Skip to playerSkip to main content
  • 6 hours ago

Category

📺
TV
Transcript
00:01Guck mal, wonach sehen diese Insta-Posts für dich aus?
00:05Junge Frauen, sie gehen auf Demos, kleben Sticker, sprühen Graffiti, sie tanzen und singen Karaoke.
00:12Ich finde, das sieht nach Gemeinschaft aus und nach Spaß.
00:15Aber wenn du weiter scrollst, siehst du Deutschlandflaggen, Sturmhauben und immer wieder dieses Wort.
00:23Remigration. Remigration.
00:25Du bist hier auf dem Insta-Kanal von Lucreta gelandet, einer Frauengruppe der Neuen Rechten.
00:32Wir sind eine Frauengruppe, die sich deutschlandweit für die Rechte von Frauen stark macht.
00:37Süßmausextrem nennen sie sich selbst. Rechtsextrem, sagt der Innenminister von NRW.
00:43Zu dieser Gruppe haben wir monatelang recherchiert. Wir, das sind Sarah, ich Kim, Alissa und Lisa.
00:51Wir haben uns das Umfeld dieser Aktivistinnen genauer angeschaut und waren dafür auch undercover unterwegs.
00:57Wir treffen Emma, die sagt, sie sei Teil der Szene gewesen.
01:01Es wurde unfassbar abartig über Frauen gesprochen.
01:04Und wir sprechen mit Marie, die im Visier der Neuen Rechten ist.
01:08Ich habe also, seit ich erwachsen bin, mehr Zeit mit Mordwungen verbracht als ohne.
01:12Wir haben ein internationales Netzwerk entdeckt und eine Spur verfolgt, die bis ins EU-Parlament führt.
01:20Und immer wieder hören wir eine Forderung.
01:22Mein Ziel ist simpel. Massendeportation jetzt.
01:25Klingt alles andere als süß.
01:28Am Ende landen wir bei einem Treffen europäischer Rechtsextremer in Portugal mit knallharter Nazi-Propaganda.
01:35Was wollen diese Frauen erreichen und wie viel Einfluss haben sie bereits?
01:48Zu Beginn unserer Recherche steht ein Hashtag Frauen für Frauen.
01:53Klingt wichtig, oder? Finde ich auch.
01:55Unter dem Hashtag finden wir Flechtfrisuren, Häkeln und Outfit-Inspo.
02:01Aber warte, was steht da?
02:03How would you dress for a remigration?
02:05Mal ebenso das Lieblingswort der Neuen Rechten zwischen Spaghetti-Top und Sonnenbrille.
02:09Oder hier mit süßen Hunde-Babys.
02:11Girls just wanna have remigration and puppies.
02:15Und jetzt mal kurz Stopp.
02:17Den Begriff Remigration wirst du gleich noch öfter hören.
02:20Damit du weißt, was damit gemeint ist, Gruppen wie Locreta nutzen das Wort als Kampfbegriff.
02:25Der Remigrationsbegriff ist untrennbar mit völkisch-rassistischen Deportationsplänen verbunden.
02:30Um der Szene etwas näher zu kommen, suchen wir nach jemanden, der Teil davon war.
02:35Und finden über einen Post in den sozialen Medien Emma.
02:38Sie behauptet, bis vor einem Jahr sei sie ganz nah dran gewesen an solchen rechten Frauen.
02:43Emma will anonym bleiben.
02:45Zumindest anfangs.
02:46Dazu gibt's später noch einen kleinen Twist.
02:48Sarah trifft sie an einem neutralen Ort.
02:50Es wurde sehr stark versucht, mich in dieser Szene reinzuziehen.
02:54Und es hat mein Leben so beeinträchtigt und so beeinflusst.
02:57Emma sagt, sie sei 17 gewesen, als alles anfing.
03:00Und sie sei neugierig gewesen.
03:02Hin und wieder sei sie mitgegangen, wenn ihre Mutter ihre Nachbarin besucht habe.
03:06Ganz normal eigentlich.
03:08Aber die Nachbarin ist nicht unbekannt.
03:10Sie heißt Mathilda Huss.
03:12Sie lebt damals in der Villa Adlon.
03:14Klingelt's da bei dir?
03:15Das ist das Haus, in dem Rechtsextreme laut Correctie vor zwei Jahren ihren Masterplan zur Remigration besprochen haben sollen.
03:22Für Emma ist es damals nur das Haus nebenan und die Besitzerin eine Freundin der Familie.
03:27Meine Mutter war damals mit ihr sehr im engen Kontakt.
03:30Dass sich da Rechte treffen, das hinterfragt Emma gar nicht, sagt sie.
03:33Sie habe es auch ganz spannend gefunden, an Treffen teilzunehmen und zu erfahren, was sie so diskutieren.
03:39Und du hast jetzt aber gesagt, dass sozusagen mehrere Personen dich versucht haben, da reinzuziehen.
03:43Kannst du sagen, wer das war?
03:45Also ja, das war zum einen die Mathilda, also die Mathilda Huss.
03:50Mathilda Huss bestreitet, dass sie Emma in die Szene hineingezogen habe.
03:54Wir haben sie gefragt.
03:56Emma hingegen sagt, sie sei vor vier Jahren von ihr zu einem besonderen Treffen eingeladen worden.
