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00:00:01The German science-based experiment is in the Korn in the future.
00:00:06No place of transportation is not available to North Pole.
00:00:09In winter is the ice so big,
00:00:11that we have never been with a modern science-based experiment.
00:00:13It is not so, that we have too few data there.
00:00:16We have no data in the winter.
00:00:19Data, that they are gonna answer a question.
00:00:22Is the Arctis still to turn?
00:00:24A nowhere near this space is dramatic.
00:00:28We are facing big changes in the Arktis. The loss of the sea ice is残ished.
00:00:35We have no idea how the nature will react to that loss of the sea ice will be.
00:00:40What is the loss of the sea ice for the Arktis? And what does that mean for the Earth?
00:00:46What happens in the Polar region is not there. It has to be for the whole world.
00:00:52We don't need to discuss more about the climate change.
00:00:56We have to take a long time.
00:01:01The biggest Arktis expedition in our time is on the way to understand the climate of the future.
00:01:07You can only see the challenges here, if you can see the challenges here.
00:01:10And that's why it's time to make such a expedition here,
00:01:16to explore these challenges.
00:01:17We are trying to research on the planet.
00:01:19We are trying to research on the earth.
00:01:23It's a mission at a clear light and darkness in the darkness of the Polar.
00:01:28On the way, it's a single to – 40 degrees.
00:01:31It's research on the limit.
00:01:43September 2019, Auftakt der Mosaik Expedition.
00:01:47Der kühne Plan sieht vor, das Schiff soll im Eis festgefroren werden und dann ein Jahr lang mit dem Meereis
00:01:53driften.
00:01:54Im Mosaik wollen wir das aktive Klimasystem in seiner Gänze besser verstehen.
00:01:58Wir müssen alle Komponenten dieses Systems, nämlich die Atmosphäre, das Eis, der Ozean, das Ökosystem in der Arktis und die
00:02:05Biogeochemie untersuchen und auch insbesondere ihre Kopplungen untereinander.
00:02:12Bis heute konnten nur wenige Menschen in die zentrale Arktis vordringen.
00:02:18Die Arktis ist gefrorenes Meerwasser, die Antarktis ist ja Land.
00:02:23Und so schön, wie die Arktis auf Fotos aussieht, wenn man einmal draußen steht in der gnadenlosen Ruhe, die wirklich
00:02:29dort ist, dann weiß man, dass wenn man dort wirklich alleine ist, dass man eigentlich schon tot ist, wenn man
00:02:35das wirklich realisiert.
00:02:36Weil das ist einfach ein absolut lebensfeindliches Milieu.
00:02:41Die Arktis ist ja eine ganz faszinierende Region. Schnee und Eis, wer da einmal gewesen ist, der möchte ja immer
00:02:47wieder hin. Das ist dieser Polarvirus.
00:02:48Wenn du so nah am Nordpol oben bist, dann bist du so weit weg von dieser Zivilisation, eigentlich von der
00:02:55gesamten Menschheit, dass du sagen kannst, das Nächste, was jetzt noch kommt, ist eigentlich nur noch die ISS.
00:03:05In Indien haben die Menschen seit tausenden von Jahren kein Eis gesehen. Die Arktis für mich ist etwas Unwirkliches. Sie
00:03:11ist kalt, sie ist eisig, es ist eine weiße Wüste.
00:03:14Der sagt, die Arktis ist über uns, kühlt unsere Sorgen. Aber wie lange noch?
00:03:32Das ist das perfekte Schollensuchwetter.
00:03:36Die Suche nach einer stabilen Eisscholle ist die erste Herausforderung für die Expedition.
00:03:41Die Scholle muss dick genug sein, um eine ganze Forschungsstadt ein Jahr lang zu tragen.
00:03:47Ja, das will ich vermeiden.
00:03:49Das ist so schön hier, die Situation da. Wir wollen lieber angucken, statt kaputt fahren.
00:03:55Wir haben hier inzwischen ganz viele Satelliten da oben im Weltall, die auch die Arktis ständig erkunden.
00:03:59Die können durch Wolken durchgucken und wir wissen, wo hier Schollen rumtreiben und welche Größe sie haben.
00:04:04Was wir leider aus dem Weltall überhaupt nicht klären können, ist, wie dick die Schollen sind und ganz überhaupt nicht,
00:04:09welche innere Struktur die haben.
00:04:11Dann machen wir eventuell nämlich so, dass wir gehebe ich auch nochmal auf die beiden Schollen hier auf.
00:04:16Ich sag den Jungs noch Bescheid, dass wir auf dem Nebel aufpassen sollen.
00:04:20Wir gucken auch.
00:04:21Ingo, pass auf, Wetter haben wir gekriegt. Du siehst ja selber draußen, das ist eigentlich super sichten.
00:04:25Ja, wir fahren halt jetzt noch 20 Minuten, bis wir andocken, dann geht's auch los.
00:04:30Die Startregion für die Schollensuche ist ein Gebiet nördlich der sibirischen Küste.
00:04:35Hier beginnt die Transpolardrift.
00:04:37Der Wind schiebt das arktische Eis über den Nordpol, von der russischen Küste bis nach Grönland.
00:04:43Eingefroren in das Eis soll die Polarstern mittriften.
00:04:46Wir müssen da hinfahren, wir müssen Fuß auf die Scholle setzen, um darauf zu schließen, wie tragfähig das ist, wie
00:04:52fest das ist.
00:04:52Das kann man nur, wenn man wirklich hier von Scholle zu Scholle auf weite Distanzen zurücklegt, um sich das vor
00:04:57Ort ganz genau anzugucken.
00:05:00Die Arktis hat einen der wärmsten Sommer hinter sich. Wie dick ist das Eis noch?
00:05:13Das ist gleich wieder. Das ist hier wie das eben.
00:05:17Wir haben 60 Zentimeter hier. Also hier, das ist sie nicht.
00:05:25Man kann mit einer Scholle, die zwischen 30 und 60 Zentimeter Eisdicke hat, eine Expedition wie Mosaik ganz sicher nicht
00:05:31durchführen.
00:05:31Okay, okay, das ist nicht unsere Scholle.
00:05:34Und alle anderen Schollen, die wir auf den Radarsatellitendaten identifiziert haben, sehen leider ganz genauso aus.
00:05:39Und das macht uns große Sorge.
00:05:53Also wir sind ja durch die Nordostpassage gefahren, da war ja offenes Wasser.
00:05:57Und dann irgendwann ein leichtes Eis rein und eigentlich war es nicht übermäßig schwer.
00:06:00Was ja eigentlich auch das Erschreckende ist, dass man eben so weit in den Norden fährt, auch schon relativ spät
00:06:07im Jahr und eigentlich völlig problemlos vorankommt.
00:06:18Das ist eine der entscheidendsten Phasen gerade der Expedition.
00:06:21Das ist wirklich die Zeit, wo wir die wichtigen Entscheidungen fällen.
00:06:24Und noch können wir den Punkt auswählen.
00:06:26Sobald wir uns einfrieren lassen, sind wir in den Händen der Natur.
00:06:29Dann treiben uns die Kräfte von Wind- und Eistriften quer über die Arktis und dem sind wir dann einfach
00:06:34ausgesetzt.
00:06:44Das ist die, genau. Das ist diese, wo Markus Händel will. Das ist Eif 85, 138.
00:06:49Ich habe jetzt beschlossen, unseren Zickzack-Gurs, der uns von Scholle zu Scholle tragen sollte,
00:06:54damit wir ganz viele Schollen in dieser Umgebung angucken können, abzuweichen und direkt zuzulaufen auf unser Special Snowflake.
00:07:01Auf diese besondere Scholle, die wir aus den Satellitendaten ja schon identifiziert hatten,
00:07:04die diesen eingelagerten Kern hat, von dem wir noch nicht wissen, was das ist.
00:07:08Aber natürlich haben wir die Hoffnung, dass wir da vielleicht mal auf ein Stückchen stabileres Eis treffen werden.
00:07:16Erst gehen wir 50 Meter da lang. Dann laufen wir parallel zur Polarstern.
00:07:38Markus, Matt, bitte kommen.
00:07:40Kannst du die ersten Eisdickenmessungen wiederholen?
00:07:44Wir haben hier Stellen mit 90 Zentimeter und einige 1,40 Meter bis mehr als 2 Meter.
00:07:51Die ist anders. Und genau dieser Bereich, der an dieser Scholle anders ist,
00:07:55das ist gerade der, der sich jetzt als günstig herausstellt.
00:07:57Deswegen glaube ich auch, dass wir hier nicht gleichfertig wieder abdampfen.
00:08:01Das ist alles da, was es hier an Eistypen gibt in der direkten Umgebung.
00:08:05Genau, wie wir es brauchen. Also der ist schon nicht schlecht.
00:08:11Wir haben jetzt eine Scholle gefunden, an der liegen wir auch gerade, die einen härteren Kern hat.
00:08:16Einen Kern, in dem viele Eisschollen zusammengeschoben sind, zusammengefroren sind
00:08:20und die damit ein stabiles Gegenlager bilden könnte, wo das Schiff auch einigermaßen stabil dran liegen kann.
00:08:26Das Schiff soll zum Rückgrat einer Forschungsstadt werden.
00:08:31Stromkabel sind die Nervenstränge zu verschiedenen Messstationen.
00:08:34Ein Turm in Met City vermisst die Atmosphäre, ebenso wie ein Zeppelin aus Balloon Town.
00:08:43Unter das Eis schauen Observatorien wie Ocean City.
00:08:47Weitere Cities und autonome Messsonden in einem Radius von 20 Kilometern.
00:08:53So umfassend wurde die Arktis noch nie erforscht.
00:08:58Okay, gut. Das sieht gut aus.
00:09:0258 Grad Nord. Einmalig.
00:09:08Durchgehende Messungen über das gesamte Jahr sind der Kern der Mosaik-Expedition.
00:09:13Das geht nur mit einer stabilen Strom- und Datenverbindung.
00:09:18Kilometerlange Leitungen auf dem Meereis sind die Lebensadern der Forschungsstadt.
00:09:22Das aufwändige Forschungsdesign macht aus der Scholle ein Labor für die ganze Arktis.
00:09:29In wenigen Tagen wird die Sonne für fünf Monate verschwinden.
00:09:33Die Polarnacht beginnt.
00:09:35Bis dahin muss die Forschungsstadt stehen.
