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  • 7 hours ago
KRANKSTALT

DIE ANSTALT vom 17. Februar 2026

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Fun
Transcript
00:00I
00:30So I have this erwartet you.
00:32So I have this for you.
00:36That deutsche Wartezimmer.
00:37You can hear it immediately.
00:41This is completely wrong here in a filled Wartezimmer.
00:45So I have this for you.
00:47How do I create a Wirtschaftswunder in this country,
00:50if you have every 10-Nagel to the Facharzt?
00:53That's not it.
00:54You all have to work.
00:56You all have to work for me.
00:58You all have to work for healthy.
01:00You all have to work for healthy.
01:02You all have to work for healthy.
01:05You all have to work for healthy.
01:06You all have to work for healthy.
01:07You all have to work for healthy.
01:08You all have to work for healthy.
01:11Arbeitsallergie ist kein Grund zum Schwänzen.
01:13Kann ich Ihnen helfen?
01:15Das können Sie in der Tat.
01:17Ich fordere Sie hiermit auf,
01:19damit aufzuhören, die Leute krank zu schreiben.
01:21Sie ruinieren die deutsche Wirtschaft.
01:24Verstehen Sie?
01:24Aber als Ärztin bin ich verpflichtet zu helfen.
01:27Na, vergessen Sie mal Ihren Happy Hippo-Eid.
01:29Aber da draußen warten meine Patientinnen.
01:31Nein.
01:32Die habe ich alle gesund geschrieben.
01:33Das sind alles Simulanten.
01:34Ach so.
01:35Und das können Sie beurteilen?
01:37Oh ja, das kann ich.
01:38Wir sind viel zu krank in Deutschland.
01:40Jeder Arbeitnehmer 14,8 Tage im Jahr.
01:44Wie habe ich das vor kurzem so treffend in Bad Rappenau gesagt?
01:48Ist das wirklich richtig?
01:50Ist das wirklich notwendig?
01:52Ja, das fragen sich ja auch viele nach Ihrer Krebsdiagnose.
01:56Ist das wirklich richtig?
01:57Ist das wirklich notwendig?
01:59Das ist das richtige Mindset.
02:02Schauen Sie, man wird ja nicht einfach so krank.
02:04Ja, und Sie haben sicherlich eine Idee, wer daran schuld sein könnte?
02:08Ich habe da einen Verdacht.
02:10Praktisch alle, die arbeitsunfähig werden, hatten vorher Kontakt mit einem Arzt.
02:18Nicht unbedingt.
02:20Man kann sich ja auch telefonisch krankschreiben lassen.
02:22Ja, das ist auch so eine Sache, nicht wahr?
02:24Dass Sie Menschen attestieren, die Sie noch nie in Ihrem Leben gesehen haben.
02:28Sie seien unfähig zu arbeiten.
02:30Manche Leute muss man gar nicht sehen, um zu wissen, dass Sie absolut unfähig sind.
02:39Schauen Sie, das sind alle Krankmeldungen der letzten Jahre.
02:44Ja, jetzt schauen Sie sich an, wie da die Kurve nach oben geht.
02:46Das ist doch exakt der Moment, an dem telefonische Krankschreibungen möglich gemacht worden sind.
02:51Die Kurve geht nach oben, weil 2022 die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung eingeführt wurde.
02:58Damit wurden erstmals alle Krankheitstage gezählt und erfasst.
03:02Aha.
03:03Sie meinen, wir wirken also nur so faul, weil wir so fleißig beim Erfassen sind, ja?
03:07Hören Sie, das kann ja nicht sein, dass diese telefonischen Krankmeldungen keine Auswirkungen auf den Krankenstand haben.
03:14Das kann nicht sein.
03:14Warum?
03:15Sonst hätte ich es in meiner Rede doch nicht erwähnt.
03:19Machen wir doch mal einen Wahrnehmungstest.
03:22Ziehen Sie einmal bitte die Brille ab.
03:24Wenn es sein muss.
03:25So, kommen Sie mal her.
03:28Genau.
03:30So, sehen Sie was?
03:32Da.
03:33Oh Gott.
03:35Entschuldigen Sie.
03:37Oh Gott.
03:39Was sehen Sie?
03:40Ja, ich sehe da einen kleinen Kreis.
03:43Das sind alle Krankschreibungen in Deutschland.
03:45Der Kreis ist entschieden zu groß.
03:48Und was hat sich jetzt verändert?
03:51Nichts.
03:52Sehen Sie?
03:53Ich sehe nichts.
03:54Sag ich doch.
03:55Was mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen ist, sind die telefonischen Krankschreibungen.
04:00Die machen nur ein Prozent bei allen Krankmeldungen aus.
04:03Hören Sie, das ist kurzsichtig.
04:05Wir sind europaweit Spitzenreiter bei den Fehlzeiten.
04:09Das müssen Sie den Leuten zeigen.
04:11Sie meinen die Statistik?
04:13Ja.
04:14Also Sie meinen diese Statistik?
04:16Ja.
04:16Diese Statistik ist irreführend, weil ja andernorts nicht alle Krankheitstage erfasst und gezählt
04:21werden.
04:22Und rechnen wir das raus, liegt Deutschland ungefähr im Mittelfeld bei den Fehlzeiten.
04:26Jetzt sagen Sie mir gleich noch, dass Griechenland die fleißigsten Arbeitnehmer in Europa hat.
04:31Schauen wir doch einfach mal.
04:34Tatsächlich.
04:35Ha!
04:36Griechenland ist Schlusslicht bei den Krankmeldungen.
04:38Hören Sie, ich versuche hier gegen die lasche Arbeitsmoral der Bevölkerung anzukämpfen.
04:43Nicht wahr?
04:43Vor allem der jungen Menschen, die in den Cafés der Großstädte, wie zum Beispiel Berlin,
04:48den lieben langen Tag rumsitzen und Macho-Latto trinken.
04:51Und was tun Sie?
04:53Ich sage, dass Berlin das Bundesland mit den geringsten Fehlzeiten ist.
04:58Und dass die 20- bis 24-Jährigen so viel arbeiten wie seit Jahrzehnten nicht.
05:03Hören Sie, bringen Sie endlich Befunde, die meine Stimmung stützen.
05:06Bei der Arbeitsleistung pro Kopf sind wir Schlusslicht in Europa, nicht wahr?
05:10Und wir fallen immer weiter zurück.
05:11Seit wann genau haben Sie das Gefühl, nicht mehr mitzukommen?
05:16Wer sagt, ich hätte Gefühle?
05:18Hören Sie, das sind Tatsachen.
05:19Ja, und Tatsache ist, es gibt in Deutschland 46 Millionen Erwerbstätige.
05:25Das sind so viele wie noch nie. Und die arbeiten so viel wie noch nie.
05:28Ja, aber eben nicht pro Kopf.
05:31Ja, das ist alles in Ihrem Kopf.
05:33Da schauen wir jetzt mal rein. Bitte einmal den Mund aufmachen.
05:40Hören Sie, ich habe doch dazu auch neulich alles Wesentliche in einer Rede in Miesbach zusammengefasst.
