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HAUS DER SCHATTEN [German Creepypasta]

Im Zentrum der Geschichte steht ein altes, verlassenes Haus, das besser niemals betreten werden sollte. Wer sich ihm nähert, spürt sofort eine unheimliche Präsenz. Türen knarren ohne Grund, Schatten bewegen sich in den Fenstern, und Flüstern ruft die Namen derer, die zu neugierig waren. Manche behaupten, sie hätten rote Augen in den Fenstern gesehen oder flüsternde Stimmen gehört, die aus dem Nichts zu kommen schienen. Das Haus der Schatten ist ein Ort, an dem die Dunkelheit lebendig wird.

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https://creepypasta.fandom.com/de/wiki/HausderSchatten

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Kategorie

😹
Spaß
Transkript
00:04Haus der Schatten
00:08Kapitel 1
00:09Auf der alten, verwitterten Kommode standen noch Bilderrahmen.
00:14Durch die gebrochenen Gläser sah man verblasste Fotografien,
00:18und bei manchen Bildern konnte man sogar noch erkennen, wer hier einmal gelebt hatte.
00:24Nathaniel, ein großgewachsener junger Mann mit langem, dunkelblondem Pferdeschwanz,
00:28schmunzelte und nahm eines der Bilder von der Kommode, um es sich genauer anzusehen.
00:33Irgendwo hinter ihm schlichen seine Frau und sein Bruder durch den dunklen Raum
00:37und schauten sich ebenfalls genauer um.
00:40Die Lichter ihrer Taschenlampen huschten durch das Zimmer
00:43und warfen lange Schatten der Gegenstände an die Wände.
00:47Und, was Interessantes gefunden?
00:50Nathaniel zuckte erschrocken zusammen, als Hotake hinter ihm auftauchte und über seine Schulter schaute.
00:56Hotake war ein seltsamer Geselle.
00:59Natürlich hieß er nicht wirklich Hotake.
01:02Irgendwann, und das war schon viele Jahre her,
01:04hatte er diesen Namen aus Spaß von Freunden bekommen und ihn nicht mehr abgelegt.
01:09Nur wenige aus seinem Privatleben kannten seinen richtigen Namen, darunter auch sein Bruder.
01:15Zwar waren sie nicht wirklich verwandt, aber ab und an vergaßen sie diesen Umstand beide.
01:19Es dauerte einen kleinen Moment, ehe sich Nathaniel in der Lage fühlte zu sprechen
01:24und sein Herz wieder mit einer normalen Geschwindigkeit schlug
01:28und nicht mehr damit brute, einfach aus seiner Brust zu brechen.
01:32Irgendwo hinter sich konnte er Charlotte leise kichern hören.
01:35Schön, dass sie das wieder lustig findet, dachte er verbittert
01:39und reichte Hotake das Bild über die Schulter.
01:42Hm, machte sein Bruder und nahm ihm das Bild ab.
01:45Also, das ist, ich weiß, total langweilig.
01:51Nathaniel nahm ihm das Bild wieder ab und stellte es zurück auf die Kommode,
01:56während der andere ihm beinahe mitleidig auf die Schulter klopfte
01:59und dann weiter durch den Raum zog.
02:01Für einen Augenblick wollte Nathaniel wirklich weiterziehen
02:05und das Bild einfach Bild sein lassen.
02:07Im letzten Moment überlegte er es sich jedoch anders,
02:11drehte sich um und steckte das Foto samt Rahmen in seine Tasche.
02:15Erst dann folgte er seinen beiden Begleitern in den nächsten Raum.
02:19Dort war allerdings nur Hotakel.
02:21Der nickte kurz zur anderen Seite des Flores,
02:24zu einem weiteren Zimmer, wo schwach das Licht einer Taschenlampe herleuchtete.
02:29Ah, sagte Nathaniel nur.
02:31Er schaute sich in Ruhe weiter um.
02:33Das Haus musste schon seit ewigen Jahren leer stehen.
02:37Die Dielen knarzten unter seinem Gewicht
02:39und einige der Bretter waren so verwittert und weich,
02:42dass sie nachzugeben drohten.
02:44Ein unbehagliches Gefühl machte sich in Nathaniel breit.
02:48Wenn er hier durchbrach,
02:50dann landete er bei seinem Glück eine Etage tiefer.
02:53Der junge Mann schüttelte den Kopf,
02:55hob den Fuß von einer besonders laut knarzenden Diele
02:58und hielt einen Augenblick inne.
03:01Bevor einer von uns einkracht, schafft sie es,
03:04murmelte Hotake und sprach damit aus,
03:07was Nathaniel gerade durch den Kopf gegangen war.
03:10Wobei, vorher schneidet sie sich wahrscheinlich an.
03:14Der junge Mann überlegte.
03:16Ach, sie findet schon etwas, woran sie sich verletzen kann.
03:20Nathaniel nickte.
03:21Und warum lässt du sie dann alleine durch irgendeinen Raum ziehen?
03:25fragte er und bückte sich nach einem seltsam geformten Stück Blech.
03:29Er erhielt keine Antwort und hatte auch keine erwartet.
03:34Mittlerweile war er seit fast eineinhalb Jahren mit Charlotte zusammen
03:37und seit etwas über sieben Monaten verheiratet.
03:40Er wusste, warum sein Bruder sie alleine rumlaufen ließ.
03:44Weil sie einfach dauernd verschwindet, ohne dass man es mitbekommt,
03:48sagte er leise zu sich selbst.
03:49Sein Bruder lachte leise hinter ihm
03:52und auch Nathaniel musste kurz schmunzeln.
03:54Vor allem, weil weder er noch Hotake sonderlich viel besser waren.
03:59Dass die zwei gerade gemeinsam von Raum zu Raum zogen,
04:02war auch mehr Zufall als geplant.
04:04Sonst liefen sie einfach drauf los,
04:06schauten sich in aller Seelenruhe um,
04:08bis irgendwann sein Bruder Pfiff und alle brav folgten.
04:12Nicht, dass es jemanden gestört hätte
04:14oder Hotake besonders bestimmend gewesen wäre.
04:17Er hatte halt einfach einen Blick auf die Welt.
04:19Der nichts Interessantes unentdeckt ließ.
04:22Mit dem Blech in der Hand drehte sich Nathaniel zu dem anderen um.
04:26Von diesem fehlte jedoch jede Spur.
04:29Typisch.
04:30Kopfschüttelnd durchsuchte er das Zimmer weiter nach irgendwelchen spannenden Dingen.
04:35Irgendetwas, das die letzten Bewohner hier gelassen hatten.
04:38Am Fenster zum Beispiel hingen immer noch die Gardinen.
04:41Im blassen Licht seiner Taschenlampe konnte Nathaniel noch die hellblaue Farbe des Stoffes erahnen.
04:47Das Fenster selbst war kaputt, wodurch der Wind durch das Gebäude zog,
04:52sich in dem von Motten zerfressenen Stoff verfing und ihn aufblähte.
04:56Grinsend mit einem leichten Schauer, welcher ihm den Rücken entlang koch,
05:00drehte sich Nathaniel um und leuchtete weiter.
05:03Auf einem Stuhl in der Ecke stand ein großes Puppenhaus.
05:07Offenbar eine Spezialanfertigung und so groß, dass es ihm locker bis zur Hüfte reichte.
05:13Neugierig ging er darauf zu.
05:15Als er sich hinhockte, um das Spielzeug genauer zu betrachten,
05:19stellte er wenig überrascht fest,
05:21dass es sich um eine perfekte Nachbildung des Hauses handelte,
05:24durch welches sie gerade wanderten.
05:26Und auch hier waren die Spuren der Zeit so deutlich zu erkennen wie im Original.
05:32Aus einer Laune heraus suchte sich Nathaniel das Zimmer,
05:35in dem er sich gerade befand,
05:37und drückte mit dem Finger vorsichtig auf die liebevoll gearbeiteten Dielen.
05:41Die knarzten leise.
05:43Er schaute sich genauer in dem Puppenhaus um.
05:47Unten im Esszimmer saßen die verwitterten Figuren von Mama und Papa am Esstisch,
05:51zwischen ihnen ein Hochstuhl mit verwittertem Baby.
05:55Alle drei starrten aus leeren, schwarzen Knopfaugen an die Decke.
05:59In den anderen Zimmern lagen die Puppen von weiteren kleinen Kindern,
06:03alle auf merkwürdige Art und Weise entstellt,
06:06die Gesichter starrt zur Decke gerichtet
06:08und die Glieder in alle Richtungen verdreht.
06:12Vier Kinder zählte Nathaniel,
06:14alle in jeweils einem Zimmer,
06:16und in dem einen stand sogar die Miniaturnachbildung dieses Puppenhauses.
06:20Also, wenn das nicht gruselig ist.
06:23Ein herr, rief Hotake.
06:26Komm mal kurz rüber.
06:28Seufzend stand der junge Mann auf, um nach dem Ursprung der Stimme zu suchen.
06:33Sein Bruder war Charlotte in den anderen Raum gefolgt
06:36und leuchtete nun mit ihr den Boden ab.
06:38Die 26-Jährige hockte neben ihm.
06:41Er strich vorsichtig mit den Fingern über den Boden.
06:45Stirnrunzelnd betrat Nathaniel den Raum und gesellte sich zu ihnen.
06:49»Was macht ihr denn hier?«, fragte er und schaute zum Boden.
06:54»Was ist denn das?«
06:56Vor seinen Füßen war ein riesiger, rostbrauner Fleck auf den Dielen,
07:00tief eingezogen und kaum noch auf den dunklen Dielen erkennbar.
07:04Trotzdem strahlte er etwas Fremdes aus.
07:07Etwas, das störte und die Aufmerksamkeit auf sich zog.
07:12Seine Frau schaute zu ihnen hoch und nickte Hotake kurz zu.
07:15»Ich denke, das ist hundert pro Blut,« murmelte sie, während sie sich aufrichtete.
07:22»Aber das scheint echt schon etwas älter zu sein, sonst wäre die Farbe wohl etwas anders.«
07:28»Okay,« nickte Nathaniel, »da ist also Blut auf dem Fußboden.
07:32Relativ viel Blut sogar.
07:34Trotzdem hierbleiben oder einfach woanders hingehen?
07:38Na, jetzt macht es doch direkt viel mehr Spaß.«
07:41Hotake grinste und stellte seinen Rucksack ab.
07:44Dann hielt er einen Moment inne.
07:46»Woher willst du eigentlich wissen, dass die Farbe anders wäre?
