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00:06Here are large works of the Bildhauerei, and also small works, but they have in itself.
00:12Every year in January they are formed and regressed in the Bild-Gieserei Noak in Berlin.
00:26Begehrte Trophäen der Filmwelt.
00:38Und da ist er, aus der Sandform befreit, der Berlinale Bär.
01:01Jedes kostbare Stück ist ein Unikat. Und alle gehen auf den gleichen Entwurf zurück.
01:06Den Urbären hat die Berliner Bildhauerin René Sintenis 1932 erschaffen und 1956 noch einmal für die Berlinale umgearbeitet.
01:18Ein zierliches Kunstwerk, ein Objekt der Begierde.
01:35Ich liebe Bären, besonders wenn sie aus Gold sind.
01:40Die erste Berlinale startete im Juni 1951 im Steglitzer Titania-Palast.
01:47Berlin steht im Zeichen der internationalen Filmfestspiele.
01:51Die Schlossstraße in Steglitz ist zur Pilgerstraße der festlich gestimmten Berliner und der Stars der Leinwand geworden.
02:02Damals wie heute ein Publikumsmagnet.
02:11Der Filmhistoriker Rainer Rother ist seit 2006 künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek und Leiter der Retrospektive der Berlinale.
02:21Es ist eine Stadt, die sich auch ein bisschen alleingelassen fühlt.
02:25Schaut auf diese Stadt, sagt Ernst Rother.
02:27Und es ist genau das, die Welt soll auf diese Stadt schauen.
02:32Und da gibt es diese Idee, ein Filmfestival zu machen, sicher von amerikanischer Seite initiiert, um in dieser Stadt etwas
02:43zu haben,
02:45was einerseits der Bevölkerung die Gewissheit gibt, man hat uns nicht vergessen,
02:49und andererseits einen Fokus hier in Berlin zu haben, auf den die Welt schaut.
02:54Die Berliner Waldbühne, Deutschlands größtes Freilichttheater, erlebte große Tage.
03:0020 Nationen zeigten hier ihre Spitzenfilme.
03:03Und die Filmlieblinge zeigten sich auf dem Kurfürstendamm.
03:06Heute kennt sie kaum einer.
03:08Kurt Oertel und Curzio Malaparte.
03:11Dorothea Wieck im Gespräch mit Rudolfo Löwenthal.
03:16Und Rosaura Revueltas aus Mexiko.
03:19Franz Frosch aus Frankreich.
03:22Man dürfte nicht vergessen, dass die Berliner Filmfestspiele war nur ein westliches Festival, bis zum in die 70er Jahren.
03:32Kein einziger Film aus der Ostblock, sozusagen aus dem Block, aus sozialistischen Ländern, wenn man die korrekte Vokabular von der
03:41damaligen Zeit nützen, teilgenommen hat.
03:45Der Schweizer Moritz der Hadeln war 22 Jahre lang Berlinale Chef. Von 1979 bis 2001.
03:58Als alles 1951 beginnt, liegt Berlin noch in Trümmern.
04:04Die Filmfestspiele sind eine solche Wohltat für die Stadt, dass man sie, anders als ursprünglich gedacht, sogleich fortsetzt.
04:11Und schon 1952 werden sie politisch.
04:16Eröffnungsrede des regierenden Bürgermeisters Ernst Reuter im Delphi-Filmpalast mit großem Pathos.
04:25Diese ist Berlin, das Herz unseres Vaterlandes, zur Hauptstadt unseres Vaterlandes zu machen und Deutschland in Freiheit, in einem freien
04:38und friedlichen Europa zu einigen.
04:44Der Potsdamer Platz im Herzen Berlins ist heute das Zentrum der Berlinale.
04:53Der Potsdamer Platz 1953. 17. Juni. Aufstand im Ostteil der Stadt.
05:01Nur einen Tag später im Westen. Eröffnung der dritten Berlinale.
05:06Viele Stars haben Angst, derzeit überhaupt nach Berlin zu kommen. Einer nicht.
05:12Seit 12 Uhr mittags verkörpert Gary Cooper, der hier einsam und mutig gegen das Verbrechen kämpft, Gradlinigkeit und Gerechtigkeit.
05:21Der berühmte Westernheld wagt sich in das gespaltene und krisengeschüttelte Berlin.
05:26Er ist ein Berliner.
05:38Viele haben vergessen, dass bis 1956 das Publikum auch abgestimmt hat.
05:43Erst als der A-Status der Berlinale erteilt worden ist, also roter Teppich mit Wettbewerb, mit Premieren.
05:50Da wurde dann eine professionelle Jury eingestellt, weil vorher hat es das Publikum gemacht.
05:57Dieter Kosslick war 18 Jahre lang Berlinale Chef. Von 2001 bis 2019.
06:071956. Das Publikum der 50er Jahre und seine Stars.
06:16Paul Hubschmidt.
06:23Lilly Palmer und Ivan Desny.
06:32Harald Junke.
06:36Willy Brandt, damals Präsident des Abgeordnetenhauses mit seiner Frau Ruth.
