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00:08Marlene wurde über 15 Jahre von ihrem Mann betäubt und vergewaltigt.
00:13Oh Gott, da macht man sich so keine Gesang mit Euro.
00:18Videos davon hat er im Internet mit anderen geteilt.
00:21Ich habe ihn geliebt.
00:23Ich wusste nicht, wie ich mir diese Liebe aus dem Herzen reißen soll.
00:27Ihr Mann war Teil eines internationalen Vergewaltiger-Netzwerks.
00:33Ich würde gerne meine Tochter betäuben und schreibt mir DM für Vergewaltigergruppe.
00:38Meine betäubte Frau.
00:40Unsere Recherchen haben dieses Netzwerk aufgedeckt und Ermittlungen in mehreren Ländern ausgelöst.
00:46Bei der Polizei kommt es zu gravierenden Versäumnissen.
00:49Da ist der Fehler tatsächlich zweimal passiert.
00:52Und das macht die ganze Sache nur noch schlimmer.
00:55Und Marlenes Fall hat auch die Politik erreicht.
00:58Welche politischen Konsequenzen ziehen Sie aus diesem Fall?
01:09Es ist jetzt ein Jahr her, dass wir unser erstes Video zum Vergewaltiger-Netzwerk veröffentlicht haben.
01:14Wir hatten uns online undercover in ein internationales Vergewaltiger-Netzwerk eingeschleust.
01:19Darin geht es um das heimliche Betäuben und Vergewaltigen von Frauen, meist aus dem nächsten Umfeld.
01:26Die Mitglieder dieses Netzwerks sind international organisiert.
01:31Auf frei zugänglichen Internetseiten teilen die Nutzer Videos und Fotos mutmaßlicher Vergewaltigungen.
01:37Wie hier auf motherless.com, einer Pornoseite, auf der jeder Inhalte hochladen kann.
01:44Abgebildet sind hier teils schwerste Sexualstraftaten.
01:47Wir zeigen die Aufnahmen daher nur stark verfremdet.
01:52Wir haben uns auch Zugang zu Chatgruppen auf dem Messenger-Dienst Telegram verschafft.
01:58Die Nutzer tauschen sich hier detailliert über mutmaßliche Taten aus, geben Anleitungen.
02:04Manche Nutzer gehen scheinbar in Echtzeit auf Anweisungen anderer ein.
02:09Dieser teilt ein Video einer offenbar schlafenden oder bewusstlosen Frau.
02:15Ein anderer kommentiert,
02:18Benutze ihre Hand.
02:20Er macht es und schickt ein Video.
02:28Hier 7.390 neue Nachrichten.
02:3373.000 Mitglieder.
02:36In dem Vergewaltigernetzwerk sind wir auch auf diesen Mann gestoßen.
02:40Wir nennen ihn Nils.
02:42Er hat über 15 Jahre lang Vergewaltigungsaufnahmen von seiner Frau ins Netz gestellt.
02:50Auf diesem Foto ist zu sehen, wie sie bewusstlos vergewaltigt wird.
02:55Nils hat im Internet offen mit seinen Taten geprahlt, auf Fragen anderer geantwortet.
03:00Schläft sie natürlich oder wurde sie betäubt?
03:02Glaubst du wirklich, dass sie so tief schläft?
03:04Nils Videos hatten auf dieser Seite über 14 Millionen Aufrufe.
03:09Alleine dieses Video hier wurde fast vier Millionen Mal angeklickt.
03:19Als wir 2023 in die Vergewaltigergruppen auf Telegram kommen,
03:23in denen auch Nils aktiv ist, fragen wir das Bundeskriminalamt dazu an.
03:27Denn wir beobachten dort mutmaßliche Vergewaltigungen
03:29unter offenbar lebensgefährlicher Betäubung.
03:32Wir weisen auch auf Nils hin.
03:34Das BKA antwortet damals, man werde die Informationen an die Polizei Hamburg weiterleiten.
03:39Denn unsere Redaktion befindet sich in Hamburg.
03:42Doch ein Jahr später, im Herbst 2024, sehen wir dann, dass Nils ein weiteres Video hochgeladen hat.
03:51Und er antwortet unserem Undercover-Profil.
