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00:03A place where the death is all-gegen-wärtig, is an incredible, but true story of life.
00:12Afrika's Skelettskust.
00:13It seems like this is not a living room for a human or a human being.
00:22Here is an extraordinary meeting.
00:27Ich sah eine Löwin am Strand und war fasziniert davon, wie sie hier überleben konnte.
00:36Aber die Sporen der Wüstenlöwen verloren sich im Sande.
00:42Beinahe vier Jahrzehnte später versprach das Vermächtnis einer herausragenden Löwin drei kleinen Schwestern eine aussichtsreiche Zukunft.
00:52Und dann erschüttete mich eine unerwartete Tragödie.
00:59Zu früh verweist in einer gnadenlosen Wüste schien die Tante ihre einzige Hoffnung, aber sie kannte keine Barme.
01:08Ich dachte, das wäre ihr Todesurteil.
01:13Doch die Schwestern schlugen ein neues Kapitel auf.
01:31Der Atlantik entlang Namibias berüchtigt das Skelettküste.
01:36Unberechenbar, verhängnisvoll.
01:38Wo die Elemente jegliches Leben herausfordern, wird das Schicksal täglich neu bestimmt.
01:50Eine entlegene Welt, in der ein tückischer Ozean und eine unerbittliche Küste kollidieren.
02:01Hier beginnt unsere Geschichte. Sie erzählt von Löwen, die an Stränden umherstreifen.
02:08Kaum vorstellbar, fast unmöglich zu glauben.
02:15Doch gerade, wo die Natur keine Gnade kennt, erleben manche ihre größten Wunder.
02:23So auch Dr. Philip Stender.
02:25Der Löwenforscher kehrte seinem Leben in der Zivilisation den Rücken und wurde selbst zu einem Nomaden der Wüste.
02:32Vor 30 Jahren kam er hierher. Aus Leidenschaft. Und mit dem Ziel, die letzten Wüsten angepassten Löwen zu finden.
02:48Doch nicht lange nach seiner Begegnung mit jener Löwin am Strand schien die Population der Wüstenlöwen ausgestorben zu sein.
02:55Erst Jahre später gab es Hinweise auf ein kleines Rodel, das im Hinterland überlebt hatte.
03:01Daraufhin zog Philip in den Namib.
03:08Als ich hier ankam, um die Löwen zu studieren, habe ich erst verstanden, wie riesig und unwertlich diese bergige Wüste
03:16tatsächlich ist.
03:22Wie sollte ich hier bloß meine Arbeit verrichten? Die Löwen finden, ihnen in diesem unzugänglichen Terrain folgen.
03:31Ich dachte bereits viel über das Verhalten von Löwen zu wissen, doch die Wüstenlöwen belehrten mich eines Besseren.
03:39Sie erschienen mir wie Geister.
03:49Ich entdeckte ihre Spuren im Sand. Wie konnten sie hier überleben? Woher kamen sie? Wo zogen sie hin?
03:59Es war keine leichte Zeit, aber aufgeben kam nicht in Frage.
04:07Das ist nun lange her, doch es begann alles mit ihr.
04:17Zwei Jahre sollten vergehen, ehe Philip auf seinen ersten Löwen traf und ihm schliesslich zu seinem Rodel folgen konnte.
04:28Erstaunlicherweise fand sich unter den Jungtieren nur ein einziges Weibchen. Und dieses Weibchen war sie.
04:42Ich beschloss, diese junge Löwin mit einem Funkhalsband auszustatten.
04:47So verpflichtete ich mich, sie für den Rest ihres Lebens zu begleiten.
04:56Die Löwin verließ ihr Rodel, begann die endlose Wüste zu durchqueren. Sie wagte sich in Gebiete vor, in denen seit
05:04Jahrzehnten keine Artgenossen mehr gelebt hatten.
05:06Eine Pionierin, die die Wüstenlöwen vor dem Aussterben bewahrte.
