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00:04Tief Luft holen und abtauchen, hinhören, hinsehen.
00:32Je mehr wir wahrnehmen, umso mehr verändert sich unsere Sicht auf diese Unterwasserwelt.
01:01Es sind Tiere und ihre Lebensräume, die uns zum Staunen bringen.
01:13Atem holen und eintauchen in eine Welt ohne Gleichen.
01:39Töne verbreiten sich im Wasser schnell und weit.
01:43Walgesänge können einen ganzen Ozean durchqueren.
01:49Die Buckelwale haben die antarktischen Gewässer verlassen und sind nach 6000 Kilometern in französisch Polynesien angekommen.
02:00Mitten im Pazifik.
02:06Einige der Walkühe sind trächtig, andere führen bereits Kälber mit sich.
02:17Die Bullen sind gekommen, um sich zu paaren.
02:20Und ihr Gesang soll das Interesse der Weibchen wecken.
02:27Doch die sind mit den Bedürfnissen ihrer Jungen beschäftigt.
02:31Gut 200 Liter Milch benötigt ein Kalb pro Tag.
02:35Jeder Tropfen eine fettreiche Kraftnahrung.
02:44Manche Bullen singen auf dem Kopf stehend.
02:47Ob ihnen diese individuelle Note hilft, noch schöner zu singen, gewissen es nicht.
02:56Walgesänge sind komplex.
02:58Eine Art lebende Sprache mit verschiedenen Dialekten.
03:02Und wie so oft bei Dialekten, klingen sie manchmal melodisch.
03:06Doch die geführten Dialoge sind für Aussenstehende nur schwer oder gar nicht zu verstehen.
03:14Das Lied der Wale verbreitet sich von Polynesien aus über Tausende von Meereskilometern.
03:28Gehzeiten und globale Strömungen, Wirbel, Wellen und Brandung
03:34verbinden selbst die entferntesten Gebiete der Weltmeere miteinander.
03:41Der Ozean ist eine Oase des Lebens.
03:45Zigtausende Kilometer weit und tausende Meter tief.
03:51Er transportiert Nährstoffe und Lebewesen in einer Art und Weise,
03:55wie es ein Land niemals möglich wäre.
03:58Auch Walgesänge.
04:00Vor einigen hundert Jahren konnte man Walgesänge in allen Weltmeeren hören,
04:06bevor sie fast für immer verstummten.
04:15Nun beginnt diese Musik langsam wieder kräftiger zu klingen.
04:28Die Buckelwale werden damit auf Tour durch den Ozean gehen.
04:32Aber das Korallenriff ist der Ort, an dem die Komposition ihren Ursprung hat.
04:41Jedes Riff ist wie eine pulsierende Metropole mit einer Fülle individueller Verkehrsnetze,
04:47Geräusche, Bewohner und Sprachen.
04:57Eine Welt für sich.
04:59Geboren aus der außergewöhnlichen Allianz zwischen Sonnenlicht, Koralle und Alge.
05:09Korallen sind kleine Tiere, auch Polypen genannt.
05:13Sie leben in Symbiose mit einzelligen Algen, die in der Außenhaut der Polypen sitzen.
05:18Die Polypen filtern Nährstoffe und versorgen die Algen.
05:22Die wiederum produzieren mit Hilfe von Sonnenlicht Zucker,
05:26mit dem die Koralle den Bau ihres Kalkskeletts vorantreibt.
05:33Zusammenarbeit ist hier allgegenwärtig.
05:44Fast jeder Anemonenfisch hat seine eigene Art von Anemone.
05:49Eine symbiotische Freundschaft, ohne die beide nicht leben könnten.
05:59Der Klaunfisch findet in den Nessel besetzten Armen seiner Anemone Schutz vor räuberischen Muränen.
06:12Wenn er sich stark bedroht fühlt, darf er sich sogar im Magen der Anemone verstecken.
06:28Die Arme der Anemone bieten auch Porzellankrabben, ein sicheres Zuhause
06:33und sind überlebenswichtige Refugien für junge Fische und Garnelen.
06:40Partnerschaften, wohin man auch sieht.
06:43Ein Seeigel und eine Krabbe.
