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00:00Do you like Streit?
00:02Yes!
00:03I can't sit in the school, I can't listen to it.
00:07I thought about ADAS
00:09I always thought about such a wild
00:12Zappelphilippe in my school.
00:14Many people ask me,
00:17if they have ADAS.
00:18That's what I see today
00:19is often not in the first place.
00:22100% have I that.
00:23Why are we now always aware
00:25that even more people are involved?
00:27It's amazing how many videos
00:29to talk about ADAS
00:31on Instagram and TikTok
00:32I find myself in a few things
00:35at all, but sometimes
00:37I wonder if
00:39that's a normal chaos in my mind.
00:42Is there any differences between
00:43women and men?
00:45How much is social media?
00:47And how far is the story
00:49of ADAS really back?
01:03I know
01:04about the family
01:04I can't understand
01:06about the family
01:07I was a little bit
01:07about the family
01:08that she has ADAS
01:09but she doesn't have any
01:10official diagnosis
01:11and I'm now going to
01:13learn what the whole time
01:16is in her head
01:23Hello.
01:24Soll ich die Schuhe?
01:26Nein.
01:30Maike arbeitet zu Hause.
01:32Sie ist 3D-Artist
01:33und macht Filme.
01:34Ich glaube,
01:35ich habe noch nie was gesehen,
01:36was so kompliziert aussieht.
01:40Maike, wie kommst du drauf,
01:42dass du ADAS haben könntest?
01:45Gute Frage.
01:46Ich habe das tatsächlich
01:46noch nicht immer vermutet.
01:48Also gar nicht.
01:49Ich dachte, das hatte bei mir
01:51andere Ursachen,
01:52dass ich so wenig bin.
01:54Ich hatte tatsächlich so ein bisschen
01:56auch psychische Probleme vorher
01:58und hatte Angststörungen auch
02:00und war deswegen tatsächlich
02:02auch in Behandlung
02:02und ist auch viel, viel besser geworden.
02:05Ich habe das nicht mehr,
02:06aber habe dann während der Pandemie
02:08auch nochmal BetterHelp in Anspruch genommen.
02:11Das ist so eine Online-Therapie in Amerika
02:14und die hat mich dann gefragt,
02:15haben sie das mal getestet mit ADHS.
02:17Und ich so,
02:18ne, das habe ich noch nicht auf dem Schirm gehabt.
02:21Aktuell an einen Diagnoseplatz zu kommen,
02:23ist übrigens nicht so leicht.
02:24Viele müssen Monate und sogar Jahre warten.
02:28Maike werde ich begleiten und dabei sein,
02:30wenn sie ihre lang ersehnte ADHS-Diagnostik macht.
02:33Sie hofft sogar auf ein positives Ergebnis.
02:36Ist das für dich hilfreich?
02:38Es fühlt sich halt in dem Fall gut an,
02:41weil man das Gefühl hat,
02:42man ist nicht selber schuld dran.
02:44Und das ist halt so.
02:45Sonst denkt man halt immer,
02:47du kannst nicht,
02:48du kannst dich nicht konzentrieren.
02:49Wo ist dein Fokus?
02:49Man macht sich halt die ganze Zeit fertig.
02:52Eine Familie,
02:53in der die meisten Mitglieder
02:55bereits eine ADHS-Diagnose haben,
02:57wird uns ebenfalls durch den Film begleiten.
03:00Hallo Romy.
03:01Ich bin Rieke.
03:02Hi Chris.
03:03Und wer bist du?
03:04Das ist sie.
03:05Schön, dass ihr mich mitnehmt an eurem Morgen.
03:09Romy ist 38 Jahre alt und hat drei Söhne.
03:13Sie selbst hat ihre Diagnose erst im Erwachsenenalter bekommen.
03:17Werde in Ruhe wach und dann kommst du raus, okay?
03:19Okay.
03:20Aber nicht wieder einschlafen.
03:22Ja.
03:23Ich glaube, er schläft wieder ein.
03:27Also Bram hat ja in der ersten Klasse acht Schulwechsel gehabt.
03:31Von Schulwechsel bis hin zu Teilbeschulung,
03:34bis hin zu
03:36Wo können sie ihr Kind abholen?
03:38Der ist nicht mehr tragbar.
03:40Seine alte Lehrerin hat mir zum Beispiel gesagt,
03:42wo wir bei einer Helferkonferenz gesessen haben,
03:45dass mein Kind daran schuld wäre,
03:48dass sie krank ist und im Krankenhaus liegt.
03:52Das ist ein krasses Statement.
03:55Ja.
03:56Und also wie ging es dir damit?
04:01Nein, das sagen wir jetzt lieber nicht.
04:06Schon immer konnten zugleich motorische Unruhe,
04:09mangelnde Impulskontrolle,
04:11Unaufmerksamkeit und Ablenkbarkeit bei Menschen beobachtet werden.
04:15Vor allem bei Kindern.