05:16Philip gab ihr den Namen The Queen, die Königin. Sie zeigte ihm, wie Löwen in dieser kargen Welt zu überleben
05:25vermochten.
05:29Das erste Mal, als ich sie bei der Jagd auf eine Giraffe beobachtete, war ich erstaunt über ihr Geschick und
05:35die Entschlossenheit, mit der sie das Tier angriff.
05:39Ich erkannte, dass sie diesen Wissensschatz an ihre Nachkommen weitergeben würde. Und da begann ich, die Kultur unter den Wüstenlöwen
05:46zu verstehen.
05:52Im Jagen von Giraffen war die Queen eine Spezialistin. Doch je älter und gebrechlicher sie wurde, desto riskanter war es
06:00für sie.
06:13Doch sie blieb furchtlos.
06:19Sie war die wichtigste Löwin für mich. Auf eine gewisse Weise habe ich sie geliebt.
06:30Auch wenn ich Wissenschaftler bin und an Daten und Fakten glaube, schwächt das nicht die Bindung, die ich aufgebaut habe.
06:37Besonders zu einem Tier, das ich so lange kannte.
06:50Am Ende ihres Lebens blieb ich an ihrer Seite. Sie sterben zu sehen war hart, aber es hatte auch etwas
06:59Schönes an sich.
07:02Die überwiegende Mehrheit der Löwen fällt Konflikten mit Menschen zum Opfer.
07:07Dass sie auf natürliche Weise gestorben ist, war deshalb wunderschön.
07:15Ich hatte das Privileg und das Glück, sie von klein auf durch ihr gesamtes Leben zu begleiten, bis sie im
07:22Alter von 17 Jahren starb.
07:29Sie war alles für mich.
07:33Ihr Skelett zu rekonstruieren, bedeutete auch, ihr Vermächtnis zu ehren.
07:39Ich dachte, die Queen hätte mir bereits alles über Wüstenlöwen beigebracht. Doch dann kamen ihre Enkelin.
08:14Die Töchter der Queen führten ihr Erber fort, indem eine von ihnen einen Wurf von drei Löwenen zur Welt brachte.
08:29Vor diesen Jungen lag eine vielversprechende Zukunft, im Nationalpark an der Skelettküste, unter der Obhut ihrer Mutter und Tante, denen
08:38die Queen alles über das Leben in der Wüste vermittelt hatte.
08:46Fernab menschliche Siedlungen bot der Kargellandstrich den drei Schwestern einen sicheren Zufluchtsort, um unbeschwert aufzuwachsen.
08:54Ihre Mutter beratete sie auf eine Welt vor, in der Beute rar und das Verlangen nach Wasser allgegenwärtig waren.
09:02Eine Summe von Entbehrungen, denen sich die Jungen anpassen würden, ganz wie es ihre Natur verlangte.
09:16Gemeinsam mit ihrer Tante bildeten sie ein kleines, jedoch eng verbundenes Rudel.
09:24Spielen stärkte die sozialen Bande und schulte Fähigkeiten, die für kommende Jagdherausforderungen unerlässlich waren.
09:32Ein Testlauf für das Leben.
09:47Flankiert von zwei großen Vorbildern, traten sie mutig und entschlossen der Zukunft entgegen.
10:02Auf das, was dann geschah, war ich nicht vorbereitet.
10:21Einige Monate später sah ich die drei Jungtiere wieder, Mutterseelen allein.
10:29Sie mussten schon eine ganze Weile auf sich gestellt sein.
10:36Das beunruhigte mich sehr für ihre Mutter.
10:46Ich beschloss, sie zu suchen.
10:54Und dann erschütterte mich eine unerwartete Tragödie.
11:04Nach tagelangem Suchen fand ich ihre Mutter schliesslich.
11:15Alles deutete auf einen Kampf mit einem Leoparden hin.
11:18Die Löwin hatte ihn zwar getötet, jedoch hatte er ihr so schwere Verletzungen zugefügt, dass sie einige Tage später daran
11:26starb.
