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00:00Where do you go?
00:03Irgendwann war auch Banksy hier und sprayte eine Madonna.
00:08Extatisch und ernst, mit Pistole statt Heiligenschein.
00:13Vielleicht wollte er das Drama der Stadt verewigen oder was er dafür hielt.
00:21Drastisch sind auch die Bilder, die der Maler Caravaggio hier schuf.
00:24400 Jahre früher. Strahlendes Hell und düsterstes Dunkel. Gewalt und Sinnlichkeit.
00:33Nirgendwo fand er wieder zu mehr existenzieller Tiefe.
00:37Was hat die Stadt mit ihnen gemacht, diese Schönheit des Südens? Heiter und Hardcore.
00:47Sie hat uns viel über Europas kulturelle Zukunft zu erzählen.
01:11Die Sonne scheint selbst im Schatten.
01:17O sole mio, meine Sonne.
01:26Enrico Caruso wurde hier geboren. In Armut. Und ließ die Stadt trotzdem erstrahlen. In Musik.
01:48Ein Welthit auf Neapolitanisch ihrer eigenen Sprache.
02:20Neapolitanisch wird als sehr sentimental wahrgenommen.
02:22Selbst wenn man es nicht versteht.
02:26Das Neapolitanisch fasziniert.
02:28Weil es grob ist. Aggressiv.
02:33Und gleichzeitig voller Liebe.
02:37Giulia schreibt seine Songs auf Neapolitanisch.
02:40Erzählt vom Leben in einer Stadt zwischen Liebe und Armut, Gewalt und Schönheit.
02:46Erzählt vom Leben in der Stadt.
02:54Neapolitanisch war einmal Europas kulturelle Hauptstadt.
02:58Und auch heute, mehr als je zuvor, richten sich die Augen der Welt auf unsere Stadt.
03:05because of their beauty, their history and what we do here,
03:11in Neapel, with culture, knowledge, and passion.
03:22They are proud, because the world is looking at them,
03:25the city boomed, in the media and by tourists.
03:29Lange wurde sie verschmäht, verlassen,
03:32weil Neapel manche Plagen nicht los wurde, auch nicht im Image.
03:38Arbeitslosigkeit, organisiertes Verbrechen, Blut und Gewalt.
03:49Susi Galeone lebt in einem Viertel der Stadt,
03:53das einen sehr schlechten Ruf hatte, dem Rione Sanità.
04:00Ich sage dir, es ist nicht einfach, Kunst und Kultur überhaupt zu sehen.
04:06Nicht jeder kann die Schönheit darin erkennen.
04:10Ich wusste, dass es hier viel zu tun gibt, das hat mich überzeugt.
04:16Und dass ich durch meinen kleinen Beitrag hier viel verändern kann.
04:23Damals war sie 18.
04:27Ihr kleiner Beitrag wurde zu einer der grössten Sensationen Neapels.
04:33Susi Galeone gehört zu den Gründungsmitgliedern von La Paranza,
04:37einer Gruppe junger Leute, die 2006 begannen,
04:40mit Kultur und Kunst ihr Viertel zu verändern.
04:44Ihr jüngstes Projekt? Sant Aspreno.
04:4840 Jahre lang stand diese Kirche leer.
04:50Jetzt haben sie aus ihr einen Ausstellungsort für die Skulpturen des Bildhauers Iago gemacht.
04:56Studentinnen werden jetzt als Führerinnen trainiert.
04:58Viele stammen selbst aus dem Viertel.
05:04Es war dringend nötig, dass wir erlöst wurden.
05:08Sanità hatte einen schlechten Ruf wegen der Camorra.
05:12Ein wirklich gottverlassenes Ghetto damals.
05:15Aber als dann 2001 Padre Lofredo der Pfarrer herkam und die Kooperative La Paranza sich gründete,
05:21da war das ein Hoffnungsschimmer für das Viertel.
05:27Die Camorra hat ihr Opfer gefordert, noch 2015.
05:34Gennaro war 17, als sie ihn töteten, auf offener Strasse erschossen.
05:45Verschwunden ist das Problem nicht.
05:47Aber wer gute Arbeit hat, läuft vielleicht weniger Gefahr, Teil dieses Systems zu werden.
05:53Susi ging es damals auch so. Ein Gefühl, an das sie sich gut erinnert.
06:02Es hat meinem Umgang mit Kunst und Kultur etwas Wesentliches hinzugefügt, etwas Wertvolles, weil ich Teil dessen geworden war.
06:10Ich hatte mit meinen Gedanken und meinen Händen dazu beigetragen, etwas Schönes zu schaffen.
06:19La Paranza hat Künstler ins Viertel geholt, organisiert Führungen zu seinen Kulturschätzen.
06:26Sie hatten das ohne jegliche Unterstützung der Stadt angefangen.
06:30Nur der Pfarrer des Viertels hatte ihnen einst geholfen.
06:33Er hatte die Diözese überredet, den jungen Leuten die alten Katakomben, die in ihrem Viertel lagen, für ein Publikum wieder
06:40zu eröffnen.
