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00:00That's the Gerrit, the Biopapa you didn't know.
00:05Biopapa?
00:06Yes, Biopapa.
00:08Yes, I'm a Samenspender and that's absolutely a part of my life.
00:13I always wanted to know about the person behind me and see if he fits.
00:17And if I can imagine what kind of a child can be.
00:21It's a challenge with the body of a person who doesn't trust him,
00:28so close in contact to be.
00:30Jeder muss jeden kennen.
00:32And that's actually the only rule.
00:349, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 17 Jungs.
00:38And 11 Mädchen.
00:41Man verliert so ein bisschen den Überblick.
00:43So is it halt anonym geworden.
00:44It was not from Anfang an planned, bald 30 Kinder to have.
00:51It's for me not quite my Papa, but...
00:54...it kind of just.
01:076.30 Uhr in Hamburg.
01:10Hier lebt der 44-jährige Filmemacher Gerrit
01:13zusammen mit seiner Frau Chi Yu und seinen drei Söhnen.
01:19Vor zwölf Jahren sieht Gerrits Leben noch ganz anders aus.
01:22Er war als Tango-Lehrer in der ganzen Welt unterwegs.
01:26Change in our library, please.
01:28Ja.
01:32Komm.
01:33And the Hose, so can.
01:37No kaka.
01:40No pipi.
01:41No pipi.
01:42Ich war selber gerade in einem Stadium, wo ich überhaupt nicht Familie anpeilen konnte.
01:47Ich wusste gar nicht, wie und wo jetzt Familie gründen.
01:53Gleichzeitig fühlte ich, dass meine Mutter und mein Vater auch, dass beides eigentlich verdienen, Opa und Oma zu werden.
02:00Und dass dieser Wunsch bei beiden da ist. Und bei mir ja auch. Also paradoxerweise hatte ich den Wunsch, Vater
02:08zu werden.
02:10Konnte es mir noch nicht vorstellen. Aus hedonistischer Einstellung. Fehlender Verantwortlichkeit einfach.
02:17Ein Zeitungsartikel über einen privaten Samenspender mit inzwischen 100 Kindern bringt ihn auf die Idee.
02:24Und dieser Artikel, der hat dann mir ein Tor geöffnet. Vielleicht mir diesen Wunsch trotzdem schon zu erfüllen.
02:32Und meinen Eltern auch. Und noch weiteren Menschen, die darauf angewiesen sind.
02:41Zudem habe ich gedacht, dass es einfach sehr spannend ist. Wo sollte das Problem sein? Wo ist der Haken an
02:49der Sache?
02:52Gerrit will nicht anonym bei einer Samenbank spenden. Dort wird den Kindern erst nach ihrem 18. Geburtstag der biologische Vater
03:00bekannt gegeben.
03:02Und nur auf Anfrage. Das lehnt Gerrit ab. Alle seine Kinder sollen wissen, wer ihr Vater ist. Von Anfang an.
03:10Wo fährst du denn hin?
03:14Alles mehr?
03:16Nein! Mach da doch nicht!
03:212014 kommt sein erstes Spenderkind zur Welt. Es folgen fünf weitere, bevor er seine jetzige Frau kennenlernt und eine eigene
03:29Familie gründet.
03:31Trotzdem spendet er weiter. Inzwischen hat er 27 Kinder. Drei weitere sind unterwegs.
03:38Eins davon soll in den nächsten Tagen geboren werden.
03:51Dana ist Hauptkommissarin bei der Berliner Polizei. Sie engagiert sich dort für die Belange und Rechte queerer Menschen.
04:05Schon lange wünscht sich Dana ein Kind. 2019 entscheidet sie sich mit ihrer damaligen Partnerin für Gerrit als Samenspender.
04:14Gleich beim ersten Versuch wird sie schwanger. Doch in der neunten Woche verliert Dana das Kind.
04:20Gerrit spendet noch einmal. Auch diese zweite Schwangerschaft endet mit einer Fehlgeburt.
04:25Für den Körper und für die Seele oder für die Psyche ist es nicht schön.
04:32Die Beziehung zerbricht an der emotionalen Belastung.
04:37Dann war für mich halt die große Frage, ja was mache ich denn jetzt? Gehe ich den Weg alleine?
04:42Und ist der Wunsch für mich so groß, dass ich sage, nee, ich schaffe das schon alleine, das haben viele
04:47andere auch geschafft, warum soll ich es nicht schaffen?
04:49Das war dann nochmal so dieser Wendepunkt, ja.
04:55Gerrit, mit dem habe ich telefoniert und habe ihm gesagt, ich würde das auch alleine machen, ob er trotzdem noch
05:00dabei ist.
05:02Und da hat er gar keinen Moment gezögert und hat gesagt, natürlich ist er dabei.
05:11Dann habe ich dann den Test gemacht und der war dann positiv. Das war erstmal so hinsetzen, aber ist immer
05:23noch ein bisschen emotional.
05:32Die Freude war sehr groß. Das war schon ein sehr schöner Moment. Natürlich die Angst auch, ne, also die Angst,
05:40oh Gott, bleibt es jetzt, verliert man es wieder.
05:44Und wie war es heute in der Kita? War es schön?
05:48Als sie dann endlich in meinem Arm lag, das war so ein unbeschreiblich schönes Gefühl, also erstmal dieses, oh Gott,
05:55da ist jetzt so ein kleines Wesen, ne, die gucken einen ja gleich an mit den großen Augen.