11:32Dass sich zwei große Raubtiere in dieser weiten, trostlosen Umgebung begegnen, ist äußerst selten.
11:38So etwas habe ich noch nie gesehen.
11:42Das machte ihren Tod noch tragischer.
11:45Das macht es sogar noch tragisch.
11:47Wo ist das Jetzt Risch?
12:05Ja, das業biret ministerium.
12:10Das war die Zeit.
12:10Jetzt aus-ters据en wir den healthcare.
12:12Ich habe Parafa teaches.
12:13Das war die love.
12:13So ist es schon ein Wernherzungen.
12:24In the first few weeks, the young people were in their trusted region, very close to them.
12:39Unablessed they were in the city. Every moment could appear the Löwe in the Duneberg.
12:52Instinctly they knew that they had to wait for their mother.
12:55They had to wait for their children.
12:58They would leave them back and go to the Jagd.
13:01Then they would come back and bring the children to the Kadaver.
13:05They had to wait for them.
13:19But these were not waiting for them to die.
13:22They couldn't find their mother.
13:24They could find and rescue them.
13:29Irgendwann kam the moment,
13:31as they began to walk over the dramatic landscape.
13:36They began to walk to the Suche in an endless way.
13:45As with the Queen, I took the difficult decision, one of the sisters to make a Funkhalsband, so that I
13:52wouldn't lose them.
13:57I picked one, who was the strongest character had, and she became Alpha. Alpha, Bravo and Charlie.
14:10And with Alpha came Bravo and Charlie.
14:19Da er nun ihr Signal orten konnte, war es Philip Stander möglich, jeden Schritt der Löwinnen zu dokumentieren.
14:26Aber je mehr Tage vergingen, desto schwerer fiel es ihm, nicht in ihr Schicksal einzugreifen.
14:45Die Waisen mussten ihre Kindheit früh hinter sich lassen.
14:52Einzig ihre Tante könnte die Rettung bedeuten.
14:56Auch sie war irgendwo da draußen, auf der Suche nach ihrer verstorbenen Schwester.
15:01An ihrer Seite hätten die Jungen womöglich eine Chance zu überleben.
15:11Nicht mehr lange und der Hunger würde die Sehnsucht nach der Mutter überschatten.
15:25In ihrer Verzweiflung achteten sie auf jede Bewegung, denn schon ein Kadaver könnte für einige Tage ihren Durst stillen.
15:35Ein fernes Geräusch ließ sie aufhorchen.
15:39Die Weißen folgten selbst einer Wagenspur, barg durch jeder Schritt Hoffnung.
15:46Das war's!
15:55Be forefront!
15:57Be andetnilz 1
16:11Begr도etsch
16:12Begr està
16:20They finally found their Tante, with fresh fruit. I was so impressed with them, but the reaction of the Tante
16:28was not to fix.
16:47She attacked the cups with such ferocity.
16:51She griffed the Jungen mit solcher Vehemenz an, dass ich um deren Leben bangte.
16:56Der Mut der Kleinen war beeindruckend. Sie haben einfach nicht aufgegeben.
17:24Aber mir war auch klar, dass sie die drei niemals akzeptieren und annehmen würden.
17:49Sie hat die drei in den unwirtlichsten Teil der Wüste verjagt. Ich dachte, das wäre ihr Todesurteil.
17:56I thought, that is going to be the death sentence.
18:11Sand, nichts als Sand. Die älteste Wüste auf unserem Planeten ist zugleich eine der lebensfeindlichsten.
18:20Namib, die große Leere. Ein Ort, der kein Erbarmen kennt.
18:27Erst recht nicht mit verwaisten Löwenkindern. Hier gab es keine Nahrung, kein Wasser, keine Hoffnung.
18:47Wüstenlöwenmütter bringen ihrem Nachwuchs in den ersten Lebensjahren alles bei, was sie über das heiß trockene Wüstenrevier wissen müssen.
18:54Wo sie Schutz finden und wie sie in diesem kargen Landstrich Beute machen können.