03:55Ich bin gerade dabei, meiner Stute was unterzumischen. Mal schauen, was noch so geht heute Abend.
04:00Er kündigt also an, seine Frau zu betäuben. Aber wieso ist Nils überhaupt noch aktiv?
04:05Wir hatten das BKA vor über einem Jahr auf ihn hingewiesen.
04:09Also schreiben wir dem BKA nochmal.
04:11Wieder heißt es, unsere Anfrage werde an die Polizei Hamburg weitergeleitet.
04:16Schließlich fragen wir im Oktober 2024 direkt in Hamburg nach.
04:20Erst jetzt beginnt die Polizei Hamburg zu ermitteln und übergibt den Fall kurze Zeit später an die zuständige Polizei in
04:27Niedersachsen.
04:27Weil sie herausfinden, dass Nils dort lebt.
04:30Die Polizisten durchsuchen sein Haus. Und da erfährt auch Nils Frau Marlene von allem.
04:36Ein paar Monate nach der Hausdurchsuchung können wir sie treffen. In einer Ferienwohnung.
04:44Ich wurde von meinem Mann in den letzten 15 Jahren betäubt, misshandelt, geschlagen und vergewaltigt.
04:54Das alles hat ja auch noch gefilmt und ins Internet gestellt und sich in verschiedenen Chatforen damit gebrüstet.
05:05Wie blicken Sie heute auf ihn?
05:07Ich habe ihn geliebt. Er war für mich mein Leben.
05:11Und ich wusste nicht, wie ich mir diese Liebe aus dem Herzen reißen soll, kann, dass ich zusammen mit meiner
05:23Dame von der Opferhilfe zur Polizei gegangen bin und habe gesagt, ich muss irgendetwas sehen.
05:29Ich muss irgendwas lesen, dass er das wirklich war, weil ich das nicht geglaubt habe.
05:35Ich durfte auszugsweise Chats lesen, wo ich dann wirklich auch an der Art, wie er es geschrieben hat, verschiedene Sachen
05:41gesehen habe, dass er das war.
05:43Und in dem Moment ist meine Liebe wirklich in Verachtung umgeschlagen.
05:49Er hat sich regelrecht feiern lassen, mit seinen Videos geschrieben, dass er mir Ohrfeigen gegeben hat, so sehr, dass ich
05:56den nächsten Tag über Kopfschmerzen geklagt hätte.
05:59Oder ein anderes Mal war die Zusammensetzung wohl nicht richtig, sodass ich den nächsten Tag sehr starken Durchfall hatte.
06:09Oh Gott, da macht man sich auch keine Gedanken darüber.
06:15Ob man den Tag dann Durchfall hat oder ob man Kopfschmerzen hat.
06:19Mein Gott, dann hast du was Falsches gegessen.
06:22Oder er hat dann ein anderes Mal im Chat geschrieben, die Dosierung war wohl nicht so richtig, denn sie hat
06:30nach Luft geschnappt und schwer geatmet.
06:34Ich habe schon befürchtet.
06:37Punkt, Punkt, Punkt.
06:38In Marlenes Fall wurde trotz Hinweisen über ein Jahr nicht ermittelt.
06:42Wie blickt sie darauf?
06:45Da bin ich so strachlos darüber, dass ich erfahren habe, dass das seit Juli 23 bekannt ist.
06:53Das ist unverständlich in meinen Augen.
06:55Da muss schneller reagiert werden.
06:57Denn es ist bei mir nachgewiesen, dass ich seit August alle 14 Tage betäubt und missbraucht und vergewaltigt wurde.
07:04Man hat bei uns zu Hause hunderte, hunderte Tabletten gefunden, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.
07:12Und irgendwann hätte mein Mann mich getötet.
07:18Damals hat die Polizei Hamburg schriftlich erklärt, sie hätten hier einen großen Fehler gemacht.
07:22Vor der Kamera wollten sie nicht mit uns darüber sprechen.
07:26Doch dann klappt es.
07:28Der Chef des Hamburger Landeskriminalamts gibt uns ein Interview.
07:32Hallo.
07:34Freut mich.
07:34Freut mich auch, dass ich die Zeit nehme.
07:36Bevor das Interview losgeht, hat der Pressesprecher gesagt, dass er bei bestimmten Themen eventuell eingreifen und darum bitten wird, dass
07:42die Kamera ausgemacht wird.