05:46Mit Work-Life-Balance und Vier-Tage-Woche werden wir nicht den Wohlstand erarbeiten, den wir brauchen, um unsere Zukunft
05:53zu gestalten.
05:54Die Arbeitstage pro Kopf sind nur deshalb so niedrig, weil die meisten in Teilzeit arbeiten.
06:01Ja. Und davon sind die meisten auch noch Frauen. Das wollten Sie doch immer.
06:04Ja, ja. Da liegt hinzugegeben ein riesiges Potenzial, das ich gerne noch mehr ausbeuten würde.
06:09Schauen Sie, mein Wirtschaftsflügel möchte deshalb das Recht auf Teilzeit einschränken.
06:14Das sind ja ganz neue Töne von der Union. Sie wollen also entscheiden, wie die Leute zu leben und zu
06:20arbeiten haben.
06:21Nicht wie, sondern nur wie lange. Hören Sie, es gibt kein Recht auf Teilzeit-Lifestyle.
06:27Das findet sich ja überall, nicht wahr? Hier zum Beispiel. Hier bei Ihnen in der Praxis. Was ist das für
06:31ein Wellnessstuhl?
06:33Da setzen sich die Leute dann hin und entspannen den lieben langen Tag. Das ist doch nicht zu fassen.
06:38Obwohl, nein, halt, stopp, nein. Das ist... Ich habe mich geirrt.
06:47Ich habe mich geirrt. Das ist offensichtlich Aerobik.
06:50Das ist... Das ist ein Gynäkologenstuhl, ja?
06:54So. Und mit Teilzeit-Lifestyle meinen Sie sowas wie Kindererziehung und Elternpflegen?
06:59Also ich hatte für sowas überhaupt keine Zeit.
07:01Ja, zum Glück. Für Ihre Kinder.
07:03Ja. Die Frauen dürfen das gerne weitermachen.
07:06Aber nicht die ganzen anderen, die sich nur einen Teilzeit-Lenz machen wollen.
07:10Wissen Sie, wer diese ganzen anderen sind?
07:13Zum Beispiel überlastetes Krankenhauspersonal. Die haben so viel zu tun, die können nicht mehr.
07:19Vollpfosten. Wie bitte?
07:21Vollzeit. Die können nicht mehr Vollzeit.
07:23Hören Sie, aber so das mit der Teilzeit, das muss man sich schon leisten können, oder?
07:28Die müssen sich das leisten.
07:30Schicken Sie erst mal das Geld in Kitas und in die Pflege.
07:33Machen Sie Ihren Job und dann kann auch mehr gearbeitet werden.
07:36Das habe ich geahnt. Ich soll also erstmal wieder Wohltaten verteilen, bevor sich die Herrschaften bequem mehr zu arbeiten.
07:42Hören Sie, in anderen Ländern wird auch mehr gearbeitet.
07:44Hier. In Spanien, Portugal, Dänemark, Island wird zum Beispiel mit kürzeren Wochenarbeitszeiten experimentiert.
07:51Ich meinte in anderen anderen Ländern.
07:54Herr Merz, in Ländern, die kürzere Wochenarbeitszeiten haben, die haben die höchste Produktivität.
08:02Ja, die Forschung sagt sogar, wer mehr als acht Stunden pro Tag arbeitet, macht mehr Fehler, wird unproduktiver und häufiger
08:09krank.
08:10Ja, als krank gilt er aber nur, wenn Sie ihn krank schreiben.
08:15Genau das werde ich jetzt tun, Sie sind ja völlig unzurechnungsfähig.
08:18Ich bitte Sie, unterstehen Sie sich, ein Friedrich Merz darf nicht krank sein.
08:23Wenn der Kanzler Schnupfen hat, hat Deutschland Grippe.
08:27Europa, Tuberkulose, Afrika, ne weiche Leiste, China, Hämorrhiden und Grönland, n Grützbeutel.
08:34Trump. Sie meinen Trump.
08:36Bitte?
08:36Herr Merz, Ihre Werte sind verheerend.
08:39Ja, das liegt nicht an mir.
08:41Ja, genau. Genauso wie es nicht an der Wirtschaft liegt, dass die Wirtschaft nicht läuft.
08:46Wir von der Union haben uns nun schon auf längere Zeit darauf geeinigt, dass einer schwächelnden Wirtschaft ausnahmslos Kranke und
08:52Faule schuld sind.
08:53Aber Sie konnten dieses untrügliche Gefühl mit keiner Untersuchung erhärten. Denken Sie da mal drüber nach.
08:59Ich würde nur ziemlich ungern mich mit Ihren Gefühlen befassen, insbesondere wenn Sie sich erhärten.
09:05Aber meine Kollegin ist super geeignet für Ihre Wahrnehmungsstörungen.
09:11Bitte schön.
09:12Na gut. Warum nicht?
09:14Als Privatpatient kann ich mir schließlich problemlos seine zweite Meinung leisten.
09:26Manche Dinge kann man sich leisten, manche nicht.
09:30Wann hatten Sie zuletzt das Gefühl, dass Sie über Ihre Verhältnisse leben?
09:34Ich meine jetzt nicht das schlechte Gewissen, weil ich mir die geile Bluse gekauft habe.
09:40Die war im Angebot.
09:42Und Leute, ich hätte mir die fast auch noch in schwarz geholt und in blau.
09:45Aber zum Glück gibt es Menschen, die dafür sorgen, dass ich nicht übertreibe.
09:50Menschen wie Christina Schröder, die ehemalige Familienministerin, die mir netterweise erklärt, was wir uns künftig nicht mehr leisten können.
10:00Um zu sparen, schreckt Frau Schröder auch nicht vor Tabus zurück.
10:05Sie nagt einfach ein bisschen am Grundgesetz, sägt an der UN-Behindertenrechtskonvention und stellt das Bundesteilhabegesetz in Frage.
10:14Konkret den Anspruch behinderter Menschen auf persönliche Assistenz.
10:19Die kleine, aber feine Leistung des Sozialstaates, die es behinderten Menschen lediglich ermöglicht, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
10:29Muss das wirklich sein?
10:31Ist Assistenz vielleicht ein Luxusgut?
10:34Schauen wir uns das doch mal an.
10:36Worauf können wir verzichten?
10:38Komme ich morgens ohne Hilfe aus dem Bett?
10:40Kann ich alleine duschen, Zähne putzen, den Löffel zum Mund führen?
10:44Kann ich selber entscheiden, wenn ich ins Bett gehe oder aufs Klo muss?
10:48Könnten Sie die meisten Fragen mit Ja beantworten?
10:52Super.
10:53Dann gehören Sie dazu, zu dem Wir.
10:56Diesem inflationär benutzten Pronomen, das suggeriert, dass wir alle davon profitieren,
11:02wenn zum Beispiel die Uni Köln auf politische Sparmaßnahmen mit der Streichung des Studienganges Disability Studies reagiert.
11:10Die erste und einmalige Universitätsprofessur für zeitgemäße Behindertenforschung in Deutschland.
11:18Was wollen Menschen wie Christina Schröder uns eigentlich damit sagen, wenn sie so rechtschaffen fragen, was wir uns künftig noch
11:26leisten können?
