Skip to playerSkip to main content
  • 19 hours ago

Category

📺
TV
Transcript
00:00Sauber, sauber.
00:01Ich fühle mich eben zu Höherem geboren.
00:04Dann hättest du halt dachte ich werden müssen.
00:07Generationen haben ihn erlebt.
00:08Im Radio.
00:10Ich hab ganz klein angefangen.
00:12Im Fernsehen.
00:13Halt's Maul!
00:14Auf der Bühne.
00:16Ich hab doch gar nichts gesagt.
00:17Aber Welle!
00:18Seine Rollen aus über 70 Jahren kaum zu überblicken.
00:22Viele komisch, manche tragisch, oft ironisch.
00:27Warte, auf jetzt.
00:28Pass auf jetzt. Mach mit.
00:31Nein, mach nicht mit.
00:32Lächeln, Herr Bogenschütz.
00:34Sie war immer da. Die Lust am Spiel.
00:54Filmschau Baden-Württemberg 2013.
00:56Großer Bahnhof für den Star des Abends.
01:00Walter Schulteis.
01:01Nicht nur, dass sie hier seinen jüngsten Film zeigen.
01:04Es wartet auch eine ganz besondere Ehrung auf ihn.
01:10Damals noch an seiner Seite Trudel Wulle.
01:13Seine Ehefrau und Partnerin in etlichen Stücken.
01:21Viele Weggefährten sind gekommen.
01:23Neue wie Hanne Stöhr, der Regisseur des Kinofilms Global Player.
01:27Sowie alte wie Felix Hubin.
01:29Drehbuchautor etlicher Filme, in denen Walter Schulteis mitgespielt hat.
01:50In Global Player spielt Walter Schulteis den 90-jährigen Firmenpatriarchen Paul Bogenschütz, der sein Textilunternehmen retten will.
01:58Vor der Pleite, vor den Chinesen.
02:01Wie war China?
02:03Und vielleicht auch vor den eigenen Kindern.
02:08Ich hab dich gefragt, wie es in China war.
02:12Nichts Besonderes, verschiedene Kundenspräche.
02:15Darf ich vorstellen?
02:16Mein Vater.
02:18Paul Bogenschütz.
02:20Seniorchef der Firma.
02:21Es ist peinlich.
02:23Jetzt rettest du die Situation.
02:25Genau.
02:27Aber nicht vergessen.
02:30Ich hab Beto-Recht.
02:32Für Walter Schulteis eine Paraderolle mit Charakter.
02:36Ihr zwei seid an der Front, vorne.
02:39So, bitte.
02:41Gut, Walter.
02:42Walter, super.
02:43Ich stand vor seinem Haus.
02:45Und da war rechts noch ein Auto.
02:46Und ich wusste nicht, ob ich das zuparke.
02:50Und machte dann das Fenster runter.
02:52Es war ein Mietauto.
02:53Und dann hab ich gesagt, grüß Gott, Herr Schulteis.
02:56Soll ich das Auto nochmal umparken?
02:57Weil ich glaube, ich parke den zu.
02:59Hab ich zum Herrn Schulteis gesagt.
03:01Und dann ist er, ja genau, umparken.
03:03Und hat gleich aufs Auto oben draufgekommen.
03:05Und hat gesagt.
03:07Und dann hab ich also gedreht.
03:08Und dann raus.
03:09Bin wieder zurück.
03:10Und hat immer aufs Auto gehauen.
03:11Und hat irgendwie.
03:12Und war so brutal dabei.
03:14Dass ich dachte, sag mal, es kann noch nicht sein.
03:16Der ist ja schon wie in der Rolle.
03:17Keiner von euch begreift, was es heißt, zu überleben.
03:21Anzupacken.
03:22Und du bist die Schlimmste, Marlies.
03:24Verbesserung.
03:25Genau.
03:25Das hat man grad schon im Karschen.
03:29Ja, ich hatte das Glück, dass der Regisseur auch kein Frühaufsteher ist.
03:35Und dann haben wir lieber etwas später angefangen und haben dann nachts länger gedreht.
03:40Und das war mir auch lieber das.
03:43Weil aufstehen morgens, das ist ja ein Tag, der mit aufstehen anfängt, ist schon verloren.
03:50Mit fast 90 Jahren noch eine Kino-Hauptrolle.
03:53Eine Herausforderung für ihn.
03:55Wie für das Team.
03:58Ich hab mir gesagt, Walter, wenn es zu viel wird, hebt die Hand.
04:01Walter Schultheiß hat nie die Hand gehobelt.
04:04Das war eher so, dass man ihn manchmal schützen musste vor sich selber.
04:07Aber auch das war, natürlich war man da sensibel.
04:10Natürlich hat man da ein Bewusstsein dafür gehabt.
04:13Aber man muss ja sagen, Walter war so souverän die ganze Zeit.
04:16Also, der hat einfach Spaß gehabt.
04:17Aber die Arbeit war auch sehr schön, sehr angenehm.
04:21Und seine Regie auch ganz anders, wie man es normal gewohnt ist.
04:28Ganz nebenbei erzählt er da was und hat da einen da, wo er einen haben will.
04:34Mai 2024.
04:36Der Filmproduzent Frieder Scheifele und der Comedian Dominik Kuhn alias Dodokai im Studio.
04:42Sie wollen eine DVD-Sammlung veröffentlichen, zum 100. Geburtstag von Walter Schultheiß.
04:49100 Folgen von der Eugen.
04:51Ich habe diese Sendungen geliebt, in denen der Walter mitspielt.
04:54Sie haben mich als kleines Kind schon begeistert.
04:57Ob das der Eugen war oder Gotthard Pfarrer.
05:00Also, wo immer der Name Walter Schultheiß im Programm drauf stand, war klar, es macht Freude zu gucken.
05:06Und er hat mich da wirklich geprägt damit.
05:10Es gibt so zwei oder drei Figuren aus der schwäbischen Comedy- und Performancewelt, die mich inspiriert haben.
05:15Und zwar, ohne dass ich es gemerkt habe.
05:17Und habe dann erst Jahrzehnte später eigentlich geschnallt, dass durch diese Dodokai-Karriere und so, dass da ganz viel drin
05:25steckt.
05:26Unter anderem auch von Walter Schultheiß und von Trudel Wulle.