06:44Und hier wieder der amerikanische Freund Gary Cooper.
06:49Berlin selbst ist wieder da.
06:52Alle schauen in die Zukunft und werden von der Vergangenheit eingeholt.
06:56Der französische Film Nacht und Nebel, anders als zuvor in Cannes, im Programm der Berlinale gezeigt,
07:02ist die erste dokumentarische Konfrontation mit Auschwitz.
07:06Ruhige Kamerafahrten, ein peinigender Text.
07:09Auch eine Straße für Fuhrwerke, Bauern und Liebespaare, auch ein kleiner Ferienort mit Jahrmarkt und Kirchturm, kann zu einem Konzentrationslager
07:20hinführen.
07:22Struthow, Oranienburg, Auschwitz, Ravensbrück, Dachau, Bergen-Belsen.
07:26Das waren einmal Namen wie andere, Namen auf Landkarten und den Reiseführern.
07:31Das Blut ist geronnen, die Münder sind verstummt.
07:34Es ist nur eine Kamera, die jetzt diese Blocks besichtigen kommt.
07:38Ein eigentümliches Grün bedeckt die müde getretene Erde.
07:43Die Drähte sind nicht mehr elektrisch geladen.
07:46Kein Schritt mehr, nur der unsere.
07:52Bedauerlicherweise muss man sagen, hat der deutsche Botschafter in Paris gegen die Vorführung dieses Films in Cannes Protest eingelegt.
07:58Und der Film ist nicht im Festival, sondern außerhalb des Festivals gezeigt worden.
08:02Was einen Teil des liberalen Deutschland durchaus als skandalöse Intervention betrachtet hat.
08:08In Berlin hat man darüber nachgedacht, den Film im Festival zu zeigen.
08:14Das Auswärtige Amt hat sich geziert und schließlich sehr deutlich gemacht, dass sie bei ihrer Haltung bleiben.
08:19Dies sei ein Film, der, man höre und staune, nicht der Völkerverständigung diene.
08:25Darf man das zeigen?
08:27Es ist das erste Mal, dass die Berlinale öffentliche Kontroversen auslöst.
08:31Doch bei dem einen Mal wird es nicht bleiben.
08:37Der erste Berlinale Chef, Alfred Bauer.
08:41In der Nazizeit war er Referent in der Reichsfilmkammer.
08:44Aber nach dem Krieg spricht man nicht darüber.
08:48Das Auswahlkomitee, reine Männersache.
08:541957 klaffen noch große Baulücken in der City West.
08:57Doch der Zoopalast, ein modernes Großkino, ist schon fertig.
09:03In Tempelhof fallen zur Berlinale die Filmstars nur so vom Himmel.
09:08Maria Schell.
09:09Sophia Loren.
09:17Federico Fellini.
09:21Jean Gabin trägt sich in das Goldene Buch der Stadt ein.
09:28Das Corso Filmtheater im Wedding, an der Sektorengrenze gelegen, zeigt Filme der Berlinale speziell für Ostberliner.
09:36Eintrittspreis 1 zu 1 in Ostmark.
09:39Noch können sie einfach rüberkommen.
09:41Und sie kommen in Scharen.
09:4330.000 Kinofans täglich.
09:45Das waren noch Zeiten.
09:52Mein ganz besonderer Gruß gilt unseren Freunden aus dem anderen Teil der Stadt, die, wie ich weiß, in großer Zahl
10:04heute Abend bei uns sind.
10:06Denn es handelt sich, wie in jedem Jahr, um die feierliche Eröffnung der Sondervorführungen für Ostbesucher im Rahmen der internationalen
10:20Filmfestspiele Berlin.
10:23Einer der Filme, die sie sehen können.
10:26Jean-Luc Godards Regiedebüt Außer Atem spielt mit amerikanischen Vorbildern und stellt sie auf den Kopf.
10:32Am Ende dieser Ganovengeschichte ist Belmondo ein Star und Godard ein lebender Klassiker, der die Regeln des Kinos neu schreibt.
10:44Die Berlinale wird zur Bühne für die Regisseure der Nouvelle Waag.
10:55Die Brache am Potsdamer Platz. 13. August 1961. Mauerbau.
11:19Schon drei Monate später stehen Betonmauer und Panzersperren.
11:27Die Mauer schreckt ab. Die Filmbranche meidet Berlin.
11:31Auch die Ostzuschauer bleiben weg. Die erste Festivalkrise zeichnet sich ab.
11:37Doch daran ist nicht nur die Mauer schuld, sondern auch die wachsende Konkurrenz durch das Fernsehen.
11:42Horst Buchholz, der deutsche James Dean, sieht Grund zur Kritik.
11:47Ich finde, dass es etwas Schlechter um den Film steht, wenn die Schauspieler oder die Stars, die in einem Film
11:57auftreten oder die überhaupt den Film nach außen hin für das Publikum bekannt machen,
12:05nicht anwesend sind. Es ist schade deshalb, weil es ein bisschen unpersönlich ist.
