz vergessen.
11:38Garantiert seit 77, als ich drüben geblieben bin.
11:43Sind wahrscheinlich gar nicht schwer gefallen.
11:46Hast du mal daran gedacht, wie das für uns hier weitergegangen ist?
11:48Für mich und Mutter?
11:49Und wie hätte es für mich weitergehen sollen?
11:51Bitte schön, ich bin Musiker.
11:53Ach ja, stimmt ja.
11:56Kannst du dich erinnern, wie Sie 75 alle Bands verboten haben?
11:59Sollte ich warten, bis wir dran sind, bis ich im Knast wandere?
12:02Hätte er euch doch gar nicht betroffen.
12:03Bei eurem Niveau seid ihr doch immer unterm Radar geflogen.
12:06Weißt du was, du bist noch viel arroganter als früher.
12:09Nur wer sich verändert, bleibt sich treu.
12:12Und deine Allgemeinplätze, die kannst du ja sonst wohin stecken.
12:15Du hast dich zu mir gesetzt.
12:16Und es heißt übrigens Gemeinplätze.
12:19Was ist das?
12:20Ich hau dir einen in die Fresse, dann ist Ruhe im Karton.
12:23Hallo!
12:23Jetzt ist Schluss hier.
12:25Jetzt beruhigen wir uns erstmal.
12:27Ganz ruhig.
12:28Fuck for peace.
12:30Alles gut.
12:30Ja.
12:36Sie haben eine geschlossene Abteilung?
12:40Schade.
12:51Starke familiäre Dynamik, oder?
12:53Na, so kann man das auch nennen.
13:01Es ist nicht anders als ein normales MRT.
13:03Nur mit Kontrastmitteln.
13:05Es wird etwa 45 Minuten dauern.
13:07Mhm.
13:12Was sagen Sie Ihren Patienten,
13:14wenn Sie Angst vor einer Herzoperation haben?
13:17Das hilft mir jetzt auch nicht weiter.
13:18Erzählen Sie mir lieber was Lustiges.
13:23Ach, schon gut, vergessen Sie es.
13:25Gut, dann lassen Sie uns in die Radiologie gehen.
13:31Du, pass mal, wir machen das so.
13:33Morgen der Termin in Halle,
13:35da kann mich der Dr. Scholz vertreten.
13:37Na?
13:37Ja.
13:37Und nächste Woche diese Beruhigung.
13:41Warte mal, ich rufe zurück.
13:43Ja, ist gut.
13:44Was soll denn das jetzt hier?
13:46Tut mir leid, wir brauchen das andere Zimmer.
13:48Jeder Patient, jeder, aber nicht er.
13:49Ich möchte ein Einzelzimmer, ich zahle das gern.
13:51Ich habe schon mit der Pflegedienstleitung gesprochen.
13:54Es ist leider nichts frei.
14:01Als wärst du nie weg gewesen.
14:04Wo du auftauchst, gibt es Schwierigkeiten.
14:10So, dir zur Beruhigung.
14:12Ich bin mit einem Makler im Gespräch.
14:13Wir verkaufen das Haus so schnell wie möglich.
14:15Mutter wollte es so.
14:16Und dann kannst du ja wieder...
14:18Was, wenn ich gar nicht verkaufen will?
14:20Wenn ich mich hier niederlassen will?
14:24Alte Heimat.
14:25Heimat?
14:26Ja.
14:26Ja, kannst du mich denn auszahlen?
14:28Haha, schon wieder für alles einen Plan.
14:31Ja, die Pläne machen wirst du doch ganz groß.
14:34Karriere in Hamburg, Platten.
14:36Die Welt wartet auf Wolfgang Brünnen.
14:38Ich wusste, dass ich hier keine Chance habe.
14:40Ich hatte eine.
14:42Hat es sich aber dann erledigt durch deinen Abflug.
14:44Ja, spätestens teils du merken müssen, wie blöd du warst, dass du hier geblieben bist.
14:49Hier ging doch alles den Bach runter.