06:48Zwergseepferdchen verstecken sich bevorzugt im Fächergeäst von Weichkorallen.
06:56Verschiedene Weichkorallenarten bieten verschiedenen Seepferdchenarten Unterschlupf.
07:04Stirbt ihre bevorzugte Koralle ab, kann auch das Zwergseepferdchen nicht überleben.
07:12Jede Tierart im Riff ist wie eine Zelle in einem Körper, die mit anderen zusammenarbeitet.
07:18Teil eines riesigen Systems, welches nur existieren kann, weil alles miteinander verbunden ist.
07:25Anders als ein Land mit seinen isolierten Inseln und Lebensräumen.
07:31Nur allmählich beginnen wir die Auswirkungen des Zusammenspiels, diese Funktionsketten zu verstehen.
07:39Eine Diagonalwächtergrundl lebt in einer Wohngemeinschaft mit einem Knallkrebs.
07:46Sie scannt Bedrohungen rund ums Heim, während er die Höhle von Schutt freischaufelt und die ganze Hausarbeit erledigt.
07:59Grundeln sehen hervorragend.
08:05Symbiose-Garnelen hingegen sind fast blind und wagen sich nur aus den Röhren, wenn sie mit einer ihrer Antennen ihre
08:13Grundel berühren.
08:15Körperkontakt ist der Kit dieser Partnerschaft.
08:26Wie sie einander finden, ist noch ein Rätsel.
08:30Doch einmal zusammen sieht man sie nie mehr allein.
08:37Es gibt dutzende Duos, verschiedene Arten und jede dieser Partnerschaften ist speziell.
08:47Garnelen als auch Grundeln haben zusätzlich einen artspezifischen Partner und die ungleichen Paare kommen gut miteinander aus.
08:56Manche scheinen auch weitere Untermieter willkommen zu heissen.
09:05Die Garnele verlässt die Höhle so gut wie nie und bekommt Nahrung frei Haus.
09:10Die Kost der Grundel recycelt.
09:19Ihre Verbindung zum Wächter ist stets durch mindestens eine Garnelenantenne gegeben, sodass alle als Einheit agieren.
09:30Doch Beziehungen sind nicht immer so ausgeboten.
09:34In diesem Bau lebt eine Familie von Weissstreifen-Aalgrundeln.
09:42Als Babys ahmen diese Fische das Aussehen der hochgiftigen, gestreiften Korallenwälse nach.
09:50Ihre Verkleidung ist überzeugend und hält Raubtiere davon ab, sie zu fressen.
09:59Die Jungfische ernähren sich außerhalb des Baus von Plankton.
10:05Ihre Eltern hingegen bleiben zu Hause, reinigen und pflegen den Bau.
10:14Fressen sieht man sie nie.
10:16Nur das Jungvolk schlägt sich dem Bauch mit Plankton voll.
10:25Wie die Asketen im Bau dauerhaft überleben können, war lange ein Rätsel.
10:33Studien deuten nun darauf hin, dass diese Aalgrundel-Eltern nicht ganz so perfekt sind.
10:39Und jede Nacht, wenn der Schwarm im Bau zurück ist, einige ihrer Kinder verspeisen.
10:45Eine tödliche Variante des Zusammenlebens.
10:51Doch in der Natur gibt es Dunkelheit wie auch Licht.
10:56Und alle Schattierungen dazwischen.
11:04In Gemeinschaften voller konkurrierender Interessen ergeben sich manchmal sehr seltsame Beziehungen.
11:12Warum sucht eine kleine Garnele die Nähe einer Riesenmoräne?
11:23Sie ist eine Putzergarnele.
11:27Und das Maul der Moräne ihre Arbeitsstätte.
11:31Die Garnele bietet Dienste an, die gerne angenommen werden.
11:35Es ist ein aussergewöhnliches Vertrauensverhältnis zwischen doch sehr unterschiedlichen Arten, von dem beide Seiten profitieren.
11:50Überall, wo man hinschaut, wird geputzt.
11:56Fische, die spezielle Reinigungsstationen aufsuchen, wechseln häufig ihre Farbe, um zu signalisieren, dass sie am Service des lokalen Putzdienstes interessiert
12:08sind.
