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DIGITALE SOUVERAENITAET BR2 TAGESGESPRÄCH


HACKER-ANGRIFF AUF UNSERE FREIHEIT? Die Wahrheit über digitale Souveränität!

Ausspioniert & Abhängig: Warum Europa digital am Abgrund steht! (BR2 Tagesgespräch)

Sind wir noch Herr über unsere eigenen Daten – oder längst digital kolonisiert?

In diesem packenden BR2 Tagesgespräch wird die unbequeme Wahrheit auf den Tisch gelegt: Cybersicherheit, Identitätsdiebstahl und die unsichtbare Bedrohung durch globale Hacker-Netzwerke betreffen nicht mehr nur Großkonzerne, sondern JEDEN von uns im Alltag. Vom Phishing-Angriff auf dein Bankkonto bis zur Erpressung lokaler Unternehmen – die Gefahr ist real und sie ist jetzt.

Erfahre in 54 Minuten tiefgründiger Debatte, warum die digitale Souveränität Europas über unsere persönliche Freiheit im echten Leben entscheidet. Wer schützt uns, wenn die kritische Infrastruktur versagt? Welche Rolle spielen staatlicher Datenschutz und deine eigene Cyber-Abwehr?

Schau bis zum Ende, um zu verstehen, wie du dich und deine Familie vor der unsichtbaren Gefahr schützen kannst.

👉 Was denkst du: Brauchen wir eine radikale digitale Souveränität oder haben wir den Kampf gegen Big Tech längst verloren? Diskutiere jetzt in den Kommentaren mit der ddcmedia Community!


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Transcript
00:03Bayern 2
00:09Tagesgespräch
00:09Grüß Gott, herzlich willkommen zum Tagesgespräch am Mittwoch.
00:14Wir nehmen unser Mobilfunk-Telefon in die Hand.
00:17Es ist möglicherweise von Apple, suchen Informationen im Netz über Google,
00:22bekommen Altnachrichten von Freunden über WhatsApp
00:24oder, wenn wir etwas altbuddisch sind, über Facebook.
00:27In der Arbeit ist dann möglicherweise ein Meeting über Teams,
00:30das wiederum ist Teil von Microsoft.
00:32Wo auch immer wir uns digital bewegen, ist es fast ausschließlich.
00:36Es sind amerikanische Konzerne, auf die wir da zurückgreifen.
00:40Das schien für alle in Ordnung zu sein,
00:42bis Trump vor einem Jahr seine zweite Amtszeit begann
00:45und seine Unterstützer aus der Tech-Branche
00:47alle ganz nah an seiner Seite in Washington standen.
00:50Seitdem hat sich die Welt verändert
00:52und viele Menschen außerhalb der USA bekommen ein ungutes Gefühl,
00:55wenn sie sich im digitalen Raum bewegen.
00:58Darüber wollen wir heute reden.
01:01Kommen Sie mit uns ins Gespräch.
01:04Heute am Mikrofon Achim Bogdan.
01:10Unser Thema heute, digitale Souveränität.
01:14Wie kann Europa unabhängiger von Google, Microsoft und Co. werden?
01:18Was denken Sie darüber?
01:20Sehen Sie die Notwendigkeit, sich zu emanzipieren von den US-Tech-Konzernen?
01:25Haben die zu viel Macht?
01:26Was wäre die Alternative?
01:28Und wie gehen Sie persönlich damit um?
01:31Ich bin gespannt auf Ihre Meinungen, Ihre Fragen zu diesem Thema.
01:34Unsere gebührenfreie Telefonnummer ist wie immer die 0800 94 95 95 5.
01:40Gebührenfrei aus allen Netzen.
01:42Nochmal unsere Nummer 0800 94 95 95 5.
01:47Das Ganze im Tagesgespräch auf Bayern 2 im Radio und ARD Alpha im Fernsehen.
01:52Oder aber Sie schicken uns eine Text- oder Sprachnachricht über Signal oder WhatsApp.
01:55Die Nummer dazu finden Sie auf unserer Startseite bayern2.de.
02:00Und unser heutiger Gast, Ihr Gesprächspartner, sitzt neben mir im Studio.
02:03Es ist unser BR-Netz-Experte Christian Schiffer.
02:05Hallo Christian, wir kennen uns schon lange über den Zündfunk, deswegen per Duo.
02:09Ja, wie geht es dir, Christian, wenn du Apple, Google, Microsoft nutzt?
02:12Hat sich da an deiner persönlichen Einstellung im letzten Jahr irgendetwas verändert?
02:17Ja, auf jeden Fall.
02:18Also ich muss sagen, was sich da in den letzten Monaten zugetragen hat,
02:23das hat mich schon sehr ins Nachdenken gebracht.
02:25Ich bin so ein bisschen, glaube ich, wie viele Leute da draußen auch.
02:30Mir war schon immer klar, dass das eine ungute Sache ist.
02:33Dass es eine ungute Sache ist, dass wir so sehr von diesen großen Tech-Konzernen abhängig sind.
02:37Aber ich war immer auch gleichzeitig zu bequem, mich da sozusagen so von abzuwenden.
02:45Ich habe das immer vereinzelt gemacht.
02:47Ich habe irgendwann mal mein E-Mail-Postfach zu einem europäischen Anbieter umgezogen.
02:52Ich habe mal meinen Messenger-Dienst gewechselt oder es zumindest probiert,
02:56weil leider konnte ich so viele Leute nicht überzeugen, es mir gleich zu tun.
03:00Aber so im Großen und Ganzen war das schon so,
03:03dass ich mich immer auf diese amerikanischen Konzerne verlassen habe bei vielen Dingen.
03:06Und ich denke jetzt schon darüber nach, sehr intensiv, wie ich diese Abhängigkeit reduzieren kann.
03:12Weil, das muss man auch sagen, irgendjemand muss halt damit anfangen.
03:15Diese ganzen Dienste, wenn man wechselt, das muss man sich so vorstellen,
03:20man hatte davor so einen Pulli und der hat überhaupt nicht gekratzt.
03:25Und der hat sich so richtig schön angeschmiegt.
03:28Und plötzlich zieht man halt diesen Pulli aus und hat halt so einen richtigen Kratz-Pulli an,
03:33den halt die eigene Mama gestrickt hat.
03:35So fühlt sich das an.
03:37Aber vielleicht ist es dann eben langfristig dann doch der Pulli,
03:40der einen halt besser schützt und warm hält, um jetzt mal in diesem Bild zu bleiben.
03:44Und man muss eben irgendwie damit anfangen,
03:47weil sonst ist es halt auch so, dass dieser Pulli für immer kratzen wird.
03:50Weil nur dann, wenn es europäische Konzerne gibt, die erfolgreich sind,
03:54die von den Nutzerinnen und Nutzern angenommen werden,
03:58die sozusagen auch dann das Geld haben, um zu investieren,
04:00nur dann kann dieser Umzug für die Gesellschaft und das ist wirklich eine Mammute-Aufgabe überhaupt gelingen.
04:08Also wir reden hier über Alternativen beispielsweise zu Google oder auch zu Bereichen,
04:14die man irgendwie sich gar nicht richtig vorstellen kann als Alternative.
04:17Also Instagram beispielsweise, da müsste auch erstmal was anderes kommen,
04:20was eine solche Marktdurchflutung hat.
04:23Genau.
04:23Also ich glaube, Instagram ist eigentlich ein ganz gutes Beispiel
04:26oder diese Social-Media-Plattformen sind ein gutes Beispiel,
04:29weil die sind jetzt technisch ehrlich gesagt nicht so avanciert.
04:33Also man kann so eine Plattform, wo man Bilder hochladen kann und die teilen kann,
04:37sowas kann man schon bauen und sowas gibt es auch.
04:40Das große Problem ist eben der sogenannte Netzwerkeffekt,
04:43dass diese Plattformen sind vor allem dann erfolgreich,
04:45wenn möglichst viele Leute darauf sind.
04:47Das ist so wie mit dem Telefon.
04:50Also wenn ich der einzige Mensch bin mit einem Telefon,
04:52dann kann das das beste Telefon der Welt sein.
04:54Es ist für mich halt komplett unnütz.
04:56Und genauso ist es halt mit solchen Diensten wie Instagram.
04:59Also wenn die Alternative, die kann so viel besser sein als Instagram,
05:02wenn ich da der Einzige bin und die ganze Zeit nur Fotos von mir selbst anschauen kann,
05:06dann bringt mir das halt nichts.
05:07Ist ja auch schon mal ein Anfänger.
05:07Dann bringt mir das halt nichts.
05:09Deswegen gibt es auch so Initiativen wie diesen D-Day,
05:13also wo es um das Wechseln von Plattformen geht,
05:16wo man sich zusammenschließt und dann zusammen die Plattform wechselt,
05:20um sowas zu umgehen.
05:21Weil das ist eigentlich das Problem.
05:23Die Plattformen an sich sind gar nicht so toll.
05:26Das Tolle sind wir Menschen, die auf diesen Plattformen sind.
05:29Und so ein Umzug kann eben dann nur gelingen,
05:31wenn wir Menschen eben alle zusammen umziehen.
05:33Also da ist schon einiges drin, was uns in dieser Stunde beschäftigen wird,
05:37wenn wir heute reden über digitale Souveränität.
05:41Wie kann Europa unabhängiger von Google, Microsoft und Co. werden?
05:45Unsere Frage ist das.
05:47Und unser Gast hier haben wir eben gehört.
05:48Christian Schiffer, BR-Netz-Experte.
05:50Unsere Telefonnummer ist die 0800 94 95 95 5.
05:55Und wir sind jetzt verbunden mit Bernhard Schletter aus Berlin.
05:58Hallo Herr Schletter.
05:59Ja, grüß Gott in die Runde.
06:02Wir sprechen uns jetzt hier so ganz analog über Telefon.