06:04Das war der größte Schatz, den ich dann in meinen Armen hielt, da war mir der Rest egal.
06:10Das.
06:11Mhm, genau, das ist er. Das ist der Gerrit. Ne, den hast du noch gar nicht kennengelernt.
06:17Nein. Den Biopapa, ne? Da hab ich dir aber immer von erzählt.
06:23Biopapa.
06:24Ja, zum Biopapa.
06:29Sie wird ja bald zweieinhalb, aber trotzdem fing das schon vor einem Jahr, glaube ich, an, dass ja viele im
06:36Kindergarten auch vom Papa abgeholt werden.
06:39Und fragt dann, oder er hat nicht gefragt, aber hat so Papa gesagt. Und deswegen hab ich ihr von vornherein
06:44erzählt, ja, du hast auch einen Papa. Ich sagte, aber es ist ein Biopapa.
06:49Das alte Kuppenbild.
06:50Da bist du auch mit drauf, ne, du bist ja die 22.
06:53Das hier.
06:56Alle Mütter von Gerrits Spenderkindern sind durch eine WhatsApp-Gruppe verbunden. Sie halten Kontakt untereinander, teilen Informationen und Bilder von
07:04den Kindern.
07:04Das ist ein anderes Bild.
07:06Das ist ein anderes Bild.
07:07Das ist ein anderes Bild.
07:08Guck mal, das sind alles deine Halbbrüder und Halbschwester.
07:12Halbschwester.
07:13Genau. Guck mal, das ist auch eine davon. Guck.
07:20Halbbrüder.
07:21In drei Monaten wird Juna das erste Mal ihren Papa und viele ihrer Halbgeschwister treffen.
07:27Als Dana Gerrit kennenlernt, wird ihr schnell klar, ihre Wünsche an einen Samenspender und Gerrits Vorstellungen passen überein.
07:35Wenn man einen Spender sich aussucht, möchte man einen Anonymspender oder möchte man über die Samenbank gehen?
07:41Oder möchte man einen Spender haben, der zwar da ist, wo man darauf zurückgreifen kann?
07:47Oder möchte man jemanden haben, der auch Teil des Lebens des Kindes wird?
07:49Da war mir recht schnell klar, dass es über die Samenbank mit zu anonym ist.
07:54Deshalb ist die Wahl ja auch auf Gerrit gefallen.
07:56Also er hat keinen aktiven Part an der Erziehung, das wollte ich auch nicht.
07:59Aber er sollte immer da sein irgendwo, auch nochmal so als Background für mich.
08:05Und wenn die Kleine halt danach fragt und dass ich sagen kann, ja, guck mal, das ist dein, ist ja
08:12nicht der Papa, aber dein Erzeuger oder Biopapa, wie er jetzt ja so genannt wird.
08:17Das ist er.
08:19Hi Gerrit.
08:20Ja, unser Sohn Ottis ist gestern zur Welt gekommen.
08:25Wunderhübsch.
08:25Hat jetzt noch ein bisschen Unterstützung beim Atmen, die er auch zurecht braucht, weil er einfach noch viel zu früh
08:30gekommen ist.
08:32Ja, genau.
08:33Wir freuen uns und ja, jetzt ist der kleine Erdenmensch da.
08:38Das neue Spenderkind ist auf der Welt.
08:42Irgendwie musste ich ja den Überblick bewahren und dann habe ich angefangen irgendwann meine Liste zu führen.
08:47Nummer zwei Lotta, erster Versuch, Nummer drei Paula, dritter Versuch und so weiter.
08:53Meine eigenen Jungs sind dazwischen auf Platz acht Jonte, auf Platz elf Liko und Platz zwanzig Keno.
09:04Die private Samenspende ist in Deutschland gesetzlich nicht geregelt. Eine Höchstgrenze für die Anzahl seiner Kinder kann Gerrit sich selbst
09:12setzen.
09:12Und dann geht's noch weiter bis 27, der Oliver. Und jetzt kommt, zack, das hört sich jetzt so technisch an,
09:25schrecklich, Nummer 28.
09:27Das 28. biologische Kind. Meine inklusive. Und das ist der Otis.
09:35Also wenn ich Otis jetzt da unten anfüge, dann löst das kein besonderes Gefühl aus oder so.
09:45Aber ich freue mich auf die erste Begegnung.
09:50In wenigen Monaten wird es soweit sein.
09:59Sechs Wochen zu früh musste der kleine Otis auf die Welt geholt werden.
10:04Auf der Frühchenstation in Lübeck kümmern sich seine Mütter Sarah und Katrin um ihn.
10:08Das ist echt ein Unterschied, ne, von vor zwei Wochen.
10:16Das ist ein anderes Licht jetzt hier, ne. Ein bisschen heller hier.
10:22Was ich total schön finde, ist, dass es beide wohl auf sind. Katrin hat sich Sorgen gemacht ums Baby. Ich
10:28habe mir Sorgen um beide gemacht.
10:30Inzwischen geht es Otis so gut, dass er nach Hause darf.
10:38Ähnlich wie Katrin und Sarah suchen sich viele Frauen gezielt Gerrit als Samenspender aus.
10:44Also die Paare kommen zu mir, die dieses andere Modell der Transparenz und des Wissens um den Vater von Anfang
10:51an in den Vordergrund stellen.
10:53Zu Gerrit kommen lesbische Paare, Frauen, die ohne einen Partner Mutter werden wollen, aber auch vereinzelt heterosexuelle Paare, bei denen
11:02der Mann nicht zeugungsfähig ist.
