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00:19What I'm interested in, Frau Süßmuth, is to be in the public, how often do people come and want to
00:25speak with you a political conversation or whatever you want to start?
00:29Sehr häufig und liebevoller als früher, als ich im Ampfer.
00:35Das haben Sie sich verdient.
00:38Woran mag das liegen? Sie waren doch beliebt. Sie waren als Politikerin sehr beliebt.
00:42Ja, aber da, wissen Sie, in solchen Ämtern entsteht Abstand. Wenn Sie mich einführen als Frau Professor Dr. Süßmuth, dann
00:50schafft das einen Riesenabstand.
00:52Sagen Sie einfach meinen Namen und dann ist es gut.
00:56Okay, wir fangen doch mal an.
00:58Es freut mich sehr, dass Sie da sind. Wollen wir ein bisschen zurückblicken?
01:02Wenn Sie wollen.
01:0365 Jahre und ein Tag. Mutter Hedwig arbeitete im Juweliergeschäft Ihres Vaters, war hochschwanger mit Ihnen.
01:11Und dann kommt da ein Einbrecher vorbei. Die Wehen setzen ein. Was hat Ihre Mutter unternommen?
01:19Also zunächst hat sie noch mal die Polizei angerufen.
01:23Mutige Frau.
01:24Und hat das auch noch erreicht. Das Kabel war auch damals noch nicht durchgeschnitten.
01:28Ja.
01:28Und kaum, dass die Einbrecher gepackt waren, kam dann auch sehr bald der Krankenwagen, um sie ins Krankenhaus zu bringen.
01:39Und ich bin dann in den Morgenstunden vom Rosenmontag auf den Rosendienstag entbunden worden.
01:44Also Mutter war aber so mutig, sie ist erst mal dort geblieben und nicht geflüchtet.
01:48Nein. Der eigene Vater war ganz aufgeregt, ob sie sich in Gefahr begebe, weil sie auch an die Tür ging.
01:56Nein, sie hat also mutig zugepackt.
01:59Ja. Wie viel Kämpfernatur haben Sie von Ihrer Mutter so mitbekommen, wenn man das Beispiel jetzt mal nimmt?
02:05Das habe ich früher nie so überlegt, aber ich denke, dass ich immer wieder auch im Alltagsleben nicht aufgebe.
02:15Also erst aufgebe, wenn es gar nicht anders geht.
02:18Wovor haben Sie konkret Angst? Was macht Ihnen im Alltag Angst?
02:20Also Angst macht mir im Alltag nach wie vor die Frage Trennung und Verlust oder schlechte Nachrichten oder aus der
02:31Politik, was passiert wieder im Hintergrund.
02:34Stichwort auch Intrigen. Also die schlechte Nachricht.
02:39Oder ich nenne es Ihnen mal an anderen Beispielen.
02:43Oftmals, wenn ich in der Politik nach vorn gegangen bin, also nicht den normalen Mitruderweg eingeschlagen habe, sondern gesagt habe,
02:52hier muss ich Einspruch erheben, dann war das nie eine Spontanaktion, sondern ich malte mir aus, was passiert, wenn du
03:00das tust.
03:01Also da waren auch Ängste im Spiel vor Sanktionen, vor Abmahnungen, vor Rausschmiss.
03:08Aber ich habe es am Ende doch immer gewagt, ob das AIDS war oder ob das Lebensschutz 218 war.
03:15Das sind die politischen Themen. Ich meine das mehr so als eigene Reaktion.
03:19Sie haben eben gesagt, Intrigen, dass da ein Anruf kommt und es könnte eine schlechte Nachricht sein.
03:23Also ich meine jetzt im Privaten.
03:24Wie mache ich das im Privaten?
03:26Im Privaten eigentlich auch durch Aktivitäten dagegen setzen.
03:31Also wenn mich sowas überfällt, dann brauche ich zum Beispiel gute Musik.
03:35Oder ich gehe nach draußen, um mich frei zu atmen und frei zu gehen.
03:41Also ich brauche solche Dinge, damit sich das nicht in mir verkrampft.