14:51Übrigens auch deine ganze Chance.
14:52Und unserer Mutter!
14:54Die letzten zehn Jahre war sie pflegebedürftig.
14:58Ich geh jetzt auch rauchen.
14:59Ja, geh rauchen.
15:00Geh rauchen.
15:01Machst du ja immer, wenn's unbequem wird.
15:03Was meinst du denn damit, hm?
15:05Was du mir damals meine Eva ausgespannt hast, hm?
15:08Glaubst du, ich hab das nicht geschnallt?
15:10Übrigens auch ein Grund, weshalb ich nicht mehr zurückkommen wollte.
15:13So, kommen noch mehr Gründe?
15:15Oder können wir die Liste damit abschließen?
15:17So, was mach auf, das mit Eva hatte null Bedeutung.
15:20Für mich nicht und für dich schon gar nicht.
15:23Was ist jetzt los?
15:26Wolfgang.
15:27Wolfgang.
15:28Oh!
15:30Oh!
15:43Da sind Sie ja wieder.
15:44Können Sie mich verstehen?
15:46Nicht erschrecken?
15:50Wie geht's Ihnen, Herr Brühl?
15:52Ich will dann mal nach oben gehen.
15:54Darauf werden Sie in Zukunft wohl verzichten müssen.
15:57Magenschmerzen, Schwindel, Schwäche.
15:58Passiert Ihnen das in letzter Zeit öfter?
16:00Oh, mir geht's oft nicht so gut.
16:02Sie sind starker Raucher.
16:03Wie sieht's denn aus mit Alkohol?
16:06Wie sagt man, für gewöhnlich?
16:08Nur, wenn beste Freunde kommen.
16:11Sie haben ein blutendes Magengeschwür.
16:13Wir konnten die Blutung stoppen.
16:15Dann ist alles wüsstens.
16:17Die Magenschleimhaut sah verdächtig aus.
16:19Ich hab Gewebeproben entnommen und zur weiteren Untersuchung eingeschickt.
16:22Das Ergebnis steht noch aus.
16:24Vielleicht will ich das ja gar nicht so genau wissen.
16:29Ist da eine Nachricht für mich?
16:31Nein, ist nichts.
16:32Schönen Freierabend.
16:48Ich hab's dir ja schon gesagt.
16:50Es tut mir wirklich sehr leid.
16:54Dr. Peters kriegt das schon hin.
16:55Du bist bei ihr im besten Händen.
16:56Ja.
17:01Ich wünsch dir alles Gute, Maria.
17:05Danke.
17:18Oh.
17:19Auf Feierabend?
17:20Ja.
17:21Wollen wir was zusammen essen gehen?
17:23Ich hab gerade keinen Hunger.
17:25Danke.
17:26Spazieren?
17:27Sie müssen sich wirklich keine Sorgen um mich machen.
17:29Das tue ich aber.
17:32Ich war nach dem Gespräch mit Dr. Peters heute etwas dekompensiert.
17:36Und es tut mir leid.
17:36Meine Offenheit hat sie in eine blöde Situation gebracht.
17:38Aber jetzt muss ich Sie bitten.
17:41Sie sollten heute Abend nicht alleine sein.
17:45Genau andersherum.
17:47Ich brauche Zeit für mich.
17:49Allein.
17:50Also ich danke Ihnen.
17:52Einen schönen Abend.
18:51Untertitelung des ZDF, 2020
19:17Untertitelung des ZDF, 2020
19:33Untertitelung des ZDF, 2020
20:16Untertitelung des ZDF, 2020
20:17Ich habe bei Herrn Brünnen
20:19ein Magenkarzinom diagnostiziert
20:22Dann hat ihm das Familientreffen
20:23auf dem Friedhof das Leben gerettet
20:25Er will sich nicht behandeln lassen
20:26Vielleicht eine Abwehrreaktion
20:28Weil er nicht bereit ist, die Diagnose anzunehmen
20:30Wenn er den ersten Schrecken überwunden hat
20:32denkt er bestimmt anders darüber
20:33Ich glaube nicht
20:35Wenn er wirklich nicht will
20:36Dann werden wir ihn umstimmen
20:39Vielleicht erreichen wir ihn über seinen Bruder
20:42So wie beide zueinander stehen
20:43eben darum
20:51Guten Morgen
20:54Morgen
20:56Ja, schon irgendwie ein Teufelskreis
20:59dass wir uns dauernd beieinander entschuldigen, oder?