11:13Es war nicht von Anfang an geplant, bald 30 Kinder zu haben.
11:24Dass es sich so ein bisschen verselbstständigt hat, liegt ein bisschen daran, dass ich diese Nische sehr gut bedient habe,
11:33als transparenter Spender, der den Kontakt vorschreibt eigentlich, als Prämisse setzt.
11:40Und da kamen so viele Anfragen, immer und immer wieder.
11:46Aber da kann ich die hochklettern.
11:50Magst du mir angeben?
11:51Das oberste Kinderrecht sagt, dass jeder Mensch darauf ein Recht hat, zu wissen, wo er herkommt.
11:58So, dann holen wir jetzt mal ein bisschen Seil.
12:00Wir hatten ja mit verschiedenen potenziellen Spendern auch gesprochen und da war so ein ungeschriebenes Gesetz, dass man darüber nicht
12:06spricht, wie viele Spenderkinder denn schon da sind.
12:10Und bei Gerrit ist es eben ganz offen gelegt, dass er gesagt hat, es gibt so und so viele Familien,
12:16es gibt so und so viele Kinder.
12:17Ich will da gar keine Wertung reinbringen, dass das abschreckend oder negativ, positiv, wie auch immer ist.
12:22Er ist einfach ehrlich, er ist einfach authentisch ehrlich und das finde ich total bewundernswert und total schön.
12:34Der Wunsch von mir ist, dass alle von Anfang an wissen, wie viele Kinder es sind, wie sie heißen, wo
12:41sie leben. Das wäre mein Wunsch.
12:44Das ist nicht nur sein Ziel, sondern auch das aller Mütter. Inzwischen haben sie ihrer Gruppe sogar einen Namen gegeben.
12:52Die Herde.
12:54Die Herde heißt die Herde. Ja, das darf man auf keinen Fall falsch verstehen.
12:59Es war ironisch, der Begriff kam und alle sind darauf angesprungen und deswegen nennen wir uns einfach die Herde. Wir
13:08lachen einfach alle darüber.
13:09Die Herde, ja. Der Begriff war mir auch erst so ein bisschen suspekt. Ich konnte damit nichts anfangen, aber mittlerweile
13:14ist es, ist ja eigentlich, kann man sich damit identifizieren.
13:19Also es steht ja nicht jeder für sich, sondern eine Herde hat ja immer so einen Bezugspart. Ja, der Kern
13:26ist ja Gerrit. Und daraus entwickeln sich ja die Familien und auch die Halbgeschwister.
13:32Einmal im Jahr kommen fast alle Mütter, ihre Kinder und Gerrit mit seiner Familie zum sogenannten Herdentreffen zusammen.
13:40So, guck mal, das ist der Webeleinstieg. Hast du gesehen? Ja.
13:45Da mache ich jetzt einen Spierenstich drauf. In wenigen Tagen wird es das erste Mal bei Gerrit im Garten stattfinden.
13:55Katrin und Sarah haben Gerrit, wie fast alle Frauen aus der Herde, über ein Internetportal kennengelernt.
14:03Neben seriösen Anbietern finden sich dort aber auch viele Männer mit anderen Absichten.
14:09Hallo all ihr süßen Frauen, süßen Girls und Mädels. Du wünschst dir, oh Gott, sehnsüchtig ein Kind. Ich helfe dir
14:17sehr gern, was du möchtest.
14:19Ich bin bereit für alles für dich zu tun. Oh mein Gott.
14:23Welche Methode hat er angegeben?
14:25Ja.
14:26Natürlich.
14:28Okay, dann ist er offen für die Affäre.
14:30Ja, ja.
14:32Für die meisten Frauen, die hier suchen, kommt nur die sogenannte Bechermethode in Frage.
14:38Wir haben einen Becher.
14:40Man hat eine Spritze.
14:41Und dann kriegt halt der Spender den schicken Becher und verkrümelt sich.
14:48Kann dann einmal sozusagen hier rein den Samen abgeben.
14:52Und dann gibt er uns das an die Hand und dann nehme ich die Spritze, füge das rein.
14:59Genau.
15:00Und dann wird es eingeführt.
15:01Sexuelle Interessen habe ich kein einziges Mal verfolgt.
15:05Ich bin ohne Frage, ich sag mal, mit einer recht starken Libido gesegnet.
15:12Wenn ich schon persönlich Hand anlege, dann kann ich es ja auch sinnvoll machen.
15:17Jetzt mal ganz salopp formuliert.
15:19Das ist eines meiner Credos, Credi.
15:24Nur die Samen, nur die Bechermethode zu nehmen.
15:27Die Samenspende ist ein lukrativer Markt.
15:31Samenbanken machen jährlich Millionenumsätze.
15:34Auch viele private Samenspender wittern ein Geschäft.
15:38Einmalig pro Spende 500 Euro.
15:43Natürlich.
15:43500 Euro. Puh, das ist schon auch eine Hausnummer.
15:52Pro Samenspende bin ich dazu übergegangen, 50 Euro zu nehmen.
15:56Das hat den Grund, dass ich natürlich meine Kosten damit dann decken kann.
16:02Mir hat ein paar Mal gesagt, sie fänden das auch seltsam, wenn ich gar nichts nehmen würde.
16:06Weil sie dann das Gefühl hätten, warum macht der das?