04:17Als etwas Krankhaftes und Störendes wahrgenommen,
04:20wird es aber erst seit Kindern nicht mehr
04:22bei der Arbeit ihrer Eltern mithelfen,
04:24sondern in die Schule gehen.
04:25Kein ruhiges Spiel.
04:28Keine ruhige Entwicklung.
04:29Alles verzappelt und ohne Zusammenhang.
04:32Eine dauernde, sinnlose, motorische Unruhe.
04:37Wie kann man diesen Kindern helfen?
04:41Das und viel mehr möchte ich in Frankfurt herausfinden.
04:45Dafür treffe ich die Fachärztin für Psychotherapie,
04:48Astrid Neu-Lobkowitz.
04:49Sie selbst hat auch ADHS und Bücher
04:52über das Aufmerksamkeitsdefizit
04:55Hyperaktivitätssyndrom geschrieben.
04:56Was ist ADHS überhaupt?
04:59Das ist ja ein Syndrom.
05:00Also das heißt, das ist jetzt nicht eine bestimmte Symptomatik,
05:05die sie haben, sondern sie haben verschiedene Symptome dabei.
05:08Dass sie eine Aufmerksamkeitsstörung haben,
05:10dass sie extrem schnell abgelenkt sind,
05:12dass sie nicht lange bei der Sache bleiben können.
05:14Oft auch eben, wenn sie hyperaktiv sind,
05:16mit einer Impulsivität, dass sie so emotional überschießend reagieren.
05:20Es gibt verschiedene Ausprägungen.
05:23Den vorwiegend hyperaktiv-impulsiven,
05:25den unaufmerksamen und den Mischtypen.
05:29Obwohl sich der Begriff ADHS eingebürgert hat,
05:32haben also nicht alle das H für hyperaktiv.
05:35Die Expertin lässt es deshalb weg.
05:38Mich würde interessieren, was ist es genau?
05:40Das ADHS ist eine Krankheit.
05:41Das ist wie so ganz viele psychatische Krankheiten,
05:44eine Spektrumerkrankung.
05:45Sie finden das in der Normvariante,
05:48da ist es gar nicht behandlungsbedürftig.
05:50Aber das Problem bei ADHS,
05:51dass 80% der ADHS-Betroffenen
05:53mindestens eine seelische Erkrankung noch dabei haben.
05:56Meistens sogar, also 50% mehr als zwei sogar.
06:00Und dann wird das wirklich auch zu einer Erkrankung,
06:02die enorme Folgen hat.
06:04Bluthochdruck, Typ 2 Diabetes,
06:06die ganze Latte der Essstörungen.
06:08Also die Essstörungen sind dreimal häufiger bei ADHS.
06:10Sie erklärt mir,
06:12dass die körperlichen und geistigen Nebenerkrankungen
06:15vor allem entstehen,
06:16weil viele Betroffene sich im Alltag zusammenreißen müssen.
06:19Immer wieder die Erfahrung machen, dass sie scheitern.
06:22Und das ADHS genetisch bedingt ist.
06:25Es besteht Dopaminmangel im Gehirn.
06:29Erstmalig sehr treffend beschrieben in der Literatur
06:32wird es in einem berühmten Kinderbuch.
06:351845 veröffentlicht der Frankfurter Arzt und Psychiater
06:39Heinrich Hoffmann den Struwelpeter.
06:43Und ins Frankfurter Struwelpeter Museum sind wir jetzt unterwegs.
06:48Zum völlig abgelenkten Hans Kuck in die Luft,
06:51der vor lauter Träumerei im Fluss landet.
06:54Dem motorisch unruhigen Zappel Philipp,
06:56der nicht ruhig am Tisch sitzen kann.
06:58Und Paulinchen, das für einen Adrenalinschub verbotenerweise
07:02mit den Zündhölzern spielt und dann verbrennt.
07:05Oh, das ist mit den beiden Katzen und Paulinchen mit dem Feuer.
07:09Denn Adrenalin wirkt ähnlich wie Dopamin.
07:12Auf der einen Seite wird die Gefahr und die Spannung gesucht
07:15und auf der anderen Seite Gefahr nicht richtig eingeschätzt.
07:17Also die Unfallrate im Erwachsenenalter ist viermal höher
07:21und auch viermal häufiger Todesfälle bei ADHS aufgrund von Unfällen.
07:27Und Maike? Ist sie eher Hans Kuck in die Luft oder Paulinchen?
07:34Wo hast du das Gefühl, äußert sich diese ADHS im Alltag bei dir?
07:39Dass ich auch kein Zeitgefühl habe,
07:41gar nicht mich zeitlich nicht organisieren kann.
07:45Vorhin hatte ich das gerade, da wollte ich halt meinen Katzen
07:49was zu trinken geben, was Neues.
07:51Und bringe dann halt was weg in den Geschirr.
07:53Also wollte dem eigentlich nur neues Wasser geben.
07:55Und merke so, hm, das müsste eigentlich ein Geschirrspüler.
07:57Und dabei merke ich so, hm, der Geschirrspüler müsste auch mal angemacht werden.