06:05Ist ja auch schon ein Anfang.
06:07Ja, ich habe kein Internet zu Hause.
06:12Ich mache alles offline.
06:14Ein normales Telefon.
06:17Und gehe ganz selten ins Internet mal woanders hin.
06:21In eine Bibliothek oder Internetkaffee.
06:24Und dann ärgere ich mich jedes Mal grün und blau,
06:29dass man allen möglichen Mist dann angezeigt kriegt.
06:32Nur nicht das, wonach man sucht.
06:35Also gut, wir reden ja hier von einer fast schon Totalverweigerung,
06:40Herr Schletter.
06:41Und da frage ich mich, wie schwer ist das durchzuhalten?
06:44Denn es gibt ja dann doch immer wieder inzwischen Fälle,
06:47wo man Dinge auch nur noch digital regeln kann.
06:51Ja, ich wehre mich dagegen, digital zu machen.
06:55Ich mache eben alles schriftlich, per Post, mit Behörden oder was.
07:00Was ich zu machen und dann poche ich drauf.
07:04Und dann tue ich was für die Leute,
07:07die dort, für die Erhaltung der Arbeitsplätze der Leute,
07:12die dort beschäftigt sind, nicht?
07:14Wenn wir alles digital machen, dann werden wir alle arbeitslos, nicht?
07:19Also da sind wir jetzt bei einem Punkt,
07:22der tatsächlich für viele Menschen nahezu unmöglich durchzuhalten ist.
07:27Also zumindest kann sich es ja kaum mehr jemand von den Jungen vorstellen,
07:30tatsächlich ohne Internet zu operieren.
07:34Und ich glaube auch fast, Christian Schiffer,
07:36das ist keine Lösung, keine massenkompatible Lösung,
07:39der konkrete Rückzug.
07:40Es droht sich, alles, überall heißt es, das Gift macht,
07:46die Dosis macht das Gift, nicht?
07:49Wenn ich von früh bis abends nur am Handy hänge
07:52und alles um mich herum vergessen,
07:55das ist eben dann das Guft.
07:57Also Bernhard Schletter aus Berlin,
07:59der quasi ganz aufs Internet verzichtet,
08:02die noch ganz analog zur Bank geht,
08:04weil er sagt, da unterstützt er auch noch Arbeitsplätze und so weiter.
08:07Und wenn er mal ins Internet muss, dann in die Bibliothek.
08:10Ja, da hat er ja nicht ganz unrecht.
08:12Also sagen wir mal so,
08:14es gibt schon so eine Tendenz dazu,
08:17immer zu sagen, dass alles digital sein muss.
08:20Aber wir reden ja auch über Resilienz.
08:22Und ich war zufälligerweise in Barcelona,
08:25als dieser Stromausfall war,
08:26und da habe ich dann auch gesehen,
08:28wie anfällig auch die digitale Gesellschaft ist.
08:30Also ich hatte zum Beispiel kein Bargeld dabei.
08:32Ich konnte nichts mehr machen.
08:33Also gerade die digitale Welt,
08:35die ist einfach sehr, sehr anfällig.
08:36Und wir sehen das ja im Kleinen.
08:38Also wenn zum Beispiel ein Busfahrplan,
08:40der vorher ausgehangen wird, digitalisiert wird,
08:43und dann fällt der Strom aus
08:44oder es fällt diese Anzeige aus,
08:46dann ist man vielleicht ganz froh,
08:47wenn es den Busfahrplan aus Papier noch gegeben hätte.
08:50Was ich damit sagen will,
08:51wir brauchen, wenn wir über Resilienz sprechen,
08:54auch diese Doppelstrukturen.
08:56Also wir müssen die uns auch leisten können,
08:58damit, wenn zum Beispiel digitale Systeme ausfallen,
09:02wir dann eben noch diese analogen Systeme haben.
09:05Und ganz abgesehen davon, Herr Schenter,
09:08ist es ja auch tatsächlich so,
09:09dass viele Leute auch nicht online sind.
09:11Also es gibt ja immer noch viele Leute,
09:13die entweder gar nicht online sind,
09:14und für die müssen wir auch Angebote schaffen,
09:16die das vielleicht nicht wollen,
09:18oder die zum Beispiel sich,
09:20sagen wir mal,
09:21bestimmten Sachen einfach verschließen.
09:23Also die zum Beispiel sagen,
09:24ja gut, ich will jetzt aber kein elektronisches,
09:26weiß ich nicht, Rezept oder irgendwas haben.
09:28Also da glaube ich,
09:29oder jetzt zum Beispiel,
09:30ich fliege demnächst irgendwo hin
09:32und ich kann die Bordkarte,
09:33kann ich nur noch per App machen.
09:34Und da gibt es Leute,
09:35die sagen einfach,
09:36ja, ich will das ausgedruckt haben.
09:37Und ich finde das völlig in Ordnung.
09:39Und wie gesagt,
09:40wenn wir über digitale Souveränität sprechen
09:42und wenn wir über Resilienz sprechen,
09:45dann spielen analoge Doppelstrukturen
09:48durchaus eine Rolle.
09:49Und ich denke schon,
09:49dass wir uns die leisten müssen.
09:51Jens Georgi ruft uns jetzt aus Berlin an.
09:54Also wir bleiben gleich mal in Berlin.
09:55Herr Georgi.
09:57Ja, schönen guten Tag.
10:00Wir gehen eigentlich immer am eigentlichen Thema vorbei.
10:04Ich kann gut verstehen mit der digitalen Souveränität,
10:08aber es ist das Thema,
10:09was überall,
10:11also die Leute,
10:12die keine Ahnung vom Thema haben,
10:13sprechen über digitale Souveränität.
10:16Wir haben ein ganz anderes Problem.
10:18Wir haben,
10:18ich habe 40 Jahre IT gemacht,
10:2020 Jahre Alleinservice.
10:21Die Leute,
10:23die man fragen muss,
10:24sind die Software Reparateure,
10:28also die Ingenieure,
10:29die Software reparieren,
10:30die innerhalb von drei,
10:31vier Stunden eine Lösung sich erdenken müssen,
10:35die in keinem Buch steht
10:37und damit die Produktion wieder läuft.
10:40Und wir haben 11.500 Kommunen
10:43und die Goflab Digital Unternehmen,
10:45das sind 28 Stück,
10:46die wissen nicht,
10:47wie sie 11.500 Kommunen betreuen sollen.
10:50Es gibt keine entsprechenden Notfalltelefone und so weiter.
10:53Das heißt,
10:54digitale Souveränität ist schön,
10:56aber selbst wenn wir die hätten
10:58und wäre alles hier bei uns im Lande,
11:01würden wir trotzdem nicht wissen,
11:03wie die Betreuung der Anwender
11:06eigentlich vonstatten gehen soll.
11:07Und dann wird immer wieder neue Software geschrieben
11:11und die alte wird nicht repariert,
11:14weil es ist auch eine Generationsgeschichte und so weiter.
11:18Also ganz egal,
11:21wo jetzt die digitale Technik herkommt,
11:24sie muss ja gepflegt werden
11:25und solange das nicht funktioniert,
11:26ist eigentlich auch schon fast wurscht,
11:28wer es betreibt.
11:30Richtig, ganz genau.
11:31Und diese Pflege dieser Software,
11:33die funktioniert eben nicht.
11:35Und ich habe das, wie gesagt,
11:36über Jahrzehnte gemacht
11:37und deswegen weiß ich,
11:39bei uns in der Firma
11:40war 20 Prozent der Kapazität gebunden
11:43bei der Reparatur von Software.
11:49Ja, also zu diesem Thema,
11:52also egal, wer sozusagen die digitalen Dienste anbietet,
11:57am Ende muss ja dann doch gepflegt werden.
11:59Ja, genau so ist es.
12:00Und da gibt es schon auch, sage ich mal,
12:02Dinge, wo man mehr machen könnte.
12:05Also was wir, glaube ich,
12:06total oft vergessen,
12:07ist, wie viel Open-Source-Software
12:10zum Beispiel läuft
12:11und dass da Leute zum Beispiel teilweise
12:14in ihrer Freizeit
12:15diese Open-Source-Software pflegen.
12:18Und auf diesen Leuten
12:21lastet super viel Verantwortung.
12:23Ich habe mich mit denen unterhalten,
12:25die sind dann wirklich so in ihrer Freizeit,
12:26gucken sie, dass halt diese Software läuft,
12:28auf der viele, viele unserer Dienste auch laufen.
12:30Und wir hatten ja letztens
12:32diesen Tag des Ehrenamts.
12:34Und was ich zum Beispiel nicht verstehe
12:36oder was ich mir wünschen würde zum Beispiel wäre,
12:39dass man sowas wie Open-Source-Aktivität,
12:42also wenn Leute sowas in ihrer Freizeit machen,
12:44dass man sowas auch als Ehrenamt anerkennt.
12:47Ja, was dann zum Beispiel
12:48auch steuerliche Vorteile mit sich bringen würde.
12:51Also dass man als Politik,
12:53als Gesellschaft eben diesen Leuten,
12:55die Software in ihrer Freizeit pflegen,
12:57zum Beispiel mal etwas Gutes tut
12:59und das auch tatsächlich honoriert.
13:01Ich weiß, dass Sie, was Sie sagen,
13:03Herr Georgi, ein bisschen in eine andere Richtung geht.
13:04Da geht es ja tatsächlich eher um Unternehmen.
13:06Aber nichtsdestotrotz ist, glaube ich, so.
13:08Darf ich da mal bitte eingreifen?
13:11Ja, gerne.
13:11Und zwar Folgendes.
13:12Open-Source.
13:13Jede Firma, innerhalb der Firma ist jeder Code Open-Source.
13:18Und trotzdem können die Anwender nicht betreut werden
13:20und die Fehler werden nicht beseitigt.