04:01Eine Gruppe junger Frauen habe sich in der Villa Adlon getroffen.
04:04Ich war ja auch die Jüngste im Raum mit 17.
04:07Die waren alle sehr so sommerkleidlich angezogen.
04:10Es war ja auch so Anfang Sommer, 12. Mai ungefähr und angenehmes Wetter, schöne Terrasse von Mathilda.
04:16Also da ist man schon so ein bisschen so im Sommerfeeling.
04:18Die Schultern immer bedeckt, die Knie immer bedeckt, alle sehr konservativ eben angezogen.
04:22Eine Frau habe einen Vortrag gehalten, es sei der Name einer bestimmten Partei gefallen.
04:27Es ging darum, dass es keine weiblichen Vorbilder in der AfD gibt, keine konservative weiblichen Vorbilder.
04:32Als würde man eine Puppe bauen im Grunde, an den Leuten sich quasi so richten können.
04:36Die hätten also weibliche Vorbilder für die AfD gesucht.
04:39Dieser Punkt wird uns später noch einmal begegnen.
04:42Zurück zu Emma.
04:43Damals hatte ich ein Jeans und ein Pullover an und ich habe mich so unwohl gefühlt, dass als die kurz
04:48eine Pause hatten, ich nach Hause gegangen bin und mich umgezogen habe.
04:51In ein Kleid, damit ich auch irgendwie ein bisschen in das Bild hinein passe.
04:54Und ihr sei ein Widerspruch aufgefallen.
04:56Einerseits ja, Feminismus, die Frau muss befreit sein, die Frau muss emanzipiert sein, aber gleichzeitig muss die Frau auch unglaublich
05:03konservativ sein und unglaublich zurückgezogen.
05:06Befreit, aber gleichzeitig konservativ und zurückgezogen? Ganz ehrlich, wie passt das zusammen?
05:12Solche Widersprüche werden uns in dieser Recherche noch öfter begegnen.
05:16Jetzt fragen wir uns aber erstmal, wer soll sich hier eigentlich getroffen haben?
05:20Das war ein inoffizielles Lucreta-Treffen.
05:24Lucreta, das sind die mit der Outfit-Inspo für die Remigration.
05:28Mathilda Huss bestreitet, dass dieses Lucreta-Treffen in der Villa Adlon jemals stattgefunden habe.
05:33Hier steht also Aussage gegen Aussage.
05:35An dieser Stelle kommen wir nicht weiter.
05:37Wir müssen selbst noch mal schauen, ob Lucreta und AfD sich nahestehen.
05:42Also, Lucreta bezeichnet sich selbst als unabhängige Initiative junger Frauen.
05:47Ein Motto, sich stark machen für die Sicherheit der Frau.
05:52Aber sie posten auch sowas hier. Echte Frauen sind rechts, steht da.
05:56So rechts wie die AfD, die laut Verfassungsschutz ein rechtsextremer Verdachtsfall ist?
06:00Ja, sagt die Rechtsextremismus-Forscherin Juliane Lang von der Uni Gießen.
06:05Lucreta ist eine klassische Vorfeldorganisation, wie wir unterschiedliche im politischen Umfeld der AfD beobachten können.
06:11Wir haben freundlich dreinblickende junge Frauen, die dem Rechtsextremismus ein anderes, ein weibliches Antlitz geben.
06:19Und das, müssen wir sagen, ist Strategie.
06:20Wenn wir über Lucreta und die AfD reden, fangen wir mal mit dem Offensichtlichen an.
06:25Die Lucreta-Gründerin.
06:27Mein Name ist Reinhild Bosdorf und ich bin Teil des Frauennetzwerks Lucreta.
06:32Und das hier ist ihre Mutter, Irmild Bosdorf, AfD-Europa-Abgeordnete.
06:37Reinhild arbeitet auch für den AfD-Europa-Abgeordneten Alexander Jungblut als Assistentin im EU-Parlament.
06:44Und auch diese Frau posiert gerne für Lucreta-Posts.
06:48Mary Kahn, auch AfD-Europa-Abgeordnete.
06:51Da ist also nicht nur eine Nähe zur AfD, sondern eine sehr enge Verbindung.
06:56Und alle drei, Bosdorf, Jungblut und Kahn, sind Teil der ESN.
07:00Der Europe of Sovereign Nations-Fraktion.
07:02Das ist die Fraktion, zu der auch rechtsextreme Parteien gehören.
07:07Wir finden heraus, dass eben diese Fraktion im Juni 2025 einen Frauenkongress in Deutschland veranstaltet.
07:14Und dafür wirbt Lucreta, die angeblich unabhängige Initiative.
07:18Noch mehr Zusammenhänge.
07:20Wir wollen wissen, was da besprochen wird.
07:22Aber das Treffen ist nicht öffentlich.
07:24Man muss sich anmelden.
07:26Schwierig.
07:26Als Reporterin mit Kamerateam für das Team Recherche kommt man da nicht rein.
07:30Also müssen wir undercover rein.
07:32Nur so können wir hier dabei sein.
07:34Hier, in Vlatten, einem kleinen Ort bei Köln, treffen sich Frauen aus ganz Europa.
07:38Wie wir uns anziehen müssen, um nicht aufzufallen, wissen wir ja bereits.
07:42Ja Mädels, keine Jeans mehr.