07:43Das ist mehrfach passiert während des Interviews.
07:46Wie sind Sie mit den Folgen umgegangen, die dieser Fehler hatte?
07:51Ja, wir haben erstmal eine extreme Betroffenheit hier alle verspürt.
07:57Auch ich ganz persönlich.
08:00Es gab hier mehrere schlaflose Nächte und arbeitsreiche Tage und wir sind auf verschiedenen Ebenen unterwegs, um jetzt unserer Verantwortung
08:12da gerecht zu werden.
08:13Wir hatten im Juli 2023 eine Mail an das BKA geschickt.
08:20Die wurde von dort als sogenannte E-Post-Nachricht an eine Verbindungsstelle des LKA Hamburg weitergeleitet.
08:27Was mit der Nachricht dort passiert ist, könne man wegen abgelaufener Speicherfristen nicht mehr nachvollziehen.
08:33In dieses Postfach gehen täglich unterschiedliche Meldungen ein, auch des BKA zu ganz unterschiedlichen Themen.
08:41Das können reine Informationsschreiben sein und möglicherweise hat jemand das eben entsprechend auch falsch eingeordnet.
08:49Ich würde Ihnen gerne einmal vorlesen, wie diese Mail begonnen hat.
08:55Und zwar, bei einer Recherche zu K.O.-Tropfen für STRG F sind wir auf die folgenden Telegram-Gruppen gestoßen,
09:03in der Nutzer Videos von sexuellen Übergriffen bis hin zu Vergewaltigungen an bewusstlosen Frauen, zum Teil sogar in Echtzeit teilen.
09:10Manche Nutzer kündigen dort Vergewaltigungen an und posten später tatsächlich echt wirkende Videos von Übergriffen in die Gruppen.
09:17Was war in Ihren Augen daran so missverständlich?
09:20Ja, so wie Sie es jetzt vorlesen und in dem Kontext, in dem das steht, kann ich Ihnen nur absolut
09:25recht geben, dass es völlig unverständlich ist.
09:27Aber es besteht natürlich durchaus die Möglichkeit, dass so eine Mail auch interpretiert wird als eine Information,
09:34die das Bundeskriminalamt zu einem Phänomen teilt, dass eben entsprechende schwere sexualisierte Gewalt im Internet stattfindet.
09:43Das ist tatsächlich die einzige Erklärung, die ich dafür finden kann.
09:47Das heißt, aktueller Stand ist, es ging um eine Mail, die aus nicht nachvollziehbaren Gründen für Sie aktuell gelöscht worden
09:53ist.
09:54So ist das richtig.
09:56Es gab noch eine zweite Mail, die vom BKA an Sie weitergeleitet worden ist.
10:02Das war im September 2024, also über ein Jahr später.
10:07Da ist das Gleiche. Das ist aber, glaube ich, habe ich jetzt als bekannt bei Ihnen vorausgesetzt.
10:12Und das handelt sich ja um den gleichen Sachverhalt.
10:14Da ist der Fehler tatsächlich zweimal passiert.
10:17Und das macht die ganze Sache nur noch schlimmer und noch schwerer erklärbar.
10:21Also beide Mails waren gelöscht?
10:24Sie waren beide nicht mehr auffindbar, ja. So ist es korrekt.
10:29Wegen des Fehlers bei der Polizei Hamburg hat die Staatsanwaltschaft gegen Unbekannt ermittelt.
10:34Wegen fahrlässiger Körperverletzung im Amt.
10:37Das Verfahren wurde mittlerweile ergebnislos eingestellt.
10:41Die Polizei Hamburg habe inzwischen interne Abläufe stark überarbeitet, sagt Tiber.
10:48So, dass wir nach menschlichem Ermessen heute sagen können, dass dieser Fehler so sich nicht wiederholen kann.
10:56Nun gehe es darum, gegen das Vergewaltiger-Netzwerk vorzugehen.
11:00Wir sind ja tatsächlich mit den Recherchen, die von Ihnen angestellt wurden zu diesem Phänomen,
11:12erst auf die Größe tatsächlich so aufmerksam geworden.
11:17Wir haben in Deutschland eine hohe zweistellige Zahl derzeit von Ermittlungsverfahren, die laufen.