13:22Wissen Sie, Open-Source ist nicht der digitale Code,
13:26sondern wenn Sie einen Brief von einem Freund kriegen,
13:30dann können Sie in deutscher Sprache,
13:33Muttersprache alles lesen.
13:34Das ist Open-Source für Sie.
13:36Sie wissen aber nicht, aus welchem Grund der Schreiberling
13:39das gemacht hat, was die Hintergründe
13:42und was er damit bezwecken will.
13:44Genauso ist das bei einem normalen Source-Code
13:46in englischer Sprache genau das Gleiche.
13:49Deswegen, die Leute, die Software reparieren,
13:51wissen nicht, was die Leute,
13:53die die Software geschrieben haben,
13:55sich dabei gedacht haben.
13:56Und das habe ich 20 Jahre lang gemacht.
13:58Na gut.
13:58Und die Kunden wissen ja auch da erst recht nicht Bescheid,
14:01weil die sind ja keine Experten.
14:02Also man kann sich schnell verlieren in diesem digitalen Dschungel.
14:06Gehen wir gleich mal weiter zu Hildegard Precht.
14:08Also danke an Jens-Georgi.
14:10Hildegard Precht ruft uns an aus Waldmühlen.
14:12Hallo Frau Precht.
14:13Ja, guten Tag.
14:15Ich meine auch, das wäre sehr gut,
14:18wenn Europa, aber wahrscheinlich im Zusammenschluss
14:20mit noch anderen Ländern,
14:22sagen wir mal Kanada oder wen auch immer,
14:25weil Europa alleine wird es wahrscheinlich nicht schaffen,
14:27wenn die ein eigenes System aufbauen würden.
14:32Firmen wie die großen Tech-Firmen,
14:34Zuckerberg oder auch Elon Musk mit seinem Starlink,
14:39die haben viel zu viel Macht.
14:40Ich habe das sehr kritisch gesehen,
14:42als an mehreren Tagen im Ukraine-Krieg
14:47Elon Musk das Internet abgestellt hat über der Ukraine
14:51und auch die Amerikaner das alles nicht unterstützt haben
14:56und die Ukrainer blind waren und nicht wussten,
14:59was kommt jetzt aus Russland.
15:00Und ich finde, da werden Kräfte missbraucht,
15:05die so nicht sein dürften.
15:08Also dieses Beispiel ist vielleicht auch ganz interessant
15:10mit Starlink, mit diesen Satelliten,
15:12die ja mehr oder weniger schon fast irgendwie sozusagen
15:15ein Monopol schon darstellen,
15:16zumindest was die privaten Satelliten angehen.
15:19Und tatsächlich ist ja so,
15:21dass die ganze Flugüberwachung und mehr oder weniger alles,
15:23was auch in diesem Krieg in der Ukraine gerade passiert,
15:25aber auch im Privaten,
15:27über diese Starlink-Satelliten läuft.
15:29Also da kommt ja dann letztendlich einer Privatfirma,
15:32der von Elon Musk mehr oder weniger zu,
15:35dass sie eigentlich schon fast über Krieg und Frieden entscheiden kann.
15:37Also da reden wir ja wirklich über sehr große
15:40sicherheitspolitische Dinge,
15:41die da vonstatten gehen, Christian Schiffer.
15:43Also mir macht das mindestens genauso viel Sorge
15:45wie Ihnen, Frau Precht.
15:47Weil was wir hier haben, ist Macht
15:49ohne Mandat.
15:50Also ich meine, niemand hat Elon Musk gewählt
15:52und trotzdem saß der bei einem Call mit Zelensky dabei,
15:56weil sein Satellitennetzwerk einfach ein so großer
15:59geostrategischer Machtfaktor geworden ist.
16:02Und das geht tatsächlich nicht.
16:05Und wir erleben aber,
16:06also was wir natürlich als Europa
16:07oder als Deutschland dann natürlich nicht machen sollten,
16:10ist diese Macht auch noch zu fördern.
16:11Also wir reden ja zum Beispiel über Palantir,
16:15eine Überwachungs- oder Datenanalysefirma,
16:19in die unter anderem Peter Thiel gehört.
16:21Also er war da Mitgründer und früher Investor, glaube ich.
16:25Also großer Tech-Guru hinter den Kulissen.
16:27Großer Tech-Guru, sehr,
16:29also einer der ersten Trump-Unterstützer aus dem Silicon Valley.
16:33Ideologisch, sehr libertär, sehr fragwürdige Ideen,
16:36möchte die Demokratie abschaffen
16:38oder zumindest schwächen und so weiter.
16:40Also wirklich eine sehr problematische Figur.
16:42Und da kann man sich natürlich schon fragen,
16:45ob das dann ausgerechnet sein muss,
16:46dass man diese Software in einem so,
16:50ja,
16:51so sensiblen Bereich
16:53wie zum Beispiel Überwachung wirklich einsetzen will.
16:55Und wenn ich da mit Politikerinnen und Politikern spreche,
16:58dann sagen die mir,
17:00ja, die Software ist halt besser als alle anderen Software,
17:02die was vergleichbar machen.
17:03Nur man muss halt auch sagen,
17:05wenn man nicht andere Unternehmen fördert,
17:08also es gibt ja auch durchaus Data-Analyse-Firmen aus Europa
17:12oder auch aus Deutschland,
17:13wenn man denen keine staatlichen Aufträge gibt,
17:16dann kann man sich danach nicht beschweren,
17:17dass man auf Palantir angewiesen ist.
17:19Das heißt, wir haben hier auch so ein Henne-Ei-Problem.
17:22Und ich muss sagen,
17:23ich habe ein großes Störgefühl,
17:24wenn ich mir vorstelle,
17:26dass wir eine Software wie Palantir
17:28und dieses Unternehmen
17:29mit staatlichen Steuergeldern auch noch fördern.
17:34Frau Brecht, ich höre Sie gerade nochmal.
17:37Ja, das sehe ich absolut.
17:38Das sehe ich auch genauso.
17:40Also, dann gehen wir gleich mal weiter zu Soran,
17:43der uns hier anruft in unserem Tagesgespräch
17:45zum Thema digitale Souveränität.
17:47Wie kann Europa unabhängiger von Google, Microsoft und Co. werden?
17:51Ich sage auch nochmal unsere Telefonnummer 0800 94 95 95 5.
17:57Ja, und jetzt ist Soran dran.
18:00Wenn er dran ist.
18:02Da höre ich nichts.
18:03Versuchen wir es mal auf der Leitung hier.
18:05Hallo, Soran.
18:06Hallo, hören Sie mich?
18:06Jawohl.
18:07Ja, super.
18:09Also, für die Zukunft kann ich nichts sagen.
18:12Ich kann es nur sagen,
18:13über meine Erfahrungen.
18:15Ich bin seit drei, vier Jahren bei Trima und Signal,
18:19also Social Media.
18:20Ich bin dann von WhatsApp gewandert.
18:24Facebook wurde auch bei mir gehackt vor Jahren,
18:29ein Server und so weiter.
18:30Also, das heißt, ich bin dann einfach zu Europa, ja.
18:33Und ich möchte sagen,
18:34sehr, sehr,
18:37das ist mir sehr schwer gefallen
18:39und ich konnte fast niemanden überzeugen,
18:41dass die da wandern,
18:43sage ich jetzt mal,
18:44von WhatsApp oder von Facebook und so weiter.
18:47Also, ich benutze WhatsApp
18:49nicht Trima seit drei Jahren, vier Jahren.
18:52Trima nur mit meiner Familie
18:53und Signal mit ein paar Freunden.
18:55Und das war's, ja.
18:56Also, weil die Leute sind sehr, sehr abhängig
18:58vom, ja, Trima,
19:00Pardon, vom WhatsApp und Facebook.
19:04Ja, das ist eine Sache,
19:05was ich sagen möchte.
19:07Die zweite Sache,
19:08ich wollte es nur sagen dazu,
19:10also, wir reden über Abhängigkeit
19:12von einer Seite China, Produkte,
19:17Gas, Russland
19:18und letztendlich USA digital.
19:22Wir haben verschlafen hier in Europa
19:24und alles, was wir machen hier für uns,
19:27klar, immer Profit,
19:29immer Verkaufen nach außen
19:30und bleiben wir jetzt
19:33heute da, wo sind wir.
19:34Ja, also, praktisch
19:36müssen wir kämpfen
19:39und Politik machen
19:40und Werbung machen,
19:42dass wir Leute überzeugen,
19:44hey, mach dir mit.
19:46Ja, also.
19:47Ja, jetzt haben wir von unserem Gast,
19:49von Christian Schiffer,
19:50vorher schon erfahren,
19:50in bestimmten Bereichen
19:51ist es gar nicht so schwierig,
19:53eigentlich eine Alternative
19:53bereitzustellen,
19:54aber, wir hören das ja gerade
19:56auch von Soran,
19:57nutzt einem natürlich nichts,
19:58wenn sonst keiner
19:59mit einem umsteigt,
20:00weil man nutzt ja diese Dienste,
20:02um mit anderen Leuten
20:02in Kontakt zu treten,
20:04nur wenn die nicht da sind,
20:05dann geht das natürlich nicht.
20:06Also, wie kann man denn versuchen,
20:09überhaupt mal
20:10diese Marktmacht zu brechen?
20:12Was könnte dein Ansatzpunkt sein?
20:15Naja, also,
20:16vielleicht ist die gute Nachricht
20:17in dem Zusammenhang,
20:18dass das, was ich vorhin
20:19beschrieben habe,
20:21dieser Netzwerkeffekt,
20:21also, dass eine Plattform
20:23oder ein Produkt
20:23immer besser
20:25oder sozusagen nützlicher
20:27für jemanden werden,
20:28je mehr Leute dabei sind,
20:30also dieses Schneeballprinzip,
20:31dass das natürlich
20:32in die andere Richtung
20:33auch funktioniert, ja.