06:41Eine Stiftung half später finanziell.
06:44Ihre Geschichte sorgte für Aufsehen und Auszeichnungen.
06:59Im Jahr 2022 schafften sie ihren bisherigen Rekord. 200.000 Besucher in den Katakomben.
07:08Was zieht die an? In den Katakomben von San Gennaro. Einer frühchristlichen Grab und Kultstätte.
07:23Ist es nur die Geschichte oder die Ewigkeit, die eine Neapel spüren lässt?
07:38Die Menschen, die hier vor Hunderten von Jahren lebten und begraben wurden, in Neapel schauen sie uns an.
07:57Überall. Sogar in der U-Bahn.
08:05Fotografien des neapolitanischen Künstlers Mimo Jodice.
08:09Die Kultur des Mittelmeers wollte er festhalten. Durch die Gesichter derer, die hier lebten.
08:16Die, die heute in Neapel leben, begegnen ihren Anfängen überall.
08:22Griechische Siedler hatten die Stadt gegründet. 200 Jahre später kamen die Römer.
08:27Die Straßenführung in der Altstadt korrespondiert heute noch mit der der Antike.
08:39Hier lag das antike Forum. Der Flussgott Niel. Eine Skulptur aus römischer Zeit.
08:47In jeder anderen Stadt hätte man sie wohl ins Museum geschafft.
08:51Hier ist die Geschichte Teil des öffentlichen Gebrauchs.
08:55Neapel ist reich an Musealem, aber kein Museum.
08:59Die Dinge verändern ihre Gestalt, bleiben aber auch als vergangene Geschichte Teil des Alltags.
09:08Selbst der Faschismus mit seinen Bauten.
09:17Die Madonna mit Pistole, der Banksy, wird nur von einer Plexiglasscheibe geschützt.
09:23Bezahlt haben sie die Anwohner. Neapel ist einfallsreich.
09:28Eigeninitiativen sind typisch für die Stadt.
09:33Neapel ist reich, weil viele sie lieben.
09:37Aber Neapel ist arm, weil es Milliarden Schulden hat.
09:42Wenn mal öffentliches Geld da ist, holt die Stadt groß aus.
09:49Wie bei der U-Bahn, die voller zeitgenössischer Kunst von Weltrang ist.
09:54Ein EU-gefördertes Projekt, das in den 1990er Jahren begonnen wurde.
10:03Das war eine aussergewöhnliche Zeit. Wir haben daran geglaubt. Alle haben mitgemacht.
10:08Ich habe damals möglich gemacht, dass der Künstler William Cambridge ein wundervolles Mosaik schuf für die U-Bahn-Station Toledo.
10:23Damals kamen wieder Künstler aus der ganzen Welt nach Neapel.
10:28Sie sehen, die Stadt kann sich erneuern. Und sie kann nicht zur Ruhe kommen.
10:33Im Positiven wie leider auch im Negativen.
10:44Sie steht niemals still. Und ihre Kontraste sind extrem.
10:50Eine chronisch hohe Jugendarbeitslosigkeit, aber die schönste Kunst-U-Bahn der Welt.
11:06Neapel ist auch eine Stadt der Widersprüche.
11:10Da investiert man groß in einen monumentalen Bahnhof, beauftragt die Star-Architektin Zaha Hadid.
11:17Aber in der Altstadt, von der UNESCO unter Schutz gestellt, verfällt das Kulturerbe.
11:29Das konnte Raffaele Jovine nicht mehr mit ansehen, sagt er.
11:332005 bat der Unternehmer die Diözese darum, die Kirche Pietra Santa wieder instand setzen zu dürfen.
11:44Als ich die Basilika von Pietra Santa das erste Mal sah, konnte man gar nicht rein.
11:51Es gab einen Eisenzaun. Dahinter spielten die Kinder Fussball.
11:58Die Denkmäler waren ihre Tore. Und auch sonst wurden die historischen Städten für alles Mögliche missbraucht.
12:09Dabei ist die Kirche eines der Hauptwerke des neapolitanischen Barock-Architekten Cosimo Fanzago.
12:16In ihrem Untergrund liegen antike Zisternen aus römischer Zeit.
12:24Sie waren verstopft mit Müll und Geröll.
12:28Raffaele Jovine ließ sie vom Schutt der Jahrhunderte befreien.
12:31Alles mit Hilfe von Sponsoren und Privatleuten, die er von seiner Mission überzeugen konnte.
12:39Das waren also die Zisternen, die Teil eines Wasserleitungssystems waren.
12:44Und dann haben wir noch das hier entdeckt. Das waren Zufluchtsorte im Zweiten Weltkrieg.
12:49Neapel war ja eine der am stärksten bombardierten Städte Italiens.
12:57Es gibt in Neapel rund 250 verlassene Baudenkmäler. Immer noch sehr viele.
13:05Sie könnten genau wie hier kulturelle Anziehungspunkte sein.
13:12Man erhält etwas, was verloren gegangen wäre für die kollektive Erinnerung.
