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00:00.
00:05Good afternoon!
00:20Welcome to extra 3.
00:23We are back again.
00:25Endlich.
00:26Four weeks ago, we didn't have a new episode of the Kanzlers.
00:32With Work-Life-Balance and 4-Tage-Woche
00:35we can't get the Wohlstand of our country in the future.
00:40That's the idea of Merz.
00:43We are working too weak.
00:46We are too weak.
00:47We have our studio renovated.
00:50We have the old Dielen,
00:52broken, Raufaser runter,
00:55a little new Farbe on the van,
00:56a new light.
00:57We were busy.
00:59I know, there is still more air air.
01:01It's going to be a lot.
01:02It's going to be a lot.
01:03It's going to be a place,
01:03the place, the place, the place,
01:05and the place.
01:07And there is Merz really personal.
01:09One of the best opportunities to reduce the costs,
01:12is that we in the previous time
01:15all of them all agree with,
01:17that we all of them
01:18all together,
01:18get the weight and more work
01:20and more power
01:21and more power
01:22and more successfully
01:23in Germany.
01:25We have to promise that
01:27we have to say the ceremony
01:30where the Arbeitnehmers
01:34and the Arbeitnehmers
01:37meet the hand in hand
01:38all over the altar
01:39and then there is Friedrich Merz
01:41and then there is the work
01:44service.
01:45I say, I swear from morning to morning to morning to work for my staff to make a decision.
01:53Is that the solution?
01:55Yes.
01:55Marcus Söder found something interesting about it.
01:59When a Feiertag on a weekend,
02:02it will increase the GDP of Germany.
02:05Now we can't just hope that the government will be stronger.
02:10That's a bit absurd.
02:14Söder hofft, dass ein Schaltjahr kommt.
02:16Andere gucken einfach in den Kalender.
02:20Das Problem ist ja nicht nur, dass wir offenbar viel zu wenig arbeiten.
02:26Auch die Sozialausgaben sind viel zu hoch.
02:29Und da hat der Wirtschaftsrat der CDU eine Agenda für Arbeitnehmer vorgestellt.
02:34Hört, hört. Sie kümmern sich um die Arbeitnehmer.
02:36Was schlagen Sie vor?
02:38Arbeitslosengeld soll grundsätzlich nur noch für ein Jahr gezahlt werden.
02:42Und das ist noch nicht alles.
02:43Der CDU-nahe Wirtschaftsrat, der allerdings kein Parteigremium ist,
02:47schlägt sogar vor, Zahnarztbehandlungen aus den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung zu streichen.
02:54Wenn die deutsche Wirtschaft schon auf dem Zahnfleisch geht,
02:57warum soll man uns das nicht auch ansehen?
03:01Ist doch nur konsequent.
03:07Agenda für Arbeitnehmer.
03:09Es ist eine Frechheit.
03:10Ich denke, in einem Land, in dem man so was Agenda für Arbeitnehmer nennt,
03:13nennt man auch Schlachthöfe, streichelt so.
03:15Also, es ging jetzt übrigens auch wirklich unglaublich schnell von
03:20die Flüchtlinge nehmen euch die Zahnarzttermine weg.
03:23Hinzu, wisst ihr was, wir nehmen euch einfach die Zahnarzttermine weg.
03:27Es ist aber ein bisschen zu kurz gesprungen, denn schlechte zahnärztliche Versorgung hat leider zur Folge,
03:33dass Menschen auch andere Krankheiten bekommen.
03:35Rheuma oder Herzinfarkte können ja zum Beispiel eine Folge sein von schlechter zahnmedizinischer Versorgung.
03:41Und das ist Friedrich Merz auch wieder ein Dorn im Auge, dass wir alle immer so krank sind.
03:4714,5 Tage, das sind fast drei Wochen, in denen die Menschen in Deutschland aus Krankheitsgründen nicht arbeiten.
03:56Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig?
04:00Ist das richtig? Ist das notwendig?
04:02Diese Fragen muss man doch einfach mal stellen können.
04:08Warum können wir nicht alle mit Fieber ins Büro? Das spart Heizkosten.
04:13Wir kennen doch die Situation.
04:14Man ist im Restaurant, die Vorspeise war lecker und dann sagt man, das war wirklich eine tolle Vor-
04:19vor allem die Auster, hat mir sehr gut geschmeckt.
04:21Und dann kommt zurück, nein, das war keine Auster, der Koch hat Bronchitis.
04:25Und dann freut man sich und denkt, Mensch, was für eine Arbeitsmache.
04:29Der Gag ist eklig, Entschuldigung. Ja, aber das ist doch nicht meine Schuld.
04:34Hab ich mir doch nicht ausgedacht. Ja, ich reagiere ja nur auf das, was die Regierung hier sich ausdenkt.
04:40Also, ich glaub, wenn es nach Merz ginge, sähe der ideale Arbeitnehmer folgendermaßen aus.
04:45So können Sie unmöglich arbeiten. Sie haben doch nur noch einen Arm.
04:47Ja und? Ich hab doch auch nur einen Arbeitsplatz.
04:50Nix da. Sie gehen zum Arzt und lassen sich krankschreiben und vergessen Sie nicht Ihren Arm.
04:53Ach, krankschreiben ist was für Weicheier. Ich hab gleich einen wichtigen Call. Angar!
04:59Egal, schicken Sie mir eine Mail. Was zum Drucken? Was?
05:02Teams Excel. Uhuhu.
05:03Wie wollen Sie die Mail denn öffnen ohne Arm?
05:05Das mach ich mit den Füßen. Mal ein bisschen wie Merz denken.
05:09Okay, wenn das so ist, mach ich Homeoffice.
05:12Das ist eine Mentalität, die sieht man kaum noch in Deutschland.
05:17Es ist inzwischen sogar so weit, wir sind Weltmeister bei den Krankmeldungen.
05:21Sagt der Chef der Allianz-Versicherung.
05:24Und ich denk mir, immerhin mal wieder bei irgendwas Weltmeister.
05:27Ja, so weit ist es schon.
05:28Was damit gemeint ist, ist natürlich, wir sind gar nicht krank.
05:32Wir tun nur so.
05:33Und da wollen wir ehrlich sein, natürlich nutzen Menschen das aus.
05:36Man kann sich krank melden, klar, weil man keinen Bock auf Arbeit hat.
05:39So was gibt es, keine Frage.
05:41Aber was schlägt die Union vor?
05:43Die telefonische Krankschreibung soll abgeschafft werden.
05:46Merz und Söder wollen lieber, dass man wieder zum Arzt hingeht.