20:34Wenn jetzt immer weniger Leute
20:35auf WhatsApp wären,
20:36dann würde auch WhatsApp
20:37irgendwann unnützer werden
20:40für einen selbst,
20:41weil man einfach weniger Leute
20:42erreichen kann.
20:43Das heißt,
20:43das funktioniert auch
20:44in die andere Richtung,
20:45aber man muss natürlich
20:46damit beginnen,
20:47aber das,
20:47was Sie hier schildern,
20:49Soran,
20:49ich weiß nicht,
20:49ob das eine gute Nachricht
20:50für Sie ist,
20:51ich habe genau
20:52das gleiche Problem gehabt.
20:53Ich kämpfe,
20:54wie Sie,
20:55irgendwie seit Jahren
20:57dafür,
20:58dass meine Kontakte umziehen
20:59und mein Erfolg
21:01war bisher ähnlich
21:01überschaubar
21:02wie bei Ihnen auch.
21:03Und da möchte ich aber
21:04in dem Zusammenhang
21:05nochmal auf diesen
21:06Digital,
21:07also diesen
21:08D-Day zu sprechen kommen.
21:10Das ist dieser
21:11Digital Independence Day,
21:13da sind so mehrere
21:14Organisationen dabei,
21:15unter anderem
21:16der Chaos Computer Club
21:17und der findet
21:18einmal im Monat statt
21:19und die Idee ist,
21:20dass man einmal im Monat
21:21sich zusammenfindet
21:22und einen Dienst wechselt
21:23und da gibt es
21:24Veranstaltungen
21:24in vielen bayerischen
21:26Städten auch,
21:27ich glaube hier in München
21:28ist es im Café
21:28Louis-Polt,
21:29aber auch in Nürnberg
21:30und in Augsburg
21:33gibt es Veranstaltungen,
21:34wo man tatsächlich
21:34sich zusammen treffen kann
21:36und dann überlegen kann,
21:36welche Dienste man zum Beispiel
21:37zusammen verlassen will.
21:39Vielleicht ist das mal
21:40ein schöner Familienausflug,
21:41den man machen kann,
21:42man kann da auch viel
21:43dann über IT
21:45und solche Sachen
21:46auch ein bisschen
21:47mitlernen,
21:48aber ich glaube,
21:48wir brauchen solche Initiativen,
21:50damit das halt losgeht,
21:51weil wie gesagt,
21:53bei anderen Sachen,
21:54wenn es um digitale
21:55Souveränität ist,
21:56da haben wir wirklich
21:57ein technisches Problem,
21:58da können wir Sachen
22:00schwer nachbauen,
22:01aber jetzt sowas wie
22:03ein Messenger
22:03ist kein technisches Problem,
22:05das ist ein rein
22:06soziales Problem,
22:07das ist rein die Frage,
22:09wohin gehen die Leute,
22:10wohin sind sie bereit
22:11umzuziehen oder nicht
22:12und da glaube ich,
22:13müssen wir es den Menschen
22:14einfach so einfach
22:15wie möglich machen
22:16und wie gesagt,
22:16wenn es eine kritische Masse gibt,
22:20dann ist das irgendwann
22:22auch ein Selbstläufer.
22:23Und einen Hinweis
22:24wollte ich noch machen,
22:25weil Sie auch Signal
22:26erwähnt haben,
22:27das ist ja kein
22:29europäisches Produkt,
22:30genau,
22:31also nur damit
22:32das auch gesagt worden ist,
22:34es ist allerdings
22:34dahinter, glaube ich,
22:35eine Stiftung
22:36oder sowas,
22:37die ja steckt,
22:37ich weiß es nicht mehr
22:38ganz genau,
22:38ich glaube,
22:39Sie sind auch transparent,
22:40also auch der Code
22:42ist öffentlich,
22:43also das ist auf jeden Fall
22:45eine Plattform,
22:47die man, glaube ich,
22:48trotzdem empfehlen kann,
22:49obwohl sie aus den USA kommt
22:51und auf der schon
22:52relativ viele Leute sind,
22:53ist so mein Gefühl.
22:55Also apropos
22:55technische Schwierigkeiten,
22:56hier steht zweimal
22:57Rüdiger Blume,
22:57Blume sind Sie Soran
22:58oder Rüdiger Blume,
22:59Herr Blume oder Herr Soran?
23:01Nein, nein,
23:01ich bin Soran.
23:03Soran, okay, gut.
23:05Also darf ich was dazu sagen?
23:06Ja, gerne.
23:07Ja, genau.
23:08Folgendes,
23:11wir können mehr tun.
23:13Also ich sage mal so,
23:14ich habe in der Zeit
23:16von Corona
23:17tausende Werbung gesehen,
23:19Hände waschen
23:20und so weiter und so weiter.
23:21Das können wir tun
23:22einfach auf die andere Weise.
23:24Also das heißt,
23:25warum tun wir da nicht
23:26propagieren?
23:27Also das heißt,
23:28viel Werbung leisten,
23:30Schule auch, ja.
23:32Also das kann man
23:33viel mehr tun.
23:34Also ich rede jetzt
23:35nicht nur vom Social Media,
23:36also generell,
23:38ich bin nicht mehr
23:38beim Google,
23:39meine E-Mail ist bei Proton.
23:41Also ich denke mir,
23:42in IT-Bereich,
23:43das heißt,
23:44in der Schule
23:45kann man Seminare geben,
23:46wer sich interessiert.
23:47Das reicht,
23:48wann die zehn Leute kommen,
23:49vom 10 bis 20 morgen
23:50oder 13,
23:51ist egal.
23:52Aber viel mehr
23:53können wir tun.
23:54Also auf die Weise, ja.
23:56Also das ist meine Meinung.
23:58Ja, also das finde ich
23:59sehr guten Beitrag.
24:00Also auch gerade,
24:01dass Sie die Schule
24:02angesprochen haben.
24:03Es muss ja nicht so sein.
24:05Also ich meine,
24:05Microsoft,
24:06diese Firmen,
24:07die gehen ja sehr früh
24:08in die Schulen rein.
24:09Also auch Google
24:10bieten da Tablets an
24:12und so weiter,
24:12damit dann halt schon
24:13im Schulalter
24:14die Leute an diese Produkte
24:16gewöhnt werden.
24:18Aber es kostet Geld.
24:20Also warum setzt man
24:20in der Schule zum Beispiel
24:21nicht auf Open Source Programme,
24:24ja.
24:24Also warum macht man das nicht?
24:25Weil irgendwo muss man
24:26eben anfangen.
24:27Und das ist auch etwas,
24:29wie Sie richtig sagen,
24:30also da brauchen wir
24:31einfach das richtige
24:32Bewusstsein in der Gesellschaft,
24:34dass das ein Problem ist.
24:35Und dass man vielleicht
24:36einfach eine gewisse
24:38Unbequemlichkeit
24:38auch mal vorübergehend
24:40in Kauf nehmen muss,
24:42um eben ein
24:43größeres Ziel
24:44zu erreichen.
24:45Und ich gebe Ihnen,
24:46also ich muss Ihnen
24:47die ganze Zeit recht geben,
24:48weil es ist einfach
24:49einen sehr guten Beitrag,
24:50den Sie gemacht haben,
24:50weil genau was Sie sagen,
24:52auch diese Vorbildfunktion
24:53zu sagen,
24:53das ist ein wesentliches Problem.
24:55Man muss da Werbung machen,
24:56man muss die Leute
24:56dafür sensibilisieren,
24:57ist überhaupt die Grundvoraussetzung,
24:59damit sich etwas ändert.
25:00Weil wie gesagt,
25:01zumindest bei den Messengern,
25:02bei vielen anderen Sachen auch,
25:03ist es kein technisches Problem,
25:04ist es ein soziales
25:05und gesellschaftliches.
25:07Rüdiger Blumny,
25:08Soran,
25:09Entschuldigung,
25:10er stand hier falsch an.
25:11Danke für den Anruf.
25:12Und jetzt ist es
25:1312.29 Uhr,
25:15das heißt,
25:15wir befinden uns
25:16ungefähr auf der Hälfte
25:17unseres heutigen
25:18Tagesgesprächs.
25:27Mit unserem heutigen Thema
25:29Digitale Souveränität,
25:31wie kann Europa
25:32unabhängiger von Google,
25:34Microsoft und Co. werden
25:35und wir diskutieren das
25:37mit unserem Studiogast
25:37Christian Schiffer,
25:39BR Netzexperte.
25:41Rufen Sie an
25:42unter 0800
25:4494 95 95 5
25:47oder schicken Sie uns
25:49eine Sprachnachricht.
25:51Wie erfahren Sie
25:52unter
25:52bayern2.de
25:56Und dann noch
25:56eine kleine Bitte
25:57an die Regie.
25:58Ich kann nämlich
25:58diese Sprachnachrichten
25:59oder Textnachrichten
26:00leider hier nicht einblicken.
26:01Vielleicht kann man mir helfen.
26:02Wäre ja zu dem heutigen Thema
26:04besonders schön,
26:05wenn man das sehen könnte.
26:06Heinz Gresing
26:07werden wir jetzt gleich begrüßen.
26:08Der hat nämlich
26:09mit diesem Thema
26:10beruflich zu tun.
26:11Heinz Gresing ist
26:13Chefadministrator
26:14in Dreuchtlingen
26:15bei der Stadt.
26:16Ist also dort
26:17Digitalisierungsbeauftragte.
26:18So heißt es genau.
26:19Herr Gresing,
26:19grüß Gott.
26:20Grüß Gott, hallo.
26:22Ja, wir haben Sie angerufen,
26:24weil in Dreuchtlingen
26:25was passiert,
26:26was anderswo
26:26nicht passiert
26:27im digitalen Bereich.
