- 7 hours ago
Category
📺
TVTranscript
00:00Thank you for listening.
00:49Neben den Pyramiden von Gizeh entsteht für die Schätze der ägyptischen Pharaonen ein archäologisches Museum der Superlative.
01:00Das Grand-Egyptischen Museum ist auf jeden Fall ein Weltmuseum.
01:04Das Highlight? Der Grabschatz des Tutankhamun. Deutsche Ausstellungsmacher konzipieren die verschiedenen Räume.
01:12Bauherr ist die ägyptische Militärregierung.
01:16Der Militär kam im Military Outfit mit Springerstiefeln.
01:20Eine schwierige Aufgabe mit vielen Hindernissen.
01:27Seit 2009 wird auf der Mega-Baustelle gearbeitet. Wird das Museum nun endlich fertig?
01:39Januar 2018. Eine Statue des Pharao Ramses II. zieht spektakulär in den Rohbau ein.
01:46Sie ist 3000 Jahre alt, 12 Meter hoch und 83 Tonnen schwer.
01:54Der oberste Bauherr, Major-General Atef Muftah, nimmt Glückwünsche entgegen.
02:02Ägypten feiert. Der Rohbau des GEM, das Grand Egyptian Museum, ist fertig.
02:08Mit einem Areal von 50 Hektar wird es das größte archäologische Museum der Welt werden.
02:19Herzstück des Museums wird die Präsentation des kompletten Grabschatzes des Pharao Tutankhamun.
02:26Die Ausschreibung für die Ausstellung hat das Stuttgarter Atelier Brückner gewonnen.
02:31Eines der diskutierten Konzepte spiegelt die tatsächliche Situation im Grab wieder.
02:38Die Installation gibt so eigentlich tatsächlich die authentische Situation im Grab, dort im Tal der Könige wieder.
02:45Und was wir hier auf dem Boden sehen, das ist tatsächlich das Aufmaß des Wissenschaftlers von Carter,
02:52wie er quasi dieses Schrein oder dieses Grab vorgefunden hat.
02:55Und die Objekte waren tatsächlich so platziert. Also das sieht alles sehr willkürlich aus hier in der Installation,
03:02aber das ist einfach eine authentische Grabsituation, wie man sie gefunden hat.
03:07Howard Carter entdeckte 1922 das Grab des Tutankhamun im ägyptischen Tal der Könige.
03:15In den vier Kammern des Grabes fand man mehr als 5.500 gut erhaltene Artefakte, die Tutankhamun begleiten sollten.
03:27Bislang werden nur einzelne Stücke dieses einmaligen Grabschatzes im alten ägyptischen Museum im Stadtzentrum von Kairo ausgestellt.
03:36Das neue Museum bietet endlich die Möglichkeit einer ganz neuen, umfassenden Präsentation aller Grabbeigaben und auch des Grabes selbst.
03:50Wichtigstes Stück der Ausstellung ist die Totenmaske des jungen Pharaos.
03:56Das ist eine einmalige Chance, die Geschichte, die hinter diesen Exponaten steckt,
04:03dieses erste Mal 5.500 Exponate vollzählig, wie sie gefunden wurden in diesem Grab von 35 Quadratmetern,
04:15auf einmal auszustellen und daran eigentlich die Geschichte der ägyptischen Vergangenheit zu erzählen.
04:26Keine einfache Aufgabe, denn das Projekt ist nicht nur groß, sondern auch besonders kompliziert.
04:43Die räumliche Entfernung macht es notwendig, dass Projektleiterin Yijing Lu täglich mit Marco Wakada,
04:50dem Verantwortlichen des Atelier Brückner in Kairo, spricht.
04:58Hallo Marco.
05:00Hallo Yijing.
05:01Hi.
05:03Hi.
05:04Wie geht es voran? Gibt es Probleme?
05:08Ja, wir haben heute die Zeichnung für die Panels erhalten.
05:13Jetzt in der Bauphase war uns bewusst, dass es sehr schwierig sein kann.
05:18Ich war schon öfters dort, aber ich kann eben nicht jede Woche hinfliegen oder so.
05:23Und deswegen haben wir Marco da sitzen, der einfach die aktuelle Status abholt und mit mir dann gemeinsam bespricht.
05:33Aber nicht nur die Entfernung ist problematisch.
05:36Die Bauarbeiten des Cem werden nicht von Architekten, sondern direkt von der ägyptischen Regierung geleitet.
05:42Immer wieder werden gestalterische Entscheidungen ohne Rücksprache getroffen.
05:48Aber das heisst, wir werden so einen Streifen auf dem Boden haben.
05:52Nein, das ist nicht akzeptabel.
05:55Das ist wirklich nicht akzeptabel.
05:59Ich meine, Sie können das unter dem Stein machen, um die Mängel zu verdecken.
06:06Und ich denke, das wäre die beste Lösung für uns.
06:10Ja, aber das können wir jetzt nicht mehr machen.
06:12Ich glaube, was hier die Schwierigkeit ist, ist die tausende Parteien, die wirklich verschiedene Interesse vertreten.
06:21Und da eine Entscheidung von Kunden abzurufen oder weiterzukommen, ist einfach extrem schwierig.
06:27Also es ist extrem kompliziert und schwierig.