00:09:44Wir haben Unmengen an Ausrüstung dabei.
00:09:48Einfach deswegen. Wir sind momentan bei 85 Grad Nord.
00:09:51Hier gibt es keinen Baumarkt.
00:09:53Hier gibt es nichts.
00:09:55Alles, was wir nicht haben, wird es nicht geben.
00:09:59Dementsprechend haben wir gut 500 Tonnen, die sich jetzt so nach und nach aufs Eis bewegen.
00:10:04Da haben wir Infrastruktur dabei, Stromkabel, Wegebau.
00:10:09Wir haben Fahrzeuge dabei.
00:10:11Alles, was man für die Fahrzeuge braucht.
00:10:13Vom Treibstoff, Schmierstoffe, Ersatzteile.
00:10:15Es ist sehr, sehr viel, was wir dabei haben.
00:10:22Jetzt ist Ankunft und ab da nehmen wir Drift mal.
00:10:29Als wir an der Scholle angelegt haben, haben wir erstmal die Hauptmaschinen ausgestellt.
00:10:35Wir haben zwei Hilfsdiesel für die normalerweise Stromversorgung im Hafen.
00:10:39Scholle ist ja ähnlich wie ein Hafen, jetzt zumindest für uns.
00:10:43Und seitdem läuft die Stromversorgung sowohl für uns auf dem Schiff als auch für die Stationen auf der Scholle über
00:10:52die Hilfsdiesel.
00:10:56Ich sorge dafür, dass hier das Licht weiterleuchtet und dass es hier warm ist und dass die Wissenschaftler hier immer
00:11:01wieder zurückkommen können.
00:11:02Ich bin dafür verantwortlich, dass der Schiffsbetrieb erhalten bleibt.
00:11:07Aber es hat keinen Sinn, dass wir jetzt nur das Schiff erhalten und dann die Forschung völlig vergessen.
00:11:11Weil deswegen sind wir ja hier, um Werte, Daten zu sammeln.
00:11:23Wer in der Arctis arbeitet, muss sich bewusst sein, dass es eine lebensfreundliche Umgebung ist.
00:11:28Ich muss mich entsprechend darauf vorbereiten, was Kälte anbelangt.
00:11:34Stell dir vor, du musst etwas Kleines festmachen und die Handschuhe ausziehen.
00:11:38Das ist eine Riesenherausforderung.
00:11:45Parallel hierzu gibt es Gefahren der Tierwelt. Das ist der Polarbär.
00:11:51Unsere Aufgabe ist es dafür zu sorgen, dass alle Forscher wieder gesund nach Hause kommen und dass die Polarbären einen
00:12:00gewissen Abstand von uns halten.
00:12:01Das Sicherheitskonzept sieht eine Rundumbeobachtung vor. Mit Nachtsichtgeräten von der Brücke und Eisbärwächtern auf der Scholle.
00:12:28Stoppt die Arbeiten und kommt sofort zum Ski-Doo.
00:12:32Nehmt alles Essen mit.
00:12:34Evacuierung.
00:12:37Ich gehe mit dir.
00:12:38Schiff.
00:12:38Das ist das Wiese, das ist eine Rundumbeobachtung.
00:12:48Das ist ein Rundumbeobachtung.
00:12:50Das ist ein Rundumbeobachtung.
00:12:54No, no, no, no, no, no.
00:13:24Lassen wir sie jetzt auch erstmal tun.
00:13:40Wir sind hier in ihrem Lebensraum. Ich will ihnen nicht wehtun. Und ich will nicht, dass sie Angst haben.
00:13:49Wir wollen keinen Ärger.
00:13:54Ich will nicht auf einen Eisbären schießen. Deshalb ist es gut, dass sie merken, dass wir einfach zu laut für
00:13:59sie sind.
00:14:18Dann ist die Polarnacht da. Fünf Monate Dunkelheit.
00:14:22Die nächste Herausforderung für die Forscher.
00:14:26Das fängt schon alleine mit der Einstellung an. Wenn ich hierher komme und sage, mir graut es vor der Polarnacht,
00:14:30dann muss ich mir definitiv auch vor der Polarnacht grauen.
00:14:34Man muss halt seinen Rhythmus finden. Man muss sich natürlich immer mit Arbeit beschäftigen. Langeweile ist nicht besonders gut.
00:14:40Und für mich hat sich auch noch als sehr nützlich herausgestellt, immer für ausreichend Beleuchtung, um mich rumzusorgen.
00:14:50Miss Piggy, ein Messzeppelin, ist im größten Zelt auf dem Eis zu Hause.
00:14:55Ballon-Town. Bis auf 1500 Meter soll sie aufsteigen, um Wetterparameter und Eigenschaften der Atmosphäre zu messen.
00:15:05Das ist ja das Problem, wenn ich unten Wind habe. Da hast du nämlich dann Probleme, den Ballon zu händeln.
00:15:10Und ganz, ganz wichtig ist eine akribische Vorbereitung. Gerade bei so einer Expedition wie der hier, was man nicht vorbereitet
00:15:17hat, was man nicht mit hat, wird nichts.
00:15:19Und da können ganze Projekte einfach scheitern, weil am Ende, ich habe sowas schon erlebt, am Ende eine kleine Schraube
00:15:25fehlte.
00:15:25Und man damit das Instrument nicht zum Laufen gekriegt hat.
00:15:29So, und das? Batterien.
00:15:33Warum arm die nicht fest?
00:15:35Das hatte sich leider ein bisschen aufgelöst.
00:15:37Deshalb auch immer darauf achten, dass es so rum ans Seil kommt.
00:15:41Sonst läuft es die Gefahr.
00:15:42Und wenn es genau über dir ist, ist es schon mal eins knapp am Kopf vorbeigeflogen.
00:15:46Wirklich? Ja.
00:15:47Sicher, dass es dich nicht getroffen hat?
00:15:50Ich lasse ihn mal noch einen Meter hoch.
00:15:53Dann guckst du nach dem Wind und schreibst die Messzeit auf.
00:16:12Das Eis bewegt sich.
00:16:19Sagt Bescheid, wie sich die Lage entwickelt.
00:16:24Yes, of course I will.
00:16:27Das Eis hat sich da drauf geschoben.
00:16:34Es hat aufgehört.
00:16:36Es ist wieder still in der Arktis.
00:16:40Hier sind Kräfte am Werk.
00:16:42Wir machen einen Großteil unserer Arbeiten auf einer sehr dynamischen Eisoberfläche.
00:16:46Das Eis wird vom Wind über den Nordpolarbereich geschoben.
00:16:50Auf das Eis wirken enorme Kräfte.
00:16:52Der Wind und die Strömung im Ozean zerren am Eis.
00:16:56Sie sorgen für Spannung und irgendwann gibt das Eis nach und bricht.
00:17:15Was passiert in der Atmosphäre über dem Meereis?
00:17:18Das wird in der meteorologischen Station Mad City gemessen.
00:17:22Über Strom- und Datenkabel ist es direkt mit der Polarstern verbunden.
00:17:28Alles auf grün.
00:17:30Der Mestrum lebt.
00:17:35Mann.
00:17:37Das ist ziemlich cool.
00:17:41Es dampft, wo ich mir die Nase abgewischt habe.
00:17:54Das sind Radiometer.
00:17:58Die schauen sich die Energie in der Atmosphäre an.
00:18:01Im Sommer messen sie das Sonnenlicht, im Winter die Strahlungen.
00:18:05Diese Strahlungswerte sind enorm wichtig für die Energiebilanz des Eises.
00:18:14Auf der Schaukel haben wir dazu passende Instrumente.
00:18:19Sie messen die Strahlung, die von unten kommt.
00:18:25Zusammen haben wir dann die Werte für die hoch- und runterwandernde Strahlung an der Oberfläche.
00:18:38Wir müssen die Energiebilanz verstehen, weil wir wissen wollen, was das Meereis erlebt und wie das die Temperatur, das Schmelzen
00:18:44oder das Frieren des Eises beeinflusst.
00:18:56Andere Kollegen hier untersuchen die Meereisdicke, das Temperaturprofil des Eises und die Meeresströmungen darunter.
00:19:03Das hilft uns, das große Ganze zu verstehen.
00:19:08Wir messen die Strahlung, die die Oberseite des Eises erreicht, und die Kollegen messen dann die Energie, die die Unterseite
00:19:14erreicht.
00:19:15So können wir verstehen, wie sich das Eis im Laufe des Jahres entwickelt.
00:19:26Dann liegst du friedlich in deinem Bett und schläfst, auf einmal stellt das Telefon, und wenn man ausschaut, sieht man
00:19:31ja die Scheiße.
00:19:32Da hat sich mal so ein halber Bodensee aufgeteilt, würde ich sagen.
00:19:37Ja, so viele lose Kabel haben wir da drüber, glaube ich, nicht hingelegt.
00:19:42Oh, jetzt ist die Arbeit.
00:19:4517. November.
00:19:47Eine großräumige Eisbewegung hat die Scholle erwischt.
00:19:51Met City ist vom Stromnetz der Polarstern abgeschnitten.
00:19:54Die Bruchstruktur erstreckt sich auf Dutzende Kilometer durch die zentrale Arktis.
00:20:00Wir bauen das Stromnetz nicht wieder auf.
00:20:03Wir retten das Material und warten ab.
00:20:07Die beste Strategie ist wohl, die Stecker zu drängen.
00:20:10Die Kabel ziehen wir mit den Skilos raus.
00:20:13All right.
00:20:26Durch die Kälte hier und mit unseren begrenzten Möglichkeiten, die wir hier haben, dauert einfach alles viel, viel länger.
00:20:32Dann kann es sein, du bist mal zwei Stunden lang irgendwo draußen, aber eigentlich wäre es eine Tätigkeit, die in
00:20:37zehn Minuten erledigt wäre.
00:20:52Die Stecker sind gerissen. Vermutlich im Wasser oder unterm Schnee.
00:21:00Wir sind nahe dran.
00:21:03Da ist er.
00:21:07Da ist noch was.
00:21:09Vielleicht ein Pfosten.
00:21:18Wir haben uns das ganz genau angeschaut. In Echtzeit.
00:21:22Wir sehen einen Austausch von allen möglichen Dingen.
00:21:26Der Ozean ist das Wärmste hier, schließlich ist er nicht gefroren.