26:30Nämlich was,
26:30Herr Gresing?
26:32Naja, das ist schon
26:33länger passiert.
26:34Das ist jetzt 25 Jahre her,
26:35dass wir damals
26:37angefangen haben,
26:39Open Source Software
26:41in der Kommune
26:42aktiv auch direkt
26:44für den Benutzer
26:45einzusetzen.
26:46Das heißt,
26:47Sie haben verzichtet
26:48auf die üblichen
26:49Plattformen,
26:49beispielsweise Microsoft.
26:51Wollen Sie mal erklären,
26:52wie das funktioniert,
26:53dieses Open Source
26:54in Dreuchtlingen?
26:58Es ist,
26:59wie gesagt,
27:00eine lange Zeit,
27:01in der das Ganze
27:01passiert ist
27:02und die Gründe
27:04damals waren halt
27:05auch ein bisschen anders
27:06als heute.
27:06Damals waren es
27:07hauptsächlich
27:07technische Gründe,
27:09weil unsere Mitarbeiter
27:10mit den verschiedenen
27:12Fachanwendungen
27:13mehrere Betriebssysteme
27:14starten mussten,
27:16um überhaupt
27:16ihren Tag bewältigen
27:17zu können.
27:19Und damals war das
27:20technologisch
27:21eine,
27:22ich sag mal,
27:23eine Verbesserung
27:24auch der Möglichkeiten
27:27der Mitarbeiter
27:28zu arbeiten
27:29und nicht an den
27:30Arbeitsplatz gebunden
27:31zu sein,
27:31auch zu wechseln
27:32und,
27:33ich sag mal,
27:34diese Thematik
27:36Bindung an gewisse
27:37Ressourcen
27:38damit auch ein bisschen
27:39zu durchbrechen.
27:41Und das ist,
27:42glaube ich,
27:44der Hauptgrund
27:45gewesen
27:47gegenüber jetzt,
27:48sag ich mal,
27:49aktuell vielleicht
27:49auch ganz anderen
27:50Bedrohungen.
27:51Gab es denn auch
27:52Zweifel damals?
27:54Also es gab ja auch
27:54andere Kommunen,
27:55die haben auch
27:56damit Versuche gestartet,
27:57beispielsweise
27:57die Stadt München
27:58hat es auch mit einem
27:59Open Source Projekt
28:00mit Linus versucht.
28:01Das ist allerdings
28:02dann zurückgezogen worden,
28:03hat irgendwie offensichtlich
28:04dann doch nicht
28:05funktioniert.
28:06Also was haben
28:07Sie für Erfahrungen
28:08gemacht?
28:11Das sind jetzt,
28:12sag ich mal,
28:13auch sehr,
28:13sehr, sehr viele
28:14Baustellen.
28:16Es ist in der Tat
28:17nicht ganz so einfach,
28:18direkt am Ende
28:20des Benutzers
28:21direkt mit Open Source
28:23zu arbeiten.
28:25Es gibt viele Kommunen,
28:26die Open Source
28:27im Backend,
28:28in den Servern
28:29und auch in den
28:30Fachanwendungen einsetzen
28:31und sehr viele
28:31Fachanwendungen bestehen
28:33heutzutage aus
28:33sehr vielen Open Source
28:34Komponenten,
28:35weil eigentlich gar nicht
28:36mehr anders machbar ist.
28:40Was ist bei uns
28:41besser gelaufen?
28:43Wir haben ganz
28:44am Anfang
28:45versucht,
28:47den
28:48Desktop
28:49und auch die
28:50Fachanwendungen
28:51komplett vom
28:51Client zu trennen.
28:52Und das hat
28:53den großen Vorteil,
28:54dass alle
28:56Anwendungen,
28:56die die Leute
28:57bei uns im Haus
28:58haben,
28:58an ihre Anmeldung
29:00geknüpft sind
29:00und nicht an
29:01einen Ort.
29:02Das heißt,
29:02schon kurz nach
29:03der Einführung
29:04hatten wir den
29:04großen Vorteil,
29:05dass die Leute
29:07zum Beispiel
29:08anstatt mit einer
29:09Powerpoint-Präsentation
29:10direkt mit den
29:10Fachanwendungen
29:11in die Sitzung
29:12gegangen sind
29:13oder auch
29:13in die Besprechung
29:14und überall
29:15ihren Desktop
29:16mit dabei haben
29:17konnten
29:17und daran
29:17weiterarbeiten.
29:19Und das hat
29:19sehr viel Arbeit
29:20eingespart
29:21und es hat auch
29:21so viel Ärger
29:22eingespart
29:22und sehr viel
29:23Kommunikation
29:23im Inhalt
29:24der Behörde
29:25benötigt.
29:25Hans Gräsing
29:26aus Treuchtlingen
29:27ist das.
29:27Herr Gräsing,
29:28ich würde Sie gerne
29:28mit Reinhard Melo
29:29bekannt machen,
29:30der uns jetzt anruft.
29:31Der glaube ich
29:32zu einem ähnlichen
29:32Thema was sagen will.
29:33Herr Melo.
29:36So, wenn er dran
29:38wäre, wäre es noch
29:38besser.
29:39Klappt aber
29:40irgendwie nicht.
29:41Gut, dann
29:42versuchen wir es
29:43doch mal mit
29:44Bianca Hanl.
29:46Ja.
29:47Aus Landsberg am Lech.
29:48Hallo Frau Hanl,
29:49grüß Gott.
29:50Aus dem Kreis
29:50Landsberg am Lech,
29:51genau.
29:52Also ich engagiere
29:54mich auch
29:54für Digital Courage
29:59und jetzt geht es
30:01auch um diesen
30:02Digital
30:04Independence Day,
30:07wobei ich mit dem
30:08Begriff
30:09D-Day
30:09ein Problem hatte
30:11erst,
30:12weil das hat mich
30:13sehr an den
30:14Herrn Spahn,
30:15an den
30:16Herrn Lindner
30:17und den
30:17Teil der
30:18Koalition
30:19erinnert,
30:20aber über
30:27Mark-Uwe Kling
30:28und das
30:29Känguru
30:30wurde halt
30:31diese Version
30:33gewählt
30:33und es
30:35gibt diverse
30:38Angebote,
30:39also ich war
30:39zum Beispiel
30:40auch
30:41zum ersten Termin
30:43in München mit
30:44dabei beim
30:45Chaos Computer Club
30:46und jetzt gibt es
30:47auch wieder beim
30:49Chaos Computer Club
30:50in Augsburg
30:51zum Beispiel,
30:52auch Ingolstadt
30:53bietet mit an,
30:55auch Digital Courage
30:57bietet mit an,
30:58also am 23.
31:022.
31:04eine Möglichkeit
31:05sich Linux
31:06anzuschauen
31:07und am 16.
31:083.
31:09es gegebenenfalls
31:10installieren zu können
31:11und im
31:14Jugendinformationszentrum
31:15in der
31:18Sendlinger Straße
31:19Also in München.
31:21Genau
31:22und
31:23also ich habe
31:24auch auf Linux
31:24umgestellt,
31:26das war auch
31:26auf alten Geräten
31:29komplikationslos
31:29möglich
31:31und
31:31in der Zwischenzeit
31:33ist ja auch
31:33die Treiberentwicklung
31:34einen Schritt vorwärts
31:35gegangen,
31:36also es gibt
31:37ja auch über
31:38CT
31:39und dergleichen
31:40also Möglichkeiten,
31:41wo man auch sieht,
31:42dass man damit
31:43auch Spiele
31:44durchführen kann,
31:46was jetzt nicht
31:46so meine
31:47Baustelle ist,
31:48aber wenn man halt
31:50sieht,
31:50dass Schleswig-Holstein
31:53umgestellt hat
31:54auf Linux
31:54und damit
31:5627 Millionen Euro
31:58im Jahr
31:59im Moment
31:59Lizenzkosten
32:00einspart,
32:02dann wäre das
32:03doch
32:03landesweit
32:05eine gute
32:05Möglichkeit
32:06und
32:07alternativ
32:09dazu hoffe
32:10ich sehr,
32:11morgen ist ja
32:11im Bundestag
32:12eine von den
32:13Grünen
32:14angeregte
32:16Sache
32:17in Bezug
32:17auf
32:18Bekämpfung
32:20Wirtschaftskriminalität
32:21Cum
32:21Ex
32:22und dergleichen
32:24ich hoffe,
32:25dass sich da
32:26die Regierung
32:26der angeblich
32:28christlich-sozialen
32:30da mal
32:31endlich
32:31mitbekennt
32:34dass
32:35sowas
32:35halt
32:36bekämpft
32:36werden muss
32:37Das ist ja nochmal
32:38jetzt eine andere
32:39Baustelle,
32:39aber ich würde gerne
32:40mal dabei bleiben,
32:41es geht ja
32:41beispielsweise
32:42darum bei den
32:42Umstellungen von
32:43Verwaltungen,
32:44dass man
32:44einerseits
32:45Lizenzgebühren
32:46spart und
32:46andererseits
32:47auch unabhängiger
32:48wird,
32:48also es ist ja
32:49letztendlich,
32:50wenn wir über
32:50das große Ganze
32:51reden,
32:51nicht nur eine
32:52Frage des
32:53Geldes,
32:53diese Marktkonzentration
32:55nach Amerika,
32:56sondern es geht ja
32:56inzwischen,
32:57wie wir irgendwo
32:57auch lernen,
32:58um mehr
32:59Christian Schiffer,
32:59nämlich um was?