12:12Wir bringen Filme her oder andere Leute schicken Filme her und nicht die Stars oder die Schauspieler, die doch eigentlich
12:21die menschliche Seite ausmachen, den direkten Kontakt herstellen zum Publikum.
12:29Nach der anfänglichen Starflaute, die auch am Sonnabendabend im Palais am Funkturm herrschte, wurde der internationale Filmball zu guter Letzt
12:36doch noch ein Treffpunkt der internationalen Filmprominenz aus zwölf Ländern und drei Erdteilen.
12:47Starflaute, wie auch später immer wieder von der Presse bejammert und das Festival totgesagt.
12:53Aber Totgesagte leben länger. Die Berlinale rappelt sich immer wieder. Und immer wieder gibt es große filmische Entdeckungen.
13:24Ich glaube, unsere Situation lässt sich mit der Situation der Filmleute vergleichen, die wir verehren.
13:36Eisenstein, Lang, Sternberg oder Griffiths haben in einem Alter von 25 oder 30 Jahren das Kino entdeckt.
13:42Und geglaubt, dass alles möglich sei und nichts abhängig von einer verbindlichen Form, die ich, der Filme macht, als amerikanischen
13:51Imperialismus bezeichnen würde.
14:04Aufruhr und Straßenschlachten in West-Berlin. Kampf gegen den Vietnamkrieg, gegen den Imperialismus, gegen den amerikanischen Freund und gegen die
14:14Berlinale.
14:161968. Studenten der Deutschen Film- und Fernsehakademie werfen Eier auf den Regisseur Werner Herzog und den Kritiker Enno Patalas.
14:25Beide nicht gerade Imperialisten. Der kluge Alexander Kluge beschwichtigt.
14:30Wir finden, dass wir nicht dazu da sind, jetzt durch spektakuläre Aktionen, zum Beispiel eine Sprengung des Festivals, diesem Festival
14:39genau das zu bieten, was es erwartet.
14:43Dieses Festival ist in sich langweilig und das mondäne Publikum auf diesem Festival und eine anspruchsvolle Presse könnten sich nichts
14:51Schöneres denken als richtigen Zirkus.
14:53Wir sollten das genau nicht tun.
14:55Das alte Establishment, das mondäne Publikum. Es wird hier nicht beworfen.
15:05Ich glaube, es ist ein ganz echtes Zeitgefühl, dass die jüngere Generation sich selbst eben nur an den Widerständen und
15:15an ihrer Auflehnung begreift.
15:17Ich habe in Neukölln das Kino im Rollkrug gemietet auf meine eigenen Kosten und ich werde am Freitag, am Samstag,
15:26am Sonntag und am Montag bei völlig freiem Eintritt mich bemühen, Festivalfilme, die hier im Wettbewerb gelaufen sind, dort zu
15:34zeigen.
15:36Den Film in die breite Masse tragen. Mehr Berlinale für das Volk. Das ist sein Ziel.
15:43Der silberne Bär für den ersten Spielfilm von Werner Herzog. Er will ihn nicht und nimmt ihn doch.
15:52Abschlussparty der Berlinale 68. Für den alten Filmhasen Arthur Brauner ist alles gut gelaufen.
15:59Ich freue mich, dass es keine Krawall gegeben hat, im Gegensatz zu Cannes.
16:05Und ich hoffe, dass im nächsten Jahr die Festspielleitung doch sich was Originelleres einfallen lässt, um die Festspiele, die doch
16:11irgendwie ein bisschen eingeschlafen sind, hochzutreiben.
16:15Was zwei Jahre später die Berlinale dann doch zum Abbruch zwingt, ist ein Film über den Vietnamkrieg.
16:20Er kommt aus Bayern. Okay ist ein Heimatfilm der anderen Art, der unbequeme Fragen stellt und damit provokativ wirkt.
16:281966. Am Rande des Krieges. Unerheblich. Im Bon Songtal. Wir wissen nicht genau, wo das ist.
16:36Vietnam ist weit. Unser Film spielt in Deutschland. Das ist näher.
16:42Wir haben die Szenen auf bayerisch nachgestellt.
16:44Ein bayerisches Vietnamspiel. Das ist was fürs Herz.
16:47Bayern ist schön. Unser Vietnam wird Ihnen gefallen.
16:51Herr Verhoeven, ist okay noch im Wettbewerb?
16:53Nein, wir haben den Film aus dem Wettbewerb genommen. Der Produzent Rob Hauer und ich haben den Film zurückgezogen.
16:59Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit. Der Vergewaltigung und Ermordung einer Vietnamesin durch GIs.
17:05Einige Juroren sehen darin einen Angriff auf die amerikanische Schutzmacht und einen Verstoß gegen die Völkerverständigung.
17:11Es kommt zu heftigen Diskussionen. Ohne okay keine Filmfestspiele. Die Jury tritt zurück.
17:18Müßig darüber zu streiten, liebe Zuschauer, wen am letzten Eklat die Schuld trifft.