21:01Ich weiß gar nicht, wer aktuell dran ist
21:07Noch mal zu gestern Abend
21:09Ich glaube, ich bin es einfach nicht mehr gewöhnt
21:11dass jemand sich Sorgen um mich macht
21:12Dann wird es Zeit
21:14Für jemanden?
21:16Oder fürs Sorgen machen?
21:18Nein, im Ernst, ich glaube
21:20Ich will einfach gar nicht so viel
21:21über all diese Sachen nachdenken
21:23Im Moment geht es mir nämlich eigentlich ganz gut
21:25Das ist doch wunderbar
21:27Vielleicht brauchen Sie ja nur ein bisschen Ablenkung
21:30Wollen wir was zusammen unternehmen?
21:31Was denn?
21:33Sie haben die Wahl
21:35Gut, ich denke mir was aus
21:37Gut
21:37Ich freue mich drauf
21:39Ich freue mich auch
21:48Guten Morgen, Herr Brünnen
21:49Wie geht es Ihnen?
21:50Könnte schlimmer sein
21:51Herr Doktor, ich komme wegen meines Bruders
21:53Ich habe das gesehen
21:54Er hat Blut gespuckt
21:55Er hat einen Magen geschwürt
21:59Was sagt denn Ihr Bruder?
22:01Achso, dann ist er also nach Leipzig gekommen
22:03Um sich auch befinden zu lassen
22:05Eher nicht
22:05Ihr Bruder lehnt ärztliche Hilfe ab
22:08Morgen machen wir noch ein Kontrollröntgen
22:09Und wenn alles in Ordnung ist, wird er entlassen
22:12Auf eigenen Wunsch
22:14Also wenn irgendwas mit so einer Krankenversicherung nicht stimmt
22:16Dann könnte ich natürlich...
22:17Nein, nein, mit der Krankenversicherung ist alles in Ordnung
22:19Ich habe Ihren Bruder vollumfänglich über seinen Zustand aufgeklärt
22:22Über die Konsequenzen
22:23Wenn er sich nicht behandeln lässt
22:26Ich muss seinen Willen akzeptieren
22:28Danke
22:32So, unser 1a Frühstück Continental
22:36Sehr Continental
22:38Das ist Schonkost für Ihren Bruder
22:40Kannst du wieder mitnehmen?
22:42Das hier ist Continental
22:47Dankeschön
22:48Dankeschön
22:48Sehr gerne
22:49Die Puddingsuppe ist wirklich gut
22:55So, noch brauchst du solche Auftritte?
22:57Trittst den Hungerstreik?
22:59Lässt dich nicht behandeln?
23:01Woher weißt du denn schon wieder, was ich habe?
23:03Ist ja wie früher
23:06Haben die hier noch nie was für eine Schweigepflicht gehört?
23:09Ich weiß nur, dass du medizinische Hilfe ablehnst
23:12Wolfgang
23:12Ich kann doch eins und eins zusammenzählen
23:15Wenn man dich husten hört
23:16Ich bin starker Raucher und habe chronische Bronchitis
23:19Was ist das alles?
23:20Du bist zusammengebrochen
23:21Du hast Blut gespuckt
23:22Und?
23:23War die Spurensicherung schon da?
23:26Mit dir kann man kein normales Gespräch führen
23:30Ich fand die Gedanken immer sehr befreiend
23:32Dass es keinen juckt, wenn ich mal abkratze
23:40Das wirst du mir doch hoffentlich nicht kaputt machen
23:48Sie wechseln dann in die Nachtschicht
23:49Ja, danke
23:54Ärger?