33:01Also ich finde
33:02bei diesen
33:04bei diesen Kommunen
33:06und wenn der Staat
33:06das macht,
33:07ich finde das
33:07absolut unerlässlich,
33:09weil
33:11wir reden immer
33:12so ein bisschen
33:13auch über den
33:13Endnutzer,
33:14aber für den
33:14Endnutzer,
33:15klar,
33:15also man kann
33:16auf Linux
33:16umsteigen
33:17und so weiter,
33:18das geht alles,
33:19aber eigentlich
33:20muss der Staat
33:20den Anstoß geben,
33:22weil wenn der Staat
33:23sozusagen seine
33:24Power einsetzt
33:25und da Systeme
33:26hat,
33:26die auf
33:27Open Source
33:27Basis sind,
33:28dann gibt es
33:29natürlich wiederum
33:29Programmierer
33:30oder andere
33:31Unternehmen,
33:32die wiederum
33:33darauf etwas
33:34aufsetzen,
33:34das heißt,
33:35dann entsteht
33:36ein gewisses
33:37Ökosystem
33:38und der Staat
33:39ist sozusagen
33:40für mich
33:40die Billardkugel,
33:42die das Ganze
33:43überhaupt so
33:44richtig ins Rollen
33:44bringen kann,
33:45deswegen ist es
33:46so wichtig,
33:47wenn eben
33:47Kommunen
33:48oder jetzt auch,
33:50ich glaube Dänemark
33:51hat viele Experimente
33:52mit Open Source,
33:53das österreichische
33:54Bundesheer ist
33:55letztens auf
33:56LibreOffice,
33:56das ist auch so eine
33:57Alternative für
33:58Word und sowas
33:59umgestiegen,
33:59wobei ich jetzt
34:00nicht weiß,
34:00wie viele Briefe
34:01das österreichische
34:02Bundesheer so
34:03schreibt,
34:04aber
34:04nur einige,
34:04genau,
34:05genau,
34:05so,
34:06also das sind halt
34:07einfach diese
34:07kleinen Schritte,
34:08aber die sind
34:08notwendig,
34:09damit dieses
34:09Ökosystem sich
34:10herausbildet und
34:11wenn dieses
34:12Ökosystem dann
34:12da ist,
34:14dann ist es
34:15natürlich auch
34:15für den
34:15Privatnutzer
34:16irgendwann einfacher
34:17umzusteigen
34:18und ja,
34:19deswegen finde ich
34:20auch solche
34:21Dinge,
34:22wie man das
34:22in Reutlingen
34:24macht,
34:25sehr wertvoll
34:26und ich glaube
34:27eins muss aber
34:28auch klar sein,
34:30manchmal kostet
34:31halt so eine
34:31Umstellung
34:32wirklich Zeit
34:32und Nerven
34:33und die kann
34:33vielleicht auch
34:34Geld kosten
34:35kurzfristig,
34:36aber die Frage
34:36ist halt trotzdem,
34:37ist uns das
34:38nicht wert,
34:38ja, sowas wie in
34:39München zum Beispiel,
34:41klar, das hat zu
34:42Problemen geführt,
34:43aber muss uns das
34:44nicht vielleicht wert
34:44sein, also ist es,
34:46man muss, also
34:47dieser kratzende
34:48Pulli, ich bin wieder
34:48beim kratzenden
34:49Pulli, ja,
34:50manchmal muss ein
34:51Pulli halt vielleicht
34:51anfangs auch kratzen,
34:52ja, so ist das eben
34:53und ich glaube,
34:54wir haben uns ein
34:55bisschen generell,
34:56ohne jetzt das
34:57Panoptikum zu weit
34:58zu öffnen,
34:58aber wir haben uns
34:59ein bisschen, glaube ich,
35:00gewöhnt an so eine
35:01gewisse Bequemlichkeit
35:01vorhatte, dass auch
35:02ein Hörer gesagt,
35:05sozusagen Öl aus
35:06Russland und
35:07Sicherheit aus den
35:08USA und Auto-Verkäufe
35:09in China und wir
35:10müssen vielleicht auch
35:11mal wieder lernen,
35:12dass es nicht immer
35:13so bequem geht,
35:14eben auch, wenn es
35:15um das Digitale geht.
35:16An dieser Stelle
35:17bedanken wir uns
35:18bei Heinz Gresing,
35:19dem Digitalisierungsbeauftragten
35:20der Stadt Treuchtlingen,
35:21die dort schon
35:22umgestellt haben,
35:22Herr Gresing,
35:23danke, dass Sie bei uns
35:24waren und sag aber
35:28auch noch einmal
35:28die Telefonnummer,
35:29wenn wir heute über
35:31Souveränität im Netz
35:32reden, die Frage,
35:33ob sich Europa
35:35sozusagen unabhängiger
35:36machen kann,
35:36dann rufen Sie uns
35:37gerne an unter
35:38der 0800 94 95 95 5
35:42und das hat jetzt auch
35:43Andreas Müller aus
35:44Lichtenfels getan.
35:45Hallo, Herr Müller.
35:48Hallo, ich rufe Sie
35:50gerade für die
35:51geneigte Hörerschaft
35:53auf einem Graphen-Handy
35:54an.
35:55Das heißt,
35:55das ist ein,
35:58ja, das ist eine
35:59Software auf einem
36:00Pixel, Graphen-OS
36:01nennt sie sich,
36:02die ist abhör-, also weitestgehend
36:06datensicher.
36:07Abhörsicher, aber ich kann sie
36:08ganz gut hören, Herr Müller.
36:11Meine Kinder haben auf ihren
36:13Handys Lineage-OS,
36:15Lineage-OS,
36:17da gehen viele, da gehen viele
36:19äh, sonstige Android-Handys
36:22drauf, äh, die kann man
36:24damit betreiben, äh, meine
36:26Notebooks, meine ganze
36:28Computer-Geschichte, die läuft
36:30unter, ausschließlich unter,
36:32unter, äh, Linux.
36:35Ich brauche das ganze Zeug
36:37nicht und die, äh, ich sag mal so,
36:38meine Kinder, die bearbeite ich,
36:40äh, wie soll ich sagen, äh, die
36:41brauchen, wie soll ich sagen, äh,
36:43die verarbeiten, äh, die kriegen
36:46das, die sehen das nicht anders.
36:48Das Problem ist aber, und da kommen
36:50wir jetzt, und da kommen wir jetzt
36:52zum eigentlichen Problem, äh, bei
36:54den Jugendlichen, äh, sie sehen es
36:56von den Erwachsenen nicht anders.
36:57Die Erwachsenen, die sind träge.
37:00Wir, äh, so nach dem Motto, wir
37:01haben nichts zu bergen, äh, uns
37:03kann ja keiner was.
37:05So, äh, das Problem ist aber, wo
37:08ich dann, wo ich dann wirklich echt,
37:09echt, echt, echt Angst vor
37:11kriege, äh, auf den Handys, da sind
37:14ja streckenweise auch Firmen
37:18interne abgespeichert, äh, die
37:20gehen nach Amerika, die gehen nach
37:23Amerika und wenn die in Amerika
37:24sind, sind die nicht rückholbar.
37:27Ich kann die zwar löschen, aber da
37:29sind die schon wieder über alle
37:30Berge. Mit anderen Worten gesagt, äh,
37:32wir, der wirtschaftliche Schaden, den wir
37:36auf die Art und Weise, äh, den wir auf die
37:38Art und Weise erleiden, ob das jetzt Amerika
37:41ist oder China, spielt keine Rolle. Das ist, ich sag mal so, das ist, äh, weg ist weg.
37:45Die haben Sachen, die haben, äh, Zahlen, die haben
37:48Informationen, die, die schlicht und ergreifend nichts angehen.
37:51Wenn ich hier mit irgendwelchen Summen
37:53interne, äh, äh, äh, rausgehe, dann bin ich
37:56gefeuert, dann, dann bin ich weg vom Fenster,
37:58wenn ich gerade in die Polizei komme.
38:00Also, äh, ich verstehe, ich kann es nicht
38:02nachvollziehen.
38:03Dass man darüber lasst, damit umgeht.
38:05Andreas Müller hören wir da gerade eben aus
38:06Lichtenfels und ich gebe das gerne weiter an unseren
38:08BR-Netz-Experten, ja, einen kleinen Moment mal,
38:10an unseren Netz-Experten, äh, Christian Schiffer.
38:12Also, ähm, Daten, sagt mir ja ohnehin immer, sind das
38:15Gold quasi des, äh, des 21. Jahrhunderts. Es geht um, es geht
38:19um, es geht da um ganz viel und diese Daten fließen ja
38:22natürlich tatsächlich ab. Also, wie bedenklich ist das?
38:27Also, ich finde schon bedenklich. Also, ähm, ich mag das mit dem,
38:32mit dem Gold nicht so sehr, weil eben Daten...
38:34So ein gutes Bild, so teuer, wie das Gold gerade ist.
38:36Ja, ich würde sagen, Daten, also, äh, stimmt schon, aber Daten
38:41kann man einfach mehrfach verwenden und Daten werden auch
38:43schlecht mit der Zeit, ja. Also, vielleicht ist es eher sowas
38:46wie, wie das Bier des, äh, des 21. Jahrhunderts.
38:49Also, in den falschen Händen kann das, äh, furchtbare Dinge
38:52anrichten, ja. So ist es mit den Daten und das würde ich eben
38:55da auch sagen. Also, natürlich, äh, man weiß, dass in den USA
38:58gibt es Gesetze, äh, die US-Unternehmen dazu verpflichten
39:02können, bestimmte Daten an die, ähm, Regierung herauszugeben, ja.
39:06Und das ist schon ein Problem. Daran ändert auch nichts, wenn die
39:10in Europa, ähm, sozusagen gespeichert werden, weil das ist
39:14einfach ein US-Gesetz und das betrifft einfach den Sitz des
39:16Unternehmens. Und da muss man sich natürlich schon Gedanken
39:20machen, ja, dass man eben dieses sehr wertvolle Gut, äh, eben das
39:24Gold oder das Bier des 21. Jahrhunderts, also den Datenschatz,
39:27dass der in den richtigen Händen bleibt, ja.