17:25Dass Filmfestspiele alter Machart und nach der längst verschütteten Schule der 50er Jahre nicht mehr machbar sind, das ist längst
17:33klar.
17:39Ein Jahr später, 1971, entsteht das Internationale Forum des Jungen Films. Als Alternative zum offiziellen Programm der Berlinale.
17:53Mitbegründer des Forums sind Erika und Ulrich Gregor. 30 Jahre haben sie es geprägt.
18:01Was, glaube ich, ganz wichtig ist für Festivalmacher, das ist Offenheit und Neugierde. Neugierde, würde ich sogar sagen, ist die
18:08größte Tugend.
18:10Und als wir anfingen, hatten wir natürlich schon eine gewisse Erfahrung. Wir haben schon zwei Jahre aus Spaß ein Gegenprogramm
18:17gemacht zur Berlinale.
18:19Und ich kann mich noch erinnern an eine Sitzung, wo ich gerufen wurde und es wurde gefragt, wie viel Geld
18:24brauchen Sie?
18:25Eine Frage, die uns zuvor noch nie gestellt worden war. Und dann haben sie gesagt, naja, würden Sie denn mit
18:31300.000 D-Mark auskommen?
18:34Ich musste einen Moment nachdenken, ob wir dieses Geld überhaupt ausgeben können, weil wir waren bisher gewohnt, also mit minimalstem
18:41Budget zu arbeiten.
18:42Und habe aber nicht abgelehnt, dieses entgegenzunehmen.
18:45Und es war in der ganzen Welt eine Aufbruchsstimmung. Und alle Leute ungefähr unseres Alters hatten dieselben Ideen, dieselben Ziele.
18:55Freunde der Deutschen Kinemathek. Eine verschworene Gemeinschaft junger Cineasten ohne Hierarchien.
19:01Manfred Salzgeber. Er wird später Leiter der Sektion Panorama.
19:11Kritiker haben gesagt, wir sind zwischen Elfenbeinturm und Barrikade.
19:15Also wir suchen das vielleicht Esoterische, das Stilbildende, das Avantgardistische, das Schwierige.
19:22Und Barrikade, also kämpferische Filme, die wollen wir durchaus auch zeigen. Aber es müssen gute Filme sein.
19:28Also die Filme, die wir suchen, sind Filme, die ihre Entstehung aus ganz anderen Motiven herleiten und die gemacht worden
19:35sind,
19:35weil die Autoren oder die Hersteller mit den Filmen etwas Bestimmtes ausdrücken, etwas in Bewegung setzen, etwas verändern möchten.
19:41Etwas bewegen. Zum Beispiel die Homosexuellen aus den Schmuddelecken befreien.
19:46Rosa von Braunheims Film, nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt, wird im Programm des
19:54ersten Forums gezeigt.
19:55Es ist ein bewusst amateurhaft gestaltetes Agitationsstück und wird zum Meilenstein der schwulen Emanzipation.
20:03Engagiert euch politisch. Schwulsein ist nicht Abendfüllen.
20:07Wir schwulen Säue wollen endlich Menschen werden und wie Menschen behandelt werden.
20:12Und wir müssen selbst darum kämpfen. Wir wollen nicht nur toleriert, wir wollen akzeptiert werden.
20:18Es geht nicht nur um eine Anerkennung von Seiten der Bevölkerung, sondern es geht um unser Verhalten unter uns.
20:24Wir wollen keine anonymen Vereine. Wir wollen eine gemeinsame Aktion, damit wir uns kennenlernen und uns gemeinsam im Kampf für
20:32unsere Probleme näher kommen und uns lieben lernen.
20:35Wir müssen uns organisieren.
20:38Also ich möchte nicht Filme machen, um Filme zu machen, sondern Filme ist sozusagen ein Nebenprodukt von der persönlichen Entwicklung
20:45zum Beispiel.
20:47Und diese persönliche Entwicklung, ich meine, die ist mir viel wichtiger.
20:53Rosa von Braunheim kann sich freuen. Die Schwulen sind nicht mehr ausgegrenzt. Sie sind in der Gesellschaft angekommen.
21:00Dazu hat sein Film beigetragen.
21:05Seit 1987 wird im Rahmen der Berlinale der schwul-lesbische Preis Teddy verliehen.
21:12Das war es mir auch nicht.
21:43Wieland Speck hat den Teddy Award mit initiiert.
21:46Das waren ja auch die ersten zehn oder zwölf Jahre tatsächlich kleine Stoff-Teddys.
21:51Die habe ich bei Wertheim am Kudamm über die Straße gelaufen, gekauft und in Briefumschläge gesteckt.
21:57Das passte ja dann auch in Briefumschlag und zu Pedro Almodovar und zu Garst van Zandt geschickt.
22:01Und das war bei beiden die ersten Preise, die sie gewonnen haben.
22:04Und der Teddy ist ein Schmusetier, das vermutlich bei den meisten Menschen auf diesem Planeten der erste Bettgenosse war.
22:14Und es ist ein freundliches Tier.