13:19Man kurbelt die Wirtschaft an. Man aktiviert das kulturelle und soziale Leben damit.
13:25So was braucht unsere Stadt. Eine Art Zivilwirtschaft.
13:35Für seine Kirche hat er antike Skulpturen als Leihgaben aus dem Nationalmuseum erhalten.
13:42Damit wird seine Idee unterstützt.
13:46Das Archäologische Nationalmuseum verleiht regelmäßig Exponate.
13:50An Ausstellungsmacher im Viertel, für Modenschauen in Mailand oder es verlegt seine Ausstellungen an den Flughafen.
13:59In Neapel wurde das auch kritisiert, dass der Direktor das Museum so weit öffnet.
14:04Doch der Erfolg gibt ihm Recht. Es ist gelungen, das Haus zu einem der meistbesuchten Museen Italiens zu machen.
14:19Man kann etwas verändern, wenn man das Risiko auch eingeht und nicht nur von oben herab feierlich daherredet, ohne dann
14:26etwas zu riskieren.
14:30Ich glaube, Neapel war schon immer ein kultureller Bezugspunkt für Europa und die Welt.
14:37Davon erzählten die Schauspieler und die Schriftsteller. Davon erzählt auch die Liedkunst.
14:43Die Neapolitanische Kanzel.
14:47Aber in den letzten zehn Jahren ist etwas Wichtiges passiert.
14:50Die Neapolitaner selbst haben begriffen, dass die Zeiten der großen Fabriken vorbei sind.
14:58Sondern dass heute der Tourismus und die Kultur die Stadt voranbringen, auch wirtschaftlich.
15:08Das Museum zeigt Werke, die für die europäische Kulturgeschichte von zentraler Bedeutung sind.
15:14Der Herkules Farnese prägt bis heute unser Bild vom griechischen Helden.
15:20Es war die römische Familie Farnese, die einige der größten Kunstwerke der Antike zusammengetragen hat.
15:35Der farnesische Stier. Von dieser Skulptur berichtete schon der antike Historiker Plinius.
15:42Hinzu kommen die Funde aus dem Golf von Neapel. Sie machen die antiken Sammlung zu einer der wichtigsten der Welt.
15:53Seit dem 18. Jahrhundert wurden die Funde aus Pompeji und Herkulaneum hierher gebracht.
15:59Darunter Mosaike und Schlüsselwerke der Antike, wie dieser Sperrträger, der Doriferus.
16:06Eine römische Kopie nach dem Original des griechischen Bildhauers Polyklet aus dem 5. Jahrhundert vor Christus.
16:13Dieser Jüngling war in der Antike eine Sensation.
16:17Seine Proportionen galten schlechthin als perfekt.
16:20Ein Vorbild und Ideal, an dem sich viele Generationen von Künstlerinnen und Künstlern orientierten.
16:29Die Entdeckung von Herkulaneum und Pompeji und die Unterbringung der Funde hier im Museum,
16:36zusammen mit der Sammlung Farnese, bestimmten zur damaligen Zeit den Stil des Neoklassizismus.
16:47Dieses Museum hat dazu beigetragen, dass sich so etwas wie eine europäische Identität herausgebildet hat.
16:55In dem Sinne, dass die Antike und die römische Welt zu einer Art Modell wurden.
17:03Die großen Herrscherhäuser begannen sich mit dem römischen Reich zu identifizieren.
17:13Napoleon zum Beispiel wählte den Titel Imperator nicht von ungefähr.
17:20Ebenso wie die Adlersymbolik bei seiner Kröner.
17:30Die antiken Funde in Neapel waren das Kulturphänomen des 18. Jahrhunderts.
17:37Wie relevant sind Orte wie Pompeji und Herkulaneum aber heute noch?
17:462013 wäre dem Weltkulturerbe wegen Vernachlässigung fast der Titel aberkannt worden.
17:53Heute erstrahlt Pompeji wieder.
17:56Wie das frisch restaurierte Haus der Vettia.
18:02Die Wandmalereien wechselte man in der Antike übrigens wie heute Tapeten.
18:092021 wurde der gebürtige Deutsche Gabriel Zuchtriegel Generaldirektor des Archäologischen Parks.
18:17Man kommt nach Pompeji und man kann eigentlich den Ort sehen als eine Art Metapher fürs Leben an sich.
18:24Es ist schön, es hat auch schlimme Seiten, soziale Schwierigkeiten, Hungersnöte und so.
18:32Es gibt die wunderbaren Kunstwerke, es gibt irgendwie die Stadt, ihr Umland und dann plötzlich explodiert der Vesuv und das
18:40ist zu Ende.
18:40Und viele kommen dabei um, viele schaffen es auch.
18:45Das ist eigentlich eine Baustelle im Moment, aber man sieht sofort einen riesen Ofen, der genauso aussieht wie heute ein
18:54Pizzaofen in Neapel.
18:56Ja, also hier sind jetzt, haben die Restauratoren hier ihre Sachen aufgestellt, aber man sieht, es funktioniert genauso.