03:45Das ist ja überraschend, weil Sie haben ja als kleines Kind sehr frühzeitig Verantwortung übernehmen müssen.
03:49Das war auch gut so.
03:50Also 1945, da gab es eine Situation, das Trauma der Bombennächte.
03:54Der Vater war noch im Krieg, kam es später zurück 1945.
03:57Die Mutter war schwer krank, war Typhus erkrankt.
03:59Und wie ist das?
04:00Also es ist für die jetzige Generation ja kaum vorstellbar.
04:03Ein achtjähriges Mädchen, das für die ganze Familie sorgt.
04:06Wie haben Sie das hingekriegt?
04:08Das kann ich heute kaum mehr sagen.
04:10Sie handeln dann in der Situation.
04:13Und da war noch meine Schwester.
04:16Aber wir waren als Kinder allein.
04:18Und ich habe eigentlich in dieser Zeit gelernt, alles was man im Haushalt braucht, was man tun muss, um seine
04:25Geschwister zu schützen, aber auch Hilfe von Erwachsenen zu suchen.
04:30Sodass ich sagen muss, in den ersten Nachkriegsjahren spielte Schule die untergeordnetste Rolle der Welt.
04:37Wir waren unterwegs auf dem Feld hamstern, Äpfel suchen, Eier hamstern.
04:43Das war eine ganz andere Kindheit und Jugend, allerdings dann nach dem Krieg auf dem Lande mit einer wahnsinnigen Weite
04:53und oftmals auch, wir hatten ja fünf Kinder, für die Eltern überhaupt nicht kontrollierbar und erreichbar.
05:00Das war auch eine befreiende Kindheit.
05:03Das klingt jetzt so, als wenn Sie ein wilder Teenager gewesen wären.
05:05Nein, das war ich gar nicht.
05:06Es hat eine Zeit gegeben, ich war bis zum zwölften Lebensjahr auf einer Schule mit Ordensfrauen, in der ich vieles
05:15nicht lernte, was ich hätte lernen sollen, zum Beispiel Sport.
05:18Ich kam als Zwölfjährige.
05:20Ich dachte, jetzt ist was anderes, aber okay.
05:22Und ich habe dann also kräftig nachgeholt, nicht nur im Sport, sondern als es dann in die Tanzstunde ging.
05:28Es gab mal drei Vierteljahre, wo ich wirklich außer Rand und Band war und jede Gelegenheit zum Tanzen wahrnahm.
05:33Das kann ich mir nicht vorstellen, Frau Süßmo. Wie hat sich das geäußert? Sie außer Rand und Band?
05:37Ja, also meine Eltern waren gewöhnt, dass ich zu Hause war. Das war ich nicht mehr.
05:42Ich kam abends nicht pünktlich. Ich machte so gut wie keine Schularbeiten, aber es war, ich sage Ihnen trotzdem, es
05:49war auch wunderschön.
05:50Nach dem Dreivierteljahr kam es dann wieder in geordnete Bahnen und ich möchte diese Zeit nicht missen.
05:57Also diese Zeit in Frankreich. Sie sind mit 21 dort hingegangen. Sie haben erst Romanistik studiert, dann später Erziehungswissenschaften, Soziologie,
06:04Psychologie.
06:05Und dann ging es nach Paris als 21-jähriges Mädchen. 1958 in diese Stadt. Das muss doch großartig gewesen sein.
06:12Wie sah das aus? Hatten Sie den Haarschnitt auch so wie Juliette Gréco, filterlose Zigaretten geraucht? Was haben Sie gemacht?
06:17In der Zeit hatte ich beim ersten Besuch noch einen Pferdeschwanz zurück, gekämpftes Haar mit sehr viel Krause und einem
06:27Pferdeschwanz.
06:28Beim zweiten Mal hatte ich schon kurzes Haar. Aber ich gebe Ihnen recht, ja, diese Pariser Zeit war für mich
06:34eine ganz entscheidende.
06:36Also ich sage bei dieser Gelegenheit, ich bin auf dem Land groß geworden, hat allenfalls Kleinstädte erlebt und kam in
06:45diese Riesenstadt.