23:55Wenn das schon Ärger ist
23:56Und du?
23:58Ah, unsere Brüder
24:01War übrigens nicht so toll unsere Idee mit dem Zimmer
24:03Ja, der Jüngere hat einen Magen-CA
24:05Gut, dass er bei seinem Bruder ist
24:08Wolfgang Brünn lehnt die Behandlung ab
24:10Umso wichtiger, dass Sie miteinander reden
24:12So wie gestern in der Cafeteria?
24:14Lass dir was einfallen
24:15Und was?
24:16Ein Rollenspiel? Familienaufstellung?
24:18Ich bin Chirurg, kein Gesprächstherapeut
24:20Du willst dem Patienten helfen?
24:22Der leider beratungsresistent ist
24:24Hier sind Sie
24:26Was haben Sie denn mit Herrn Brünn gemacht?
24:28Welchen?
24:29Mit dem Anwalt
24:29Achso, das ist Dr. Halmanns Patient
24:31Was soll denn mit dem los sein?
24:32Der stand gerade auf dem Gang
24:34Als hätten Sie ihm sein Todesurteil verkündet
24:36Hat er den Eindruck auf Sie gemacht?
24:38Herr Doktor, ich weiß wirklich nicht
24:39Was hier schon wieder gespielt wird
24:40Aber die Kanzlei Brünn, Haferbeck und von Scholz
24:43Ist eine der wichtigsten in Leipzig
24:45Vergessen Sie das bitte nicht
24:46Philipp
24:48Lass es
24:59Haben Sie mit Ihrem Bruder gesprochen?
25:00Sie wirkten betroffen vorhin
25:02Wolfgang und ich sind uns fremd
25:04Ich weiß nicht, was ihn treibt
25:06Ich hab mir immer einen Bruder gewünscht
25:08Bin allein aufgewachsen
25:09Sehr gut für Sie
25:10Enttäuschung weniger
25:12Mein Bruder ist im Grunde nie erwachsen geworden
25:15Beneiden Sie ihn manchmal darum?
25:18Das müssen wir eben mal erklären
25:20Seit ich denken kann
25:21Ist mein Bruder nur seinem Ego gefolgt
25:23Als ich das nach Hamburg rief
25:24War für mich die Karriere hier beendet
25:26Ich konnte als Justiziar in der Klitsche
25:28Bei Leipzig verschimmeln
25:29Und was hatten Sie denn so für Aussichten?
25:31Ach, darum geht's ja gar nicht
25:32Dass er uns das sehnten Auges angetan hat
25:35Verstehen Sie?
25:36Er war immer der Liebling unserer Mutter
25:38Aber als sie gepflegt werden musste
25:39Da war er nicht da
25:40Der Zustand Ihres Bruders
25:42Erfordert schnelles Handeln
25:43Ich konnte leider nichts tun
25:46Und wenn Sie alle negativen Gefühle nehmen
25:48Die er in Ihnen weckt
25:49Und dagegen die Möglichkeit
25:50Ihnen doch noch zu helfen
25:51Das gibt's doch in der Juristerei auch
25:53Eine Rechtsgüterabwägung
25:56Originell
25:58An Ihnen ist wohl ein Psychologe verloren gegangen
26:02Könnten Sie das mal meiner Frau sagen?
26:23Ich hatte eher an eine Vernissage oder ein Konzert gedacht
26:27Ach, dafür sind Sie doch gar nicht der Typ
26:30Danke
26:30Also Sie haben wohl das
26:32Na gut
26:33Also, was machen wir jetzt?
26:35Ich will unbedingt Zuckerwatte essen
26:37Und ich will mit einem Luftgewehr schießen
26:39Oh, da sind Pfeile
26:40Das macht auch Spaß
26:41Das machen wir danach
27:04Kann man denn hier nicht in Ruhe schlafen?
27:08Du bist doch wach
27:13Früher hast du dann immer mit dem Transistor
27:15Hat hier unter der Bettdecke gelegen
27:17Was?