07:50Du kannst doch nicht einmal sagen, welche Farbe Blut tatsächlich hat.«
07:55Charlotte errötete und streckte ihm die Zunge raus.
07:58Sie hatte eine Rot-Grün-Schwäche und gelegentlich neckten die jungen Männer sie damit.
08:04Normalerweise konnte sie gut damit umgehen und hatte eine Antwort parat, doch die blieb sie Hotake nun schuldig.
08:11Während dieser ihr einen Joint reichte, den sie direkt anzündete, fing er an, in dem schwarzen Loch, alias Hotakes Rucksack,
08:18zu kramen.
08:19Nach einer Weile standen ein Teeservice aus Plastik und eine schon etwas ältere Porzellanpuppe von Charlotte, eine Flasche Spezialkleber und
08:28eine Sprühdose neben der Tasche.
08:30Nachdenklich leuchtete Hotake die Decke ab, um nach einem geeigneten Platz zu suchen.
08:36Nathaniel, der ja wusste, was sein Bruder geplant hatte, schmunzelte nur und wartete geduldig.
08:41Ah, ich glaube, da ist es gut.
08:44Mit einem breiten, grinsenden Gesicht erhob sich Hotake, nahm die Spraydose und ging zu der dunkelsten Ecke des Zimmers.
08:51Dort blieb er stehen und überlegte einen Moment.
08:54Schließlich pfiff er, womit er Nathaniel bedeutete, zu ihm zu kommen.
08:59Unsicher schaute dieser zu seiner Frau, welche lediglich mit den Schultern zuckte, nur um dann weiter durch den Raum zu
09:05schleichen.
09:06Also folgte Nathaniel dem Pfeifen und trottete zu seinem Bruder.
09:10Spiel mal bitte einen Hocker für mich, sagte Hotake, ehe er auch Charlotte ranpfiff.
09:16Kannst du mich festhalten?
09:18Klar.
09:20Ach, und ich darf mich für dich hinknien und meine Hose dreckig machen?
09:24fragte Nathaniel empört, kniete sich aber bereits hin.
09:28Hattest du vor, die Hose morgen noch einmal anzuziehen?
09:31Nein, aber...
09:33Dann ist es doch okay, unterbrach ihn Hotake und kletterte derweil auf seinen Rücken.
09:38Geht's?
09:39Na, so schwer bist du ja nicht, gab Nathaniel zurück.
09:42Er versuchte, so gut es ging, stillzuhalten, während sein Bruder die Taschenlampe an Charlotte weiterreichte und sie bat, die Decke
09:50anzuleuchten.
09:51Eine Weile schwiegen die drei, während Hotake hochkonzentriert einen Kreis und ein Pentagramm an die Decke spülte.
09:58Schließlich ließ er sich wieder runterhelfen und stellte die Dose weg.
10:02Ah, Mist, murmelte er, ich hab vergessen, die Gummihandschuhe anzuziehen.
10:07Tja, sagte Nathaniel, während er aufstand.
10:11Das nennt sich Karma.
10:13Hm, ja, murmelte der andere.
10:16Er ließ sich ein Taschentuch geben, an dem er sich die Hände abwischen konnte.
10:20Ab und dann könnte ich eine Pause von diesem Karma gebrauchen.
10:24Dann hätten wir aber auch nicht mehr so viel zu lachen.
10:27Charlotte kramte eine Wasserflasche aus ihrer Tasche und wartete, bis Hotake ihr die Hände hinhielt.
10:33Dann kippte sie den Inhalt in seine Hände, damit er sie sich richtig waschen konnte.
10:38Es brachte nur geringfügigen Erfolg.
10:40Die Finger blieben schwarz, aber stanken jetzt immerhin nicht mehr ganz so krass nach der Sprühfarbe.
10:47Anschließend bereiteten sie die Puppe vor und setzten ihren Plan in die Tat um.
10:52Kapitel 2
10:53Als die drei endlich fertig waren und alles an der Decke fixiert hatten,
10:58damit nichts runterfiel, ehe der Kleber trocken war, polterte es im unteren Teil des Hauses.
11:03Die Freunde tauschten erschrockene Blicke und schalteten augenblicklich ihre Taschenlampen aus.
11:09So leise es ging, flächen sie zu der Zimmertür.
11:13Stillschweigend lauschten sie in die Dunkelheit.
11:16So ein Mist, brummte jemand unten an der Treppe.
11:20Hotake!
11:20Der Gerufene seufzte.
11:23Charlotte und Nathaniel stöhnten leise auf.
11:26Ludwig?
11:27Fragten alle drei wie aus einem Munde.
11:30Ah gut, ihr seid hier.
11:32Aber wo?
11:33kam es von unten.
11:34Ein weiteres allgemeines Seufzen erfüllte den Raum.
11:38Die drei schauten sich an, ehe sie stumm nickten.
11:41Dann schalteten sie die Taschenlampen wieder an, schlichen leise zur Treppe zurück und gingen nach unten.
11:47Dort angekommen, erblickten sie einen riesigen Schatten am Eingang, den sie anleuchteten.
11:53Da stand Ludwig, der eigentlich aussah wie immer.
11:56Groß, stämmig und haarig.
11:59Nur dass zwei rosa Feenflügel hinter seinem Rücken hervorragten und er zusätzlich ein rosafarbenes Tütü über der verwaschenen Jeanshose trug.
12:08Nathaniel und Hotake warfen sich zweifelnde Blicke zu und zuckten dann kopfschüttelnd mit den Schultern.
12:14Ähm, warum? fragte lediglich Charlotte.
12:19Sie konnte sich das Lachen kaum verkneifen.
12:21Warum was?
12:23Ich glaube, sie möchte eine Erklärung, warum du mit Feenflügel und einem Tütü durch die Gegend rennst, mutmaßte Nathaniel.
12:31Wobei ich mir diese Frage bei dir eigentlich nicht mehr stelle.
12:36Hotake schmunzelte nur und murmelte etwas von
12:38Es ist Ludwig, da sollte einen gar nichts wundern.
12:42Nickend schaute Nathaniel zu seiner Frau, die nur die Augen verdrehte, bevor sie wieder nach oben ging.
12:49Ah, verdammt! maulte Ludwig.
12:51Habe ich die echt immer noch an?
12:53Kein Wunder, dass mich die Leute die ganze Zeit komisch anstarren.
12:57Na, ich würde auch nicht schlecht gucken, wenn mir eine große, bärtige Fee in der Bahn gegenüber säße,
13:03meinte Nathaniel und konnte sich ein Lachen jetzt auch kaum noch verkneifen.
13:08Er gab sich aber dennoch Mühe, ernst zu klingen.
13:11Ich meine, wie oft kommt denn sowas vor in Berlin?
13:15Das Traurige daran ist ja, es kommt vermutlich echt häufiger vor, sagte Hotake und lachte leise.
13:23Aber jetzt kommt endlich.
13:25Der Kleber sollte mittlerweile trocken sein.
13:28Damit ging er wieder nach oben, zurück in das Zimmer mit dem großen Blutfleck auf den Dielen.
13:34Nathaniel schaute kurz zu Ludwig, der sich offenbar mit seinem Outfit abgefunden hatte und einfach losstapfte
13:40und drehte sich um, um Hotake und Charlotte nach oben zu folgen.
13:43Oben angelangt, ging er ebenfalls wieder Richtung Zimmer, blieb allerdings in der Tür stehen.
13:50Boah, das ist echt gruselig, murmelte Nathaniel, während er hoch zu der von Hotake beleuchteten Ecke schaute.
13:57Die Porzellanpuppe hing nun kopfüber mitten in dem Pentagramm und startet zu der Tür.
14:03Allerdings waren Körper und Kopf nicht in dieselbe Richtung ausgerichtet.
14:07So saß sie, die Beine mit Panzertape an die Decke fixiert, mit dem Rücken zur Tür,
14:13den Kopf also ganz entspannt um 180 Grad gedreht.
14:16Ihr Gesicht war seltsam entstellt, da sie ihr vorsichtig ein Auge mit Hammer und Schraubenzieher eingeschlagen hatten
14:23und die Haare hängen einfach runter.
14:26Vorher hatte sein Bruder das Teeservice angeklebt und mit einer gelieartigen Masse befüllt,
14:31die nun auf den Boden tropfte, was absolut gewollt war.
14:35Das wird nach einer Weile fest und hängt dann in langen, schleimigen Fäden runter,
14:41erklärte Hotake stolz, als Ludwig neben Nathaniel auftauchte,
14:45der etwas verwirrt zu der tropfenden Masse blickte.
14:48Dann fällt es wenigstens jedem Besucher auf.
14:51Das wird es so oder so, meinte Ludwig sich leicht schüttelnd.
14:55Selbst ich finde diesen Anblick verstörend und das hat schon was zu heißen.
15:00Stimmt, Fäden sollte eigentlich nicht so leicht schocken,
15:04bemerkte Nathaniel trocken und schaute sich dann in dem Raum um.
15:08Wo ist meine Frau?
15:10Die 26-Jährige war nicht wieder in den Raum zurückgegangen,
15:14sondern schlich ein paar Zimmer weiter durch die Dunkelheit.
15:17Der Strahl ihrer Taschenlampe fiel auf alte Möbel,
15:20die darauf schließen ließen, dass auch diese Zimmer hier einmal als Schlafzimmer genutzt worden waren.
15:26Offensichtlich für Kinder in verschiedenen Altersstufen.
15:29Die junge Frau strich mit den Fingern vorsichtig über die abgewetzte Tapete,
15:33auf der sie noch schwach einige Muster erkennen konnte.
15:37Schatz?
15:38Nathaniel tauchte an der Tür auf und beobachtete sie einen Moment.
15:42Charlotte schaute auf, leuchtete dabei allerdings weiter durch den Raum.
15:47An der Wand stand noch ein alter Kleiderschrank aus massivem Holz,
15:51von dem die weiße Farbe abblätterte.
15:53Daneben stand eine ähnliche Kommode wie jene aus dem Zimmer mit den Bildern.
15:58Seltsam, oder?
16:00fragte Charlotte und ging zu dem Schrank.
16:02Was genau?
16:03Na ja, alles hier, sagte sie die Stirn runzelnd.
16:08Hier wurde nichts zerstört.
16:10Die Scheiben sind alle noch heile.
16:12Na ja, fast alle.
16:14Und es gibt kein typisches Geschmiere.
16:16Es ist einfach nur leer und zerfallen.
16:19Kein Wunder.