05:50Und dass man da nicht nur anruft und sagt, Frau Doktor,
05:53ich hab literweise flüssigen Durchfall.
05:55Sondern, dass die sagt, okay, kommen Sie her,
05:57das will ich mir live anschauen.
05:59Das wäre ...
06:01Es wäre auch ein Weg zu mehr Ehrlichkeit.
06:04Denn es ist ja so, wenn man nichts hat
06:06und will nur eine Krankschreibung beim Arzt,
06:08dann besteht nach einer Stunde im Wartezimmer die Chance,
06:11dass man am Ende doch auch wirklich krank ist.
06:15Deutschland, ein Volk von unmotivierten Blaumachern,
06:17das treibt die Union in den Wahnsinn.
06:20Und auch auf die Straße.
06:21Deswegen ist die Union heute hier,
06:24weil wir uns nicht mehr klein halten lassen wollen
06:26von all diesen Arbeitnehmern, die da auf der Straße rumlügen
06:30und sich krank gemeldet haben.
06:32Hoch die nationale Produktivität!
06:37Hoch die nationale Produktivität!
06:42Angenommen, Sie wehren, Sie fühlen sich nicht gut,
06:44was würden Sie tun, um dann trotzdem zur Arbeit zu gehen?
06:50Ja, dass ... Medikamente nehmen.
06:55Ja, ja.
06:56Das finde ich richtig.
06:57Sagen Sie mal, wann waren Sie das letzte Mal krank?
06:59Ich war nicht krank.
07:00Nur gestern meine Stimme war nicht gut.
07:02Aber trotzdem zur Arbeit gegangen?
07:04Ja.
07:09Die Deutschen sind bis zu drei Wochen im Jahr krank.
07:12Und wir von der Union fragen uns, muss das sein?
07:15Ist das wirklich notwendig?
07:16Was sagt ihr dazu?
07:17Was sagen Sie dazu?
07:18Was wäre denn die Lösung dagegen?
07:20Einfach nicht krank sein?
07:21Genau.
07:22Vor ein paar Jahren war ich im Krankenhaus und an der OP.
07:25Und da hab ich halt vier Tage da nur rumgelegen.
07:27Ja.
07:27Und war furchtbar langweilig.
07:29Wenn die da irgendwie Coworking-Spaces oder so eingerichtet hätten,
07:32hätte ich dann noch mal entspannt ein paar Stunden runterhauen können.
07:34Alexander, das rührt mich.
07:36Ein guter Arbeitnehmer kennt keinen Schmerz.
07:39Burnout ist nur ein anderes Wort für Leidenschaft.
07:43Es gibt natürlich auch gute Gründe, mal nicht zur Arbeit zu kommen.
07:46Wenn man gestorben ist zum Beispiel.
07:48Wie oft waren Sie denn krank jetzt?
07:51In der Vergangenheit, jetzt so im letzten Jahr?
07:53Also durchschnittlich, glaube ich, mal zwei Wochen jedes Jahr maximal.
07:58Schämen Sie sich mal.
07:59Ich schäme mich total.
08:01Ich versuch das auch normalerweise in den Urlaub reinzuziehen.
08:03Hopp, hopp, hopp!
08:05Trank, schreib und stopp!
08:07Hopp, hopp, hopp!
08:09Trank, schreib und stopp!
08:11Hopp, hopp, hopp!
08:12Ja, wie viel arbeiten Sie denn?
08:14Den ganzen Tag fünf Tage Arbeit.
08:15Fünf Tage Arbeit?
08:16Und da gehen doch auch sechs oder nicht?
08:18Oder sieben?
08:19Ja, gerne.
08:20Ja, sagst du mal nicht.
08:22Ich bin 75.
08:2575?
08:25Na ja, also.
08:26Da kann man doch noch nicht in Rente gehen, oder?
08:28Muss jeder selber entscheiden, ne?
08:31Ob einer fit genug ist.
08:33Ja.
08:35Aber wissen Sie, da will ich Ihnen was sagen.
08:36Wenn jeder das selber entscheidet, ne?
08:38Aber fit genug ist zur Arbeit, dann kommt doch gar keiner mehr.
08:41Und wenn es dann mal wieder heißt, ja, ich kann nicht zur Arbeit kommen,
08:45was soll ich denn machen mit meinen Kindern?
08:47Ja, dann setzt deine Kinder bei Aldi an die Kasse!
08:50So!
08:50So schwer ist das doch nicht, Leute!
08:53Wir sind hier!
08:54Wir sind laut!
08:56Weil ihr uns den Wohlstand klaut!
08:58Ich bin tatsächlich Teilzeit angestellt, aber nebenbei selbstständig.
09:01Nebenbei selbstständig?
09:02Wie viele Wochenstunden kommen da zusammen?
09:0324 Stunden bin ich festangestellt, ne?
09:05Also die arbeiten 24 Stunden pro Tag?
09:08Ne, acht Stunden, neun Stunden pro Tag, ne?
09:10Also eine Stunde um ist halt ...
09:12Aber wirklich, da ist noch Luft nach oben.
09:14Ja, das stimmt klar.
09:15Ach, was machen Sie denn?
09:16Ich bin Anwalt.
09:17Ah, das finde ich toll.
09:18Und was machen Sie nebenher noch?
09:21Wie meinen Sie nebenher?
09:22Könnten Sie die Zigarette ein bisschen schneller wegrauchen,
09:25damit nicht so viel Pause ist?
09:28Damit mehr Arbeit ist, dass Sie mehr arbeiten?
09:30Montag Jobcenter abgemacht?
09:32Alles klar, ich melde mich.
09:34Weiter so!
09:36Und genau so, ne?
09:37Immer schöne Energie halten.
09:39So eine Stunde demonstrieren ist ganz schön anstrengend.
09:43Du, ja.
09:44Schön Badewanne und rote Rosenpucken.
09:46Das haben Sie doch.
09:46Ich glaube, ich kriege einen Schnupfen.
09:47Ich muss mal ein paar Tage die Füße hochlegen.
09:54Ein Film von Maxi Lesch und Alex Grantl.
09:58Und wir bleiben beim Thema.
10:02Es ist ja noch mehr passiert.
10:03Die Mittelstandsunion hatte ja auch die glorreiche Idee,
10:07beim CDU-Parteitag einen Antrag einzubringen,
10:09das Recht auf Teilzeitarbeit abzuschaffen.
10:13Oder wie man es dort nannte, Lifestyle-Teilzeit.
10:17Das ist nun wirklich eine Frechheit gegenüber denen,
10:19die hart arbeiten.
10:21Nachrichtensprecherinnen und Nachrichtensprecher zum Beispiel.