27:19Und um mir das zu erzählen
27:20Machst du das Licht an?
27:24Ich glaub dir nicht
27:26Dass du es einfach aufgibst
27:28Was weißt du denn schon von mir, Bruderherz?
27:31Das ist so ein Lebenengst
27:33Tja
27:36Fragt sich nur an welchem
27:40Lass dich behandeln, Wolfgang
27:42Mensch, du bist gerade 62
27:45Hast noch jede Menge vor dir
27:48Ich bin einfach nicht mehr
27:52Kannst du das nicht verstehen?
27:54Doch
27:56Aber
27:57Was kann man noch ändern?
27:59Hör doch auf, mit dem alles ändern zu wollen
28:01Dich, mich, die ganze Welt
28:04Thomas, wir sind so alte Säcke, auf die keiner mehr wartet
28:08Lass mich nur
28:10Das ist noch nicht ausdiskutiert
28:12Ja
28:14Das hast du früher auch schon immer gesagt
28:16Jetzt war das Licht aus
28:20Sie haben da was
28:24Was machen wir denn jetzt?
28:26Es ist so schade, dass es hier keine Wahrsagerin gibt
28:29Ja, aber das rechnet sich doch nicht
28:30Die Leute haben schon mit der Gegenwart genug zu tun
28:33Also mir hätte es was gebracht
28:35Was wollen sie denn wissen?
28:37Also als erstes Mal
28:38Wie lange wir beide uns eigentlich noch so albern siezen
28:43Ja, das habe ich mir auch schon gefragt
28:46Und als zweites
28:47Wüsste ich gerne, warum das Schicksal eigentlich immer genau dann zuschlägt, wenn ich gerade anfange
28:51Ah!
28:51Ah!
28:53Ah!
28:54Ah!
28:54Ah!
28:55Ah!
28:55Ah!
28:57Ah!
29:01Juhu!
29:02Ah!
29:03Ah!
29:05Ah!
29:09Ah!
29:10Ah!
29:13Ah!
29:14Ah!
29:26Wolfgang
29:31Wolfgang
29:33Wolfgang?
29:59Was machst du denn hier?
30:02Meine Rauchen, das siehst du doch. Und einen Platz, wo ich meine Ruhe habe.
30:12Wovor denn?
30:13Vor allem vor dir.
30:17Ja, tut mir leid, dass das mit dem Plüschlöwen nicht geklappt hat.
30:21Dafür!
30:21Ja, immerhin. Was machen wir jetzt?
30:25Jetzt gehen wir nach Hause.
30:27Und jeder verkriecht sich wieder in seinen Baum und fragt sich, warum es nicht jeden Tag so sein kann wie
30:32heute Abend.
30:43Mein, ist das schön!
30:46Ach und guck mal, ich glaube, da hinten ist dann irgendwo mein Hotel.
30:53Apropos, ich habe mir da was überlegt.
30:55Echt? Das nenne ich Multitasking.
30:59Was hältst du davon, wenn wir nachher noch zu mir gehen?
31:02Zu dir?
31:03Ja, ich weiß, es hört sich komisch an, aber es ist gemütlicher als in deinem Hotel.
31:07Und du bist nicht alleine.
31:10Pension zur guten Laune, oder was?
31:12Ja, und wenn es dir gefällt, dann kann es auch noch länger bleiben.
31:15Echt?
31:17Das ist sehr nett, Martin.
31:19Aber wie stellst du mir das vor? Ich meine, wie lange soll das so gehen?
31:23Na ja, erst mal vielleicht bis zu deiner Operation.
31:31Welche Operation?
31:38Juhu!
31:39Danke!
31:40Du wolltest jetzt hier nicht etwa...
31:44Runterspringen?
31:46Dazu fehlt mir leider der Mut.
31:49Was ist dir denn schreckliches Widerfahren?
31:52Nichts.
31:54Sonst ist es ja gerade.
31:58Ich war ziemlich jung, als ich abgehauen bin.