12:09Und sie scheinen die wohltuende Körperpflege zu geniessen, denn sie kommen viel öfter, als es eigentlich nötig wäre.
12:19Lokale Reinigungsstationen gibt es an jedem Riff im Pazifik.
12:23Zu jenen um Hawaii zieht es grüne Meeresschildkröten.
12:28Sie kommen regelmässig von weit her.
12:30Und das hat einen guten Grund.
12:34Doktorfische knabbern akribisch den grünen Algenflaum vom Schildkrötenpanzer.
12:40Je sauberer er ist, desto schneller kann seine Trägerin schwimmen.
12:46Die Doktorfische nehmen ihre Arbeit sehr ernst und bieten ihrer Klientel eine Rundumkörperpflege.
12:53Doch nur an ihrer Putzstation.
12:56Nur wenige Meter davon entfernt wären die Doktorfische schon mit anderen Dingen beschäftigt.
13:04Die Reinigung ist gründlich.
13:06Den peniblen Doktorfischen entgeht kein Algenfussel.
13:11Haben sie ihr Service einmal angeboten, dann schrubben sie alles und jeden auf Hochglanz.
13:16Solche Putzstationen gibt es überall.
13:19Es ist ein globales Netzwerk.
13:245000 Kilometer weiter im Osten, vor der Küste Mexikos.
13:29Orange Prachtkaiserfische warten auf einen ganz besonderen Klienten.
13:40Ein Riesenmanta schwebt heran, um ihre Reinigungsdienste wieder einmal in Anspruch zu nehmen.
13:49Zwischen zwei Terminen kann der Teufelsrochen Tausende von Kilometern zurückgelegt haben.
13:55Nun werden Verletzungen versorgt und der stattliche Körper von Hautparasiten und Algen befreit.
14:13Die Prachtkaiserfische kommen durch ihre Dienste an reichlich Nahrung.
14:19Doch das allein kann eine einzigartige Beziehung wie diese nicht zur Gänse erklären.
14:36Auch Tiere schliessen Freundschaften, denn ohne sie würden sie nicht lange überleben.
14:53Selbst ein Tigerhai hat Gefährten.
15:07Schiffshalter zählen zu den ständigen Begleitern von Haien und Mantas.
15:15Doch Haie sind auch in Gesellschaft anderer Haie anzutreffen.
15:21Ein Bullenhai, ein Hammerhai und ein Ammenhai streifen Seite an Seite durch die Lagunen der Bahamas.
15:41Hammerhaie scannen mit ihrem riesigen Schädel den Boden nach Beutetieren, die sich im Sand versteckt halten.
16:17Hammerhaie scannen mit ihrem riesigen Säge der Boden nach.
16:25The majority of the fish are not afraid to live in fear of the haies.
16:30It works here much more complex.
16:33The swarming Barshe is relaxed, holds respect to Abstand.
16:44Schiffshalter hängen an den Hai nicht ausschließlich, um von ihrer Beute etwas abzubekommen.
16:50Dieser Zitronenhai erlaubt seinen ständigen Begleitern, ihn auch rundum zu säubern.
16:57Seine persönlichen Putzerfische immer dabei zu haben, ist äusserst praktisch.
17:12Zitronenhaie kreuzen meist in der Karibik umher und mögen auch im Golf von Mexiko nach Partnern suchen, um den Game
17:19Pool gesund zu halten.
17:21Sie sind Fernreisende mit anhänglichem Gefolge.
17:34Aber nicht alle engen Beziehungen mit Schiffshaltern sind so einvernehmlich.
17:41Diese Gabelschwanz-See-Kuh in den Gewässern der Philippinen hat zwei Arten von Begleitern.
17:49Stromlinienförmige Schiffshalter, wie man sie häufig bei Haien und Mantas sieht, und gestreifte Goldmakrelen.
18:00Die Seekuh kommt hierher, um die Seegraswiesen abzuweiden.
18:13Beim Fressen wirbelt sie den Sandboden auf und legt kleine Krabben frei, die von den Goldmakrelen vorneweg verspeist werden.