00:21:32Wenn sich so ein Lid, ein Riss im Eis, auftut, entweicht die Wärme in die Atmosphäre.
00:21:37Die Atmosphäre darüber ist sehr kalt. Und das verursacht Turbulenzen.
00:21:42Wir sehen den Austausch von Feuchtigkeit, Verdunstung und auch den Austausch von Gasen.
00:21:50In Mosaik wollen wir das gesamte arktische Klimasystem besser verstehen.
00:21:54Wir wollen es besser verstehen, damit wir die Klimamodelle robuster und genauer hinbekommen.
00:22:00Klimamodelle simulieren die Realität im Computer.
00:22:03Es gibt verschiedene Modelle, um die Zukunft auszurechnen.
00:22:06Das Problem, ohne genaue Datengrundlage können die Modelle nur raten.
00:22:11Aus der Polarnacht gibt es bisher keine Daten für diese Berechnungen.
00:22:15Welche komplexen Prozesse zwischen Atmosphäre, Meereis und Ozean spielen sich in der Arktis ab?
00:22:23Wir müssen diese Modelle mit echten Messungen ergänzen. Mit Daten. Mit Beobachtungen.
00:22:37Der Tag beginnt, wenn man sagen kann. Wir haben momentan ja die dicke Dunkelheit.
00:22:41Die Bäckerin, die ist zwischen vier und halb fünf in der Küche, die fängt dann natürlich an, ihre Brötchen zu
00:22:46machen.
00:22:46Ich komme gegen fünf dazu.
00:22:50Wir sind hier gute hundert Leute an Bord über Wissenschaftler und auch die eigene Crew.
00:22:56Und da bereiten wir das Frühstück vor, Mittag vor, Kaffeezeit und natürlich das Abendbrot mit drei Mann.
00:23:04Da muss das schon ganz klar strukturiert werden, wer wie was macht und wer wie unterstützt.
00:23:14Versagte Kombüse ist die Stimmung im Keller.
00:23:17Gibt der Koch den Geist auf, dann ist verloren.
00:23:19Also du musst wirklich durch das Essen auch die Mannschaft bei Laune halten.
00:23:26Ich habe vor kurzem mit meiner Frau kommuniziert.
00:23:29Die sagte, Mensch, wir haben jetzt Bodenfrost minus ein Grad.
00:23:32Da lache ich drüber. Wir liegen hier bei minus 26 Grad. Wann haben wir das mal zu Hause?
00:23:36Das ist schon faszinierend.
00:23:43An der Oberfläche sieht es so aus, als sei hier nur Schnee.
00:23:46Es herrscht Ruhe. Aber in echt passiert unter dem Eis so viel.
00:23:49Wir suchen so einiges.
00:23:51Einfach gesagt wollen wir wissen, wer ist da?
00:23:54Uns interessiert die Artenvielfalt.
00:24:04Der Durchbruch für unsere Forschung ist das neue Loch im Eis.
00:24:10Normalerweise mache ich Laborexperimente mit einer Pipette.
00:24:14Filigrane Arbeit.
00:24:15Jetzt stehe ich da mit einer 60 Zentimeter langen Kettensäge.
00:24:24Dieser Zugang zum Ozean ist entscheidend für Mosaik.
00:24:30Wir haben vier große Eisblöcke rausgeschnitten.
00:24:34Viermal knapp zwei Tonnen Eis.
00:24:39An diesem Ort der Welt, zu dieser Jahreszeit Mitte November, gab es bisher einfach keine Daten.
00:24:46Das ist ein Meilenstein der Arktis-Forschung.
00:24:50Was war jetzt? Minus 27 oder?
00:24:53Blaue, ne?
00:24:54Ist das kalt.
00:24:57Ihr habt euch da die Gericht ausgesucht.
00:24:59Entschuldigung.
00:25:04Ja, ein bisschen noch hier rüber.
00:25:08Okay, die CTD hängt okay. Kann runter.
00:25:12Ja, langsam.
00:25:13Okay, CTD ist im Wasser.
00:25:16Wir fahren ein Gerät bis auf den Meeresboden quasi.
00:25:20Das ist eine CTD-Rosette.
00:25:23Das sind 24 Wasserflaschen mit jeweils 12 Liter Volumen für die Wasserratten,
00:25:29für die Leute, die die Wasserproben hier analysieren wollen.
00:25:32Uwe, so bei 4.260 ist der Boden, glaube ich.
00:25:35Bei 4.1 reduzieren wir mal die Geschwindigkeit.
00:25:38Ja, theoretisch noch 25 Meter, aber das Altimeter hat auch nur nichts gesehen.
00:25:48Noch 20 Meter theoretisch bis zum Boden, aber wir haben immer noch kein Altimeter-Signal.
00:25:54Man weiß halt nicht hundertprozentig genau, wie tief das Wasser hier ist und muss sich halt auf einen Sensor verlassen,
00:26:00der einem den Abstand zum Meeresboden gibt.
00:26:02Aber der funktioniert auch nicht immer so zuverlässig, vor allem, wenn das Gerät schräg steht.
00:26:06Noch 15 Meter theoretisch, aber wir haben immer noch kein Altimeter.
00:26:13Ne, mach mal Stopp.
00:26:15Ja, das ist zu heikel.
00:26:18Altimeter kommt einfach nicht.
00:26:21Wir sind mal auf Tiefe, sag ich mal.
00:26:24Dann feuere ich mal eine Flasche ab.
00:26:30Genau, und in verschiedenen Wassertiefen nehmen wir dann halt diese Wasserproben,
00:26:33die dann von den Chemikern und Biologen abgezapft werden und analysiert werden.
00:26:37In einem Milliliter Meerwasser, das ist weniger als ein Teelöffel, leben mehr als eine Million Bakterien.
00:26:46Darauf baut eine unglaubliche Artenvielfalt auf.
00:26:53Jeder Zylinder ist gefüllt mit zwölf Litern Grundlagenforschung.
00:26:58Bakterien und Plankton sind die Nahrungsquellen des Meeres.
00:27:01Wo leben sie unter dem Meereis?
00:27:03Und wie entwickeln sie sich über das Jahr der Mosaikexpedition?
00:27:07Ein Fingerabdruck bisher unerforschten Lebens.
00:27:12Mit DIC bist du fertig.
00:27:14Sollten 2000 sein.
00:27:16Sind nur 1100.
00:27:21Das gibt uns eine Vorstellung von der Nahrungskette.
00:27:25Von den kleinen unsichtbaren Dingen, über den Fisch bis zum Eisbären.
00:27:28Das ist die Nahrungskette der Arktis.
00:27:35Wir haben ein paar kleine Tiere gefangen.
00:27:40Ruderfußkrebse, Tiefseekrill, Quallen.
00:27:44Es gibt Leben.
00:27:47Nicht so viel Biomasse wie in unseren Breiten.
00:27:50Aber hey, es gibt Leben.
00:27:56Wir machen ein vollständiges Bild vom Energiehaushalt des Zooplanktons.
00:28:01Wie viel es frisst, wie viel es atmet, wie es sich vermehrt und wie schnell es wächst.
00:28:06So können wir sagen, wie viel Energie sie aufnehmen und wie viel sie wieder abgeben.
00:28:11Und das hilft uns dabei, die Modelle zu verbessern und genauere Aussagen über die Zukunft treffen zu können.
00:28:19Was passiert, wenn sich die Arktis verändert?
00:28:26Bob sieht am Mikroskop, ob sie männlich oder weiblich sind oder wie jung sie sind.
00:28:33Diese Ruderfußkrebse können drei bis vier Jahre alt werden.
00:28:38Viel für so ein kleines Tier.
00:28:41Hier ist einer mit Eiern und einer ohne Eier.
00:28:44Der eine ist bereit, sich fortzupflanzen.
00:28:50Zuerst tragen sie die Eier an ihrem Körper.
00:28:53Dann, kurz vor dem Frühling, zur Algenblüte, lassen sie die Eier an der Wasseroberfläche frei.
00:28:58Da hat der Nachwuchs direkt Nahrung zur Verfügung.
00:29:02Was aber, wenn wir irgendwann in dieser Jahreszeit kein Meereis mehr haben?
00:29:06Wenn diese Tiere normalerweise anfangen zu fressen.
00:29:10Die Kopepoden können dann die Algenblüte verpassen und verhungern.
00:29:15Alles ist miteinander verbunden.
00:29:18Deshalb ist es so kompliziert.
00:29:23Über Jahrtausende hat sich in der Arktis ein fein justiertes Gleichgewicht etabliert.
00:29:29Wenn das Meereis verschwindet, stirbt dieses Ökosystem.
00:29:44Wie viele Meter sind das?
00:29:46300 Meter.
00:29:51Wir wissen nichts über die Tiefseefische.
00:29:54Unsere Daten sind die einzigen.
00:30:00Alles, was wir finden, wird völlig neu sein.
00:30:20Ist das ein atlantischer Kabeljau?
00:30:22Das ist ein atlantischer Kabeljau.
00:30:24Kein Polardosch.
00:30:25Wie ist das möglich?
00:30:32Er ist auch zu groß für einen Polardosch.
00:30:36Kann ich ihn küssen?
00:30:38Das ist ein Fisch.
00:30:42Das ist unglaublich.
00:30:45Soll ich ihn küssen?
00:30:46Falls wir nie einen Polardosch fangen.
00:30:49Küss ihn.
00:30:53Das beweist, dass die atlantischen Wasserschichten weiter nach Norden wandern, als wir dachten.
00:31:03Noch einer.
00:31:09Unglaublich.
00:31:15Das ist der erste Fisch, der jemals im zentralen Polarmeer in dieser Tiefe gefangen wurde.
00:31:26Er ist 50 Zentimeter lang?
00:31:29Länger.
00:31:30Länger?
00:31:3154.
00:31:33Das ist ein gewöhnlicher Kabeljau.
00:31:36Dass er so weit im Norden leben kann, war überraschend.
00:31:40Es zeigt, dass die atlantischen Wassermassen weiter nach Norden wandern.
00:31:53Erstmals haben wir die Chance, ein großes maritimes Ökosystem zu erforschen, bevor es ausgebeutet wird.
00:32:04Es gibt hier zwar Fische, aber es sind nur sehr wenige.
00:32:09Mein Rat an die Politik lautet deshalb, hier auch in Zukunft keine Fischerei zu erlauben.