16:21Hotake und Ludwig tauchten nun ebenfalls in dem Raum auf.
16:24Mit einer seltsamen Gelassenheit stellte Hotake seinen Rucksack neben die Tür
16:29und schaute sich dann auch näher um.
16:31Die Dielen knarzten leise unter seinen schweren Stiefeln,
16:35doch sie schienen noch zu halten.
16:37Auf Nathaniels Stirn bildeten sich tiefe, nachdenkliche Falten.
16:41Die sind auch nicht ganz so weich wie in dem einen Raum,
16:45ging es ihm durch den Kopf.
16:47Neugierig schlich er zu der Kommode
16:49und zog eine Schublade nach der anderen auf,
16:51um zu gucken, ob noch etwas drin war.
16:53Die meisten waren leer.
16:55Nur in einer lagen ausgebleichte, faserige Stofffetzen,
16:59bei denen es sich wohl mal um Kleidung gehandelt hatte.
17:02Kommt eigentlich noch eine Erklärung?
17:05fragte Charlotte nach einigen Minuten und leuchtete zu Hotake.
17:09Auf was? fragte Lisa.
17:12Na, warum es kein Wunder ist, dass das Gebäude so unberührt ist?
17:16Nathaniel schaute auf und leuchtete zu Hotake,
17:19der gerade auf der Fensterbank saß,
17:21sich von Ludwig was Grünes geben ließ und einen baute.
17:25Irgendwie ein skurriler Anblick.
17:27Nicht, dass es so außergewöhnlich war,
17:29dass Hotake und Ludwig einen bauten,
17:31auch wenn so eine riesige Fee schon mal was Neues war.
17:35Aber dieses Mal war es anders.
17:38Der Anblick fühlte sich anders an.
17:41Dann erkannte er, woran das lag.
17:43Hotake war eindeutig zu entspannt dafür,
17:46dass sie unerlaubterweise in einem leer stehenden Gebäude standen.
17:49Na, ich hab das nicht ohne Grund ausgebildet,
17:53erklärte Hotake und zündete den Joint an.
17:56Dieses Haus tauchte erst vor zwei Tagen auf vielen Listen auf
18:00und überall hieß es, dass es vollkommen unerkundet sei.
18:04Ein schämisches Grinsen zog sich über seine Lippen,
18:07was ihm etwas Diabolisches verlieh.
18:09Ludwig lachte leise.
18:11Klar, dass du dir das dann nicht entgehen lassen kannst,
18:15grinste Ludwig und nahm Hotake den Joint ab.
18:17Du wolltest unbedingt als Erster alles ansehen
18:21und den Nächsten einen schönen Schrecken einjagen.
18:24Charlotte gesellte sich zu ihm.
18:27Was?
18:27Mimte Hotake den Empörten.
18:29Ich würde so etwas niemals tun.
18:32Das ist alles der Kunst wegen.
18:35Genau, der Kunst wegen,
18:37sagte Nathaniel leise lachend,
18:39öffnete den Kleiderschrank und leuchtete hinein.
18:42Gut, dass jeder ein anderes Verständnis von Kunst hat.
18:45Deine Tee-Party an der Decke würde ich eher als Einstieg in einen Horrorfilm bezeichnen.
18:52Auch ein Horrorfilm kann Kunst sein,
18:55gab sein Bruder zu bedenken.
18:57Da fällt mir auf,
18:58dass ich mir das noch gar nicht weiter angesehen habe,
19:01überlegte Charlotte laut
19:02und nahm Ludwig den Joint aus der Hand,
19:05bevor der einfach weiter zu Hotake wanderte
19:07und sie wieder einmal ausgelassen wurde.
19:10Solltest du unbedingt machen,
19:12selbst ich habe mich etwas erschrocken.
19:14Auf einmal krachte es im unteren Teil des Hauses.
19:18Ein lauter Knall,
19:19der an eine Tür erinnerte,
19:21welche mit Wucht ins Schloss geworfen wurde.
19:24Alle schauten sich panisch an.
19:26Dann schalteten sie die Taschenlampen erneut aus.
19:29Hast du noch jemanden eingeladen,
19:31ohne uns Bescheid zu geben?
19:33zischte Charlotte,
19:35während sie den Joint ausmachte,
19:36obwohl man den Geruch wohl noch eine Weile
19:38in dem Zimmer riechen würde.
19:41Hotake schüttelte den Kopf,
19:43schlich zur Tür und lauschte.
19:45Draußen war alles still.
19:47Nichts rührte sich.
19:49Trotzdem zog er sich wieder zum Fenster zurück
19:51und schaute raus in die Nacht.
19:54Auch in dem verwilderten Garten
19:55schien alles ruhig.
19:57So leise wie möglich
19:58schlich sich Nathaniel zu der Gruppe
20:00und schaute ebenfalls aus dem Fenster.
20:03Aber mehr in die Ferne,
20:05um zu sehen,
20:05ob irgendwo Blaulicht auftauchte.
20:08Was meint ihr?
20:09flüsterte Ludwig.
20:11Abhauen?
20:12Hotake nickte.
20:14Ist nur die Frage, wohin?
20:16Ich würde nach draußen vorschlagen,
20:19wisperte Nathaniel,
20:20sich vom Fenster wegdrehend.
20:22Hier drin bleiben würde ich nur ungern.
20:25Scherzgeks,
20:26erwiderte Hotake.
20:28Wenn unten eine Tür zuknallt
20:30und der Ausgang unten ist,
20:32wo wollen wir dann hin?
20:34Hat einer von euch Schritte gehört?
20:36Die drei schüttelten den Kopf.
20:39Sekunden später
20:40knallte erneut eine Tür unten,
20:42was alle zusammenzucken ließ.
20:44Dann war es wieder still.
20:46Ohne eine weitere Sekunde zu verschwenden,
20:49zogen die vier langsam los.
20:51In dem langen Flur
20:52blieben sie alle paar Meter stehen
20:54und lauschten.
20:55Es waren immer noch keine Schritte zu hören,
20:57also gingen sie weiter,
21:00schlichen geduckt die Treppe nach unten.
21:02Auf Licht verzichteten sie dabei,
21:04um nicht unnötiger Aufmerksamkeit
21:06auf sich zu lenken.
21:08Als sie dann unten ankamen,
21:10blieben sie auf dem Treppenabsatz stehen
21:12und starrten zur Haustür.
21:14Sie stand offen.
21:15Ein leichter Wind
21:17bewegte die Tür
21:18mal stärker,
21:19mal schwächer.
21:20Dann knallte sie zu
21:21und öffnete sich
21:22durch die Wucht
21:23direkt wieder.
21:24Die Freunde
21:25zuckten zusammen
21:26und schauten zu Ludwig,
21:27der sich verlegen
21:28am Kopf kratzte.
21:30Oh,
21:31ich habe wohl die Tür
21:32nicht zugemacht.
21:33Die anderen seufzten.
21:35Nathaniel nahm
21:36seine Taschenlampe hervor,
21:38bahnte sich
21:38einen Weg zur Haustür
21:40und schloss diese.
21:42Anschließend gingen
21:43alle wieder gemeinsam nach oben.
21:45Dort angekommen,
21:46stellte Hotake
21:47sofort den Rucksack wieder ab
21:48und holte ein paar Flaschen
21:50Wandfarbe und Pinsel raus.
21:52Jeder bekam einen
21:53in die Hand gedrückt
21:54mit der Bemerkung
21:55»Und nun tobt euch aus,
21:57meine wahnsinnigen Kinder!«
21:59Sie verteilten sich
22:00in den verschiedenen Zimmern.
22:02Hotake blieb im Flur,
22:04wo er damit anfing,
22:05die Wände dort
22:05mit seinen zum Teil recht
22:07zynischen und gruseligen
22:08Zeichnungen zu gestalten.
22:10Ludwig hingegen
22:11malte irgendwelche
22:13düsteren Botschaften
22:14à la
22:14»Fliet, ihr Narren!«
22:16Derweil saß Nathaniel
22:18etwas inspirationslos
22:19in dem Zimmer
22:20mit dem Puppenhaus
22:21und tippte sich
22:22nachdenklich
22:22mit dem Pinsel
22:23ans Kinn.
22:24Er starrte
22:25auf das Kunstvoll
22:26gearbeitete Haus
22:27und stutzte
22:28nach einer Weile.
22:29Die Haustür
22:30hatte da vorhin
22:31aber noch nicht
22:32offen gestanden.
22:34Verwehrt lief Nathaniel
22:35zu dem Haus,
22:36wo er sich hinhockte.
22:37Die Haustür
22:38stand tatsächlich offen.
22:39Als er sie zudrückte,
22:42knallte es unten wieder.
22:44Erstarrt hielt Nathaniel
22:45in seiner Bewegung inne
22:46und starrte zur Tür,
22:48wo nun Hotake
22:49samt Rucksack stand.
22:51Bei dem neuerlichen
22:52Knall war er
22:53einfach ins Zimmer
22:53gejumpt
22:54und schaute nun
22:55zu Nathaniel.
22:56»Du hast die Tür
22:57doch zugemacht,
22:58oder?«
22:59zischte er leise,
23:00wobei er seine
23:01Taschenlampe
23:01wieder ausmachte.
23:03Nathaniel nickte.
23:04»Ja, sogar zweimal.«
23:07Verwehrt schaute Hotake
23:08ihn an.
23:09Der andere deutete
23:10nur auf die Haustür
23:11in dem Puppenhaus.
23:13Er öffnete sie wieder
23:14und rückte sie dann
23:15etwas schneller zu.
23:17Unten knallte es lauter.
23:19Jetzt setzte sich
23:20Hotake in Bewegung
23:21und kam zu ihm rüber.
23:23»Mach das nochmal,«
23:25flüsterte er,
23:26sich zu seinem Bruder
23:27niederknien.
23:28Aus den anderen Zimmern
23:30kamen Charlotte
23:30und Ludwig
23:31angeschlichen.
23:32Auch sie hatten
23:33die Taschenlampen
23:34wieder ausgeschaltet
23:35und lauschten gespannt
23:36in die Dunkelheit.
23:38Als sie die beiden Jungs
23:39vor dem Puppenhaus
23:40knien sahen,
23:41setzten sie sich
23:42zu ihnen.
23:43Irritiert beobachteten
23:44sie das Ganze.
23:46Nathaniel wiederholte
23:47das mit der Tür.
23:49Unten knallte es erneut.
23:51Stille legte sich
23:52über die vier.
23:53Keiner wagte
23:53etwas zu sagen.