18:34Die Schiffshalter hingegen werden für die Seekuh immer mehr zum Ärgernis.
18:39Denn sie lauern an ihrer Seite jetzt nur auf eines, verdautes Seegras.
18:47Die Seekuh hasst das.
18:52Jedes Mal, wenn sie ihren Dung absetzt, wollen die Schiffshalter ganz nah an der Futterquelle sein.
18:58Das ist unangenehm und lästig.
19:05In ihrer Not versucht die Seekuh, die Plagegeister, die an ihr kleben, am Boden abzustreifen.
19:11Doch das funktioniert nicht.
19:19Also geht sie zu Plan B über.
19:22Sie rollt herum, wirbelt Sand und Schlamm in einen turbulenten Strudel.
19:27Er soll die Schiffshalter verwirren, sie abhängen und ihr wieder ein wenig Privatsphäre bringen.
19:51Aus der dichten Wolke schleicht sie sich dann, nur in Begleitung der Goldmakrelen und eines einzigen Schiffshalters, davon.
20:06Über Generationen hinweg sahen wir nur sinnlosen Wettbewerb.
20:11Tiere waren gewalttätig und unkultiviert, ihre Natur blutrünstig und zähnefletschend.
20:17Nur der Stärkste setzte sich durch.
20:20Wir hatten lange das Gefühl, der Ozean sei unwirtlich, unfreundlich.
20:25Man fürchtet sich meist vor dem, was man nicht kennt.
20:31Die kalten Meereströmungen an der Westküste Amerikas sind überreich an Plankton.
20:37Zylinderrosen, die fest am Meeresboden verankert sind, ragen aus ihren Wohnröhren und fangen die winzigen Passagiere mit ihren Tentakeln ein.
20:47So können diese Blumentiere gut 100 Jahre lang überleben.
20:56Die Zylinderrosen hier ragen weit höher auf, als die meisten ihrer Art verwandten.
21:02Der Grund dafür sind Meeresschnecken.
21:06Genauer gesagt, Riesenbäumchenschnecken, die bevorzugt die Tentakel der Zylinderrose abknabbern.
21:29Spät, aber eindrucksvoll, zuckt die Bedrängte zurück.
21:35Doch die Schnecke ist sehr bescheiden, nimmt nur ein oder zwei Tentakel.
21:40Denn Nesselzellen sind schwer verdaulich.
21:44Manche Schnecken bauen sie in ihre Haut ein, zu ihrem eigenen Schutz.
21:53Die Riesenbäumchenschnecke nimmt davon nur so viel, um ihren Vorrat aufzufüllen.
21:59Sie ist mehr Landwirt als Raubtier.
22:02Es ist eine Partnerschaft, die über Millionen von Jahren fein abgestimmt wurde.
22:13Die kalten Strömungen aus den Tiefen des Pazifiks lassen vor der Küste Kaliforniens den Kelp oder Riesentang besonders prächtig gedeihen.
22:25Wenn Riffe mit ihren Korallengärten die Metropolen des Ozeans darstellen, dann sind diese braunalten Gewächse uralte Wälder.
22:40Es ist eine Kinderstube für Jungfische.
22:44Schwärme von Minisardinen suchen hier Schutz vor Kormoranen.
22:57Obwohl sich Seelöwen seit ewigen Zeiten im Kelp tummeln, gehen sie immer noch neugierig auf Erkundungstour.
23:04Vor allem die Jungtiere lieben es, verspielt herumzutollen.
23:20Sieben Kima-Haie finden hier Zuflucht.
23:24Wie vergessene Dinosaurier.
23:26Manche dieser Fische können uralt werden.
23:31Bei Pazifik-Riesenbarschen ist ein Alter von 80 Jahren keine Seltenheit.
23:44Der Seewolf schafft einige Jahrzehnte.
23:51Mancher Stachelkopf hat gut 200 Jahre auf dem Buckel.
23:57Selbst Seeanemonen können ein Jahrhundert lang auf ein und demselben Felsen sitzen.
24:08Kelp-Felsenbarsche kämpfen seit Urzeiten verbissen, wenn es um ihr Territorium geht.
24:15Aber ernsthaft verletzt wird dabei niemand.