00:32:16Sonst bricht dieses Ökosystem zusammen.
00:32:19Das Ökosystem will collapse.
00:32:30Ansonsten mache ich hier oben den Spaß immer wieder mal.
00:32:33Man muss die Leute auch bei Laune halten.
00:32:34Drei Monate sind jetzt nicht unbedingt ein Zeitraum, wo die Stimmung immer ganz oben ist.
00:32:39Deswegen kommt da nachher gleich Radio Mosaik.
00:32:43Und bei Radio Mosaik kommt noch ein bisschen Musik dort rein.
00:32:48Dann fangen wir den Nachmittag hier locker an und schauen, was dabei rauskommt.
00:33:12Wir haben Fußspuren von einem Eisbären entdeckt, die sind nicht älter als zwei Tage.
00:33:19Also seid vorsichtig, wenn ihr rausgeht.
00:33:22Und wir beginnen mit einem Song von Quiet Riot.
00:33:26Komm, fühl den Geräusch.
00:33:28Enjoy!
00:33:32Come on, feel the noise.
00:33:35Girls, rock your voice.
00:33:38We're getting wild, wild, wild.
00:33:42Wild, wild, wild.
00:33:46So you think I've got any more lines?
00:33:49Tell you, honey.
00:33:52I don't know why.
00:33:55I don't know why.
00:33:59So you think we'll sing it time and time?
00:34:02It makes me funny.
00:34:05I don't know why.
00:34:08I don't know why.
00:34:12Anymore.
00:34:13Oh, no.
00:34:15So come on, feel the noise.
00:34:19Girls, rock your voice.
00:34:22We're getting wild, wild, wild.
00:34:25Wild, wild, wild.
00:34:28Come on, feel the noise.
00:34:32Girls, rock your voice.
00:34:35We're getting wild, wild, wild.
00:34:38Oh, yeah.
00:34:48Seit über 40 Jahren beobachten wir das Meereis durchgängig per Satellit.
00:34:53Dadurch können wir den rasanten Eisverlust der letzten vier Jahrzehnte sehr klar dokumentieren.
00:35:022007 habe ich den beobachteten Verlust des Meereises mit den Vorhersagen der Klimamodelle verglichen.
00:35:08Diese hatten das Tempo des Eisverlusts krass unterschätzt.
00:35:14Was sagen die Satellitensignale aus dem Weltall über die Eisdicke vor Ort aus?
00:35:20Algorithmen übersetzen die Signale in verwertbare Daten.
00:35:25Weltweit schauen Raumfahrtagenturen mit ihren Satelliten auf die driftende Mosaikscholle.
00:35:32Auf dem Eis stehen nun die gleichen Sensoren wie im Weltall.
00:35:38Die Instrumente, die jetzt hier sind, wurden zwar teilweise schon mal irgendwie eingesetzt,
00:35:42aber nie in der zentralen Arktis und nie im Winter, nie über so eine lange Zeit.
00:36:00Die Daten der Satelliten zeigen uns nicht direkt, was wir sehen wollen.
00:36:04Wir müssen sie in verwertbare Informationen übersetzen.
00:36:10Hier können die Forscher vor Ort nachvollziehen, was die Signale bedeuten,
00:36:14die vom Schnee, vom Meereis oder vom Ozean zurück ins All reflektiert werden.
00:36:19Wir müssen verstehen, wie die Konsistenz des Schnees unsere Radarsignale beeinflusst.
00:36:39Dieses Instrument ist einzigartig.
00:36:43Es sendet Radarwellen in zwei verschiedenen Frequenzen aus.
00:36:49Die eine Frequenz wird hoffentlich von der Schneeoberfläche reflektiert.
00:36:55Und die andere Frequenz gibt uns Reflektionen von der Eisoberfläche.
00:37:01Damit können wir dann die Schneedicke bestimmen.
00:37:18Wenn man 29 Jahre hier arbeitet, dann entwickelt man schon irgendwo ein Gefühl zu diesem technischen,
00:37:25es ist ja eigentlich nur ein Stück Technik, aber trotzdem.
00:37:29Es hat so seine Macken, Eigenheiten.
00:37:33Und dann kommt eben noch dazu, man ist ja nicht alleine hier,
00:37:35es gibt ja nicht nur mich und die Polarstellen,
00:37:37sondern hier sind ja auch noch 40 Mann Besatzungen dabei,
00:37:40mit denen ich also auch die Hälfte meines Lebens verbringe.
00:37:43Das sind fast familiäre Bande, die man hier so hat.
00:37:58Weihnachten hier auf Polarstern ist was Besonderes.
00:38:02Die Engel haben es den Hürden verkündet, Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden.
00:38:09Familie und Freunde treffen sich an Weihnachten, um gemeinsame schöne Stunden zu verbringen.
00:38:15Es werden Geschenke verteilt und man erfreut sich an der Freude der anderen.
00:38:21Ein friedliches Beisammensein.
00:38:25Und wenn ich so ganz ehrlich bin, also ich wäre jetzt Weihnachten lieber woanders.
00:38:30Aber gerade dieses Weihnachtsfest hier, mitten im Nirgendwo, mit Menschen aus 18 Nationen, hat einen gewissen Reiz.
00:38:40Wir können zusammen feiern und Menschen, die zusammen feiern, haben Frieden.
00:38:45Und, das kommt jetzt noch dazu, wir haben eine gemeinsame Aufgabe.
00:38:51Und die ist, diese wichtige Expedition zu einem Erfolg zu bringen.
00:39:14Das hier ist verbunden.
00:39:16Hier sind alle verbunden.
00:39:18Vielleicht ist es die Batterie.
00:39:22Unter den extremen Bedingungen in der zentralen Arktis sind die Arbeiten auf dem Eis ein täglicher Kampf.
00:39:31Ein trauriger Tag.
00:39:33Mein Instrument funktioniert nicht.
00:39:43Bisher hat es einwandfrei funktioniert, jetzt nicht mehr.
00:39:46Ich hoffe, wir bekommen das schnell wieder hin.
00:39:54In dieser extremen Umgebung, es ist heute echt kalt und windig, war es schwer, die Geräte zu sichern.
00:40:01Mal sehen.
00:40:05Uns bleibt kaum Zeit zur Datenverarbeitung, weil wir so sehr damit beschäftigt sind, die Geräte am Laufen zu halten.
00:40:12Erstmal reparieren wir, bevor wir Wissenschaft machen können.
00:40:22Ich kann das Ding inzwischen mit verbundenen Augen reparieren.
00:40:26So viele Probleme haben wir behoben.
00:40:32Es ist schwierig, die Geräte in Gang zu halten bei diesen harschen Bedingungen.
00:40:38Das war echt hart.
00:40:40Aber ich gebe nicht auf.
00:40:42Das kann ich nicht machen.
00:40:43Wir versuchen es weiter.
00:40:47Unser Team gibt wirklich alles.
00:40:58Wir müssen unsere Ergebnisse nach außen tragen.
00:41:02Zu denen, die politische Entscheidungen treffen.
00:41:07Ich tausche mich gern mit Politikern aus, weil ich will, dass meine Forschung etwas bewirkt.
00:41:12Aber ich sehe nie, wohin das am Ende führt.
00:41:19Eindeutige Fakten zu liefern, mit denen Politik gemacht werden kann, das ist eine der Hoffnungen hinter der Mosaik-Expedition.
00:41:34Das ist großartig.
00:41:40Hallo Fuchs.
00:41:41Hallo Fuchs.
00:41:42Das ist toll.
00:41:45Mein erster Polarfuchs.
00:41:49Er geht. Schade.
00:41:53Das ist so großartig.
00:41:58Mal sehen, ob mein Instrument jetzt geht.
00:42:08Es ist eine Landschaft, die kann man vielleicht mit einer Wüste vergleichen.
00:42:12Die Windgetriebe sich permanent verändern.
00:42:15Sie ist unbedingt tödlich.
00:42:18Da braucht man uns nichts vorzumachen.
00:42:20Dieses Schiff hier, das ist unsere Überlebenszelle.
00:42:23Wenn wir jetzt da draußen wären, könnten wir nicht sehr lange überlegen.
00:42:27Es ist irgendwie was Gewaltiges.
00:42:29Pure Natur.
00:42:38Das ist ein wunderbares Beispiel für thermische Belastung.
00:42:41Wir hatten den einen Tag minus 38 Grad.
00:42:44Und hier drin auf der Brücke sind plus 20 Grad.
00:42:48Und ja, dann hat es auf einmal geknallt und dann war sie kaputt.
00:42:51Wir haben keinen Ersatz dafür.
00:42:52Außerdem wäre das auch eine komische Aufgabe, das jetzt hier rauszubauen bei den Temperaturen und dann eine neue Scheibe einzusetzen.
00:42:58Also das ist ähnlich.
00:43:06Ich habe nicht gedacht, wie müde diese dauernde Dunkelheit macht.
00:43:11Ich werde echt müde von der Arbeit in der Polarnacht.
00:43:16Den ganzen Tag bin ich draußen und alles, was ich sehe, ist der Lichtkegel der Stirnlampe.
00:43:21Ich bin echt müde, wenn ich reinkomme.
00:43:24Es ist immer Nacht.
00:43:26Aber nachts will ich ins Bett und so fühle ich mich draußen den ganzen Tag.
00:43:34Ich habe ein paar der Sprossen gegessen.
00:43:36Aus den übrigen wird jetzt ein Pflänzchen.
00:43:40Ich wünschte, ich hätte etwas Erde, um sie einzupflanzen.
00:43:43Es ist echt so cool, was Grünes und Lebendiges in der Arktis zu haben.
00:43:49Bei minus 30 Grad und totaler Dunkelheit.
00:43:52Ich mache auch Sport.
00:43:54Das hilft mir, wach zu bleiben.
00:44:19Im Shop läuft es so, der Shop ist jeden Mittwochabend um 19 Uhr.
00:44:24Wir haben verschiedene Artikel, sei es Duschgel oder Haarpflegeprodukte oder diverse andere Kosmetikas.
00:44:32Dann kommen sie zu mir, bezahlen das Ganze und haben dann Freude daran.
00:44:38Hallo, Thomas.
00:44:39Guten Abend, Ellen.
00:44:41Wir werden ja rund um die Uhr voll versorgt.
00:44:43Wir haben noch nicht mal einen Arbeitsweg.