22:19Ist es Kunst oder Gewaltporno?
22:21Im Reich der Sinne des Japaners Nagisa Oshima aus dem Programm des Forums wird zu einem Fall für die Berliner
22:28Staatsanwaltschaft.
22:29Sie lässt die Filmkopie beschlagnahmen. Ein beispielloser Vorgang.
22:35Es wurde ein Verfahren gegen mich eröffnet. Ich hätte mich also schuldig gemacht, Pornografie zu verbreiten.
22:42Und die Streitfrage, um die es dann ging, war, ist es Kunst oder ist es nicht Kunst?
22:47Denn wenn es Kunst ist, dann bin ich freigestellt, dann gibt es keine Zinsur.
22:52Wenn es dagegen keine Kunst ist, dann greifen die Strafgesetzparagrafen und ich muss vielleicht bis zu sechs Monaten ins Gefängnis.
23:00Musste er nicht. Der Film ist Kunst. Und das Forum des jungen Films gibt es immer noch.
23:111975 ist die DDR zum ersten Mal dabei.
23:14Im Wettbewerb Frank Bayers Jakob der Lügner, eine Holocaust-Tragikomödie nach dem Roman von Jurek Becker.
23:21Der tschechische Schauspieler Vlastimil Brodsky bekommt für die Rolle des Jakob den silbernen Bären.
23:28Ganz auf seine Figuren fokussiert, erzählt der Film die Geschichte von Jakob, der mit seiner Lüge von einem angeblich versteckten
23:35Radio im Ghetto neuen Lebensmut verbreitet.
23:37So schafft die Inszenierung eine zeitlose Parabel über die Kraft der Hoffnung in finsterer Zeit.
23:46Gibt es Neuigkeiten?
23:54Gibt es Neuigkeiten?
23:54Na, was ist?
23:56Was für Neuigkeiten, wieso fragst du mich?
24:01Jakob, sind wenig alte Freunde.
24:04Was hat das damit zu tun?
24:07Also schön, reden wir offen.
24:11Stimmt das mit den Russen?
24:15Mit was für Russen?
24:18Die Russen sind auch in Berlin.
24:21Entspannungspolitik ist angesagt.
24:22Wandel durch Annäherung.
24:24Das sowjetische Generalkonsulat lädt zum Empfang ein.
24:36Der amerikanische Schauspieler Kirk Douglas und der regierende Bürgermeister Klaus Schütz.
24:52Zweiter Weltkrieg in religiöser Überhöhung.
24:55Der sowjetische Wettbewerbsbeitrag aufstieg.
25:03Ein Partisan? Nein, Christus am Galgen.
25:08Eine solche Szene hat man aus der Sowjetunion mit ihrem Atheismus nicht erwartet.
25:13Der Film von Larissa Schipitko wie ein Blitzschlag auf der Berlinale 1977.
25:27Die Jury verleiht den goldenen Berliner Bären als grossen Preis der 27. internationalen Filmfestspiele in Berlin,
25:36dem sowjetischen Film Aufstieg von Larissa Schäger.
25:54Der Kritiker Wolf Donner, der neue Berlinale-Chef mit der Preisträgerin Schipitko. Er hat große Pläne.
26:05Ich habe immer wieder erklärt, dass die Berlinale ein Filmfest für die Berliner sein soll.
26:12Und das sollten wir versuchen zu realisieren.
26:15Wir sollten wirklich mit den Kunstamtsleitern uns an einen Tisch setzen und sagen,
26:22große Teile des Programms in die Bezirke.
26:281978 verlegt Donner die Filmfestspiele in den frostig-rauen Februar.
26:33Er will einen bewussten Kontrast zu Kann schaffen und verärgert damit wichtige Leute.
26:37Den internationalen Produzentenverband.
26:54Noch im selben Jahr wird Donner seinen Rücktritt erklären. Doch die Winter Berlinale bleibt.
27:131979 ist Donners drittes und letztes Filmfest.
27:19Und wieder Vietnam auf der Berlinale. Der Krieg ist vorbei, aber er wirbt nach.
27:24Michael Ciminos Film, die durch die Hölle gehen, zeigt ihn schonungslos in seiner ganzen Erbarmungslosigkeit.
27:35Der Vietcong, die südvietnamesische Guerilla-Armee als Kriegsverbrecher.
27:40Für die sowjetische Delegation ist das nicht hinnehmbar.
27:44Der Film sah eine Beleidigung des heroischen Kampfes des vietnamesischen Volkes und ein Verstoß gegen die Völkerverständigung.
27:54Die sowjetische Delegation verlässt das Filmfestival in West-Berlin und zieht sämtliche Filme aus dem Programm des Festivals zurück.
28:11Ich war schon ernannt als zukünftiger Festspielleiter, war ich allerdings noch nicht im Amt.
28:17Nur ich habe sofort gesehen, was das für eine Katastrophe sein könnte für die Zukunft unserer Beziehung.
28:23Der Ostblock zieht seine Filme ab.