05:37Nicht nur im Film, auch auf der Bühne.
05:43In der Stuttgarter Komödie Markwart lebt er den Volksschauspieler.
05:46Das ist er übrigens, der treue Schlecht.
05:49Hey, wer ist denn das? Dein Tröster, ha?
05:52Zack, bis bald.
05:54Jetzt erfährst du auch, ob es hier so bestialisch stinkt und warum ich Medizin studiere.
05:58Ist das Kuhschütte?
05:59Saumicht.
06:01Es zwickt mich wieder einmal.
06:05Es reißbar das.
06:10Reißbar das an Händen und Füßen.
06:12Rheuma, viel mehr Arthritis, das haben alle hier, unser paradiesisches Klima.
06:17Die einzige Pelletherapie, die man hier kennt gegen alles übrigens, das ist saumisch.
06:22Das ist ja das Beste.
06:23Weil euch von dem Geschlank so schlecht wird, dass man alle Schmerzen vergisst.
06:26Ich finde, dass der Walter ein Klischee gar nicht bedient hat, weil Klischee bedeutet laut Duden unschöpferische Nachbildung.
06:36Herr Finstead, Sie wissen doch, dass Sie mit der Kehrwucht dran sind.
06:40Und der Walter sagt nicht alles zu. Er guckt sich genau an, was er spielt.
06:44Und insofern sind das Figuren aus dem Leben, die jeder kennt und auch heute noch kennt.
06:52Und deshalb sehe ich da kein Klischee beim Walter.
07:07Der Walter war schon sehr stark in diesen schwäbischen Hausmeister-Rollen verhaftet, was ich super fand, weil er es immer
07:15cool gespielt hat.
07:16Und es hat nie genervt, finde ich. Ich weiß aber, dass der Walter auch noch ganz andere Sachen konnte.
07:21Also der konnte Shakespeare-haft spielen, kann er heute vielleicht wahrscheinlich noch.
07:25Und da hätte ich mir gewünscht, dass man ihn da mehr ranlässt.
07:29Dominik Kuhn, bekannt unter dem Namen Dodokai, begeistert seit Jahrzehnten sein Publikum mit schwäbischer Comedy.
07:36Zum Beispiel schwäbische Synchronisationen berühmter Hollywood-Filme.
07:39Meister Kenobi, Gott sei Dank beherrscht ihr die Macht. Ich bin voll wie ein Haubitz, mein Pappe wär weg gewesen.
07:46Unser beider Humor, und auch da will ich mich wieder nicht mit einem großen Walter Schultheiß vergleichen,
07:51fußt natürlich ganz viel auf diesem schwäbischen bodenständigen, aber trotzdem Knitz, wie man da sagt.
07:58Und jetzt will ich wissen, wie viel Taschengeld ich kriege.
08:01Was?
08:02Ja, will ich dir mal vielleicht Kost geben?
08:04Doch, doch.
08:06Mit 10 Mark am Tag wäre ich zufrieden. Also gib mir's gleich für das erste Jahr.
08:12Volksschauspieler ist eigentlich etwas Positives, weil das ist sozusagen die Herkunft des Schauspielers.
08:17Das war damals fahrendes Volk. Das waren die Pfanneflicker, das waren die Dachdecker, das hieß auf die Steuer gehen.
08:23Und da waren auch immer Schauspieler dabei, fahrendes Volk, die sehr viel dem Volk aufs Maul geschaut haben und daher
08:32auch das Volk spielen konnten.
08:34Früher habe ich mich auch immer gerne reingestellt in die Kneipen, wenn die Arbeiter Feierabend hatten,
08:40und habe da dazugehört, was da so alles gesprochen wird und so.
08:43Ah ja, da fällt mir ein, da hast du mir was gelernt.
08:48Im Maske in Blau, 1947, wo wir uns kennengelernt haben.
08:54Und da habe ich die Wirtin, das ist eine Männerrolle, und da habe ich mich so geniert.
09:01Und dann hast du mich in der Hauptstädter Straße, da war so lokal, wo da gewisse Damen abgestiegen sind.
09:11Und dann hat er gesagt, so, jetzt guck dir einmal zu, guck dir die an.
09:17Und das habe ich dann gemacht, da ging es bei den Proben dann schon besser.
09:21Das war auch immer interessant in den Kneipen so, die Themen, die wälzen und so.
09:27Deshalb kauft er auch so gern ein. Das ist das, was er gern macht.
09:31Ja, ja, das ist auch interessant.
09:33Und der Schultheist, der beobachtet dann, deshalb kauft er auch gern ein.
09:40Einer, der schon in den 70er Jahren das Schultheistpotenzial erkennt, ist der Autor Felix Hubi.
09:46Jahrzehntelang sind sie ein berufliches Tandem und auch privat befreundet.
09:51Der kann natürlich bühnendeutsch genauso wie schwäbisch.
09:55Diese Festlegung aufs Schwäbische habe ich immer schon für völlig verkehrt gehalten.
10:01Der kann heute einen Schaffner spielen und morgen einen Oberstaatsanwalt. Überhaupt kein Problem.
10:06Ich habe den Herrn gebeten, den Koffer von diesem Platz zu nehmen, damit ich mich hinsetzen kann.
10:10Na und?
10:11Er weigert sie beharrlich, meinem Wunsch nachzukommen.
10:14Also mein Herr, nehmen Sie den Koffer da weg.
10:16Es ist verboten, Sitzplätze mit Gegenständen wie Koffern, Tieren, Mänteln und so weiter zu belegen.
10:21Aha. Wo ist denn da ein Tier?
10:23Widrig jedenfalls habe ich sie mit Entzug ihrer Beförderungsscheine zu rechnen.
10:26Ich sag Ihnen zum letzten Mal, nehmen Sie den Koffer da weg.
10:29Herr, zum Donnerwetter noch mal, wie kommt denn ich dazu fremde Leid, Ihren Koffer wegzunehmen?
10:33Das ist gar nicht Ihr Koffer.
10:35Das haben Sie erlebt auch nicht.
10:37Ja, wem gehört dann der Koffer?
10:42Mir.
10:44Ah, jetzt haut es mir aber um.
10:46Warum haben Sie eigentlich das Ding nicht so lange wegnommen?