00:44:45Ein, zwei Level tiefer gehen und schon steht das Gerät und man kann losmessen.
00:44:48Das ist ja im normalen Leben ganz anders.
00:44:51Und da hat man noch ein Privatleben.
00:44:52Das ist ja alles sehr reduziert auf dem Schiff, aber man kann wirklich sehr intensiv arbeiten.
00:44:58Also messen, forschen.
00:45:02Meereis kann Geschichten erzählen.
00:45:05Eingeschlossen in das Eis wandern Gase und Sedimente durch die Arktis.
00:45:11Ihre Bedeutung zu entschlüsseln, ist die Aufgabe der Biogeochemiker.
00:45:15In den Eiskernen finden sie wichtige Hinweise.
00:45:22Die Suche führt sie oft weit weg von der Forschungsstadt.
00:45:28Das, was ich untersuche, ist der natürliche Kreislauf des Methans.
00:45:34Das Methan wird gebildet bei dem Abbau organischer Substanz.
00:45:38Und dieses Methan kann über die Sedimente in die Wassersäule gelangen
00:45:42und über die Wassersäule kann es in das Eis gelangen.
00:45:46Und dann wird es mit dem Eis transportiert.
00:45:51Um diesen Kreislauf zu verstehen, müssen wir auch wissen, welche Prozesse im Arktischen Ozean stattfinden
00:45:57und was passiert mit dem Methan, was eingeschlossen ist im Eis.
00:46:01Und darüber ist bisher wenig bekannt, weil bisher eigentlich nicht so richtig berücksichtigt wurde,
00:46:05dass das Eis als Träger für das Methan überhaupt eine Rolle spielt.
00:46:11Oh, das ist eine Sedimentschicht.
00:46:13Das ist eine Sedimentläre.
00:46:17Und wir hatten hier eben das riesige Glück, da ist eine Lage, die ist schwarz.
00:46:21Es ist lauter Sediment.
00:46:22Das heißt, das ist nicht hier im offenen Ozean gefroren, sondern Schelf und Küste.
00:46:27Wo das Methan auch herkommt.
00:46:40Jeder Stein hat einen eigenen Fingerabdruck.
00:46:43Wir können verschiedene Steintypen identifizieren und dadurch deren Ursprung erkennen.
00:46:52Wir warten auf den Helikopter, aber die sind noch beschäftigt.
00:46:58Die Polarstern ist weit entfernt.
00:47:01Das wäre bei diesen Bedingungen ein lebensgefährlicher Marsch.
00:47:06Wir müssen immer auf alles vorbereitet sein.
00:47:10Deswegen haben wir den Kocher und das Zelt dabei.
00:47:13Es ist echt kalt heute.
00:47:17Mit dem Helikopter zu fliegen ist auch immer ein größerer logistischer Aufwand.
00:47:36Das ist so das lebensfeindlichste Milieu, was ich kenne.
00:47:39Und sich dem immer wieder auszusetzen, rauszugehen, reinzugehen.
00:47:44Die Finger nicht mehr zu spüren, die Füße fangen an abzusterben.
00:47:47Und trotzdem zieht es einen dann doch trotzdem wieder raus.
00:47:50Das ist wirklich phänomenal.
00:47:53Die Analyse der Sedimentfunde zeigt, die Mosaikscholle entstand im Dezember 2018 vor den Neusibirischen Inseln.
00:48:02Die Transpolardrift wird schneller. Das Eis hat weniger Zeit zu wachsen.
00:48:14Wenn wir verfolgen wollen, den Weg des Gases jetzt, geht es ja wirklich darum, wo kommt es her, wo geht
00:48:21es hin, das wissen wir, in der Atmosphäre oder in den tiefen Ozean.
00:48:24Aber was passiert dazwischen? Und wie beeinflusst das, was dazwischen passiert, wo es dann letztendlich hingeht?
00:48:31Das ist eigentlich das Entscheidende. Man will ja nicht unbedingt wissen, wie viel im Ozean gelöst ist, sondern wie viel
00:48:36geht in die Atmosphäre, weil Methan ist ein Klimagas.
00:48:38Also wenn jetzt die Transpolardrift, weil das Eis schmilzt, eine größere Geschwindigkeit hat, welchen Einfluss hat das denn eigentlich?
00:48:47Das Eis ist immer in Bewegung. Es wandert durch die Arktis. Es wächst und schmilzt mit den Jahreszeiten.
00:48:55Aus jeder Lebensphase werden Proben genommen. Welche Stoffe sind darin eingeschlossen?
00:49:03Was ist in den frisch gewachsenen Frostblumen zu finden?
00:49:09Was steckt in dem dünnen Eis, das sich auf den Rissen, den Leeds, bildet?
00:49:20Das Eis bewegt sich.
00:49:33Je dünner die Arktis jetzt wird und wir mehr Leeds haben, also offene Wasserstraßen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit,
00:49:41dass die Freisetzung von nicht nur Methan, sondern auch anderen Gasen verstärkt möglich ist.
00:49:46Und das ist einer der Punkte, warum wir hier sind, um das wirklich zu messen, zu quantifizieren und Vorhersagen machen
00:49:51zu können,
00:49:51wie das wohl für die Zukunft aussehen wird für den Methankreislauf, wenn das Eis dünner wird, weniger wird oder ganz
00:49:58weg geht.
00:49:59Meereis kümmert sich nicht um Zeit. Es geht nicht um die Zeit, die bleibt,
00:50:04sondern um die Menge an CO2, die wir in der Atmosphäre pumpen können, bis das Meereis verschwindet.
00:50:09Wir können kein Datum nennen, aber das wollen Politiker. Sag mir, wann das Eis verschwindet.
00:50:15Zeitangaben sind hier nicht das Entscheidende. Am Ende zählt, was wir unsere Atmosphäre antun.
00:50:25Die Polarstern driftet am 18. Februar auf ihren nördlichsten Punkt hin.
00:50:30Ein zweiter Eisbrecher ist inzwischen mit Nachschub unterwegs.
00:50:37Der Plan sieht vor, die Polarstern alle drei Monate mit neuem Proviant und Treibstoff zu versorgen.
00:50:44Auch Crew und Forscher sollen ausgetauscht werden.
00:50:58Ein bisschen Vorgeschmack. Ein bisschen Gelegenheit zu trainieren, dass man die Klamotten-Schichten noch etwas kalibrieren muss.
00:51:04Das ist nämlich gerade viel zu warm. Am Körper zu warm und im Gesicht ein bisschen schattig.
00:51:12Noch so ein bisschen verrückter. Jetzt schiebt sich hier dieses Stahlmonster einfach seinen eigenen Scheinwerferkegel folgend in diese eisige, dunkle
00:51:20Welt.
00:51:22Irgendwie wird hier oben die Welt immer kleiner. Die längen gerade Rücken zusammen.
00:51:28Man trifft sich immer wieder. Es ist ja auch keine riesig große Gemeinde, die freiwillig ins Dunkle und Kalte geht.
00:51:38Die Idee ist, dass wir am Ende ein Gerät über ein Buch hängen, um kontinuierlich entlang der Strecke die Eisdicke
00:51:45zu messen.
00:51:46Und wir sind jetzt zu einem Zeitpunkt hier oben in der zentralen Arktis, wo sonst quasi kein Schiff da ist.
00:51:52Das heißt, es wird am Ende ein Datensatz, der in dem Sinne einzigartig ist, als dass wir einfach aus dem
00:51:56Winter in diesem Bereich keine realen eisdicken Daten haben.
00:52:16Ich bin zum ersten Mal hier unterwegs. Auf dem Eisbrecher ist mir erst richtig klar geworden, wie weit unser Ziel
00:52:23entfernt ist.
00:52:26Ich meine, wir reisen wochenlang zu diesem zauberhaften Hafen im Norden.
00:52:33Es ist schwer, sich vorzustellen, dass das Eis Jahr für Jahr abnimmt, wo wir doch von so viel Eis umgeben
00:52:39sind.
00:52:40Aber ich denke, wir sind die letzte Generation, die mehrjähriges Eis sehen wird. Eis, das älter ist als ein Jahr.
00:52:52Ich habe eine zehnjährige Tochter. Wie viele jüngere Leute kommt sie gerade in das Alter, in dem sie sich über
00:52:59die Umwelt und das Klima bewusst wird.
00:53:03Und diese Generation fragt sich, wie wird die Welt aussehen, wenn ich so alt bin wie mein Vater.
00:53:11Und wenn ich darüber nachdenke, die Arktis wird in 40 Jahren eine ganz andere sein.
00:53:17Sie ist ein kritischer Teil unseres Planeten. Und das müssen wir verstehen.
00:53:25Ich habe eine hohe Achtung von diesem russischen Kapitän, der auf der Transition ist.
00:53:30Das ist ein hervorragender Seemann. Und so wie ich ihn kennengelernt habe.
00:53:34Und die Leute, die da fahren, das sind echte Spezialisten, wie sie durchs Eis kommen.
00:53:39Und der kennt sein Schiff ja nun wirklich in- und auswendig.
00:53:42Der fährt auf seinem Schiff fast so lange wie ich hier auf meinem.
00:53:46Und er hat gesagt, das wird schwierig.
00:53:54Die Polarstern und das Eis, in dem sie eingeschlossen ist, driften nördlich von uns weg.
00:53:59Die Strecke, die wir fahren müssen, wird also immer länger und länger.
00:54:04Schulterrand ist der Wind, der das Schiff von uns wegdrückt.
00:54:11Polarstern in der Arktis mitten im Winter zu versorgen, dort den Austausch sicherzustellen, das hat so noch nicht stattgefunden.
00:54:19Und wir sind auf dem Weg zur maximalen Eisausdehnung in der Arktis.
00:54:23Und da ist es einfach schwierig, hier durchs Eis zu kommen.
00:54:27Und man sieht es auch, wir müssen immer wieder einen neuen Anlauf nehmen, um uns durchs Eis zu rammen.
00:54:36Dazu muss man auch noch sehen, dass Polarstern natürlich auch weiter driftet.
00:54:40Was manchmal den absurden Effekt hat, dass wir, wenn wir sehr langsam vorankommen, uns quasi Polarstern wegdriftet.
00:54:48Ja, wir hoffen eben, dass wir auch mal wieder schneller vorankommen, um Polarstern am Ende wirklich einzuholen.