11:27Für uns behinderte Menschen und ja, Frau Schröder, dazu gehören auch Kinder mit ADHS, Autismus, Trauma und anderen psychischen und
11:38psychosozialen Behinderungen.
11:40Für uns geht es nämlich nicht ums Können.
11:43Es geht um unsere Existenz.
11:46Es geht um unsere Grundbedürfnisse, Selbstbestimmung, Teilhabe.
11:51Frau Schröder arbeitet übrigens als stellvertretende Vorsitzende der Lobbyorganisation Republik 21 auch daran, die Brandmauer zur AfD einzureißen.
12:03In einem Interview hat sie erklärt, Zitat, Brandmauern schließen Menschen aus und ich will keine Menschen ausschließen.
12:12Ist das nicht wundervoll inklusiv?
12:16Rechtsextreme inkludieren, aber Behinderte ausschließen?
12:20Vielleicht ist das der Pluralismus, für den sich die Republik 21 auf ihrer Webseite stark macht.
12:29Vielleicht wären aber die zwei Millionen, die die Republik 21 jetzt vom Staat als Förderung erhält, auch ein hübscher Beitrag
12:37zur Finanzierung der Assistenz von Behinderten.
12:40Denn es geht darum, ob wir in einer Gesellschaft leben, für die unsere Werte denselben Wert hat wie die nichtbehinderter
12:48Menschen.
12:49Und wer diese Werte in Frage stellt, braucht auch die Bluse in blau nicht mehr, weil das Outfit in schwarz
12:56so wunderbar die braunen Hemden kaschiert.
13:04Applaus
13:10Gut, Herr Merz, dann schauen wir doch mal, was die Hausärztin hier bei Ihnen gemessen hat.
13:16Stockendes Wirtschaftswachstum.
13:17Ja, das habe ich geerbt.
13:19Schlechte Beliebtheitswerte?
13:21Das liegt aber nicht an mir.
13:23Schmerzen beim Koalieren?
13:24Oh ja, ja, oh, schwieriger Partner.
13:28Verstehe, das klingt nach elektiver Dysfunktion.
13:31Hören Sie, nennen Sie es, wie Sie es wollen, aber nennen Sie es bitte nicht so.
13:35Sie halten es also wirklich für ausgeschlossen, dass all diese Symptome irgendetwas mit Ihrer Person oder Ihrer Politik zu tun
13:43haben können?
13:44Ausgeschlossen. Hören Sie, Sie können mich gerne noch einmal durchchecken, nicht wahr? Soll ich mich frei machen? Die Socken behalte
13:49ich aber gerne an.
13:50Um Gottes Willen bitte nicht. Danke.
13:52Hören Sie, Frau Doktor, ich glaube, mir ist relativ klar, was mich an der Ausübung meiner Regierungsgeschäfte hindert.
13:59Ich befürchte, ich leide an einer gefährlichen Schattenstruktur.
14:04Das ist interessant, Herr Merz. Sie glauben also, Sie hätten einen Schatten?
14:09So würde ich es nicht. Hören Sie, ich habe die Symptome gegoogelt und das ist relativ klar, nicht wahr? Ich
14:14leide an NGOs.
14:17An Nichtregierungsorganisationen? Könnte das sich hierbei um ein persönliches Trauma handeln?
14:22Wie meinen Sie das?
14:23Naja, immerhin waren Sie im Grunde Ihr ganzes Leben lang so eine Art Nichtregierungsorganisation.
14:29Hör Sie, dieses Trauma habe ich längst überwunden. Inzwischen lebe ich meinen Traum.
14:35Ich möchte der nächste Ludwig Erhard werden. Was ich jetzt nur noch brauche, ist ein kleines Wirtschaftswunder.
14:41Sie halten sich also für Ludwig II. Kleiner Tipp, meiden Sie den Starnberger See.
14:55Ich kann Sie aber wirklich beruhigen. Ich glaube, was diese NGOs als Schattenstrukturen angeht, das bilden Sie sich ein.
15:02Ach, das bilde ich mir ein, ja? Dann bilde ich mir das hier vielleicht auch ein.
15:05Hören Sie folgende Artikel. Die gefährliche Macht der angeblichen NGOs. Oder hier, der NGO-Komplex ist die Schattenmacht im Staat.
15:13Oder diese Schlagzeile. Deutschland in der Hand der NGOs. Alles Einbildungen, ja?
15:17Aus welcher Zeitung haben Sie das denn?
15:19Naja, Tichys Einblick, News, die Welt.
15:23Herr Merz, das sind keine Zeitungen, das sind NPO's. Nicht Presseorgane.
15:27Moment, aber die haben doch alles, was andere Zeitungen auch haben. Schlagzeilen, nicht wahr? Artikel, eine Homepage.
15:34Herr Merz, wenn ich Ihnen drei Federn in den Hintern stecke, sind Sie dann auch ein Huhn?
15:42Warum wollen Sie mir drei Federn in den Hintern? Ich verstehe.
15:47Aber diese Publikationen, die machen schon auch Journalismus, ja?
15:51Ja, ja, ja. Scooter macht ja schon auch Musik.
15:54Hören Sie, Herr Merz, die Welt hat im Dezember 25 eine Rüge des Presserats erhalten, wegen ihrer Falschmeldungen über NGOs,
16:03ja?
16:03Welt.de hat behauptet, die EU-Kommission zahle NGOs verdeckt Geld, damit diese dann in Parlamenten lobbyieren oder Kohlekraftwerke besetzen.
16:14Das hätte man in neuen Geheimverträgen entdeckt.
16:17Aha, und was war daran falsch?
16:18Alles, Herr Merz, alles. Diese Verträge waren weder geheim noch neu.
16:22Das Geld fließt auch nicht verdeckt und die EU schreibt auch nicht vor, wofür die NGOs ihr Geld verwenden.
16:28Aha, die EU verschenkt also ungeprüft Geld an diese NGOs, ja?
16:34Nein, schauen Sie, Herr Merz, die EU fördert gezielt ökologische und soziale Projekte.
16:40Dieses Geld fließt dann an Projektpartner, wie zum Beispiel Unternehmen oder eben NGOs.
16:45Ja, aber schauen Sie, diese NGOs aus dem Umweltbereich, die Deutsche Umwelthilfe zum Beispiel, die bedrohen mit ihren Klagen unsere
16:53Wirtschaft.
16:53Warum sollte ich so etwas fördern?
16:55Na, weil die Wirtschaft die Umwelt bedroht. Es braucht also quasi eine Art Waffengleichheit.
17:00Da kann sich die Umwelt die nicht alleine durchsetzen. Hören Sie, die Wirtschaft braucht ja auch keine Subventionen, um die
17:05Umwelt zu bedrohen.
17:08Brauchen tut sie die nicht, kriegen tut sie die aber trotzdem, ja? Zum Beispiel Diesel oder Flugbenzin.
17:14Warum schützt der Staat denn nicht selbst die Natur?
17:16Ja, weil das wesentlich teurer wäre. Jede staatliche Behörde wäre teurer als NGOs.