06:46In diese sündhafte Stadt.
06:48Ja, die war aber auch spannend zu erleben, was vor allen Dingen in den Nächten in Paris passierte.
06:56Es war meine erste Begegnung auch mit interkultureller Welt.
06:59Ich erlebte nordafrikanische Studierende. Meistens kamen sie aus gutem Elternhaus, aber da ich mir mein Studium auch verdienen musste, war
07:09ich als Au-pair-Mädchen oft in den Tüllerien mit den Kindern.
07:13Und erlebte genauso die armen Nordafrikaner, insbesondere die Algerier.
07:19Und es waren neue Welten, auch die Welt der Ästhetik, des Films, des Theaters. Also ich hatte eigentlich kein Geld.
07:27Und der Philosophie und der Existenzialisten.
07:29In der Bibliothek sind Sie auf Jean-Paul Sartre getroffen. Also der Weiberheld Jean-Paul Sartre. Wie nah sind Sie
07:36ihm gekommen?
07:37Ganz große Entfernung. Ich bin oft Schulter an Schulter mit ihm durch das Gate gegangen, wenn wir in die Nationalbibliothek
07:46wollten.
07:47Das war ja etwas später, Anfang der 60er Jahre. Und dann habe ich ihn beobachtet an seinem Arbeitsplatz oder wenn
07:54er recherchierte.
07:55Und er war von einer außergewöhnlichen Pünktlichkeit. Man konnte morgens fast die Uhr danach stellen, wann er in die Nationalbibliothek
08:03kam.
08:04Und ich hatte ihn 58, 59 an das Sorbonne gehört. Und das erste Mal erlebt, wie ein Schriftsteller Worte, Farbe
08:17und Musik miteinander komponierte und uns die Ästhetik erklärte.
08:22Also an seine Frauengeschichten habe ich damals gar nicht gedacht.
08:25Frau Süßmut, Ihre Augen leuchten jetzt, wenn Sie darüber reden. Waren Sie ein bisschen verliebt in Jean-Paul Sartre?
08:31War ich nicht, aber sehr interessiert. Und ich muss sagen, ich war damals so darauf aus, diese neue Welt ein
08:39bisschen zu erkunden, dass ich alles spannend fand, was so ganz anders war als in meiner bisherigen Welt.
08:45Das heißt, jetzt waren Sie nicht mehr die angstbesessene Frau, sondern richtig mutig?
08:50Ich meine, Angst und Mut schließen sich überhaupt nicht aus. Die Angst ist ja auch ein Schutz für den Menschen.
08:57Und Angst kann lähmen, kann aber auch aktivieren.
09:01Also ich finde, das habe ich im Verlauf der Jahre gelernt, dass Angst und Mut sich nicht ausschließen. Aber es
09:08ist wichtig, es zu reflektieren. Sonst wäre es tollkühn. Und Mut hat für mich immer auch eine Verbindung zur Angst.
09:17Ich meine, nach dem Studium haben Sie sich dazu entschlossen, eine akademische Laufbahn zu machen. Als Frau. Wir reden vom
09:23Jahr 1966, als Dozentin an der Pädagogischen Hochschule Ruhr.
09:29Also das war schon ungewöhnlich in jeder Hinsicht. Da waren doch mehr die Kerle unterwegs. Welche Hürden mussten Sie damals
09:34überwinden als Frau?
09:36Also da musste ich noch keine Hürden überwinden. Also ich hatte ja meinen Vater erlebt als meinen Förderer. Und ich
09:43erlebte, Hochschullehrer, Frauen gab es ja nicht.
09:46Die auch Frauen förderten. Und ich weiß, mein berühmte Romanist Jaus besorgte mir ein Stipendium.
09:55Hat damals kräftig dafür gekämpft, dass ich nicht in der Pädagogik, sondern in der Romanistik promovieren sollte.
10:01Meine erste Assistentenhilfstelle war in Stuttgart an der Universität bei Robert Speymann, also Philosophie.
10:09Da habe ich diese Benachteiligung überhaupt nicht gespürt und habe die Chance auch wahrgenommen.