00:54:57Im Idealfall suchen wir nach so einer Art Autobahn, was quasi offenes Wasser wäre, also ein Riss in der Eisoberfläche,
00:55:05der sich auftut und den wir dann entlangfahren können.
00:55:12Unser Grundproblem ist, dass wir in den letzten Tagen sehr dichtes Eis hatten und dass sehr viel Druck auf dem
00:55:19Eis war, sodass auch kein Platz ist, wo das Schiff das Eis hinschieben kann.
00:55:37So weit sind wir schon, dass bei jedem Crack ein bisschen Hoffnung aufkeimt.
00:55:43Die letzten Stunden waren ja ein bisschen besser jetzt.
00:55:48Wir machen hier was, was vorher noch nie jemand gemacht hat, mitten im Winter zum Nordkul zu schlagen.
00:56:14Absurde Situation eigentlich.
00:56:15Hier hat man so einen Monat lang, kämpft man sich hier ans Ende der Welt durch die dunkle Nacht und
00:56:21plötzlich ist da Licht.
00:56:23Als hat jemand eine Laterne vor die Tür gestellt.
00:56:35Position.
00:56:39Wir sind in Position 14.20 Uhr für die Buchführung.
00:56:44Und 14.20 Uhr dran ist in Position, halten wir hier fest.
00:56:47Wunderbar.
00:56:56Hannes, wollen wir da mal rüberfahren?
00:56:58Na ja, ich zieh mir dann meine Jacke über und dann lange runter raus an und dann fahren wir da
00:57:01mal rüber.
00:57:0328. Februar.
00:57:06Die Austauschoperation hat zwei Rekorde aufgestellt.
00:57:10Es ist die nördlichste Fahrt eines Schiffes durch die Polarnacht überhaupt und noch nie haben sich zwei Schiffe so nah
00:57:17am Nordpol getroffen.
00:57:38Ich dachte, wir schaffen das nie.
00:57:40Es hat geklappt.
00:57:59Es ist ein gutes Gefühl, endlich angekommen zu sein.
00:58:04Das ist eine lange Reise, einen Monat.
00:58:10Das ist eine einmalige Sache.
00:58:12Die größte Aktis-Expedition, die je stattgefunden hat zu einer Jahreszeit, wo man hier normalerweise nicht hinwehrt, haben wir dann
00:58:18auf der Anreise ja auch gemerkt.
00:58:21Das hat ja auch einen Grund, warum man hier normalerweise nicht ist.
00:58:24Die Natur hat das Sagen.
00:58:43Das Sonnenlicht geht langsam zurück.
00:58:47Ein wunderschöner Tag.
00:58:49Ein bisschen zu kalt für die Schneescooter.
00:58:52Aber die Jungs arbeiten dran.
00:58:54Das wird schon.
00:58:55Die Jungs arbeiten dran, also, wir sehen uns.
00:59:01Info für die Brücke.
00:59:02Hier ist ein Crack, der sich von Norden nach Süden zieht.
00:59:0450 Meter von Metz-City entfernt.
00:59:13Die Kabel der Lugel sind auf der Bühne.
00:59:16Sie können sehen, die Kabel.
00:59:18Ja.
00:59:19Die Kabel ist auf der Bühne.
00:59:24In der vergangenen Stunde hat sich ein Lugel geöffnet.
00:59:28Und das Problem ist, dass mit der Öffnung des Lugs haben sich jetzt die Stromkabel gezogen.
00:59:34Und damit müssen wir jetzt sowohl Riemont-Sensing-City als auch Metz-City vom Hauptstrom nehmen.
00:59:40Das hat natürlich einen großen Einfluss auf die Messung.
00:59:42Und das war jetzt die Idee, mit einem Helikopter rüber zu fliegen, weil das Lied schon zu weit ist, als
00:59:47dass man rüber gehen kann.
00:59:49Hier passiert eine Menge. Stand by.
00:59:56Der Wachmann für die Brücke.
01:00:01Hier, wer bewegt denn da den Kran?
01:00:09Den Kran bitte rausdrehen. Und zwar sofort.
01:00:14Die Bedingungen verschlechtern sich jetzt quasi stündlich.
01:00:16Und je schnellstmöglich wir das abgeschlossen haben, desto besseres Gefühl.
01:00:20Auf jeden Fall. Aber wenn, dann Flüge, dann jetzt noch.
01:00:23Wenn du bereit bist, starte ich.
01:00:27Alles auf grün. Der Wind steht auf sieben Uhr. Sechzehn Knoten.
01:00:45So ein ähnliches Ereignis haben wir im November gehabt. Also wo das alles aufgebrochen war.
01:00:49Ja. Was passiert dann eben? Ja.
01:00:53Wir haben gedacht, jetzt ist, jetzt haben wir erstmal Ruhe, weil das Eis ja eigentlich relativ dicht ist und auch
01:01:00relativ geschlossen.
01:01:01Aber die Natur hat uns hier eines anderen belehrt.
01:01:05Das ewige Eis ist in Bewegung geraten. Risse verändern zunehmend das Gesicht der Arktis.
01:01:14Das Eis friert nicht, weil der Schnee isoliert.
01:01:23Alles Matsch.
01:01:28Die gute Nachricht für Remote Sensing und Mad City ist, dass die Risse zufrieren.
01:01:35Die Generatoren in Mad City laufen auch noch. Also die haben Strom. Das ist gut.
01:01:41Die Teams für Eisbohrungen müssen den Helikopter nehmen. Als ob die bei dem Wetter fliegen könnten.
01:01:46Ich weiß nicht, ob sie mit diesem Wetter fliegen können.
01:02:02Wobei, die Oper sind 16 Jahre 20 Jahre alt.
01:02:03Im Satellitenfilm sehen wir ein wunderschönes Tief, das sich uns langsam nähert, dadurch dass die
01:02:09im Kern des Tiefs ist relativ viel luftleerer Raum. Je näher das tief rückt, desto mehr nimmt der Wind ab,
01:02:16paradoxerweise.
01:02:17But the snow and the clouds stay the whole time,
01:02:19because the deep wind gets to us again.
01:02:22We don't get out of it.
01:02:24Of course, flying weather is not.
01:02:26That's why the wait was the right decision.
01:02:29And I think that Saturday is a day where not much possible outside.
01:02:33So you should stop the ice off.
01:02:46The space is really, really small.
01:02:49It's not easy to go to the maintenance.
01:02:51It's not easy to go to the maintenance.
01:02:54Normally in a company make at least 10 people work.
01:02:58But we are here only two people.
01:03:05We are limited.
01:03:07And you have to have it really cold.
01:03:11And we can fly to minus 45 degrees.
01:03:15If it's even lower or even colder,
01:03:17then we can't fly anymore.
01:03:19And there's a risk for a wide out.
01:03:22That's a huge problem.
01:03:25You don't know what under or above is.
01:03:28And you don't have any reference.
01:03:30The snow is white.
01:03:31If it's under and above is white,
01:03:32it's not a reference,
01:03:34then it's dangerous.
01:03:40It will be a bit of endurance.
01:03:42It will be a bit of endurance.
01:03:44Because we are hoping to do something.
01:03:46The snow is not easy to go to the sky.
01:03:48It's always risky.
01:03:50So, it's always very risky for the Borderlands.
01:03:52And yeah.
01:03:53I've got to decide if I'm falling off or not.
01:03:55Which is always quite difficult.
01:03:58Just a bit difficult.
01:04:1040 Grad, the coldest phase of the expedition, has reached.
01:04:14The temperature of the wind is at about 10 degrees.
01:04:23For me, snow tells a story.
01:04:26It shows how the environment has developed,
01:04:30since it has fallen.
01:04:32Just by digging a snow pit,
01:04:35we can see what conditions were used.
01:04:39We come every week to the same place.
01:04:42And the same site has changed.
01:04:45We try to understand what changes,
01:04:48and how it changes,
01:04:49to the whole snowpack.
01:05:03At the surface of the surface,
01:05:04we have today minus 20 Grad.
01:05:07Also a quite warm day.
01:05:09But just 17 cm below,
01:05:11we have minus 9 Grad.
01:05:14It has a really big influence on,
01:05:16how much energy from the atmosphere
01:05:18into the ice.
01:05:22And it's a warm day.
01:05:25But the wind...
01:05:27The finger of the forest to take,
01:05:29is impossible.
01:05:33The temperature for me is quite impossible.
01:05:35The temperature for me is quite impossible.
01:05:38The temperature is quite important.
01:05:39Because it affects the mikrostructure of the snow.
01:05:44That's the surface of the snow.
01:05:46Das ist die Oberfläche des Schnees, eine harte, dichte Schicht.
01:05:50Aber wenn ich es umdrehe, zeigt sich diese wunderbare Kristallstruktur, die durch ein hohes Temperaturgefälle entsteht.
01:06:00Wir können ein 3D-Modell dieser Struktur erstellen und so verstehen, wie sich der Schnee im Laufe der Zeit verändert.
01:06:08Die Prozesse im Schnee lassen mit der Zeit diese Kristalle entstehen, die beständig weiter wachsen.
01:06:18Der Scan im Computertomograph zeigt die verschiedenen Stadien der Kristalle.
01:06:23Je älter, desto größer und desto mehr Luft schließen sie ein.
01:06:27Die Scans errechnen nüchterne Werte für einmalige Kristallstrukturen.
01:06:35Diese Proben bis hin zur Schmelzperiode zu sammeln, ist sehr wertvoll.
01:06:40Nur so können wir sehen, wie der Schnee sich in dieser neuen Arktis verändert.
01:06:48Anfang März kommt die Sonne zurück.
01:06:53Ab jetzt ist ein halbes Jahr Polartag.
01:06:57Mit dem Licht tritt die Expedition in eine neue Phase ein.
01:07:01Nun gerät vieles in Bewegung.
01:07:14Für die Wissenschaft ist die Rückkehr des Lichtes enorm wichtig.
01:07:19Es löst alle biologischen Aktivitäten aus.
01:07:26Ich untersuche den Geruch des Meeres.
01:07:29Wenn du am Strand entlang gehst, riechst du das Meer.
01:07:33Das ist nicht das Salz, sondern Dimethylsulfid, oder kurz DMS.
01:07:40Eine Schwefelverbindung, produziert von Algen und Bakterien, die in und unter dem Meereis leben.
01:07:51Das Eis am Lied ist relativ warm.