19:03Hier vorne war der Abzug, eine Kruppel drin.
19:06Man steckte hier ein Holz, ein Holzstück rein und musste dann hier den ganzen Tag im Kreis gehen, um das
19:14Getreide zu malen.
19:15Oder man hat auch Esel und Maultiere verwendet, wahrscheinlich in diesem Fall nachgewiesen, denn auf der anderen Seite des Hauses
19:24gibt es einen Stall.
19:26Zwischen Stall und Mühle und Bäckerei hat man irgendwie versucht, sich noch so eine Art kleinen Teil dieses großen Wohnluxus,
19:35den man sonst in Pompeji kennt, zu bewahren.
19:38Und dann gucken wir mal hier rein in diesen Raum, der übrigens den Namen diesem Haus gegeben hat.
19:47Also hier sind die Liebenden, die Castiamanti in verschiedenen Bildern beim Bankett.
19:55Wir gehen jetzt von dem Niveau der Stadt 79 nach Christus ungefähr auf das Niveau der heutigen Oberfläche.
20:10Und von hier, von diesem Niveau aus, haben also die Ausgrabungen angefangen.
20:17Wir sind jetzt hier auf so einer Art Brücke, schweben über diesen Räumen.
20:24Wir möchten diese Räume nicht wieder zuschütten, was vielleicht die Erhaltung am besten wäre, sondern wir möchten, dass man das
20:31sehen kann.
20:32Aber dass man eben nicht durchläuft, sondern es von oben anguckt, meistenteils.
20:38Dass man sehen kann, wo kommen die Objekte her.
20:43Das heißt nicht die ganzen Amphoren und Vasen und andere Funde nehmen und in ein Museum bringen, wie das früher
20:51geschah, sondern möglichst vor Ort musealisieren.
20:53Aber das muss eben vereint werden mit dem Schutz dieser Objekte vor Witterung, vor Erdbeben.
21:00Es ist, wir sind auch in einem Erdbebengebiet, vor auch vielleicht Besuchern, die sich nicht an die Regeln halten.
21:06Also es ist auch ein Sicherheitsproblem teilweise.
21:09Und das alles unter einen Hut zu bringen, das ist eigentlich die wahre Herausforderung.
21:15Und immer noch tauchen unter den Händen der Archäologen jene Menschen auf, die einst beim Besufausbruch unter Vulkanasche begraben wurden.
21:32Man sieht das Schöne und was uns das alles erzählt und gibt, aber man sieht eben auch, das Leben hat
21:40dann irgendwann radikal in einem Moment geendet.
21:51Jeden Tag musst du dein Leben neu erfinden, jeden Tag könntest du sterben, weil das eine vulkanische Stadt ist.
22:00Der Vulkan schläft und schläft, aber plötzlich kann er fürchterlich erwachen.
22:06Neapel ist also auch eine Stadt der Katastrophe.
22:12Sie ist wie dieses Magma, immer in Bewegung. Es gibt keinen Stillstand.
22:18Die Stadt ist immer in Bewegung. Immer gepeinigt, immer freudvoll.
22:24Der Tod und die Freude leben hier immer beieinander. So ist Neapel.
22:45Zurück im Rione Sanità.
22:49Die Partner des Projekts Luce.
22:54Susi Galeone und Antonio Jaccarino auf dem Weg in die Via Cristallini, wo ihr Rione traditionell am ärmsten ist.
23:03Mittlerweile haben sie Sponsoren und werden von Stiftungen unterstützt.
23:07Wieder ist es eine Kirche, die sie sich vorgenommen haben.
23:21Zwei Streetart-Künstler haben sie verwandelt.
23:38Wir wissen, dass Bürokratie und Institutionen das nicht ohne weiteres zur Verfügung stellen.
23:46Diese Kirche hätten sie lieber geschlossen gelassen, als zu erlauben, dass man in ihr was anderes macht.
23:53Aber für uns bedeutet das Leben, Räume wieder zu öffnen und Möglichkeiten durch Kunst, Kultur, Theater, Musik zu schaffen.
24:03Für uns bedeutet es, diesem Viertel und den jungen Menschen, die hier leben, eine zweite Chance zu geben.
24:09Eines ist wichtig. Wir haben bei der Wiederbelebung immer an die Menschen hier gedacht.
24:15Sie sind hier unsere Protagonisten.
24:41Das Iri ohne Sanitat zum Ghetto wurde, begann mit einem wenig sensiblen städtebaulichen Arbeiten.
24:49Und die Menschen, die hier in der Geschichte, die hier in der Geschichte kamen.
24:50Als in der Geschichte dann die Franzosen hierher kamen.
24:53Joseph Bonaparte und dann Joachim Murat.
24:57Also das war die Zeit, als man bei der Stadtplanung große Straßenzüge erdachte.
25:05Damals wurde es als unbequem empfunden, hier durch das Viertel zu müssen, um zum Schloss von Capo di Monte zu
25:12gelangen.
25:17Also bauten sie eine Brücke über das Viertel. Die, die unten lebten, hatten das Nachsehen.