10:24Wie kann man denn bitte so einen Zungenbrecher erfinden
10:26und an die Presse geben?
10:29Lifestyle-Teilzeit.
10:30Bitte nachsprechen.
10:31Lifestyle bleibt Lifestyle und Teilzeit bleibt Teilzeit.
10:33Lifestyle bleibt Lifestyle und Teilzeit bleibt Teilzeit.
10:35Wenn Merz das Thema fehlerfrei sagen kann,
10:38können wir ins Gespräch kommen.
10:39Vorher nicht.
10:40Gut, den Begriff Lifestyle-Teilzeit
10:43hat die Mittelstandsunion dann schnell wieder abgeräumt.
10:45Aber Sie haben wahrscheinlich gemerkt,
10:47der Januar ist doch noch zu früh für das Unwort des Jahres.
10:51Aber inhaltlich bleiben Sie dabei.
10:53Uns stört das Recht auf Teilzeit ohne Dialog mit dem Arbeitgeber
11:00in den Fällen, in denen es keinen Grund gibt,
11:04wie Familienarbeit, Care-Arbeit oder berufliche Fort- und Weiterbildung.
11:10Ja, aber Menschen sind nun mal unterschiedlich.
11:12Die einen arbeiten Teilzeit und machen noch irgendwas anderes
11:15mit ihrem Leben, was sie sinnvoll finden.
11:17Andere machen nichts Sinnvolles
11:19und sind beim Wirtschaftsflügel der CDU.
11:21Es sind einfach ganz unterschiedliche Lebensumwirken.
11:24Da kann man den Menschen mal reinreden.
11:28Persönliche, individuelle Entscheidung.
11:32Und sind Sie auch so froh und glücklich wie ich,
11:34dass wir eine kompetente Wirtschaftsministerin haben,
11:37die die Problematik wirklich versteht und das erklären kann
11:41mit der Teilzeit und der Vollzeit und der Produktivität,
11:43die das alles wunderbar präzise benennen kann?
11:46Der hohe Teilzeitanspruch und die hohe Produktivität pro Arbeitsstunde,
11:50wenn man dann Vollzeit arbeitet, steht nicht in einem Widerspruch.
11:53Über das Jahresvolumen verlieren wir dann durch die Kombination aus Urlaub, Feiertagen und Teilzeit.
12:04Die Produktivität ist hoch.
12:06Und vor allem die Produktivität,
12:08dann derjenige, der Vollzeit arbeitet,
12:10dann sind es sogar bis zu 42 Stunden.
12:12Also der Workflow braucht jenen, die Vollzeit arbeiten.
12:15Der ist tatsächlich auf einem sozusagen All-Time-High.
12:18Es gibt aber eben zu viele von denen, die arbeiten könnten,
12:21die entweder gar nicht am Arbeitsmarkt partizipieren oder Teilzeit sind.
12:25Das ist kein Widerspruch.
12:26Wir können diese Statistik gerne auseinander nehmen.
12:29Und dann befindet sich aber sozusagen im Gleichklang.
12:34Oh!
12:36Wow!
12:37Ich sag nur...
12:45Wie gut, dass Robert Habeck weg ist, bei dem hat man ja kein Wort verstanden.
12:50Katharina Reiche hingegen ist voll im Thema.
12:52Ich denke mir manchmal,
12:54sollten Mitglieder dieser aktuellen Regierung
12:57nicht etwas zurückhaltender sein mit der Forderung
13:00nach mehr Arbeit und mehr Leistung.
13:02Eine Regierung, die eine Rentenreform versprochen hatte,
13:05einen Wirtschaftsaufschwung, den alle spüren,
13:07eine Krankenhaus- und Pflegereform
13:09und ein neues Gebäude-Energiegesetz.
13:11Und nach neun Monaten ist von all dem so gut wie alles verschoben
13:14oder in Kommissionen ausgelagert worden.
13:17Irgendwie passt das nicht zusammen.
13:18Ich finde, wenn man Höchstleistungen erwartet,
13:20sollte man vielleicht nicht selber im Energiesparmodus regieren.
13:24Es ist ja auch ein Generationenkonflikt,
13:26dieser Streit um Arbeitszeit ist ja auch ein Generationenkonflikt,
13:29der hier durchschimmert.
13:30Also es gibt Kritik an Leuten,
13:32die zum Beispiel eine Viertagewoche fordern.
13:34Das sind oft Jüngere, die das fordern.
13:35Und die Kritik kommt oft von den Eltern,
13:37die sagen, Mensch, ihr seid nicht mehr leistungsbereit.
13:39Und ich sage mir immer, wenn man anfängt,
13:41über die faule Jugend zu lamentieren,
13:43heißt das nicht, dass man was von Wirtschaft versteht.
13:46Das heißt nur, dass man selber alt ist.
13:48Und wir, ich kann Ihnen sagen, wir nehmen das Thema ernst.
13:59Wir tun das dafür, dass der Generationenkonflikt sich nicht weiter verschärft.
14:03Wir wollen nicht nur spalten, wir wollen auch versöhnen.
14:05Ja, wir haben dafür sogar eine eigene Rubrik.
14:08Egal, ob es jetzt um Themen geht wie Mental Health
14:11oder Work-Life-Balance oder Klima, Gendern.
14:15Also all die Themen, wo es Streit gibt zwischen den Generationen,
14:18wo es einen Dissens gibt.
14:19Auch einfach die Art, wie wir miteinander kommunizieren.
14:22Und genau darum geht es heute.
14:24Ich begrüße Sie zu einer neuen Folge
14:25und erkläre es dem Boomer mit Florentine Osche.
14:35Florentine, schön, dass du da bist.
14:37Schön, dass du da bist.
14:39Ich habe versucht, dich zu erreichen.
14:43Ich hätte mich gern noch im Vorfeld mit dir ausgetauscht
14:45über das Gespräch heute.
14:47Ich habe dich dreimal angerufen, kurz hintereinander.
14:50Du bist nicht rangegangen. War so viel zu tun?
14:53Oder ist deine Leitung für Leute über 50 gesperrt?
14:57Sorry, schon mal was von Telefonphobie gehört.
14:59Du kannst doch nicht einfach ohne Vorwarnung bei mir anrufen.
15:02Das ist ein kompletter Eingriff in meine Privatsphäre.
15:04Das ist wie so ein SWAT-Team,
15:05was einmal die Wohnungstür sprengt und dann das Zimmer stürmt.
15:09Ich starre die ganze Zeit aufs Display
15:10und hoffe, dass es aufhört zu klingeln.
15:12Und danach muss ich erst mal 15 ASMR-Videos schauen,
15:14um irgendwie da runterzukommen.