01:07:54Also wenn es wärmer als minus 5, minus 6 Grad ist, öffnen sich Salzkanäle.
01:08:01Schlupflöcher im Eis für biologische Aktivitäten.
01:08:17Frostblumen wachsen auf dem Ausgang der Salzkanäle.
01:08:21Bei ruhigem Wetter wachsen sie immer weiter und formen dann diese wundervollen Skulpturen.
01:08:38Man denkt, die Arktis sei eine flache, weiße Ebene.
01:08:42Aber sie ändert sich dauernd.
01:08:44Und das ist wunderschön.
01:08:49Die Eisblumenproben sind interessant, weil wir untersuchen, über welche Wege das DMS in die Atmosphäre gelangt.
01:09:01Die Messungen im Labor zeigen, Dimethylsulfid verdampft an der grossen Oberfläche der Frostblumen.
01:09:08In der Atmosphäre wird es zu einer wichtigen Quelle für Wolkenbildung.
01:09:15Treibhausgase regulieren die Temperatur der Erde.
01:09:19Sie sind lebensnotwendig.
01:09:21Nur wenn wir das System stören, geraten sie aus dem Gleichgewicht.
01:09:27Wenn wir keine Atmosphäre mit speziellen Klimagasen hätten, wäre unsere Erde ein Eisplanet.
01:09:37Die Atmosphäre bestimmt unser Klima.
01:09:42Und wenn wir das chemische Gleichgewicht durcheinander bringen, gerät es außer Kontrolle.
01:09:46Und das machen wir gerade.
01:09:48Und das ist das, was wir jetzt machen.
01:09:51Okay, copy.
01:09:52Wir kommen in jetzt.
01:09:54Seit sechs Monaten ist die Mosaik-Expedition unterwegs, um die Klimaprozesse in der Arktis zu untersuchen.
01:10:01Alles läuft weitestgehend nach Plan.
01:10:04Bis Mitte März.
01:10:05Es ist ernst.
01:10:08Nehmen Sie es auch ernst.
01:10:11Ich möchte Ihnen erklären, wo wir aktuell stehen in der Epidemie.
01:10:15Was die Bundesregierung und die staatlichen Ebenen tun, um alle in unserer Gemeinschaft zu schützen und den ökonomischen, sozialen, kulturellen
01:10:25Schaden zu begrenzen.
01:10:26Kann man nicht glauben.
01:10:28Was da los ist.
01:10:31Unvorstellbar.
01:10:31Wir haben schon gesagt, dass so ein Signal jetzt, dass die Bundeskanzlerin schon so eine Ansprache hält, was man sonst
01:10:36nur zu Weihnachten oder zum Neujahr kennt, das muss ja schon ein gewaltiger Schritt sein.
01:10:41Wenn man überlegt, wie die Situation ist, da draußen.
01:10:44Du bist hilflos.
01:10:46Du kannst nichts machen.
01:10:48Wir sind ja hier.
01:10:50Wir haben es gut hier, würde ich mal so sagen.
01:10:54Klar, aber im Hinterkopf bist du bei der Familie oder, ja, das ist das Thema hier am Chef.
01:11:01Ganz klar.
01:11:04Das ist, glaube ich, somit die größte Befürchtung auch von uns allen, dass jetzt irgendjemand aus unseren Familien da betroffen
01:11:09ist.
01:11:10Also dann kommt man ja aus den Sorgen und machen gar nicht mehr raus.
01:11:15Ja, das ist nicht einfach.
01:11:18Für uns heißt es dann wohl noch länger hierbleiben.
01:11:21Bestimmt.
01:11:21Das wird so sein.
01:11:23Wir können nicht abgelöst werden, von daher bleiben wir hier.
01:11:402. April.
01:11:42Das nächste Team sollte in diesen Tagen von Spitzbergen mit Flugzeugen einfliegen.
01:11:48Aber Spitzbergen ist abgeriegelt.
01:11:50Alle Grenzen sind geschlossen.
01:11:53Wie soll eine internationale Expedition mit über 100 Teilnehmern in so einer Situation weitergeführt werden?
01:12:00Die Mosaik-Expedition steht auf der Kippe.
01:12:06Drei meiner Familienmitglieder in Frankreich haben das Virus.
01:12:11Meine Mutter hat Lungenkrebs und eine echt schwere Zeit.
01:12:17Sie lebt allein.
01:12:20Es ist schwer, hier bei der Sache zu bleiben.
01:12:24Ich versuche das Beste daraus zu machen.
01:12:27Ich liebe es, auf dem Eis zu sein, ganz klar.
01:12:30Aber wir brauchen hier auch bald eine Lösung.
01:12:41Für uns hier ist es einfach schwierig, sich die Situation vorzustellen, wie sie jetzt in Deutschland ist.
01:12:48Und die stehen einfach, alles was man irgendwie plant, so kann ich mir das vorstellen,
01:12:52stehen die irgendwann vor verschlossenen Türen bzw. vor geschlossenen Grenzen.
01:12:56Und die müssen einfach weit gefächert planen und überlegen, um von diesen tausend Ideen, die die haben,
01:13:03dass da vielleicht eine oder zwei oder drei überhaupt zu realisieren sind.
01:13:09Und ja, Arschbacken zusammenkneifen und durch.
01:13:26Was wir jetzt machen, weil wir nur einen Tag Zeit haben, bevor der nächste Sturm kommt,
01:13:30ist, dass wir die Geräte, die nahe an dem Rücken oder nahe der Rinne sind, ein bisschen weiter weg verlegen.
01:13:36Und dort, wo es auch Risse hat, da bewegen wir die Instrumente einfach weiter zum Kern,
01:13:40also zu der Hütte, die dort steht, weil dort ist die Schorle recht stabil.
01:13:44Und dann sind wir auch sicher, dass das den Sturm überdauern wird.
01:13:48Und sobald der fertig ist, kommen wir zurück und schließen dann wieder alles an.
01:13:54In der Richtung hat sich ein sehr großes Lied oder eine große Rinne gebildet.
01:13:59Und hier türmt sich ein Rücken auf.
01:14:05Jetzt ist das Eis halt recht dynamisch. Jetzt müssen wir damit umgehen.
01:14:08Wir sind uns aber auch sicher, umso weiter es in den Sommer geht,
01:14:12desto schwieriger wird es dann auch alles beisammen zu halten.
01:14:27Wir sind eine der wenigen Gruppen, die auch beim Sturm gerne messen.
01:14:32Und wir wollen gerne messen, wie turbulent es jetzt im Ozean zugeht.
01:14:36Und das Spannende ist eigentlich, dass der Wind eben auf das Meereis raufdrückt.
01:14:41Das heißt, wir driften auch sehr schnell, dadurch, dass der Wind uns quasi mit dem Meereis
01:14:46über die Ozeanoberfläche schiebt.
01:14:48Das bedeutet aber auch, dass Wasser mitgezogen wird.
01:14:50Und dadurch entsteht dann aber auch Turbulenz im Ozean.
01:14:54Jetzt fällt gerade unsere Mikrostruktursonde hier ins Wasser.
01:14:57Ich gebe ganz viel Kabellose, damit kann der Sensor frei in der Wassersäule runterfallen.
01:15:02Und mithilfe dieser Sensoren können wir abschätzen, wie groß die Turbulenzen auf kleinen Zentimeter-Skalen im Ozean sind.
01:15:12Meeresströmungen zirkulieren durch die Ozeane und schaufeln warmes Wasser in die Arktis.
01:15:17Die Turbulenzen verändern die Balance in der Wettermaschine Arktis.
01:15:20Ein Phänomen, das auch in der Atmosphäre für Veränderungen sorgt.
01:15:26Hoch oben in der Atmosphäre, da wo Flugzeuge fliegen, weht der Jetstream.
01:15:30Und diese Winde sind entscheidend für die Entstehung unseres Wetters.
01:15:41Wir machen Windmessungen mit einem Sensor, der auch an Verkehrsflugzeugen zum Einsatz kommt.
01:15:46An der Spitze der Drohne haben wir eine Röhre, die Windgeschwindigkeit misst.
01:15:55Der Wind ist entscheidend für Vermischungsprozesse. Er erzeugt Turbulenzen.
01:16:02Ob etwa kalte Luft aus der Arktis entweicht und Europa oder Nordamerika kalte Winter beschert.
01:16:09Oder wenn der Jetstream warme Luftmassen in die Arktis schiebt und damit das Schmelzen des Eises beschleunigt.
01:16:16Der Wind ist entscheidend, um zu verstehen, wie die Atmosphäre mit anderen Teilen des Klimasystems verbunden ist.
01:16:34Hab die Drohne verloren, Mist.
01:16:36Sie ist noch auf Kurs.
01:16:38Wo genau?
01:16:40Sie kommt von links zwischen 11 und 10 Uhr.
01:16:43Okay, ich lande.
01:16:47Ich mache mir echt Sorgen, was außerhalb der Arktis passiert, wegen der Corona-Pandemie.
01:16:54Ein Freund hat geschrieben, ihr müsst doch durchdrehen. Eingeschlossen auf dem Schiff.
01:16:59Ich dachte mir, naja, ich kann hier mehr machen als zu Hause. Also immer aufs Eis und arbeiten.
01:17:07Das ist schon, ja, eine außergewöhnliche Situation.
01:17:11Auf der einen Seite wirklich die Konzentration aufzubringen, hier zu arbeiten.
01:17:15Und ja, für mich irgendwie die Notwendigkeit, dass ich zumindest auf absehbarer Zeit gerne wissen würde, wann wir halt wieder
01:17:23nach Hause können.
01:17:29Von meiner inneren Einstellung her, das habe ich auch mit meiner Frau so gesprochen, bin ich auf Expedition gegangen.
01:17:36Und nicht auf irgendwie eine Kreuzfahrt oder so.
01:17:42Und ich bin in der glücklichen Situation, dass meine Frau und auch meine Söhne sich über die Berichte freuen und
01:17:49eigentlich ich von allen Seiten gesagt kriege,
01:17:53ja, es ist toll, was ihr da macht, haltet durch.
01:18:01So, das ist unser Gemüseraum. Der ist im Prinzip prall gefüllt. Wir sind jetzt knapp sieben Monate dann unterwegs.
01:18:10Kartoffeln haben wir knapp zwei Tonnen gehabt. Das heißt, es geht einmal übers komplette Eck.