28:26Die Berlinale ist frei und tolerant genug, sich auch mit harten Filmen und kontroversen Themen auseinanderzusetzen.
28:39Aus gutem Grund schließen die Statuten dieses Festivals jede Möglichkeit von Zensur aus.
28:49Das Festival zieht nicht auf einen Einspruch einen nominierten Beitrag aus dem Programm zurück.
28:59Es war kurz vor der Wahl in West-Berlin. Und natürlich, diese ganze Geschichte hat auch eine Rolle gespielt.
29:08Wenn der regierende, zukünftige regierende Bürgermeister sagt, ich kämpfe für die Freiheit etc., spielt da eine Rolle.
29:17Dass eine Delegation plötzlich politische Forderungen erhebt und damit das ganze Festival gefährdet, dem muss entgegengetreten werden und ich stehe
29:26zu der Entscheidung, die dort getroffen wurde.
29:29Dann hat er mir das auch gesagt. Du würdest sehen, Moritz, der kriegt zwei Punkte mehr.
29:36Verlorene Liebesmüh. Bei der Wahl gewinnt die Berliner SPD nur 0,1 Prozent dazu. Aber Moritz de Hadeln hat einen
29:44schweren Start.
29:45Er muss Vertrauen zurückgewinnen auf beiden Seiten. Der Ostblock kommt schneller zurück als die großen Hollywood-Studios.
29:52Zum Publikumsliebling der Berlinale 1980 avanciert ein DDR-Film. Solo Sunny.
29:59Ich schlafe mit jemandem, wenn es mir Spaß macht. Ich nenne Eckenpinkler einen Eckenpinkler. Ich bin die, die bei den
30:03Tornados rausgeflogen ist. Ich heiße Sunny.
30:07In Ordnung. Morgen um 10 ist Probe.
30:11Eine unangepasste Frau aus dem Prenzlauer Berg.
30:15Sunny bietet den Autoritäten die Stirn. So deutlich und rotzfrech wie selten im DDR-Kino.
30:21Wie sie lebt und träumt, das will man auch im Westen sehen.
30:25Für ihre Sunny erhält Renate Krössner den silbernen Bären.
30:43Moritz de Hadeln, sind Sie mit Ihrem ersten Filmfestival in Berlin zufrieden?
30:47Ja, nein. Man muss sehen, von welcher Ecke man das sieht. Ich glaube, das Fünfe Spiel ist generell gut gelaufen.
30:56Wir hatten eine grosse Zahl vom Zuschauer. Die Reaktionen der Presse sind wie immer ein bisschen kontrovers, aber nicht ganz
31:04bestimmt negativ.
31:08Was die Kritik Moritz de Hadeln immer wieder zum Vorwurf gemacht hat, er würde den deutschen Film vernachlässigen.
31:1892 deutsche Filme sind auf der diesjährigen Berlinale zu sehen. Eine Präsenz des deutschen Films, wie sie noch nie zu
31:25verzeichnen war.
31:26Fünf Beiträge von Genée, Herbst über Runze, Schröter bis hin zu Fassbinder sind allein im Wettbewerbsprogramm vertreten.
31:33Rainer Werner Fassbinder als Hauptdarsteller. Themen der Wahnsinn, die Drogenszene, die Nachkriegszeit und vor allem der Wahnsinn des Regisseurs.
31:41Ich habe einmal in Berlin einen Film gehabt, für den habe ich einen Preis erwartet.
31:45Und das war Effi Priest. Und da habe ich mich gewundert, dass ich ihn nicht bekommen habe.
31:50Und seither wundere ich mich nicht mehr.
31:58In Die Sehnsucht der Veronika Voss erzählt Fassbinder die Geschichte einer drogenabhängigen Schauspielerin der 50er Jahre, auch ganz im Stil
32:07dieser Zeit, und nimmt damit quasi den eigenen Tod vorweg.
32:11Der Goldene Bär ist der einzige wirklich große internationale Filmpreis, den er bekommen wird.
32:16Es war ein Jahr, als wir eine Hommage an James Stewart gegeben haben. Und er war vorgesehen, dass James Stewart
32:24den Preis übergeben würde, überreichen würde an den Gewinner.
32:32Obwohl, damals, wir wussten überhaupt nicht, wer da sein würde. Denn natürlich ist Fassbinder. James Stewart hat ohne weiter das
32:42Spiel gemacht und dieses Preis gegeben.
32:46Aber dann ist seine Frau, Moritz, wie konntest du das machen? Dieser schmerzfurtige Kerl neben meinem Mann.
32:57Ich sage das, ich glaube, er ist nicht nur schlecht, er ist ein sehr guter Filmmaker.
33:02Ja, ja, so.
33:061987. Verleihung der Berlinale Kamera an den Vorsitzenden des sowjetischen Filmverbandes, den Regisseur Elen Klimov und an den mächtigen Chef
33:15der Motion Pictures Association of America, Jack Valenti.
33:18Auch ein politischer Akt. Die beiden reichen sich die Hand. Die Mauer steht noch.