06:30Das liegt an der Größeren und an der Wichtigkeit und am politischen Interesse dieses Projekts.
06:34Also ich werde diese Zeichnung nicht akzeptieren.
06:37Zumindest jetzt nicht.
06:39Natürlich auf die Entfernung hin mit so einem arabischen Background.
06:46Dort ist es nicht so, dass alle Entscheidungen stringent gefallen oder auch Entscheidungen, die schon mal getroffen wurden, auch aufrechterhalten
06:54wurden.
06:54Das heisst, man muss da eigentlich relativ flexibel reagieren, um da zu verstehen, was will der Kunde.
07:00Und die richtige, oder die Möglichkeiten aufzuzeigen, die richtige, wie gesagt, weiß man ja nicht, aber die Möglichkeiten aufzuzeigen.
07:10Anfang 2019 in Kairo.
07:13In einem Jahr soll das Museum eröffnet werden.
07:16Doch die Bauarbeiten gehen schleppend voran.
07:22Marco Vaccarra ist täglich auf der Baustelle.
07:35Ich bin hier, um die Lücke zwischen der Planung und der Ausführung auf der Baustelle durch die Subunternehmer zu schliessen,
07:42auch was das Design betrifft.
07:44Ich erhalte auch das Feedback vom Kunden.
07:46Denn die Baustelle entwickelt sich ständig weiter.
07:49Das ist das eigentlich Interessante.
07:53Und wann werden wir fertig? Im Dezember?
07:57Vielleicht.
07:57Vielleicht? Oder hoffentlich?
08:06Das große Atrium nimmt schon Gestalt an.
08:10Es wird später die Besucher empfangen.
08:13Von hier aus gelangt man über die große Treppe, wie bei einer Zeitreise durch die Epochen der ägyptischen Geschichte, bis
08:21zur Aussichtsplattform.
08:32Im ersten Stock befinden sich temporäre Ausstellungen.
08:37Im zweiten Stock ist das Kindermuseum.
08:41Und in der obersten Etage die Hauptausstellung und die Tutankhamun-Galerie.
08:52Plötzlich wird es unruhig.
08:55Der oberste Bauleiter, General Atef Muftah, besucht überraschend die Baustelle.
09:04Er ist gelernter Bauingenieur und verantwortet für die Regierung Ägyptens dieses gigantische Museumsprojekt.
09:12Letztendlich wird dieses Museum vom Militär erstellt.
09:16Und wir haben einen oder zwei Auftraggeber.
09:19Das sind Generäle.
09:20Die kommen auch wirklich in ihre Uniform und sitzen dann so am Tisch.
09:25Das war am Anfang so ein bisschen gewöhnungsbedürftig, muss ich wirklich sagen.
09:29Weil man im kulturellen Bereich unterwegs ist.
09:31Dann hat man mit Museumsdirektoren und Leuten, die inhaltlich Bescheid wissen, Kulturdestinnten und so weiter zu tun.
09:37Dann sitzen da Generäle, die auf jeden Fall gewohnt sind, Entscheidungen zu treffen und auch gewohnt sind, dass diese umgesetzt
09:47werden.
09:50Eigentlich sollte das Museum schon 2013 fertiggestellt sein und 550 Millionen Euro kosten.
09:57Immer wieder verzögerten sich die Bauarbeiten.
10:01Mittlerweile liegen die Kosten bei über einer Milliarde Euro.
10:05Ägypten braucht das Gem dringend.
10:12Das alte ägyptische Museum im Stadtzentrum von Kairo ist in die Jahre gekommen.
10:18Zweieinhalb Millionen Menschen drängen sich jedes Jahr durch den engen neoklassizistischen Bau.
10:24Wenn man mal das alte Museum anguckt, das hat durchaus seinen Charme.
10:28Aber die Lichtbedingungen stimmen nicht, die klimatischen Bedingungen stimmen nicht.
10:33Also eigentlich ist es eine Situation, die so grob fahrlässig ist, diese Exponate so aufzubewahren.
10:42Die Ausstellung platzt aus allen Nähten.
10:4550.000 Exponate sind hier zu sehen.
10:47Erklärungen und auch Beschriftungen sind eher die Ausnahme.
10:51Insofern sehe ich das eigentlich als große Chance, einmal technische Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen die adäquat behandelt werden.
10:59Aber auch in der erzählerischen Ebene einfach die Geschichten dahinter zu erzählen.
11:07Im Moment wirken die Exponate als Kunstelementen, Werke würde ich sagen, aber niemand versteht, was dahinter war.
11:14In Zukunft soll die großartige Sammlung auf beide Museen aufgeteilt werden.
11:21Der Umzug von Exponaten in das neue Museum hat schon vor Monaten begonnen.
11:30Wonach wird gesucht?
11:32Wir brauchen dieses Teil hier, 0251-27.
11:40Heute werden weitere Stücke aus Tutankhamuns Grab reisefertig gemacht.
11:45Der Transport der vielen Exponate dauert Jahre.
11:49Der Leiter der Restaurierungsabteilung, Dr. Eissa Zidane, weiß um seine Verantwortung.
11:55Nimm da das Teil. Pass auf, ich muss das vorsichtig rübertragen.