08:00Dann fange ich an, den Geschirrspüler anzumachen.
08:02Und dann komme ich wieder zurück.
08:04Und dann denke ich so, ha, du wolltest doch den Katzen eigentlich Wasser geben.
08:09Aber seit wann sind diese ganzen Symptome denn nun bei Erwachsenen ein Thema?
08:13Ich suche Antworten in der Uniklinik Leipzig.
08:16Hallo Herr Professor Steinberg.
08:18Dankeschön, dass Sie sich heute die Zeit nehmen erstmal.
08:21Gerne.
08:22Herzlich willkommen in der Psychiatrie.
08:23Ja.
08:24Was für eine Begrüßung.
08:27Holger Steinberg beschäftigt sich mit Anzeichen von Erwachsenem ADHS vor rund 120 Jahren.
08:33Ist das eine Modediagnose?
08:34Also man kann die Frage jetzt nicht völlig abschließend beurteilen.
08:38Aber wir haben Texte so um 1900, kurz nach 1900 analysiert, sehr eingehend gelesen.
08:45Und wir kommen darauf, es gibt tatsächlich eine Gruppe von Nervenärzten, die hat tatsächlich
08:50Patienten beschrieben, denen wir heute eindeutig die Diagnose adulter ADHS geben würden.
08:56Zum Beispiel, so geht's hier los.
08:58Verheirateter Kaufmann, geboren 1840, Gestorbener sind eins.
09:04Die Verstandesbegabung der Kranken ist bisweilen auch ziemlich gut.
09:08Sie erwerben sich jedoch in der Regel nur geringe, namentlich sehr lückenhafte, ungleichmäßige
09:12Kenntnisse, weil sie ungemein leicht ablenkbar sind.
09:15Beide Eltern galten als sehr nervös.
09:18Er war aber immer schon rechthaberisch, streitsüchtig, exaltiert.
09:25Aber bis klar wird, dass Dopaminmangel die Ursache für das Verhalten dieser PatientInnen ist,
09:30muss erst noch ein gutes Jahrhundert vergehen.
09:361880 sind es Dampfkraft, Tagespresse, Telegrafie, Wissenschaften sowie die geistige Aktivität
09:43von Frauen, die das Nervensystem von Menschen beeinflussen.
09:46Zumindest nach Ansicht des Neurologen George Miller-Beart.
09:51Sigmund Freuds Anhänger glauben in den 50ern, dass Verhaltensauffälligkeit familiäre Ursachen hat.
09:57Meistens gibt man der Mutter die Schuld.
09:59Da arbeitet sie. Und das oft bei mehreren Parteien.
10:04Abends wird sie zu müde sein, um mit ihrem Jungen ein richtiges Gespräch zu führen, wie er es brauchte.
10:11Auf seine Interessen, auf seine Sorgen einzugehen.
10:17Mittagessen ist auch vorbereitet, braucht nur gewärmt zu werden.
10:21Alles sehr tüchtig und anerkennenswert.
10:26Aber die Mutter ist halt nicht da.
10:31Wieder allein.
10:33Ab den 1960ern bis weit in die 80er Jahre gehen ForscherInnen dann davon aus,
10:40dass Sauerstoffmangel bei der Geburt zu Gehirnschäden und Funktionsstörungen führt.
10:44In der Zeit spekuliert man auch, ob es sich um eine Stoffwechselstörung handelt und ob Lebensmitteleinfluss haben.
10:51Sönke, sieben Jahre alt.
10:53Er ist ein sogenanntes hyperaktives Kind.
10:57Kinder wie er gelten schnell als ungezogen oder in ihrer Entwicklung zurückgeblieben.
11:02Seit ein paar Wochen ist Sönke ruhiger.
11:04Endlich hat er auch mal Erfolg.
11:06Er fühlt sich wohl.
11:07Sein Verhalten ist für alle erträglicher geworden.
11:12Möglicherweise hat dies damit zu tun, dass Sönkes Mutter die Ernährung umgestellt hat.
11:17Bei ihr ist vorläufig Schluss mit der schnellen Küche, den Fertiggerichten.
11:22Es werden sogenannte Phosphat-Diäten ausprobiert.
11:27Manchmal fällt es ihr noch schwer, gegen die Wünsche des Sohnes einzukaufen.
11:31Natürlich schwärmt auch Sönke für Pommes, Ketchup und Fischfinger.
11:35Ob er sie essen darf, entscheidet die Mutter anhand der Zutaten.
11:41Ernährung ist immer wieder ein Thema.
11:44Die Familie erfuhr, dass auch Nahrungsmittel einen ganz erheblichen Einfluss haben können.
11:49Julian zum Beispiel reagiert positiv auf Coca-Cola und wird dadurch ruhiger.
11:56Egal ob Sauerstoffmangel oder Stoffwechselstörung, es werden also erstmalig körperliche Ursachen in Betracht gezogen.
12:03Betroffenen Eltern bringt das Erleichterung, ihr unangepasstes Kind hat nichts mit Erziehungsfehlern zu tun.