10:48Ihm ist mir nicht gerne in Sachen, die mir nichts angegangen hat.
10:51Er könnte einen Gefängnisdirektor spielen und einen Gefangenen.
10:57Er hat bei uns im Tatort einen Nicht-Sesshaften gespielt. Das war großartig.
11:02Den schnappen wir uns!
11:03Was?
11:04Dann tu doch du selber mal was!
11:05Mit euch, Peter, Frau Netter!
11:07Was?
11:10Das triffst du zurück!
11:11Halt dein Maul und Strauch!
11:13So was anderes ist das sowieso nicht!
11:14Peter!
11:16Ich darf sowieso nicht hier, Heika!
11:19Ich hab gedacht, Sie halten immer zusammen.
11:22Mit dem Maul.
11:23Ja.
11:26Morgens, da sitzt man im Kreis.
11:30Und dann hat's immer geheißen, wenn wir alle fest zusammenstehen, dann sind wir doch stärker
11:35wie dieser Verrückte.
11:37Den fangen wir selber.
11:39Die Polizei schafft es ja doch nicht.
11:43Morgens.
11:45Ja, morgens, da sind wir sau stark.
11:51Manchmal kann er zeigen, dass ihm auch ernste Rollen liegen.
11:54Das Dritte Reich.
11:55Immer wieder Thema.
12:04Los, los, Dalli, Dalli!
12:06Was können wir machen, Sie schon?
12:08Geht euch nicht ein bisschen schneller, Herr Gott, nochmal?
12:14Was ist denn da los?
12:15Ihr könntet doch nicht einfach da reinfahren ohne Signal!
12:17Halten Sie die Klappe, ja?
12:18Da hätte ja was für was passieren können!
12:20Halt!
12:21Seid ihr nur normal!
12:21Seid ihr lebensmüde, Mann!
12:23Wohl verrückt geworden!
12:24Immer langsam!
12:25Ihr könntet mir die Waage doch nicht einfach auf mein Durchgangsgleich stellen!
12:28Verschwinden Sie!
12:29Das hier geht Sie nichts an!
12:30Was geht es mir Ihnen nichts an?
12:32In meinem eigenen Bahnhof?
12:33Das ist eine grobe Verletzung der Sicherheitsbestimmung in der Deutschen Reichsbahn!
12:37Ich habe gesagt, Sie sollen verschwinden!
12:39Oder wollen Sie auch da rein?
12:56Unterscharführer Schwarz bleibt mit drei Mann bis auf weiteres bei den abgehängten Wagen!
13:00Alles andere steigt ein!
13:02Tempo, los, los!
13:03Ihr habt alles probiert!
13:0748 Stunden geschlafen!
13:09Keiner war zuständig!
13:11Keiner hat mir geholfen!
13:13Und jetzt ist aus bei mir!
13:16Ich habe einen Bahnhof und keinen Friedhof!
13:31Und es war auch noch tatsächlich, dass ja auch tatsächlich passiert, die Geschichte!
13:36Wie der Sturz da geschrieben hat!
13:40Das hat er auch gut gemacht und gut Regie geführt!
13:44Eine der großartigsten Charakterszenen von Walter Schultheiß im Film Global Player!
13:49Er rechtfertigt sich für seine Vergangenheit als Kriegsteilnehmer!
13:53Das war 1941, 19!
13:55Und Kraftfahrer bei der Wehrmacht!
14:00Wir haben am Anfang dieser ganzen Propaganda geglaubt!
14:06Und KZ, da haben wir nur gehört, wir waren ja nicht dort!
14:11Wir haben ja nicht erfahren, was dort passiert ist!
14:13Wie ich das auch mal her schon nach dem Krieg erfahre!
14:17Wie dann meine Kinder, die ja immer alles besser gewusst haben, mich als Nazi beschimpft haben!
14:24Dann habe ich gesagt, wer diese Zeit nicht erlebt hat, der soll nicht darüber reden!
14:31Der kann gerne darüber reden!
14:34Da drin schäme ich mich, seit der Krieg zu Ende ist für das, was da angetan wurde ist!
14:43Und das war ein grausamer Krieg!
14:47Ich hoffe nicht, wie ein Hund habe ich, um das alles zu vergessen!
14:56Das geht nicht!
14:59Das kann man nicht vergessen!
15:02Wenn man das erlebt hat, kann man das gar nicht vergessen!
15:07Ich habe ja am 1. Mai 1945 einen Bauchschuss gekriegt!
15:10Ja!
15:12Und dann habe ich das Verbandsbäckchen da hingehalten!
15:18Und dann gab es ja auch fast nichts zu essen!
15:21Wir sind da rumgeirrt, stundenlang!
15:25Und dann sah ich bei den toten Russen im Brotbeutel ein Stück Speck!
15:30Dann kam ich zum Verbandsplatz und dann sagte der, was hast du?
15:35Das war ein Bauchschuss!
15:36Dann sagte er, schon tot!
15:39Du hast gegessen mit Bauchschuss, schon tot!
15:42Dann habe ich gesagt, so schnell stirben wir noch nicht!
15:48Tübingen am Neckar!
15:49In dem kleinen und beschaulichen Universitätsstädtchen wird Walter Schultheis am 25. Mai 1924 geboren!
15:58Damals lebten hier nicht nur Akademiker, sondern auch Weinbauern!
16:05Die Straße!
16:07Ja, ja!
16:09Schöne Platane!
16:11Wunderbar sind die!
16:12Wunderbar!
16:13Den interessieren wir, wie alt die sind!
16:16Ich glaube, die sind älter wie mir!
16:18Da blättert schon der Lack ab!
16:20Walter, die erreichen immer!
16:24Der ist ja berühmt!
16:26Da war der Vorbau noch nicht von der Konik!
16:30Ja!
16:31Da haben wir dann rüber geguckt und haben dann gesehen dieses Stadtbild!
16:36Das verschneite war im Winter!
16:38Meine Großmutter saß mit mir im Vorzimmer, im Vorzimmer vom Weihnachtszimmer und hat dann Märchen erzählt!
16:46Und da war die verschneite Stadt im Hintergrund, das würde ich meiner Lebtag nie vergessen!
16:52Ja, ja!
16:53Das erzählst du!