16:08Da ging es uns beiden mit gut.
16:11Weil wir jetzt nicht wollten, dass wir jetzt irgendwie, dass sie da jetzt dran verdienen quasi.
16:17Nicht das Geld, nicht der Sex. Aber was dann?
16:22Ich habe es eher aus Neugier am Ende gemacht und weil ich viele Bedürfnisse von mir damit erfüllen konnte.
16:30Damals schon präsent hatte ich das Gefühl, die eigenen Gene weitergeben zu wollen.
16:36Das ist, glaube ich, ein recht egozentrischer Wunsch, aber den wir, glaube ich, auch alle haben.
16:41Weil sonst würde die Menschheit halt ja nicht weiter existieren.
16:46Ein weiterer Grund ist, dass es mir Freude macht, kinderlosen Paaren oder Single-Müttern zu helfen.
17:05Gerrits Frau Tiyu kommt aus Taiwan. Die beiden lernen sich beim Tango-Tanzen kennen.
17:11Gerrits macht von Anfang an kein Geheimnis daraus, dass er Samenspender und schon Vater mehrerer Kinder ist.
17:18Deutschlandweit besucht Gerrits Frauen, die sein Sperma möchten. Tiyu hat ihn dabei am Anfang ihrer Beziehung sogar begleitet.
17:28Als ich ihn einmal besucht habe, ging er gerade auf eine Reise, um Sperma zu spenden.
17:34Also haben wir es zusammengetan.
17:37Das zeigte mir, dass sie die richtige ist.
17:41Für mich ging es ums Reisen, eine weitere Stadt besichtigen, neue Dinge sehen.
17:49Das macht irgendwie Spaß.
17:51Ja, und so wird der Spaß komplett.
17:54Dein Spaß und mein Spaß sind unterschiedlich.
17:59Für mich ist der interessanteste Teil dieser schönen Anekdote, dass Tiyu mir tatsächlich beim Spenden geholfen hat.
18:08Nur das eine Mal, nicht mehr.
18:12Nein, nicht mehr. Das war wunderschön und für mich ein Schlüsselerlebnis.
18:17Ich habe mich sicher gefühlt und wusste, diese Frau könnte ich heiraten.
18:23Mama, ich brauche nur zwei Stöcke.
18:26Ich mache meinen.
18:28Und auch meinen, Mama.
18:32Ich glaube, die Transparenz ist eine Sache, dass ich kein Problem oder keine Fragen habe.
18:43Ich finde es nicht schwierig, dass mein Mann ein Samenspender ist.
18:49Wahrscheinlich ist es genau das Gegenteil.
18:52Denn wenn es nicht transparent wäre, auch nicht für dich, dann gäbe es Zweifel.
19:00Das Wichtigste an diesem Kind ist, dass es eine Mama hat, die sich wünscht, dass dieses Leben auf die Welt
19:06kommt.
19:11Achtung, ich lasse dich rüberfliegen.
19:13Übers Feld.
19:18So, da ist es, das gute Stück.
19:22Beim Umzug auch heile geblieben.
19:24Der Hugo hat zum Glück gefunden. Wer ist das denn?
19:27Wen hast du da gefunden?
19:28Tina und Tanja leben mit ihren Kindern im Westerwald.
19:31Und Carlotta, Tanja Mama, Tina Mama.
19:39Die beiden haben 2018 geheiratet.
19:43Ihr Sohn Hugo ist viereinhalb Jahre alt.
19:46Er ist Gerrits sechzehntes Kind.
19:49Und das war unsere alte Kirche, ne?
19:52Ja.
19:52Mit unserer Pfarrerin, mit unserer Tollen.
19:54Ja.
19:55Die hat dich getauft, die hat den Hugo getauft, die Mamas vermählt.
20:01Cool.
20:01Heißeste Tag des Jahres war das.
20:05Das ist meine Familie.
20:07Ich habe zwei Mamas und zwei Militern.
20:11Du oder Katharina.
20:13Joris ist Hugos älterer Halbbruder.
20:15Er hat einen anderen Samenspender als Vater.
20:18Ah, mit zu.
20:20Seine Halbschwester Carlotta ist 19 Jahre alt und wohnt nicht mehr zu Hause.
20:24Tanja brachte sie in die Ehe mit.
20:26Das sehe ich nicht als Schmerzenweg.
20:28Na ja, eigentlich habe ich noch viel mehr Geschwister und natürlich auch einen Papa. Aber das ist eine längere Geschichte.
20:38Tina und Tanja suchen damals lange nach einem passenden Samenspender.
20:44Das Kriterium war jemand, der einem sympathisch ist, den man gut riechen kann, den man mag, mit dem man auch
20:50die nächsten 20 Jahre oder länger in Kontakt sein möchte.
20:54Mit dem man lachen kann?
20:55Ja.
20:56Es soll der Papa mit einer guten Onkelfunktion sein. Und vor allem soll er nicht zwischen Tanja und mich rutschen
21:02und keine Konkurrenz dann den Kindern gegenüber einnehmen.
21:07Sie lernen Gerrit übers Internet kennen und verabreden ein erstes Treffen bei ihnen zu Hause.
21:14Er hat uns dann besucht an einem Wochenende, wo es tatsächlich bei mir vom Zyklus her gepasst hat. Und die
21:20Chemie hat gestimmt.
21:21Und wir hatten einen tollen Abend. Wir hatten einfach einen tollen Abend mit einem guten Freund.