15:17Äh ...
15:18Das Problem hatte ich früher nie.
15:21Ja, früher.
15:22Früher.
15:22Früher hattet ihr auch noch Brieftauben und Rauchzeichen.
15:25Also mittlerweile gibt's doch tausend bessere Wege zu kommunizieren.
15:29Schick halt ein Snap, ne DM auf Insta.
15:32Wir können auch Reels und GIFs austauschen,
15:34aber telefonieren, das ist so 80er.
15:37Nee, nee, jetzt will ich mal sagen, was 80er ist.
15:40In den 80ern sind wir einfach direkt zum Haus des Freundes gegangen
15:44und haben geklingelt.
15:46Einfach so.
15:46Ach du Scheiße.
15:48Das tut mir leid, dass du das durchmachen musstest.
15:52Das klingt ja furchtbar.
15:53Also das ist ja so eine Grenzüberschreitung.
15:55Aber du musst keine Angst mehr haben.
15:57Deshalb schreiben wir ja heutzutage vorher.
15:59Ja, ich hab dir ja dann nachher geschrieben.
16:02Du bist nicht reingegangen.
16:02Da hab ich ja noch ne WhatsApp geschrieben.
16:05Das war ja richtig, oder?
16:06Du meinst die Hassnachricht.
16:08Also, liebe Florentine, kleiner Reminder, Doppelpunkt.
16:11Probe, 17 Uhr, Punkt.
16:13Und davor sollten wir noch reden, Punkt.
16:15MFG Christian.
16:17Was war jetzt daran verkehrt?
16:21Kleiner Reminder.
16:22Da denke ich, ich werd vom Finanzamt ermahnt.
16:24Und dann noch der Punkt am Ende.
16:26Ja, das ist korrekte Grammatik.
16:28Punkt am Satzende.
16:29Das ist vor allem passiv-aggressiv.
16:31Da kannst du auch gleich schreiben, du bist ein schlimmer Mensch.
16:33Du schreit nie wieder mit mir.
16:34Ich hoffe, dass deine Wohnung abfackelt.
16:37Wenn ich einen Punkt mache?
16:40Ich hab sogar ein Emoji dahinter gesetzt.
16:42Um es so ein bisschen aufzulockern.
16:44Diesen lachenden gelben Kopf.
16:45Du meinst den Tränen-Lach-Emoji.
16:48Ja, du trägst auch safe so ne lustige Krawatte auf einer Weihnachtsfeier.
16:52Also, wenn du wirklich zeigen willst, dass was lustig ist,
16:55dann schickst du einen Totenkopf.
16:57Wenn ich dir einen Totenkopf schicke, denkst du doch, ich hab ne Vergiftung.
17:00Also, sorry.
17:01Ich glaub, du kennst die Bedeutung von Emoji.
17:03Die ist nicht so richtig, junge Dame.
17:05Sagt der 53-Jährige, der mir neulich nen Pfirsich geschickt hat.
17:11Es ging um Obsternte im Alten Land.
17:14Hallo?
17:16Ich hab's trotzdem melden müssen.
17:18Also wirklich.
17:19Egal jetzt.
17:20Wenn dir das zu kompliziert ist, dann schick mir doch einfach das nächste Mal ne Sprachnachricht.
17:24So wie ich es neulich gemacht hab, als ich dir kurz was mitteilen wollte.
17:26Das war ne Frechheit.
17:28Da kommt so ne Sprachnachricht, dann fängst du an zu reden.
17:31Kein Hallo.
17:32Kein Ich-bin's.
17:33Kein, äh, ich schick jetzt doch einfach mal ne Sprachnachricht.
17:36Ja?
17:36Kein Nullbegrüßung.
17:37Und dann sechs Minuten dreißig?
17:40Sechs Minuten.
17:41So viel Zeit hab ich nicht mehr.
17:43Ich hab's mir komplett angehört.
17:44Nur, äh, safe und obviously.
17:47Ich hab nix verstanden.
17:48Ja, du.
17:49Sechs Minuten dreißig.
17:50Du musst es auf doppelter Geschwindigkeit hören.
17:52Dafür sind Sprachnachrichten ja da.
17:53Ha.
17:54Dann klingst du wie ein Chipmunk.
17:57Excuse me.
17:58Hast du mir deshalb so nen Daumen hoch als Bestrafung geschickt?
18:01Ich hab's schon nicht geschickt.
18:02Ich hab nen Daumen hoch geschickt, weil ich sagte, ja hab ich gehört.
18:05Super.
18:05Super.
18:06Gefällt mir.
18:06Daumen hoch.
18:07Dieser Daumen ist das Gegenteil von Begeisterung.
18:10Dieser Daumen ist wie wenn du grad die beste Pasta deines Lebens isst und dein Fazit lautet,
18:15mir kann man essen.
18:16Nein.
18:17Daumen hoch ist hey.
18:18Daumen hoch.
18:19Ja, wunderbar.
18:19Das ist universell einsetzbar.
18:21Daumen hoch.
18:22Damit ist doch alles gesagt.
18:23Das ist quasi das Schweizer Taschenmesser unter den Emojis.
18:26Also allein der Vergleich.
18:28Kein normaler Mensch nutzt noch ernsthaften Taschenmesser im Alltag.
18:31Hä?
18:32Und wie ziehst du deine Kassetten auf?
18:33Mit dem Bleistift?
18:34Also aber ...
18:35Ich versteh gar nix mehr.
18:37Ich hab mal wieder keine Ahnung, was du mir grad sagen wolltest.
18:39Aber okay.
18:40Ich mach jetzt mal einen Vorschlag.
18:41Wenn du mir mindestens 48 Stunden vorher schreibst,
18:45und wir gemeinsam einen Zeitpunkt finden, dann können wir telefonieren.
18:49Und im Gegenzug schickst du nie wieder einen Daumen hoch.
18:51Okay?
18:52Okay.
18:53Keinen Daumen hoch mehr.
18:54Deal?
18:55Deal.
18:56Christian.
18:57Sorry, ich muss mich dran gewöhnen.
18:59Florentine Osse.
19:00Vielen Dank.
19:18Haben Sie denn schon den Melania-Film gesehen?
19:24Natürlich nicht.
19:25Beeilen Sie sich, er wird nicht lange in den Kinos sein.
19:2875 Millionen Dollar hat sich Jeff Bezos dieses Gefälligkeitsmachwerk kosten lassen.
19:32Und dieser Film soll ja alles zeigen, womit Melania Trump als First Lady in unserem Gedächtnis bleiben wird.