16:53Das war wunderbar!
16:54Ein Heiligabend erzählst du das immer!
16:56Ja, ja!
16:57Immer daheim sitzt!
16:58Ja, ja!
16:58Dann ging die Tür auf und dann stand der Weihnachtsbaum da glänzend!
17:05Das war wunderbar!
17:08Alles hinterlässt Spuren!
17:11Gegenüber von Tübigens, schönster Seite am Neckarufer, wächst er auf!
17:16Der Vater arbeitet als Chauffeur für den Chef der Lokalzeitung!
17:21Im Dritten Reich wird der Vater kein Parteimitglied!
17:25Die Ideologie der Nazis ist ihm ein Gräuel!
17:29Mein Vater war ein humoriger Mensch und war ein Nazi-Gegner natürlich!
17:36Ein Kluger!
17:37Meine Haie war schon ein bisschen original in seiner Art!
17:41Hat den Mund nicht gehalten!
17:42Wir haben immer gedacht, der kommt jetzt mal ins KZ!
17:45Ja, und mein Vater, mit dem bin ich ja mal nach Stuttgart gefahren!
17:49Und da stand ein SA-Mann in Uniform an der Straße, hat gewinkt, der will mitfahren!
17:54Und mein Vater rausgerufen, SA marschiert und ist weitergefahren!
17:57War sehr mutig!
18:02Einen Juristen, der im Dritten Reich den Mut verliert, spielt Walter Schultheiß im Film die Mitläufer!
18:08Warum sind Sie eigentlich kein Parteigenosse?
18:11Ich stehe als Beamter selbstverständlich zum Staat und seiner Führung!
18:15Aber für mein Richteramt scheint mir Parteilosigkeit fast eine Voraussetzung!
18:20Ich habe nicht Gesinnungen zu beurteilen, sondern juristische Tatbestände!
18:25Sagen Sie mal, haben Sie ja nicht geschlafen die letzten fünf Jahre!
18:29Ich habe nicht geschlafen, Herr Oberamtsgerichtsrat!
18:32Ich bin der Ansicht, dass es auch im nationalsozialistischen Staat Rechtsnormen geben muss!
18:38Der Führer ist gewiss ein großer Mann, aber er ist kein Jurist!
18:41Der Führer ist das Recht!
18:44Der Führer verkörpert als oberster Gerichtsherr die Rechtsidee im völkischen Staat!
18:49Und Juristen, Herr Dürr, die das nicht begreifen, die haben auf Dauer keinen Platz bei uns!
18:53Gell?
18:54Haben Sie das verstanden?
19:01Was mache ich denn jetzt mit Ihnen?
19:02Nach dem Krieg zieht Walter Schultheiß nach Stuttgart.
19:05Hier trifft der Trudel Wunne als Kollegin.
19:08Ich kam von Köln, das war 47 im Januar.
19:13Und habe dann vorgesprochen im Stuttgarter Volksheater als erstes.
19:18Und die haben mich dann gleich genommen.
19:20Und dann kam er, mager, noch groß, er ist bei mir jetzt ein bisschen runter.
19:28Und mager und groß und bleich und hat ihn drunter geguckt und hat dann gesagt, so, jetzt erzähle ich euch
19:37das Märchen von dem dicken, fetten Pfannkuchen.
19:42Das war das Erste!
19:44Und das war Revolution!
19:47Du!
19:47Mit deinem Geschwätz!
19:50Und wir haben so Hunger!
19:53Das war das Erste, ja.
19:55Jetzt haben wir uns kennengelernt.
19:58Schon bald arbeitet er auch fürs Radio.
20:01Und da kam ich die Treppe hoch, sollte den Enkel spielen, Unterhaltung mit Großvater.
20:05Und dann kam der Spielleiter und sagte, ach Gott, was mache ich denn, der Großvater ist nicht da, der, was
20:11mache ich denn?
20:12Und dann habe ich aus Scherz gesagt, dann spreche ich den Großvater eben mit, den Enkel gesprochen und dann den
20:17Großvater.
20:18Ja, mein Lieber und so.
20:21Ich sagte, mach nochmal, mach mal.
20:23Das geht, das machen wir.
20:25Und dann habe ich das allein gesprochen.
20:26Und dann habe ich nur noch Großvater gespielt.
20:29Ich weiß noch, damals war ich 24, habe ich einen Motorroller bestellt, weil ich...
20:34Und dann sagte ein Kollege, ich kann dir vielleicht besorgen, dass du das schneller kriegst und so.
20:39Hat dort angerufen, sagte, der Schultheist möchte gerne einen Roller bestellen.
20:44Dann sagte er, ja, kann der alte Knacker noch fahren?
20:48So, habe ich dich kennengelernt.
20:51Ja.
20:51Da bist aber schön drauf.
20:53Ah ja, da war ich auch noch hinner.
20:55Hast gut ausgesehen.
20:57Da ist alles durchgegangen.
20:58Ich glaube, hast du auch mal ausgesehen.
21:00Zuhause, ja.
21:00Da habe ich schon Schauspielunterricht gehabt, das ist.
21:03Ah ja, das ist gut.
21:05Erinnerungen an alte Zeiten.
21:07Mit dabei Sohn Götz.
21:08In der Gerichtsszene.
21:10Ja, ja.
21:11Der Willi.
21:13Unvergesslich.
21:14Unvergesslich, ja.
21:15Wunderbar.
21:16Da, da, da, da.
21:17Da hätten sie doch Rapperaar-Kittelchen angezogen.
21:19Aber wirklich?
21:20Ja.
21:21Wann arbeiten Sie denn eigentlich?
21:23Dann und wann?
21:24Und was tun Sie da?
21:26Dies und das.
21:28Und wo?
21:30Hier und dort.
21:32Dafür werde ich Sie jetzt einsperren.
21:34Was?
21:35Und wann komme ich dann wieder raus?
21:37Früher oder später.
21:40Und da bist du Heimkehrer.
21:42Ja, ja.
21:42In dem Dokumentarfilm.
21:45So hat er rausgezählt, wo er gekommen ist.
21:47Ja.
21:48Groß.
21:49Mager.
21:57Erinnert ihr euch noch, wie es damals war?
22:00Ja.
22:01Ja?
22:03Ja.
22:21Und da hinten.