23:55Nach einer Weile
23:56suchte Hotake
23:57nach dem Zimmer,
23:58in dem sie sich befanden,
23:59und schloss auch hier
24:00die Tür.
24:01Neben ihnen
24:02krachte die Tür
24:03ins Schloss.
24:03Okay,
24:05das ist gruselig,
24:06murmelte Hotake
24:07und stand auf.
24:09Wer glaubt
24:09an einen doofen Zufall?
24:11Niemand meldete sich.
24:13Stattdessen
24:14standen alle auf,
24:15nahmen ihre Sachen
24:16und gingen zur Tür.
24:17Als Nathaniel
24:19erfolglos versuchte,
24:20sie zu öffnen,
24:21schaute er seltsam
24:22belustig zu Hotake rüber
24:23und bat ihn,
24:24doch die Tür aufzumachen.
24:25Im Puppenhaus natürlich.
24:28Ebenfalls lachend
24:29tat dieser das auch.
24:30Die Tür
24:31öffnete sich
24:32leise klickend,
24:33sofort standen
24:35alle vier
24:35draußen auf dem Flur
24:36und marschierten
24:37schnurstracks runter
24:38zur Eingangstür.
24:40Doch auch hier
24:41versuchten sie
24:41erfolglos,
24:42sie zu öffnen.
24:44Oh Mann,
24:45bitte sagt jetzt nicht,
24:46dass nun alle Türen
24:47nur noch durch das
24:48Puppenhaus
24:48geöffnet werden können,
24:50jammernte
24:50Charlotte leise
24:51zur Treppe hochschauen.
24:54Ja, dann muss wohl einer
24:56nach oben
24:56und die Tür aufmachen,
24:58lachte Nathaniel nervös.
25:00Und meldet sich
25:01einer freiwillig?
25:02Ehe einer etwas
25:03sagen konnte,
25:04ging neben ihnen
25:05die Tür zum Wohnzimmer
25:06auf.
25:07Die vier
25:08schauten sich an
25:09und spielten dann
25:10schnick, schnack,
25:10schnuck darum,
25:11wer nach oben ging,
25:12um die Haustür
25:13aufzumachen.
25:14Ludwig die Fee
25:15verlor.
25:16Ohne Widerworte
25:17trottete er die Treppe
25:18hoch und verschwand
25:19in der Dunkelheit.
25:21Ist es eigentlich gemein,
25:22dass wir ihn alleine
25:23hochgeschickt haben?
25:25Charlotte schaute
25:26in die Runde
25:26in leicht verlegene Gesichter.
25:29Einer der Jungs
25:29sagte etwas,
25:30aber sie sahen
25:31hoch zur Treppe
25:32und waren ganz offensichtlich
25:33hin und her gerissen,
25:34ob sie Ludwig
25:35nicht vielleicht
25:36doch folgen sollten.
25:38Naja,
25:39aber was bringt es,
25:40wenn wir alle hochgehen?
25:41fragte Nathaniel
25:43nach einer Weile leise.
25:44Wir wollen ja hier raus
25:46und Ludwig
25:46kommt bestimmt
25:47direkt hinterhergelaufen.
25:49Wobei er schon
25:50ziemlich lange
25:50da oben ist,
25:52meinte Hotake
25:52nachdenklich,
25:54bevor er zur Treppe ging.
25:55Ludwig!
25:57Keine Antwort.
25:58Dafür öffnete sich
26:00die Haustür
26:00ein Stück weit.
26:02Hey Ludwig,
26:03die Tür ist offen.
26:04Kommst du runter?
26:06rief nun auch Charlotte,
26:07die vorher ihre Hand
26:08auf die Türklinke
26:09gelegt hatte,
26:10um sie festzuhalten.
26:12Wieder kam
26:12keine Antwort
26:13und oben war es
26:14auch viel zu still,
26:15als dass man noch
26:16entspannt
26:17auf Ludwig warten wollte.
26:19Man müsste ihn
26:20doch hören,
26:20oder?
26:21Genau das
26:22hatte sich Nathaniel
26:23auch gerade gefragt.
26:25Ein besorgter Blick
26:26zu Hotake,
26:27zur Tür
26:27und dann zur Treppe
26:28verriet,
26:29wie hin und her gerissen
26:30der 26-Jährige war.
26:33Einerseits
26:33wollte er gerade
26:34nur noch
26:35aus diesem Haus raus,
26:36aber andererseits
26:37wollte er auch Ludwig
26:39nicht einfach zurücklassen.
26:41Das erschien ihm
26:41nicht sonderlich fair,
26:43doch ein Blick
26:43zu Hotake
26:44verriet Nathaniel,
26:45dass es ihm offenbar
26:46nicht allein so ging.
26:48Selbst er,
26:49der niemals jemanden
26:50zurücklassen würde,
26:51schien zu schwanken.
26:53Schließlich seufzte
26:54der junge Mann
26:54und schaute
26:55seine beiden Freunde an.
26:57Die zwei verstanden,
26:58sie mussten da wieder hoch.
27:00Aus einer Eingebung
27:02heraus nahm Nathaniel
27:03seine Tasche ab
27:04und stellte sie
27:05zwischen Tür und Rahmen,
27:06damit sie nicht
27:07einfach zufallen konnte.
27:09Erst danach
27:10folgte er den anderen
27:11beiden die Treppe hoch.
27:12Indes stand die Tür
27:14zum Wohnzimmer
27:14immer noch offen.
27:16Sie schienen nur
27:17darauf zu warten,
27:17dass die drei
27:18hineingingen,
27:19doch sie ignorierten
27:21es mehr oder minder
27:22gekonnt.
27:23Leise stiegen sie
27:24eine Stufe
27:24nach der anderen
27:25empor.
27:26Die Dielen
27:27knarzten bei jedem
27:28Schritt,
27:28was jetzt noch
27:29befremdlicher wirkte
27:30als vorhin.
27:32Eine leichte Gänsehaut
27:33kroch über Nathaniels Arme,
27:35während er versuchte,
27:36oben etwas zu erkennen.
27:38Irgendwas,
27:39das aussah,
27:39als könnte es
27:40Ludwig sein.
27:41Auf einmal
27:42blieb Hotake stehen
27:43und bedeutete auch
27:44ihm und seiner Frau
27:45stehen zu bleiben.
27:47Angespannt
27:48hielt Nathaniel an
27:49und schaute an
27:50Hotake vorbei
27:50nach oben.
27:52Etwas schien
27:53da oben zu stehen
27:54und auf die drei
27:54hinab zu blicken,
27:56doch als Hotake
27:57den Strahl
27:57seiner Taschenlampe
27:58darauf richtete,
27:59war nichts zu sehen.
28:01Nicht einmal
28:02etwas an der Wand,
28:03was hätte aussehen können
28:04wie ein Mensch.
28:05Mit einem
28:06unguten Gefühl
28:07im Bauch,
28:08das Herz raste
28:08und schlug
28:09jedem Einzelnen
28:10bis zum Halse,
28:11schaltete Hotake
28:12die Taschenlampe aus.
28:13Der Schemen
28:15stand nun etwas
28:16weiter links,
28:17schien aber immer noch
28:18auf sie herabzustarren.
28:19Ich habe ein
28:21verdammt ungutes
28:21Gefühl bei der Sache,
28:23murmelte Charlotte.
28:24Sie atmete tief durch,
28:26um ihren Herzschlag
28:27zu beruhigen.
28:28Erfolglos.
28:30Das ist definitiv echt.
28:32Also ruhig meine.
28:34Ich fürchte,
28:35wir wissen,
28:36was du meinst,
28:37murmelte Hotake,
28:38der das Ding vor ihm
28:39keine Sekunde
28:40aus den Augen ließ.
28:42Der Schemen
28:43verweilte derweil
28:44an seiner Position,
28:45ehe er plötzlich
28:46verschwand.
28:48Klasse.
28:49Für wie wahrscheinlich
28:50haltet ihr es,
28:51dass sich Ludwig
28:52einfach in eine
28:53richtige Fee
28:53verwandelt hat
28:54und davon geflogen ist?
28:56Für wie wahrscheinlich
28:57hältst du das?
28:58fragte Nathaniel,
29:00während er sich
29:01leicht zitternd
29:02am Geländer festhielt.
29:04Seine Augen
29:04waren starr
29:05auf die Stelle gerichtet,
29:07wo soeben noch
29:07der Schatten
29:08gestanden hatte.
29:10Gut,
29:10gehen wir,
29:11seufzte Hotake,
29:13bevor er dazu ansetzte,
29:15die restlichen Stufen
29:16nach oben zu erklimmen.
29:18Ludwig kann ja nicht
29:19einfach so verschwinden,
29:21hoffst du,
29:22murmelte die 26-Jährige,
29:24ehe sie ihm folgte.
29:25Sie lief zwischen
29:26den Jungs,
29:27so war sie von vorne
29:29und hinten geschützt
29:30und konnte nur
29:30von der Seite
29:31angegriffen werden,
29:32was die Sache
29:33eigentlich nicht
29:34viel besser machte.
29:36Wirklich,
29:37gar nicht.
29:38So viel zu den Regeln
29:39eines Horrorfilms.
29:41Na,
29:42die haben wir
29:42eh schon verkackt,
29:44entgegnete Nathaniel,
29:46schon in dem Moment,
29:47als wir erstmals
29:48allein los sind.
29:49Immerhin hat er nicht gesagt,
29:51dass er gleich wieder käme,
29:53seufzte Hotake.
29:54Auf der letzten Stufe
29:56blieb er stehen.
29:57Ihn graute es davor,
29:58nun um die Ecke zu gehen.
30:00Er wusste schon,
30:01was dort im Gang lauerte.
30:03Gott,
30:04ich hasse dieses Gefühl
30:05schon ins Spielen.
30:06Sushi,
30:07erinnerst du dich noch
30:08an Thief,
30:09Deadly Shadows?
30:10Ja,
30:11so ungefähr
30:12fühle ich mich jetzt gerade.
30:15Stimmte Nathaniel ihm zu.
30:17Auch er
30:18verharrte weiterhin
30:19auf seiner Stufe.
30:20Mit dem Gedanken
30:21an dieses Spiel
30:22wurde die Situation
30:23nicht gerade besser.
30:25Die Sekunden verstrichen,
30:27niemand wagte weiterzugehen,
30:29stattdessen
30:29starrten sie gerade aus
30:31in den Gang.
30:31Schließlich atmete Hotake
30:34tief durch,
30:35nahm die letzte Stufe
30:36und verschwand dann
30:37um die Ecke.