19:39Da denkt man, meine Güte, für einen fünfsekündigen Film 75 Millionen, das ist wirklich viel.
19:44Ich werde bei Melania immer nur an diesen umgedrehten Wok denken, den man ihr auf die Birne getackert hat.
19:52Erinnert ein bisschen an diese Teile, die Hunde bekommen, damit sie sich nicht anlecken nach einer OP.
19:59Okay, in Melanias Fall handelt es sich aber wohl um ein Abwehrsystem gegen den orangenen Mann neben ihr.
20:10Ja, wenn seine Kontaktaufnahmen über das Vertrag nicht vereinbarte Maß hinausgehen.
20:16Also, so eine Art Milliardärs-Burka, kann man auch sagen.
20:21Der Nachteil ist, man sieht nicht viel mit einem solchen Hut.
20:25Man hat ein sehr eingeschränktes Gesichtsfeld, man sieht immer nur nach unten, also das ganze Grauen in den Epstein-Files.
20:32Muss sie gar nicht sehen, muss sie sich gar nicht mit beschäftigen.
20:35Was sie sehen könnte mit diesem beknackten Hut, wären Einwohner von Minneapolis, die erschossen auf dem Boden liegen.
20:41Ich habe aber den Eindruck, dass es Melania nicht so sehr interessiert, was da passiert, was der Mann an ihrer
20:47Seite macht.
20:48Wie sehr er sein faschistisches Imperium immer weiter ausbaut.
20:52Vor allem mit seiner Anti-Migranten-Miliz.
20:55Eis.
20:56Innerhalb weniger Wochen wurden von den maskierten und anonymen Paramilitärs nicht nur jede Menge Migrantinnen und Migranten brutal festgenommen.
21:03Darunter ein fünfjähriger Junge.
21:05Es wurden auch zwei amerikanische Staatsbürger erschossen.
21:08Alex Pretty und René Goode.
21:11Eine unbewaffnete Frau und Mutter in ihrem Auto und ein entwaffneter Krankenpfleger, der bereits am Boden lag.
21:17Die Regierung lässt zu, dass unschuldige Staatsbürger ermordet werden.
21:22Man sagt, Maduro fühlt sich in den USA inzwischen wie zu Hause.
21:27Wer sich jemals gefragt hat, wie hätte das Dritte Reich mit Social Media und KI ausgesehen, der muss nun nicht
21:36mehr groß rätseln.
21:37Und jetzt enden, neuste nationale Nachricht.
21:43Am Wochenende habe ich im Fernsehen mal wieder den großen Diktator gesehen.
21:48Nein, doch nicht den, sondern den hier, diesen Trump.
21:51Eigentlich ein 1a Schreckensherrscher.
21:54Immerhin teilen wir die Vorliebe für Reichsvergrößerungen, monumentale Denkmäler und Fenster.
22:01Wobei, keine Ahnung, was Opa Paschulke da macht.
22:04Unusual time to look.
22:06Kann man wohl sagen.
22:08So orientierungslos war ich ja nicht mal im Führerbunker.
22:12Aber passt ja.
22:13Seine Scherben von Eis hauen ja auch eher orientierungslos drauf.
22:16Zuletzt war die Einwanderungspolizei immer rigoroser gegen Demonstranten und mutmaßlich illegal Eingereiste vorgegangen.
22:24Ein brutaler Schläger-Truck, der für Angst und Schrecken sorgt?
22:27Oh no!
22:28Das ist ja wohl immer noch meine Erfindung.
22:31Haben Sie sich das etwa bei Hitler's Helfer Folge 23 abgeschaut?
22:34Und warum hat dieser Obersturmbandführer meinen Mantel getragen?
22:38Und dann beschwert sich dieser Möchtigen Himmler auch noch darüber, wenn man ihn für meine Geheimpolizei hält.
22:47Oh, wie kann man das nur vergleichen? Nur weil man gleich aussieht und auch noch das gleiche tut.
22:53Als ob das nicht schon genug der Kopie wäre, macht dieser Trump noch einen auf Goebbels und fängt damit an,
22:58Kunst und Kultur gleichzuschalten.
23:00Donald Trump lässt Kennedy Center für zwei Jahre schließen.
23:03Warum nennen Sie Ihr nationales Kulturzentrum nicht gleich? Entartete Kunst und verbrennen noch ein paar Bücher?
23:10Für eigene Ideen ist vor lauter Goldstaub wohl kein Platz mehr im Gehirn.
23:13Here we go again.
23:15Selbst Propaganda-Filme gehören jetzt offenbar zu Ihrem Repertoire.
23:19Worum zum Teufel geht es in den C-Movie?
23:22People will see it, will see fashion, they will listen incredible music.
23:27Ein Diktator muss sein Volk manipulieren, nicht komplett verblöden!
23:31Ich hätte da noch eine Idee für einen Filmtitel.
23:34Eins, zwei, drei, vier, Epstein! Die Akte muss versteckt sein!
23:39Wettreten!
23:48Was viele nicht wissen, Deutschland besitzt die zweitgrößten Goldreserven weltweit.
23:573,3 Tonnen Feingold und davon liegen etwa 1,2 Tonnen in den USA.
24:03Wir sind quasi der Dagobert Duck der Nationen.
24:06Nur, dass einer unserer Geldspeicher in einem Land steht, das gerade von den Panzerknackern regiert wird.
24:11Das Gold liegt dort seit Jahrzehnten als Reserve.
24:14Direkt daneben übrigens 500 Stangen Mentholzigaretten von Helmut Schmidt.
24:18Auch als eine Reserve noch immer gelagert.
24:22Und jetzt ist halt die Frage, kann man Donald Trump trauen?
24:24Ist er ein zuverlässiger Aufpasser für deutsches Gold?
24:28Oder ist er nicht eher die amerikanische Antwort auf die Sparkasse Gelsenkirchen?
24:33Viele haben Angst, dass wir irgendwann nicht mehr rankommen an unser Gold.
24:37Dass es sich einfach die 1,2 Tonnen schnappt und sich daraus in Mar-a-Lago ein neues Gästeklo gießen
24:42lässt.
24:43In Deutschland werden immer mehr Stimmen laut, die sagen, man sollte das Gold zurückholen.
24:46Und wir schalten jetzt live nach New York zu unserem Sonderkorrespondenten Oliver Kalkofe.
24:51Oliver, du stehst gerade in der US-Notenbank, wo die Bundesbank Goldreserven den Wert von rund 170 Milliarden Euro lagert.
24:59Warum eigentlich?
25:01Äh, äh, warum ich hier stehe?
25:03Weil ihr Hirnis mich hierher geschickt habt. Warum denn wohl sonst?