12:09Diese Stigmatisierung ist extrem belastend.
12:12In dem Stadtteil, in dem sie lebten, wurden sie angefeindet.
12:16Die Situation wurde bald so unerträglich, dass die Familie ihr Haus verkaufen musste.
12:23Das ging ja so weit, dass man sogar mit Hilfe einer Unterschriftenliste unser Kind von der Schule verbannen wollte.
12:29Und da haben wir gesagt, wir gehen dieser Problematik aus dem Weg.
12:32Unsere Familie, der Zusammenhalt ist uns wichtiger und wertvoller als ein Haus oder sonst irgendwelche Bindungen, die wir haben.
12:37Und versuchen anderswo wieder einen neuen Anfang zu finden für uns selbst.
12:41Seit den 80ern gibt es die Bezeichnung ADHS bzw. ADS.
12:47Man geht nun davon aus, dass es sich um eine stark vererbbare Störung handelt.
12:52Und dass Erwachsene ADHS haben können bzw. dass man es ein Leben lang behält.
13:00Meike glaubt, dass sie ihre ADHS-Symptome als Kind gut vertuscht hat, um nicht aufzufallen.
13:05Heute ist sie sehr erfolgreich in ihrem Job, der wahnsinnig komplex ist.
13:09Wie hast du es geschafft, dir das quasi selbst beizubringen, wenn so Fokus und Konzentration einfach auch teilweise schwierig ist
13:15für dich?
13:16Na, da hatte ich halt richtig Bock drauf. Und wenn ich da Bock drauf habe, dann vergesse ich die Zeit
13:20und mache das einfach stundenlang.
13:23Ein Verhalten, das typisch ist, wie mir Astrid Neu-Lopkowitz erklärt hat.
13:27Die ADSler haben zwei Möglichkeiten. Entweder sie kriegen alles mit, aber alles gleich wichtig.
13:32Dann wissen sie immer, was überall ist, aber dann sind sie auch schnell reizüberflutet und dann kriegen sie einfach zu
13:37viel auf den Schirm.
13:37Das ist eigentlich so der Sumalzustand. Und dann gibt es, ich nenne das immer den Jagdmodus, den Hyperfokus.
13:43Wenn sie was interessiert oder auf den letzten Drücker, dann können sie sich hyperfokussieren.
13:48Das können sie sich wie so ein Saugnäpfchen vorstellen. Dann können sie wirklich, das ist wie eine Flow, ganz tolle
13:54Leistungen bringen.
13:57Du bist ja auch viel auf Social Media unterwegs. Werden dir da viele Videos reingespielt, wo es auch genau um
14:04dieses Thema ADS geht?
14:06Und hast du so das Gefühl, wenn ja, du kannst dich damit identifizieren?
14:09Ja, also seitdem ich mich jetzt mit der Thematik befasse, kriege ich extrem viele Videos reingespielt.
14:15Und bei diesen Videos ist es auf jeden Fall so, dass ich hundertprozentig meine, also vermute, dass ich das habe.
14:21Es trifft immer alles so.
14:23Wie viel Einfluss hat Social Media darauf, dass wir denken, wir hätten ADS?
14:28Laut einer Umfrage glaubt ein Viertel der Bevölkerung in den USA, betroffen zu sein.
14:33Angenommen wird, dass das an angesagten Social Media Clips liegt.
14:38Stand heute haben weltweit drei bis fünf Prozent der Menschen ADS.
14:42Also wahrscheinlich längst nicht alle, die es vermuten.
14:44Ich will es mit den sozialen Medien genauer wissen.
14:48Unter dem Hashtag ADHS gibt es auf TikTok mittlerweile fast 100.000 Beiträge.
14:53Unter dem Hashtag ADHD 4,5 Millionen.
14:56Ich schaue mir jetzt die ersten 50 an, die mir angezeigt werden,
15:00und nehme eine Auswahl davon mit zu unserer Expertin Frau Neulobkowitz.
15:04Und von ihr will ich wissen, wie fundiert diese Videos eigentlich sind.
15:07Dann lege ich mal los.
15:09Hi, ich bin der ADHS-Typus, hyperaktiv und impulsiv.
15:14So Leute, wirklich, ich dachte so lange, dass ich einfach eine Abnesie habe, heißt das auch?
15:22Ich kann mich einfach jetzt schon gar nicht mehr auf die Videos ganz entreden.
15:27Hat einer von euch vielleicht einen Tipp für so ein ADHS-Spielzeug, was auch wirklich funktioniert?
15:33Ich habe Psychologie studiert, habe selbst eine ADHS-Diagnose
15:36und habe einen Kinderbuch mit psychologischem Guide zu diesem Thema geschrieben.
15:39Also ich bin ziemlich tief in der Materie drin.
15:42Und dabei fällt mir immer wieder auf...
15:43Es sind wirklich sehr viele Leute sehr tief in der Materie auf TikTok zum Thema ADHS.
15:48Auch bei dieser Sache.