32:02Und ich wollte es euch allen zeigen, weil mir klar war, dass das hier nicht läuft.
32:10Sagst du ja nicht mal falsch, wie man heute weiß.
32:16Du warst immer so selbstsicher.
32:20So, wie sagt man damals so, so zielstrebig, mit Betonung auf strebig.
32:29Ich hatte nur meine Musik.
32:32Jeder hat das gemacht, was er am besten kann?
32:35Ja.
32:37Aber manchmal war ich das eben nicht.
32:41Ich fand dich nicht schlecht.
32:44Das hast du mir nie gesagt.
32:46Ach, Wolfi.
32:48Du hast so schon geglaubt, du wärst der Karl aus Santana.
32:51Aber du warst der Santana aus Leipzig Südwest.
32:53Ja.
32:54Das hab ich aber leider erst in Hamburg geschnallt.
32:59Lief nicht so?
33:01Überhaupt nicht.
33:04Aber ich hätte es wenigstens versuchen können, ohne gleich alle Brücken hinter mir abzubrechen.
33:12Ich hätte mir zwei Jährchen gegeben, wär zurückgekommen.
33:16Aber das ging nicht.
33:18Aber jetzt sag mal 2018.
33:21Mensch Wolfgang.
33:23Drei Stunden ICE aus Hamburg.
33:25Wären doch irgendwann seitdem mal drin gewesen.
33:28Ich war in Amerika.
33:31Und in Kanada.
33:34Aber da leider nur als Roadie, falls dich das interessiert.
33:38Was ist denn das?
33:40Das sind die Jungs, die den Bands die Anlage auf und ab bauen.
33:45So, und jetzt weißt du auch, warum ich nicht mehr zurückkommen wollte.
33:49Ich hab euch hier nämlich die ganze Scheiße eingebrockt, um für andere die Technik zu buckeln.
33:55Mit Schmutter wär das egal gewesen.
34:00Ich hab die ganzen Jahre mit ihr telefoniert.
34:05Sie hat ihr nie was von gesagt.
34:09Hatte Angst, bekommst Schwierigkeiten.
34:15Später wollte ich da nicht mehr.
34:19Ja.
34:19Und sie hat gedacht, du wärst ein gefragter Studiomusiker.
34:25Jawohl, Fie. Jawohl, Fie.
34:30Ihr größter Wunsch war, dass wir beide uns wieder aushöhnen.
34:46Er klang sehr entschieden.
34:48Vielleicht hat er gute Gründe, sich nicht behandeln zu lassen.
34:50Auch noch gute Gründe.
34:51Sie sagen doch selbst, dass seine Aussichten gar nicht so schlecht sind.
34:54Wenn das partout ablehnt.
34:55Ich finde, wir mischen uns auch in die familiäre Situation ein.
34:59Das tun wir immer, wenn wir in einer Familie ein Mitglied erhalten.
35:02Sie wissen, was ich meine?
35:04Nein.
35:05Ich kann ja immer mit ihm reden.
35:07Wir sind verabredet. Jetzt.
35:09Wie Sie meinen.
35:09Ich bin in einer halben Stunde bei dir.
35:11Ich muss erst mit einem Patienten sprechen.
35:12Danke, Herr Kollege.
35:18Probleme?
35:20Ich glaube, der hat Familienstress.
35:21Familie ist doch immer Stress.
35:23Passt du auf, dass mit Herrn Brünn alles klappt.
35:25Was meinst du?
35:26Das ist doch dein Patient, oder?
35:27Ach, der Herr Brünn.
35:28Das ist ein wichtiger Mann.
35:30Alle Patienten sind bei uns wichtig.
35:32Alles gut, Sarah.
35:33In 30 Minuten.
35:59Ja?
36:00WG-Ansage, Frühstück gibt's in der Küche.
36:03Ach.
36:04Komm mal einen Moment her.
36:09Ich hab lange nicht so gelacht wie gestern Abend.
36:11Ja.
36:13Das war sehr schön.