25:29Viele sind weggezogen, wie die Adeligen. Nur die Ärmsten blieben.
25:35Institutionen, die für Recht und Ordnung stehen, fehlten. Das war dann der Anfang vom Ende des Viertels.
25:57Das Schloss von Capo di Monte war eine historische Residenz der Könige.
26:05Ihr Park, Il Bosco, der Wald genannt, ist der größte innerstädtische Museumspark Italiens.
26:12Der Direktor nennt ihn Kulturcampus. Ein öffentlicher Raum, gestaltet von Landschaftsgärtnern, Kuratoren und Künstlern.
26:25Die Kunstgeschichte erstreckt sich im heutigen Museum über drei Etagen.
26:30Eine Schatzkammer der europäischen Kunst und des Neapolitanischen Erbes.
26:35Wie die Bilder von Luca Giordano. Bühnenhafte, theatrale Inszenierungen des Barock.
26:51Die Kunst des Barock hat hier immer mit Regelabweichungen zu tun, was sehr neapolitanisch ist.
27:00Die beiden Persönlichkeiten, die den neapolitanischen Barock bestimmen werden und ihm seine Form geben, sind zwei Künstler, die von außen
27:09kamen.
27:09Caravaggio, der aus Rom kam, aber Lombarde war, und der Spanier Ribera.
27:16Caravaggio kommt 1606 in Neapel an. Er weicht ab von der Regel.
27:22Seine hell-dunkel-Malerei ist neu. Seine Wirklichkeitserfassung provokant.
27:52Innerhalb kurzer Zeit avanciert er zum Impulsgeber für mehrere Generationen von Künstlern.
28:00Giuseppe de Diberas Eremit, 1626. Texturbetonte Malweise und packende Lichtregie.
28:10Wie bei Luca Giordanos, Totem Christus, 1663.
28:18Neapel ist eine Stadt, in der immer wieder Neues geschaffen wird. Das hat vielerlei Gründe.
28:26Vor allem, weil es eine große Hafenstadt ist. Hafenstädte haben alle eine besondere Geschichte, weil sie weltoffen sind.
28:34Das sieht man an Antwerpen, Marseille, Genua, Lissabon, Shanghai und an Neapel.
28:42Hafenstädte sind nicht einförmig, sie haben fließende Identitäten.
28:47Die Identität bildet sich im Kontakt mit anderen.
28:55Durch die Jahrhunderte kamen in diesem Hafen Normannen und Araber, Schwaben und Franzosen an. Und Spanier.
29:03Die bauten ab 1504 den Hafen und damit die Stadt zu einem internationalen Handelsplatz aus.
29:12Neapel war sehr, sehr lange Zeit hindurch die größte Stadt des Mittelmeerlands.
29:18Es war die größte Stadt des Spanischen Weltreichs. Madrid war zu der Zeit, ich spreche vom 15. und 16. Jahrhundert,
29:26noch eine kleine Klosterstadt.
29:27Die Hauptstadt, Valladolid, war ebenfalls eher klein. Neapel war sofort sehr groß.
29:38Der Prachtentfaltung und kulturellen Blüte steht eine Lebenswirklichkeit gegenüber, die von Extremen geprägt ist.
29:46Der Vesuv-Ausbruch von 1631. Eine Pest-Epidemie von 1656. Ein Erdbeben im Jahre 1688.
29:57All das findet in der Malerei Neapels seinen Niederschlag.
30:02Luca Giordanos Altarbild, der heilige Januarius betet für die Opfer der Pest 1656.
30:10Gewalt und Tod auch bei Mattia Preti.
30:13Und die Hoffnung.
30:29Bilder aus einer Stadt der Katastrophen.
30:39Es gibt kein Licht ohne Schatten, keinen Mut ohne Angst. Das ist eine Angst, die nie vergeht. Die Angst, zwischen
30:48Leben und Tod zu leben.
30:49Auch ich hatte immer Angst. Aber gleichzeitig hatte ich auch den Mut, mich zu öffnen und das Leben zu erfinden.
31:03Lia Ruma ist eine der einflussreichsten Kunsthändlerinnen Italiens. Sie entdeckte neue Trends und förderte von Neapel aus früh Künstlerinnen und
31:11Künstler, die später zu Stars wurden.
31:14Marina Abramowitsch.
31:18Vanessa Beecroft.
31:23William Kentridge.
31:28Michelangelo Pistoletto, Joseph Kosseth, Alfredo Yar, Anselm Kiefer.
31:34Ihre Geschichte als Galeristin beginnt in Amalfi 1968, als sie zusammen mit ihrem Mann Marcello beide junge Sammler eine Ausstellung
31:43organisiert, die als einer der Ausgangspunkte der Arte Povera in die Kunstgeschichte eingegangen ist.
31:48Nach dem frühen Tod ihres Mannes eröffnet sie in Neapel eine Galerie in einer kleinen Garage.
31:56Aber ich präsentierte damals einen sehr schwer verständlichen Künstler, Joseph Kossuth.