15:49ADHS erklärt von Katzen. Katze sagt, jetzt wird was geschafft.
15:53Ja, nee, das ist super. Danke.
15:56Die machen sich also noch mehr Druck, noch mehr Selbstvorwürfe und es wird noch schlimmer.
15:59Ich frage mich also auch ehrlich gesagt bei ganz, ganz vielen Leuten, die da auch Dinge über ADHS erzählen.
16:05Ich weiß überhaupt nicht, wer die sind.
16:07Also das könnten alle möglichen Menschen sein und weiß gar nicht, was davon kann ich richtig ernst nehmen und was
16:13nicht.
16:14Dafür haben wir unsere Expertin, die selbst betroffen ist.
16:17Fünf Dinge, die ADHS-Betroffene nicht ausstehen können.
16:21Wenn man uns sagt, etwas zu tun, das wir gerade machen wollten.
16:24Super, jetzt geht's nicht mehr.
16:27Sobald es sich wie ein Befehl anfühlt, blockiert unser Gehirn.
16:30Also so, du musst, du sollst, das geht wirklich oft ganz schlecht bei ADHS.
16:35Die Menschen ohne ADHS mit Druck arbeiten, die Menschen mit ADHS mit Druck arbeiten.
16:41Ja, das stimmt nicht. Also die kriegen schon auch, die kriegen schon richtig Stress.
16:50ADHS und Energydrinks, was ist da dran?
16:52Die versuchen sich natürlich zu aktivieren und möglicherweise hat er eine paradoxe Reaktion darauf, weil er so müde wird offensichtlich
16:59davon.
16:59Was wir vorhin gesagt haben, auch mit dem Amphetamin, dass der das die hüppeligen ADHS da runter dimmt.
17:04Die werden darauf ruhiger und gelassener.
17:07Mit den ausgewählten Videos ist sie überwiegend einverstanden.
17:11Dass sie keine Diagnostik ersetzen, ist klar. Die Expertin findet die Entwicklung aber gut.
17:17Seit 23 Jahren haben wir Leitlinien für ADHS bei Erwachsenen. Das wird seit 23 Jahren nicht umgesetzt.
17:23Und da hat uns jetzt wirklich Social Media viel gebracht, dass die mediale Aufmerksamkeit darauf gerichtet ist.
17:27Wir setzen uns hin und ziehen die Schuhe noch andersrum an. So lass ich dich nicht gehen.
17:34Nö Adrian, ich mach das nicht. Kann ich jetzt bitte erstmal meine Schuhe anziehen?
17:41Adrian Rucksack!
17:42Bei Romy's Familie wird Bram von einem Sammeltaxi abgeholt und in die 18 Kilometer entfernte Förderschule gefahren.
17:50Weiter geht's in Kindergarten und Grundschule. Bei Chris ist ADHS schon festgestellt, Adrian ist noch zu klein für eine Diagnose.
17:58Nächster Tagespunkt, Mittagessen. Romy hat heute frei. Ansonsten wäre sie jetzt bei ihrer Ausbildung.
18:04Hat diese Diagnose einen Einfluss auf dein Dasein als Mutter?
18:09Nee, es ist was Positives, weil ich meine Kinder verstehe und dementsprechend einordnen kann.
18:16Romy findet eh viel Gutes an ihrem ADHS. Der Hyperfokus hat sie 12 Jahre lang beim Leistungssport gehalten.
18:23Und was ist mit ihrem Sohn Bram?
18:25Mit vier hat er Elektrobaukästen aus dem Stegreif konstruiert und Schaltungen gebaut, wo ich mir denke, hallo, du bist vier.
18:39Was meinst du, was wäre, wenn ihr die Medikamente nicht hättet?
18:43Bei Chris wissen wir es noch nicht. Und bei Bram weiß ich, wenn er keine Medikamente nimmt, ist der Tag
18:49für ihn ein reinstes Chaos.
18:52Er war ja in der Klinik und dort wurden die Medikamente abgesetzt und dann kam erst am Wochenende nach Hause
18:58ohne Medikamente.
18:59Holla die Waldfee. Nee. Also war nicht lustig.
19:05Mir wurde dann auch dort in der Klinik gesagt, dass er vor dem Klo stand und das Klo angeschrien hat.
19:12Warum?
19:13Er hat keine Medikamente gehabt, er kam mit sich einfach nicht klar und hat dieses Klo angeschrien.
19:19Also aus dem Nichts heraus. Und die wollten eigentlich länger die Medikamente absetzen, haben dann aber nach einer Woche gesagt,
19:25wir helfen dem Kind jetzt gerade nicht, der braucht die wirklich.
19:29In den Medikamenten von Chris und Bram steckt ein Wirkstoff aus der Familie der Amphetamine. So wie in den meisten
19:35ADHS-Arzneien.
19:36Das ist Bram. Das ist Bram und das ist Chris. Und wir müssen das befüllen.
19:41Okay. Und Bram hat quasi immer zwei Kapseln drin, ne? Ja. Und Chris kriegt eine. Ja.