17:21Hier, Umweltschutz, Gewaltprävention, Korruptionsbekämpfung. Herr Merz, stellen Sie sich mal vor, Sie müssten das alles selbst machen.
17:29Dann hätten Sie ja überhaupt keine Zeit mehr, um Bürgergeldempfänger zu schikanieren.
17:33Glauben Sie mir, dafür ist immer Zeit.
17:38Schauen Sie mal, Herr Merz, das hier sind die 100 gesellschaftlichen Akteure mit den größten Lobbybudgets.
17:44Gucken Sie mal genau hin, davon sind lediglich sieben NGOs.
17:50Ja, zum Beispiel Kampakt oder Greenpeace oder der Naturschutzbund NABU.
17:5584 davon sind Wirtschaftsverbände und Unternehmen, wie zum Beispiel BASF oder Lufthansa oder der Verband chemischer Industrie.
18:03Allein der hat ein Lobbybudget von neun Millionen Euro.
18:08Ich weiß nicht, für mich klingt das nicht, ist das so viel?
18:10Lassen Sie mich kurz überlegen, lassen Sie mich überlegen, ja.
18:16Die größten 20 Umweltverbände haben gemeinsam ein Lobbybudget von 8,4 Millionen.
18:23Sie meinen also tatsächlich, dass Wirtschaftsunternehmen und rechte Kampfblätter eine Kampagne gegen NGOs führen,
18:30auf die dann arglose, unschuldige Bundeskanzler hereinfallen?
18:34Sehr gut, Herr Merz, sehr gut. Mensch, das war jetzt richtig gut. Sie machen große Fortschritte, Herr Merz.
18:41Hören Sie aber, diese NGOs sind ja nicht nur in diesen fragwürdigen Publikationen ein dauerndes Thema.
18:47Ganz genau, Herr Merz, ganz genau. Gucken Sie mal. Kennen Sie diesen Unionspolitiker?
18:54Ja, den habe ich erst heute Morgen im Bad gesehen.
18:59Richtig, Herr Merz, ganz genau, das sind Sie.
19:01Das nehmen Sie sofort zurück.
19:02Sie sind das, Herr Merz. Sie haben diese Wahnvorstellung über diese NGOs als Schattenstruktur überhaupt erst ausgelöst.
19:12Habe ich das?
19:13Stellen Sie sich endlich der Realität, Herr Merz, ja? Sie haben damals mit der AfD gemeinsam abgestimmt.
19:21Daraufhin sind die Menschen auf die Straße gegangen, um dagegen zu protestieren.
19:25Und aus Rache und aus gekränkter Eitelkeit haben Sie dann Ihre berüchtigten 551 Fragen gestellt
19:32und damit die gesamte Presse auf die Zivilgesellschaft gejagt.
19:36Ich muss gestehen, dass ich damals emotional ein wenig aufgewühlt war.
19:41Dabei haben mich die 551 Antworten auf die Fragen gar nicht interessiert.
19:46Der Schaden war trotzdem immens, Herr Merz.
19:49Seitdem stehen zivilgesellschaftliche Organisationen enorm unter Druck.
19:53Wenn man vor Februar 25 bei YouTube nach NGO gesucht hat,
19:58da war unter den ersten 25 Videos nur eins, dass NGOs in ein negatives Licht gerückt hat.
20:04Nach dem Februar 25 waren das 19 Videos.
20:08Ich kann also doch noch einen Ruck durchs Land gehen lassen, ja?
20:12Ja, Herr Merz, einen Rechtsruck.
20:14Ja, weil Sie rechtsextreme Narrative in den Mainstream geholt haben.
20:18Hören Sie, das war Notwehr.
20:20Unter diesen NGOs gibt es auch Extremisten.
20:23Eine besonders schlimme Gruppe bereitet mir bis heute Albträume.
20:27Die Omas gegen Rechts.
20:29Die Omas gegen Rechts.
20:30Wie bitte?
20:33Die Omas gegen Rechts.
20:34Herr Merz, ich kann Sie hier ganz schlecht verstehen.
20:36Die Omas gegen Rechts.
20:38Ach, die Omas gegen Rechts.
20:41Hören Sie.
20:42Hören Sie.
20:47Hören Sie.
20:48Ich sehe.
20:51Ich sehe diese vermaledeiten Omas überall.
20:56Das ist interessant, Herr Merz.
20:58Da möchte ich jetzt mal ein bisschen tiefer reingehen.
21:01Sind diese Omas jetzt hier mit uns im Raum?
21:04Natürlich, es ist ja eine ZDF-Veranstaltung.
21:08Herr Merz, beschreiben Sie mir doch bitte mal Ihren Albtraum.
21:12Also gut, wenn Sie glauben, dass das für den Therapieerfolg nützlich ist.
21:16Schauen Sie, der Traum ist immer gleich.
21:18Ich gehe am helllichten Tag, nichts ahnend und nichts denkend, wie immer, eine Straße entlang, nicht wahr?
21:25Und dann sehe ich vor mir eine Gruppe von Seniorinnen.
21:28Ihr Kokidentatem schlägt mir ins Gesicht und dann...
21:34Unglaublich!
21:35Ich glaube, Sie sind immer so auf Dredofenbach.
21:38Ah!
21:40Guck da!
21:54Gehen Sie weg!
21:56Gehen Sie weg!
21:57Gehen Sie weg!
21:57Fassen Sie mich nicht an!
21:58Fassen Sie mich nicht an!
21:59Herr Merz!
22:00Herr Merz, alles gut!
22:01Herr Merz, alles gut!
22:03Meine Güte!
22:04Was haben Sie denn für ein Problem mit diesen Omas?
22:06Hören Sie, ich verstehe das einfach nicht.
22:08Als ich jung war, haben Omas einfach nur lecker gekocht und sich nicht...
22:11Und waren nicht politisch aktiv.
22:14Mhm, doch, ich glaube gerade Ihre Großeltern waren politisch sogar ziemlich aktiv.
22:19Ich ziehe die Aussage zurück.
22:21Trotzdem, diese Omas bekommen Steuergeld und machen dann Stimmung gegen mich.
22:26Herr Merz, diese Omas haben doch lediglich gegen Ihren AfD-Schulterschluss protestiert.
22:30Ja, und die bekommen auch nur Geld für regionale Projekte.
22:34Herr Merz, wir sprechen hier von 23.000 Euro in vier Jahren.
22:3923.000 Euro?
22:40Reicht das für eine Schattenstruktur?
22:42Mhm.
22:42Erinnern Sie sich vielleicht, dass ein Giffiser Kanzler allein in vier Monaten 12.000 Euro Friseurkosten
22:51ausgelöst hat?
22:52Naja, das kann halt auch nicht jeder Barbershop, nicht wahr?
22:54Da brauchen Sie schon einen Friseur mit Inselbegabe.
23:07Ich nenne es zärtlich Mattenstruktur.
23:10Ja, ich nenne das Plattenstruktur.
23:13Ich bilde mir nichts ein.
23:14Es geht auch nicht nur um die Omas gegen rechts.
23:17Schauen Sie, die Regierung hat ein millionenschweres Förderprogramm.