22:22Ich bin ganz schnell, Feuer.
22:22Ich bin ganz schnell.
22:22Ja.
22:22Jarosz.
22:26Ja?
22:26Ja.
22:27Ja.
22:27Ja.
22:28Ja.
22:29Ja.
22:30Ja.
22:44And so I found my mother and sisters.
22:48In the right life he found Trudel Bulle and married her in 1950.
22:58Fünf Jahre später kommt ihr Sohn Götz zur Welt.
23:07Familienszenen, aufgenommen von Walter Schultheiß in den 60er Jahren.
23:10Auch mit der Kamera will er immer Geschichten erzählen.
23:21Als ich meinen ersten Film gemacht hatte damals, habe ich mir eine Kamera gekauft.
23:26Eine 8mm Kamera, die Bauer E88 zum Aufziehen war die noch.
23:32Da muss man nur aufziehen.
23:34Weil ich gesagt habe, ich muss auch wissen, was hinter der Kamera passiert und wie ich mit der Kamera umgehen
23:40kann.
23:40Und habe dann angefangen zu drehen, auch im Auto, Fahrtaufnahmen, durch den Rückspiegel, die Reifen.
23:49Und dann über die Kamera weggefahren, zum Abblenden.
23:58Wo ich alles gewusst habe, wie das geht, habe ich die Kamera weggelegt und nie mehr die Hand genommen.
24:06Für die nächsten Jahre wird Trudel Bulle beruflich zurückstecken und für den Sohn sorgen.
24:11Der Vater hingegen rückt ins Rampenlicht.
24:14Dann kam der Albert Hofele damals und sagte, Sie sind Tübinger, sprechen Sie auch Schwäbisch?
24:23Ja, natürlich.
24:24Uh, da brauchen wir Leute.
24:27Schauspieler haben wir so viele, aber keine, die Schwäbisch können.
24:30Und das ist ein Teil noch im Krieg und in die Gefangenschaft und so weiter.
24:35Und die sind noch nicht da.
24:36Und dann habe ich da unheimlich viel so Rollen bekommen.
24:41Schwäbische Rollen, alles mögliche.
24:50Unser lieber Herr Bürgermeister muss ab und zu mal Zeit kriegen, dass nicht alles bloß nach seinem Kopf geht.
24:59Und dieses Ortsschild da, das wäre eine Gelegenheit, wo nicht viel passieren kann.
25:05Er hat noch ein neues Ortsschild bestellt, ohne dass der Gemeinderat gefragt wurde.
25:10Das ist doch ein Witz, wer eine solche Lappalie vorzwerfen.
25:13Das lacht aber keiner.
25:14Das ist keine Lappalie, Herr Bürgermeister.
25:16Ich muss daran erinnern, dass ich bereits in der letzten Gemeinderatssitzung den Antrag gestellt habe, das alte Schild zu renovieren.
25:22Und der Bürgermeister geht her um das Schild. Einfaches.
25:26Der Neubirger kann es bezeugen. Bei dem, was er sich abstellt.
25:29Stell es halt wieder ab.
25:30Das ist aber arg neu.
25:33Unvergessen seine Anfänge als Straßenkehrer, zusammen mit Werner Veith.
25:37Zwei Jahrzehnte jeden Samstag im Radio.
25:41Wir haben es geheimt, wir hätten alle Dienst frei gehabt.
25:44Das ist doch nicht eigenartig.
25:46Und wir sind alle marschiert in einem endlos langen Zug.
25:50In einem Festzug?
25:52Ich weiß nicht, irgendein feierlicher Zug war es halt.
25:55Und jeder von uns, der hat den schwarzen A-Zug-Arket und einen Zylinder auf dem Kopf.
26:01Da hast du nicht richtig nachgeguckt.
26:02Warum?
26:03Da kann ich nicht dabei gewesen sein.
26:05Wieso?
26:06Weil ich gar keinen Zylinder habe.
26:08Vielleicht hast du rein ausgelegt von deinem Nachbar.
26:11Mein Nachbar sein Zylinder passt mir nicht.
26:14Der ist mir mindestens zwei Nummern zu groß.
26:17Bahnstraßenfähiger.
26:18Ja, das haben wir überall gehört, wenn sie Auto gewaschen haben, die Leute vor dem Haushalt.
26:25Überall aus dem Autoradio kam das.
26:28Bei den Friseuren ist alles abgeschaltet worden.
26:31Die trockenen Augen ausgeschaltet.
26:32Ja, warum, weshalb?
26:34Straßenkehrer.
26:35Ab Hause, bis das rum war.
26:38Die Narkose ist einfach.
26:40Da kriegst du eine Maske vors Gesicht und dann musst du so lange zählen, bis du einschlafst.
26:43Ja, und wenn du nicht einschlafst, was ist noch?
26:46Der Kellerbeck, der sei eben nicht eingeschlafen.
26:48Nach zweieinhalb Stunden sei der noch mit offenen Klotzbäppeln auf seinem Schragetroben gelegt und hat gezählt.
26:56Bis 2570 hat er schon gezählt.
27:00Aber, und dabei hat er auszählt, als ob er nicht auf drei zählen kann.
27:03Man war natürlich weg von allen anderen Dingen, nicht?
27:06Man konnte nichts anderes mehr machen, man.
27:08Man war 20 Jahre lang gebunden auf diese zwei Typen.
27:16Ja, und dann wollten wir ein paar Mal schon aufhören, weil wir sagten, jetzt reicht's.
27:20Aber dann kamen Waschkörbe mit Briefen, wo sind die beiden, wir wollen das wieder.
27:23Und dann ging das halt weiter.
27:28Seine ernsten Rollen im Film und auf der Bühne sind weniger bekannt.
27:31Doch es gibt sie auch.
27:33Ach, äh, sitzt sie, der, den ich angerufen...
27:38Zum Beispiel im Film Pannenhilfe von 1977.
27:43Ich schleppe Sie ab. Sind Sie im HDA-C?
27:46Ja, ja, aber...
27:54Was ich auf der Strecke schon für Unfälle gesehen habe, erst letzte Woche, da sind fünf Türke auf den stehenden
28:02LKW raufgebrummt.
28:04Den Fahrer, den hat es übers Lenkrad durch die Scheibe auf den Ahrhänger raufgepatscht.