10:16Also ich hatte ja nicht von Anfang an mit 16 vor, in eine akademische Laufbahn zu gehen.
10:21Aber als ich erst mal studierte, da fand ich, dass ich hätte mein ganzes Leben studieren können, wenn ich nicht
10:27hätte Geld verdienen müssen.
10:31Ein anderer Schritt nochmal. Also als Sie dann eingestiegen sind in diese akademische Welt und Dozentin waren, da passierte was,
10:37was eigentlich nicht passieren sollte.
10:39Richtig.
10:40Sie waren gerade angefangen. Dann waren Sie schwanger.
10:45Waren Sie ein bisschen unvorsichtig?
10:48Also was heißt, sonst bekommen Sie ja nie Kinder, wenn wir nicht mal in der Ehe den Kinderwunsch erfüllen.
10:55Es war nur so, dass die Bewerbung zu dieser ersten Dozentur, die hat mich das erste Mal ganz bewusst werden
11:03lassen als Frau.
11:04Weil im Rahmen dieser, es gibt Vorstellungen, Sie halten eine Vorlesung, ein Seminar und ein anschließendes Kollopium.
11:11Und dann kam die Frage, was ist, wenn ein Kind kommt?
11:16Die hat mich so erschrocken gemacht, diese Frage.
11:18Dass Sie gleich schwanger geworden sind.
11:19So kann man auch sagen.
11:22Oder auch die Frage, was ist, wenn Sie vor Ihrem Mann Dozentin sind?
11:27Das fand ich alles ganz...
11:29Oder damit hatte jemand kein Problem?
11:31Mein Mann nicht, aber die Kollegen, die mich berufen sollten.
11:35Ich habe die Stelle hinterher bekommen, aber es passierte tatsächlich, ich war kaum an dieser Hochschule.
11:41Und wurde schwanger und habe dann gedacht, um Gottes Willen, die Kollegen, die sich für dich eingesetzt haben.
11:48Also ich habe bis zum letzten, fast bis zum letzten Tag meine Arbeit getan und bin auch nach sechs Wochen
11:55wieder...
11:56Die Einbrecher aus dem Hörsaal rausgeschickt, wie Ihre Mutter damals.
11:59Ich vergesse nie, es gab früher solche Landessitzungen aller Hochschulkollegen.
12:07Und natürlich waren die neugierig auf die junge neue Kollegin und der ältere Kollege sagt, die kann nicht kommen, weil
12:14sie eine Grippe hat.
12:14Wir haben unsere Claudia Lange die Claudia-Gruppe genannt.
12:18Das war die Ausrede, die benutzt wurde, Sie wollten das kaschieren.
12:21Haben Sie lange Kleider getragen, so weite Kleider die ganze Zeit, damit keiner merkte, dass Sie schwanger sind.
12:25Gut, aber die Kollegen der anderen Hochschule erleben Sie ja nicht laufen.
12:29Ich habe schon den Eindruck gehabt, es war dem Kollegen peinlich, nun sagen zu müssen, hinterher war es selbstverständlich, aber
12:36jetzt war die Geburt.
12:37War Claudia ein Wunschkind?
12:39Ja.
12:40Ja.
12:41Sie war nicht geplant, aber sie war ein Wunschkind.
12:44Aber ich wollte jetzt einfach mal auf Ihre Anfänge zurückkommen.
12:471985, da waren Sie sehr erfolgreich in Hannover mit Ihrer Frauen- und Gesellschaftsarbeit.
12:54Sie haben ja dieses Institut dort geleitet und haben das sehr erfolgreich aufgebaut.
12:58Und da kam dieser wusste Anruf vom damaligen Kanzler Kohl.
13:04Wie haben Sie das erlebt?
13:06Ja, zunächst wusste ich es ja nicht, worum es ging.
13:09Ich muss sogar schildern, es war ziemlich naiv, wie ich daran gegangen bin.
13:15Ich saß im Zug von Hannover nach Hamburg, wollte zur Brigitte.
13:19Es ging um neue Technologien und Frauen.