24:20Meerestiere strecken ihre Arme nach anderen aus oder ziehen sich zurück.
24:25Aus Gründen, die wir oft nicht verstehen.
24:30Ihre Geheimnisse sind Teil des Zaubers dieser Unterwasserwelt.
24:37Der Ozean als Hort des Lebens von einzigartigen Wesen.
24:41Nun, einige von ihnen können auch eine Plage sein.
24:46Millionen roter Krebse, die gleich einer Invasion aus dem offenen Meer in den Kelbwald gespült werden.
25:05Oder riesige Schwärme von Ohrenquallen, die mit der Flut anbranden.
25:27Gefolgt von Kompassquallen in Massen.
25:30Jede von ihnen gut fünf Meter lang.
25:41Kompassquallen können weder sehen noch hören.
25:44Was sie aber nicht davon abhält, in grosser Gesellschaft zu reisen.
25:51Viele der Quallen tragen Passagiere mit sich.
25:54Eine junge Krabbe hält sich fest, bis sie gross genug ist, um allein zu überleben.
26:05Manchen Fischen dienen die fragilen Wesen als Wohnmobil, das sie ein Stück des Weges mitnimmt.
26:17Riesenhaie ziehen ihre Runden bevorzugt in kälteren, planktonreichen Strömungen.
26:24Sie folgen den Quallen, die sie zu ihren Nahrungsquellen führen.
26:30Ihre Lieblingsspeise sind winzige Krebstierchen.
26:33Und davon benötigen sie gewaltige Mengen.
26:37Diese Planktonblüten unterliegen Temperatur- und Nährstoffschwankungen, die für uns schwer zu erfassen sind.
26:44Die Riesenhaie kennen diese Zyklen und wissen, wann und wo es die beste Nahrung gibt.
26:55Die Kelbwälder halten auch Überwasser Sehenswertes bereit.
26:59Eine Schar Seeotterweibchen mit Jungen rastet im schwimmenden Pflanzendach.
27:10Die Mütter umwickeln sich mit Seetang, um nicht abzudriften.
27:16Ihre Kräfte stecken sie lieber in die Fellpflege.
27:19Ein dichtes, luftiges Haarkleid ist der beste Kälteschutz.
27:25Die Jungtiere fordern viel Aufmerksamkeit.
27:29Und die Weibchen lassen sich von ihren quirligen Kleinen viel gefallen.
27:42Erst wenn der Hunger nach Mutterliebe und Nahrung gestillt ist, kehrt Ruhe ein.
27:48Eine kurze Verschnaufpause, bevor wieder alle abtauchen.
28:04Es ist Winter und vom Pazifik her fegen Stürme heran.
28:22Die Brandung zerrt an der Verankerung des Seetangs und setzt Bodensubstrate frei, die den Kelbwald den Sommer über ernähren werden.
28:33Manchmal werden ganze Seetangstränge samt Wurzeln aus ihrer Verankerung gerissen.
28:42Hat sich der Sturm einmal verzogen, treiben sie ins offene Meer hinaus, wo sie wie Rettungsboote so manchem Fisch unter
28:50Schlupf gewähren.
29:00Mondfische, die gut zwei Meter gross werden, und Putzerfische tauchen auf.
29:05Im Schatten so mancher Kelbinsel entsteht eine mobile Putzstation.
29:13Andere bieten Schulen von Jungfischen kurzfristig ein Refugium.
29:19Für Seehunde sind es gute Verstecke vor Orcas und weißen Haien.
29:43Dieser Jäger ist nicht auf der Suche nach Beute. Er zieht nur vorbei.
29:56In seinem Schlepptau Sardinen.
30:05Im offenen Ozean finden Sardinen nur Schutz im Schwarm.
30:09Hier draussen lauern auf sie einige sehr furchterregende Raubtiere.
30:25Fächerfische jagen im Team, wie Wölfe eines Rudels.
30:37Ihre Stossrichtung signalisieren sie über Farbcodes.
30:41Schillernde Bronze bedeutet Angriff.
30:45Glänzt ihr Körper silbern, sind sie in Warteposition.
