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00:00.
00:07Is this a taxi?
00:08Yes.
00:11Why does he do so?
00:17Thank you, Mother.
00:22Good morning.
00:23The Granada, tack, tack, tack.
00:38Good morning.
00:43Good morning.
00:56Good morning.
00:58Good morning.
01:00Orasan Manabajeva überlässt ihren Platz im eigenen Auto nur ihrem Enkel. Sie hat einen Plan.
01:17Er ist noch zu jung, um selbst zu fahren. Erst wenn er in einem Jahr seinen Ausweis bekommt, kann er
01:23in die Fahrschule gehen.
01:25Es wird ihm auf jeden Fall leicht fahren, seinen Führerschein zu machen, denn ich bringe ihm das Fahren ja schon
01:30bei.
01:30Und wenn er seinen Führerschein hat, gebe ich ihm das Auto.
01:44Licht anschalten.
01:58Nicht so dicht an den Rand.
02:01Was für ein Verkehrszeichen ist das?
02:03Nicht überholen.
02:05Wie schnell darf man fahren?
02:0620.
02:11Was ist das?
02:14Fahren wir langsam.
02:18Wenn die Granada kaputt geht, bleibt das Auto stehen.
02:21Es fährt nicht mehr und abschleppen kann man es auch nicht.
02:25Kasi hat mich dann immer gerettet.
02:39Noch hält die Granada, wie hier in Kasachstan die Antriebswelle genannt wird.
02:44Und so fährt Orasan Manabajeva mit ihrem Taxi weiter durch ihre Heimatstadt Ayagöz.
02:51Musik
03:17Kuralbek oder San Manabajeva mit dem Kursen in Kasachstan.
03:20Marjewas Ehemann is 78 years old.
03:23He spends the most time at home.
03:30It is early March.
03:32The nights are very cold.
03:34But the day, when the sun shines,
03:36begins it already to fall.
03:41Kuralbek prieft every morning
03:42Ölstand, Motor and Licht
03:44before his wife goes.
03:46And because she is warm,
03:48heizt er das Auto schon mal vor.
04:08Das Auto ist bereit.
04:22Im Namen des Barmherzigen.
04:35Komm.
04:36Komm.
04:38Komm.
04:53Komm.
05:07Seit 55 Jahren bin ich mit meinem Mann verheiratet.
05:11Aber mit dem Eisenpferd bin ich 40 Jahre eng befreundet.
05:14Hinter dem Lenkrad fühle ich mich sehr gut. Ich sitze ganz ruhig, schaue herum, gelassen. Das gefällt mir.
05:25Bis heute fährt keine Frau Taxi, außer mir.
05:35Eine schwere Erkältung hatte Ora Sanma Nabajeva in diesem Winter immer wieder ausgebremst.
05:42Doch seit einigen Tagen ist sie als die Taxi-Oma wieder auf den Straßen von Aya Göz unterwegs.
05:56Weil ich krank war, musste ich das Bett hüten. Zuhause bleiben ist nichts für mich. Es engt mich ein.
06:04Immer wieder sah ich hinaus aus dem Fenster. Man sagt, das Kind der Berge holt die Berge an.
06:12Ich wartete auf meine Kinder, hoffte, sie würden mich irgendwo hinfahren.
06:17Die drei Monate waren eine Qual für mich. Ich bin doch gewöhnt, immer zu fahren.
06:23Wenn ich Auto fahre, fühle ich mich munter. Ich vergesse sogar meine Krankheit. Es ist mein Lieblingsberuf.
06:32Ora Sanma Nabajeva geht mit der Zeit und ist ihr manchmal sogar einen Schritt voraus.
06:38Schon als Mädchen in der Steppe Kasachstans konnte es ihr nicht schnell genug gehen.
06:45Alles, was sich schnell bewegte, hat mich interessiert. Aber Radfahren kann ich nicht. Reiten kann ich sehr gut.
06:53Mein verstorbener Vater war Schäfer und hatte ein sehr schlechtes, langsames Pferd. Das wollte ich nicht reiten.