13:22Und es gab ja früher schon das Telefon im ICE.
13:25Ruf noch mal im Büro an und dann wird mir gesagt, Sie möchten bitte in Bonn folgende Nummer anrufen.
13:32Wäre Ihnen schon bekannt?
13:33Nee, sage ich, die Nummer kenne ich nicht.
13:35Und als ich dann in Hamburg in der Brigitte dort anrief, war es das Kanzleramt.
13:40Und die Antwortler, Sie möchten bitte einmal zum Kanzler kommen.
13:45Ich möchte gerne einen Termin machen.
13:47Und ich fragte in aller Naivität, welche Forschungsunterlagen soll ich denn mitbringen?
13:53Die Antwort war keine.
13:55So fing es an.
13:57Und welchen Eindruck hatten Sie bei Ihrer ersten Begegnung von Kohl?
14:02Einen sehr positiven.
14:03Ich hatte, wir tragen ja immer Bilder mit uns herum.
14:06Ich hatte überhaupt nicht die Vorstellung, dass es ein Mensch, der sehr viel gelesen hat, der sich nicht nur in
14:14der Geschichte, in der Politik, sondern auch in der Theologie auskennt, der mich überhaupt nicht bedrängt hat.
14:21Er hat die Frage, ob ich Nachfolgerin von Heiner Geisler werden wollte, erst sehr spät gestellt, hat mir dann ja
14:29auch Bedenkzeit gelassen.
14:30Nein, der Eindruck war positiv.
14:32Aber das blieb dann nicht immer so, das blieb nicht immer so.
14:35Aber physisch war er doch ein Raumverdränger.
14:38Also hat er Ihnen physisch nicht irgendwie Angst gemacht?
14:41Ja, ich habe es ja im Buch nochmal beschrieben, wie sehr Körpersprache raumfüllend sein kann.
14:51Jetzt müsste ich vorstellen, ich kleiner Wicht daneben.
14:54Das war schon vom Äußeren her eine gewaltige Diskrepanz.
15:00Und ich glaube auch, dass es dann für kleinere Menschen, Männer und Frauen, das ist anderen wie Lothar de Maizière
15:08auch so gegangen, also das ist schwierig.
15:11Wenn jemand groß, raumfüllend ist, dann ist eigentlich für sie kein Platz.
15:17Und dieses Spiel wäre jetzt praktisch, Willi ist krank.
15:22Das heißt, ich sage zu meiner Nachbarin zur Rechten, Willi ist krank.
15:26Sie fragen, was hat er denn?
15:27Nee, so.
15:30Dann muss ich jetzt meinen Zahnarzt konsultieren.
15:33Das geht.
15:36Was hat er denn?
15:37Dann sage ich, eine möglichst komplizierte Krankheit.
15:40Eine möglichst komplizierte Krankheit.
15:43Und dann würden Sie zu Frau Süßmuth sagen, Willi ist krank.
15:48Frau Süßmuth sagen, was hat er denn?
15:50Sie nennen beide Krankheiten, also meine und ihre neue.
15:55Und so geht das weiter.
15:56Also wir fangen mal an.
15:58Ich bin entschuldig.
16:00Willi ist krank.
16:01Oh, ich habe er denn.
16:03Herr Fassistisch Willi.
16:08Herr Fassistisch Willi.
16:19Sie haben so ein schönes Werkchen auch.
16:21Willi ist krank.
16:23Wow.
16:32Herr Fassistisch Willi und Blüterentzündung.
16:36Was?
16:37Blüterentzündung.
16:38Blüterentzündung.
16:40Schade.
16:41Wie war Tiefisch Willi?
16:43Nein.
16:44Herr Fassistisch Willi.
16:46Die anderen noch ein paar.
16:47Ja, er kommt.
16:48Tiefisch Willi.
16:52Und Blüterentzündung.
16:57Das ist ein bisschen schwieriger.
17:03Das ist schwieriger, das Buch.
17:03Erst essen, ne?
17:06Er kann er auch.
17:08Ja, ne?
17:09Wie ist es krank?
17:10Einen Augenblick.