19:48Genau diese Substanzklasse findet sich auch in Speed oder Crystal Meth. Obwohl ADHSler in der Regel nicht abhängig davon werden,
19:56sind die Medikamente bis heute extrem umstritten.
20:01Alles beginnt 1932 in den USA. Ein Pharmaunternehmen führt einen Naseninhalator mit einer synthetischen Verbindung namens Amphetamin bei Atemwegserkrankungen ein.
20:13Das sogenannte Benzedrin. Schnell ist klar, das Mittel hilft nicht nur bei Erkältungen, es wirkt auch stimulierend.
20:21Im Zweiten Weltkrieg wird Benzedrin an kämpfende US-Soldaten ausgegeben, um Müdigkeit zu bekämpfen und die Moral zu heben.
20:31Im nationalsozialistischen Deutschland wird die abgeleitete Substanz Methamphetamin entwickelt, als Pervitin verkauft und als Gefechtsdroge eingesetzt, oft Panzerschokolade genannt.
20:46In den 40er und 50er Jahren werden Amphetamine millionenfach verschrieben.
20:52Gegen Depression, Narkolepsie, Adipositas und als Appetitzügler.
20:58Eine vermeintlich harmlose Substanz, frei erhältlich.
21:061944 wird der Amphetamin-ähnliche Wirkstoff Methylphenidat vom Italiener Leandro Panizzon synthetisiert.
21:14Er testet ihn an seiner Frau Margherita. Ihm fällt auf, dass sie unter der Einnahme viel besser Tennis spielt.
21:21Also benennt er das Medikament nach ihr.
21:25Ritalin. Das heute wohl bekannteste ADHS-Mittel ist geboren.
21:30Doch die Sorglosigkeit der Anfangsjahre schlägt ins Gegenteil um.
21:35Ich kann diese Präparate nicht unbesehen jedem geben, auch wenn sie rezeptfrei sind.
21:41Speziell bei diesen Präparaten, bei denen die Erzeugung einer Sucht besteht.
21:48Man findet heraus, dass die Pillen ADHS-PatientInnen nicht aufputschen, sondern ihnen helfen, sich zu konzentrieren.
21:55Sie werden ruhiger. So wird Ritalin zu einem Synonym für die Unterdrückung von Lebhaftigkeit.
22:02Anfang der 1980er besingt die Punkband Dead Kennedys das Hyperactive Child, dem der Widerstand mit Medikamenten genommen wird.
22:30In Deutschland fällt die Arznei seit Anfang der 70er unter das Betäubungsmittelgesetz und darf in Apotheken nur gegen besondere Rezepte
22:37in kleinen Mengen abgegeben werden.
22:41Hilfe durch Medikamente erhofft sich auch Maike.
22:45Hallo!
22:47Wir gehen heute zu ihrem ersten Diagnostik-Termin.
22:51Dafür mussten sie und ihre Familienmitglieder zuvor einige Fragebögen ausfüllen und sie muss ihre Grundschulzeugnisse mitnehmen.
22:58Wir nehmen es einfach mal mit und dann machen wir uns abweg.
23:01Dann brauche ich aber einen Rucksack, dann muss ich alles umpacken. Jetzt kommt wieder Panik.
23:05Oh, ich kriege sie da rein.
23:07Ah ja, und die Tasche packen.
23:08Warte mal, ich fülle mir nämlich jetzt doch eine Wasserflasche auf.
23:12Wasserflasche?
23:12Ja, die nehme ich immer mit, weil ich trinke nicht genug. Ich trinke nie genug Wasser.
23:16Geld? Dein Schlüssel?
23:18Ja, das, ach da. Ja, das Geld. Geld habe ich immer kein Bargeld, also, weil das verliere ich nur.
23:26Aber das brauchst du ja jetzt auch nicht. Wir fahren ja jetzt quasi nur Bahn.
23:29Ja, ich habe auch Gott sei Dank ein Deutschland-Ticket, damit ich nicht immer irgendwie da auch noch Stress mit
23:35habe, ein Ticket zu ziehen.
23:38Für Maike ist der Gang unter Menschen immer herausfordernd.
23:42Ich habe ja eine Sozialphobie ausgebucht und ich glaube, das kam eben dadurch, dass ich zu viel gemastet habe.
23:49Und deswegen versuche ich jetzt nicht mehr so oft mich zu regeln.
23:53Du meinst, weil du so das Gefühl hast, dass du dich selber durch die ADHS, die du vermutest, so ein
24:00Stück zurückgenommen hast, dass da einfach irgendwie...
24:02Dass ich nicht so viel anecke. Ich habe halt immer gedacht, ich erzähle zu viel Quatsch oder ich passe nicht
24:07rein oder Minderwertigkeitskomplexe, alles Mögliche.
24:12Oder man ist halt so self-aware, dass man die ganze Zeit sich abfragt, so was ich mache.
24:18Und damit man nicht... Also ich habe halt so ein ganz dolles Bedürfnis oder ich habe ganz so Angst, abgelehnt
24:23zu werden.