32:07Sie müssen verstehen, Neapel steckte damals gedanklich im 17., 18., 19. Jahrhundert.
32:21Da kann man sich vorstellen, wie es ist, wenn man mit einem amerikanischen Künstler wie Joseph Kossuth aufmacht.
32:29Selbst heute wird dessen Werk ja kaum verstanden.
32:34Jetzt stellen sie sich das im Jahr 1971 vor.
33:00Manches braucht Zeit, bis es verstanden wird. Nicht nur in der zeitgenössischen Kunst.
33:15Auch im Rione Sanitar kämpften die Leute von La Paranza gegen Widerstände. Kultur ist durchaus nicht immer willkommen.
33:27Das Neue macht ja auch Angst, weil es einen Bruch mit dem Alten bedeutet.
33:36Als das Viertel Sanitar noch abgeschottet war, bekannt vor allem für das Negative, da gab es hier viele, die sagten,
33:43okay, ist ebenso.
33:48Und wenn dann Veränderungen kommen, neue Leute und Aufmerksamkeit, dann baut sich im Viertel die erste Hürde auf, weil die
33:55Leute fragen, was passiert hier?
34:06Die jungen Leute, die sind das Gold von Neapel. Ich habe erlebt, wie sehr ihre Energie dazu beiträgt, die Mentalität
34:16wirklich zu ändern.
34:17Das Gleiche gilt für die Kinder. Die zu bilden bedeutet, eine Generation fähiger Menschen zu bekommen, Bürger, die bereit sind,
34:32ihrer Stadt nützlich zu sein.
34:38Mit ihren Katakomben haben sie es geschafft. Sie haben unterirdisch 13.500 Quadratmeter Kulturerbe wieder aufbereitet, tragen zum Erhalt dieser
34:49Kulturstätten bei und geben mittlerweile 45 jungen Leuten aus dem Viertel einen festen Job.
35:07Und heute, unterstützt von uns Älteren, haben sie noch ein Studium absolviert.
35:23Sprechen sie sogar zwei Fremdsprachen und führen Touristen durch die Stadt.
35:32Um den Mut, den sie brauchen, um neue Wege zu gehen, darum geht es auch den Musiker Gio Lir.
35:38Der Mut der Kinder hat er sein Album genannt.
35:44Gio Lir stammt aus einem Neapel, in dem die Väter im Knast sitzen und auch die Mütter ihre Kinder sich
35:51selbst überlassen.
36:04Mit elf Jahren schrieb Gio Lir seinen ersten Song, auf Neapolitanisch. Hochitalienisch war für viele ein Problem.
36:14Die kleinen Kinder schämen sich manchmal noch heute, Italienisch zu sprechen.
36:20Als ich klein war, musste ich auch auf Italienisch sprechen.
36:25Wenn ich jetzt Italienisch sprechen muss, fällt es mir leicht, ganz flüssig.
36:31Aber damals war es so, wenn man auf Italienisch spricht, als ob es etwas ist, was nicht zu uns gehört.
36:38Jetzt gehören wir dazu. Wir sind ja Italiener.
36:42Gio Lirs neapolitanische Songs sind damit auch eine Form der Selbstermächtigung.
36:51Meine Generation hat kein Problem mehr damit, aber die vor uns, für die war Neapolitanisch zu sprechen ein Tabu.
37:00Jetzt ist es schön, jetzt ist es cool.
37:04Ich streite mich mit Künstlern in Mailand, weil sie plötzlich neapolitanische Wörter verwenden.
37:12Es stört mich, weil es mir gehört. Sie wollen es benutzen.
37:20Sie wollen es aber nicht zu einer Hommage an das Neapolitanische machen.
37:24Jetzt, wo es cool ist, wird es benutzt.
37:30Gio Lir und die Sprache der Canzone Napoletana sind Teil des Projekts Officine.
37:47Ein künstlerisches Labor, das vom Teatro San Carlo initiiert wurde.
37:52In einer ehemaligen Fabrik in einem Vorort Neapels, weit weg vom pompösen Teatro in der Innenstadt.
38:08Wir haben dieses Konzept entwickelt, finanziert von der Stadt, dem Staat und privaten Förderern,
38:17um Jugendliche in Schauspiel, Gesang und eben auch der neapolitanischen Liedkunst auszubilden,
38:24einem wichtigen Teil der neapolitanischen Kultur.
38:30Die Oper hat heute auch soziale Aufgaben und muss mit der digitalen Zeit gehen.
38:37Natürlich ist es wichtig, dass wir das Glück haben, Jonas Kaufmann in der Walküre zu erleben
38:42oder bedeutende Dirigenten mit großen Sinfonien.
38:48Auch der Tanz und die Oper sind wichtig.
38:51Aber ich bin überzeugt, dass unsere Institutionen, nicht nur hier in Neapel,
38:55ganz allgemein die Aufgabe haben, sich in den kommenden Jahren auch mit den gesellschaftlichen Fragen zu beschäftigen,
39:03die sich in der Stadt stellen, in denen diese Institutionen angesiedelt sind.