07:44Rein in die Röckchen und Kleider.
07:46Alles klar.
07:47Und schon sind wir drin.
07:48Das ist übrigens Reinhard Bosdorf, die Lucreta-Gründerin.
07:51Ihre Mutter Irmheld, die AfD-Europa-Abgeordnete, hat den Kongress mitorganisiert.
07:56Die Idee dieses Frauenkongresses ist entstanden,
07:59weil wir gesagt haben, wir haben ein Problem, dass viele in Deutschland zwar rechts sind,
08:04aber viele Frauen sich nicht trauen zu sagen, ja, ich bin auch rechts.
08:08Ich glaube, nur mit souveränen, starken Frauen hat Europa auch eine Zukunft.
08:13Klar, die wirbt für ihre Politik und die ihrer Fraktion.
08:17Aber die Tochter Reinhild darf auch für Lucreta werben.
08:20Lucreta ist nicht Organisator des Kongresses, aber sehr stark vertreten.
08:24Ich würde einfach sagen, alle Mädels, die mit Lucreta hier sind, hebt mal die Hand.
08:28Weil ich echt stolz bin, dass super viele heute hier sind.
08:32Aber worum geht es denn eigentlich inhaltlich?
08:35Unsere Reporterin hört immer wieder ein Thema.
08:38Gewalt gegen Frauen.
08:39Es geht um Gewalt gegen Frauen, um importierte Gewalt gegen Frauen.
08:43Und es geht auch um den Schutz von Frauen vor dieser importierten Gewalt.
08:47Das sagt zum Beispiel Bettina Gruber, AfD-Mitglied und Sprecherin auf dem Kongress.
08:52Eins fällt uns sofort auf.
08:53Oft geht es nur um Gewalt gegen Frauen, wenn diese von Migranten verübt wurde.
08:57Lucreta zufolge gibt es eine Lösung für diese Gewalt.
09:00Remigration schützt Frauen.
09:03Was heißt das denn laut Lucreta?
09:04Ja, millionenfache Remigration meint also massenhafte Ausweisung von MigrantInnen.
09:09Und das betrefe dann nicht nur die, die rechtlich aktuell ausreisepflichtig sind.
09:13Anfang 2026 waren das ca. 230.000 Menschen in Deutschland, nicht etwa Millionen.
09:20Auf dem Kongress sagt eine Teilnehmerin,
09:22Was völlig vergessen wird, man könnte auch einfach mal ziemlich viele Leute abschieben.
09:27Die Reaktion? Lautes Klatschen aus dem Publikum.
09:30Irmelt Bossdorf äußert im EU-Parlament ähnlich.
09:33Wenn wir die Gewalt an Frauen stoppen wollen,
09:36dann müssen wir zuerst die unkontrollierte Masseneinwanderung nach Europa stoppen.
09:41Lucreta hat von Beginn an über sexualisierte Gewalt nur dann gesprochen,
09:45wenn es um migrantische Männer als Täter geht.
09:47Das ist eine klassische rechtsextreme Strategie,
09:50männliche Gewalt überall dort zu sehen, wo sie als importiert, als migrantisiert,
09:54als von außen reingebracht dargestellt werden kann
09:57und wo eben genau von den eigenen Gewaltstrukturen abgelenkt werden kann.
10:02Denn die rechte Szene ist selbst nicht gerade freundlich gegenüber Frauen.
10:07Das Magazin Stern zitiert nach einer Recherche im Oktober 25 die Gründerin von Lucreta,
10:12Frauen würden in der rechten Szene enorm übel behandelt.
10:15Aber mal konkret, Emma erzählt uns von solchen Erfahrungen in ihrem engsten Umfeld während ihrer Zeit in der Szene.
10:21Es wurde unfassbar abartig über Frauen gesprochen, wie man sie nehmen will, was man mit ihnen tun will.
10:29Frauen, haha, die können ja eh nicht denken.
10:31Und ja, man muss einfach irgendwie, also komplett so objektifizierend im Grunde
10:35und auch komplett erniedrigen, auch Vergewaltigungsfantasien.
10:39Da haben wir jetzt den zweiten Widerspruch.
10:42Frauen sollen emanzipiert sein, aber auch konservativ.
10:45Und über Gewalt an Frauen soll gesprochen werden, aber nur bei migrantischen Tätern
10:49und nicht über Gewalt an Frauen im Allgemeinen und schon gar nicht in der rechten Szene.
10:53Das habe Emma ziemlich fertig gemacht.
10:55Ich habe 20 Kilo zugenommen in der Zeit.
10:58Ich habe mehrere Depressionen durchgemacht.
11:01Ihre Zeit in der rechten Szene habe sehr an ihr genagt, sagt sie.
11:05Zurück auf dem Kongress in NRW.
11:07Unsere Reporterin fällt noch was auf.
11:10Wir haben heute sehr viele internationale Gäste.
11:12Wir haben insgesamt sechs verschiedene Länder vertreten.
11:16Und welche sind das?
11:17Wir sehen zum Beispiel hier neben Reinhold Bosdorf eine Vertreterin der Women's Safety Initiative
11:21aus dem Vereinigten Königreich.
11:23Die haben auch eine krasse Message.