30:38Er ging allein,
30:40denn die anderen zwei
30:41blieben einfach stehen
30:42und warteten gespannt ab.
30:44Sie lauschten.
30:45Alles blieb still.
30:47Kein Schrei war zu hören.
30:49Immerhin das.
30:50Wobei,
30:52Ludwig hatte man auch
30:53nicht schreien hören,
30:54falls ihm denn wirklich
30:55etwas passiert war.
30:57Ein Knarzen durchbrach
30:58die Stille
30:59und beide atmeten
31:00erleichtert auf.
31:02Ausnahmsweise
31:03hatten Dielen
31:04einen Vorteil.
31:05Hotake war eindeutig
31:06noch am Leben.
31:08Etwas mutiger
31:09folgten sie dem jungen Mann.
31:11Der Gang lag,
31:12abgesehen von dem
31:13vorangegangenen
31:14und dem Licht
31:15seiner Taschenlampe,
31:16dunkel und verlassen da.
31:18Keine gruseligen Schatten,
31:20die einen in den Wahnsinn
31:21zu treiben versuchten.
31:23Allerdings waren
31:24im Gegensatz zu vorher
31:25auf einmal
31:26sämtliche Türen verschlossen.
31:29Einerseits
31:29ist es echt beruhigend,
31:31wenn sie alle zu sind,
31:32murmelte Nathaniel.
31:34Aber...
31:35Man sieht halt auch nicht,
31:36was sich dahinter befindet,
31:38ergänzte Charlotte
31:39und beeilte sich ein wenig,
31:41um mit dem Freund
31:41aufzuschließen.
31:43Die Dunkelheit
31:44und Stille
31:44machte sie allmählich
31:46Möbel.
31:47Alles, was sie noch wollte,
31:48war,
31:49Ludwig zu finden
31:50und von hier zu verschwinden.
31:52Sie erreichten die Tür
31:53zu dem Zimmer,
31:54in dem das Puppenhaus stand.
31:56Doch auch diese
31:57war geschlossen worden.
31:59Rotake blieb stehen
32:00und leuchtete schweigend
32:01auf die Türklinke.
32:02Er wirkte nachdenklich.
32:05Die Frage
32:06habe ich mir auch schon gestellt,
32:07meinte Charlotte
32:08leise neben ihm,
32:10ohne dass er die Frage
32:11hätte stellen müssen.
32:12Und nun,
32:13fragte Nathaniel,
32:15probieren?
32:16Ach, scheiß drauf.
32:18Rotake klopfte.
32:20Kapitel 3
32:22Schweigend saßen die drei
32:24vor dem Puppenhaus,
32:25von dem sie
32:26jedes einzelne Zimmer
32:27inspizierten.
32:28Die Tür zum Zimmer,
32:30in dem sie saßen,
32:31war bereits wieder
32:32fest verschlossen
32:33und ließ sich dieses Mal
32:34auch nicht
32:35durch die Miniaturausgabe öffnen.
32:37Nathaniel,
32:38der das Haus
32:39vorhin schon begutachtet hatte,
32:41versuchte,
32:41kleinste Veränderungen
32:42zu erkennen,
32:43die den anderen
32:44gar nicht aufgefallen wären.
32:46Aber da war nichts.
32:48Nichts außer der Puppe
32:50und dem Teservis
32:51an der Decke
32:51des einen Zimmers.
32:53Ihm wurde schlecht.
32:55Wortlos deutete er
32:56auf die von ihm
32:57geschaffene Szenerie
32:58und stand schließlich auf.
33:01Okay,
33:02murmelte Nathaniel.
33:03Was ist unser Plan?
33:05Warum ist Ludwig
33:06nicht hier?
33:07Und wieso zur Hölle
33:08steht hier dieses
33:09verdammte Puppenhaus?
33:11Keinen Schimmer,
33:12seufzte Hotake
33:13und zündete sich
33:14eine Zigarette an.
33:16Dann reichte er
33:16Charlotte die Schachtel.
33:18Aber Fakt ist,
33:19dass wir vermutlich
33:20ziemlich am Arsch sind.
33:22Wenn wir nicht zufällig
33:23alle dieselbe
33:24Halluzination haben,
33:25können wir wohl
33:26Wetten abschließen,
33:27wie lange wir überleben.
33:29Warum nicht?
33:30Ob?
33:30fragte Charlotte
33:31und gab ihm
33:32die Schachtel zurück.
33:34Eigentlich
33:35kannte sie die Antwort,
33:36weswegen sie auch
33:37nicht darauf wartete,
33:38dass er sie aussprach.
33:40Sie schaute sich um,
33:42ließ den Blick
33:42schweifen und
33:43zog förmlich
33:44alles Ungewöhnliche
33:45in sich auf.
33:46Merkwürdig,
33:47wirklich merkwürdig.
33:49Was nun schon wieder?
33:51seufzte Hotake.
33:53Hier liegt kein Staub.
33:55Und?
33:56Naja,
33:57sollte hier nicht
33:58Staub liegen?
33:59fragte Charlotte
34:00und sah Hotake
34:01und Nathaniel fragend an.
34:03Diese schauten
34:04verständnislos
34:05und müde
34:06zu ihr hoch.
34:07Leute,
34:08dieses Haus
34:08steht leer
34:09und egal,
34:10wie lange
34:10oder kurz
34:11es leer steht,
34:12hier sollte Staub sein
34:13oder kommt hier täglich
34:15jemand zum Putzen vorbei?
34:17Allmählich
34:18schien es ihnen
34:18zu dämmern.
34:20Sie betrachteten
34:21den Boden
34:21und die wenigen Möbel,
34:23die hier in dem Zimmer
34:24standen.
34:25Diese waren verwittert,
34:26aber sauber.
34:28Hier war es sauberer
34:29als bei ihnen zu Hause
34:30und das war verdammt bitter.
34:33Nachdenklich
34:34zog Hotake
34:34an seine Zigarette.
34:36Mit voller Absicht
34:37aschte er
34:38auf den Boden.
34:39Ein flüchtiges Lächeln
34:40huschte über seine Lippen.
34:42Die Genugtuung,
34:43etwas Dreck gemacht zu haben,
34:45war ihm deutlich anzusehen.
34:47Ein leises Katzen
34:48ertönte aus dem Puppenhaus,
34:50was die drei
34:51zusammenzucken ließ.
34:52Als der junge Mann
34:53in das Miniaturzimmer blickte,
34:55lag dort eine kleine Schaufel
34:57inklusive
34:58dazugehörigem Handfeger.
35:00Mit einer gewissen Enttäuschung
35:02schaute er neben sich.
35:03Die Asche war weg.
35:05Saubere Geister?
35:07fragte Nathaniel skeptisch
35:09und schüttelte den Kopf.
35:10Geister mit Putzdick?
35:12Ich glaube,
35:13jetzt habe ich wirklich
35:14alles gesehen.
35:15Das sind keine Geister,
35:18seufzte seine Frau.
35:19Geister fühlen sich anders an.
35:22Das hier ist böser,
35:24erdrückender
35:24und mächtiger.
35:26Dämonen.
35:27Weiß nicht,
35:29sagte Charlotte.
35:29Vielleicht.
35:31Aber vielleicht ist es auch etwas,
35:33was keinen Namen hat.
35:35Etwas,
35:35was wir Menschen
35:36noch gar nicht greifen können,
35:38weil wir noch nie
35:38davon gehört haben.
35:40Sie seufzten,
35:41alle.
35:42Frustriert ging Nathaniel
35:44wieder zu dem Puppenhaus
35:45und versuchte,
35:46die Tür zu öffnen.
35:48Wenige Millimeter
35:49spielte sie,
35:50wie auch die echte Tür,
35:51mit,
35:51ehe sie sich wieder schloss.
35:54Verdammte Scheiße,
35:55brummte er,
35:56erhob sich
35:57und nahm sich
35:57eine Dose Energy
35:58aus Hotakes Rucksack.
36:00So langsam spürte er,
36:02wie das Adrenalin
36:03der Panik nachließ.
36:05Ja,
36:05er gewöhnte sich
36:06allmählich an den Gedanken,
36:08hier vermutlich zu sterben
36:09und die Müdigkeit
36:10an Kraft gewann.
36:12Wir müssen uns
36:13was einfallen lassen.
36:14Diese furchtbare Stille
36:16treibt einen
36:16in den Wahnsinn.
36:18Ja,
36:19und was schwebt dir vor?
36:20fragte Hotake,
36:21dem auch nichts einfiel.
36:23Aus dem Fenster klettern
36:25wird wohl auch nichts.
36:26Außer die Geister
36:28oder was auch immer
36:29erwarten nicht,
36:30dass wir sowas machen
36:31und vergessen es,
36:32deswegen zu sichern.
36:34Na,
36:34jetzt werden sie es wissen,
36:36meinte Nathaniel Trocken.
36:38Noch mehr Pläne,
36:39die du verraten willst?
36:40Nein,
36:41das war's vorerst,
36:43erwiderte der andere.
36:45Derweil wanderte
36:46Charlotte weiter
36:46in dem Zimmer herum,
36:48bis sie schließlich
36:49vor dem Puppenhaus
36:50stehen blieb
36:50und sich hinhockte.
36:52Ihre Hand wanderte
36:53vorsichtig
36:54zu dem scheinbar
36:55harmlosen Spielzeug.
36:56Ihr wurde kalt
36:57und schlecht,
36:58dennoch zog sie
36:59die Hand nicht weg.
37:00Als ihre Finger
37:01schließlich über
37:02das makellose Holz
37:03strichen,
37:04kribbelte es
37:05unter ihrer Haut.
37:06Was immer davon
37:07Besitzer griffen hatte,
37:08es war mächtig
37:09und energiegeladen.
37:11Dann fiel ihr etwas auf.
37:13Ein Bereich
37:14im unteren Teil
37:15des Hauses,
37:16direkt angebunden
37:17an die Kellerräume.
37:18Das gesamte Haus
37:20war offen,
37:21so dass man
37:21in die Zimmer
37:22hineinsehen konnte.
37:24Sinnvoll,
37:24da es schließlich
37:25als Spielzeug
37:26konzipiert worden war.
37:27Aber dieser kleine Bereich,
37:29direkt am Wäschekeller,
37:30war geschlossen.
37:31Die Tür,
37:32die zu diesem Bereich
37:33führte,
37:34wäre auch beinahe
37:35nicht aufgefallen.
37:37Seltsam,
37:38murmelte sie
37:38vor sich hin.