11:23Wir stellen fest, dass wir da, wo wir jetzt in die Ermittlungen eingestiegen sind, auch fortlaufend Täter identifizieren und Strafverfahren
11:38einleiten.
11:39Gegen Marlenes Mann Nils wurde Ende 2024 Haftbefehl erlassen.
11:44Bevor dieser vollstreckt werden konnte, starb er in einem Unfall ohne Fremdeinwirkung.
11:52Es laufen aber noch Ermittlungen zu Nutzern aus seinem Umfeld.
11:55Eines dieser Verfahren läuft in Österreich. Nils soll einem Mann in Österreich K.O.-Mittel geschickt haben.
12:01Offenbar mit dem Ziel, dass dieser seine Partnerin betäuben und vergewaltigen kann.
12:06Der Österreicher soll Aufnahmen der Tat an Nils geschickt haben.
12:12Der Prozess findet Anfang September 2025 in der Nähe von Wien statt, in Korneuburg.
12:21Auf dem Weg zum Gericht treffen wir die Anwältin Sonja Aziz.
12:26Morgen.
12:28Sie vertritt die betroffene Ex-Partnerin des Angeklagten.
12:34Es sind insgesamt vier Fakten angeklagt.
12:37Eine vollendete Vergewaltigung und drei Versuche.
12:42Das heißt, die Strafdrohungen sind fünf bis 15 Jahre.
12:45Welche Rolle spielt in diesem Fall die Verbindung nach Deutschland?
12:49Eine sehr große.
12:50Durch die deutschen Ermittlungen ist die Polizei in Österreich überhaupt darüber informiert worden,
12:55dass wir einen Täter auch in Niederösterreich haben.
12:57Für meine Mandantin war das natürlich eine ganz überraschende Situation,
13:01als am 19. Februar 2025 plötzlich an die 20 Polizisten vor ihrer Haustüre standen
13:09und mit dem Durchsuchungsbefehl ins Haus wollten und sie dadurch das erste Mal davon erfahren hat,
13:15was hier passiert ist.
13:17Der Österreicher kam nach der Hausdurchsuchung in Untersuchungshaft.
13:21Für die Verhandlung ist ein Tag angesetzt.
13:24Es soll heute noch ein Urteil fallen.
13:33Kurz nach Beginn müssen alle Journalisten und Zuschauer raus.
13:37Der Hauptteil der Verhandlung ist nicht öffentlich.
13:41Er kam reingeführt in Handschellen, hat sich was vor das Gesicht gehalten
13:44oder der Angeklagte hat schon gesagt, er wird die Taten zugeben, zumindest zum Teil.
13:50Beim Urteil dürfen wir wieder dabei sein.
13:56Und?
13:57Sieben Jahre.
13:59Also genau, er hat jetzt drei Tage Zeit noch dagegen vorzugehen
14:03und er muss 10.120 Euro Schadensersatz zahlen an die Frau.
14:07Der Mann wird wegen einer vollendeten Tat und eines Versuchs schuldig gesprochen.
14:13Das Urteil ist mittlerweile rechtskräftig.
14:16Eine weitere Mail von uns an das BKA hat Ermittlungen gegen einen Mann in NRW ausgelöst.
14:22Der Prozess findet vor dem Landgericht Aachen statt.
14:29Dem 61-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, seine Ehefrau über mehrere Jahre immer wieder heimlich betäubt und vergewaltigt zu haben.
14:37Auch er soll Videos davon in Gruppenchats und auf Internetplattformen geteilt haben.
14:42Der Angeklagte ist heute unter anderem wegen schwerer Vergewaltigung, gefährlicher Körperverletzung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs
14:50und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt worden.
14:56Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte hat Revision eingelegt.
15:02Es wird mittlerweile in mehreren Fällen ermittelt. Doch das Vergewaltiger-Netzwerk macht weiter.
15:08Es sah eine Weile so aus, als ob auf Motherless Dinge verschwinden.
15:11Es sind ein paar Videos runtergenommen worden, einzelne Gruppen sind auch verschwunden.
15:16Aber wenn man jetzt reinguckt, sieht eigentlich alles aus wie da vor.
15:20Also bis auf die Suchfunktion, die hat sich verändert.