28:11Sieht, da ist das Hirn gerade so am Ahrhänger runtergelaufen.
28:14Um Gottes Willen, hört die da auf. Hat einem ja ganz schlecht.
28:18In diesem Film habe ich gesehen, was er für schauspielerische Möglichkeiten hat.
28:23Als ich gefragt wurde, ob ich eine schwäbische Vorabendserie schreiben könnte, und da habe ich gesagt, da gibt es eine
28:30ideale Besetzung, das ist Walter Schultheiß.
28:37Das war Köberle Kommt. Da hat er einen Polizeiarchivar gespielt, einen widerspenstigen Kommissar, der in den Keller versetzt wurde, ins
28:46Archiv.
28:47Und der dann auf seine Weise Fälle löst, so auf der Schwäbischen Alb und so, die die Kollegen einfach nie
28:53in den Griff getötet haben.
28:53Hetzetle, erzählen Sie mal.
28:55Ja, ich bin gestern noch ein wenig spazieren gegangen. Dann bin ich in der Kandel ausflutscht. Und haben wir noch
29:02einmal Laternenpfahl, die ich nachgekommen habe.
29:05Glauben wir das?
29:05Kein Wort verstanden.
29:07Also unser Herr Stäule ist gestern Abend ein bisschen spazieren gegangen, ist in einem Rindstein ausgeblitten, hat sich seinen Kopf
29:12an einen Laternenpfahl gehauen.
29:14Und ich frage, glauben wir das?
29:15Und dabei haben Sie Ihr Geld und Ihre Papiere verloren. Herr Stäule.
29:19Und wenn ich das Maulpaar tue, ich darf tue.
29:21Und wenn ich absolut nichts sage.
29:22Das war dann die erste Zusammenarbeit zwischen uns beiden. Und daraus ist eine Art Symbiose erwachsen im Verlauf der folgenden
29:32zwei, drei Jahrzehnte.
29:33Ich muss natürlich auch so machen, wir können unsere Kollegen in Stärklingen anrufen, ob gegen einen Herrn Stäule was vorliegt.
29:39Und die werden Sie dann schon erkennen, wenn ich Sie beschreibe.
29:42Wo wollen Sie anrufen?
29:43In Stärklingen.
29:44Wie kommen Sie denn ausgerechnet auf Stärklingen?
29:47Ja, kommen Sie, ich höre Sie doch schwätzen und ich kenne mich aus auf meiner Alp.
29:51Ich lasse mich nur gangen. In Stärklingen wollte ich Sie anrufen. Na Respekt, Herr. Wie war doch gleich der werte
29:59Name?
29:59Köberle. Eugen Köberle.
30:07Morgen, Herr Romminger.
30:09Mich hat er immer wieder beeindruckt. In der Rolle, die ich auch immer für ihn geschrieben habe, als Hausbesitzer bei
30:16Pinzle. Da habe ich auch viel Prügel bekommen, weil es hieß, ich hätte da das Schwaben-Klischee bedient.
30:22Übrigens, Herr Pinzle, könnte Sie bitte die Treppe rechts am Rand rauf und links am Rand runter gehen?
30:29Ja.
30:29Aber wenn alle bloß in der Mitte gehen, nutzt es sich so schnell ab?
30:34Aha.
30:37Also rechts am Rand runter und links wieder rauf. Das wäre dann aber auch wieder rechts und nicht längs, wenn
30:44es die andere Zeit wäre.
30:45Hä?
30:46Sag ich Sie, Herr Pinzle.
30:48Herr Pinzle?
30:49Na jetzt wird es auch brauche Zeit. Das sollte Ihnen zu denken geraten.
30:53Frau Schmiedinger, verweist doch.
30:55Nachher ist wieder keiner da und katscht den Baum rauf.
30:58Ja, geht's hier mal.
30:59Er konnte eine Riesenrolle angeboten bekommen, hatte aber kurz vorher für irgendeine Wurzeln, für eine kleine Nebenrolle zugesagt.
31:08Es wäre ihm nie in den Sinn gekommen, diese kleine Rolle noch schnell abzusagen oder irgendwie einen Deal zu finden.
31:16Sondern er hat dann gesagt, nein, das habe ich versprochen, jetzt kann ich halt die große Rolle nicht spielen.
31:21So ist es halt in unserem Beruf.
31:23Immer vollkommen zuverlässig, ehrlich.
31:26Und das andere, was ihn unterscheidet noch, ist, er kommt an den Set oder auf die Bühne und kennt nicht
31:33nur seine Rolle auswendig, sondern alle Rollen.
31:36Er kennt das ganze Stück auswendig.
31:42Was, Menschenskinder.
31:43Na, du bist halt ein Pfannekuchen.
31:47Einen eigensinnigen Winzer mit demselben Namen wie der Kommissar spielt er in der Euging.
31:55Bei der Reiche lernt man's sparen, bei der Arme's kochen heißt's.
32:00Sie sind kein armer Chef.
32:05Der Rochbauder ist aber schon sehr gut durch, Chef.
32:08Und Schwarz?
32:08Halt's mal entdeckten Tisch.
32:10Es hat mehr Zuschauer gehabt als Dallas.
32:15Dallas, das lief zur gleichen Zeit, ja, ja.
32:18Da haben wir mehr Zuschauer gekriegt wie Dallas.
32:22Ich hab dann diese ganzen Eugen-Folgen angeguckt und da sind halt einfach Sachen drin, die ich auch in meiner
32:27Show hab, ohne dass ich die damals gesehen hätte.
32:30Das sind halt so typisch schwäbische Sachen, die waren damals lustig und die sind heute noch lustig.
32:39Wo kommen denn ihr her?
32:41Radwegs vom Standesamt.
32:43Was hängt ihr?
32:46Hängt ihr mal im Rücken?
32:47Da kannst du schämpfen, was er will, du willst.
32:50Wir sind standesamtlich getraut.
32:52Du gehst sofort aufs Rathaus und machst das rückgängig.
32:55Erst kommt der Ehevertrag.
32:56Hallo, hallo, hallo, Herr Eisele.
32:58Für dich neuerdings Onkel eingehen.
32:59Und als solcher sage ich dir, das lasse ich nicht zu.