23:20Demokratie leben.
23:21Letztes Jahr haben wir da 580 Projekte mit 182 Millionen Euro gefördert.
23:27Und ich zitiere mal meinen Haushaltssprecher.
23:30Wir können nicht erkennen, dass das Geld da irgendwie zweckmäßig eingesetzt wird.
23:34Wir werden die Begünstigten prüfen und gegebenenfalls die Mittel streichen.
23:38Mhm.
23:39Sie wollen also der Konrad-Adenauer-Stiftung die Gelder streichen?
23:43Was?
23:43Aber nein, natürlich nicht.
23:44Aber dem Deutschen Olympischen Sportbund?
23:46Wie kommen Sie denn darauf?
23:47Der Evangelischen Akademie zu Berlin?
23:49Haben Sie getrunken?
23:50Der Bildungsstätte Anne Frank?
23:52Alles Teilnehmer der Initiative Demokratie leben, Herr Merz.
23:55Ich habe das Gefühl, dass Sie mir irgendetwas damit sagen wollen.
23:57Ja, ja, ja.
23:58Sehen Sie, das Geld, das geht nicht nur an Omas gegen rechts.
24:02Das geht auch an Städte, an Gemeinden, an Bundesländer.
24:05Herr Merz, verstehen Sie denn endlich, wen Sie da bekämpfen?
24:10Die Zivilgesellschaft.
24:11Na, dann bin ich in Ihren Augen also der eingebildete Kranke, ja?
24:15Also krank vielleicht nicht, aber bestimmt ganz schön.
24:17Na schön, na schön, na schön.
24:19Sie sagen also, NGOs haben nichts mit meinem fehlenden Wirtschaftswunder zu tun?
24:25Dann suche ich mir jetzt eben einen anderen Arzt.
24:28Vorher zeigen Sie mir noch, was Sie sich da dauernd notiert haben, nicht wahr?
24:32Aha.
24:35Hafermilch, Kartoffeln, Obst.
24:39Das eine kann ich nicht entziffern.
24:42Schickorie.
24:44Herr Merz, wollen Sie wirklich zu einer anderen Ärztin?
24:46Ich meine, Sie sind doch dagegen, dass wir ständig Leute krank schreiben.
24:50Ja, ich werde schon jemanden finden, der mir bestätigt,
24:53dass die wirtschaftliche Schwäche Deutschlands nicht meine Schuld ist.
24:57Herr Merz, ich glaube, ich bin hier als Psychologin am Ende.
25:00Vielleicht brauchen Sie doch eher einen Psychopathen?
25:04Vielleicht haben Sie recht.
25:05Da gibt es doch diesen argentinischen Wunderheiler, von dem die Leute so viel sprechen.
25:10Ja, das wäre aber wirklich eine ganz schöne Radikalkur für Ihre Wirtschaft.
25:16Aber gut, ich überweise Sie an Dr. Millet.
25:20Sehr schön.
25:21Argentinien, Zeit, meine Diamond DA62 mal wieder auszufliegen.
25:25Der Nächste bitte.
25:33Hallo.
25:35Danke sehr.
25:38Ich war auch lange in Therapie, mittlerweile nicht mehr.
25:42Ja, meine Therapeutin hat gesagt, dass ich sie zu sehr runterziehe.
25:48Dass sie jetzt auch mal ein bisschen Zeit für sich braucht.
25:50Dass sie sich beruflich eventuell ganz neu aufstellen möchte.
25:55Sie ist jetzt meine Metzgerin.
25:59Ja, war mir egal, ich gehe viel lieber zu echten Ärzten.
26:05Vor vier Jahren zum Beispiel war ich zum ersten Mal beim Urologen, weil ich angeblich Hypochonder
26:10bin.
26:11Ich habe wirklich schon viel gehabt.
26:13Husten mal ein paar Tage, das war unangenehm.
26:15Passivraucherbein.
26:16Grauenstar, grünenstar, violettenstar, Superstar.
26:19Psychosomatischen Autounfall.
26:24Und vor kurzem Scheinschwangerschaft.
26:27Und gleichzeitig grödeln, wo ich sehr viel Angst um meine ungeborene Tochter gehabt habe.
26:34Beim Urologen im Wartezimmer sind auch nur alte Männer gesessen und ich.
26:38Ich glaube, ich war der einzige mit einer Lebenserwartung.
26:44Also so richtig alte Männer, die schon so zum Bröseln angefangen haben.
26:50Ganz alte Männer fangen ja irgendwann an zum Bröseln.
26:53Weil sie sich nicht eincremen wollen.
26:56Und ich habe dann dort beim Urologen im Wartezimmer einen Gugelhupf gegessen.
27:01Und erst ab der Hälfte gemerkt, dass es ein Patient war.
27:08Hab dann schnell aufgegessen, bevor es aufgefallen ist.
27:12Und bin auf diesem Wege auch eine Viertelstunde früher zum Arzt rankommen.
27:17Weil ich den auf der Liste vor mir weggegessen gehabt habe.
27:22So Sachen kannst du dir nicht ausdenken.
27:26Ja, als ich dann das Behandlungszimmer betreten habe, hat mich der Urologe, wie es damals üblich war,
27:31Corona-konform mit einem Fissbump begrüßt.
27:34Und dann gemeint, dass ich mich jetzt bitte auf den Behandlungstisch hinlegen soll.
27:38Währenddessen einen Blick in meine Akte geworfen und gesagt,
27:41Herr Fritz, da steht, Sie sind Kabarettist.
27:44Waren Sie schon mal im Fernsehen?
27:46Und ich habe gesagt, äh, ja.
27:48Ah, ich glaube, ich habe Sie sogar schon mal wo gesehen.
27:51Das wünscht man sich ja, oder?
27:53Dass einen die Leute wieder kennen.
27:55Also vielleicht nicht gerade der Ego-Nurologe, haha.
28:00So da, Herr Fritz, Nierenblase, alles bibi-fein.
28:03Aber ich würde zum Schluss noch gern Ihre Prostata abtasten.
28:06Wo ich mir gedacht habe, was ist das für ein Freak?
28:10Gern.
28:12Ich habe gesagt, ähm, ja, nix.
28:16Wie bitte?
28:17Nein, das ist vielleicht eine blöde Frage, aber wäre es für Sie denkbar,
28:21dass Sie für die Untersuchung meinen Finger verwenden?
28:26Und ich beschreibe dann möglichst im Detail, was ich spüre.
28:29Und so können wir uns im Sachverhalt gemeinsam annähern.
28:33Er hat gesagt, äh, tut mir leid, Herr Fritz, ich fürchte, das geht nur bei Privatpatienten.
28:40Und dann hat er mir den Finger im Hintern gesteckt.
28:44Und ich war sehr froh darüber, dass er das nicht wieder coronakonform gelöst hat.
28:52Ja, aber ich denk mir, wenn man Mitte 40 ist und noch nie einen Finger im Hintern gehabt hat,
28:57könnte man sich schon noch fragen, ob man wirklich alles richtig gemacht hat im Leben.
29:02Das war wirklich nicht schlimm.
29:05Im Gegenteil.