11:26Großbritannien ist ein Land, das systematisch Vergewaltigung, Folter und Missbrauch von Frauen und Mädchen zulässt,
11:32während diese Monster willkommen geheißen und unterstützt werden.
11:36Mein Ziel ist simpel.
11:38Massendeportation jetzt.
11:41Migration sei Schuld an Gewalt gegen Frauen.
11:43Migranten nennen sie Monster.
11:45Und sie sagt, Massenabschiebungen sei ihr Ziel.
11:49Krass.
11:49Und aus Frankreich sind auch Leute da.
11:52Es spricht das Kollektiv Nemesis.
11:55Wir glauben, diese Bewegung ist die Zukunft für europäische Frauen.
12:00Mit unseren Schwestern von Women's Safety und Lucreta.
12:04Ja, da gibt es nicht nur in Deutschland eine junge rechte Fraueninitiative wie Lucreta.
12:09Die gibt es auch in anderen Ländern.
12:11Wird hier die weibliche rechte Strategie der Zukunft gebaut?
12:14Die scheinen jedenfalls echt gut vernetzt zu sein.
12:17Aber wer bezahlt das alles?
12:20Das Essen, das übernimmt tatsächlich euer Steuergeld.
12:22Die ESN lädt dazu ein.
12:24Und wer dennoch etwas spenden will, und das muss ich jetzt ganz leise sagen,
12:28da steht eine Spendenbox für Lucreta.
12:30Aha.
12:31Finanziert von Steuergeldern.
12:33Das heißt, auch du hast dieses Treffen indirekt mitbezahlt.
12:37Und auch für Spenden an Lucreta wird geworben.
12:39Obwohl die ja offiziell kein Veranstalter sind.
12:42Wir wollten wissen, wie bewertet das Europäische Parlament das?
12:46Vom Parlament finanzierte Veranstaltungen werden auf ihren Zweck ihre Teilnehmer
12:50und die Einhaltung der Vorschriften des Europäischen Parlaments überprüft.
12:56Zu unserem konkreten Fall will man sich jedoch nicht äußern.
13:01Und wir wollen Frauen einfach sichtbarer machen.
13:03Wir wollen Frauen ermutigen, sich auch mal zu zeigen,
13:06zu solchen Veranstaltungen zu kommen und auch hier zu reden.
13:10Okay, mehr Frauen zu den Rechten.
13:12Und wisst ihr was?
13:13Das ist nicht nur auf EU-Ebene zu beobachten.
13:16Auch die AfD will mehr Frauen bei sich.
13:19Auch wenn es in den letzten Jahren immer mehr geworden sind.
13:22Aktuell ist nur etwa jedes fünfte Parteimitglied weiblich.
13:25Und deshalb gibt es jetzt dieses interne Strategiepapier
13:28der Bundestagsfraktion vom Juli 25.
13:31Das wird uns während unserer Recherche zugespielt.
13:34Und darin steht ...
13:36Es lassen sich folgende Gruppen identifizieren,
13:38in denen die AfD ihr Potenzial nicht ausgeschöpft hat.
13:41Eine Teilgruppe der Frauen sind zum Beispiel Hausfrauen und Mütter.
13:46Hausfrauen und Mütter also.
13:47Frauen sollen von der AfD gezielt angesprochen werden.
13:51Erinnert ihr euch?
13:52Darum soll es ja laut Emma auch schon bei dem Treffen in der Villa Adlon gegangen sein.
13:56Und Lokreta hilft dabei.
13:57Selbsternannte Lokreta Süßmaus Julia Gerkens ist seit kurzem sogar im Bundesvorstand der neuen Jugendorganisation der AfD.
14:05Hier spricht Gerkens beim Gründungstreffen.
14:07Als Beisitzerin, als auch persönlich, möchte ich rechte Politik für Frauen zugänglicher machen.
14:13Nur millionenfache Remigration schützt unsere Frauen und Kinder.
14:17Hier haben wir es also wieder. Das Triggerwort der neuen Rechten. Remigration.
14:23Wie schaffen die es denn, ihre Agenda immer weiter zu pushen?
14:26Zum Beispiel durch Social Media.
14:29Lokreta hat auf Instagram inzwischen richtig Erfolg.
14:31Noch im Mai 25 hatte Lokreta knapp 6000 Follower.
14:35Und im Januar 26 schon mehr als dreimal so viel.
14:38Aber warum funktioniert diese Propaganda vor allem im Netz so gut?
14:43Mit der Frage beschäftigt sich auch die Rechtsextremismus-Expertin Kira Ayadi von der Amadeo Antonio Stiftung.
14:49Ein Hauptrekrutierungstool scheint Instagram zu sein.
14:53Dort werden dann schöne Bilder gepostet, vermeintlich harmlose Bilder.
14:59Vor allem über Instagram können da junge Frauen auf diese Profile stoßen, weil sie beispielsweise Hashtags verwenden.
15:05Zöpfe oder Backen oder irgendwie so.
15:07Wenn man ein bisschen weiter raufguckt auf die Inszenierung und auf die Bilder, wird diese rechtsextreme Ideologie auf den zweiten
15:13Blick ersichtbar.
15:14Also die ist nicht so offensichtlich wie bei klassisch rechtsextremen Frauen.
15:19Haben wir ja schon am Anfang gesehen.
15:21Süße Flechtfrisuren, Handarbeit und dann Remigration.