39:29Denn man hat ja früher so oft gesagt, also, wenn es dann darum ging,
39:32dass jemand im Netz irgendwas verbreitet und jemand kritisiert hat,
39:35dann hat er halt gesagt, ja Gott, dann wandern die Daten halt in die,
39:38die USA. Und dann hat man sich gedacht, ja gut, die USA. Aber es haben sich ja
39:42Dinge in den USA verändert.
39:45Ja, natürlich. Und man muss ja auch sehen, also das Speichern der Daten ist ja
39:51das eine. Und das andere ist aber, dass diese Daten überhaupt erhoben werden.
39:56Also wir haben in der deutschen Geschichte tatsächlich ja sehr tragische
39:59Beispiele, wo sich einfach sozusagen Regierungen verändert haben. Ja, also von
40:05der Weimarer Republik zum Naziregime. Und dann diese Daten zum Beispiel dann den
40:10Nazis in die Hände gefallen sind. Also es gab in der Weimarer Republik oder im
40:14Kaiserreich gab es die sogenannten Rosalisten. Da hat man Männer, glaube ich, die
40:19homosexuell sind, hat man dort geführt. Und dann sind diese Rosalisten, also dieser
40:25Datensatz ist dann den Nazis in die Hände gefallen. Das heißt, in dem Moment, wo Daten
40:30erhoben werden, haben wir eigentlich schon ein Problem. Und wir sehen in den USA, wie
40:34schnell sich eben auch die politische Großwetterlage verändern kann. Und ich
40:38weiß nicht, ob nicht der ein oder andere vielleicht ein flaues Gefühl hat, wenn er
40:41jetzt in die USA fährt. Das heißt, Datenschutz ist das eine und Datensparsamkeit ist aber
40:48das andere. Und auch darüber müssen wir natürlich nachdenken, wenn wir Resilienz
40:52aufbauen wollen. Also Beispiel, wenn man in die USA einreist, gibt es ja alle
40:55möglichen Gerüchte, dass dann die sozialen Netzwerke durchleuchtet werden, ob da
40:59irgendwas kommt? Ja, zum Beispiel. Also wie gesagt, in dem Moment, wo man Daten
41:05einfach produziert, können sie immer den Falschen in die Hände fallen. Und
41:10deswegen ist es vielleicht besser, diese Daten gar nicht zu produzieren oder zu
41:14gucken, dass sie zuverlässig gelöscht werden. Christian Jung ruft uns jetzt an in
41:18unserem Tagesgespräch über die digitale Souveränität. Wie kann Europa unabhängiger
41:23von Google, Microsoft und Co. werden? Hallo, Herr Jung. Hallo, guten Tag. So, was geht Ihnen denn
41:30da durch den Kopf? Hat das für Sie irgendeine persönliche Bewandtnis oder?
41:36Naja, ich bin 52 in den 80er Jahren mit Microsoft aufgewachsen und ich gehe davon aus, dass jetzt die
41:42Marktanteile von Microsoft als Beispiel nur in den Kriste kommen und dadurch auch
41:47souveräner werden, wenn wir deutsche, europäische Software-Giganten nutzen oder
41:52haben würden. Zum Beispiel SAP. SAP ist eine betriebliche Software natürlich auch mit
41:58unter Marktführer. Und wenn solche großen Firmen ein Betriebssystem aufbauen würden als
42:05Alternative zu Microsoft oder Apple, dann kriegen wir die Souveränität. Dann kriegen wir auch die
42:13Daten nach Europa. Ansonsten werden wir die Marktanteile von Microsoft und Apple vermutlich
42:18nicht bekommen. Das wird immerhin über Sie bleiben.
42:22Darf ich dazu was sagen? Weil ich finde, das ist ein wichtiger Punkt, über den wir noch zu wenig
42:28gesprochen haben. Nämlich die Frage, wie geht es eigentlich den eigenen Unternehmen und wie geht es
42:33eigentlich dem digitalen Unternehmertum in Deutschland und Europa? Und da sehe ich schon
42:40Probleme. Also wenn wir zum Beispiel jetzt mal über künstliche Intelligenz sprechen, da haben wir ja
42:45gerade so einen wettweiten Wettlauf. Und wenn wir uns das angucken, wie sieht dieser Wettlauf aus,
42:51stellen wir uns einen 800 Meter Lauf vor, dann ist ganz vorne der amerikanische Läufer. Der
42:57amerikanische Läufer, der hat die beste Technologie, der ist super drahtig, der kennt sich einfach super
43:03auch aus mit dem Laufen, der ist perfekt trainiert. Dahinter kommt dann der chinesische Läufer in diesem
43:09KI-Wettlauf. Und der chinesische Läufer, der hat nicht ganz so gute Turnschuhe, nicht ganz so gute
43:12Technologie, aber der hat eine Strategie und der kann echt lange durchhalten und der weiß, wohin er läuft
43:17und wie er das macht. Und dann kommen die Europäer in diesem 800 Meter KI-Wettlauf. Und der europäische
43:23Läufer, der versucht vor allem nicht auszurutschen und trägt außerdem auf seiner Schulter so ein riesiges
43:30Regelwerk mit sich rum. Und so kann man natürlich den digitalen KI-Wettlauf nicht gewinnen. Und wir
43:39sind in Europa sehr stolz auf unsere Regulierung und ich bin auch ein Fan von Regulierung. Ich glaube,
43:44das ist in diesem Gespräch schon auch angeklungen. Aber ich glaube, wir müssen uns schon Gedanken machen
43:49darüber, wie eine Regulierung aussehen muss, damit sie eben Innovation in Europa ermöglicht.
43:57Weil SAP, das Sie angesprochen haben, ist, glaube ich, der größte Digitalkonzern in Europa, ist aber
44:03immer noch, glaube ich, ein Zehntel von dem oder mehr oder noch kleiner als das, was Microsoft ist. Und ich
44:10brauche jetzt nicht unbedingt jetzt große, riesige Unternehmen wie Microsoft, aber ich glaube, es hat Gründe,
44:15warum wir digital auch, was sozusagen die Firmengründungen, was Start-ups angeht, was Kapital
44:21angeht, warum wir da in Europa hinterher hinken. Und ich glaube, auch darüber müssen wir uns
44:27Gedanken machen, wie sich das ändern lässt.
44:32Ja, darf ich nochmal dazu beitragen?
44:35Gerne.
44:36Ja, also da haben Sie vollkommen recht. Nur wenn Sie sehen, dass die Schulen sich auch angesprochen haben
44:40und die Betriebe noch keine Alternative haben, müssen wir diesen europäischen Läufer jetzt ins
44:46Trainingslager schicken und ihn vielleicht auch die richtigen Turnschufe passen und ihn freimachen
44:51von den Regulatorien, dass wir ihn dann in, sagen wir mal, zehn Jahren und diesen Horizont, der noch
44:56wahrscheinlich positiv geschätzt ist, dass wir ihn in zehn Jahren annähernd an die amerikanischen und
45:02asiatischen Läufer hinbekommen.
45:04Wobei das Regelwerk, das er auf seinen Schultern trägt, das soll ja auch für den amerikanischen Läufer
45:07gelten. Das ist ja vielleicht noch ein kleiner Zusatz zu diesem Thema.
45:10Ja, ja, aber der amerikanische Läufer hat ja dieses, da werden ja die Regeln eher geschliffen.
45:15Aber ich finde es ja schön, dass Sie in diesem Beispiel bleiben, oder in diesem Bild bleiben.
45:19Sie würden gerne noch mehr Regularien auflegen, Entschuldigung, die amerikanischen und chinesischen
45:22würden noch mehr Regularien auflegen, dass die Daten wirklich auch bei uns im Europäer bleiben.
45:26Also genau, und dann stelle ich nochmal eine Zwischenfrage von mir an Christian Schiffer.
45:30Man hat ja zum Beispiel gehört, dass die EU jetzt Strafen verhängt hat gegen die Plattform X
45:35wegen Transparenzmängel und jetzt gibt es wieder eine neue Klage, weil der KI-Chatbot
45:40von X sexualisierte Bilder verbreitet.
45:46Also worin liegt denn möglicherweise auch die Chance von Europa auch dagegen zu halten
45:51mit dem, was wir hier angesetzen haben?
45:54Also die große Chance von Europa, das ist fast schon eine Floskel, ist einfach der große
45:58Markt.
45:58Also ich habe vorhin gesagt, dass bei den Tech-Konzernen, also wenn es jetzt um Social-Media-Plattformen
46:05geht, technologisch ist das alles überhaupt nicht ein Problem, das nachzubauen.
46:09Da haben die gar keinen großen Vorteil.
46:10Den einzigen Vorteil, den sie haben, ist, dass viele Leute drauf sind und dass sie sehr
46:13viel Geld mit Werbung verdienen.
46:15Und da kommt halt Europa ins Spiel.
46:16Das ist eigentlich unser Hebel.
46:19Und natürlich Gesetze auch, also die Europäische Union, wir haben ja das Gesetz über digitale
46:25Dienste, wir haben den AI Act und die Europäische Union, die sollte natürlich gucken, dass diese
46:31Gesetze auch ernst genommen und durchgesetzt werden.
46:34Wir sehen aber auch, dass sich die US-Administration sehr stark mittlerweile versteht als der Durchsetzer
46:43der Interessen der eigenen Tech-Industrie und sie quasi auch Druck ausüben, zum Beispiel
46:49über Zölle und über irgendwelche anderen Geschichten, dass zum Beispiel diese europäischen
46:55Gesetze nicht so energisch angewendet werden, wie man sich das vielleicht in Europa wünschen
47:02würde.
47:03Also das heißt, was wir halt sehen, ist, dass quasi diese Gesetze, also sozusagen dieses
47:08Regelwerk auch so ein bisschen Teil wird von diesem großen Geschachere auf globaler Ebene.