29:09In dem Moment habe ich diese unerwartete, emotionale Verbindung gespürt zwischen uns.
29:13So, als würde mich der Urologe erst dem Menschen erkennen, der ich wirklich bin.
29:17Im tiefsten Innern meiner selbst.
29:19Man sagte, die Augen sind das Tor zur Seele.
29:22Die Prostata ist der Schlüssel.
29:25Danke sehr.
29:33Fritz landet in Argentinien.
29:42Ah, Frederico!
29:44Mi paciente alemann!
29:46Wieso alemann? Ich bin doch alleine da.
29:49Sie sind also dieser berüchtigte Doktor Miele, der mit der neoliberalen Kettensäge an den Haushalt geht, ja?
29:55Sie, Frederico, ich habe gehört, ich kann nur noch ein Wunder retten.
30:00Eine Frage, bevor Sie mit Ihrem Wunder loslegen.
30:03Ich hätte da eine nicht ganz unwichtige Frage.
30:05Sie!
30:06Sie sind schon Arzt, oder?
30:08Besser!
30:09Ich bin Ökonom und in meinem früheren Leben war ich römischer Gladiator!
30:16Triggerwarnung!
30:18Die Anstalt weist darauf hin, dass die folgende Szene mit Javier Milley verstörend wirken könnte.
30:24Zu unserer Entschuldigung sei gesagt, dass alles, was Ihnen völlig übertrieben erscheint, tatsächlich so vom argentinischen Präsidenten geäußert wurde.
30:33Lediglich die Frisur ist ein wenig untertrieben. Aber sehen Sie selbst.
30:41Aha! Römischer Gladiator. Interessant. Aber Sie haben doch sicher ein kompetentes Team um sich herum versammelt.
30:48Sie! Politisch werde ich beraten von meinem Hund Conan!
30:52Ich habe ihn viermal klonen lassen und alle Klone nach berühmten Neoliberalen benannt.
30:58Dann bin ich beruhigt. Das klingt ja ungemein seriös.
31:01Was sind denn so Ihre Behandlungserfolge?
31:03Schauen Sie! Schauen Sie! Das war die argentinische Wirtschaft vor zwei Jahren!
31:08Hyperinflation! Nullwachstum! Rekordverschuldung!
31:12Und das hier! Das hier ist mein argentinischer Patient heute!
31:16Komm raus hier! Das blühende Leben ist ja nicht schön!
31:21Wunderschön! Du bist ein ganz schöner bist du!
31:23Danke schön!
31:33Also ich steh wieder super da.
31:36Inflation gesenkt! Wachstum angekurbelt! Haushalt ausgeglichen!
31:40Ich muss gestehen, dass ich mich schwer tue, das Wunder zu erkennen.
31:45Der zweite Arm wird überbewertet. Ich bin Ihr Rechtssender.
31:49Aha! Nun kommen wir zu dir! Frederico, kommen wir zu dir!
31:55Meine Verachtung für den Staat ist grenzenlos!
31:58Ich habe die Staatsausgaben überall radikal gekürzt und dann noch die galoppierende Inflation gesenkt!
32:04Von über 200 Prozent auf 30 Prozent! Stabile 30 Prozent!
32:09Garamba! Garamba!
32:11Ich muss sagen, das ist ziemlich beeindruckend. Wie haben Sie das geschafft?
32:14Ja, mit einer Rezession!
32:16Seine Erkürzungen haben die Einkommen massiv schrumpfen lassen, dass er den Konsum erstickt.
32:20Er hat quasi meine Blutung gestoppt, indem er mir ein Kissen aufs Gesicht gedrückt hat.
32:26Das können wir bei uns nicht machen, dafür hätten wir gar nicht genug Personal.
32:3170 Prozent der Beschäftigten sagen Ihnen, geht Mitte des Monats das Geld aus. Jetzt weiß ich wenigstens wann.
32:35Ja, beeindruckend. Das Problem ist nur, um dieses Ziel zu erreichen, müssten wir in Deutschland die Inflation erstmal kräftig anheizen.
32:42Wir haben ja nur zwei Prozent.
32:43Ja, was ich kann, kann ich jeder! Viva la libertad, carajo! Afuera! Afuera!
32:49Ist das Spanisch für Rambo-Zambo? Dann sind wir vielleicht Brüder im Geiste.
32:55Herr Merz! Frederico! Frederico!
33:02Danke, sinkenden Preis haben wir 12 Millionen Menschen aus der Armut geholt!
33:07Bei seinem Amtsantritt ist die Armutsquote erstmal massiv nach oben geschossen, auf über 50 Prozent.
33:13Ja, um dann steil nach unten zu fallen, um 30 Prozent!
33:16Aber ich muss sagen, ich habe mich schon gewöhnt an meine 50 Prozent Armquote.
33:20Gut, diesen Spaß, den Spaß können wir uns in Deutschland gar nicht machen.
33:23Weil in Deutschland liegt die Armutsquote ja nur bei 15 bis 20 Prozent.
33:27Um Ihren Erfolg bei uns zu kopieren, müssten wir also die Armutsquote erstmal verdoppeln.
33:32Ja, Sie müssen schon an meine Behandlung glauben! Mein Hund irrt sich nie!
33:36Wie bitte?
33:37Wie gesagt, er lässt sich vom Geist seines toten Hundes politisch beraten.
33:40Moment mal, der Hund ist tot? Das macht diese Beratung natürlich unseriös.
33:45Es sind ja völlig, es sind völlig haltlose Gerüchte!
33:48Conan ist nicht tot! Reden wir doch lieber über das Wachstum, das endlich zurückgekommen ist!
33:54Wachstum? Ich habe eher das Gefühl, dass ihm etwas fehlt.
33:57Ja, die Industrieproduktion ist wegen seiner Steuerpolitik um 9 Prozent eingebrochen.
34:02Firmen gehen rein und besser pleite. Dafür ist der Aktienindex gestiegen.
34:06Ich freue mich wahnsinnig für die Aktien.
34:09Deindustrialisierung, das kriegen wir auch alleine hin.
34:12300.000 Arbeitsplätze sind während seiner Regierung verloren gegangen.
34:15Mehr Tagesfreizeit, juchu!
34:17Das ist eben der Preis, den Sie für eine sinkende Inflation zahlen mussten!
34:21Dafür ist der Haushalt ausgeglichen! So schlecht kann meine Behandlung nicht gewesen sein!
34:26Meine Partei hat doch bei den Zwischenwahlen zum Kongress gerade erst einen Wahlsieg erhungen!
34:31Afuera! Afuera! Afuera!
34:34Lassen Sie mich raten, Sie machen das wie ich, mit Charisma!
34:39Nein, indem er sich seriöse Partner sucht, wie beispielsweise Donald Trump.
34:44Der hat versprochen, dass Argentinien einen 20 Milliarden Dollar Kredit gibt, wenn die Bürger bei den Zwischenmalen Milets Partei wählen.
34:51Hören Sie, das klingt für mich doch verdächtig nach Erpressung!
34:53Frederico, für mich klingt das nach Tango!
34:58So, lass dich führen, Frederico!