15:23Aber ansonsten findet man riesige Mengen an mutmaßlichen Vergewaltigungsvideos.
15:30Man findet viele Gruppen, in denen es um das Thema geht.
15:33Hier schreibt einer in einer der Gruppen, möchte von Privat Mittel kaufen.
15:39Schreib mir. Bei Erfolg bin ich bereit, meine Frau zu teilen.
15:42Also ich sehe hier in dieser Gruppe, wo es um schlafende Frauen geht, 44.000 Uploads, 6.000 Mitglieder und
15:524,1 Millionen Besucher.
15:55Und hier hat noch jemand geschrieben, ich suche schon lange K.O.-Tropfen.
15:58Derjenige, der mir welche besorgen kann, bekommt exklusive Fotos und Videos von mir.
16:03Ich will meine Freundin betäuben und Punkt, Punkt, Punkt.
16:06Und weil das so klare Verabredungen sind, werden wir jetzt nochmal auf die Polizei Hamburg zugehen.
16:13Die sind nämlich für uns zuständig, wurde uns mitgeteilt.
16:16Und die danach fragen, ob sie davon wissen, was sie da jetzt eigentlich machen.
16:21Zwölf Tage später antworten sie uns.
16:23Wie sie wissen, ist das Phänomen ein nationales und internationales.
16:27Eine Auskunft darüber, ob ein bestimmter Nutzeraccount der Polizei Hamburg bekannt ist, wäre insofern auch gar nicht belastbar.
16:34Es ist möglich, dass andere Länderpolizeien oder Polizeibehörden im Ausland bereits Ermittlungen führen, ohne dass dies uns von der Polizei
16:42Hamburg bekannt ist.
16:43Weiter heißt es von der Polizei Hamburg, dass jeder konkrete Hinweis ernst genommen und sorgfältig geprüft werde.
16:49Von Motherless bekommen wir wieder keine Antwort auf unsere Anfrage zu den Aktivitäten auf ihrer Website.
16:55Auch auf Telegram sehen wir, dass sich immer wieder Gruppen bilden.
16:58Meine betäubte Frau.
17:00Schreibt mir DM für Vergewaltigergruppe.
17:03Ich würde gerne meine Tochter betäuben und f***en.
17:07Telegram hatte uns dazu geantwortet.
17:11Telegram hat Vergewaltigergruppen sofort entfernt, als wir 2024 davon erfahren haben.
17:16Seitdem haben Moderatoren aktiv danach gesucht und Versuche, die Gruppen erneut zu bilden, unterbunden.
17:23Laut Telegram werden täglich Millionen schädlicher Inhalte aus Telegram entfernt, darunter auch Inhalte, die zu Vergewaltigungen anstiften.
17:31Unser Eindruck ist, in der Politik wird das Thema lange nicht diskutiert und wir bekommen keine Interviews.
17:39Im Juni 2025 besuchen wir die Innenministerkonferenz. Gewalt gegen Frauen ist ein Tagesordnungspunkt.
17:45Wir sprechen den Innensenator von Hamburg auf den Fall von Marlene an.
17:49Ja, vielen Dank, Isabel Ströf vom NDR Panorama und Steuerung F. Ich habe eine Frage an Herrn Grote.
17:54Es geht um das Versagen der Hamburger Polizei in dem einen Fall einer Frau, die von ihrem Ehemann weiter betäubt
18:00und vergewaltigt wurde,
18:01obwohl dieser Fall bereits bei der Polizei in Hamburg lag, aber über ein Jahr nicht bearbeitet wurde.
18:06Entschuldigung, wenn ich Sie da unterbreche, weil das hat jetzt mit der EMK nicht unbedingt was zu tun, oder?
18:11Es ging ja auch um Gewalt gegen Frauen. Da würde ich gerne von Herrn Grote einmal wissen, was sagen Sie
18:15zu dem Fall und welche politischen Konsequenzen ziehen Sie auch aus diesem Fall?
18:22Es ist ein sehr gravierender, sehr, sehr tragischer Fall, den wir natürlich zum Anlass nehmen, das sehr umfassend und intensiv
18:32aufzuarbeiten.
18:33Das macht die Polizei auch und es wird da auch zu Veränderungen kommen.
18:42Was sagt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt zu dem Vergewaltiger-Netzwerk?