37:39Was hast du
37:40nun schon wieder entdeckt?
37:41fragte Nathaniel.
37:43Er bereute die Frage
37:44noch im selben Moment,
37:46wenn seine Frau
37:47was entdeckte,
37:48war das selten
37:48etwas Gutes.
37:49So viel stand fest.
37:52Etwas,
37:52was uns rausbringt,
37:54oder wird es uns töten?
37:56Töten,
37:57sagte sie eiskalt.
37:59Rein aus Prinzip schon.
38:00Aber nein,
38:02ich habe gerade
38:02einen Bereich gefunden,
38:04der nicht einsehbar ist.
38:05Und das finde ich
38:06doch ziemlich merkwürdig.
38:08Okay.
38:09Beide kamen nun näher,
38:11um sich direkt
38:12hinter sie zu stellen.
38:13Charlotte atmete tief durch,
38:16ehe sie vorsichtig
38:17mit dem Fingerknöchel
38:18gegen die Wand klopfte.
38:19Es hörte sich an
38:20wie Regips oder so.
38:22Ohne zu wissen,
38:23warum,
38:24hielt sie den Atem an.
38:26Sekundenlang
38:26passierte gar nichts,
38:27weswegen sie
38:28und die jungen Männer
38:29sich gerade schon
38:30wieder entspannen wollten,
38:31als von der anderen Seite
38:33der Wand
38:33ein Geräusch zu hören war.
38:35Ein Kratzen,
38:36wie von Fingernägeln.
38:38Alle erschauderten.
38:40Okay,
38:41da ist irgendwas drin,
38:42und ich weiß nicht,
38:43ob ich wissen will,
38:44was es ist,
38:45seufzte Hotake.
38:47Da stieß Charlotte
38:48allerdings schon die Tür
38:49zu dem verdeckten Raum auf,
38:51was ihn dazu veranlasste,
38:52mit den Augen zu rollen.
38:54Gut,
38:55du willst es offenbar wissen.
38:57Naja,
38:58wir werden es eh
38:59irgendwann erfahren,
39:00ob wir wollen
39:01oder nicht.
39:02Stimmt auch wieder.
39:04Aber nun müssen wir
39:05auch reinschauen,
39:06lenkte Nathaniel
39:07die Aufmerksamkeit
39:08wieder auf die Tür.
39:09und wenn nicht
39:10einer von uns
39:11zufällig etwas schrumpfen kann,
39:12wird das wohl schwierig.
39:14Ich jedenfalls
39:15werde meinen Kopf
39:16nicht in dieses
39:17Puppenhaus stecken.
39:18Ich kann Puppen
39:19eh schon nicht leiden.
39:20Wer kann das schon?
39:22fragte Charlotte
39:23und schüttelte sich.
39:25Hoffentlich haben wir es
39:26nicht mit der Rache
39:27aller zerstörten Puppen
39:28dieser Welt zu tun.
39:30Sie inspizierte
39:31weiter die Wände,
39:32bis sie schließlich
39:33winzige Scharniere
39:34entdeckte,
39:34die darauf hindeuten,
39:36dass man die Wand
39:36öffnen konnte.
39:38Ihre Übelkeit
39:39verstärkte sich,
39:40während sie mit dem Finger
39:41so lange über die Wand
39:42strich,
39:43bis sie so etwas
39:44wie einen Griff spürte,
39:45den man in den
39:46Riehgips eingelassen hatte.
39:48Mit bloßem Auge
39:49hätte sie ihn nie gesehen.
39:51Entgegen jeder Vernunft
39:52pulte sie mit dem
39:53Fingernagel so lange herum,
39:55bis sie den Griff
39:56hochgeklappt hatte
39:57und damit die Wand
39:58aufziehen konnte.
39:59Sekunden später
40:00drehte sich ihr
40:01der Magen komplett um.
40:03Würgend wandte sie sich
40:04von dem Haus ab.
40:06Die anderen zwei
40:07keuchten und hielten
40:08dann die Luft an.
40:10Hinter der nun
40:10offenen Verkleidung
40:11befand sich ein kleiner Raum.
40:13Wände und Böden
40:14waren mit Fliesen bedeckt.
40:16In einer der Ecken
40:17befand sich ein Duschbereich
40:19mit Abflussgitter
40:20im Boden.
40:21Darin lag eine
40:22völlig entstellte Puppe
40:23aus Stoff,
40:24so wie die Puppenfamilie,
40:26die in den Zimmern saß.
40:27Der Stoff
40:28schien alt zu sein,
40:29er sah ledrig aus
40:31und kleine weiße Fäden
40:32traten überall aus.
40:34Zum Schock
40:35aller Anwesenden
40:36bewegten sie sich.
40:38Zudem
40:38ging ein süßlicher
40:39Geruch
40:40von dem Raum aus.
40:42Jedem war
40:42automatisch klar,
40:43was diese entstellte
40:44Puppe darstellen
40:45sollte.
40:46Ein Kadaver
40:47und die weißen Fäden
40:49waren Maden.
40:51Eine weitere,
40:52kräftigere Puppe
40:53lag nur wenige
40:53Zentimeter
40:54von der Dusche
40:55entfernt.
40:56Sie trug
40:57Feenflügel
40:57auf dem Rücken,
40:58so wie ein Tütü.
40:59Ludwig
41:00an der Innenseite
41:02der Wand,
41:02die Charlotte
41:03gerade geöffnet hatte,
41:04konnte Nathaniel
41:05etwas erkennen,
41:06das man für
41:07Kratzspuren halten konnte.
41:09Genau dort,
41:10wo Ludwig lag.
41:11Lebte er noch?
41:13Und wenn ja,
41:14wie war er an ihnen
41:15vorbei,
41:15nach dort unten gekommen?
41:17Lag er wirklich
41:18in diesem Kellerraum?
41:19Oder gehörte das
41:20zu dem Spiel,
41:21das da mit ihnen
41:22gespielt wurde?
41:23Und wie wollten sie
41:24Antworten auf ihre
41:25Fragen bekommen,
41:26wenn sie hier oben
41:27festsaßen?
41:28Sie dachten alle drei
41:30das Gleiche.
41:31Dennoch öffnete sich
41:32auf einmal die Tür
41:33zu dem Zimmer,
41:34in dem sie bis gerade
41:35eben noch
41:35festgesessen hatten.
41:37Ja,
41:38sagte Nathaniel,
41:39eine Einladung
41:40in den Horrorkeller.
41:42Welche eine Ehre.
41:44Kapitel 4
41:46Im Keller
41:47war der süßliche Geruch
41:48kaum noch zu ertragen.
41:49Er stieg sogar
41:50die Treppe hinauf,
41:52was ihnen
41:52seltsamerweise
41:53vorher nicht aufgefallen war.
41:55Hatte das,
41:56was in diesem Haus
41:57sein Unwesen trieb,
41:58den Geruch
41:59mit Absicht verborgen?
42:01Ein leises Stöhnen
42:02war zu hören,
42:03eindeutig Ludwigs Stimme.
42:05Also lebte er noch.
42:07Hinter sich hörten sie,
42:09wie die Kellertür zuknallte.
42:11Instinktiv wussten sie,
42:12dass sie nun
42:13in der Falle saßen,
42:14wobei ihnen
42:15das auch schon
42:15vorher klar gewesen war.
42:17Bei jedem ihrer Schritte
42:19knarzten die Stufen
42:20unter ihnen.
42:21Weniger Augenblicke
42:23später standen sie
42:24im Wäscheraum.
42:24Der Boden
42:26bestand aus
42:26langweiligem Beton,
42:28genau wie die Wände.
42:29Nichts Besonderes also.
42:31Ein alter Wäscheständer
42:33stand mitten im Raum,
42:34verrostet
42:35und mit alten Fetzen
42:36behangen,
42:37die wohl mal
42:37Kleidung hatten
42:38darstellen sollen.
42:40Langsam
42:40durchquerten sie
42:41den Wäscheraum
42:42und sahen sich
42:43immer wieder
42:43nach allen Seiten
42:44hin um.
42:45Die Lichter
42:46ihrer Taschenlampen
42:47huschten hin und her.
42:48Sie huschten
42:49über die Ecken,
42:50ohne sie richtig
42:50auszuleuchten.
42:51So entgingen ihnen
42:53die Schatten,
42:54die sich von Ecke
42:55zu Ecke
42:55bewegten
42:56und immer kurz
42:57innehielten,
42:58sobald das Licht
42:59ihnen zu nahe kam.
43:00Die Wesen
43:01warfen sich
43:02aus leeren Höhlen
43:03Blicke zu,
43:04legten ihre langen,
43:05dürren Finger
43:05an die Stelle,
43:06wo sich wohl
43:07ihre Münder befanden,
43:08und duckten sich
43:09am Boden entlang.
43:11Charlotte spürte sie,
43:12sie spürte ihre Blicke,
43:14doch wenn sie sich
43:15umsah,
43:16sah sie nichts
43:16als die Schatten
43:17der alten Sachen.
43:19Allerdings spürten
43:20auch die anderen zwei,
43:21dass man sie beobachtete.
43:23Schließlich erreichten
43:24sie diesen seltsamen Raum.
43:26Die Tür,
43:27logisch,
43:28stand bereits offen,
43:29wodurch ihnen der Geruch
43:30erst recht wie eine Faust
43:31in den Magen schlug
43:32und betraten ihn.
43:34Nun hörten sie das Stöhnen
43:36deutlich lauter.
43:37Mit den Taschenlampen
43:38suchten sie den Boden
43:39nach ihrem Freund ab
43:40und fanden ihn genau
43:42an der Stelle,
43:43wo er auch
43:43im Puppenhaus gelegen hatte.
43:46Allerdings deutlich
43:47übler zugerichtet
43:48als das Puppenpondor.
43:49Mit den Ärmeln
43:51vor Mund und Nase,
43:52den Blick schön
43:52von dem Duschbereich
43:53abgewandt,
43:54eilten sie zu ihm.
43:56Vorsichtig
43:57drehten sie den jungen Mann
43:58auf den Rücken
43:59und wichen sogleich
44:00erschrocken weg.
44:01Das Stöhnen
44:02kam aus einem
44:03weit aufgerissenen
44:04Mundbereich.
44:04Die Hälfte des Kiefers
44:06fehlte.
44:07Einfach weggerissen.
44:09Das darüber liegende
44:10Auge hing lose
44:11aus der Höhle heraus.
44:13Hotake drehte sich weg
44:14und versuchte,
44:15den Inhalt
44:16seines Magens
44:16bei sich zu behalten.