47:13Aber da könnte man ja auch sagen, Digitalsteuer oder Digitalzölle für amerikanische Firmen
47:17in Europa.
47:18Könnte man machen, muss man halt durchsetzen und man muss dann aber auch damit rechnen,
47:23dass es dann vielleicht Gegenzölle gibt und so weiter.
47:25Das muss man dann durchhalten, das ist eine politische Frage.
47:27Also ich wünsche mir natürlich auch, also ganz klar, Sie haben ja auch völlig recht,
47:30Herr Jung, ich wünsche mir natürlich auch, also wenn wir in dem Bild des 800-Meter-Rennens
47:34bleiben, dass jeder die gleichen Regeln hat.
47:37Aber ich wünsche mir eben darüber hinaus auch, und das haben Sie ja auch angesprochen,
47:41bessere Turnschuhe für den Läufer.
47:43Wir müssen irgendwie schon hinbekommen, dass wir Innovation in Europa ermöglichen, weil
47:49das ist auch ein Problem.
47:50Also wir haben die besten Köpfe in Europa.
47:52Wenn es zum Beispiel um KI geht, gibt es wahnsinnig viele Forschung aus Europa.
47:55Die ist ganz toll.
47:57Aber das Geld wird dann eben woanders verdient.
47:59Und ich glaube, es wäre schon gut, wenn wir in Europa an diesem globalen Markt etwas
48:04mehr uns an Anteilen auch sichern können.
48:06Also danke an unseren Anrufer, Christian Jung.
48:08Und jetzt ist Dietmar Böttger in der Leitung.
48:11Ja, bin ich verständlich?
48:13Ja, sehr gut sogar.
48:14Gut, ja, folgender Aspekt.
48:18Ich arbeite schon seit Jahren mit alternativen Betriebssystemen.
48:21Und irgendwann habe ich beschlossen, auch bei meinem Telefon da tiefer eingreifen zu können
48:27und habe eben auch da ein anderes Betriebssystem aufgesetzt.
48:31Und dann stoße ich an folgende Grenze.
48:35Wenn ich also meine Sparkassenaktivitäten über das Telefon abwickeln will, dann ist als
48:41Repository oder Zugang eigentlich nur zum Beispiel der Google Play Store.
48:47Warum sind denn unsere Sparkassen oder wer auch immer nicht in der Lage, ein alternatives
48:53Repository anzubieten für ihre Apps, damit ich Zugang zum Online-Banking habe?
49:00Ja.
49:01Denn mein ganzes alternatives Betriebssystem hebele ich an dem Punkt aus, wo ich einen
49:09Zugang zu den Google-Apps schaffen muss.
49:12Der ist da, aber dann hänge ich wieder am Haken von Google.
49:16Was hindert denn unsere Finanzinstitute daran, da was Eigenständiges aufzusetzen?
49:23Ja, Frage an Christian Schiffer.
49:25Ja, Frage, die ich gerne an die Sparkasse weitergeben wollen würde.
49:29Nee, weil Sie haben ja recht, Herr Böttger.
49:31Ich habe vor Jahren mal so alternative Betriebssysteme für Handys getestet und ich war einerseits sehr
49:37erstaunt, wie viele Apps es dafür schon gab.
49:40Ja, und ich war auch übrigens erstaunt, wie wenig Apps ich selber verwende.
49:44Also ich habe irgendwie viele Apps auf dem Handy, aber die wenigsten verwende ich.
49:46Und ich habe irgendwie gemerkt, ich bin da kurz davor, dass ich eigentlich ganz gut mit so einem alternativen Betriebssystem
49:52zurechtkommen würde.
49:53Und dann gab es aber so die eine App, ich weiß nicht mehr, wie es war, die ich oft benutze
49:57und die aber sozusagen ein bisschen so der Dealbreaker war.
50:01Ich weiß es nicht, warum die Sparkasse das nicht macht.
50:05Vielleicht Angst vor Hackern, keine Ahnung.
50:07Nee, das nicht.
50:08Ich glaube, die sagen einfach, das kostet ein bisschen, das kostet 3,50 Euro.
50:11Es gibt zu wenig Leute, die das benutzen und so weiter.
50:14Wahrscheinlich machen die so eine Rechnung.
50:15Ich weiß auch nicht, ob man die Sparkasse dazu zwingen kann, sowas zu machen.
50:18Aber was ich schon erwarten würde, wäre es zumindest von staatlichen Organisationen, ja.
50:22Also dass die zumindest alternative Betriebssysteme insbesondere auch auf dem Handy unterstützen.
50:29Das ist etwas, wo ich sagen würde, da wäre mein Steuergeld eigentlich ganz gut angelegt, ja.
50:35Heidelinde Neusel ist jetzt am Telefon, ruft uns aus München an.
50:38Hallo Frau Neusel.
50:39Ja, hallo.
50:40Das ist sehr gut, weil da hat der Herr mir was vorweggenommen, weil ich nämlich auch gerade sagen wollte,
50:47wenn ich jetzt ein anderes Betriebssystem wie Linux oder eben auch Linux-OS nutze,
50:52dass ich dann bei irgendwelchen Zugängen zu Bank oder was ich halt eben auch brauche, ja, scheitere.
51:00Das ist das eine.
51:02Das andere, was ich sagen wollte, ich gehe jetzt wieder zurück auf das Kleine, nicht das Große.
51:07Wo sitzen die Server, wo gehen die Daten hin und leider der Rückstand von Europa gegenüber China und USA,
51:14was ich wirklich problematisch finde, weil die Abhängigkeit eben auch erpressbar macht,
51:20was man jetzt durch Trump, der dealt mit Erpressungen, ja.
51:23Aber ein ganz großer Hebel hätten die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und Medien,
51:32weil ich ganz oft mitkriege, wenn jetzt Sendungen gemacht werden oder so und wenn es denn um Diskussionen geht
51:38und dann wird gesagt, ja, sie können uns auch anschreiben und mitsprechen, mitdiskutieren,
51:41schicken und ziehen uns doch eine Nachricht über WhatsApp.
51:46Also wenn da die öffentlich-rechtlichen Medien erstens mal mehr auf alternativen Plattformen unterwegs wären,
51:53die sie auch bewerben, indem sie in ihren Sendungen vielleicht öfter mal sagen,
51:57dann schreiben sie uns eben über Streamer oder Seine und das immer öfter tun,
52:03da denke ich, das hat eine ganz große Wirkung.
52:07Also dann danke an der Stelle für diesen Vorschlag, Heidelinde Neusel.
52:13Wir sammeln noch ein bisschen, kommen zu Lisa Schmidt aus Marburg.
52:18Ja, guten Tag, ich bin Lisa Schmidt, genau.
52:22Ich, soll ich sagen, was mein Anliegen einfach ist?
52:24Gerne.
52:26Vor mir, ich stimme meinem Vorredner zu.
52:28Ich bin Lehrerin und Mutter von drei Kindern, also bin in der Doppelrollung
52:32und kann diesem trägen, meinen trägen Kollegen, das ist bei uns,
52:36wird die amerikanische Software auch benutzt in der Schule.
52:39Meine Kinder sind als Kinder, die ihm ausgeliefert.
52:41Ich kann keine andere Produkte oder keine andere Software benutzen,
52:44weil meine Kinder dann abgehängt werden.
52:46Ich als Lehrerin habe auch mein eigenes Tablet von der Schule,
52:49das auch wieder dieses amerikanische Software hat.
52:52Also ich finde den Vorschlag gut, dass man Open Source nimmt,
52:55aber die Schule und auch die höheren Instanzen dort,
52:58ist halt schwer umzusetzen.
53:01Da stimme ich meinem Vorredner zu, dass es ein Kollege,
53:05das hat eine große Trägheit und es ist halt wirklich schwierig,
53:09wenn man auf etwas anderes zugreifen will.
53:11Man kann ja alleine auch nicht ausscheren, wenn das letztendlich der Standard ist,
53:14den die anderen verwenden, beispielsweise in der Schule.
53:17Genau.
53:18Genau, aber...
53:19Genau, das ist halt, finde ich, der Fall, genau.
53:21Sollte ich nur noch mal sagen.
53:22Dankeschön.
53:24Nein, aber das ist genau das Problem, was Frau Schmitt geschildert hat.
53:31Aber da muss man eben dran arbeiten.
53:33Wie gesagt, ich mag das auch nicht so gerne,
53:36wenn man das immer so dem Individuum überlässt.
53:39Wenn man so sagt, du musst jetzt was machen.
53:41Also Sie, Frau Schmidt, müssen jetzt was machen als Lehrer an dem Gymnasium.
53:45Das ist eine Forderung an die Politik.
53:48Die Politik muss sich darum kümmern.
53:49Und dann ist halt die Frage, ist das der Politik wichtig genug oder nicht wichtig genug?
53:53Aber wenn das nicht wichtig genug ist, brauchen wir uns auch nicht danach beschweren, ja?
53:56Das ist schon eine Aufgabe.
53:58Da muss die Politik anpacken.
53:59Und ja, wir müssen natürlich auch alle mit anpacken.
54:01Auch, und da möchte ich auch noch mal Frau Neusel loben,
54:04auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk,
54:06weil dieser Hinweis, dass wir natürlich selber auch gefragt sind,
54:10unseren Beitrag zu leisten, der ist natürlich völlig richtig.
54:13Das war unser heutiges Tagesgespräch zum Thema digitale Souveränität.
54:17Wie kann Europa unabhängiger von Google, Microsoft und Co. werden?
54:22Vielen herzlichen Dank an unseren Gast, den BR-Netz-Experten Christian Schiffer.
54:25Danke auch an Sie alle fürs Zuhören, Anrufen und Mitdiskutieren.
54:29Und jetzt wünsche ich Ihnen noch einen schönen Tag.
54:31Alles Gute, Ihr Achim Bogdan.
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