18:47Ich habe eine Frage an Herrn Dobrindt. Wir haben ein internationales Netzwerk an Vergewaltigern aufgedeckt.
18:55Darin sind auch Deutsche. Die Nutzer tauschen sich darüber aus, wie man Frauen unbemerkt betäuben und vergewaltigen kann.
19:01Und es werden dort auch Taten geplant und dokumentiert, ähnlich wie im Fall Pelikow.
19:05Sehen Sie hier Ahndungsbedarf und inwiefern ist die Bekämpfung von diesem international organisierten Vergewaltiger-Netzwerk aktuell eine Aufgabe für das
19:14BKA?
19:14Verzeihung, dass ich jetzt den Fall so nicht kenne, aber gerne bereit bin, dass sie mir den auch entsprechend noch
19:23zur Verfügung stellen kann, um denen dann auch daraufhin ausführlich Antwort zu geben.
19:29Das machen wir. Doch ein Interview bekommen wir weiterhin nicht, aus terminlichen Gründen.
19:35Schriftlich heißt es, dass die Bundesregierung insbesondere Frauen besser schützen wolle.
19:41Wir treffen im Herbst 2025 noch einmal Marlene.
19:47Wie geht es Ihnen heute?
19:50Alleine die Frage, wie geht es dir wirklich, da trat es mir sofort die Tränen in die Augen.
19:56Und ich habe immer und immer wieder Albträume.
20:02Also mitunter hält mich nachts meine innere Unruhe so wach.
20:07Und ich habe immer das Gefühl, du bist nicht in Sicherheit.
20:11Ich bin weiterhin in psychologischer Behandlung.
20:14Das wird auch so bleiben.
20:18Und ich bin auch weiterhin bei der Opferhilfe.
20:21Ich versuche, wirklich alles zu vergessen, was früher war.
20:27Doch das geht einfach nicht, weil wir hatten ja auch schöne Zeiten.
20:31Aber ich frage mich tagtäglich, warum hat er das getan?
20:37Warum?
20:38Die schlimmsten Momente festgehalten auf Videos, die sich über die Jahre online weltweit verbreitet haben.
20:46Marlene belasten die Vergewaltigungsvideos, die ihr Mann von ihr aufgenommen hat, bis heute.
20:53Ein Video von mir wurde knapp vier Millionen Mal angeklickt.
20:58Und ich glaube, es ist nur eine Frage der Zeit, bis eins meiner Videos wieder hochgeladen wird.
21:03Und das macht mir wirklich Angst.
21:06Denn jede Person, die so ein perverses, wirklich perverses Video erneut hochlädt,
21:13vergewaltigt uns vorhin ein zweites Mal.
21:15Und zudem besteht dann auch noch die Gefahr, dass sie daran Gefallen finden
21:19und sagen sich, ich produziere auch mal so ein Video.
21:24Die müssen runter vom Markt.
21:28Bislang ist der Besitz dieser Vergewaltigungsvideos nicht strafbar.
21:33Niedersachsens Justizministerin Katrin Wahlmann will das ändern.
21:37Zum ersten Mal wird auf politischer Bühne groß darüber gesprochen.
21:40Sie will Vergewaltigernetzwerke austrocknen und den Besitz von Vergewaltigungsvideos unter Strafe stellen.
21:47Wir treffen sie in Hannover.
21:50Wie sollte in Ihren Augen denn so ein Verbot aussehen?
21:53Im Prinzip sollte es so ähnlich aussehen wie bei der Kinderpornografie.
21:57Da ist ja der Besitz auch strafbar.
21:59Und das könnte man daran angelehnt machen, dass eben auch der Besitz von Vergewaltigungsvideos strafbar ist.
22:05Wie kamen Sie jetzt zu diesem Vorstoß?
22:08Aufgrund Ihrer Recherche ist uns eben der Fall bekannt geworden aus Niedersachsen.
22:11Von der Frau, die über 15 Jahre hinweg von ihrem Mann betäubt und vergewaltigt wurde.
22:17Und das ist mir vorgelegt worden mit dem Hinweis, der reine Besitz ist nicht strafbar.
22:22Und dann habe ich gesagt, so kann das auf keinen Fall bleiben.