19:07Verloren in der grossen Leere, ohne die Lehren ihrer Mutter, wanderten die drei kleinen Schwestern immer weiter in die Dünen
19:15hinein.
19:21Und dann geschah etwas Erstaunliches. Sie entdeckten eine Oase.
19:30Diese Oase inmitten der Wüste eröffnete ihnen eine völlig andere Welt. Ein gänzlich neues Ökosystem.
19:43Ihr erster Schluck Wasser. Die Oase konnte ihren Durst löschen. Vielleicht würde sie auch den Hunger stillen.
19:56Während ich sie so beobachtete, dachte ich, wenn sie doch nur lernen könnten, wie man Vögel fängt.
20:09Mit der Zeit erkundeten die drei Löwinnen ihr neu entdecktes Paradies.
20:14Philipp stattete auch Alphas Schwestern mit Ortungshalsbändern aus.
20:18Er ahnte, dass sie im Begriff waren, die Geschichte der Wüstenlöwen neu zu schreiben.
20:28Sie haben schnell erkannt, dass sich die Vögel nachts an bestimmten Orten versammeln und ihre Jagdstrategie danach ausgerichtet.
20:45Auch Philips Herangehensweise musste unsichtbar und unauffällig sein.
20:54Sobald ich die richtige Nachtsichtausrüstung hatte, konnte ich in ihre Welt eintauchen, ihnen folgen und jedes Detail beobachten.
21:10Indem die Kamera die Wärmeabstrahlung von Körpern sichtbar machte, zeichnete sie ein aussergewöhnliches Bild des Lebens.
21:17Eines, das dem menschlichen Auge normalerweise verborgen bleibt.
21:22Und als es dunkel war, wechselten sie in den Jagdmodus.
21:28Löwen, die unter normalen Umständen aufwachsen, würden einen Vogel nicht einmal beachten.
21:40Doch der quälende Hunger erweckte in diesen Löwinnen ein ungewöhnliches Verhalten.
21:45Ihr Überlebensinstinkt sollte sie in ungeahnte Höhen führen.
22:04An den Schlafplätzen der Vögel zu jagen, garantierte ihnen, dass die Beute stets zurückkehren würde.
22:18Dieses Schlaraffenland vollends auszukosten, bedeutete aber auch, die eigene Komfortzone zu verlassen.
22:25Wasser, das den meisten Katzen Angst einflößt, war hier ihr größter Gegner.
22:41Ich war wirklich zuversichtlich, denn sie hatten sich zu Vogeljägerinnen entwickelt.
22:47Das war ihr Start in ein völlig neues Leben.
23:11Der rettende Durchbruch.
23:14Eine ungewöhnliche, aber beeindruckende Fähigkeit, die sich die drei selbst angeeignet hatten und die ihnen letztlich das Überleben sicherte.
23:27Die Schwestern hatten sich neu erfunden.
23:38Im Laufe der Zeit verfeinerten sie ihre Technik. Sie lernten zusammenzuarbeiten, was ihren Jagderfolg erheblich steigerte.
23:46Aber das Problem war, dass sie sich viel zu kleine Beutemengen teilen mussten, was zu Spannungen zwischen ihnen führte.
23:56Und eines Tages querte Charlie die Dünen, zog ins Landesinnere und kehrte nie wieder zurück.
24:03Aber sie hat nie zurückgekehrt.
24:17Alpha und Bravo blieben. Sie hatten das Meer aus Sand zu ihrem Zuhause gemacht.
24:22Die Jahre der Entbehrung lagen nun hinter ihnen und die jungen Löwinnen schienen geradewegs aufzublühen.
24:31Ein neuer Lebensabschnitt, der Veränderung auf allen Ebenen bewirkte.
24:42Nach dieser harten Zeit hatten sie begonnen zu spielen.
24:46Es war einfach wunderbar zu sehen, wie das unbeschwerte Leben zurückkehrte.
24:51Und das gab mir Hoffnung für ihre Zukunft.