30:55Die einzelne Sardine kontert die Attacke im Schwarm, die als koordinierte Einheit agiert.
31:11Fächerfische setzen auf ihre Schnelligkeit und eine speerartig verlängerte Schnauze,
31:16mit der sie die Beute häufiger erschlagen als aufspießen.
31:32Die Jagd ist so schnell vorbei, wie sie begonnen hat.
31:35Die Sardinenschwärme haben längst das Weite gesucht.
31:39Nur winzige silberne Schuppen erinnern noch an sie.
31:49Für die Jagd nach Nahrung und die Fortpflanzung führt der Ozean Meerestiere zu Massenevents zusammen.
31:59Schwärme von Stachelmakrelen sammeln sich zu bestimmten Zeiten an bestimmten Plätzen,
32:05wo sie mittels ihrer Körpersinne eine Gruppenchoreografie darbieten.
32:16Ihre gemeinsamen Runden sind ein eleganter, formvollendeter Reigen, der einzig der Fortpflanzung dient.
32:27Andere nehmen weite Strecken auf sich, um sich mit ihren Artgenossen zu treffen.
32:32Wie diese Hammerhaie bei den Kokosinseln vor Costa Rica.
32:38Weibchen und Männchen kommen hier nur zusammen, um sich zu paaren.
32:43Danach gehen die Hammerhaie wieder getrennte Wege.
32:51Wie Beziehungen in diesem riesigen Ozean im Detail funktionieren, wird oft erst im kleinen Rahmen sichtbar.
33:02Zu einem Partner, den man lange umworben hat, knüpft man engere Bande als zu einem Nachbarn.
33:12Um in der Liebe zu bestehen, braucht es Ausdauer, Vertrauen und Beharrlichkeit.
33:36Bei den Riesensepien verteidigt ein Männchen eifersüchtig seine Auserwählte.
33:45Mit Nachdruck verjagt es jeden Rivalen, während es Weibchen und Nachwuchs hütet.
33:53Überall sind Eltern jetzt mit der Aufzucht ihrer Brot beschäftigt.
34:02In den Riffen der Philippinen bieten nesselbesetzte Anemonen ihren Anemonenfischen ein Heim.
34:09Doch die benötigen noch zusätzlich geeigneten Raum, um ihre Eier abzulegen.
34:15Sie haben ein Problem und müssen herausfinden, wie sie damit umgehen.
34:20Diese Kokosschale könnten sie bei ihrer Anemone gut gebrauchen.
34:25Ihre Lösung, das, was sie für die Erweiterung ihres Heims benötigen,
34:30dorthin zu bewegen, ist keine instinktive Handlung.
34:37Es gibt neue Studien darüber, wie Tiere denken und Probleme lösen.
34:42Und es zeigt sich, dass Fische darin ziemlich bemerkenswert sind.
35:01Manches ist nicht immer gleich offensichtlich.
35:04Doch es scheint, als wären alle Lebewesen durch ein unsichtbares Netz miteinander verboten.
35:11Am Riff löst ein Neumond bei passenden Gezeiten das eine oder andere Naturschauspiel aus.
35:18Millionen neuer Leben triften dann mit der Strömung davon.
35:25Nicht nur riesige Vasenschwämme beginnen ihre Samen abzustoßen.
35:31Auch ein blauer Seestern steht auf Zehenspitzen.
35:37Und eine Seegurke richtet sich zu voller Größe auf.
35:44Es ist, als ob alle Fäden, die die Lebewesen im Netz verbinden, durch den Mond gezogen werden.
36:04Die männlichen Korallen geben Spermien ab.
36:11Und dann tragen die Weibchen ihren Teil dazu bei.
36:27Sobald die Korallenblüte in vollem Gange ist, brechen die Pakete auf und befruchtete Eier beginnen ihre Reise.
36:37Die Korallenblüte ist ein Fest, das die ganze Nacht dauert und Hunger Gemäuler anlockt.
36:52Die Mantas fressen, was sie können. Aber die schiere Menge an Nahrung ist überwältigend.
37:07Für Festnächte wie diese nehmen die Mantas auch gerne weite Anreisen in Kauf.