33:24Und dann hat die Elen Klimov mich gefragt, aber ich möchte gerne die Mauer sehen.
33:34Ich meine, ein sowjetischer Regisseur in West-Berlin, der mich fragt, die Mauer zu sehen, das war schon ein Ding.
33:41Dann sind wir wirklich tatsächlich so der Mauer. Und er hat gesagt, das ist furchtbar.
33:481988 geht der Blick noch viel weiter nach Osten. China betritt die europäische Filmbühne. Und das in Berlin.
33:58Dieser Preis bedeutet mir und meinen Kollegen sehr viel. Nämlich, dass wir noch bessere Filme machen werden.
34:06Der Film Rotes Kornfeld entfaltet seine symbolische Kraft mit gewaltigen Bildern.
34:14Die Sonnenfinsternis wie ein Vorbote des Umbruchs.
34:2810. Februar 1990. Die amerikanische Schauspielerin Sally Field klettert auf ein Überbleibsel der Mauer.
34:36Ich bin so gerührt. Dabei bin ich ja keine Deutsche. Ich komme aus einem anderen Teil der Welt.
34:42Doch ich finde, es ist ein historischer Moment. Und ich bin wirklich stolz, dabei zu sein.
34:51Der Filmfest Tross auf dem Weg in den Osten.
35:00Endlich eine Berlinale für die ganze Stadt. Julia Roberts im Kosmos.
35:14Als sie angefangen haben, waren die wichtigsten Menschen, waren die Regisseuren.
35:21Denn mit dem Druck von ihren Kollegen, Fernsehen, ist langsam die Dinge umgedreht.
35:30Schauspieler sind mehr wichtig. Das ganze Zirkus, rote Teppich.
35:36Eigentlich war das schon immer so. Ein Filmfestival lebt von ihnen. Von den Stars. Und Moritz de Hadeln macht das
35:44Spiel mit.
36:01Hallo. Guten Morgen.
36:05Im Jahr 2000 holt er die Berlinale auf den Potsdamer Platz und übergibt ein Jahr später die Stafette an seinen
36:11umtriebigen Nachfolger Dieter Kossling.
36:16Das war für mich eine organisatorische Herausforderung erstmal. Ich hatte das ja noch nie gemacht, so ein Filmfestival.
36:24Und zum Zweiten war es so, dass natürlich ganz viele Erwartungshaltungen an mich gestellt wurden.
36:30Die größte war, den deutschen Film wieder zurückzubringen zur Berlinale, obwohl der ja hier immer war.
36:35Aber es hat so geschehen, als wäre er nicht da gewesen. Das Festival musste auch einen neuen Schwung bekommen nach
36:43vielen, vielen Jahren.
36:44Und ja, dafür hatte man mich geholt.
36:48Ein Festivalchef als unermüdlicher Entertainer. So ist es halt in den Zeiten der Eventkultur.
37:03Stars von heute, die jeder kennt. Sie alle kommen gerne und immer wieder.
37:20Dass sie so oft, so viele Stars kamen, das hängt damit zusammen, dass man ein Festival mag oder dass man
37:26ein Festival als sein Festival auch definiert.
37:29Und dazu muss man schon was tun. Also dazu muss man die Industrie kennen, man sollte auch die Stars kennen
37:38und man sollte auch persönlich mit diesen Leuten sprechen.
37:43Natürlich war es ein gigantisches Erlebnis, die Rolling Stones zur Eröffnung einer Berlinale zu haben, quasi zwei große Künste zusammenzuführen.
37:51Die größte Band der Welt auf der Leinwand zu sehen, also da ist ja sehr viel zusammengekommen.
37:58Oder auf der anderen Seite den leeren Stuhl, den wir auf die Bühne gestellt haben, als sich Panay, den iranischen
38:04Filmemacher, der Berufsverbot hatte, dass der nicht in die Jury kommen durfte.
38:11Der leere Stuhl wird zum Symbol für die Unterdrückung der Rede- und Kunstfreiheit.
38:17Solidarität mit dem iranischen Regisseur Jafar Panayi auf der Berlinale 2011.
38:28Und ein Film aus dem Iran schreibt Berlinale Geschichte. Nada und Simin, eine Trennung.
38:36Wenn du noch nicht genau weißt, was du willst.
38:38Doch, ich hab mich entschieden, aber...
38:40Was?
38:41Wenn's dir schwerfällt, sollen sie lieber rausgehen?
38:45Geht das?
38:47Würden sie draußen warten?
38:51Und sie bitte auch. Dankeschön.
38:57Dokumentarisch wirkende Bilder. Das Leben, wie es ist. Cinema Verité, ausgerechnet aus einem autoritären Staat.
39:05Ein scheinbar unpolitisches Scheidungsdrama gewährt Einblicke in eine unfreie Gesellschaft.
39:27Politisch und publikumsnah. Beides ist die Berlinale unter Dieter Kosslick.