25:07Ich meine, ich würde mir diese landesweite 30er Jahre Revival-Party mit Gestapo-Polonaise auf den Straßen ja wohl kaum
25:14freiwillig antun, oder?
25:16Missverständlich. Ich wollte nicht wissen, warum du da stehst, sondern warum unsere Goldreserven überhaupt in New York gelagert werden und
25:22nicht bei der Bundesbank in Frankfurt.
25:24Ach, ach so, ach so, ja, äh, gute Frage.
25:27Ja, das kommt aus der Zeit, als der Russe noch mit laufendem Motor an der innerdeutschen Grenze stand, nicht?
25:33Ich sag mal, von Thüringen bis Frankfurt über die A4, ohne Stau, dreieinhalb Stunden mit dem Panzer, wenn du nicht
25:38zum Pinkeln anhältst.
25:40Ja gut, einen leichten Westrall hat Russland ja gerade auch. Insofern erscheint es mir doch recht sinnvoll, diese Art der
25:48Risikostreuung, oder? Ist es vielleicht ganz sinnvoll?
25:51Ja, also wenn man hier eine Regierung hätte, die sich noch einen feuchten Furz für Völkerrecht und internationale Verträge interessiert,
26:00ne?
26:00Aber unter diesem 79-jährigen blondierten Diktator-Azubi verwandelt sich die USA ja gerade in einen riesengroßen rechtsfreien Raum mit
26:11Orangenhaut, ja?
26:13Ich mein, hier ist gar nichts mehr sicher. Egal ob Ländergrenzen, Bürgerrechte, Fakten, Vernunft, Protestierende, Hausfrauen, Krankenpfleger, Minderjährige, logisches Denken,
26:24Dofu-Würstchen und schon gar nicht unser Gold.
26:27Aus deiner Sicht sollte die Bundesbank also ihre Goldreserven besser zurück nach Deutschland holen.
26:31Ja, aber sicher. Und zwar pronto. Ja, bevor diese verstandsresistente Hirnprothese mit Sonnenbrand noch auf die Idee kommt, dass...
26:41Oliver, ist alles in Ordnung? Irgendwie ist das Bild gerade eingefroren?
26:45Hm, äh, eingefroren. Gutes Stichwort. Es ist nämlich eiskalt hier geworden.
26:55Hm? Wenn du verstehst, was ich meine.
26:58Ja, es ist derzeit sehr kalt in New York. Ja, aber du wolltest gerade sagen, dass wir das Gold besser
27:03schnell heimholen sollten, bevor Trump...
27:04Before Trump, we wanted to give him the gold to his birthday
27:12to him, to make it a big World-Liga-Friedens-Pokal
27:18because he had already 80 Krieges in the last week.
27:25So I would like to go back home and go back to the ICE
27:30to go back to Frankfurt.
27:33Um alles zu regeln und das Eis zu brechen, verstehst du?
27:39Ach so, ja, natürlich.
27:42Oliver, warum ist denn Präsident Trump deiner Ansicht nach
27:45eigentlich ein so toller Präsident?
27:48Der Tollste aller Zeiten, meinst du?
27:51Er ist wunderschön, er hat gute Haut,
27:57ein super erfolgreicher Geschäftsmann, toller Tänzer,
28:05Demenz-Test-Gewinner, mehrfach.
28:09Viel klüger als Joe Biden, der übrigens der schlechteste Präsident aller Zeiten war.
28:15Und er war noch schuld, dass heute die Eierpreise so hoch sind.
28:19Nicht wahr? Nicht wahr? Ja?
28:24Boah! Scheiße, das war knapp, ey.
28:26Boah!
28:27Free Speech gilt hier ja neuerdings als inländischer Terrorismus, ja?
28:31Aber egal, wie offensichtlich der Wahnsinn und die Lügen sind,
28:35wir sind nun mal viel zu abhängig von Amerika.
28:38Dann müssen wir das Kasperle-Theater halt mitspielen.
28:40Ich sag nur NATO, Ukraine, Internet, KI.
28:44Aber egal, ich lass mir das Reden trotzdem nicht verbieten.
28:48Ich sage auch weiter meine Meinung.
28:50Nämlich, fuck Trump, fuck ICE.
28:53Fakt ist, dass Amerika gerade sein goldenes Zeitalter lebt.
28:56Und wir, nein, was? Let's not a gun, let's a microphone.
29:08Oliver Kalkofe!
29:09Ja, schade.
29:14War die Verbindung unterbrochen.
29:18Vermutlich nur was Technisches.
29:22Schauen wir noch mal ins Inland.
29:24In Deutschland ist ja etwas absolut Unglaubliches passiert.
29:28Ich weiß nicht, ob Sie das mitbekommen haben.
29:29Der Verkehrspräsident des ADAC, Gerhard Hillebrand,
29:33hat sich erdreistet, öffentlich zu sagen,
29:36dass es sinnvoll ist, für den Klimaschutz CO2 zu bepreisen.
29:40Eine führende Persönlichkeit des ADAC,
29:42des Allgemeinen Deutschen Abgas-Clubs,
29:44hat damit indirekt gesagt, dass es okay sein könnte,
29:49wenn Sprit teurer wird, eine Ungeheuerlichkeit.
29:52Das konnte nicht unwidersprochen bleiben.
29:55Medien wie Fokus und Bild kritisierten,
29:57Hillebrand wolle Autofahren teurer machen.
30:00Der Hashtag ADAC-Kündigen trendete.
30:03Es gab einen regelrechten Shitstorm.
30:06Oder in dem Fall besser gesagt,
30:0860.000 Mitglieder sind spontan aus dem ADAC ausgetreten.
30:12Die haben gesagt, nein, ein Club,
30:14der Autofahren und Klimaschutz gleichzeitig denken kann,
30:17da will ich nicht mehr Mitglied sein.
30:19Es sind harte Zeiten.
30:21Die Ökoterroristen werden immer stärker in diesem Land.
30:24Jetzt auch schon beim ADAC.
30:25Schlimm.
30:26Immerhin, das geplante EU-weite Aus für den Verbrenner
30:28im Jahr 2035 ist noch mal verschoben,
30:31ist aufgeweicht worden.
30:32Deutschland atmet auf, trotz Feinstaub.
30:34Die Industrie war einfach nicht so weit bei uns.
30:37Die deutsche Autoindustrie ist ja ...
30:38Da muss man nichts beschönigen.
30:40Die deutsche Autoindustrie ist in der größten Krise ihrer Geschichte.
30:43Dennis Kaup und Jesko Friedrich haben dazu den passenden Song.