24:24Richtig schlimm, also krankhaft schlimm.
24:27Dass erwachsene Frauen wie Maike sich erst relativ spät fragen, ob sie ADHS haben, liegt auch daran, dass es sich
24:34bei Frauen oft anders äußert.
24:37Wir haben einfach bei Frauen viel mehr diesen unaufmerksamen Typ.
24:40Dieser extrem empfindsame, zu nah ans Wasser gebaute, was so aus dem Fenster guckt und dem Vogel hinterher schaut.
24:49Was viel zu langsam, zu umständlich ist, möglicherweise auch perfektionistisch ist.
24:55Obwohl Mädchen genauso häufig ADHS haben wie Jungen, wird es bei ihnen seltener erkannt.
25:01Sollen wir mal reingehen? Ja, lass uns mal reingehen.
25:04Es wird alles gut.
25:06Ja. Das wird alles gut.
25:09Hallo, hallo. Ich bin die Maike.
25:11Hallo, Maike. Christian Villa, hallo.
25:13Ich bin Rieke Halle. Dann setzen wir uns schon mal.
25:18Bevor es losgeht, Herr Villa, ganz lieben Dank, dass ich an der Stelle auch mit dabei sein darf.
25:23Ich halte mich im Hintergrund und wenn sie anfangen wollen, dann bin ich ganz gespannt und du wahrscheinlich ganz aufgeregt.
25:32Ja, ich habe auch schon Blackouts. Also ich merke, dass ich rede und ich sehe mich reden, aber ich weiß
25:36nicht mehr, was ich sage.
25:37Es ist kein Patient, dass ich Quatsch rede.
25:40Also im Vorgespräch geht es erstmal nicht um die ADHS-Symptomatik selber, sondern wir müssen, weil es einfach viele verschiedene
25:47andere Erklärungsmodelle gibt, müssen wir erstmal schauen, was es noch sein könnte.
25:52Das heißt, wir werden relativ wenig über ADHS sprechen, sondern ziemlich viel über eben andere Erklärungsmodelle.
25:59Das können verschiedene Krankheiten sein, das können aber auch ganz normale Dinge sein, ganz normale Faktoren, die eine Rolle spielen
26:04könnten.
26:05Um am Ende die Frage zu beantworten, macht das überhaupt Sinn, die Diagnostik vollumfänglich durchzuführen.
26:13Wir werden sehen, wo Maikes Reise hinführt.
26:18Romy und ich sind gerade unterwegs, als die Schule anruft.
26:22Für sie jedes Mal ein Schock.
26:25Denn meistens muss sie ihre Söhne dann schnell abholen.
26:29Das gleiche, tschüss.
26:33Wow, die Lehrerin hat mein Kind gelobt, weil es stand im Raum, dass der Chris die erste Klasse nochmal machen
26:38soll.
26:39Ja? Ja.
26:40Und jetzt?
26:41Wir sind in der zweiten und sie hat mir heute gesagt, dass wir, sie hat jetzt gerade gesagt, dass die
26:46Ferien, sollte er üben, Aufgaben machen und lesen und sie war heute, also die letzten anderthalb Wochen sowas von begeistert
26:55und hat gesagt,
26:58Hätte ich sie niemals gedacht?
26:59Mega!
27:02Eine Woche später bei Maike in Leipzig.
27:05Heute erfährt sie ihr Ergebnis.
27:07Nach dem ersten Vorgespräch ging es für sie weiter mit einem standardisierten Interview, das extra für die Diagnostik von ADAS
27:14bei Erwachsenen entwickelt wurde.
27:17Zu Hause musste sie einige Fragebögen ausfüllen und einen Konzentrationstest am Computer machen.
27:23Auch ihrem Hausarzt hat sie einen Besuch abgestattet, um andere körperliche Ursachen auszuschließen.
27:29Was geht ihr so durch den Kopf? Was ist so das Best-Case-Szenario, was heute passieren kann?
27:35Ich versuche ja nicht so drüber nachzudenken, aber ich fände es natürlich allgemein für meine Psyche, damit ich mich nicht
27:40die ganze Zeit selber für meine Probleme verantwortlich mache.
27:45Schön, wenn es eine positive Diagnose gibt, weil dann hätte ich wenigstens eine Begründung und wäre ein bisschen netter zu
27:51mir selbst.
27:52Ich würde sagen, wir finden das jetzt raus.
27:54Okay, dann probieren wir es mal. Mal sehen, abwarten.
27:56Let's go.
27:59Das wird alles gut.
28:01Guten Morgen.
28:02Hallo, Herr Müller.
28:05Frau Müller, ist ja klar, warum Sie hier sind. Sie wollen wissen, was bei der Testung rausgekommen ist?
28:11Ja, dann werde ich es jetzt nicht lange spannend machen. Ich werde Ihnen gleich das Ergebnis der Diagnostik erzählen.