06:59Hatte jemand ein schnelles Pferd, lieh ich es mir.
07:02Gerne hätte ich selbst ein gutes Pferd gehabt, denn ich mochte schnelle Pferde.
07:07Einmal sollte ich Brennholz holen. Ein Bekannter von uns hatte ein gutes, schnelles Pferd und nur mit dem, sagte ich
07:14dem Vater, würde ich das Holz holen.
07:16Der Vater sagte, mach das nicht, man bringt dich um. Aber alles hat gut geklappt.
07:22Ich holte das Holz und das Pferd ist so schnell geritten wie ein Auto.
07:27In Ayagöz, einer Provinzstadt weit im Osten Kasachstans, besitzen nicht viele ein eigenes Auto.
07:34Die meisten fahren Bus oder gehen zu Fuß. Manche leisten sich ein Taxi.
07:43Odasan Manabajeva findet ihre Kundschaft vor dem Krankenhaus.
07:49Kunden gibt es hier jeden Tag. Jemand kommt ins Krankenhaus oder verlässt es, jemand ist hingefallen, ein anderer wurde operiert.
07:57Kunden gibt es im Krankenhaus immer.
08:07Guten Tag, Oma. Ist das ein Taxi?
08:09Ja.
08:10Können Sie mich bitte zur Kaserne fahren?
08:12Okay, okay.
08:13Wie viel?
08:14500 Tengi.
08:19Wie alt sind Sie?
08:2175.
08:23Wie lange fahren Sie Taxi?
08:2540 Jahre.
08:30Was war Ihr erstes Auto?
08:32Zaporošec.
08:36Das wievielte Auto ist das, das Sie fahren?
08:38Das achte.
08:40Zu Hause sitzen können Sie nicht?
08:42Kann ich nicht.
08:48Oma, danke Ihnen. Gute Fahrt.
08:50Bleiben Sie gesund, bitte.
08:51Danke.
08:54Auf Wiedersehen.
08:59Viel Glück, mein Junge.
09:01Danke, auf Wiedersehen.
09:11Wenn es gut läuft, hat Oda Sanma Nabajeva zehn Fahrten am Tag.
09:16Also fährt sie schnell zurück zum Krankenhaus.
09:29Guten Tag, Oma.
09:31Zum Bahnhof, bitte.
09:33Wie geht's Ihnen?
09:35Gut, wie geht es Ihnen?
09:37Wie geht's der Familie?
09:39Gut.
09:40Schön.
09:44Es ist wärmer geworden.
09:46Wärmer geworden?
09:47In der Nacht war es doch minus 17.
09:49Ja, nachts kalt, am Tag warm.
09:52Das ist auch gut.
09:54Kommst du von der Arbeit?
09:55Ich bin doch in Rente seit September.
09:57In Rente?
09:58Ja, seit September.
09:59Ja, Allah möge sie dich genießen lassen.
10:06Manche erreichen das Alter, manche nicht.
10:09Ja.
10:11Es gab doch diesen Fall.
10:15Eine Frau wollte die Unterlagen für die Rente abgeben, aber hatte ein Dokument zu Hause vergessen.
10:22Sie fuhr nach Hause, um es zu holen und starb.
10:27Man muss Allah dankbar dafür sein, was er gibt, stimmt's?
10:31Stimmt.
10:33Wie alt bist du jetzt?
10:3562.
10:37Gut.
10:38Nach 70 wird's ein bisschen schwer.
10:41Die Beine beginnen zu schmerzen und gehorchen nicht mehr.
10:47Gehorchen einfach nicht.
10:50Wie geht's dem Mann?
10:52Er ist zu Hause.
10:54Mit seinem Pferdewagen hat er aufgehört, schon vor drei, vier Jahren.
11:00Wenn ein Mann zu Hause sitzt, wird er schlecht.
11:03Eigentlich ein schweigsamer Mensch, nörkelt er jetzt nur rum.
11:09Wir sind zu dritt.
11:12Unser Enkel wohnt bei uns und hilft uns.
11:15Sohn und Schwiegertochter sind nach Özkemen umgezogen, wegen der Arbeit.