33:04Mir ist egal, wer unter mir Bürgermeister ist.
33:07Er liebt kantige Charaktere.
33:09Und von dir keinerlei Unterstützung.
33:13Würdest du mir bitte sagen, wovon du sprichst?
33:16Wovon ich spreche, wovon ich spreche?
33:17Von dieser heimtückischen, hinterfotzigen, gemeinen, hinterlistigen Intrige des Herrn Schnell.
33:22Es ging nie um ihn oder um wie wirke ich oder was, sondern es ging immer um Situation.
33:28Und dadurch wurde, also ich zumindest, sehr frei mit ihm.
33:33Das stimmt, er hat auch beruhigend gewirkt.
33:36Weil man konnte sich auf ihn immer hundertprozentig verlassen.
33:40Wieso möchte ich jetzt doch was mit Ihnen, Herr Vollmer, losisch?
33:43Mit mir? Warum?
33:46Also ich habe doch was.
33:48Ich? Wie kommen Sie denn da drauf?
33:51Ich kenne Sie doch.
33:53So, moinet Sie.
33:55Mit mir ist er ungeduldiger, wie mit seinen Kolleginnen.
34:00Da ist er viel legerer.
34:04Und bei mir ist er gleich.
34:06Ja, mit den Kollegen bin ich auch nicht verheiratet.
34:13Auch eine Leidenschaft über viele Jahrzehnte.
34:17Ich bin ja im Zeitungsverlag aufgewachsen.
34:21Und da gab es ein Altpapier unten im Keller.
34:25Und da gab es viele Papiere zum Malen.
34:28Und dann habe ich schon als Kind immer angefangen zu malen und zu malen.
34:32Und dann später weitergeführt.
34:35Während der Pause im Radioherspiel war ich immer Karikaturen gemacht.
34:40Karikaturen.
34:40Von den Kollegen, also von mir besonders.
34:43Das war natürlich ein sehr Lustiges.
34:46Und da kam ich dann zur Malerei.
34:48Das war für mich immer der Ausgleich zum anderen Beruf.
34:52Das war immer schön, wenn ich dann mal in Ruhe malen konnte.
34:56Das war schön, wenn du gemalt hast, muss ich sagen.
35:01Also war immer eine gute Atmosphäre dann im Haus.
35:05Und jetzt male ich nur noch Kaffee.
35:08Und auch dieses.
35:10Und dieses ganz selten.
35:12Vielleicht fange ich in 20 Jahren wieder mal an.
35:19Möchtest du ein Methus erleben würde?
35:22Ja.
35:25Die Lust am Spiel und der absurden Komik.
35:28Auch privat denken sie sich sketchy aus.
35:31Ich habe neulich erst eine wunderbare Schwarzwaldforelle mitgebracht.
35:34Die habe ich bis heute noch nicht gesehen.
35:36Ja, weißt du, das ist so eine Sache mit der Forelle.
35:39Wieso?
35:39Die hast du gebraucht.
35:41Und dann war mein Kühlschrank voll und habe sie abends fürs Fenster gelegt.
35:44Ja, und dann?
35:45Am anderen Morgen war sie weg.
35:48Aha, die Katze vom Körper.
35:49Nein, die war abends wieder da.
35:52Und morgens war sie weg.
35:53Am nächsten Abend war sie wieder da und am Morgen wieder weg.
35:56So ist es.
35:57Das gibt es doch nicht.
35:59Doch.
36:00Jetzt bin ich nämlich draufgekommen.
36:02Ja?
36:03Verklemmt.
36:05Verklemmt?
36:06Verklemmt.
36:07Die habe ich jeden Morgen mit einem Rollladen aufgelassen.
36:17Trudel Wolle und Walter Schultheis.
36:20Ihr Leben lang stehen die beiden immer wieder auch gemeinsam auf der Bühne oder vor der Kamera.
36:24Der Schauspieler Traumpaar.
36:27Bis zu Trudel Wolles Tod 2021.
36:33Ja?
36:38Hat es Ärger gegeben.
36:40Das ist ein Bügeleisen.
36:41Das ist kein Tauchsieder.
36:43Das ist auch keine Bettflasche.
36:44Ja, Gott.
36:45Die würde mal den Teufel nicht holen.
36:47So.
36:48Verzähl.
36:49Wir führen das Stück nicht auf und damit passt das.
36:51Man könnte Alfred doch mit ins Geschäft nehmen.
36:54Ich glaube, du spinnst.
36:56Ich muss doch sehr bitter, ja?
36:57Gar nicht mehr modern, so lange zusammen zu sein.
37:00Schlimmer ist der Gedanke, wenn man, einer muss ja mal gehen.
37:06Und dann lässt man der andere, wenn man alt wird, doch hilfloser zurück als in jungen Jahren.
37:13Der Gedanke macht auch nicht fröhlich.
37:18Aber ich sage, jetzt ziehen wir es halt voll durch.
37:21Ja, so machen wir das, solange der Vorrat reicht.
37:32April 2024.
37:34Götz Schultheis, der Sohn von Trudel Wolle und Walter Schultheis, auf dem Weg ins Studio von Dominik Kuhn in Reutlingen.
37:43Die DVD-Edition der 100 Eugen-Folgen ist fertig.
37:48Eine Geburtstagsüberraschung des Filmproduzenten Frieder Scheifele und des schwäbischen Comedien Dodokai für den hochbetagten Schauspieler.
37:56Zeitungen liest er, Nachrichten guckt er an, interessante Kulturprogramme und solche Sachen.
38:04Er ist schon immer noch dabei und liest.
38:07Ja, so kann man nicht klagen.
38:12Also, wenn das die nächsten 50 Jahre so bleibt, dann sind wir zufrieden.
38:18Er wollte nicht mehr vor die Kamera gehen.
38:22Es ist auch so, es strengt ihn an.
38:25Das darf man nicht unterschätzen in seinem Alter.
38:28Und deshalb ist es schön, dass wir den Weg gefunden haben.
38:34Und da freut er sich.
38:36Ich habe ihm überhaupt nichts gesagt.
38:37Das gibt eine riesige Überraschung.
38:40Das ist, da freut er sich.
38:44Toll, vielen Dank.
38:45Ja, gerne.
38:46Danke fürs Kommen.