39:35Dass niemand hier Angst hat, über den roten Teppich zu gehen, das ist ja ein großer Unterschied zu dem ein
39:41oder anderen Filmfestival, was wir so kennen.
39:44Unsere Gesellschaft hat ja das Problem, dass es ein Auseinanderklaffen von elitären Ansprüchen gibt und offensichtlich an der Basis ganz
39:53anderen Bedürfnissen.
39:54Und Kulturfestivals müssen dazu beitragen, diese beiden Enden zu verbinden.
40:01März 2021.
40:05Meine Damen und Herren, herzlich willkommen. Ich bin Carlo Schatrian, künstlerischer Leiter der Filmfestspiele in Berlin.
40:13Berlinale Digital und nur für Fachleute.
40:17Congratulations from all of us.
40:19Congratulations.
40:20Congratulations.
40:21Congratulations.
40:25Als Doppelspitze haben Mariette Rissenbeck und Carlo Schatrian die schwierige Aufgabe, das Festival durch die Zeiten der Pandemie zu führen.
40:362024 ist die Corona-Krise überwunden.
40:40Doch die Bärenverleihung steht im Schatten des Gaza-Krieges.
40:45Zu Beginn der Gala bemüht sich die scheidende Geschäftsführerin um Ausgewogenheit.
40:52Wir fordern Hamas auf, die Geiseln umgehend freizulassen und wir fordern Israel dazu auf, alles erdenklich Mögliche zu tun, um
41:00die Zivilbevölkerung in Gaza zu schützen.
41:03Die Bären sind auf einmal nebensächlich. Die Preisverleihung wird zum Protest gegen Israel.
41:10Waffenstillstand jetzt steht auf dem Rücken einer Jurorin, während sie den Dokumentarfilmpreis für No Other Land überreicht.
41:17Ein Film über die Vertreibung von Palästinensern im Westjordanland.
41:23Es ist für mich sehr schwer zu feiern, wenn Zehntausende meines Volkes in Gaza gerade von Israel abgeschlachtet werden.
41:30Der Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 bleibt unerwähnt.
41:36Die Moderatorin hält sich zurück.
41:38Der Experimentalfilmer Ben Russell kommt mit einem Palästinensertuch auf die Bühne.
41:44Natürlich sind wir auch für einen sofortigen Waffenstillstand und gegen den Genozid.
41:49Einseitige Statements. Der Vorwurf des Antisemitismus steht im Raum. Empörung.
41:55Kein leichtes Erbe für die neue Berlinale-Chefin Trisha Tuttle.
42:00Wir leben in sehr spaltenden Zeiten.
42:04Ich denke, dass das, was da passiert ist, den Leuten geholfen hat, ein bisschen besser zu verstehen, wie sensibel und
42:10wie anders die Gespräche in Deutschland sind.
42:16Wenn Leute um die Welt reisen, müssen sie sensibel auf kulturelle Unterschiede reagieren.
42:21Das sind Dinge, über die wir sprechen.
42:23Wir wollen sicherstellen, dass sich jüdische Filmemacher und Zuschauer, israelische Filmemacher und Zuschauer auf dem Festival willkommen und einbezogen fühlen.
42:33Das ist etwas, das wir ernst nehmen.
42:41Die 75. Berlinale ist ihre erste als Festivalleiterin. Was ist von der US-Amerikanerin Trisha Tuttle zu erwarten?
42:51Meine Aufgabe sehe ich eher darin, das Festival weiterzuentwickeln, nicht es zu revolutionieren.
42:57Ich bin für die geschäftliche und die kreative Seite verantwortlich.
43:02Das bedeutet nicht, dass ich alles selbst mache.
43:04Und ich bin jemand, der gerne mit kompetenten Leuten zusammenarbeitet.
43:08Ich habe das Glück, in ein Team unglaublicher Profis zu kommen.
43:12Meine Rolle besteht darin, eine übergreifende Struktur bereitzustellen und dabei zu helfen, uns weiterzuentwickeln und sicherzustellen, dass wir alle am
43:21selben Strang ziehen.
43:22Ich komme zu einem Festival, das ein unglaubliches Erbe hat und bei dem noch mehr Potenzial direkt unter der Oberfläche
43:28lauert.
43:29Und ich hätte diesen Job nicht angenommen, wenn ich nicht zuversichtlich wäre, dass wir weiteres Potenzial für das Festival ausschöpfen
43:36können.
43:39Die Berlinale ist ein Filmfest und manchmal auch ein harter Prüfstand.
43:44Niemand bleibt verschont. Rainer Werner Fassbinder, 1969 in Berlin, mit seinem Erstling, Liebe ist kälter als der Tod.
43:52Er kam und scheiterte.
43:56Von Jahr zu Jahr, mit jeder neuen Leitung und mit den wechselnden politischen Stimmungen ändert die Berlinale ihr Gesicht.
44:03So war es immer. Was erwartet uns nun auf dem roten Teppich, auf der großen Leinwand?
44:09Wird es ruhiger? Politischer? Wir werden sehen.
44:23Wird es ruhiger? Wir werden sehen.
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