11:22Es war gut, als die Schwiegertochter noch bei uns war.
11:29Jetzt sind Sie zu zweit?
11:30Ja, und der Enkel.
11:33Ja, und der Enkel.
11:36Danke, gute Fahrt.
11:39Amen.
11:41Auf Wiedersehen, sehen wir uns in Frieden.
11:55Kural Beck, der Ehemann, der zu Hause sitzt, hat bereits Hunger.
12:07Halte ein bisschen weiter.
12:26Wie war es?
12:27Ist alles okay?
12:28Gut, das Essen steht bereit.
12:32Komm, wir trinken Tee.
12:33Essen wir zu Mittag.
12:35Bitte geh vor.
12:36Du hast doch das Geld verdient.
12:39Du hast doch das Geld verdient, sagt er mir.
12:43Schön.
12:43Ach, ich hab doch gesagt, das ist irgendwie gut.
13:01Odasan Manabajeva kocht gestern eine Bouillon vor,
13:05die sie nur noch warm macht.
13:07Dazu gibt es etwas Brot, Süßigkeiten und schwarzen Tee.
13:37Pferdchen, Bilial, das Essen ist fertig.
13:41Na los, komm mein Sohn.
13:48Enkel Bilial lebt seit seiner Geburt im Haus der Großeltern.
13:53Er ist 16 Jahre alt und steht kurz vor dem Schulabschluss.
14:05Kasachisch essen wir Fleisch mit der Hand.
14:10Schmeckt sehr, sehr gut.
14:12Was?
14:13Lecker.
14:15Gestern dachte ich, dass es sehr fettig ist.
14:17Hier, ohne Fett.
14:19Isst doch.
14:30Odasan Manabajeva hat vier Kinder und neun Enkel.
14:34Für Bilial, ihren Liebling, hat sie einen Plan und schließt den Jungen in jedes ihrer Gebete mit ein.
14:45Meine Mutter hat 13 Kinder zur Welt gebracht.
14:49Am Anfang waren es lauter Jungen und alle starben.
14:53Als achtes oder neuntes Kind bin ich geboren.
14:57Die Eltern dachten, lieben wir sie, solange sie lebt.
15:01Bestimmt wird auch sie sterben.
15:03Aber ich starb nicht und sie liebten mich umso mehr.
15:06Sie erzogen mich wie einen Jungen.
15:11Als Kind war ich vom Vater so verwöhnt, dass ich bei jeder Gelegenheit fragte,
15:16kauf mir bitte ein Motorrad.
15:19Doch ein Motorrad bekam man nicht einfach.
15:21Er konnte mir keins kaufen.
15:23Aber ich hatte immer diese Sehnsucht, Motorrad oder Auto zu fahren.
15:27Das war mein Traum.
15:28Aber damals ging er nicht in Erfüllung.
15:35Ihren Traum konnte sie sich erst sehr viel später mit Kuralbek erfüllen.
15:40Das ist 50 Jahre her.
15:52Das Alter merkt man.
15:54Knieschmerzen, Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit.
16:02Und ihr fällt das Gehen und Arbeiten auch nicht mehr so leicht.
16:06Sie bewegt sich immer langsamer.
16:08Und im Winter bei Glatteis muss man ihr helfen.
16:11Sonst ist es zu gefährlich.
16:13Ich sage ihr, lass es doch.
16:14Aber sie hört nicht.
16:16Die Kinder sagen es ihr schon seit langem.
16:25Drei Stunden Mittagspause.
16:27Dann zieht sie wieder los.
16:32Früher haben sie beide viel gearbeitet.
16:35So gut, dass sich Odasan Manabaeva ihren Traum erfüllen konnte.
16:44Mein Mann und ich arbeiteten bei der Konsumgenossenschaft.
16:48Er war Hausmeister.
16:50Ich verkaufte Bier und nahm das Geschirr an.
16:53Was damals gut war.
16:54Es gab immer einen Plan.
16:56Und den haben wir sehr gut erfüllt.
17:00Als Auszeichnung dafür konnten wir ein Auto kaufen.