21:28Und dann war es wie selbstverständlich, dass wir dann auch gesagt haben, dann lasst es uns einfach umsetzen.
21:39Wir hatten alles vorbereitet. Wir sind ja keine Anfängerinnen gewesen, denn wir hatten das Ganze schon mal praktiziert.
21:46Das war so süß. Ich habe noch genau vor Augen. Er kam die Treppe von unten hoch, hat das Becherchen
21:51und sagt, Mädels, viel Spaß.
22:00Es ist schon eine Herausforderung mit den Körperflüssigkeiten von einem Menschen, der einem nicht so vertraut ist, so eng in
22:12Kontakt zu sein.
22:13Und das ist schon etwas, wo ich, glaube ich, bewusst nicht so intensiv darüber nachgedacht habe.
22:20Du musst ja wissen, dass es das bisschen Leben ist, dass es das Stück Hoffnung ist, dass es all das
22:26die Möglichkeit gibt, die du dir erhoffst von diesem Abend.
22:32Und deshalb war das für mich jetzt überhaupt nicht eklig.
22:38Wir müssen aber auch sagen, dass du weniger damit in Kontakt gekommen bist als ich.
22:43Naja, ich habe die Spritze aufgezogen.
22:45Das ist richtig.
22:47Ja, ja, ja, ja. Na klar, natürlich. Natürlich, um Gottes Willen.
22:51Ja, aber natürlich stand das Entstehen von einem Baby im Vordergrund.
22:56Die Hoffnung, fand ich.
22:57Ja, na klar.
22:59Tanja wird sofort schwanger.
23:01Aber in den Monaten nach der Geburt merken Tina und Tanja, dass mit Hugo etwas nicht stimmt.
23:08Und jetzt hat es ausgereiert, Freunde.
23:12Er konnte nicht einschlafen, er hatte keinen Tag-Nacht-Rhythmus.
23:15Er konnte nicht sitzen, auch wenn die Gleichaltrigen seit einem Dreivierteljahr schon gesessen haben. Er hat nicht gekrabbelt.
23:21Zusätzlich erleidet Hugo schwere epileptische Anfälle.
23:25Drei Jahre hat niemand eine Erklärung dafür. Es ist eine schwere Zeit voller Ungewissheit.
23:32Dann kam endlich diese Diagnose und wir hatten es schwarz auf weiß.
23:37Hugo hat das selten auftretende Kohlen-de-Fries-Syndrom. Ein kleiner Gendefekt mit großer Auswirkung.
23:44Das kann auch tatsächlich genetische Ursachen haben, dass ein Elternteil träger ist, aber selbst das nicht ausgeprägt hat.
23:55Im Raum steht die Frage, ob Gerrits Gene dafür die Ursache sind.
24:12Gerrit hat uns direkt unterstützt, hat uns mit dem Bluttest und den Arzt aufgesucht und zur Aufklärung beigetragen.
24:24Nach vielen Untersuchungen steht fest, weder Tanja noch Gerrit sind Träger der Mutation.
24:34Zaun.
24:36Zaun.
24:38Zaun.
24:40Ich kann mir natürlich gut vorstellen, dass böse Zungen sagen, seht ihr, Samenspende, zwei lesbische Frauen, behindertes Kind, es musste
24:50ja alles so kommen.
24:55Tina peinigen diese Gedanken.
24:57Durch ihre strenge katholische Erziehung gerät sie nach Hugos Diagnose in emotionale Nöte.
25:03Sie fragt sich, ob sie sich tatsächlich schuldig gemacht hat. Durch ihre gelebte Homosexualität und durch die Samenspende.
25:13Dieser Gedanke ist massiv Hugo als Strafe Gottes zu empfinden und ich schäme mich auch ein bisschen.
25:19Aber man muss so aufgewachsen sein, dass der Zorn Gottes, die Strafe Gottes, dass sie das höchste Gericht ist.
25:32Wo du bist so schnell, Hugo? Du bist so schnell, komm, boah, gut.
25:39Natürlich sind wir auch durch verschiedene Phasen der Trauer gegangen, ganz klar.
25:44Aber umdefiniert ist Hugo ein Geschenk, um mehr Akzeptanz und Fürsorge füreinander und Verständnis füreinander in die Welt zu bringen.
26:04Auch das habe ich mittlerweile akzeptiert. Der Hugo ist ein Geschenk. Der Hugo ist einfach wundervoll.
26:12Wenn ich daran denke, dass alle Menschen, alle Geschöpfe genauso gewollt sind.
26:19Und deshalb haben wir sie so zu respektieren, akzeptieren, anzunehmen und zu lieben.
26:37Die rechtliche Situation bei der privaten Samenspende ist heikel.
26:42Die Samenspender gelten als Väter mit allen Sorge- und Umgangsrechten sowie Unterhaltspflichten.
26:55Das ist also ein ganz schwieriges, ein ganz dünnes Eis, auf dem man sich da bewegt. Das ist Vertrauen.
27:00Das Vertrauen, was er uns ja oder mir ja auch geben musste, dass ich halt mich jetzt nicht hinstelle und
27:06sage,
27:06ja, ich kann aber das Kind jetzt nicht alleine großziehen, weil zum Beispiel ist mir der Job jetzt weggebrochen oder
27:11wie auch immer.
27:13Alle Frauen haben mit Gerrit vereinbart, dass sie keinen Unterhalt von ihm einfordern und er im Gegenzug auf alle seine
27:20Vaterrechte verzichtet.