17:11Ja.
17:13Wie ist es?
17:17War Tiefisch Willi?
17:39I think that they would have been a part of the session with Helmut Kohl.
17:49It was very interesting.
17:50We realized that it's not great,
17:52if politicians can be so in the public
17:53and laugh and laugh.
17:55Were you often asked this?
17:58Yes, a lot.
18:00It's like today.
18:03There's something new.
18:05And you can see the picture of how the person should be.
18:10What you could do and what doesn't fit.
18:13How did you go to the party,
18:15in the party, in the party,
18:17if you couldn't support it?
18:22What did you actually not want to do?
18:27Once we are at your topic,
18:30that I can't say,
18:32you can't say,
18:37here I'm not going to do,
18:38but you have to decide what is important
18:41and what is less important.
18:43That's the one.
18:45And you have to say,
18:46at which point,
18:48I had to have a change,
18:50the I didn't get through.
18:52And then there are other points,
18:54which are so central,
18:55I remember,
18:56to 218,
18:59the Schutz of the unborn lives.
19:03You know,
19:04if you have a different opinion,
19:05it's hard to do,
19:06it's hard to do.
19:08And there are also
19:11when the Bishops then fordern,
19:13they say,
19:14that's a murdering,
19:14that's a murdering,
19:16that's going to the face.
19:18So,
19:18with this thick skin,
19:20with which we are talking about,
19:21that's often confused,
19:23so that the other is not even stronger.
19:25If you react to the other,
19:27then you are even more stronger.
19:31But,
19:32it must be,
19:34although I must also,
19:35if I say this here,
19:37I must also add to that,
19:39that was never a spontaneous reaction.
19:43I remember,
19:45when it was about the
19:47candidate for the
19:48President of the United States,
19:50I was actually in Asia.
19:52It took three to four weeks,
19:55what do you do now?
19:57Do you have to ask questions
19:59to ask questions in the
19:59Fraktion,
20:00or do you hold the hand?
20:02I was then entschieden,
20:04as I came back,
20:05I ask questions.
20:07But that was a turbulent
20:09Fraktionssitzing.
20:11Have you been bereared
20:12or were you free to ask questions?
20:15Yes,
20:15but there was a
20:16big news,
20:18there was a
20:19book that was titled,
20:19she talked about
20:21and the other day
20:23I saw that
20:24and the other day
20:25I got a text from
20:26my daughter
20:27who said,
20:28Mama, I'm proud of you.
20:33You have said,
20:35you must also be careful
20:36on those people,
20:36who have Angst
20:37and therefore
20:38on the street
20:40and not just
20:41to the people
20:42they are
20:43There's a question.
20:44What did you think
20:45about it?
20:46What did you think
20:48about it?
20:49What is it?
20:51What did you think about it?
20:53What did you think about it?
20:57the culture, that I'm very often asked,
21:01instead of asking ourselves,
21:02how are we with our own culture again offensive?
21:06If that's in Glaubens- or in Kulture-Fragen is.
21:10We have, Europe has such a sense,
21:14from the fear we can't live.
21:16But I say, the Sorrows of the citizens and the citizens,
21:20I have to deal with.
21:22I have to deal with a very confrontative,
21:24very heartbreaking discussion.
21:28I agree not all,
21:30but it must be the impression,
21:34that we have to deal with our fears.
21:39And we build them up.
21:41We are not in the way,
21:43these fears through clear security to change.
21:47But if we have the fears of others,
21:51and I also have to deal with,
21:54we come much closer,
21:56and we seek together a lot of solutions.
22:00The old ones have no more.
22:03And even if we say,
22:05we have to go home all the way.
22:08The situation is so in the world in the world,
22:11that we know now,
22:12we have 60 Mio. Flüchtlinge today,
22:15jahrelang we had 45 Mio.
22:17And it's now,
22:19and it's now,
22:20and it's now,
22:21and it's now,
22:22and how we find ourselves back to more solidarity.
22:29Deutschland can't do that alone.
22:32What did you have to do,
22:35and what did you have to do,
22:36and what did you have to do,
22:47That's a huge point of view.