17:04Einen Zaporozhits.
17:10Seitdem fährt sie.
17:12Anfangs nur für die Familie und zum Vergnügen.
17:21Guten Tag Oma.
17:22Wie geht es?
17:24Wohin soll es gehen?
17:26Zur Fleischfabrik und zurück bitte.
17:30Soll ich den Sicherheitsgurt anlegen?
17:33Brauchst du nicht.
17:37Einige machen es andere nicht.
17:39Ritter ist ganz gut, ne?
17:41Nicht schlecht.
17:42Ist doch gut, wenn der Schnee langsam taucht.
17:44Ja.
17:45Ja.
17:45Endlich haben wir auch den Winter hinter uns.
17:48Der Winter ist vorbei.
17:50Und die Stürme.
17:51Strenger Frost.
17:52Glatteis.
17:55Das Glatteis war schrecklich, nicht wahr?
17:58Schrecklich.
18:01Es hat doch geregnet.
18:02Im Winter hat es tatsächlich geregnet.
18:04Im Winter hat es geregnet und ich fuhr damals Taxi.
18:16Die Granata macht Lärm.
18:18Vorne?
18:19Vorne.
18:20Innere?
18:21Nein, äußere muss es sein.
18:23Es packt irgendwie.
18:24Beim Abbiegen?
18:25Ja.
18:28Halten Sie hier.
18:29Ah, hier halten.
18:30Ich kann hier aussteigen.
18:32Gut Oma, auf Wiedersehen.
18:34Auf Wiedersehen.
18:46Den Saperoschetz fuhr ich sechs Jahre.
18:50Dann kaufte ich einen Shiguli.
18:5321 01.
18:56Erst dann fing ich allmählich an, Leute zu fahren.
18:59Aber damals hatte man kein Geld, keine Rente.
19:05Wir freuten uns, wenn wir 50 Qin circa 10 Cent am Tag verdienten.
19:18Das Auto war der einzige Trumpf, der ihr nach dem Zerfall der Sowjetunion blieb.
19:23Sie setzte auf diese Karte und nahm Fahrt auf mit dem Eisenpferd.
19:29Fast ihr halbes Leben fährt sie nun schon Taxi.
19:32Oh...
19:34Oh...
20:04BIRDS CHIRP
20:10Noch mehr als vor Glatteis fürchtet sich Oda Sanma Nabajeva vor Arztbesuchen.
20:16Doch der steht ihr heute bevor. Noch eine Fahrt, dann ist sie dran.
20:39Wie geht es Ihnen, Oma? Es geht, danke. Wie geht es dir? Es geht, danke. Wie geht es deiner Familie?
20:50Oh, ich habe meinen Lebensgefährten verloren. Ach, wann? Vor einem Monat. War er krank?
20:56Gesund, ist im Schlaf gestorben. Im Juni wäre er 49 geworden.
21:08Ohne krank zu sein, ohne Abschied.
21:16Die halbjährliche medizinische Untersuchung sollte er machen.
21:23Hat er Sie gemacht?
21:25Nein, am Montag wollten wir zum Arzt gehen, am Sonntag ist er gestorben.
21:31Ich will gar nicht mehr raus. Gezwungen habe ich mich, den Kleinen zur Schule zu bringen.
21:37Bis die Kinder zurückkommen, muss ich zu Hause heizen.
21:40Ja, ist schwer. Möge Allah Mitleid mit dir haben. Fahr ich nach rechts?
21:46Ja.
21:48Schwer ist es, einsam zu Hause zu sitzen.
21:52Deshalb bist du so traurig ins Auto gestiegen. Ich dachte, warum ist sie so traurig? Gewöhnlich ist sie doch so
21:59lustig.
22:00Es ist nicht leicht, mein Kind. Aber weine nicht. Du brauchst deine Kraft, um die Kinder groß zu ziehen.
22:09Danke, Oma. Halten Sie hier, dort ist mein Haus.
22:12Du musst stark sein, für die Kinder.
22:16Danke, Oma.
22:18Wenn ich so fahre, kann ich umkehren?