27:22Vor Gericht allerdings hätte diese Vereinbarung keinen Bestand.
27:30Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass es nicht passieren wird, dass ich zur Unterhaltszahlung herangezogen werde.
27:37Ist auch noch kein einziges Mal vorgekommen.
27:40Vielleicht hilft auch das Modell, dass alle voneinander wissen müssen und alle sich kennen.
27:47Die Frauen hoffen, dass Gerrit durch die hohe Anzahl der Kinder auch in Zukunft kein Interesse haben wird, seine Vaterrechte
27:54einzufordern.
27:55Natürlich habe ich versucht, mich am Anfang abzusichern mit Verträgen, die dann nicht wirklich greifen würden im Ernstfall.
28:02Das ist eher Makulatur. Mach ich mittlerweile nicht mehr.
28:05Je länger ich das mache, desto leichter wird es, desto mehr Vertrauen kommt. Und das ist auch gegenseitig.
28:13Erst die Zeit wird zeigen, ob dieses gegenseitige Vertrauen ein Leben lang hält.
28:18Viele Fälle von privaten Samenspendern landen vor Gericht, wo erbittert über Unterhalt und Sorgerecht gestritten wird.
28:24Das ist schön.
28:28Wollen wir doch noch mehr.
28:31Dana arbeitet in Vollzeit, um ihre kleine Familie alleine finanzieren zu können.
28:36Eine hohe Belastung. Sie hat Unterstützung von ihrem Bruder und seiner Frau.
28:43Gezweifelt an Entscheidungen habe ich nie. Also ich würde es auch immer wieder machen, auch alleine.
28:48Der Große.
28:51Momentan habe ich noch nicht das Gefühl, dass ihr irgendwas fehlt.
28:54Deswegen haben wir ja auch Kontakt zu Freunden, zum Onkel. Also da ist sie auch sehr gerne.
29:00Runter, warte, warte, warte, warte.
29:06Ich denke mal, sie kriegt von Dana genug Liebe und auch von uns als Familie.
29:16Anfänglich war Danas Bruder dieses Konzept der Samenspende fremd.
29:21Wenn alle Näh sagen würden, würde es ja sowas nicht geben. Also irgendwo muss man ja irgendwo mal die Lanze
29:26brechen und sagen, ja, ist okay.
29:29Der Baum ist ein bisschen zu dünn für dich.
29:33Nee, also persönlich vorstellen könnte ich es mir nicht, nee.
29:37Nee, glaube ich nicht.
29:39Würde, könnte ich nicht mit umgehen.
29:45Mir gegenüber hat sich noch keiner positioniert und gesagt, wie kannst du das machen, alleine einen Kind großziehen, ohne einen
29:52Papa.
29:53Und selbst wenn, ist meine Entscheidung, ist mein Leben.
29:56Andere haben andere Baustellen und sollen sich wahrscheinlich erst mal darum kümmern.
30:05Gerrit betritt Neuland mit seinem Bio-Papa-Modell.
30:09Er musste erst lernen, wie er emotional mit seinen Spenderkindern umgeht.
30:14Arme hoch einmal, dann kann ich gucken.
30:18Und wenn ich eins meiner Kinder sehe, habe ich keine Vatergefühle.
30:22Es ist wie ein Kind aus dem erweiterten Freundeskreis meiner Kinder.
30:27Und wenn es mich dann Papa nennt, dann war das am Anfang, das war seltsam.
30:32Das war wie innerlich einmal kurz, verdammt, was mache ich jetzt?
30:39Was machst du als erstes?
30:42Ich merke, dass Kinder das brauchen, mich als Papa zu begreifen und auch Papa nennen zu können.
30:49Und dann lassen sie aber ganz schnell wieder los und mehr ist dann auch nicht.
30:52Weil soziale Bindung und genetische sind einfach echt zweierlei.
30:58Gerrit gratuliert seinen Spenderkindern nicht zum Geburtstag und bringt ihnen auch keine Geschenke vorbei.
31:03Aber dafür ist ihm etwas anderes wichtig.
31:07Die Regel ist, ich darf angerufen werden, jeder darf vorbeikommen und Kontakt aufnehmen, wann immer er oder sie möchte.
31:15Das ist unveräußerliches Grundrecht, sonst hätte ich es nicht getan.
31:20Drück dich ab und schieb gleichzeitig nach oben.
31:22Das ist meine lebenslange Verantwortung, der ich mich stelle und die ich begrüße.
31:27Also ich finde die ja toll. Ich finde das wahnsinnig schön, auf die Art und Weise dann gebraucht zu werden.
31:37Noch sind die Kinder aus seinen Samenspenden klein, das Älteste erst zehn Jahre alt.
31:44Aber wie wird es sein, wenn sie Teenager, junge Erwachsene sind?
31:50Komm mal her!
31:53Komm mal her!
32:02Wo tut's weh? Zeig mal!
32:06Auch wenn Gerrits Spenderkinder von Beginn an wissen, wer ihr Erzeuger ist, werden sie dennoch ohne einen klassischen Vater im
32:13Alltag groß.
32:14Da musst du rein, kannst nicht mehr klettern?
32:17Nein!
32:17Na dann ab auf den Baum.
32:19Was ist der klassische Papa? Was macht der klassische Papa?
32:23Und nur, dass ein Mann mit einer Frau verheiratet ist und beide die biologischen Eltern eines Kindes sind,
32:30heißt das überhaupt nichts darüber, wie präsent der Vater ist, wie viel Vorbild er gibt oder welches Vorbild er gibt.