39:15Für die europäische Kunstentwicklung besonders einflussreich war Neapel im Bereich der Oper.
39:21Und das Teatro San Carlo war das erste Opernhaus in Europa, das kontinuierliche Aufführungen angeboten hat.
39:281737 wird es eröffnet, vom neuen König Karl, dem Bourbonen.
39:33Im 18. Jahrhundert ist Neapel die Welthauptstadt der Oper und der Musik.
39:41Hier entstehen allein im 18. Jahrhundert 400 Oper.
39:47400.
39:48Das heißt, die großen Komponisten Italiens, ganz Europas kommen hier nach Neapel.
39:54Hier im San Carlo waren Donizetti und Rossini Musikdirektoren und dann die Schöpfungen von Verdi und so weiter.
40:02Also sie kommen alle hierher zum San Carlo, die Komponisten und Dirigenten.
40:08Denn hier ist wirklich die große Bühne, schlägt das Herz der Oper.
40:18Eine entscheidende Voraussetzung dafür waren vier europaweit bekannte Konservatorien,
40:23die Musikern und Komponisten eine fundierte Ausbildung bieten.
40:29Neapel ist im 18. Jahrhundert die drittgrößte Stadt Europas, nach London und Paris.
40:38Was der König will, ist den Ruhm Neapels zu mehren.
40:42Er reformiert und legt sich mit der Kirche an, indem er deren Steuerfreiheit aufhebt und die Inquisition abschafft.
40:56Neapel wird zu einer Metropole, in der sich der freie Geist entfaltet.
41:00Die Stadt blüht auf und mit ihr der Hofstaat und die Adelspaläste.
41:06Die Treppenhäuser dieser Palazzi werden zu Bühnen ausgestaltet.
41:10Ein architektonisches Alleinstellungsmerkmal von Neapel.
41:23Im Verborgenen lassen Neapolitaner, wie der Fürst von San Severo, neue Bilder entstehen.
41:29Bilder der Aufklärung in seiner Privatkapelle. Verschlüsselt in Allegorien.
41:40Der Mensch, der sich mithilfe des Intellekts aus dem Netz des Nichtwissens befreit.
41:49Im Sockel? Christus, der einen Blinden sehend macht.
41:54Der Bildhauer Antonio Corradini schafft Allegorien im Stil antiker Göttinnen.
42:01Pompei war gerade entdeckt worden.
42:04Corradini hinterlässt auch das Modell für den verhüllten Christus.
42:09Drastisch, fast grausam realistisch und doch sinnlich in seiner Totenruhe.
42:28In der Kirche San Severo im Rione Sanitar wurde ein zeitgenössisches Kunstwerk installiert.
42:39Antonio Jacareno hat Dienst. Er hat sich früh La Paranza angeschlossen, dann Kunstgeschichte studiert.
42:47Die Kooperative hat Iago hierher geholt. Er ist Bildhauer. Und ein Bruder im Geister. Die Bildhauerei mache ihm Mut.
42:57Und Mut ist genau das, was die Leute jetzt brauchen.
43:04Neapels Kunsterbe hat Iago inspiriert. Zu einem Filio velato. Einem verhüllten Sohn.
43:25Die Idee ist, daran zu erinnern, dass leider so viele unschuldige Menschen auf dem Meer sterben.
43:33Dieses Kind ist bedeckt von einer groben Decke. Eine Decke, die den Menschen gegeben wird, die man aus dem Meer
43:39fischt.
43:41Das ist nicht der kostbare Schleier mit der Spitze wie beim verhüllten Christus.
43:47Aber in beiden Fällen haben wir Darstellung des Schmerzes. Der sterbende Christus und das unschuldige Kind.
43:57Immer wieder Schmerz und Desaster in der Kunst dieser Stadt.
44:06Ab 1860 gehört Neapel zum neuen Königreich Italien.
44:11Doch die Industrialisierung zerstören das auf Handwerk und Kleinhandel gegründete Wirtschaftssystem der Stadt.
44:17Während die Reichen fürstlich leben, wird die Altstadt zu einem Elendsquartier.
44:23Und Neapel erlebt jetzt dramatische Jahrzehnte.
44:37Nach dem Zweiten Weltkrieg setzt der Wiederaufbau erstaunliche Energien frei.
44:45Die der Denkmalpflege und die der Bauspekulanten.
44:53Neapels erstes Hochhaus 1958.
45:01Doch die meisten Neapolitaner sind damals arm.
45:05Viele verlassen die Stadt oder ziehen in Trabantenstädte, die nun gebaut und später zu Ghettos werden.
45:23Bilder des Fotojournalisten Luciano D'Alessandro.
45:27Ein Arbeitsloser 1956.
45:32Ein Kind aus der Via Cristallini im Rione Sanità.
45:371970 ein Elendsquartier.
45:44Eine Demonstration für Arbeit 1976.
45:54Der Musiker Pino Daniele schreibt damals ihren Soundtrack.
45:58Neapel 1000 Farben, 1000 Ängste.