12:04Alle Mitarbeiter müssen sehr vorsichtig im Umgang mit den Artefakten sein.
12:08Wissen Sie, wie kostbar und alt diese Stücke sind?
12:11Einige dieser Objekte sind über 4000 Jahre alt.
12:15Also müssen wir bei unserer Arbeit sehr sorgsam sein.
12:20Heute wird eines der vielen kostbaren Schiffe, die Teil Tutankhamuns Grabbeigaben waren, verpackt.
12:27Kein Grund, deshalb den Bereich für die Besucher zu sperren.
12:34Wir werden nun den Zustand des Bootes überprüfen.
12:37Wir haben viele Risse im Inneren des Bootes gefunden.
12:41Zum Beispiel in der Kabine, auch an der Vorderseite des Bootes.
12:44Wir haben ebenfalls Bruchstücke, Staub und viele Fragmente gefunden.
12:48Es ist schwierig, das Boot korrekt zu verpacken.
12:51Zunächst muss der aktuelle Zustand erfasst werden.
12:54Denn dann erst können wir das Boot sicher verpacken und transportieren.
13:01Erste Reinigungs- und Reparaturarbeiten werden vor Ort erledigt.
13:06Dann wird das Ausstellungsstück für den Transport verpackt.
13:19Im dichten Stadtverkehr Kairos ist ein sicherer Transport gar nicht so einfach.
13:25Die Stadt erstickt im Verkehr. Unfälle sind an der Tagesordnung.
13:32Im neuen Museum angekommen, werden die Kisten abgeladen und ins neue Conservation Center gebracht.
13:40Hier wird jedes Exponat eingehend untersucht, restauriert und sachgerecht gelagert.
13:51Wie diese dann später präsentiert werden, daran wird derweil in Stuttgart gearbeitet.
13:58Was macht den Grabschatz des Tutankhamun eigentlich so einzigartig?
14:03Alle anderen Gräber im Teil der Könige waren leer.
14:06Da hat man vielleicht noch den Steinsarkophag drin gehabt und schöne Malereien an den Wänden.
14:12Ich war auch schon mal da.
14:13Aber hier haben wir bis zur Lieblingstrompete des Pharaos und der Haarlocke seiner Oma alles da, was mit ins Grab
14:26gegeben wurde.
14:26Und dass das überdauert hat oder das Brot überdauert hat, das ihm mit ins Grab gegeben wurde, ist, glaube ich,
14:34etwas Einzigartiges auf der Welt.
14:38Deshalb sollen die Objekte auch nicht einfach nur gezeigt werden.
14:44In einer szenografischen Ausstellung wird der Lebensweg des Pharaos erzählt.
14:49Genauso wie auch die Geschichte der spektakulären Entdeckung des Grabes.
14:58Der Besucher kann die Ausstellung in zwei Richtungen begehen.
15:01Einmal im Uhrzeigersinn, da trifft er zuerst auf den jungen König, findet raus, wie er aussah.
15:07Dann stirbt er leider, wird mumifiziert, eingepackt wie eine Matroschka-Puppe und dann ins Grab getragen.
15:14Im Grab selber wird er dann wiedergeboren.
15:19Und ganz zum Schluss, tausende Jahre später, wird sein Grab schlussendlich gefunden, und zwar im Tal der Könige.
15:25Das heißt, damit endet dann die Geschichte.
15:27Und wenn man andersrum geht, dann folgt man eigentlich dem Weg, den Kater gegangen ist damals, als er das Grab
15:34gefunden hat.
15:34Man sucht erst im Tal der Könige, findet das Grab, dann macht man die Grabkammer auf und kommt dem jungen
15:40König immer näher,
15:42packt ihn sozusagen einfach eine Schicht nach der anderen aus, bis man ganz zum Schluss wieder den jungen König getroffen
15:49hat
15:49und durch DNA-Untersuchungen zum Beispiel rausfindet, wie er damals ausgesehen hat.
15:58Das Atelier Brückner will die Geschichte hinter den Objekten erzählen.
16:04Dazu werden unzählige Skizzen und Modelle angefertigt, um die Wirkung der Inszenierung zu optimieren.
16:20Das ist eigentlich das, was das Schöne an der Inszenierung ist, dass man wirklich eintauchen kann und nicht nur irgendeinen
16:26Objekttext liest.
16:30Anspannung im Atelier Brückner.
16:33Heute wird General Atev Muftach mit seiner Delegation aus Kairo zur Abnahme erwartet.
16:40Das ist schon eine Aufregung im Büro, wo dann wirklich alle zusammenhelfen, um das hinzukriegen.
16:44Und wir auch versuchen, dass es ein gutes Erlebnis für den Auftraggeber ist.
16:53Auch Marco Vaccaro aus Kairo ist gekommen.
16:57Der General erscheint heute in Zivil.
17:01Es bleibt nur noch wenig Zeit bis zur Eröffnung.
17:05Wird er mit den Entwürfen zufrieden sein?
17:12Schön, Sie zu sehen. Hatten Sie eine sichere Anreise?
17:15Ja, eine sehr gute und sichere Anreise.
17:18Ja dann, herzlich willkommen.
17:24Ein- bis zweimal im Jahr kommt die ägyptische Delegation nach Stuttgart.