22:24Wir müssen auf jeden Fall aktiv werden und den Bund auffordern, das Strafgesetzbuch zu ändern.
22:30Marlenes Fall hat etwas bewegt.
22:33Auch sie hat von dem Verbotsvorschlag gehört.
22:36Ich habe im Auto gesessen, als ich das gehört habe, in den 12 Uhr Nachrichten.
22:43Und ich musste anhalten und so jetzt auch.
22:46Ich musste weinen.
22:47Ich bin ihr so dankbar.
22:49Und ich hoffe, dass das wirklich auch wahr wird.
22:56Der erste Schritt ist die Justizministerkonferenz in Leipzig.
23:00Hier bringt Katrin Wahlmann ihren Verbotsvorstoß ein.
23:04Bei Wahlmanns Vorhaben sind sich alle einig.
23:08Und zwar haben wir eben einstimmig beschlossen,
23:12dass der Besitz und die Verbreitung von Vergewaltigungsvideos unter Strafe gestellt wird.
23:16Nun soll das Bundesjustizministerium ein mögliches Verbot prüfen.
23:21Wie blicken Sie als Bundesjustizministerin auf diesen Verbotsvorstoß
23:25und wie werden Sie nun weiter damit umgehen?
23:28Also ich finde, die Kollegin Wahlmann hat ja sehr eindrücklich auch geschildert,
23:31welche Situationen dem zugrunde liegen.
23:34Und das sind ja reale Fälle, die es gibt.
23:36Deshalb werden wir uns jetzt, das ist ein 16 zu 0-Beschluss,
23:41den wir ja im Sexualstrafrecht nicht so häufig haben, kann ich mal sagen,
23:45werden wir uns das ernsthaft natürlich angucken.
23:46Wir werden noch mal gucken, wo Strafbarkeitslücken sind.
23:49Wenn jetzt tatsächlich so ein Vorstoß durchgesetzt wird
23:52und das strafbar werden würde,
23:54ist die Polizei ausreichend aufgestellt,
23:57auch mit diesem weiteren Straftatbestand umzugehen?
24:01Also da habe ich keinerlei Zweifel.
24:04Also zum Beispiel hatten wir ja bei uns in der Recherche eine Gruppe,
24:07wo solche Inhalte auch geteilt wurden,
24:08die über 70.000 Mitglieder hatte.
24:11Das wäre ja jeder von denen eigentlich dann potenzieller Tatverdächtiger, oder nicht?
24:16Dazu kann ich jetzt ehrlicherweise nichts sagen.
24:18Also eine Gruppe von dieser Größe, sage ich mal,
24:22die wirklich entsprechend schwerste Straftaten unter anderem erteilen,
24:26wäre mir jetzt in der Form neu.
24:28Das habe ich bisher noch gar nicht gehört.
24:32Bei diesem Netzwerk können wir sehen,
24:34dass es über viele Jahre im Internet gewachsen,
24:37auch öffentlich auf Pornoseiten.
24:40Wie blicken Sie darauf?
24:42Ich glaube, dass wir jetzt mit der Kenntnis dieses Phänomens
24:48anfangen, das Dunkelfeld wirklich auszuleuchten.
24:51Ich glaube, dass es deutlich früher hätte passieren müssen.
24:56Es gibt teilweise Gruppen auch auf Pornoseiten
24:58mit mehreren tausend Mitgliedern.
25:01Wie gut fühlen Sie sich da im Moment aufgestellt?
25:07Kurze Unterbrechung.
25:13Ich würde sagen, wir beenden es jetzt.
25:16Kamera aus.
25:17Kurz danach geht es doch weiter.
25:19Wir versuchen es mal.
25:20Ja, wir versuchen es mal.
25:23Wir sind da aktiv.
25:25Wir haben Personen aus diesem Netzwerk identifiziert.
25:30Und wir halten auch nach,
25:33wie dann entsprechend die zuständigen Dienststellen damit umgehen.
25:36Auch aufgrund unserer eigenen Erfahrungen.
25:39Dass wir natürlich vermeiden wollen,
25:41dass hier nochmal ein so gravierender Zeitverzug eintritt,
25:47wie der, den wir zu verantworten haben.