36:15Und dass du dir so viele Gedanken über mich machst, das finde ich...
36:17Das ist selbstverständlich.
36:19Genau nicht.
36:21Jetzt ist es wieder so...
36:22Ich frag mich schon wieder...
36:25Meine Stimmung, kommt die von hier oder...
36:28doch von hier oben aus der Einlegerwohnung?
36:30Nimm dich so, wie du bist.
36:32Genau, das ist es ja.
36:33Hättest du gestern ein Wort gesagt.
36:36Ich hätte mit dir geschlafen.
36:41Und jetzt wüsste ich wieder nicht, wie ich heute damit aufgewacht wäre.
36:44Naja.
36:46Es ist ja nichts passiert.
36:55Wir würden den betroffenen Bereich des Magens großzügig ausschneiden
36:59und die umgebenden Lymphknoten entfernen.
37:01Wenn sie sich von der OP erholt haben, beginnen wir mit einer Chemotherapie.
37:06Ich habe gehört, dass einem dahinter ziemlich...
37:09ziemlich dreckig jedenfalls schlimm ist.
37:11Das ist individuell sehr verschieden, aber möglicher.
37:16Aber...
37:16vielleicht erklären Sie mir mal,
37:19wofür sich dieser ganze Zeugus eigentlich lohnt.
37:24Herr Brunnen, Sie haben ein großes Glück,
37:26dass wir den Krebs bei Ihnen in einem frühen Stadium entdeckt haben.
37:29Meistens wird so etwas diagnostiziert, wenn keine Heilung mehr möglich ist.
37:34Wir haben bei Ihnen keinen Hinweis auf eine Metastasierung gefunden.
37:36Sie haben eine echte Chance.
37:38Sie müssen das entscheiden.
37:40Aber ich möchte, dass Sie alle Fakten haben,
37:41um die Entscheidung so zu treffen, dass Sie es später nicht bereuen.
37:47Sie und Ihr Bruder hatten länger keinen Kontakt.
37:50Ja.
37:51Aber ich gehe in den Schoß der Familie zurück.
37:54Obwohl...
37:55viel Familie ist da nicht mehr.
37:58Für Ihren Bruder auch nicht.
37:59Ich glaube,
38:01er würde gerne ein paar Dinge in Ordnung bringen.
38:04und ich werde das Gefühl nicht los, dass Sie das auch gerne täten.
38:23Also...
38:24Ärger?
38:25Wolfgang Brünn lässt sich operieren.
38:28Wer ist denn das geschafft?
38:28Dr. Heilmann hat...
38:31Er will, dass ich operiere.
38:33Und er assistiert mir.
38:35Das wird ja immer besser.
38:37Es ist heute Nachmittag.
38:39Später Nachmittag.
38:42Mach es.
38:43Aber heute ist Elternabend.
38:45Bei Oskar.
38:45Ich denke mir was aus. Und du operierst.
38:48Danke.
38:51Danke? Das hättest du doch auch für mich getan, oder?
38:57Natürlich.
38:59Was denkst du denn?
39:00Zu spät. Und zu wenig.
39:04Guten Morgen.
39:06Haben Sie einen Moment Zeit?
39:09Ja.
39:11Bitte.
39:15Ich habe mir die Sache überlegt.
39:18Das ist gut.
39:19Sie wissen ja noch gar nicht, mit welchem Ergebnis.
39:21Es wird eine wohl abgewogene Entscheidung sein.
39:25Ja.
39:26Ich fühle praktisch jeden Tag, wie der Tumor mich verändert.
39:30Inwiefern?
39:31Ich tue Dinge...
39:34Ich treffe Entscheidungen, die ich noch vor acht Wochen für völlig absurd gehalten hätte.
39:39Ich verstehe.
39:40Wissen Sie, ich glaube nicht so daran, dass Menschen sich grundsätzlich ändern können.
39:46Wenn es aber passiert, möchte ich nicht, dass ein Tumor der Grund dafür ist. Verstehen Sie das?
39:50Ja.