17:29Man musste sich ein bisschen eingrooven.
17:33Aber letztendlich ist es bei jedem Projekt so.
17:36Es kommen Menschen zusammen, die noch nie zusammengearbeitet haben.
17:39Wir müssen schauen, wie funktionieren wir, wie verstehen wir uns, welche Sprache sprechen wir.
17:45Und wie kommen wir gemeinsam zur Entscheidung, weil letztendlich ist es ja ein gemeinsames Projekt.
17:50Und da ist es auch gut, Auftraggeber zu haben, die Entscheidungsbefugnis haben, diese generelle, würde ich sagen.
17:57General Atev Muftach ist nicht nur ein aufmerksamer Zuhörer.
18:01Er hat auch eigene Ideen.
18:04Wenn der Lautsprecher da ist, kann man so zuhören.
18:08Nein, das ist nicht gut.
18:10Wir brauchen hier eine Säule, damit wir den Lautsprecher außerhalb der Figur platzieren können.
18:16So bleiben die Elemente beieinander.
18:22Ich glaube, er ist jemand, der Entscheidungen trifft und der auch gerne seine Spuren an diesem Museumsprojekt hinterlassen möchte.
18:29Er tut das mit seinem Wissen und auch mit seinen Präferenzen.
18:37Rana Rmeili ist für die grafische Gestaltung des Museums zuständig.
18:42Sie wird heute die neuen Entwürfe präsentieren.
18:47Also das war jetzt so eine Art Tutorial, um zu zeigen, wie das funktioniert.
18:51Also es ist ein amüsantes, lustiges Spiel.
18:56Die Unterhaltungen mit ihm sind sehr interessant, weil man eigentlich meinen würde, dass jemand mit einem Hintergrund als Ingenieur und
19:02zudem noch als General eine gewisse Distanz gegenüber Designfragen haben könnte.
19:06Aber er interessiert sich sehr für Architektur und hat sich oft bei der Gestaltung selbst eingebracht.
19:12Es ist auf jeden Fall so, dass zwischen Rana und dem General einfach ein gegenseitiges Verständnis besteht, ein Vertrauen besteht,
19:22das auch auf einem gemeinsamen kulturellen Background basiert.
19:26Auch heute kann Rana Rmeili mit den neuen Entwürfen überzeugen. Das ist nicht immer einfach bei diesem Projekt.
19:37Dieser kulturelle Rückenschlag, den wir hier erbringen müssen, ja, und Vertrauen schaffen zwischen Kulturen und zwischen Auftraggebern, die ein komplett
19:45anderes Verständnis haben,
19:47ist eine Herausforderung, die wir hier haben und die wir eigentlich durch ein internationales Team versuchen zu kompensieren und anzugehen.
19:58General Atev Muftach ist zufrieden.
20:02Aber es gibt erneut Verzögerungen auf der Baustelle. Die Ausstellungseröffnung wird in den Herbst 2020 verschoben.
20:22Es ist jetzt noch ein Jahr bis zur geplanten Museumseröffnung. 90 Prozent aller Bauarbeiten sind abgeschlossen.
20:30Die Ausstellungsstücke sind aber immer noch nicht in den Vitrinen.
20:35Im Conservation Center herrscht Hochbetrieb. Einige der Exponate müssen noch restauriert werden.
20:43Heute wird das Boot untersucht, das vor ein paar Wochen aus dem alten Museum kam.
20:51Restauratorin Manar El-Kial protokolliert den Zustand des Objekts.
21:00Wir prüfen jetzt das Objekt auf Schädlingsbefall.
21:03Falls das Objekt befallen ist, wird es in das Pilzlabor gebracht, um behandelt zu werden.
21:08Und wenn nicht, kommt es ins Lager oder zu den Restauratoren.
21:16Sieht nicht ganz sauber aus auf beiden Seiten, oder?
21:21Aber bislang habe ich keine Insektenspuren entdecken können.
21:27Bis es in die Ausstellung eingebracht wird, bleibt das Boot im Lager des Cem.
21:36Bereits 4500 Einzelstücke des Grabschatzes warten hier auf ihren Auftritt im neuen Museum.
21:48Um die fragilen Objekte zu restaurieren, wurde das Conservation Center mit modernster Technik ausgestattet.
21:55Auch damit will Ägypten weltweit an die Spitze.
22:05Wir versuchen, unsere Mitarbeiter hier immer weiter auszubilden.
22:09Ziel dabei ist es, sich hier als grosses Forschungszentrum zu etablieren.
22:13Nicht nur für Ägypten, sondern vielleicht auch für den Nahen Osten oder weltweit.
22:17Außerdem können wir, nachdem wir die Arbeiten für das Cem abgeschlossen haben,
22:21andere Artefakte aus verschiedenen Gebieten erhalten, um diese hier zu restaurieren und dann schließlich wieder zurückzusenden.
22:31Das Cem könnte, so die Hoffnung der Ägypter, ein weltweites Zentrum für die Restaurierung antiker Objekte werden.
22:38Es bietet genug Platz und die modernste Technik für viele weitere Schätze.
22:46Zurück in Stuttgart. Im Atelier Brückner entstehen die letzten Entwürfe.
22:51Heute geht es um den Himmel an der Decke der Tutankhamun-Galerie.