25:08Während sie ihre neue Freiheit auslebten, führten ihre Erkundungen sie immer weiter westwärts, bis in die Küstenregion jenseits der Dünen.
25:22Ich hatte mir so sehr gewünscht, dass sie eines Tages das Meer entdecken und die üppigen Nahrungsquellen an den Stränden
25:30erschließen würden.
25:34Ein großer Teil von Philips Forschungsarbeit zielte darauf ab, dass die Wüstenlöwen das Jagen von Meerestieren entlang der Skelettküste wiedererladen.
25:43Eine Kultur, die vor Jahrzehnten verloren ging.
25:49In der Nami ist Oudera. Die Küste hingegen eröffnet Wüstenbewohnern üppige Jagdgründe.
26:14Eine harte Schule. Und dennoch Lebensgrundlage für all jene, die sich den harschen Bedingungen anpassen können.
26:40Sollten Alpha und Bravo die Küste erreichen, würden sie Nahrung im Überfluss vorfinden.
26:59Weiter im Landesinneren bemerkte Philip, dass Charlie nicht nur einen völlig anderen Weg angeschlagen hatte als ihre beiden Schwestern.
27:06Zu seiner Überraschung war sie nicht alleine, sondern Teil einer unerwarteten Allianz.
27:18Löwen sind soziale Tiere. Und da Charlie schon eine Weile auf sich gestellt war, hatte sie eine bemerkenswerte Freundschaft geschlossen.
27:28Ausgerechnet mit jener bösen alten Tante, die sie ein paar Jahre zuvor so schlecht behandelt hatte.
27:43Doch nun, da das Leben sie erneut zusammenführte, akzeptierte sie die Nähe ihrer Nichte. Und aus alter Feindschaft erwog seine
27:52neue Verbundenheit.
28:06Das Wunderbare daran war, dass die alte Tante Wissen vermitteln konnte, dass sie selbst von der Queen erworben hatte.
28:29So auch das größte Geheimnis ihres Rodels. Die Kunst der Giraffenjagd.
28:41Charlie beobachtete und lernte. Eine Meisterklasse. Über Generationen hinweg perfektioniert.
28:50Sie feilte an ihren Anpirschfähigkeiten, während sie den entscheidenden Akt noch der Erfahrenen überließ.
29:07Charlies Selbstvertrauen wuchs. Und damit auch ihre Entschlossenheit.
29:14Bis sie eines Tages bereit war, ihren ersten Sprung zu wagen.
29:25Gemeinsam waren sie stark. Bündelten ihre Kräfte.
29:32Und während Charlie von ihrer Tante geführt und umsorgt wurde, näherten sich Alpha und Bravo ihre elementarsten Entdeckungen.
29:40Ein Moment, der das Schicksal der Wüstenlöwen für immer veränderte.
29:57Eines späten Nachmittags saß ich am Strand und wartete darauf, dass sie ankommen würden.
30:03Ich lauschte ihrem Funksignal und mit zunehmender Dunkelheit wurde das Signal immer stärker.
30:22Und dann tauchten ihre Gestalten im Nebel auf.
30:39Endlich waren sie da, am Strand.
30:42Da waren sie auf dem Meer.
30:57Die Schwestern hatten den Ozean erreicht.
31:00Erneut befanden sie sich an der Schwelle zu einer vollkommen neuen Welt, die sich tosend vor ihnen verneigt hat.
31:13Gespannt, wie die Löwinnen auf die raue Küste reagieren, versuchte Philipp ihnen zu folgen.
31:18Doch die Skelettküste war ein tückischer Ort, besonders nachts.
31:22Als der Nebel dichter wurde, verlor er die Löwinnen schon bald aus den Augen.
31:38Der folgende Nachmittag brachte deutlich bessere Wetterbedingungen mit sich.
31:44Und als die Sonne unterging, wartete Philipp nahe einer Seebärenkolonie, in der Hoffnung, Alfa und Bravo würden zurückkehren.