44:18Wir müssen ihn
44:19hier rausschaffen,
44:20einen Arzt holen
44:21oder so.
44:22Funktionieren
44:23die Handys überhaupt?
44:24fragte Charlotte
44:25erstickt.
44:26Ein Blick
44:27aufs Smartphone
44:28verriet.
44:29Nein,
44:29taten sie nicht.
44:31Gut,
44:32dann nach draußen schaffen.
44:34Leute,
44:34das ist sinnlos,
44:35unterbrach Nathaniel
44:37die zwei
44:37und leuchtete
44:38seiner eigenen
44:39Übelkeit zuwider
44:40auf den Bauch
44:41des Freundes.
44:43Flüchtig
44:43schaute Hotake
44:44rüber
44:44und stöhnte.
44:45Der Bauchraum
44:46lag offen da.
44:48Die Eingeweide
44:48verteilten sich
44:49über die dreckigen
44:50braunen Fliesen.
44:52Trotz der Dunkelheit
44:53konnten sie im Licht
44:54der Taschenlampen sehen,
44:55dass der Dreck
44:56vermutlich alles war,
44:57nur kein Staub.
44:59Fäkalien,
45:00Blut,
45:01noch mehr Eingeweide,
45:02nur längst
45:03zu einem Moos
45:04verwest.
45:05Vermutlich
45:05eine Mischung
45:06aus allem,
45:07was die Sache
45:07nicht besser machte.
45:09Und nun
45:10mischte sich
45:11Ludwigs frisches
45:11Blut
45:12mit dem ganzen Dreck
45:13und überdeckte
45:14ihn nach und nach.
45:16Charlotte hatte
45:17sich weggedreht.
45:18Sie konnte
45:19einfach nicht
45:20zu dem Freund
45:20sehen,
45:21welcher immer noch
45:22unter Schmerzen
45:22stöhnte.
45:23Er rührte sich
45:24nicht,
45:25stöhnte nur.
45:26Sie wussten
45:27nicht einmal,
45:28ob er noch
45:28richtig bei
45:29Bewusstsein war.
45:30Zumindest
45:31erinnerte er
45:32Charlotte stark
45:33an ihre Oma,
45:34die vor einigen
45:35Jahren
45:35gestorben war.
45:36Die 26-Jährige
45:38hatte sie
45:39einen Tag
45:39zuvor
45:40im Krankenhaus
45:40besucht,
45:41wo sie
45:42im Wachkoma
45:42gelegen
45:43und auch
45:43nur so
45:44vor sich
45:44hingestöhnt
45:45hatte.
45:46Was machen
45:46wir jetzt?
45:47fragte sie
45:48den Tränen
45:49nahe.
45:50Wir können
45:50ihn doch
45:51nicht einfach
45:51so liegen
45:52lassen.
45:53Er ist
45:53doch unser
45:53Freund.
45:54Und wenn
45:55wir ihm
45:55versuchen
45:56aufzuhelfen,
45:57wird er
45:57wohl erst
45:57recht sterben,
45:59sagte
45:59Nathaniel.
46:00Außerdem
46:01ist es
46:01dann
46:01vermutlich
46:02auch unser
46:02Tod,
46:03wenn wir
46:03nicht zusehen,
46:04dass wir
46:04hier wegkommen.
46:05Ich meine,
46:06was sollen
46:07wir denn
46:07machen?
46:08Wir können
46:08ihm nicht
46:09mehr
46:09helfen.
46:10Wir können
46:10nur noch
46:11dafür sorgen,
46:11dass wir
46:12mit
46:12heiler
46:12Haut
46:12hier
46:12rauskommen.
46:14Ich glaube,
46:15das haben
46:15wir auch
46:15schon
46:15verkackt.
46:17Nathaniel
46:17drehte sich
46:18zu
46:18Hotake,
46:19der direkt
46:19auf die
46:20Tür
46:20leuchtete
46:20und somit
46:21auf die
46:22Schatten,
46:22die sich
46:22dort
46:22versammelt
46:23hatten.
46:24Sie
46:24sahen aus
46:25wie
46:25Kinder
46:26oder eher
46:27die
46:27verzerrten
46:28Schatten
46:28von
46:28Kindern
46:29und
46:29sie
46:30starrten
46:30sie
46:30an.
46:31Ihre
46:31Körper
46:32wiegten
46:32sich
46:32leicht
46:33hin
46:33und
46:33her.
46:34Ihre
46:34dürren
46:34Glieder
46:35zuckten
46:35immer
46:36wieder.
46:37Die
46:37Freunde
46:37drängten
46:38sich
46:38aneinander.
46:39Ihnen
46:40war der
46:40Weg
46:40abgeschnitten
46:41worden.
46:42Hinter
46:42ihnen
46:43gab es
46:43auch
46:43keinerlei
46:44Möglichkeit
46:44zu
46:44fliehen.
46:46Jedenfalls
46:46hatten
46:46sie
46:47oben
46:47im
46:47Kuppenhaus
46:48keinen
46:48weiteren
46:48Weg
46:49mehr
46:49gesehen.
46:50Auf
46:50einmal
46:51wurde
46:51das
46:51Stöhnen
46:52lauter
46:52und
46:52qualvoller.
46:54Flüchtig
46:54warf Hotake
46:55einen Blick
46:55über die
46:56Schulter,
46:56nur um
46:57zu sehen,
46:57wie sich
46:58einer der
46:58Schatten
46:59an seinem
46:59Freund
46:59labte.
47:01Die
47:01dürren
47:01Finger
47:02hielten
47:02die
47:02Eingeweide
47:03hoch
47:03und
47:04drückten
47:04sie
47:04an
47:04etwas,
47:05was
47:05wie
47:05ein
47:05Mund
47:06aussah.
47:07Weit
47:07aufgerissen
47:08wie eine
47:08Schlange,
47:09die den
47:09Kiefer
47:09ausklappte.
47:11Ihm
47:11wurde
47:11schlecht.
47:12Vor
47:13verzweifelter
47:13Wut
47:14schmiss er
47:14seine
47:14Taschenlampe
47:15nach dem
47:15Vieh.
47:16Verpiss
47:17dich,
47:18wollte er
47:18dabei mit
47:19zitternder
47:19Stimme.
47:20Das
47:21Wesen
47:21wich
47:21mühelos
47:22aus
47:22und
47:23labte
47:23sich
47:23ungestört
47:24weiter.
47:25Das
47:25ist
47:25doch
47:26scheiße.
47:27Ludwig
47:27ist kein
47:27Essen.
47:28Das
47:28ist
47:29unser
47:29Freund.
47:31Tag,
47:31vergesse es,
47:33konnte
47:33Nathaniel.
47:34Wir
47:34landen
47:35gleich
47:35selbst
47:35auf dem
47:36Buffet.
47:37Die
47:37Wesen
47:38schlurften
47:38auf sie
47:39zu.
47:39Immer
47:40wieder
47:40verschwanden
47:41sie,
47:41vermischten
47:42sich mit
47:42den
47:42Schatten
47:43der
47:43Umgebung
47:44und
47:44tauchten
47:44einige
47:45Schritte
47:45später
47:46wieder
47:46auf.
47:47Die
47:47drei
47:48wurden
47:48immer
47:48weiter
47:49nach
47:49hinten
47:49gedrängt.
47:50Inzwischen
47:51war es
47:51still
47:51geworden
47:52und der
47:52Boden
47:53noch
47:53mehr
47:53mit
47:53Blut
47:54besudelt
47:54worden.
47:55Nathaniel
47:56rutschte
47:56darauf aus
47:57und fiel
47:57hin,
47:58direkt
47:59in die
47:59Dusche
47:59zu dem
48:00verwesten
48:00Kadaver,
48:01dessen
48:01Haut
48:02in
48:02schleimigen
48:02Fetzen
48:03von den
48:03Knochen
48:04hingen.
48:04Da
48:09ihre
48:09Gänge
48:09durch
48:09die
48:09Haut
48:10fuhren,
48:11aber
48:11er
48:11spürte
48:12die
48:12glibbelige
48:12Masse
48:13unter
48:13seinen
48:13Händen
48:14und
48:14atmete
48:15den
48:15Gestank
48:15ein.
48:16Sein
48:17Magen
48:17rebellierte.
48:18Ein
48:19Schrei
48:19lenkte
48:19ihn
48:20von
48:20seinem
48:20Problem
48:20ab.
48:22Seine
48:22Frau
48:22hatte
48:23einige
48:23Meter
48:23weiter
48:24mit
48:24den
48:24Kreaturen
48:25zu
48:25kämpfen,
48:25die
48:26sich
48:26auf
48:26sie
48:26gestürzt
48:27hatten
48:27und
48:27nun
48:27versuchten,
48:28sie
48:28zu
48:28Boden
48:29zu
48:29reißen.
48:30Otake
48:31versuchte,
48:31sie
48:31von
48:31ihr
48:39Seine
48:39Beine
48:39wurden
48:39festgehalten.
48:41Die
48:41Kreaturen
48:42krochen
48:42über
48:42seinen
48:43Körper,
48:43sie
48:44geiferten
48:44und
48:44keuchten,
48:46ihre
48:46Berührungen
48:47waren
48:47kalt,
48:48sie
48:48lähmten
48:48ihn,
48:49womöglich
48:50war es
48:50aber auch
48:50die
48:51Angst,
48:51die
48:51ihn
48:51ergriff.
48:52Seine
48:53Lunge
48:53fühlte
48:54sich
48:54mit
48:54stinkendem
48:55Sauerstoff,
48:55der
48:56nicht
48:56mehr
48:56entweichen
48:57wollte.
48:58Er
48:58konnte
48:58nicht
48:58atmen,
49:00Nathaniel
49:00keuchte
49:01und
49:01hustete,
49:02seine
49:02Brust
49:02dehnte
49:03sich
49:03aus,
49:04sein
49:04Herz
49:04raste.
49:09Weniger
49:09Augenblicke
49:10später
49:10wurde
49:11Nathaniel
49:11bewusstlos.
49:13Kapitel
49:145
49:15Keuchend
49:16schlug
49:16Nathaniel
49:16die
49:17Augen
49:17auf.
49:18Um
49:18ihn
49:19herum
49:19war es
49:19dunkel
49:20und
49:20er
49:20fror.
49:21Sein
49:22ganzer
49:22Körper
49:22zitterte,
49:23während
49:24der
49:24Asthmaanfall
49:24ihn
49:25weiter
49:25lähmte.