15:24Und der von ihnen genannte Grund für die geforderten Massenabschiebung ist immer derselbe.
15:29Gewalt gegen Frauen.
15:31Auf dem Insta-Kanal von Lokreta werden solche Fälle gepostet.
15:34Natürlich geht es hier auch wieder fast ausschließlich um Gewalt durch nicht-weiße Männer.
15:38Die recherchieren diese Geschichten nach und merken, viele Geschädigte oder deren Hinterbliebene wollen das gar nicht.
15:45Hier einige Berichte, in denen die Familien sich äußern.
15:58Wir möchten bekräftigen, dass der Tod und der Verlust nicht benutzt werden, um Hass zu schüren und ihn politisch zu
16:05instrumentalisieren.
16:05Unsere Reporterin Alissa fragt bei den Angehörigen nach.
16:09Aber sie wollen nicht mit uns sprechen.
16:11Wir suchen weiter.
16:13Weil wir in Deutschland keine Person finden, die über die Vereinnahmung des Schicksals ihrer Angehörigen durch Gruppen wie Lokreta mit
16:18uns sprechen will, schauen wir ins Ausland.
16:20Wir haben ja beim ESN-Kongress gesehen, dass Lokreta nur eine von mehreren europäischen Frauengruppen am rechten Rand ist.
16:27Nemesis scheint derzeit am aktivsten zu sein.
16:29Die sind in Frankreich.
16:30Und da finden wir auch Marie.
16:33Achtung, hier wird jetzt Gewalt beschrieben.
16:35Marie erzählt uns erstmal, welche Kommentare sie täglich über sich liest.
16:39Wir werden kommen, um dich zu holen.
16:41Versteck dich, du menschlicher Abschaum.
16:43Das Karma oder wir werden uns um dich kümmern, du dreckige, stinkende, islamische Hündin mit irreparablen psychischen Schäden.
16:50Ich kann es kaum erwarten, bis deine Freunde die Grenze überqueren, dich eines Abends besuchen und sich um dich kümmern.
16:56Wir sehen uns dann im Krankenhaus wieder, wenn du völlig zerrissen und am Boden zerstört sein wirst.
17:06Solche Kommentare gehören zum Alltag von Marie-Cocchi-Chambel.
17:09Sie ist Betroffene sexualisierter Gewalt und gleichzeitig Opfer rechter Hetze im Netz.
17:15Wir wollen wissen, was passiert ist.
17:17Dafür reisen wir nach Paris, um Marie zu treffen.
17:19Hier promoviert sie im Fach Theaterstudien und tritt als Schauspielerin auf.
17:23Wie ist sie zur Zielscheibe rechter Hetze geworden?
17:26Wir springen zurück ins Jahr 2020.
17:28Ich wurde Opfer häuslicher Gewalt, als ich mit ihm zusammenlebte und Opfer sexualisierter Gewalt.
17:35Marie zeigt ihren Ex-Partner an.
17:38Zu der Zeit reden gerade viele Schauspielerinnen über solche Erfahrungen.
17:41Hashtag MeToo.
17:43Aber was dann passiert ist, damit hätte sie nicht gerechnet.
17:46Ein rechter Autor veröffentlicht auf Facebook ein Bild von Maries Ex-Partner.
17:50Schauspieler Nazim B.
17:51Ein Mann mit arabischem Namen.
17:54Und der Autor postet auch Fotos von Maries Verletzungen.
17:57Und auf einmal bekommt Marie Hassnachrichten.
18:00Ich erinnere mich sogar noch an die rassistischen Kommentare, die sich gegen meinen Angreifer richteten.
18:04Es waren wirklich abscheuliche Nachrichten, in denen stand, ich hätte den Wüstenpenis gekostet.
18:09Und hätte es deshalb verdient, diese Gewalt zu erleiden.
18:12Den Rassismus will sie nicht stehen lassen.
18:14Und so kam es, dass ich ihn beschützte, obwohl ich selbst Opfer von Gewalt durch ihn geworden war.
18:21Ich begann mir zu sagen, okay, ich weigere mich, meine Geschichte instrumentalisieren zu lassen.
18:25Und ich weigere mich, dass irgendeine andere Geschichte instrumentalisiert wird.
18:30Aber vergebens.
18:31Auf ihre Geschichte stürzt sich auch Nemesis.
18:35Nemesis hat wirklich einen Bericht darüber verfasst.
18:37Und das hat mich unglaublich erschreckt.
18:39Marie will das nicht.
18:41Sie wehrt sich.
18:42Aber, solange es ihrer Erzählung dient, werden sie es verwenden.
18:46Auch wenn man sagt, dass man dagegen ist.
18:48Sie tun so, als wären sie eine Organisation, die die Stimmen der Opfer wertschätzt.
18:52Aber sie helfen nur den wenigen Opfern, die ihnen nahestehen.
18:56Krass ist, dass hier sogar eine Betroffene angefeindet wird.
18:59Jedes Mal, wenn Nemesis Marie erwähnt, käme eine neue Hasswelle.
19:04Tatsächlich sind es aber ihre Follower.
19:06Sie verlassen sich auf ihre extrem radikale Fangemeinde, um das Cybermobbing zu maximieren.
19:12Ja, hier ist also noch ein Widerspruch.