31:56Seit vielen Jahren fragte ich mich, werden die Löwen die Küste und ihre marinen Nahrungsressourcen wiederentdecken?
32:04Wie werden sie darauf reagieren und was wird geschehen, wenn sie auf eine Kolonie mit tausenden von Tieren treffen?
32:10Mit tausenden von Tieren.
32:30Dann erschienen die Löwinnen auf der Wärmeblickkamera.
32:33Doch anstatt sich der Kolonie zu nähern, entfernten sie sich immer weit in die Dunkelheit.
32:57Als Philipp sie schließlich einholte, wurde er Zeuge eines aussergewöhnlichen Verhaltens, wie er es noch nie zuvor gesehen hatte.
33:20Sie begannen zu jagen.
33:24Ein Tier hatte sich an Land gewagt und sie pöschten sich an.
33:29Und sie waren stalking die Seele.
34:17Alfa und Bravo hatten ihre erste Robbe erlegt.
34:24Diese neue Art von Beute stellte sie vor unerwartete Herausforderungen.
34:32Anfangs hatten sie ziemliche Schwierigkeiten, mit dem Seebären umzugehen.
34:36Durch das dicke Fell und die Speckschicht verstanden sie nicht, wie er aufgebaut war und rollten ihn immer wieder herum.
34:43Es war schwierig für sie, zum Fleisch vorzudringen.
34:45Es handelt sich um eine Tierart, von der sie keine Ahnung hatten, weder von ihrer Biologie, noch von ihrer Lebensweise.
34:53Löwen verstehen das Verhalten und die Natur ihrer Beutetiere sehr gut, aber diese Spezies war ihnen fremd.
35:06Da war ich also, am Strand neben Löwen, die sich an ihrer frischen Beute labten.
35:13Nach all diesen Jahren war ich überglücklich, die Löwen wieder am Strand zu erleben.
35:18Und ich dachte, das muss die Welt sehen.
35:28Beinahe jede Nacht kehrten die Schwestern zurück, durchstreiften die Strände und suchten nach einzelnen Robben, die an Land kamen.
35:35Und als sie die Jagd auf diese neu erschlossene Beute beherrschten, wurde die Skelettküste zu ihrer neuen Heimat.
35:49Davon habe ich immer geträumt, dass die Löwen nicht nur an die Küste zurückgehen, sondern auch lernen, dort zu leben.
36:00Und Alpha und Bravo haben diesen Traum verwirklicht.
36:25Doch mit der Zeit wurde Philipp bewusst, dass die Löwinnen ihre Ernährungsgewohnheiten damit nicht nur plötzlich, sondern drastisch verändert hatten.
36:36Allmählich wuchs in mir die Sorge, welche Folgen dies für die Löwen haben würde.
36:47Sie erlegten und fraßen einen Jäger aus dem marinen Ökosystem. Das ist weder normal noch üblich.
36:53Das ist nicht normal. Das ist nicht normal.
37:03Die Ozeane wurden in den letzten Jahrhunderten seit der industriellen Revolution vom Menschen verschmutzt und vergiftet.
37:15Wir wissen, dass das Meer mit Plastik und Schwermetallen belastet ist.
37:19Und ich machte mir wirklich Gedanken, was das für die Löwen bedeuten würde.
37:32Zu Philipps Erleichterung griffen die Löwinnen nie die gesamte Robbenkolonie an, sondern jagten nur einzelne Tiere.
37:39Ihre Beute bestand aus Meeres-, aber auch Landtieren.
37:43Eine Kombination, die dafür sorgte, dass sich Alfa und Bravo an der Skelettküste gut entwickeln konnten.
37:53Unterdessen herrschte im Landesinneren eine langanhaltende und extreme Dürre.
37:58Die Wüste kannte keine Gnade. Die unerbittliche Trockenheit brachte verheerende Folgen für Charlie und ihre Tante.
38:08Das waren wirklich harte Zeiten und der Zustand der Tante hatte sich verschlechtert.
38:16Sie war alt und starb. Damit verlor Charlie zum zweiten Mal eine Mutterfigur.