39:53Und deshalb möchte ich, dass Sie mich operieren.
39:58Es ist gut, dass Sie sich so entscheiden.
40:01Dann sollten wir uns gleich morgen früh treffen, um einen Termin festzulegen und mit den Vorbereitungen zu beginnen.
40:07Gut. Danke.
40:09Nicht dafür.
40:14Morgen.
40:16Guten Morgen.
40:17Morgen.
40:19Wir operieren gleich.
40:20Gibt es neue Entwicklungen bei Dr. Weber?
40:22Sie will die Operation.
40:24Das haben Sie gut gemacht.
40:25Nein, nein, das kommt ganz von ihr.
40:30Ja.
40:30Er hat großes Glück gehabt. In ein paar Monaten?
40:33Er ist zu spät gewesen, ja.
40:34Klemmen.
40:36Trotzdem wird er sein Leben umstellen müssen.
40:39Ich hoffe, er schafft das.
40:41Nach eigenen Angaben hat er eher auf eine Leber- oder Lungentransplantation hingearbeitet.
40:47Spülen, bitte.
40:53Übrigens, Sie haben nichts verlernt.
40:54Ich werde ihn auch in Zukunft gerne assistieren.
40:58Danke.
41:06Wo kommst du denn jetzt her?
41:08Na, woher? Vom Elternabend.
41:09Ach.
41:09Alles in Ordnung?
41:11Dr. Heilmann meint, ich hätte es noch drauf.
41:15Na, siehst du.
41:18Könnte aber auch heißen, ich kann weiter die Pille-Baller-OPs machen.
41:20Es gibt keine Pille-Baller-Operation, das wissen wir doch.
41:24Und?
41:25Was war beim Elternabend?
41:27Ist doch ein bisschen schwierig, Bo Oskar.
41:29Der kommt noch nicht so richtig aus sich raus.
41:31Ich sollte niemand zu Hause erleben.
41:35Mann, Thomas, wenn Mutter uns jetzt sehen könnte, das wär was.
41:42Aber nach unserem Probesprung roll ich in die Kiste, muss ich sagen,
41:46bin ich froh, dass ich noch hier bin.
41:48Was?
41:50Was macht man jetzt mit Mutters Haus?
41:54Weiß ich nicht.
41:56Wir sind da zusammen groß geworden.
41:59Und jetzt sind wir erwachsen.
42:01Ja.
42:02So ich zumindest.
42:04Du?
42:06Zieht sich wieder in die weite Welt.
42:08Das Problem ist nur, dass ich mich da überall hin mitnehmen muss.
42:13Dann kannst du eben so gut zu Hause bleiben.
42:15Fragt sich nur, wo das ist.
42:17Thomas, ich kann dich nicht ausbezahlen.
42:21Wie wär's?
42:25Wenn wir beide in Mutters Haus ziehen.
42:29Also, wir können das zusammen vielleicht?
42:33Warum nicht?
42:35Okay, dann könnte ich mir ja vielleicht im Keller unten ein Studio einrichten.
42:39Im Dachboden?
42:41Wieso?
42:41Ne, du gehst mal schön nach oben.
42:43Wie dein Quall mich durch das Ganze auszieht.
42:45Ich darf da gar nicht mehr rauchen.
42:49Thomas, wir sollten uns das Ganze aber sehr genau überlegen.
42:55Aber ich meine, bei genauer Betrachtung stehst du doch jetzt viel besser da, als wenn ich damals hier geblieben wäre
43:01und du deine Funktionärsnummer durchgezogen hast, oder?
43:06Soll ich mich auch noch bei dir bedanken, oder?
43:08Bisschen schon.
43:09Jetzt kommen wir dir erstmal in Reihe Klamotten.
43:11Was hast du jetzt gegen meine Klamotten?
43:13Hast dich mal im Spiegel gesehen?
43:15Ey, pass auf, was du sagst. Da drüben ist ein openes Loch, ja?
43:18Hör dir mal keinen Scheiß, Junge!
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