22:55Ich wollte hier kurz mal zeigen, was unser grobe Aufbau so macht.
22:59Wir haben ja die Sachen eher ausgeschlossen, weil sie zu wild sind.
23:03Die spiegeln zwar schön, aber das ist ein bisschen zu shoppig.
23:06Das heißt, wir haben uns eher hier auf den einfachen Bereich, auf das Schlichte.
23:13Die Materialien hier sind für unsere große Deckeninstallation im Bereich der Bestattung von Tutankhamun.
23:21Die zeigen quasi den Verlauf der Sonne, die ihnen langsam ins Grab hineinfolgt.
23:28Die Farbe sieht ja toll aus, die reflektiert auch gut.
23:30Also wir haben jetzt noch die, weil die so ein bisschen sparkliger ist.
23:33Ja, das ist ja transparent, könnte fast so transparent sein.
23:37Ja, wir stehen ja mitten in unserer Materialbibliothek, die auch immer stetig weiter wächst.
23:43Und suchen wirklich, das ist ja noch die Endauswahl, also 20, 30 Muster zusammen,
23:49die natürlich nicht nur gestalterisch passend müssen, aber auch den technischen Ansprüchen gerecht werden müssen.
23:55Und suchen dann gemeinsam Muster aus, die wir für passend erachten und machen dann erst so kleine Probeaufbauten wie hier
24:04und später dann auch eins zu eins aufbauten.
24:09Das hier hat natürlich diese Sparkles, die so ein bisschen an die Sonne und an die Sterne erinnern.
24:14Das wird man ja auch so verkauft. Und was findest du von der Farblichkeit?
24:17Also manche sind ja ein bisschen genesrötlich.
24:18Das eine ist der Content und das Storytelling, eine durchgängige Geschichte, die der Besucher erlebt.
24:24Das andere ist natürlich, wie das Ganze umgesetzt wird.
24:27Da arbeiten wir in vier verschiedenen Disziplinen.
24:30Das eine ist der raumbildende Ausbau, in Englisch Fit Out.
24:33Da geht es um Materialien und Details.
24:36Dann geht es um Licht, also gerade bei diesem Ceiling-Element.
24:40Das wird ja hinterleuchtet und da soll es ja ein bewegliches Licht geben,
24:45um auch Dynamik im Prozess oder in der Ausstellung zu zeigen.
24:48Dann haben wir Grafik als Gestaltungsdisziplin und wir haben interaktive Medien.
24:53Und all diese zusammen, im Zusammenspiel erzählen die Geschichte, die Storyline
24:57und bieten ein Erlebnis für den Besuchern. Das ist letztendlich jedes Detail wichtig.
25:06Das Lichtdesign spielt in der Tutankhamun-Galerie eine entscheidende Rolle.
25:13Der Zug der Sonne über den Himmel erklärt eigentlich den Weg vom Leben in den Tod bei den alten Ägyptern.
25:20Und er ist bei uns genau über der Begräbnisprozession von Tutankhamun, die ihn ins Grab führt.
25:27Und wir haben verschiedene Konzepte ausprobiert, uns eher an der Symbolik der Maske orientiert,
25:33eher so eine Dreiecksform, Sonnenstrahlen oder eher so ein bisschen so ein Sparkle, wie wir es nennen.
25:40Und sind eigentlich, haben uns immer weiter reduziert und sind eigentlich bei so einem ganz einfachen Konzept gelandet,
25:46aber mit einem besonderen Material.
25:50Der Besucher soll unter dem Himmel der Pharaonen wandeln und die Ausstellung wie einen Film erleben.
26:00Endspurt in Kairo. Nur noch etwas mehr als sechs Monate bis zur Eröffnung.
26:06Projektleiterin Yijing Lu und Rana Rmeili steht wieder einmal eine wichtige Präsentation bevor.
26:13Der Einsatz von Medien in der Ausstellung wird besprochen.
26:17Mit dabei General Atef Muftach. Dieses Mal wieder in Uniform.
26:29Ich denke, wir besprechen noch die Inhalte, die wir in unserem letzten Treffen in Stuttgart nicht geschafft haben.
26:34Wir haben an den Videos weitergearbeitet.
26:37Zuerst werden wir ihnen also die Videos zeigen und danach wird Muran ihnen erläutern, was der Gedanke dahinter war.
26:49Alle leitenden Positionen des Atelier Brückner in diesem Projekt sind mit Frauen besetzt.
26:54Auf ägyptischer Seite haben die Männer das Sagen.
26:58Wie kann die Zusammenarbeit funktionieren?
27:02Das war mutig von uns, dass wir ein Team nur mit Frauen in ein arabisches Projekt gesteckt haben.
27:10Ja, oder dass wir es so zusammengestellt haben.
27:14Natürlich gibt es viele Klischees in Bezug auf die Frauenrolle in den arabischen Ländern.
27:18Aber es hängt sehr von dem jeweiligen Land ab.
27:21Ich komme aus dem Libanon und habe nie einen Unterschied zwischen Mann und Frau empfunden.
27:25Und ich denke, vor allem in Ägypten haben Frauen im Laufe der Geschichte eine grosse Rolle gespielt, vom antiken Ägypten
27:32bis heute.