32:39Ach, wie kann man das?
32:40Das ist noch nicht zu weit, wir sehen erst den Abendgruß.
32:47Ehe jedes Kind ins Bettchen wohl, hast gewiss noch Zeit.
32:55In den letzten Monaten sind zwei weitere Kinder von Gerrit auf die Welt gekommen. Inzwischen hat er 30.
33:03Wow, 30 ist wirklich viel. Ehrlich gesagt, ist das etwas verwirrend.
33:07Ich kann mir nicht mehr alle Namen von allen Kindern merken.
33:12Ich bin eh bei einer Anzahl von Kindern angelangt, wo es sehr kritisch wird, noch weiter zu machen, weil ich
33:18glaube, ich bin am Maximum dran.
33:21Gerrit denkt ans Aufhören. Er möchte nur noch für Geschwisterkinder spenden.
33:25Mit der hohen Anzahl an Halbgeschwistern steigt auch das Risiko, dass sie sich ineinander verlieben könnten.
33:32Aus genetischer Sicht ist das problematisch, sollten aus so einer Beziehung gemeinsame Kinder entstehen.
33:43Das erste Herdentreffen für Katrin und Sarah. Und die erste Begegnung zwischen Gerrit und seinem Sohn Otis.
33:51Wow.
33:56Schön dich zu sehen. Hi.
33:59Hi.
34:00Ist das süß. So klein noch natürlich, ne? Also deutlich kleiner als gedacht.
34:06Ja.
34:06Hi.
34:12Katrin und Sarah.
34:14Richtig.
34:15Genau.
34:18Warum sollte ich eifersüchtig sein? Ich sehe Sperma als Teil des Körpers. Und das ist es.
34:27Wenn er Blut spenden würde, wäre ich auch nicht eifersüchtig. Der Unterschied ist, dass durch Sperma ein Kind geschaffen wird.
34:36Die anderen Mamas und die Kinder sind wie Freunde für mich.
34:53Die meisten Familien der Herde sind nach Hamburg zu Gerrit und seiner Frau gereist. Siebzehn Halbgeschwister sind heute da.
35:10Ich finde es überwältigend einfach. Ich glaube, das trifft es für mich persönlich. Man wusste um die Zahl der Menschen,
35:17man wusste so ein bisschen um die Zahl der Kinder. Jetzt ist es aber einfach mal greifbar da.
35:24Auch die kleine Juna hat heute ihren Bio-Papa zum ersten Mal kennengelernt.
35:28Das ist auch eine Gieskanne. Nimmst du die blaue, ne?
35:37Der Wunsch, der immer in mir war, den ich mit ihm halt umsetzen konnte und dass sie für mich so
35:42perfekt geworden ist und ich sie jeden Tag eigentlich nur knuddeln und festhalten würde.
35:50Ja, also für mich der perfekte Moment gewesen, als wir drei aufeinander getroffen sind.
35:55Mich berührt das Glück der Mütter. Also wenn die sich gerührt zeigen und Dankbarkeit empfinden.
36:02Ansonsten rennen die Kinder hier rum, als wenn es Kindergartenkinder wären und das Ganze ist ein großer Abenteuerspielplatz.
36:07Und ich fühle mich nicht als Papa. Alles gut. Alles gut. Alles gut. Hallo Otis. Hallo mein Kino, mein Kino.
36:21Ich möchte jetzt den beiden gerade recht machen. Da ist nichts Emotionales.
36:26Otis, alles okay? Bin dann alles gut.
36:28Ich bin da zurück. Bart kennst du nicht, ne? Bart ist… Du bist dran? Du bist jetzt dran? Ja.
36:36Na komm her. Du bist dran. Du bist dran. Du bist dran. Du bist dran.
36:41Also, ich habe sehr stark gespürt, das ist halt meiner, so, der Keno.
36:51Und das ist ein fremdes Kind, so ist es einfach.
36:56Und da wird sich die Beziehung irgendwann ergeben und anders sein.
37:00Und das andere ist die soziale Beziehung.
37:02Und das ist ein direkter Bezug.
37:04Keno brauche ich nur an mich nehmen und dann beruhigt er sich.
37:07Bei Otis? Keine Ahnung. Bindungsperson. Bindungsperson? Ein Baby. So ist es.
37:15Ist nicht mein Kind. Otis ist nicht mein Kind. Ich habe geholfen.
37:19Mein Kind. Ist dein Kind. Ist dein Kind.
37:30Das hier ist die Herde. Das zeigt das eigentlich alles.
37:35Dass sich jeder umeinander kümmert oder dass alle so füreinander, ein bisschen nacheinander schauen.
37:42Aber es ist jetzt nicht so, dass man das jetzt monatlich haben müsste wahrscheinlich einfach.
37:46Weil ja alle eben dann auch ...
37:49Hallo, da bist du ja.
37:51Alle ihre Kernfamilien haben.
37:55Ja, da bist du Teil von unserer Familie.
38:01Und von der Herde auch.
38:03Genau.
38:05Laura und Chrissi sind aus Bayern angereist.
38:08Die Bundeswehrsoldatinnen gehören mit Oliver seit zwei Jahren zur Herde.
38:14Laura und Chrissi haben mich gestern oder vorgestern zur Seite genommen am Lagerfeuerabend.