19:15Auf die Bitte einer Frau, die Opfer von Gewalt wurde, wird nicht eingegangen.
19:20Ich habe also, seit ich erwachsen bin, mehr Zeit mit Mordrungen verbracht als ohne.
19:24Meine Familie hat Angst, dass ich mitten auf der Straße in Paris ermordet werde.
19:29Natürlich haben wir die Aktivistinnen von Nemesis mit Maries Vorwürfen konfrontiert.
19:33Wir wollten gerne ihre Sichtweise erfahren.
19:36Aber als Antwort auf unsere Fragen kam nur dieses Meme zurück.
19:40Das heißt so viel wie, zur Kenntnis genommen, uns egal.
19:44Wie Maries Fall zeigt, Gewalt gegen Frauen ist dann für Rechte wichtig, wenn es in ihre Pläne passt.
19:49Wer sich wehrt und nicht Aushängeschild für Remigration sein will, wird selbst zur Zielscheibe.
19:54Finden wir noch mehr Beweise dafür, dass es hier gar nicht um Frauenrechte geht, sondern vielmehr um Hass, Hetze und
20:00Gewalt?
20:01Wir schauen, was Nemesis sonst noch so macht und postet.
20:05Krass, hier stört Nemesis eine feministische Demo im November 2021.
20:09Gemeinsam mit durch Eisenstangen und Tränengas bewaffnete Rechtsextremer.
20:14Und hier ein Bericht über eine Nemesis-Demo am 8. März, dem Internationalen Frauentag.
20:20Da steht etwa ein Neonazi als Security.
20:24Und hier sind Rechtsextreme, die sich gerne mal mit Nemesis zeigen.
20:28Allen voran der vielleicht bekannteste Rechtsextreme Frankreichs.
20:30Jean-Marie Le Pen. Holocaust-Leutner, Gründer des Front National, vergangenes Jahr verstorben.
20:36Und mit dessen Enkelin, Marion Maréchal, die im EU-Parlament sitzt.
20:40Und Maréchals Schwägerin ist? Richtig, Nemesis-Mitglied.
20:44Die Aktivistinnen von Nemesis nutzen auch gerne mal die Villa der Le Pens, um Aktionen vorzubereiten und Partys zu schmeißen.
20:51Also Verbindungen in die rechtsextreme Szene sind da.
20:54Und der Weg zum EU-Parlament ist bei Nemesis auch nicht weit.
20:58Hier protestiert die Politikerin Sarah Knafo bei einer Nemesis-Demo.
21:02Die ist wie Emmelt Bossdorf Mitglied der ESN-Fraktion.
21:05Und jetzt denk mal an den ESN-Kongress und wie Nemesis und die deutschen Frauen von Lucreta da zusammengekommen sind.
21:12Und hier Januar 26 in Paris.
21:15Lucreta und Nemesis zusammen bei einem Fackelmarsch.
21:21Lucreta ist wie andere Bereiche der neuen Rechten stark international vernetzt, besonders ins europäische Ausland.
21:29Seit Jahren beobachten wir, dass da Akteure Kontakte knüpfen und versuchen, sich eben zu vernetzen.
21:37Das Konzept der Frauengruppen scheint aufzugehen.
21:40Nemesis hat in den letzten Jahren nämlich expandiert und ist jetzt nicht mehr nur in Frankreich aktiv,
21:45sondern auch in Spanien, Italien, Belgien und der Schweiz.
21:49Im Vereinigten Königreich hat sich 25 die Women's Safety Initiative gegründet und in Portugal eine ähnliche Gruppe.
21:56In all diesen Ländern sprießen also Lucreta-ähnliche Gruppen aus dem Boden.
22:01Passt ja, Nemesis und Lucreta nennen sich auch Schwestern.
22:04Nemesis demonstriert mit Neonazis.
22:07Hat auch Lucreta Kontakte zu diesen?
22:09Was passiert außerhalb von Instagram, abseits der Öffentlichkeit?
22:13Wir schauen, was die Lucreta-Gründerin Reinelt Bossdorf noch so treibt.
22:16Da ist sie VIP.
22:19Auf einem Kongress der portugiesischen Gruppe Reconquista, also Rückeroberung.
22:24Der findet in Porto statt.
22:26Und neben Reinelt stehen noch auf der Gästeliste prominente Neonazis aus der ganzen Welt.
22:32Steve Laws aus dem Vereinigten Königreich.
22:34Der hat den sympathischen Spitznamen Migrantenjäger.
22:37Keith Woods aus Irland bezeichnet sich Berichten zufolge selbst als tobender Antisemit.
22:43Der US-amerikanische Nationalist Jared Taylor.
22:46Der behauptet, es gäbe menschliche Rassen, die sich in ihrer Intelligenz unterscheiden würden.
22:50Ach, und den kennen wir doch auch.
22:53Martin Sellner, richtig.
22:54Der Gründer der Identitären Bewegung.
22:58Der Kongress in Porto wird organisiert von Alphonse Concalps, Gründer von Reconquista Portugal.
23:04Sagt man, er verbreite ultranationalistische, rassistische und fremdenfeindliche Botschaften, sagt er nur.
23:10Ja, und jetzt?
23:11Und über Frauen sagt er solche Sachen.