22:50The German leader,
22:51he had to do things with the pesso.....
22:53He is a very rare thing.
22:56That's a great thing.
22:59That's a very rare thing.
23:02War his great thing.
23:05Bhagavan when he was in the post!
23:06He is speaking to me.
23:06He was in the post!
23:07He was around installing it.
23:10He had a very rare thing.
23:11He was in the post!
23:11He was in the post!
23:12And he was after him.
23:15He was in the post!
23:17as a kind of emanzipierter man as a child.
23:21My father said to me in the widerspenstigen Zähmung,
23:25it was difficult, if I had something in the mind,
23:29to be able to do this.
23:31But that was it was already.
23:33I was actually in the course of the Oberstufe
23:37and in the study.
23:38I was very much interested in studying.
23:43I came to the question,
23:46who is the man actually?
23:48Is he the best?
23:50What is he good?
23:52And we have always been both.
23:56Then I turned to the children.
23:59And not only about the psychology,
24:02but about the literature.
24:04Also that unschuldige child
24:07and that child with all tricks and eigenars.
24:10Also these
24:14Zwiespältigkeiten
24:15and Widersprüche
24:16in menschlichem.
24:17And how do we go with that?
24:20And I was not from here
24:22on the politics.
24:24I was a politically interested person.
24:26That was already through my family,
24:29but also through my education.
24:32And I had an interest in people.
24:35I wanted to actually be a Krankenschwester.
24:37And then my father said to me,
24:39make a little bit of an Abitur.
24:41Then he said to me,
24:43I study Jura.
24:44And then I said,
24:44that's not my Fach.
24:46I have then, like you,
24:49Romanistik.
24:49Genau.
24:50We have been both from Wuppertal in Münster.
24:54In Paris.
24:55Au Pair.
24:56And Romanistik.
24:56In Tübingen.
24:57Aber Sie waren auch noch an einem anderen Ort.
24:59Ist egal.
25:00Also Romanistik, was war das andere?
25:02Geschichte und Philosophie.
25:04Geschichte und Philosophie.
25:04Also ich habe später erst Sozialwissenschaften,
25:07also nach dem Examen gemacht.
25:09Und für mich waren ganz wichtig antike Philosophen.
25:13Also für meine spätere politische Arbeit
25:16habe ich am meisten bei Platon
25:18in sokratischen Schriften gelernt.
25:20Der andere kann auch Recht haben.
25:24Gehe respektvoll mit ihm um.
25:26Sie glauben gar nicht,
25:27wie wichtig das in der parlamentarischen Arbeit ist.
25:30Ja, das glaube ich.
25:31Weil immer einer Recht haben will.
25:33Aber andererseits muss es doch für Sie
25:34dann auch sehr schwer gewesen zu sein,
25:36in dieser politischen Welt,
25:37in die Sie dann reingeraten sind,
25:40Ihre Überzeugungen weiter zu vertreten.
25:42Sie hatten ja so einen Gegenwind.
25:43Also alleine Helmut Kohl.
25:45Wie haben Sie das immer weiter durchgehalten?
25:47Sie hätten auch sagen können,
25:48ich strecke die Segel,
25:49ich gehe wieder zurück in die Wissenschaft.
25:51Ich glaube nicht,
25:52dass ich das völlig transparent
25:56und in sich konsistent beantworten kann.
25:59Aber wenn Sie von etwas überzeugt sind,
26:04dann halten Sie länger durch.
26:06Also ich bin ja oft hingefallen,
26:09bin auch gescheitert,
26:11aber ich habe auch durch Menschen angefangen
26:14von meinem Partner wieder aufgestanden.
26:18Und immer wenn die dachten,
26:20jetzt sind wir sie los
26:21und wir werden sie losbekommen,
26:23wir kriegen die schon klein,
26:26habe ich gedacht,
26:27noch mal versuchen,
26:28ob du nicht doch durchhältst.
26:30Was mich noch interessiert,
26:31wie haben Sie das eigentlich gemacht?