30:47Mit'n Benz, mit'n Benz, mit'n dicken Benz, Benz, VW, Bim, Bim, Bim.
30:50Komm mal her, steig ein, rase wie ein Schwein.
30:55Hallo, wir sind's die Autoindustrie.
30:58Wir haben den Trend verpennt beim Elektro-Kram.
31:03Weil wir am Verbrenner festgehalten haben.
31:08Allein innerhalb der letzten zwölf Monate fast 50.000 Jobs weg.
31:12Viele Jobs versenkt.
31:14Von China abgehängt.
31:16So wie BYD wird's Germany wohl nie.
31:21Guck mal unsere armen Chefs, der Gewinn bricht ein.
31:25Doch sie streicheln trotzdem kräftig Kohle ein.
31:30Hätten wir nur damals an E-Autos gebastelt
31:34und nicht an Modelsoftware.
31:37Modelsoftware.
31:38Doch das haben wir nicht.
31:39Deshalb schiebt wir der EU
31:41den schwarzen Peter-Zug schön schäbig.
31:46Wir sagen, schuld seid ihr,
31:48weil ihr zu viel reguliert.
31:50Unsere Lobby sagt, Verbrenner bleibt am Start.
31:57Komm mal her, steig ein, rase wie ein Schwein.
32:03Hallo, wir sind die Autoindustrie.
32:07Zu langsam und zu teuer für den Rest der Welt.
32:11Darum bitte rettet uns mit Steuergeld.
32:16Benz, Benz.
32:20Noch immer werden nicht genug Elektroautos verkauft.
32:25Noch immer nicht.
32:26Warum ist das so?
32:29Warum werden immer noch so wenig Elektroautos verkauft?
32:32Na ja, man muss einfach mal sagen,
32:33vielen sind die Autos noch zu teuer oder zu hässlich.
32:36Andere wiederum wissen nicht, wo sie die laden sollen,
32:38haben keine Lust, eine Karre zu kaufen,
32:40die in drei Jahren technisch überholt ist.
32:42Und manche fürchten auch, dass es Firmen wie VW gelingt,
32:45sogar bei Elektroautos die Abgaswerte zu manipulieren.
32:48Alles berechtigte Sorgen.
32:49Und dann geht's natürlich auch ums Gefühl.
32:51Es geht um den Geruch, ums Feeling, den Sound,
32:55das Dröhnen, das Blubbern, das Brummen, das Röhren,
32:57das Husten von den Kindern,
32:59wenn man neben einem Spielplatz einen Kavalierstart macht.
33:02Diese Sinnlichkeit, dieses Gefühl.
33:03Ja, es macht Lungenkrebs auch eine wahnsinnig anziehende Art und Weise.
33:08Es ist für manche wie ein Fetisch.
33:10Hier nochmal die Vorsitzende vom Wirtschaftsflügel der CDU,
33:14Gitta Connemann.
33:15Nicht, dass Sie anfangen, hier zu schnüffeln.
33:18Das ist nicht schlimm.
33:22Ich mag den Geruch.
33:23Ja, ich mag das auch nicht.
33:26Die Vorsitzende des Wirtschaftsflügels der Union
33:29schnüffelt gern an Benzin.
33:31Und ich finde, in einigen ihrer Positionen merkt man das auch an.
33:34Aber sie ist da nicht alleine.
33:37Viele Menschen lieben an Verbrennern vor allem dieses,
33:40ja, dass sie was verbrennen.
33:42Dass sie laut sind, dass die anderen auf die Eier gehen.
33:44Gerade Männer werden ganz gefühlig,
33:46wenn es um diese Vibration und den Lärm von Karren geht.
33:501200 PS, volle Beschleunigung, dass das Auto kaum geradeaus fährt.
33:55Man zieht an dem Hebel, dann macht BAM und der nächste Gang ist drin.
33:59Und es knallt jedes Mal sowas von laut hinten aus dem Auspuff raus.
34:03Ich komme hier wieder an.
34:05Ich muss ehrlich sagen, ich hatte eine kleine Träne im Auge.
34:09Tja, und die Passanten, die die Abgase abgekriegt haben, wahrscheinlich auch.
34:15Elektroautos klingen natürlich ganz anders als Verbrenner.
34:17Ich denke, dass es einfach ein anderes Auftreten ist als ...
34:24Mit dem Auto machst du ...
34:28Ist was anderes.
34:29Und viele wünschen sich einfach ...
34:31Und das macht die Autoindustrie und kämpft jetzt dafür,
34:36dass E-Autos auch laut sein dürfen.
34:38Also nicht nur die vorgeschriebene Lautstärke.
34:40Von Natur aus machen E-Autos ja fast gar kein Motorengeräusch.
34:44Die sind ja so leise, da merkt man sogar erst Tage später,
34:46dass man von ihnen überfahren wurde.
34:49Aber die Autoindustrie will, dass Elektroautos noch viel lauter sein dürfen als notwendig.
34:54Es werden aufwändige Soundsysteme eingebaut, damit die Dinger Krach machen.
34:58Das fahrende Veggie-Schnitzel für Abgas-Junkies.
35:01Dann klingen auch kleine Elektroautos wie fette stinkende Verbrenner.
35:15Ich find's eigenartig, Leute.
35:17Wir waren doch zum Beispiel bei lauten Handy-Videos.
35:20Gerade so weit, dass wir uns einig waren,
35:23sowas wollen wir nicht im öffentlichen Raum.
35:25Krach durch Individuen, das wollen wir nicht.
35:28Wir greifen stattdessen zu Kopfhörern.
35:30Und jetzt fangen wir mit künstlichen Automotorgeräuschen
35:33wieder ganz von vorne an.
35:35Ja, ich versteh schon.
35:37Viele wollen auch weiter einen Verbrenner fahren,
35:39weil das einfach eine unglaublich ausgereifte Technik ist.
35:43Da kann nicht mehr viel kommen.
35:44Bei der Elektromobilität ist es anders.
35:46Es gibt natürlich bei Verbrennern auch eine funktionierende,
35:49flächendeckende Infrastruktur mit Tankstellen.
35:51Das funktioniert alles.
35:52Das ist bei alternativen Antrieben noch nicht immer gewährleistet.
35:55Es wird besser, aber es gibt noch so Fälle wie diesen hier von Daniel Springer.
36:02Von wegen Bielefeld-Verschwörung.
36:05Die Stadt gibt es sehr wohl.
36:07Und sie setzt wegweisende Akzente für den Klimaschutz.
36:10Die Stadt Bielefeld setzt auf Wasserstoff,
36:14den umweltfreundlichen CO2-freien Energieträger.
36:17Vorreiter ist seit 2021 die Müllabfuhr.