22:21Das können Sie, dort.
22:23Bleibe ich nicht stecken?
22:26Nein.
22:28Gute Fahrt, Oma.
22:29Auf Wiedersehen, mein Kind.
22:44Wieder zurück zum Krankenhaus. Diesmal für ihren eigenen Termin.
23:01Die Kundschaft muss jetzt warten.
23:30Natürlich mache ich mir Sorgen.
23:32Ich kann mich erst beruhigen, wenn die Untersuchung vorbei ist.
23:36Die Ärztin ist sehr freundlich, was natürlich gut ist.
23:40Aber erst, wenn sie mir sagt, dass alles in Ordnung ist, erst dann kann ich mich wieder entspannen.
23:52Guten Tag, wie geht es Ihnen?
23:56Kommen Sie rein.
24:23Ich messe Ihren Puls.
24:28Misst das auch den Blutdruck?
24:30Nein, das misst den Pulsschlag.
24:32Früher war es anders.
24:35Früher ja, jetzt haben wir diesen Pulsmesser.
24:37Wir prüfen gleich, ob Sie Atembeschwerden haben oder nicht.
24:41Mal sehen.
24:43Ich messe Ihren Pulsschlag.
24:46Gleich zeigt es.
24:47So.
24:49Okay.
24:50Wie hoch Ihr Blutdruck ist, zeige ich Ihnen gleich.
24:53Erst 140 zu 80.
24:55Ihr gewöhnlicher Blutdruck.
24:58Und jetzt bitte?
25:01Ihr Pulsschlag.
25:07Gut.
25:09Okay.
25:10Gut.
25:15Gut.
25:26Gut.
25:27Gut.
25:29It's all in order, don't worry, take the blood pressure, don't worry, take the blood pressure, don't worry, okay?
25:37Thank you very much, stay healthy and forget the tablet not to forget.
25:46See you.
25:46See you.
25:53Erleichtert und beruhigt kann Orasan Manabajeva wieder zurück, hinters Lenkrad.
26:04Alle nennen sie Taxi-Oma. Es gibt auch keine andere Taxifahrerin. Jeder kennt sie als Taxi-Oma.
26:15Wenn sie mich fährt, mache ich mir schon Sorgen um sie. Ich sage, seien sie vorsichtig, glatteis, fahren sie langsam.
26:23Dann sagt sie, ich kenne doch alle Regeln. Manchmal denke ich, vielleicht kann sie in ihrem Alter doch etwas übersehen.
26:30Aber sie sagt, mach dir keine Sorgen, ich sehe alles.
26:42Natürlich freue ich mich, dass alles gut ist. Die Ärztin hat mich gefragt, ob ich aufgeregt bin, sie spürt das.
26:49Und ich war ja aufgeregt, weil ich mich ausgezogen hatte und fürchtete, dass ich zu husten anfange.
26:55Wenn mir nur ein bisschen kalt wird, muss ich husten. Aber die Ärztin sagte, dass ich zu warm angezogen sei.
27:01Aber ich ziehe mich doch so warm an, damit ich nicht huste.
27:21Wenn es bei Orasan Manabajeva gut läuft, verdient sie bis zu 10 Euro pro Tag.
27:27Von der Rente, die sie und ihr Mann bekommen, könnten sie sich weder ein Auto leisten, noch ihre Pläne für
27:34die Zukunft ihres Enkels Bial erfüllen.
27:53Nach Feierabend allerdings muss sie sich erst einmal um die Gegenwart kümmern.
28:24Nach Feierabend
28:50I came once in the week here.
28:53Die Inhaber hatten ganz am Anfang, als die Sowjetunion zusammengebrochen war, hier einen kleinen Kiosk.
29:00Seitdem kaufe ich schon bei ihnen. Ihre Preise sind nicht so hoch, sondern günstig.
29:06Sie helfen zu finden, was man sucht und bringen die Sachen zum Auto.
29:11Der Service hier ist gut.
29:22Mit dem Einkaufen hält sie es wie mit dem Taxifahren. Da bredet ihr niemand rein.