38:47Wie schön, einfach ganz toll gemacht.
38:552009, mit über 80, denkt Walter Schultheist noch lange nicht ans Aufhören.
39:00Er spielt noch einmal in einer Serie mit.
39:03Du kannst dich doch noch erinnern, dass bei euch nebenbei eine Apotheke aufmachen sollen.
39:08Dunkel.
39:09Da kommt keine Apotheke rein.
39:11Bei euch nebenbei macht ein Discountbäcker auf.
39:14Frisch AG.
39:16Aber nicht, dass hinterher wieder alles ausplaudert.
39:20Willst du es nicht dem Wald und dem Mager sagen?
39:24Apotheke, Winotheke, Diskotheke.
39:26Du trägst ja alltag ein anderes Auto ins Dorf.
39:29Ja, aber jetzt ist die Sau amtlich.
39:33Eine Diplomarbeit an der Filmakademie Ludwigsburg.
39:36Walter Schultheist spielt darin, ohne Gage.
39:38Das reicht aber später.
39:40Das holen wir schon wieder rein.
39:42Warum gibt es bayerische Serien mit Dialekt?
39:45Warum gibt es das nicht mehr im Schwäbischen?
39:47Und warum sieht man bestimmte Schauspieler, die so großartig sind und die das Publikum liebt,
39:52wieso haben die keine Plattform mehr?
39:54Laugenbrezle für die Afrikaner.
39:56Ja klar, warum nicht?
39:58Aber keine Fertigbackmischung wie beim Vater.
40:00Traditionelles Backhandwerk.
40:02Aber?
40:04Das Aber ist der Vater und die Mutter.
40:07Die wissen nämlich nichts davon.
40:09Walter Schultheist spielt den weisen Großvater.
40:14Der Urgroßvater hat auch immer auswandern wollen.
40:18Nach Amerika.
40:20Dann ist der Erste Weltkrieg gekommen.
40:22Dann hat er gemeint, er müsste seine Pflicht tun als Soldat für Kaiser und Vaterland.
40:28Und gleich in einer von den ersten Schlachten war ich schon gefallen.
40:35Kein Kaiser hat dem Herzen vorzuschreiben.
40:38Das merkst du.
40:42Dezember 2017.
40:43Acht Jahre nach der Serie Leible und Frisch erscheint die Fortsetzung im Kino.
40:49Ein letztes Mal stehen hier Walter Schultheis als auch Trudel Wulle vor der Kamera.
40:53Der Frisch bricht uns mit seinen Billig- und Gratis-Aktionen das Genick.
40:58Ich werde dafür sorgen, dass von dir nichts übrig bleibt.
41:02Ja, gewaltig Druck im Kessel.
41:04Bin ich eigentlich der Einzige, der sich noch vor unserem alten Familienbetrieb interessiert?
41:08Ich weiß bloß, dass auch ein Diesel-Lock irgendwann aufs Abstellgleis kommt.
41:13Und ich will dir was sagen, weil auf dem Abstellgleis.
41:16Da muss man es nicht mehr mit den Jungen aufnehmen.
41:18Man kann einfach gucken, wie die Ziege unter Volldampf fahren, ohne dass man selber unter Volldampf steigt und dann irgendwann
41:25explodiert.
41:26Der Walter ist ein absoluter Profi. Dazu menschlich super angenehm.
41:31Also, ja, es macht Riesenspaß mit ihm zu arbeiten.
41:35Das passt einfach nicht.
41:39Nicht in der USB. Das ist gerade nicht.
41:43Doch den großen Auftritt hat hier Trudel Wulle als IT-Spezialistin.
41:49Was mich am meisten beeindruckt hat, dass diese älteren und zum Teil auch älteren Kollegen eins hatten.
41:55Das Wissen, dass man diesen Moment und diese Szene nur gemeinsam schafft.
42:01Ich wäre jetzt soweit.
42:03Test, test, test.
42:04Trudel war, Trudel war unglaublich.
42:09Die hatte ja eine Wandlung.
42:11Wir haben ihr ja eine Rolle geschrieben.
42:12Und sie kann ja weder mit Computer, konnte sie umgehen, noch sonst was.
42:16Und das war für sie ein neues Terrain.
42:18Und sie hat das einfach glänzend gemacht.
42:20Und sie muss sagen, sie ist wirklich so der heimliche Star.
42:22Sie hatte so viel Lache auf ihrer Seite.
42:24Und ich bin ihr da heute noch sehr dankbar, weil sie hat den Film da wirklich geadelt.
42:28Ich bin der Film da.
42:35Filmschau Baden-Württemberg im Dezember 2013.
42:38Der Höhepunkt des Abends.
42:42Das ist gar nicht so schlecht.
42:45Wo wir sind, ist voll.
42:47Der Ehrenfilmpreis des Landes Baden-Württemberg.
42:51Am Ende einer langen Karriere dieser Preis.
42:54I didn't know who the price would have earned more than Walter Schulteis, this star of stillness.
43:09It's now and one of the points in a rich life.
43:19I thank you very much. I'm very excited that I can take this wonderful price.
43:30It's probably like a good person, if you listen to this.
43:44But what does Schwab say, if he gets such a price?
43:51Thank you, but it's not necessary.
43:54I don't know.
43:57A year to live.
43:59Daran, so would Walter Schulteis say, muss man lange arbeiten.
44:03Auf die Schnelle geht so etwas nicht.
44:06Jahrzehnte hat er im Südwesten das Programm geprägt.
44:11Darüber macht man feil keine Witsch.
44:13Mir war das ganze Anstörung.
44:15Herr Pinsel!
44:16Ja, wie hast du denn das gemacht?
44:18Heimlich!
44:18Köberle, Eugen Köberle.
44:20Jetzt warten wir erst einmal ab.
44:22Natürlich höre ich dir zu, du Luftpumpf!
44:28Können Sie hier auch mal den Kürt?
44:31Herr Bürgermeister!
44:32Geht ihr kurz?
44:34Ja, Leute.
44:35Ja, Leute!
44:37WirKOOL!
44:38Ja, Leute!
44:41Zuhausein!
44:42Joachim Klatsch
44:43Du Regimeister!
44:43Wirklich?
44:46Du Regimeister!
44:46Wirklich?
44:46You
Comments

Recommended