38:20Sie wollten mit mir nochmal sprechen und ich dachte schon so, oh, oh, oh, was kommt?
38:24Wir haben vor zwei Wochen ungefähr im Spaß gesagt, wenn wir jetzt eh schon hier sind,
38:29ob wir nicht die Chance und die Zeit nutzen sollten, direkt fürs zweite Kind zu planen.
38:35Und haben ihn gefragt, wie spontan er ist.
38:38Und er hat gesagt, ja, er ist spontan.
38:39Und dann haben wir gestern Abend eine Spende gemacht.
38:44Wenn das was wird, oh, das war schön. Das wäre schon ein Glückskind.
38:50Natascha hat zwei Söhne von Gerrit.
38:54Allerdings sieht sie die zunehmende Größe der Gruppe mit Skepsis.
39:00Wir haben Gerrit ausgesucht, weil das so ein bisschen persönlicher sein sollte.
39:05Zehn Kinder, das ist gut überschaubar.
39:06Am Anfang hat man auch echt eng Kontakt gehabt, sag ich mal.
39:10Und das wird jetzt, ja, das wird anonymer irgendwie.
39:16Man nimmt das nicht mehr so mit irgendwie, wenn noch ein Kind geboren wird.
39:19Ich persönlich habe immer versucht, es so zu sehen, dass ich gedacht habe,
39:22das größte Glück, was Gerrit mir ermöglicht hat, warum sollte ich es jemandem anders nicht gönnen
39:27oder sagen, finde ich blöd, dass du damit nicht aufgehört hast.
39:30Ich hätte es gerne anders, aber wie Nina das schon sagt, es steht uns überhaupt nicht zu.
39:34Das ist das größte Geschenk, was er uns gemacht hat.
39:37Also wer gibt mir das Recht zu sagen, finde ich jetzt nicht gut oder hör mal bitte auf.
39:44Eines der ältesten Kinder von Gerrit ist die achtjährige Carlotta.
39:49Als Einzelkind genießt sie den Tag mit den Halbgeschwistern.
39:55Gut, weil sonst wäre ich die ganze Zeit nur allein und möchte immer sagen, ich habe keine Geschwister, aber ich
40:01habe ja welche.
40:03Carlottas Mutter Nina spürt, dass mit den Jahren zunehmende Wünsche an den Biopapa kommen.
40:09Also für sie ganz wichtig war zum Beispiel die Einschulung.
40:12Da war es halt für sie sofort klar, ich möchte, dass Gerrit mitkommt.
40:16Ich sagte, wie kommst du denn darauf? Und wir haben ja Gerrit so noch gar nicht oft gesehen.
40:20Und hey Mama, zur Einschulung kommen immer die Mama und der Papa mit.
40:23Und da war mir das erste Mal ganz, ganz bewusst, dass ich genau das für sie wollte, dass sie immer
40:29diese Person hat, wenn sie sie braucht.
40:32Und dass sie mit Gerrit Kontakt haben kann. Und er hat sofort gesagt, klar komm ich.
40:39Aber Carlotta hätte gern auch mehr Zeit mit Gerrit im Alltag.
40:45Und dann fragt sie immer mal wieder, warum Gerrit nicht bei uns wohnt, aber warum Jonte, Liko und Keno bei
40:50ihm wohnen dürfen und sie nicht.
40:52Ich sag Mäuschen, weil er einfach der leibliche Papa ist und mit der Mama verheiratet.
40:58Und da wird es dann immer noch ein bisschen schwierig, weil sie halt mit acht auch noch nicht die Tragweite,
41:03glaube ich, versteht.
41:04Er ist für mich nicht ganz mein Papa, aber halt irgendwie doch.
41:10Können wir mir alles angeben? Ja komm her.
41:13Klar gibt es natürlich die Frage, hey fehlt dir nicht ein Papa im täglichen Miteinander?
41:22Kann sein. Kann natürlich, kann sein. Aber irgendwas fehlt immer.
41:28Letztes Jahr haben wir Feuer gemacht, als ihr hier wart?
41:30Ein Jahr her, genau. Daran erinnerst du dich noch?
41:39Und auf der Ebene, glaube ich, gibt es nichts Wichtigeres für ein Kind, als zu wissen, dass man gewollt war.
41:44Ja. Absolute Wunschkinder. Ja, genau.
41:47Hier laufen 29 absolute Wunschkinder rund. Zu 100 Prozent.
42:06Was? So, jetzt machst du hier mal voller Ketchup und guter Petit.
42:10Mal die Würste plappen. Ja, ist gut.
42:14Interessant dann auch zu verfolgen, was die Kinder später daraus machen, wenn sie älter werden.
42:17Ob sie dabei bleiben oder ob sie ihre Herde und ihre Halbgeschwister und Brüder so anerkennen und die Verbindung auch
42:25halten.
42:26Wir sammeln schon langsam alle.
42:28Wir wollen ein Toto machen am Kletterbaum.
42:31Der klettert am höchsten.
42:33Alle zusammen mit Papa Gerrit.
42:35Natürlich ist Mutter, Vater, Kind heteronormativ sehr richtig.
42:39Das ist ohne Frage richtig. Aber das heißt nicht, dass andere falsch ist.
42:44Und nicht ergänzen kann.
42:56Transparenz und Offenheit.
42:57Als Basis für ein außergewöhnliches Samenspender-Modell.
43:02Aber erst die Zukunft wird zeigen, ob es auch für die Kinder der richtige Weg ist.
43:35Musik
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