28:19Aufgrund des klinischen Eindrucks, den ich von Ihnen gewonnen habe, der Testungen, die wir gemacht haben mit den verschiedenen Fragebögen,
28:25der Fremdanamnese, sprich der Befragung Ihrer Mutter und auch der Sichtung der Zeugnisse,
28:30Ihre eigenen Berichte und letztendlich des Interviews, die war fünf, lässt sich sagen, dass bei Ihnen keine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung vorliegt.
28:40Das ist erst mal das Ergebnis. Ich würde es jetzt kurz ein bisschen sacken lassen.
28:49Ich denke, dass da einige der Mechanismen vorhanden sind und das ist auch so.
28:54Das sehen wir auch in der Testung klar, dass es einige der Symptome eben gibt, um in dieser Krankheitsbildsprache zu
29:00bleiben,
29:01die bei Ihnen auch sich durchs Leben durchziehen und hinter denen aber möglicherweise einfach ein anderes Erklärungsmodell steckt,
29:09wo wir nicht mehr jetzt eben die Zeugnisse anschauen, wie sie da geschildert werden.
29:13Die sprechen halt so gar keine ADHS-Sprache, die sprechen so die gegenteilige Sprache, wie sie da geschildert werden.
29:19Natürlich kann das verzerrt sein. Es ist immer möglich, dass das Urteil von einem Lehrer auf irgendeine Art und Weise
29:26verzerrt ist.
29:27Aber ich muss das natürlich jetzt hier in dem Fall einfach so annehmen, wie es ist.
29:31In ihren Zeugnissen wird Maike als aufmerksam, gründlich und sorgfältig beschrieben.
29:36Das passt nicht zu ADHS. Ein Nachweis hier ist aber extrem wichtig für die Diagnose,
29:43denn es muss schon Indikatoren in der Kindheit gegeben haben.
29:46Aufgrund ihres Leidensdrucks rät Hans-Christian Biller ihr zu einer Psychotherapie.
29:52Wie geht es weiter für dich jetzt?
29:54Weiß ich noch nicht. Also früher oder später werde ich das auf jeden Fall machen müssen,
29:58weil es ja ein Problem ist für mich. Die Frage ist nur, wie und wo, weil es ja auch dauert
30:04und auch Kraft in Anspruch nimmt.
30:07Da muss man auch dann bereit für sein, diese Sachen anzugehen.
30:12Ich weiß, dass es dich auch viel Kraft gekostet hat, das hier zu machen und das auch mit uns zu
30:17machen.
30:18Aber es war auch schön mit euch zwei.
30:20Ich fand es wirklich auch ganz, ganz beeindruckend, auch wie du damit jetzt umgegangen bist.
30:25Bis dann. Mach's gut und danke dir.
30:27Danke euch. Vielen, vielen Dank.
30:29Mach's gut. Ciao.
30:31Ich habe mir das so für Maike gewünscht, weil ich weiß, wie groß ihr Leidensdruck ist.
30:35Aber auf der anderen Seite verstehe ich natürlich auch, dass der Herr Biller nicht einfach irgendwas diagnostizieren kann, was er
30:42nicht findet.
30:43Aber wenn ihr denkt, dass ihr ADHS habt, dann lest nicht nur Posts, sondern auch Fachliteratur zum Thema und sucht
30:49euch professionelle Hilfe.
30:50Ich fand es irgendwie mega schön, dass die Betroffenen, mit denen ich gesprochen habe, teilweise auch richtig viel Gutes an
30:56ihrem eigenen ADHS festmachen konnten.
30:59Deswegen habe ich all unsere ProtagonistInnen mit ADHS am Ende des Interviews immer gefragt, wenn es die Möglichkeit gäbe und
31:06wir hätten hier einen Knopf und wenn du draufdrücken würdest, dann wäre deine ADHS verschwunden.
31:12Mit allem Guten und mit allem Schlechten. Würdest du den drücken?
31:16Nein.
31:16Nein, niemals. Ich würde mein ADHS nie hergeben, weil ich glaube, so gut bin, wie ich bin.
31:25Dass ich immer noch so bin.
31:26Dass du so bleibst?
31:27Ja.
31:28Behalten.
31:30Dass ein Wildfett ist eigentlich sehr wertvoll, aber das muss man an die Kandare nehmen und manchmal bremsen und manchmal
31:35die Sporen geben und insgesamt muss man gut erreicht auch von dem Wildfett werden.
31:38Aber ich würde das nicht gegen einen Ackergaul eintauschen.
31:41Bei mir ist besonders hängen geblieben, wie belastend vor allem undiagnostiziertes ADHS sein kann.
31:47Menschen mit entsprechenden Symptomen hat es schon immer gegeben.
31:50Wir brauchen also Strukturen, damit Betroffene nicht Monate oder Jahre lang auf einen Diagnoseplatz warten müssen.
31:56Und wir brauchen ein geschärfteres Bewusstsein für ADHS-Symptome von Frauen.
32:01Ich glaube, das war's.
32:03Ich glaube, das war's.
32:08...
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