26:32Sie haben mal am Anfang
26:33Ihrer politischen Laufbahn gesagt,
26:35was ich nicht möchte,
26:36ich möchte nicht irgendwann mal
26:38dickfällig werden und hart
26:39durch meine politischen Erfahrungen.
26:41Sie haben aber sehr viel kämpfen müssen
26:43gegen Widerstände.
26:44Wie haben Sie das geschafft,
26:46trotzdem so zu bleiben
26:47und immer weiter zu machen?
26:48Das weiß ich nicht.
26:51Ja, aber ich sage mal,
26:53ich habe immer wieder auch Menschen gefunden,
26:56wenn ich wirklich am Boden lag,
26:58die mich wieder aufgerichtet haben.
27:01Und ich selbst mag nicht Resignation.
27:05Also da kann man nichts machen.
27:07Ich bin ohnmächtig,
27:08selbst wenn ich hartes Nein hatte
27:10zu Neuordnung des Paragrafen 218,
27:14sprich Lebensschutz.
27:15Wenn ich hartes Nein zur Quote hatte,
27:18da bin ich mir zweimal durchgefallen.
27:21Ich weiß nicht,
27:23woher ich die Energie genommen habe,
27:25aber die mussten damit rechnen,
27:27die kommt wieder.
27:37Also, ich habe viele Fragen,
27:42bist du nicht mit größter Bitterkeit
27:44und Enttäuschung aus der Politik gegangen?
27:47Da muss ich Ihnen sagen, nein.
27:49Ich mache ja heute auch weiter.
27:51Das ist ein so entscheidend wichtiges Feld
27:54für unser Leben,
27:55dass ich eigentlich vielen Bürgern wünsche,
27:57schaut in euren Gemeinden,
27:59schaut in euren Heimatorten,
28:01was ihr tun könnt.
28:03Und zum anderen,
28:06ich mag keine ohnmächtigen Menschen.
28:08Ich tue viel dafür,
28:10auch bei Kindern, werdet stark.
28:12Auch bei Ihren Enkelkindern?
28:14Ja.
28:14Fünf Enkelkindern,
28:15das kommt auch dazu.
28:17Bei einer Tochter.
28:19Ist das auch der Grund,
28:25wachzurütteln,
28:26darauf hinzuweisen,
28:27dass Sie diesen Brief
28:28an Ihre Enkelkinder geschrieben haben?
28:30Das war eigentlich mein 80. Geburtstag.
28:33Da sehen Sie,
28:33ich bin ja eigentlich schon alter Mensch.
28:36Aber ich bin im Kopf nicht alt.
28:38Und habe auch noch Temperament und Leidenschaft.
28:41Und möchte mit den Generationen,
28:45das ist jetzt nicht nur meine Enkel,
28:49was ich ihnen hinterlassen wollte,
28:51worauf kam es mir eigentlich an?
28:53Was ist mir wichtig?
28:54Wofür habe ich gelebt?
28:55Was könnt ihr machen?
28:57Ich habe Enkelkinder,
28:58die glauben gar nicht,
28:59wie schön das ist.
29:01Also, wenn die so morgens
29:02ans Bett getippelt kamen
29:04und hören wollten,
29:05wie war das denn?
29:07Wie war das im Krieg?
29:09Wie hast du denn Ferien gemacht?
29:12Also, sie hören zu,
29:14erzählen und wollen mehr wissen.
29:16Also, das möchte ich allen sagen.
29:18Glaubt nicht,
29:19dass die nur sagen,
29:20die Alten haben sowieso keine Ahnung.
29:22Sie möchten auch von denen
29:24Lebensgeschichten wissen.
29:25Was sie nicht möchten,
29:27ist, dass wir sie belehren wollen.
29:30Also, dann haben wir verloren,
29:31dann hören sie nicht mehr zu.
29:33Natürlich habe ich Vorstellungen,
29:35auch manchmal Ängste,
29:36wenn sie unterwegs sind.
29:38Aber wir müssen sie befähigen,
29:42auch mit schwierigen Situationen
29:46verantwortlich umzugehen.
29:55das ist eine Band wie Chancen,
29:58Das ist die Handelung.
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