37:17Musik
37:38Aus den Tiefen entlang der Küste Kaliforniens steigen in einer vollen Höhe.
37:47Musik
37:54Sie kommen nicht zum Fressen, sondern um sich zu paaren.
37:58Die Tentakel der männlichen Tintenfische färben sich rot, wenn sie sich auf ihre Artgenossenen stürzen und sie umklammern.
38:07Musik
38:16Während sie die Weibchen im Liebesspiel festhalten, übergeben sie ihnen ihre Spermienpakete.
38:25Musik
38:30Gemeinsam trägt die Strömung sie in seichtere Gewässer, wo die Weibchen ihre Eier in riesigen Mengen in langen, galärtartigen Schläuchen
38:40ablegen.
38:45Jede solide, feste Oberfläche ist dafür willkommen.
38:49Musik
38:51Manchmal werden selbst Krabben dekoriert.
38:55Musik
38:57Der Nachwuchs reift heran.
39:00Alle erwachsenen Tiere sterben nach der Eierablage.
39:16Musik
39:17Unangetastet.
39:19Nur eine Schildkröte wagt eine Kostprobe.
39:24Musik
39:24Im Inneren der Säcke gedeiht der Tintenfisch-Nachwuchs.
39:29Musik
39:30Nicht mehr lange und die Tintenfischlarven werden alle zur selben Zeit aus ihren Eihüllen schlüpfen.
39:39Musik
39:40Einige Larven finden an Ort und Stelle ein Zuhause.
39:44Doch die überwiegende Masse wird weggeschwemmt.
39:47Und Teil des Planktons, der größten Kinderstube der Welt.
39:53Musik
39:53Der Ozean selbst kümmert sich um sie, füttert und beschützt sie, wie eine Mutter.
40:02Musik
40:09Ein winziges Seepferdchen reitet auf einem Baumwollfaden da eben.
40:14Musik
40:17Andere navigieren mit langen Antennen durch die Dunkelheit.
40:21Musik
40:22Ein Baby-Nautilus klammert sich an ein Stück Plastik, als wäre es Seetang.
40:30Musik
40:32Plankton als Wiege für erste Partnerschaften.
40:35Ein Zwerg treibt im Bugschatten eines Giganten.
40:40Eine Qualle und eine Krabbe gehen gemeinsam auf Reise.
40:45Musik
40:53Ein kleiner Medusenfisch nutzt eine Transportgelegenheit,
40:57der sich ein junger Pfeilfisch, um nicht allein zu sein, anschließt.
41:14Einst war auch der Mensch der Natur stärker verbunden.
41:18Heute ist das leider nicht mehr so.
41:28So unangenehm es auch ist, wir können unsere Rolle in dieser Geschichte nicht ignorieren.
41:36Musik
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42:01Musik
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42:07You've got a beautiful soul
42:19And you're trying to please everyone's heart
42:28And you're always busy connecting parts
42:34In a world that hurts so much
42:38Es ist unsere Pflicht, den Raubbau und die Zerstörung endlich wahrzunehmen
42:42Und über unsere Fehler nicht hinwegzusehen
42:45Beautiful soul, beautiful soul
42:53You've got a beautiful soul
43:01Noch ist es nicht zu spät
43:09Ein roter Diademseegel, höchst giftig und wehrhaft
43:14Auf den ersten Blick kein idealer Freund
43:17Doch vielleicht der einzig verfügbare
43:30Die Krabbe verfrachtet den Seeegel auf ihrem Rückenpanzer
43:36Die Krabbe sorgt für Mobilität
43:39Der Seeegel wehrt Gefahren ab
43:42Von nun an sind sie Gefährten, die beide ihr Bestes einbringen
43:50Eine farblose Krabbe und eine giftige Schönheit
43:54Es ist eine höchst ungewöhnliche Verbindung
43:56Aber das ist es, was der Ozean am besten kann
44:03Die globalen Meereströmungen sind der Motor, der alles Leben im Ozean antreibt
44:09Doch immer mehr werden die Klimaerwärmung und der Einfluss des Menschen zu Sand im Getriebe
44:15Nichts läuft mehr so selbstverständlich ab wie früher