35:12Das macht bei mir zu Hause immer Stalotte!
35:22Hören Sie, aber ich bitte Sie, einen 20 Milliarden Kredit! Wollten Sie nicht sparen?
35:28Frederico, das wollte ich dich auch gerade fragen!
35:31Schau, ich brauche ständig frische Dollars! Die Auslandsverschuldung ist auf einem Rekord hoch!
35:36Na ja, sehen Sie es positiv, dann ist wenigstens Geld für Investitionen da!
35:40Nein, nein, nein, nein! Das Geld dient ja vor allem dazu, die Währung zu stabilisieren!
35:45Sagen Sie, ist das nicht ziemlich unangenehm für Sie?
35:48Wissen Sie, ganz ehrlich, ich spür gar nichts mehr!
35:51Aber mir geht es immer noch besser als Conan, weil der ist ja...
35:54Conan lebt! Conan lebt! Ich muss es ja wissen, ich spreche ja schließlich jeden Tag mit ihm!
35:59Ich spreche mit ihm! Da ist er ja! Da ist er ja! Ja, komm zu Papa! Ja, komm! Ja, da
36:04ist er!
36:05Ich glaube, ich brauche doch keinen argentinischen Wunderheiler!
36:08Dios mio! Gegen den Typen ist ja Jens Spahn seriös!
36:13So!
36:21Das Einzige, was ich von dem Typen lernen kann, für ein Wirtschaftswunder und einen Wahlerfolg!
36:29Braucht man Donald Trump? Ich muss sofort meine Wirtschaftsministerin sprechen!
36:36Danke sehr!
36:44Eon, hallo! Hier ist die Gast-Kati!
36:48Katharina, bist du das?
36:50Katharina Reiche, Wirtschaftsministerium! Friedrich, entschuldige bitte!
36:54Katharina, das musst du dir langsam draufschaffen, ja?
36:57Ich weiß! Wie war es in Argentinien?
36:59Sagen wir so, ich esse nie wieder kalten Hund!
37:02Wie bitte?
37:03Vergiss es! Hör zu Katharina, nicht wahr? Ich habe eine Idee! Ich brauche sofort von dir ein Wirtschaftswunder!
37:10Toll, Friedrich! Und das war die Idee?
37:14Ja, brillant, nicht wahr? Wir müssen es schaffen, die US-Zölle wegzukriegen! Wir brauchen Donald Trump als Freund und Partner!
37:22Oh, Friedrich! Dann machen wir es so, wie es alle anderen auch machen, um ihn auf ihre Seite zu bekommen!
37:26Wir verleihen ihm einen Preis!
37:28Na, ah, sehr gute Idee! Und was hast du gedacht? Den Friedenspreis des deutschen Buchhandels?
37:32Tolle Idee, Friedrich, aber Trump liest nicht!
37:35Mhm, dann vielleicht den Venus Award in der Kategorie Pilf?
37:39Ach, du meinst, President, I'd like to... ähm, auch schon!
37:44Ja, was sollen wir ihm dann geben? Das Seepferdchen, oder was?
37:47Ich möchte den US-Präsidenten ungern in Badehose sehen! Friedrich, da bleibt eigentlich nur ein Preis! Der Ludwig Erhard Preis!
37:54Das ist brillant! Gute Idee von mir, Katharina!
37:58Schließlich ist Ludwig Erhard der Vater des Wirtschaftswunders und der Held meiner Jugend!
38:04Sehr gut! Tschüss, Kath!
38:06Tschüss, Friedrich!
38:20Na, Ludwig? Du bist ein toller Held!
38:23Ludwig Erhard, ein deutscher Held, wow!
38:28Ja, wir Menschen sind ja süchtig nach Heldengeschichten, ne?
38:33In fast allen Mythen, Romanen und Filmen von Odysseus bis Rambo erzählen wir immer wieder die Geschichte von einem Helden,
38:40der ein Ziel hat, auf dem Weg Hindernisse überwindet und am Ende sein Ziel erreicht und dabei etwas gelernt hat.
38:49Klar, dass man sich gerne so sehen will.
38:52Ja, schon der Steinzeit-Mann kam vermutlich in die Höhle und hat gesagt,
38:56Schatz, ich bin ein Held, denn ich hatte ein Ziel, Feuer machen.
39:01Ich habe gegen tausend Widerstände gekämpft, ich habe Feuersteine aneinander gerieben,
39:06ich habe Stöckchen aneinander gerieben, ich habe an allem gerieben und ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht.
39:12Die gute, ich habe Feuer gemacht. Ja, und die schlechte? Mein Pimmel brennt.
39:20Was sind die neuen Heldengeschichten, die wir uns von einer Zukunft dieses Landes erzählen können?
39:26Welche Geschichte von der Zukunft erzählt Friedrich Merz?
39:31Ich will ihm nicht so nahe treten, aber ich glaube, es hat Gründe, weshalb keine Folge von Indiana Jones im
39:37Sauerland spielt.
39:39Aber vielleicht haben es ja Heldengeschichten in Deutschland einfach auch schwer heute.
39:44Weil Helden ja immer etwas machen wollen und immer etwas ändern wollen.
39:49Ja, wir haben vermutlich deshalb auch keinen Kolumbus hervorgebracht, der irgendwie gesagt hat,
39:54ich breche einfach mal auf zu einer Reise und segle los, egal wo ich ankomme.
39:59Nee, wir wären erst losgefahren, wenn man das Ziel bei TripAdvisor googeln kann.
40:04Ja, aus Angst irgendwie überrascht zu werden.
40:13Wie meine Nachbarn Ulf und Gudrun, die wollten ein Wochenende nach Köln und haben ungelogen
40:19vorsorglich die Bewertungen vom Kölner Dom gegoogelt.
40:24Aus Angst, dass irgendwas Überraschendes passieren könnte.
40:28Wussten Sie übrigens, dass es für den Kölner Dom auf TripAdvisor ohne Quatsch 30 Mal die Note ungenügend gibt?
40:37Nicht mal der Kölner Dom darf ein Held sein.
40:41Hier, da schreibt irgendwie so ein Hans unterstrich 77, habe heute den Dom angeschaut, ich hatte mehr erwartet.
40:52Was?
40:53Ich meine, man hat an dem Ding 600 Jahre gebaut.
40:58Ja, da drin sind die Knochen der Heiligen Drei Könige.
41:02Ja, ein Altar von Lochner.
41:04Die, na immerhin, zweitgrößte freischwingende Glocke der Welt.
41:09Ja, die dicke Pitta.
41:10Und Hans unterstrich 77 hatte mehr erwartet.
41:16Was?
41:18Vielleicht, dass der ganze Dom abhebt und mit Hans 77 ins All fliegt.
41:23Oder, dass da drinnen Einhörner grasen vielleicht.
41:27Oder, dass Kardinal Woelki da drinnen einen Sexshop aufmacht.
41:32Wobei ich das jetzt nicht ausschließen würde.
41:39Na ja, das wäre ja mal eine seltsame Heldengeschichte, oder, Frau Ministerin?
41:46Sehr geehrte Damen und Herren, Dankeschön.