29:28Das macht sie allein, ohne ihren Mann und den Enkelsohn.
29:34Einer muss doch fernsehen. Und mein Mann sieht den ganzen Tag fern. Und der kleine Enkel? Der sitzt zu Hause
29:41und passt aufs Haus auf.
29:42Wie war ich?
30:07Seitdem Biljals Eltern nicht mehr mit im Haushalt leben, ist es der kleine Enkel, der den Großeltern hilft.
30:13Er saugt, erledigt den Abwasch und macht das Auto der Großmutter sauber.
30:19In kasachischen Familien ist es üblich, dass sich der jüngste Sohn um die Eltern kümmert.
30:24Diese Aufgabe hat nun Enkel Bial übernommen.
30:27Wie war es?
30:54His wife, after the shopping in the garage,
30:58Let's take a look at Kuralbek Manabayev.
31:29Jeder hat seine Rolle im Hause Manabayev. Aber wie lange noch?
31:42Manchmal denke ich darüber nach. Ich bin kein kleines Kind mehr, sondern in der 10. Klasse.
31:47Ich muss mich für das Studium an einer Hochschule vorbereiten.
31:51Wenn alles gut läuft, habe ich vor, nach dem Studium hierher nach Ajax zurückzukommen und mich um die Großeltern zu
31:57kümmern.
31:59Und genau das passt zu dem Plan, den seine Großmutter für ihn hat.
32:15Sie scheint mir doch ein besonderer Mensch zu sein.
32:20Die meisten Omas sitzen in diesem Alter zu Hause. Einige können nicht laufen.
32:30Unsere Oma fühlt sich zum Glück im Vergleich zu anderen sehr gut.
32:36In ihrem Alter sterben viele Leute leider schon. Sie wird so lange leben, wie es Gott will.
32:42Also haben wir jetzt noch.
32:43Alles Gute.
32:44Papa, let's go.
33:16Seit Orasan Manabajeva in die Schule kam, ist Aya Göz ihre Heimat.
33:22Hier erlebte sie die Sowjetunion, deren Ende die Unabhängigkeit Kasachstans.
33:29Und was immer sie anpackte, hat ihr Anerkennung gebracht.
33:35Bevor ich Taxi-Oma wurde, war ich Reis-Oma, Stutenmilch-Oma, später auch Mullah-Oma.
33:42Aber von all dem ist mir Taxifahren am liebsten. Ich mag's einfach sehr, das Eisenpferd zu zügeln.
33:52Auch heute lenkt sie es wieder über Eis und Schnee zum zentralen Krankenhaus.
34:13Guten Tag, Oma, wie geht's? Fahren Sie uns bitte nach Mamesu?
34:17Wie geht's euch?
34:18Gut, Oma, wie geht's Ihnen?
34:19Danke, gut.
34:30Das Ziel der Jungs liegt am Stadtrand.
34:43Ihr kennt mich doch.
34:45Ja.
34:47Ganz Aya Göz scheint mich zu kennen.
34:49Alle kennen sie gut.
35:00Kurz vor dem Ziel ist die Straße in einem besonders schlechten Zustand.
35:21Stecken geblieben?
35:23Schrecklich.
35:24Hier können wir nicht umkehren.
35:26Können wir dort nicht umkehren?
35:27Wo?
35:29Nein, dort vorne.
35:30Gibt es dort eine Straße?
35:31Dort kehren wir um.
35:38Ah, warte mal.
35:41Die Granate scheint kaputt zu sein.
35:44Schauen wir mal.
35:51Eis hinten.
35:52Wir können nicht raus.
35:53Mal sehen.
35:59Wenn es stecken bleibt, können wir von hinten schieben.
36:02Die Granate ist kaputt.
36:08Ich probiere rückwärts zu fahren.
36:10Die oberen Stryk.
36:18Gibt es ja!
36:19Kaputt.
36:21Dieガ哈l.
36:21Die sind kaputt!
36:21Die sind kaputt!
36:24Und wie sind sie kaputt?
36:25So ist sie kaputt!
36:27Die ist kaputt!