44:20Dennoch haben nicht alle menschlichen Relikte im Ozean ausschliesslich negative Auswirkungen
44:27Manches alte Wrack wird zum blühenden Riff
44:33Kriegsgeräte, die das Leben einst zerstören wollten
44:36Ernähren es jetzt
44:38Und sorgen für neuen, willkommenen Siedlungsraum
45:01Ob Wrack oder Riff
45:04Geeigneter Wohnraum ist immer willkommen
45:06Auch die Klauenfische haben ihre Kokosschale in eine Kinderstube verwandelt
45:12Sie widmen sich geschäftig ihrer Brut, die ganz, ganz langsam heranwächst
45:26Ihr Nachwuchs ist ein kostbarer Schatz
45:29Ihn zu verteidigen ist jedes Opfer und jedes Risiko wert
45:37Eine Karettschildkröte knabbert gerne an Anemonen, Weichkorallen und Schwämmen
45:43Für Clarks Anemonenfische ist sie ein wenig zu aufdränglich
45:47Und sie kennen die Schwachstelle der Karettschildkröte, ihre Augen
45:55Diese kleinen Rifffische verteidigen ihre Brut mit allen Mitteln
45:59Sie können so hart zuschlagen, dass Blut fliesst
46:05Die Karettschildkröte zieht lieber ab
46:11Überall benötigen Jungfische Schutz vor Fressfeinden
46:14Und Seeigel sind gute Verstecke
46:25Bis diese kleinen Meeresbewohner erwachsen sind, wird noch einiges an Zeit vergehen
46:35Unser Beitrag ist da oft zufällig
46:37Es ist ein langer Weg, bis aus einem Wrack ein blühendes Riff wird
46:45Auf der anderen Seite muss uns bewusst sein
46:49Bevor wir mit Fischerbooten aufs Meer fuhren, gab es zigfach mehr Meerestiere
46:55Der Fischreichtum ist nun vielerorts dezimiert oder gänzlich verschwunden
47:06Der Ozean ist heute für alle Meerestiere ein sehr gefährlicher Ort
47:11Ihn zu schützen und wieder zu einer Oase des Lebens zu machen
47:15Das muss unser gemeinsames Ziel sein
47:20Die Wesen der Unterwasserwelt bringen uns immer wieder aufs Neue zum Staunen
47:24Wir können sehen, dass Haier hier nicht nur als Raubtiere wahrgenommen werden
47:29Sie schwimmen mit Fischen, die keine Angst vor ihnen haben
47:41Hier herrscht eine Harmonie zwischen den Arten, die wir an Land nur selten erleben dürfen
47:47Diese Gemeinschaft, die aus einer Vielzahl von Arten und unzähligen verschiedenen Verbindungen
47:53zwischen ihnen gebildet wird, ist einzigartig
48:18Die Musik
48:35Sardellen sammeln sich über dem Riff zum Schwarm, nur ein kleines Glied in einer langen Kette, wunderschön und doch so
48:44zerbrechlich.
48:50Der Ozean ist ihre Welt, in die wir abtauchen.
48:57Zu Meerestieren, die sich uns vertrauensvoll nähern.
49:07In einem Ausmass, das atemberaubend ist.
49:23Es mag vielleicht töricht erscheinen, ein Teil dieser Welt sein zu wollen.
49:29Einige dieser Tiere könnten uns leicht töten.
49:33Wir wären ein essbarer Happen.
49:35Doch man muss keine Angst haben.
49:38Nur großen Respekt.
49:43Ihnen zuhören.
49:46Sie haben uns etwas mitzuteilen.
49:52Einander nahe kommen.
49:55Und doch dem jeweils anderen genügend Raum geben.
50:04Wir spüren, wie es ist, wenn man uns Vertrauen entgegenbringt.
50:08Und wir können dazu beitragen, einen Lebensraum zu erhalten und zu schützen, in dem auch wir ein Teil sein wollen.
50:20Abzutauchen und den Atem lange genug anzuhalten, um all dies wahrzunehmen, ist der schwierigste Teil.
50:30Aber das ist es wirklich wert.
50:49Und das ist wirklich wert.
51:27Losnarcheineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineineine
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