41:49Es ist mir eine Freude und Ehre, nun den Ludwig Erhard Stumpen in Gold zu verleihen.
41:56Bitte begrüßen Sie nun den diesjährigen Preisträger, den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Stump.
42:03Trump! Trump!
42:04Trump!
42:05Please welcome the President of the United States, Donald Stump.
42:10Trump!
42:27Hi Angela, nice to see you again.
42:30Hallo Angela, schön dich wiederzusehen.
42:33Nein, nein, nein, nein, Angela ist nicht mehr an der Macht.
42:37Angela is not in power anymore.
42:39Unser neuer Kanzler ist Friedrich Merz.
42:42Our new Chancellor is Friedrich Merz.
42:44Friedrich what?
42:46Friedrich wer?
42:47Na, der Fritz.
42:48You met him.
42:49The one with the little island on his head.
42:53Great, we can use any island for our security.
42:57Toll, wir können Friedrichs Bürzle gut für unsere Sicherheit gebrauchen.
43:01So you are his beautiful wife.
43:04Ich bin Katharina Reiche.
43:07I'm Katharine Rich.
43:09And I'm richer.
43:12Katie, she's a good woman, fine woman, because she's rich.
43:16I came here because...
43:19Where's the price?
43:21Ich liebe Reiche, aber ich bin reicher.
43:24Wo ist der Preis?
43:25Wir kommen nun zur Verleihung unseres Preises,
43:28benannt nach Ludwig Erhard, dem Erfinder der sozialen Marktwirtschaft,
43:32dem Schöpfer der D-Mark, dem Vater unseres Wirtschaftswunders,
43:36Mr. President for you, der goldene Erhard Stumpen.
43:41Y-M-C-A, Y-M-C-A
43:47E-M-C-A, Y-M-C-A, Y-M-C-A, Y-M-C-A, Y-M-C-A,
43:51Y-M-C-A, Y-M-C-A, Y-M-C-A, Y-M-C-A, Y-M-C-A,
43:57Y-M-C-A.
43:57A golden stumpen, a real great stumpen, beautiful, very big, not as big as mine.
44:04Mine is the biggest, I have the biggest stumpen you've ever seen.
44:09Er hat den größten.
44:12Davon bin ich überzeugt.
44:14Mr. President, maybe you want to tell me a few words to tell you about the importance of Ludwig Erhardt
44:20for you?
44:22Mr. President, Ludwig Erhardt...
44:24I don't know him, but he was a big fan of me. That makes him a big economic expert. But
44:32I'm bigger.
44:34I think the President says, Erhardt, yeah, super Typ, but not so super like er, because he has the greatest.
44:43But Ludwig Erhardt was a big fan of me. Why should we call him the father of the social market?
44:50Yeah, good question. This concept was not from Erhardt.
44:54The D-Mark found the Americans. And not even his bestseller, Wohlstand for all, wrote himself.
45:01For me, he's the father of the Wirtschaftswunders. That's why we call him Daddy.
45:06You can call me Daddy too, if you want.
45:08That's...
45:09That wundert mich wirklich. Das war nämlich gar kein Wunder.
45:13Das war erwartbares Wachstum. Das passierte in Europa, überall.
45:19There was no miracle.
45:21There's only one who can make a miracle and that's me.
45:24So I'm better than Erhardt. What a loser. He lost one war. I finished seven.
45:35Listen, Mr. Donald, Ludwig Erhardt hat nach dem Krieg das zerstörte Deutschland wieder zu Wohlstand verholfen.
45:42You know, Germany was a complete ruin.
45:46Ah, America was a bigger ruin when I got president.
45:49Nein! Weder Amerika nach Biden noch Deutschland nach 1945 waren komplett zerstört.
45:56Ja, viele Städte waren zerbombt, aber die westdeutsche Industrie hatte den Krieg relativ unbeschadet überstanden.
46:02Seien Sie jetzt still. Deutschland braucht diesen Mythos. Wir haben die Wirtschaft wieder zum Blühen gebracht. Mit Fleiß, Sparsamkeit und
46:10Ludwig Erhardt.
46:12Und mit Millionen Gastarbeitern.
46:14He made Germany great again.
46:16I made America great again.
46:18And it's a big country.
46:20You know, it's bigger than your country.
46:23Our big is bigger than your bigger.
46:26We are the biggest of the big.
46:28Don't stop me.
46:30We are big.
46:32After the Stunde Null, Erhardt has built a new Germany.
46:36Yeah, I know your country was young.
46:38It was so young.
46:39It could have been on an Epstein party.
46:43Come here.
46:44Eine Stunde Null hat es nie gegeben.
46:46Die Unternehmen standen nach dem Krieg ja ziemlich gut da.
46:49Dank der Ausbeutung von über 13 Millionen Zwangsarbeitern und den Milliarden Reichsmark, die sie den Juden geraubt hatten.
46:58Das war nur möglich mit Mitläufern wie Ludwig Erhardt.
47:01Shut up!
47:02Wir haben das alles selbst ausgeraubt.
47:04Ausgebaut.
47:06Ludwig Erhardt wasn't a Nazi.
47:08Na ja, er arbeitete für das Dritte Reich als Berater und Gutachter.
47:13You can call me Nazi if you want, you know.
47:16But I'm a better Nazi.
47:18I'm the best Nazi of all.
47:20That's why I have ice.
47:22They're very good Nazis, you know.
47:24And the AfD, there are some Nazis too.
47:27That's why they want ice.
47:28But our Nazis are better and bigger.
47:32So, Mr. President, now you got the price.
47:35What about Zölle?
47:37Can you take them away and create a new Wirtschaftswunder?
47:41Listen, Katie.
47:43Listen, Richie.
47:44You always want to rip us off.
47:46You never say thank you, did you?
47:49The Americans discovered Europe in 1945.
47:53But we never got anything back, did we?
47:56You know, you took our hamburger and named an entire city after them.
48:02We took Thomas Gottschalk away from you.
48:04But nobody ever said thank you to you.
48:06Nobody, nobody, no, no.
48:08Nobody.
48:11Well, it's true.
48:14It's true, they won't tell you, but it's true.
48:17You took down the wall in 1989 and millions of Mexicans came into our country from Mexican
48:24Forpummen.
48:26But you never said, you never said sorry, did you?
48:29You, you are very, very bad people.
48:35Darf ich übersetzen, Frau Reiche?
48:38He's gonna grab your Wirtschaftswunder by the pussy.
48:43Ach, verdammt.
48:46Es gibt keine Helden mehr.
48:48Ich glaube, ich lasse mich für diese Legislaturperiode einfach kranschen.
48:52Dafür sorgen wir!
48:55Das war die Anstalt.
48:57Auf Wiedersehen!
49:01Komm schon.
49:03Heute mit...
49:04Heute mit Anna-Stefer, Tyra Seekin und Christoph Fritz.
49:09Ich mach so groß!
49:09Ich bin, du kommst so groß!
49:13Ja, interviews mit der Wendy Griothes.
49:14Danke schön!
49:14Danke schön!
49:15Be' ich возможность, wahnsinnigères Long
49:24bestärendeu das und blöd Donner
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