01:18:15Und da sind die unten drunter, es muss immer mal wieder umgestaut werden, dass die unten drunter nicht zu sehr
01:18:19leiden.
01:18:19Wir haben keine andere Möglichkeit, außer eben Produkte zu kaufen, die lange halten, oder dann eben im TK-Bereich.
01:18:28Auch wenn die frischen Nahrungsmittel zur Neige gehen, lagert im Notfallcontainer Tiefkühlkost für Monate.
01:18:36Was ist das? Ratatouille.
01:18:38Ratatouille.
01:18:57Wir laufen jetzt hier über die sogenannte Transact-Loop. Das heißt, es ist so ein Transact, den haben die schon
01:19:02im Oktober aufgesetzt.
01:19:03Und seitdem läuft man den immer wieder lang, um Eisdicke und Schneedicke entlang dieses Transacts zu messen.
01:19:09Das machen wir halt in der Regel einmal pro Woche, um dann die Veränderungen über die Zeit davon zu beobachten.
01:19:19Die Transact-Loop genannte Schleife wird mit zwei Messgeräten abgelaufen.
01:19:25Auf dem Schlitten misst ein elektromagnetisches Gerät die Distanz zum Ozean.
01:19:30Separat zeichnet ein Messstab die Schneedicke punktuell auf.
01:19:35Aus der Kombination der Daten kann dann jeweils die Schnee- und Eisdicke an den Messpunkten errechnet werden.
01:19:43Wir wollen herausfinden, wie stark das Wachstum ist und dann natürlich auch, wie schnell das Eis dann abschmilzt.
01:19:50Und dafür laufen wir halt hier diesen Transact ab.
01:19:53Das Meereis ist die Grundlage des einzigartigen Klimasystems Arktis.
01:19:59Wie verändert sich die Eisdicke im Jahreszyklus der Scholle?
01:20:03Und was sagt das über die gesamte Arktis aus?
01:20:15Das ist unser EM-Bird, das ist unser Eisdicke-Torpedo zum Messen der Eisdicke entlang der Flugtrajektorie mit dem Helikopter.
01:20:31Ja, das hier ist sozusagen die Kontrolleinheit für den Bird.
01:20:34Da läuft die Stromversorgung drüber und auch die Kommunikation mit dem Messgerät.
01:20:39Weil das doch eine recht anflussvolle Aufgabe auch für den Piloten ist, diese 40 Fuß über der Oberfläche zu halten.
01:20:44Und das sind so ungefähr 10, 10, 12 Meter.
01:20:49Aber es ist eben notwendig für die Messungen.
01:20:50Je tiefer man fliegt, desto genauer sind die Messungen.
01:20:52Das ist so ein bisschen der Haken an der Sache.
01:21:01Und gerade wenn sich hier an der Scholle einiges verändert,
01:21:04dann ist es auch interessant zu sehen, wie sich es auf einer größeren Skala eben verändert.
01:21:08Und das sieht man halt nur vom Helikopter aus.
01:21:16Raumfahrtagenturen nutzen die Messungen auf der Scholle als Referenz für ihre Satelliten.
01:21:21Die Daten vor Ort werden dann über vergleichende Satellitenmessungen hochskaliert.
01:21:27So entsteht für die gesamte Dauer der Drift ein detailliertes Profil des Meereises.
01:21:33Ein einzigartiger Datensatz, auf dem die Prognosen für die Zukunft der Artis aufbauen können.
01:21:49Die Welt ist im Lockdown.
01:21:51Mosaik ist eine der wenigen Expeditionen, die noch nicht abgebrochen wurden.
01:21:56Das ist noch keine Mannschaft, die müssen noch mehr zusammenarbeiten.
01:22:00Das ist wie Holland.
01:22:03Aber die eingeplanten Versorgungseisbrecher stehen nicht mehr zur Verfügung.
01:22:12Wenn ein Austausch stattfinden soll, muss die Polarstern aus eigener Kraft aus dem Eich.
01:22:19Das bedeutet eine Unterbrechung der Drift.
01:22:22Das ist ja ein Teil von dem, wo wir langfahren wollten. Da ist es offenbar, um da hinzukommen.
01:22:27Jawohl, jetzt gehen wir hier rüber.
01:22:30Seit 40 Jahren fährt die Polarstern durch das Eis. Aber so lange hat sie noch nie an einer Eisscholle festgelegen.
01:22:39Routine-Check von Schiffsrumpf und Propelleranlage.
01:22:43Irgendwasser.
01:22:50Na, Hütte, kommst du nicht mehr höher, oder? Alles zu. Doch, da vorne ist er.
01:22:55Also bei Bug und Heckstrahler sollte man schon sehr vorsichtig sein.
01:22:59Also da sollte kein Eis durchmarschieren, durch den Propeller.
01:23:04Dann ist er kaputt.
01:23:07Deshalb gucken wir ja hier, wie es aussieht, ob wir die benutzen können oder nicht.
01:23:11Wenn wir vorausgeben, dann zieht es den da rein, deswegen rappelt das.
01:23:14Und wenn wir zurückgeben, drückt es den zurück.
01:23:18Wenn wir auf Taube da warten, nix nix.
01:23:21Naja, also hinten mit dem Heckstrahler, den ist nur auf einer Seite Eis im Strahler.
01:23:26Das kriegen wir rausgespült, aber vorne beim Hubstrahler ist auf beiden Seiten Eis drin.
01:23:32Ich will nicht sagen, wir können den nicht benutzen, aber wir müssen den vorsichtig benutzen.
01:23:3711. Mai. Die Abbauarbeiten auf der Scholle beginnen.
01:23:42Sensible Geräte werden an Bord gebracht.
01:23:45Die Infrastruktur auf der Scholle soll aber erhalten bleiben.
01:24:04Das war ein schweres Stromereignis.
01:24:06Das schwerste, was wir bisher in der Mosaik-Kampagne zu verzeichnen hatten.
01:24:09Und jetzt ist die Befürchtung, dass wir auch noch das, was wir hier lassen wollten, auch noch einpacken müssen.
01:24:15Weil es einfach zu gefährlich ist, hier das auf der Scholle, auf den mehreren Schollen zurückzulassen.
01:24:21Ja, seit gestern mit Beginn des Sturms hat sich das Eis so ein bisschen verändert.
01:24:25Also das ist jetzt die Linde ausgedrückt.
01:24:27Eigentlich hat sich alle zertrümmert.
01:24:28Frisch ist mehr an seinem Platz.
01:24:30Die ersten Zelte sind schon verschwunden.
01:24:33Mein Ballonzelt hat Gott sei Dank den Sturm überstanden.
01:24:35Das ist jetzt aber praktisch ein Wassergrundstück.
01:24:37Steht direkt an einem Lied.
01:24:38Und es ist jetzt wohl die Entscheidung gefallen, dass wir alle Reste, die noch auf dem Eis sind, einsammeln, bevor
01:24:44wir abfahren.
01:24:59Ja, jetzt ist praktisch Feierabend.
01:25:01Die letzten Schlitten gehen weg.
01:25:03Wir haben noch einen kleinen Stapel Holz hier.
01:25:04Der wird noch gleich abgeholt.
01:25:07Kleine Tränen im Ohr.
01:25:11Das ist klar.
01:25:20Nach 225 Tagen an der Scholle unterbricht die Polarstern die Drift.
01:25:26Autonome Messsysteme und GPS-Burjen bleiben auf der Scholle zurück.
01:25:30Das nächste Team soll den Messbetrieb wieder aufnehmen.
01:25:3319 Tage dauert die Fahrt bis in den Isfjord vor Spitzbergen.
01:25:38Neuer Treibstoff, Proviant und ein frisches Expeditionsteam warten auf den deutschen Forschungsschiffen Maria Esmerian und Sonne.
01:25:49Das ist schon eine verrückte Situation.
01:25:52Wir haben nie damit gerechnet, neben Polarstern in einem Fjord zu liegen.
01:25:57Das ist verrückt.
01:25:59Wir dachten, Polarstern sei das ganze Jahr über im Eis.
01:26:03Und jetzt gehen wir über so eine kleine Rampe an Bord?
01:26:06Von Schiff zu Schiff?
01:26:12Wir sind ja die Jäger und Sammler auf dem Eis hier gewesen.
01:26:15Und diese Schätze, die wir da gesammelt haben, die müssen jetzt auch sicher nach Hause bringen.
01:26:20Wir haben also 20 Kisten bei minus 20 Grad.
01:26:22Die müssen jetzt hier auf die Merian transferiert werden.
01:26:25Dann haben wir noch einige, die auch bei minus 80 Grad gekühlt sind.
01:26:29Und da ist es eben ganz wichtig, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wird.
01:26:33Dass dann auch die Analysen zu Hause im Heimatlabor erfolgreich ablaufen können.
01:26:43Letzte Nacht habe ich gehört, dass eine Koje frei geworden ist für den nächsten Abschnitt.
01:26:47Da musste ich mich schnell entscheiden.
01:26:50Aber das war einfach.
01:26:51Und jetzt fahre ich wieder zurück in die Arktis.
01:26:54Irgendwie lustig.
01:26:55Ich habe monatelang kein Land gesehen.
01:26:57Jetzt fast meinen Fuß drauf gesetzt.
01:26:59Und fahre doch zurück in den Norden.
01:27:03Den zweiten Teil der Expedition übernimmt ein neuer Kapitän.
01:27:14Ablösung.
01:27:15Es wird auch Zeit, dass du kommst.
01:27:18Ja.
01:27:26Es kommt jetzt darauf an, dass wir die Messungen bis zum Ende des Lebenszykluses dieser Scholle aufrechterhalten können.
01:27:32Das ist ja das Ziel von Mosaik.
01:27:36Auch wenn wir im Idealfall viele Jahre hier wären, ist die Gelegenheit, ein Jahr hier zu sein und einen kompletten
01:27:43Jahreszyklus zu verstehen, einmalig.
01:27:50Wir erheben Daten in einem Umfang, der vielleicht nie wieder möglich sein wird, weil es dann kein mehr als mehr
01:27:56geben wird, das man erforschen kann.
01:27:59Du spürst, wie bedeutend es ist, was wir hier tun.
01:28:01Und wie wichtig ist es, was wir tun.
01:28:06Du spürst, wie bedeutend es ist, was wir tun.
01:28:28Du spürst, wie bedeutend es ist, was wir tun.
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