49:26War
49:27er
49:27noch
49:27am
49:27Leben?
49:28Warum
49:28töteten
49:29diese
49:29Kreaturen
49:30ihn
49:30nicht
49:30einfach?
49:31Und
49:31was
49:31war
49:31mit
49:32Totake
49:32und
49:32seiner
49:32Frau?
49:33Tränen
49:34rannen
49:34ihm
49:35über
49:35die
49:35Wangen.
49:36Hast
49:37du's
49:39noch?
49:40Boah
49:40Hotake,
49:41ich kann
49:41dich
49:41nicht
49:41ewig
49:42so
49:42halten,
49:42auch
49:43wenn
49:43du
49:43nur
49:43so
49:43schwer
49:44wie
49:44eine
49:44Feder
49:44bist.
49:45Ja,
49:46ich
49:46bin
49:46doch
49:46gleich
49:47fertig.
49:48Verwirrt
49:49tastete
49:49Nathaniel
49:50zu
49:50seinem
49:50Gesicht
49:50und
49:51spürte
49:51seine
49:52Jacke,
49:52die
49:52er
49:52nun
49:53weg
49:53zog.
49:54Er
49:54saß
49:54in
49:55dem
49:55Zimmer,
49:55wo
49:55sie
49:55vorhin
49:56die
49:56Puppe
49:56an
49:56die
49:57Decke
49:57geklebt
49:57hatten.
49:58Allerdings
49:59stand
49:59seine
49:59Frau
50:00mit
50:00dem
50:00Po
50:00an
50:00die
50:09und
50:09etwas
50:09an
50:09der
50:09Decke
50:10befestigte.
50:11Noch
50:11immer
50:12keuchen
50:12schaute
50:12Nathaniel
50:13nach
50:13oben,
50:14wo er
50:14sah,
50:15wie
50:15Hotake
50:15die
50:15Porzellanpuppe
50:16mit
50:16Panzer
50:17fixierte.
50:18So,
50:19sagte
50:19dieser
50:19nun
50:20zufrieden.
50:21Ah,
50:21na,
50:22du bist
50:22wieder
50:22wach.
50:23Sehr
50:24gut,
50:24kannst
50:24du mir
50:25mal
50:25hier
50:25runter
50:25helfen?
50:26Ich
50:27bitte
50:27drum,
50:28maulte
50:28Charlotte.
50:29Stumm
50:30nickend
50:30richtete
50:31sich
50:31Nathaniel
50:31auf.
50:32Sein
50:33Kreislauf
50:33blieb
50:33allerdings
50:34sitzen,
50:35weswegen
50:35er einen
50:36Moment
50:36ausharren
50:37musste.
50:37Seine
50:38Atmung
50:39wurde
50:39nach
50:39und
50:39nach
50:39ruhiger,
50:40klang
50:40allerdings
50:41immer noch
50:41nicht
50:42sonderlich
50:42gesund.
50:43Als
50:43sein
50:44Kreislauf
50:44sich
50:44dann
50:45endlich
50:45dazu
50:45bequemte,
50:46seinem
50:46Beispiel
50:46zu
50:47folgen,
50:47ging
50:47Nathaniel
50:48zu
50:48den
50:48beiden
50:49rüber,
50:49die
50:49etwas
50:50besorgt
50:50zu
50:50ihm
50:50sahen.
50:51Geht
50:52es?
50:52fragte
50:53Hotake.
50:54Ihm
50:54die
50:54Hand
50:55hinhaltend
50:55nickte
50:56Nathaniel
50:56knapp.
50:58Zögerlich
50:58ergriff
50:58Hotake
50:59sie,
50:59um
50:59sich von
51:00ihm nach
51:00unten
51:01helfen
51:01zu
51:01lassen.
51:02Stöhnend
51:03richtete
51:03sich
51:03Charlotte
51:04wieder
51:04auf
51:05und
51:05rieb
51:05sich
51:05den
51:06schmerzenden
51:06Rücken.
51:07Nun
51:07bekam
51:08Hotake
51:08doch
51:09ein
51:09schlechtes
51:09Gewissen,
51:10weswegen
51:10er
51:10entschuldigend
51:11zu ihr
51:12sah.
51:12Gerade
51:13als er
51:13etwas
51:14sagen
51:14wollte,
51:14ertönte
51:15von
51:15unten
51:15ein
51:16Geräusch,
51:16ein
51:17lautes
51:17Poltern,
51:18welches
51:18alle
51:18erstarren
51:19ließ.
51:19Sie
51:20schalteten
51:20ihre
51:21Taschenlampen
51:21aus
51:22und
51:22lauschten.
51:23Hotake
51:24rief
51:24jemand
51:25zu
51:25ihnen
51:25rauf.
51:26Alle
51:26atmeten
51:27erleichtert
51:27auf.
51:29Ludwig,
51:29wir sind
51:29hier oben,
51:30rief
51:31Hotake.
51:31Er
51:32zuckte
51:32vor
51:32seiner
51:33eigenen
51:33Stimme
51:33zusammen.
51:35Auch
51:35wenn
51:35dieses
51:36Haus
51:36fernab
51:36jeglicher
51:37Zivilisation
51:37lag,
51:38musste
51:38man
51:38echt
51:39nicht
51:39so
51:39herumbrüllen.
51:40Also
51:41fuhr er
51:41nun
51:41flüsternd
51:42fort,
51:42während
51:43von der
51:43Treppe
51:43ein
51:44Stampfen
51:44zu
51:44hören
51:45war.
51:45Kommt,
51:46wir
51:46gehen
51:47ihm
51:47entgegen,
51:47ehe
51:48doch
51:48noch
51:48jemand
51:48auf
51:49uns
51:49aufmerksam
51:49wird.
51:50Warum
51:51brüllt
51:51er
51:51hier
51:51so
51:52rum?
51:52fragte
51:53Charlotte
51:53und
51:54folgte
51:54Hotake
51:55kopfschüttelnd
51:55nach
51:55draußen.
51:57Hinter
51:57ihnen
51:57ging
51:58Nathaniel,
51:58der
51:59sich
51:59immer
51:59noch
51:59atemlos
52:00umsah
52:00und
52:01nicht
52:01so
52:01recht
52:01wusste,
52:02was
52:02er
52:02von
52:02der
52:02Sache
52:02halten
52:03sollte.
52:04Was
52:04war
52:04nun
52:05Realität?
52:06Ich
52:06meine,
52:07jeder
52:07vernünftige
52:08Mensch
52:08wäre
52:08doch
52:09in
52:09einem
52:09Lost
52:09Place
52:09leise.
52:10Jeder
52:11vernünftige
52:12Mensch
52:12würde
52:12nicht
52:13in
52:13ein
52:13leeres
52:13Gebäude
52:14einsteigen
52:14und
52:15eine
52:15Anzeige
52:16wegen
52:16Haus
52:16Friedensbruch
52:17riskieren,
52:18erwiderte
52:18Hotake
52:19breit
52:19grinsend.
52:20Sie
52:20gingen
52:21um
52:21die
52:21Ecke
52:21und
52:22lagen
52:22sich
52:22Sekunden
52:22später
52:23kreischend
52:23in den
52:24Armen.
52:25Nathaniel,
52:25der
52:26wegen
52:26seinem
52:26Asthma
52:26nicht
52:27kreischen
52:27konnte,
52:28kreilte
52:28sich
52:28mit
52:28der
52:29Hand
52:29in
52:29seine
52:29Brust,
52:30wo
52:30sein
52:30Herz
52:30gerade
52:31stehen
52:31zu
52:31bleiben
52:31drohte.
52:33Da
52:33stand
52:33Ludwig
52:34im
52:34schwachen
52:34Licht
52:34des
52:35Mondes,
52:35welches
52:44herausbrachen.
52:45Zitternd
52:46richtete
52:46Charlotte
52:46ihre
52:47Taschenlampe
52:47auf ihn,
52:48ehe sie
52:49erleichtert
52:49aufatmete.
52:51Er hatte
52:51sich
52:52Feenflügel
52:52aus der
52:53Kinderabteilung
52:53auf den
52:54Rücken
52:54gebunden.
52:55Nichts
52:56Bedrohliches,
52:57nur
52:57lächerlich.
52:59Okay,
53:00keuchte
53:00Nathaniel,
53:01dem das
53:02nun zu nah
53:02an den
53:03Traum
53:03herankam,
53:04aus dem
53:04er gerade
53:04erst
53:05aufgeschreckt
53:05war.
53:06Das
53:07hieß,
53:07falls es
53:08sich denn
53:08tatsächlich
53:09um
53:09einen
53:09gehandelt
53:10hatte.
53:10Ich
53:11gehe.
53:12Ich
53:12habe
53:12die
53:12Schnauze
53:13gestrichen
53:13voll.
53:14Damit
53:15stapfte
53:15er an
53:16Ludwig
53:16vorbei,
53:17welcher
53:17ihm
53:17verwirrt
53:18nachsah,
53:18und direkt
53:19die Treppe
53:19runter.
53:20Nickend
53:21löste
53:21sich der
53:21zitternde
53:22Hotake
53:22von
53:23Charlotte
53:23und sah
53:24sie
53:24an.
53:24Sie
53:25nickte
53:25ebenfalls.
53:26Auch
53:27sie
53:27gingen
53:27einfach
53:28an
53:28Ludwig
53:28vorbei.
53:30Seufzend
53:30drehte
53:30dieser
53:31sich
53:31um,
53:32um
53:32ihnen
53:32hinterher
53:32zu
53:33schlurfen.
53:34Während
53:34sie
53:34das
53:35Haus
53:35verließen
53:35und
53:36dem
53:36Schutz
53:36der
53:37Nacht
53:37von
53:37den
53:37Grundstück
53:38schlichen,
53:38tauchten
53:39oben
53:39an den
53:40Fenstern
53:40einige
53:41Gestalten
53:41auf.
53:42Hätten
53:43sie
53:43sich
53:43umgedreht
53:44und genau
53:44hingesehen,
53:45womöglich
53:46hätten sie
53:46ihre eigenen
53:47Gesichter
53:48erkannt.
53:49Doch
53:49sie
53:50drehten
53:50sich
53:50nicht
53:50mehr
53:50um
53:51und
53:51verschwanden
53:52so
53:52in
53:52einer
53:53Welt,
53:53die
53:53vielleicht
53:54gar
53:54nicht
53:54existierte.
53:55sie
53:56sie
53:57sie
53:57sie
53:58sie
53:59Vielen Dank.
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