27:33Und ich denke, diese Rolle ist immer noch sehr bedeutend.
27:36Ich selbst habe nie eine Art Einschränkung als Frau empfunden, zumindest nach meiner eigenen Erfahrung.
27:47Die letzten Entwürfe sind vom General abgenommen.
27:56Okay.
27:56Thank you. Bye.
27:58Bye.
27:59Bye.
28:11Danach geht es für Yijing Lu und Rana Ramayli auf die Baustelle.
28:17Foto.
28:20Begleitet werden sie von Marco Vaccaro. Wie sieht es im Museum mittlerweile aus?
28:26Sind die Pläne des Atelier Brückner auch richtig umgesetzt worden?
28:31Man kann die Pyramiden sehen.
28:33Ja, die Aussicht ist so schön. Also im Grunde beginnen die Besucher von unten und gehen dann hoch zu diesem
28:40Aussichtspunkt, von dem man den Blick auf die Pyramiden hat.
28:43Von hier gelangen sie in die Todgalerie oder in die Hauptgalerie.
28:50Beim Vergleich mit den Originalplänen findet Yijing Lu Abweichungen.
28:57Ich habe die Leuchten angeschaut, die in der Decke installiert sind.
29:01Da haben wir zwei verschiedene Typen installiert, die eigentlich für, also von Planung her waren es die gleichen Leuchten.
29:10Und jetzt müssen wir schauen, wie wir unsere Objekten immer noch angeleuchtet kriegen.
29:18Ihre eigentliche Sorge gilt jedoch dem Boden der Tutankhamun-Galerie.
29:24Okay, das überprüfen wir nachher. Lasst uns erst den Boden hier anschauen.
29:29Aber ich meine, er ist nicht so weich. Es ist noch okay.
29:33Aber das hier, das ist wirklich nicht akzeptabel. Diese Streifen hier. Das muss gestrichen werden. Ich meine, das müssen wir
29:41wirklich streichen.
29:42Also man sieht hier den schwarzen Boden. Und das Problem ist halt, dass dieser vertikal laufende Lüftungsschlitzer nicht mitgefärbt wurde.
29:53Und die sieht man jetzt halt extrem, weil es einen sehr großen Kontrast zwischen dem schwarzen Boden und dann dieser
29:59Lüftungsschlitzer.
30:00Also die Lüftungsschlitzer kommen jetzt noch extremer raus. Und wir werden mit den Kunden sprechen, um ihn überreden oder hoffentlich
30:09überreden zu können, dass er die lackieren wird.
30:14Die Lichtführung und der Boden machen noch Sorgen. Aber es gibt auch Erfreuliches.
30:21Das sind Sockel von unseren Vitrinen. Also die hier so aufgelegte Metallteile sind, also da sieht man jetzt quasi die
30:32Größe von den Vitrinen, die wir dann später haben werden.
30:35Are you happy with the result? Are you happy? Okay.
30:40Ich gehe nochmal mit dem Lift hoch, um die, um dieses Material von der Cloud zu berühren oder anzutasten.
30:47Und ich möchte gerne die Nähte sehen zwischen den Streifen.
30:53Der strahlende Goldhimmel ist für die Wirkung des Raumes enorm wichtig.
30:58Yijing sieht ihn heute zum ersten Mal.
31:01Ja, da ist ganz schön viel Spannung drauf. Und es ist auch super schwer.
31:11Es ist aber noch nicht alles fertiggestellt. Die Bauarbeiter müssen eigentlich die, wir nennen das Feinjustierungen dieser Membrane machen,
31:22damit sie alle auf einer Ebene irgendwann mal landen und wirklich gemeinsam eine Kurve machen.
31:28Momentan macht jeder seine eigene Kurve. Wir haben einfach immense Dimensionen hier, an denen man arbeiten muss und man kommt
31:36sich ganz klein vor.
31:40Insgesamt sind die beiden zufrieden.
31:43Wie die Objekte dann später unter den Lichtelementen wirken, bleibt abzuwarten.
31:48Aber die großartige Architektur beginnt, ihre Wirkung zu entfalten.
31:54Das Ziel, die baldige Eröffnung, scheint in Sicht.
32:01Wir waren jetzt zehn Monate nicht hier und es hat sich doch einiges getan.
32:06Unsere Vitrinen stehen schon teilweise am richtigen Ort.
32:11Die großen Installationen, Ausstellungsinstallationen wurden schon gebaut.
32:16Natürlich gibt es sehr viele Feinjustierungen, die noch gemacht werden.
32:20Die ersten großen Statuen sind geliefert und stehen auf der großen Treppe.
32:25Ja, also insgesamt, es hat einen grossen Schritt nach vorne gemacht.
32:34Ich denke, dass wir die Ziellinie schon sehen können.
32:38Und wenn ich hier so neben dieser Ramses-Statue stehe, die 3000 Jahre alt ist, kann ich nur sagen,
32:43dass wir sehr glücklich sind, ein Teil dieses Projekts zu sein.
32:46Und dass wir es gar nicht abwarten können, bis es fertig ist.
32:50Rana Rameili und Yijing Lu kehren optimistisch und zufrieden nach Stuttgart zurück.
32:56Wow.