36:28Du kannst nicht mehr kaputt!
36:40Kasi, I've been stuck.
36:44Is it kaputt?
36:46Kaputt, weißt du? Kannst du mich abschleppen?
36:49Okay, I'll come right.
36:51That's so, since gestern.
36:53Aha.
37:00Das tackerte so schrecklich.
37:02Ja, es blieb stehen und tuff.
37:05Die Granate erscheint kaputt zu sein.
37:08Ja, es hat geknallt.
37:10War das so?
37:11Ja, tuff.
37:13Das tackte doch, war deutlich zu hören.
37:18Da kommen sie.
37:29Auf ihren Automechaniker Kasi ist auch dieses Mal Verlass.
37:57Hier sind überall diese Spurrillen.
38:00Und wie ich gestern, vorgestern gesagt habe, gab's im Auto ständig ein Geräusch.
38:06Als ich eben abbiegen wollte, ging die Granate kaputt.
38:09Weiter fährt es nicht.
38:19Zum Glück lässt sich das Auto noch bewegen.
38:21Um es in die Werkstatt schleppen zu lassen, muss sie doch mal ihren Sitz freigeben.
38:36Normalerweise wartet man in Ayagöz Wochen auf einen Reparaturtermin.
38:40Es gibt nicht viele Werkstätten und auch Ersatzteile sind Mangelware.
38:46Doch wenn die Taxi-Oma eine Panne hat, laufen die Dinge anders.
39:00Die Radaufhängung, wir nennen es äußere Granate, ist kaputt gegangen.
39:04Deshalb haben wir das Auto hergeschleppt und reparieren es.
39:10Kasi hat sogar das passende Ersatzteil auf Lager.
39:14Rasch entfernt er die kaputte Antriebswelle und baut die neue gleich ein.
39:20Kasi ist der Beste von allem.
39:24Wann immer ich ein Problem habe, ob nachts oder tagsüber, wo ich auch bin, fern oder nah, er kommt zur
39:31Hilfe.
39:32Ich gebe ihm nur den Schlüssel und er macht alles allein.
39:36Wenn er fertig ist, bringt er es mir nach Hause.
39:41Diesmal kann sie ihr Auto sogar gleich mitnehmen.
39:44Die Reparatur kostet so viel, wie sie an einem Tag verdient.
40:02Die Oma ist meine Stammkundin. Sie ist meine beste Kundin.
40:07Für sie bin ich rund um die Uhr da. Hier helfe ich einfach immer. Sie ist die beste Oma.
40:15Auch für ihren Enkel. Ein Grund, warum Biljal sich um ihr Auto kümmert.
40:26Bevor es mit der Oma auf die Piste geht, bringt er das Auto auf Hochglanz.
40:30Sie könnten auch in eine Waschanlage fahren. Doch damit es wirklich sauber wird, besteht die Großmutter auf Handarbeit.
40:39Sie hat ihre Regeln.
40:43Dazu gehört auch, dass der Enkel ihr Auto fahren darf, wenn sie es für richtig hält.
40:48Auch ohne Führerschein. Das gehört zu ihrem Plan.
41:12Was für ein Verkehrszeichen ist das?
41:14Das bedeutet, dass der Weg vorne schlecht ist und noch zehn Kilometer soll die Geschwindigkeit 50 kmh sein.
41:21Schlechter Weg.
41:25Alle Verkehrszeichen kennst du, ja?
41:31Ich will dir statt diesem Auto ein neues kaufen, wenn es klappt.
41:35Das ist mein Traum. Wir wollen auch, dass du studierst.
41:38Wer weiß, ob wir dein Studium bezahlen können oder nicht, ob unsere Rente dazu reicht. Mal sehen.
41:46Jetzt hoffen wir nur auf dich, mein Sohn.
41:49Wir wollen dich mit einem guten Mädchen verheiraten, das sich um uns kümmern wird.
41:53Dann können wir ruhig aus dem Leben gehen.
42:13Bis dieser Plan in Erfüllung geht, hält Orasanma Nabayeva die Zügel fest in der Hand.
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