38:44Charlie hat alles, was sie wissen musste, von dieser Tante gelernt.
38:48Es war bewegend zu sehen, dass das Erbe der Queen, die Tradition der Giraffenjagd, weiter bestehen würde.
38:57Obwohl sie alleine war, ging es ihr gut. Und dann fand sie ein Männchen.
39:13Ein seltener Anblick. Als Nomaden durchstreifen sie weite Gebiete. Nähen sie sich einem Weibchen. Ist die Absicht eindeutig?
39:38Nachdem er einige Tage mit Charlie verbracht hatte, zog der Löwe weiter.
39:42Sein Weg führte ihn westwärts in die Richtung ihrer Schwestern.
39:55Einige Monate später, unweit der Küste, gab es vielversprechende Neuigkeiten.
40:04Von den drei verwaisten Löwinnen war Alpha diejenige, der das Mutterglück zuteil wurde.
40:16Im Alter von sieben Jahren brachte sie ihren ersten Wurf zur Welt.
40:23All die Erfahrungen, die Alpha und Bravo im Laufe der Jahre gesammelt hatten, sollten nun an ihre Nachkommen weitergegeben werden.
40:30Und so setzte sich der ewige Kreislauf des Wissens fort.
40:44Jetzt gab es eine neue Generation, mit der sie ihre bemerkenswerte Lebensweise teilen konnten.
41:00Die wenigsten Wüstenlöwen überstehen ihre ersten Monate.
41:03Aber zwei von Alphas Jungen hatten es geschafft. Allen Widrigkeiten zum Trotz.
41:13Als sie stark genug waren, zeigten ihnen die Löwinnen zum ersten Mal die Dünen.
41:18Hier würden die Jungen lernen, sich genauso zu Hause zu fühlen, wie ihre Ahnen und Urahnen.
41:32Dies ist die Heimat wahrer Wüstenlöwen.
41:59Bald würden auch sie entdecken, dass es in einer scheinbar leeren Welt verborgene Oasen voller Leben gibt.
42:22Von den Dünen aus führten Alpha und Bravo die Welpen immer weiter nach Westen.
42:27Bis es nicht mehr weiter ging. Bis an die blaue Grenze.
42:42Beinahe vier Jahrzehnte, nachdem Philipp die erste Löwin am Strand erblickt hatte, wurde er Zeuge, wie ausgerechnet die verwaisten Schwestern
42:50an die Küste zurückkehrten.
42:52Und damit eine Geschichte, die vor so langer Zeit ihren Anfang nahm, ein unverhofftes Ende fand.
43:02Für all die Entbehrungen, die Dr. Philip Stender auf sich nahm, um sein Leben den Wüstenlöwen zu widmen, belohnten sie
43:09ihn schließlich, indem sie seine Vision Realität werden ließen.
43:18Als Alpha und Bravo diese Jungen zum ersten Mal an den Strand brachten, wusste ich, nun hat sich der Kreis
43:25geschlossen.
43:30Es war von Anfang an mein Traum, die Löwen zu verstehen, ihr Verhalten zu dokumentieren und letztlich zu erreichen, dass
43:37sie in ihren Lebensraum an der Küste zurückkehren.
43:46Das ist eine wichtige Lektion für uns alle. Wir Menschen waren dafür verantwortlich, dass die Löwen ihr angestammtes Gebiet an
43:53der Küste verlassen mussten.
43:55Wir haben sie im Grunde alle getötet. Wir haben einen großen Einfluss auf unsere Umwelt, aber auch die Möglichkeit, Fehler
44:03wieder gut zu machen.
44:07Ich schätze mich unglaublich glücklich, Teil einer solchen Erfolgsgeschichte zu sein.
44:12Die Löwen sind zurück und ihre Kultur ist wiederhergestellt. Und das macht die Welt zu einem besseren Ort.
44:19Und der Welt ist ein besseres Ort für das.
44:23Und der Welt ist ein besseres Ort für das.
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