33:03Doch in den nächsten Monaten verändert die Welt ihr Gesicht.
33:09Die Corona-Pandemie schickt die Menschheit in eine Zwangspause und durchkreuzt alle Pläne.
33:15Auch in Ägypten.
33:19Der Krisenstab um General Atef Muftah verkündet heute das Aus für einen baldigen Eröffnungstermin.
33:29Das Grand Egyptian Museum ist ein Geschenk von Ägypten an die Menschheit.
33:34Wir arbeiten unter ausserordentlichen hygienischen Bedingungen.
33:38Die Corona-Pandemie hat uns nicht gestoppt.
33:41Wie ich Ihnen gestern mitteilte, werden wir noch viele weitere Museen eröffnen.
33:46Das Größte aber ist natürlich das Gem. Und das wird 2021 eröffnet.
33:53So ein Museum muss auch mit einem Paukenschlag eröffnen.
33:56Und wenn es gar nicht möglich ist, dass Besucher kommen, internationale Besucher kommen, dann macht es auch keinen Sinn, ein
34:02Museum zu eröffnen.
34:04General Atef Muftah verströmt demonstrativ Optimismus.
34:08Er weiß noch nicht, dass auch 2021 keine Eröffnung stattfinden wird.
34:14Das Museum ist praktisch fertig.
34:17Doch in den nächsten Jahren wird die Eröffnung immer wieder verschoben.
34:20Wir haben immer mitgefiebert. Und 2022 haben wir geglaubt, da wird die Eröffnung stattfinden.
34:27Unsere Leistung war ja vollkommen erbracht, vorhin schon abgenommen.
34:31Die Objekte waren auch schon größtenteils eingebracht.
34:34Und da hat eigentlich nicht mehr viel gefehlt zur Eröffnung.
34:37Danach haben wir immer jedes Jahr gewartet und gehofft, dass ein Termin veröffentlicht wird.
34:45Es dauert bis 2025, bis ein neuer Eröffnungstermin angekündigt wird.
34:52Die ägyptische Regierung hat das Museum in Eigenregie fertiggestellt.
34:57Das Atelier Brückner hat die vollständige Umsetzung ihres Konzeptes bisher noch nicht gesehen.
35:02Also ich war 2019 das letzte Mal dort. Und ich glaube danach, als wir dann nicht mehr vor Ort waren,
35:09das Einrichten von den Vitrinen durften ja auch nur Ägypter machen.
35:15Es ist sehr, sehr ungewöhnlich. Das hat man normalerweise nicht.
35:18Als Projektleiter hast du das Projekt zumindest einmal fertig gesehen vor der Eröffnung.
35:25Man macht sich da auch Sorgen. Ist das wirklich dann so am Ende realisiert worden?
35:29Ist da jemand hingegangen, hat es noch komplett anders gemacht?
35:32Wir haben das ja in einem Zustand übergeben und konnten es nicht mehr weiter steuern.
35:37Geht das Gestaltungskonzept überhaupt auf?
35:40Shirin Brückner hat immerhin die Möglichkeit, die Ausstellung vor der Eröffnung zu sehen.
35:46Ich hoffe, das ist ordentlich eingeleuchtet. Weißt du, wer das gemacht hat?
35:49Nein, das haben die selber gemacht.
35:52Aber hat es die Firma, die Dichtfirma gemacht?
35:54Die haben es bestückt und mal Voreinstellungen gemacht. Aber ich glaube, die finale Justisierung wurde von dem Conservation Team gemacht.
36:01Ja, das können die. Ja, das werden wir sehen.
36:05Unser Gestaltungskonzept basiert ja darauf, dass Licht das wesentliche Gestaltungselement ist.
36:10Und da haben wir Leuchtungselemente entwickelt, gerade so ein Deckenelement, das stark szenografisch beleuchtet ist
36:17und das wirklich die ganze Todendliche Hohengalerie gestalterisch einnehmen wird.
36:22Ich weiß, dass es durch Fachfirmen gemacht wurde. Ich weiß, dass wir alle Informationen bereitgestellt haben,
36:28um sicherzustellen, dass das wirklich unter unseren gestalterischen Richtlinien gemacht wird.
36:34Ich habe Spannung, ich habe ein bisschen Angst, aber ich freue mich auch drauf.
36:38Ich hoffe, es geht einfach auf. Ich hoffe, es funktioniert, das Konzept.
36:46Zwei Wochen vor Eröffnung scheint das Museum fertig zu sein.
36:51Aber wie sieht es innen aus? Was passiert, wenn das Herzstück, die Tutankhamun-Galerie, nicht funktioniert?
37:02Shirin Brückner ist seit fünf Jahren das erste Mal in ihrer Ausstellung.
37:29Ich bin wirklich begeistert, wie es wirkt.
37:33Wir hatten ja gerade mit dem Lichtplaner zusammen ganz verschiedene Materialien versucht
37:38und mit unterschiedlichen Beleuchtungsfarben, Beleuchtungsstärken.
37:43Und so, wie es jetzt wirkt, im Raum, in der Architektur, finde ich, es wirkt als leichtes Deckenelement.
37:49Und das gibt einen Rahmen für die ganze Ausstellung.
37:52Ansonsten wären die Hallen einfach viel zu riesig, um den Exponaten den richtigen Hintergrund zu bieten.