23:14Es ist ziemlich unumstritten, dass Männer im Allgemeinen intelligenter sind als Frauen.
23:18Dass wir das Wahlrecht für Frauen haben, war das Schlimmste, was wir in den letzten 100 Jahren in der westlichen
23:24Zivilisation getan haben.
23:26Okay, warum ist auf dem Kongress dieses Mannes jetzt eine angebliche Kämpferin für Frauenrechte VIP?
23:33Das würden wir uns natürlich gerne anschauen.
23:35Aber wir merken schon an der Gästeliste, das hier ist eine andere Nummer.
23:38Viel mehr Männer als beim ESN-Kongress sind alles super konspirativ.
23:42Wir wissen gar nicht, wo das stattfinden soll.
23:45Da hilft uns jetzt eine Schreibtischrecherche nicht weiter.
23:47Also fliegt unsere Reporterin Lisa hin, mit Unterstützung unseres Kollegen Kaspar.
23:52Und sie verwandeln sich ein wenig.
23:54Neue Namen und, wie wir mittlerweile wissen, ganz wichtig, neues Outfit.
23:58Und wir schaffen es.
23:59Als wir vor Ort sind, bringen wir den Veranstaltungsort in Erfahrung.
24:02Es wurde kurzfristig umverlegt, in eine Turnhalle, in einem Vorort von Porto.
24:07Als Journalistinnen mit Kamera würden wir hier zu sehr auffallen.
24:11Deshalb müssen wir mit versteckter Kamera drehen, also ohne Mikro.
24:14Das ist hier ziemlich ab vom Schuss.
24:17Keine Restaurants, keine Metrostationen und übrigens auch keine Gegendemo oder Polizei.
24:22Uns ist richtig mulmig zumute.
24:24Aber dann sehen wir, dass auch drinnen viele filmen.
24:27Also doch Handy raus.
24:28Anscheinend hat man nicht das Gefühl, hier etwas verheimlichen zu müssen.
24:32Diese länglichen Flaggen mit den Kreuzen vorne beim Rednerpult.
24:35Erinnern die euch an was?
24:36So, und wer tritt hier jetzt so auf?
24:39Eine Videobotschaft kommt ausgerechnet von einer AfD-Landtagsabgeordneten, Lena Cotré.
24:45Die ist laut Verfassungsschutz rechtsextremistisch und sagt sowas.
24:48Die Grenzen müssen geschlossen und eine umfassende Remigration eingeleitet werden.
24:53Beides können wir erreichen, doch dafür müssen wir in Regierungsverantwortung kommen.
24:58Die Menschen in Portugal, wie auch in Deutschland, wollen Remigration.
25:01Ob sie weiß, dass der Organisator es für einen Fehler hält, das sie wählen darf?
25:06Und dann kommt er auf die Bühne.
25:08Der am heißesten erwartete Redner des Kongresses.
25:11Martin Sellner.
25:13Zu l'amour toujours.
25:27Selner schüttt Angst vor einem angeblichen großen Austausch.
25:31Eine rechtsextreme Verschwörungserzählung.
25:33Seine Lösung?
25:39Und Selner hat auch was zum Thema Frauen zu sagen.
25:51Und genau deshalb ist ja auch die VIP-Gästin hier, wegen der auch wir da sind, Reinhild Bossdorf.
25:57Man kennt sich.
25:58Sie und Selner waren 2019 zum Beispiel auf dem Akademikerball in Wien.
26:02Aber es soll ja um die Frauen gehen.
26:04Wir sprechen Reinhild an.
26:05Sie will uns direkt rekrutieren.
26:07Nächstes Jahr werden wir auch nochmal so ein Meetup in Berlin machen.
26:10Da kannst du dich gerne melden.
26:11Was ich auch empfehlen kann, wir machen in NRW seit drei, vier Jahren regelmäßig mit meiner Mutter zusammen diese Frauenkongresse.
26:20Beim Frauenkongress waren wir doch schon.
26:22Nur weiß Reinhild Bossdorf das hier noch nicht.
26:24Sie scheint jedenfalls eine tolle Zeit auf dem Kongress zu haben.
26:36Was ihre internationalen Freunde in der Turnhalle so treiben?
26:40Einer zitiert NS-Propaganda.
26:42Eine wahre Nation lässt sich in zwei Worten zusammenfassen.
26:46Blut und Boden.
26:47Und da ein Hitlergruß.
26:50Niemand schreitet ein.
26:56Okay.
26:57Die Lucreta-Aktivistin und EU-Assistentin Reinhild Bossdorf inmitten europäischer Neonazis.
27:04Zurück in Deutschland lassen wir das erstmal sacken.
27:07Also, diese Frau ist auf rechtsextremen Kongressen.
27:12Die arbeitet im EU-Parlament.
27:15Wir konfrontieren Bossdorf mit dem Gesehenen.
27:19Aber sie antwortet uns nicht.
27:21Und das EU-Parlament?
27:23Die müssen doch ausschauen, wo ihre Mitarbeitenden so aktiv sind.
27:27Wir fragen dort mal per E-Mail an.
27:30Aber zu Einzelfällen will man uns dort nichts sagen.
27:34Und ob diese Veranstaltung die Werte der EU wirklich achtet, auch dazu sagen sie nichts.
27:41Immerhin, der Verfassungsschutz in NRW hat Lucreta auf dem Schirm.