46:161980 ein großes Erdbeben.
46:19Wieder einmal ist Neapel verwundert.
46:241987.
46:25Maradona macht sie zum Fussballmeister.
46:28Neapel ist stolz.
46:33Und verwahrlost.
46:36Eine Stadt, die in Teilen vom organisierten Verbrechen beherrscht und zur No-Go-Area erklärt wird.
46:47Eine Stadt, die den Menschen schnell Straßen über den Kopf baut und sie im Schatten zurücklässt.
47:00Doch Neapel ist der Phönix aus der Asche.
47:04In den 1990er Jahren macht sich die Stadt schön mit Kunst.
47:09Im Untergrund.
47:24Gewollt ist das von einer neuen Stadtregierung.
47:27Die bekämpft auch die Korruption.
47:32Im nächsten Jahrzehnt verschärfen sich die Probleme wieder.
47:36Und heute?
47:41Wir müssen in Neapel noch viele Probleme lösen, vor allem soziale.
47:46Es gibt hier viel Armut und riesige Unterschiede, Spaltungen zwischen den Reichen und den Armen.
47:56Und das führt zu Gewalt, zu Verbrechen, zu allen Übeln.
48:03Dagegen wollen wir ankämpfen.
48:06Darum machen wir Kultur.
48:08Und neue Probleme kommen jetzt noch hinzu, weil Neapel gerade boomt.
48:15Over-Tourism.
48:22Wo massenweise Bed-and-Breakfests aufmachen, finden Studenten in Uninähe, in der Altstadt, kaum noch bezahlbaren Wohnraum.
48:30Alt-Eingesessene werden in die Außenbezirke gedrängt.
48:41Neapel muss eine Stadt bleiben, die offen und gastfreundlich ist.
48:44Aber sie darf kein Open-Air-Restaurant werden.
48:48Mittlerweile schließen hier historische Geschäfte, wie zum Beispiel Bowinkel, der alte Stiche, wunderbare Dinge verkaufte und er dicht machen musste.
48:57Da ist jetzt eine Bar.
49:00Das tut weh, denn Neapel ist Kultur.
49:09Deswegen mache sie, eine prominente Schauspielerin, hier mit.
49:13Leitet Kurse, die das Teatro San Carlo hier Leuten anbietet, die sich dafür einfach bewerben können.
49:19Ohne jemanden kennen zu müssen, beteuern sie.
49:31Es geht um Nachhaltigkeit auf vielen Ebenen.
49:35Das Angebot ist breit und kostenlos.
49:37Musik, Bühnenbild inklusive Schreinerei und Schneiderei.
49:42Kostüme entstehen durch Recycling.
49:47Das kreative Umfeld, sagt die Direktorin, soll Impulse geben.
49:57Das hier ist ein wunderschöner Ort und er ist verbunden mit dem San Carlo.
50:02Wenn die jungen Leute hierher kommen, landen sie auch irgendwann im San Carlo, dem ältesten Theater Europas.
50:10Und sie sehen dort neue Realitäten.
50:14Und was erhoffen sie sich davon?
50:16Dass wir hier weiter wachsen.
50:19Ganz bewusst sind sie mit ihrem Projekt in ein Problemviertel gegangen.
50:23Denn nur wer innerlich wächst, habe eine Chance.
50:27Und emanzipiert sich.
50:31Geolir auf jeden Fall.
50:33Er ging ins italienische Fernsehen, im Anzug, sprach Neapolitanisch, untertitelt auf Hochitalienisch.
50:42Ich will euch nur klar machen, wie froh ich bin, das Modell des siegenden Neapolitaners zu sein.
50:47Das hat allzu oft gefehlt.
50:48Was heißt siegen?
50:50Siegen heißt für mich einen Monolog halten, den ganz Italien sieht.
50:54In der Sprache von Basile und Eduardo und Toto und Pino Daniele.
51:00Und auch von Geolir.
51:02Jetzt wollen Neapol und die Neapolitaner sich behaupten, mit dem Talent und der Kraft, die sie besitzen.
51:11Auch der Bahnhof von Zaha Hadid in Afragola hat den Anschluss geschafft.
51:16Die Schnellzüge verbinden den Norden mit dem Süden.
51:19Nicht regelmäßig, aber immer öfter.
51:24Die Kunst-U-Bahn hat eine neue Station bekommen.
51:27Entworfen vom indisch-britischen Künstler Enish Kapur.
51:32Die Stadt der Katastrophen ist eine der großartigsten Kulturmetropolen Europas geworden.
51:38Wieder.
51:46Besser weggehen, in eine andere Stadt ziehen, das hätte ich auch machen können.
51:53Wo ich leicht Arbeit gefunden hätte, dann hätte ich nicht wie hier langsam etwas aufholen müssen.
52:16Das ist der Spirit, den Europa brauchen kann.
52:20Von Neapol lernen heißt lernen, dass irgendwo die Sonne ist.
52:27Sonst gäbe es auch keinen Schatten.
52:31SL.
52:31Oh, mein sieben Mutter, wo ich über
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