37:59Es ist also ein inhaltliches Element und ein Gestaltungselement.
38:06Vom Himmel beleuchtet, erstrahlen die goldenen Exponate.
38:13Der Schatz des Tutankhamun entfaltet seine ganze Pracht.
38:34Also außer Textilien, Kleider, Schmuck, Schuhe, gibt es natürlich Handschuhe und Socken,
38:40weil der Tut sollte natürlich im Jenseits auch nicht frieren.
38:43Und die sind wirklich noch sehr, sehr gut erhalten, wie wir hier sehen.
38:47Textil, das wirklich im Grab erhalten wurde, das ist wirklich sehr besonders aus dieser Zeit.
38:56Dann der große Augenblick.
39:00Wie wirkt das wichtigste Exponat des ganzen Museums?
39:09Also ich bin natürlich maximal aufgeregt.
39:12Jetzt neben der Maske von Tutankhamun unter diesem beleuchteten Deckenelement,
39:17das ist wirklich ein sehr emotionaler und aufregender Moment für mich.
39:23Als Besucherin in der eigenen Ausstellung.
39:27Die Jahre der Arbeit haben sich mehr als gelohnt.
39:30Also für mich ist es heute das erste Mal, dass ich das wirklich komplett sehe, die Tutankhamun-Ausstellung.
39:35Ich war natürlich während der Planungsphase, war ich oft hier, dann während der Bauphase.
39:40Aber das wirklich, Beleuchtung, alle Exponate, dass das gesamte Zusammenspiel,
39:45wie das im Raum wirkt in der Architektur, das ist wirklich faszinierend.
39:49Und es ist genauso, wie wir es uns vorgestellt haben.
39:54Die Ausstellung steht.
39:56Kommt es nun noch wirklich zur lang erwarteten, offiziellen Eröffnung?
40:01Die Planungen laufen, es ist überall announced, klar.
40:05Wir haben gelernt, es kann alles passieren.
40:07Ich kann es mir gerade nicht vorstellen.
40:10Ich glaube, es ist auch politisch der richtige Moment.
40:16Ich denke, es findet statt, außer es passiert etwas, von dem wir heute noch nicht wissen,
40:21in den nächsten vier Tagen.
40:22Und wir haben gelernt, das kann immer passieren.
40:43Am 1. November 2025 ist es endlich soweit.
40:48Ägypten feiert.
40:50Exklusiv mit den Herrschern und Prominenten dieser Welt.
40:54Es war wahnsinnig aufregend.
40:56Es war wirklich ein Moment.
40:58Es war eine Woche Unsicherheit.
41:00Wie bin ich eingeladen zu der Eröffnung?
41:02Kann ich teilnehmen an der Eröffnung?
41:04Und ich bin dann nach Berlin geflogen, bin dann gemeinsam mit unserem Bundespräsidenten Steinmeier
41:09und seiner Delegation nach Kairo geflogen und habe dann die Gelegenheit gehabt,
41:14an dieser sensationellen und bombastischen Eröffnung teilzunehmen.
41:24Ich habe das schon ganz vorher verstanden, dass wir eine Eröffnung sein,
41:28wo Präsidenten, Könige und Königinnen eingeladen werden.
41:33Und da hat nichts damit zu tun, ob du in dem Projekt mitgewirkt hast oder nicht,
41:38sondern es hat ein ganz anderes politisches Statement.
41:40Es ist für das Land Ägypten ein Statement zu zeigen, hier sind wir und wir wollen uns der Welt präsentieren.
41:57Die ägyptische Bevölkerung nimmt bei Public Viewings am Spektakel teil.
42:05Und drei Tage später ist das Grand Ägyptian Museum, der Tempel der Pharaonen, dann endlich für alle geöffnet.
42:14Das war so ein bisschen ein Wow-Moment für mich.
42:17Ich habe mich irgendwann mal auch in die Ecke gestellt und habe nur diese Menschenmasse mal beobachtet,
42:22die wirklich so reinstürmen.
42:23Ich musste das auch mal ein bisschen für mich verarbeiten, dort vor Ort.
42:26Ich habe das nie mir nicht vorstellen können, weil ich glaube, das liegt auch daran,
42:30an dieser ganzen langen Geschichte.
42:33Einmal warst du raus und dann hast du gewartet, drei Jahre gewartet,
42:36dann gab es eine Eröffnung und nicht geöffnet und plötzlich ist es jetzt endlich da.
42:39Das ist ein unbeschreibliches Gefühl und auch so total surreal ein bisschen.
42:49Also ich muss sagen, zu sehen, wie die Menschen dieses Museum annehmen, ist wirklich sehr berührend.
42:56Das hätte ich mir nie vorstellen können.
42:58Ich habe immer gedacht, das Museum ist viel zu groß und so viel Platz.
43:01Und warum braucht Ägypten so ein riesiges Museum?
43:05Aber jetzt zu sehen, dass täglich 20.000 Menschen in dieses Museum gehen
43:10und da macht alles auf einmal Sinn, dass es dieses Museum gibt
43:14und macht mich stolz und freut mich.
43:16Ja, es funktioniert.
43:17Und dann kann ich auch nicht.
Comments