27:45Dort ist die Gruppe von Reinhild Bossdorf besonders aktiv.
27:48Und dort gilt die Gruppe auch als rechtsextrem.
27:51Wir sprechen in Düsseldorf mit dem Innenminister.
27:54Herbert Reul findet deutliche Worte.
27:56Das ist eine vollkommen neue Qualität.
27:58Es zeigt wieder, wie Reichsextremisten es schaffen, in die Mitte der Gesellschaft reinzukommen.
28:04Mainstream zu organisieren, Anschlussfähigkeit zu kriegen.
28:07Und aus dieser Schmuddelecke rauszukommen.
28:09Weil damit versuchen sie ja den Anschein zu wecken, sie wären total normal.
28:12Also nicht so eine schräge Männertruppe, wie wir alle früher gedacht haben.
28:16Alte Männer unter der Fahne in der Kneipe träumen von gestern.
28:19Sondern irgendwie modern und jung und Frauen.
28:21Und das kriegt ein anderes Image.
28:23Das heißt, damit wird es noch ein bisschen gefährlich.
28:25Und das Dritte, die kriegen da einen Zugang zu Frauen in der Gesellschaft, die sie über die Männer niemals kriegen
28:31würden.
28:31Die Strategie ist sensationell, aber brandgefährlich.
28:35Gefährlich auch, weil es schwer ist, von dieser Szene Abstand zu nehmen, wenn man einmal drin war.
28:40Das sagt zumindest Emma.
28:41Es ist so unglaublich schwierig, einmal wenn du in diesem rechten Umfeld bist, wieder rauszukommen.
28:45Weil meine damaligen Freunde aus der Schule wollten nichts mehr mit mir zu tun haben, weil ich mit diesem rechten
28:49Umfeld zu tun hatte.
28:50Und dann ist man da gewissermaßen getrappt.
28:52Eine Woche nach unserem anonymen Interview stellt Emma aber selbst Videos über ihre Erfahrungen mit rechts online.
28:58Es freut mich jetzt mit dir zu sitzen, an einem nondescript Ort.
29:03Ein mystery.
29:05Emma ist die Freundin von Erik Ahrens, der die Social-Media-Strategie der AfD mit aufgebaut hat.
29:10Und auch beim Potsdam-Treffen dabei war.
29:13Ahrens und Emma bezeichnen sich heute als Aussteiger.
29:15Inzwischen sei sie nicht mehr mit den rechten Frauen in Kontakt, findet aber deutliche Worte über das Umfeld.
29:23Das sind alles offensichtlich Nazis.
29:25Sie haben alle offensichtlich eine Plattform, auf der sie diese schädlichen Ideen und auf diese schädlichen Informationen und auch falsche
29:33Informationen verbreiten können.
29:35Warum? Und warum wird da nichts gemacht?
29:39Jung, weiblich, rechtsextrem.
29:41In unserer Recherche sind wir tief eingetaucht in das Netzwerk extrem rechter Frauen.
29:46Sie tun harmlos.
29:47Sie behaupten, sie unterstützen Frauen, aber tun das nur dann, wenn es in ihre Ziele passt.
29:53Und wenn sich ein Opfer dagegen auflehnt, zerstört man ihr Narrativ.
29:57Sie verbreiten Hass und Hetze gegen Migranten.
30:00Wenn wir gegen Gewalt sind, dann bitte auch für Remigration.
30:04Und tun so, als wäre das im Sinne von Frauenrechten.
30:07Dabei instrumentalisieren sie einen vermeintlichen Feminismus, beziehungsweise sie sagen, sie machen Feminismus von rechts.
30:15Aber wenn man sich die Inhalte genau anguckt, hat das letztendlich gar nichts mit Feminismus zu tun,
30:20sondern hier geht es einfach darum, patriarchale Geschlechterrollen weiter aufrecht zu halten.
30:26Sie sind bereits Teil unserer demokratischen Institutionen, gefördert von Veranstaltungen, die mit unseren Steuergeldern finanziert werden.
30:34Das Essen, das übernimmt tatsächlich euer Steuergeld.
30:37Im Europaparlament gehen die rechtsextremen Aktivistinnen ein und aus.
30:41Und auch bei der Jugendorganisation der AfD.
30:44Nur millionenfache Remigration schützt unsere Frauen und Kinder.
30:48Die Ideologie der Frauen ist eindeutig.
30:51Das sind rassistische, das sind offen rechtsextreme Strategien.
30:54Ihre Netzwerke sind zutiefst antidemokratisch und antifeministisch.
30:58Dass wir das Wahlrecht für Frauen haben, war das Schlimmste, was wir in den letzten 100 Jahren in der westlichen
31:03Zivilisation getan haben.
31:05Und der Innenminister zeigt sich besorgt.
31:08Das ist eine vollkommen neue Qualität.
31:10Unsere Recherche zeigt, der Zulauf bei den rechtsextremen Frauen wächst.
31:14Das Konzept Lucreta scheint aufzugehen.
31:16Immer mehr solcher Gruppen gründen sich, europaweit.
31:20Sie sind gut vernetzt, mit einer Politik, die Hass und Angst schürt und immer mehr WählerInnen anzieht.
31:40Untertitelung des ZDF für funk, 2017
Comments

Recommended