25:50Dass wir dieses Phänomen, und das gehört natürlich dazu,
25:53auch wenn das kaum auszuhalten ist,
25:56jetzt nicht schon im nächsten Monat oder in diesem Jahr
26:01zum Verschwinden bringen werden.
26:02Das kann ich aus meiner kriminalistischen Erfahrung
26:05der letzten Jahrzehnte sehr sicher sagen.
26:07Es kommt immer mehr Bewegung in die Politik.
26:10Auch bei der Frage,
26:11wie das Vergewaltiger-Netzwerk bekämpft werden soll.
26:14Ein halbes Jahr nach der letzten Innenministerkonferenz.
26:20Ich bin hier auf der Innenministerkonferenz in Bremen.
26:23Es geht auch um einen Beschluss,
26:24der die Sicherheitsbehörden im digitalen Raum stärken soll.
26:27D.h. im Konkreten z.B. auch die Bekämpfung
26:29von sexualisierter Gewalt im Internet.
26:32Und unsere Recherche soll da auch ein Anlass für gewesen sein.
26:35Eingebracht hat den Beschlussvorschlag Andi Grote,
26:38der Innensenator von Hamburg.
26:40Grote, guten Morgen.
26:41Guten Morgen.
26:43Jetzt beraten alle 16 Bundesländer über den Vorschlag.
26:53Der Beschluss wird einstimmig angenommen.
26:56Auch die Innenminister wollen den Besitz von Vergewaltigungsaufnahmen
26:59unter Strafe stellen.
27:01Aber sie wollen noch mehr.
27:02Was bedeutet der Beschluss konkret für die Bekämpfung
27:05eines internationalen Vergewaltigernetzwerks,
27:07das sich am Internet gebildet hat?
27:09Und welche Rolle soll das BGA hierbei spielen?
27:12Jeder, der in Zukunft so eine Datei hochlädt, sich ansieht,
27:18muss wissen, er macht sich damit zum Gegenstand der Strafverfolgung.
27:24Er macht sich strafbar und er muss damit rechnen,
27:26dafür bestraft zu werden.
27:27Das andere ist, dass wir noch einmal ganz anders
27:34die Darstellungen selber im Internet erkennen,
27:40aufspüren, detektieren müssen.
27:42Die Aufgabe soll das Bundeskriminalamt übernehmen.
27:45Das wäre eine große Veränderung von Hinweisen
27:48zu proaktiven Ermittlungen.
27:51Sie sprachen ja auch eben gerade von einer Zentralisierung
27:54der Bekämpfung beim BKA.
27:56Wie genau stellen Sie sich das vor?
27:58Wir glauben, dass die erheblichen Ressourcen, die es braucht,
28:02das technische Know-how und auch das Verhindern
28:07von Doppelarbeit an unterschiedlichen Stellen,
28:10es sehr sinnvoll macht, dass wir starke Strukturen beim BKA aufbauen,
28:16wie wir das ohnehin ja bei der Bekämpfung digitaler Kriminalität
28:19auch in anderen Bereichen schon gemacht haben,
28:21dass wir das zentral beim BKA organisieren wollen.
28:25Wir glauben, dass wir auch wegkommen müssen von Hinweisen,
28:29sondern dass wir vielmehr selber proaktiv auch im Netz suchen müssen.
28:34Es ist eigentlich kein idealer Zustand,
28:37dass wir erst auf Hinweise angewiesen sind,
28:38sondern wir müssen eigentlich selber viel intensiver,
28:41viel flächendenkender hier mit Analyse und Recherche
28:44im Netz unterwegs sein, diese Dateien herausfiltern,
28:47erkennen und dem dann gezielt nachgehen.
28:50Nun geht das Thema an die Bundesministerien.
28:54Das Bundeskriminalamt äußert sich nicht zu dem Beschluss der Innenministerkonferenz.
28:59Es schreibt uns, es unterstütze als Zentralstelle die Polizeien des Bundes und der Länder
29:05durch das Zusammenführen bundesweiter Erkenntnisse
29:07und den Austausch mit anderen zuständigen Behörden im In- und Ausland,
29:11insbesondere mit Europol.
29:14Polizei und Politik haben begonnen,
29:17etwas gegen das Vergewaltiger-Netzwerk zu unternehmen.
29:19Doch wir sehen, viele Mitglieder machen einfach weiter.
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