36:20Sie schafft sieben wasserstoffbetriebene Müllwagen an.
36:25Für 7,55 Millionen Euro.
36:27Gefördert vom Bundesverkehrsministerium.
36:30Sie fahren abgasfrei und geräuscharm durch Bielefeld.
36:34Und sie fahren abgasfrei und geräuscharm zum Tanken nach Rederwiedenbrück.
36:39Das sind 40 Kilometer pro Strecke.
36:42Denn in Bielefeld gibt es zunächst noch keine Wasserstoff-Tankstelle.
36:45Unifizient, das ganze ist ja Blödsinn.
36:48Auf der einen Seite wird uns gesagt, Wasserstoff ist die Zukunft.
36:51Und dann gibt es einfach zu wenig Tankstellen dafür.
36:54Ja, wenn sie erst nach Reda fahren müssen zum Tanken,
36:57kostet ja auch wieder alles Geld und Zeit hauptsächlich.
37:00Ja, und einen guten Teil der Reichweite von rund 300 Kilometern.
37:05Fast ein Drittel geht für die Hin- und Rückfahrt zum Tanken direkt wieder drauf.
37:09Aber egal, Bielefeld geht beim Wasserstoff noch weiter.
37:13Seit Anfang Mai fahren die Busse der Linie 29 schon damit.
37:17Und bis heute fahren insgesamt 29 Wasserstoff-Busse durch Bielefeld.
37:23Gefördert vom Bund mit 8,7 Millionen Euro.
37:27Die Stadtwerke bauen sogar eine eigene Wasserstoff-Tankstelle in Bielefeld.
37:32Gefördert vom Land NRW.
37:34Doch damit nicht genug.
37:35Außerdem wollen die Stadtwerke nun auch zum Produzenten von Wasserstoff werden.
37:40Die Idee, Müllfahrzeuge liefern den Brennstoff.
37:43Aus diesem Brennstoff erzeugen wir umweltfreundlichen Strom.
37:47Mit diesem umweltfreundlichen Strom können wir grünen Wasserstoff erzeugen,
37:51der wiederum dann zur Betankung der Müllfahrzeuge genutzt werden kann.
37:54Sozusagen ein perfekt geschlossener Kreislauf.
37:57Genial!
37:58Die Müllwagen bringen den Brennstoff für den Wasserstoff,
38:01mit dem sie dann selber fahren können.
38:03Und die Tankstelle gibt es ja auch schon.
38:06Für die Wasserstoffmüllwagen total praktisch gelegen.
38:09Direkt neben der Müllverbrennungsanlage.
38:12Ein perfekt geschlossener Kreislauf.
38:14Doch derzeit dürfen die Fahrzeuge der Abfallentsorgung dort nicht tanken.
38:19Das hat mit den Richtlinien des Landes zu tun,
38:22die an die finanzielle Förderung für den Tankstellenbau geknüpft sind.
38:25Die Tankstelle wurde vom Land für Busse gefördert.
38:30Deshalb dürfen hier natürlich nur Busse tanken.
38:33Städtische Müllwagen transportieren keine Fahrgäste.
38:36Deshalb gilt, statt einfach nur über die Straße zum Tanken,
38:40fahren sie drei Jahre lang weiterhin nach Rieda und zurück.
38:44Ja!
38:45Okay, also da sind wir natürlich an den Grenzen unserer Denkmöglichkeiten.
38:49Es ist einfach, ich kann es nur wiederholen, absurd.
38:52Und es wird noch absurder.
38:54Seit Anfang 2026 ist die Tankstelle in Rieda geschlossen.
38:59Einzige Alternative für die Bielefelder Wasserstoffmüllwagen
39:03noch ein bisschen weiter fahren bis nach Münster.
39:07Das sind 90 Kilometer pro Strecke.
39:10Hin und zurück kostet das rund zwei Drittel der Reichweite.
39:12Das lohnt sich dann nicht mehr so wirklich.
39:15Also stehen die für 7,55 Millionen Euro angeschafften
39:19abgasfreien Müllwagen nun wieder still.
39:21Sozusagen ein perfekt geschlossener Kreislauf.
39:24Bielefeld.
39:25Erst mit vollem Wasserdampf hin zur Energiewende und zurück.
39:30Denn die alten Dieselfahrzeuge
39:32übernehmen nun wieder die Routen der Wasserstoffmüllwagen.
39:42Liebe Zuschauerinnen, liebe Zuschauer.
39:46Sie haben es vielleicht mitbekommen.
39:48Wir haben in der vergangenen Woche einen mittelgroßen Skandal ausgelöst.
39:53Wir hatten Maxi Schaffroth nach Grönland.
39:56Geschickt in der Rolle eines arroganten Amerikaners.
39:58Der versucht, die Grönländer davon zu überzeugen, amerikanisch zu werden.
40:02Wir haben uns entschlossen, diesen Film nicht zu senden.
40:05Kurze Rückschau, was ist passiert.
40:07Im Rahmen dieses Drehs hat Maxi so getan,
40:10als ob er an einem Flaggenmast vor dem Kulturzentrum Inuk
40:13eine amerikanische Flagge hissen wollte.
40:16Darauf hätten wir verzichten sollen.
40:17Es gab zu Recht Proteste in dieser Situation.
40:20Viele Medien, vor allem in Deutschland, haben darüber berichtet.
40:22Maxi Schaffroth hat dann die Aktion schnell abgebrochen.
40:26Ich habe ja selber gemerkt, dass wir uns da vergriffen haben in dem Moment.
40:31Und ja, manchmal passieren so Sachen bei solchen Drehs, weil es halt auch schwer planbar ist,
40:38weil es viel von Improvisation und einem gewissen Spieltrieb lebt.
40:41Und da haben wir den Spieltrieb etwas übertrieben.
40:44Aber ich glaube, dass die Grundidee, dass man in diesem Dreh ist, dass ich mich in die Rolle des Gegners
40:49begebe
40:49und dass es doch wichtig ist, glaube ich, dass wir die USA, das Auftreten der USA,
40:56das uns alle belastet und bedrückt in den letzten Jahren, dieses breitbeinige und auch demokratieschädliche
41:03und gegen die eigenen Leute gehen, dass das unser Anliegen war, dass wir dort kritisieren wollten,
41:08dass wir damit einfach den falschen Ausdruck gefunden haben.
41:11Das hoffe ich doch, dass das den Leuten mittlerweile bewusst ist.
41:14Das hoffe ich auch.
41:15Aber zwischendurch sah es dann doch mal so aus, als sei Maxi Schaffroth nach Donald Trump
41:19der unbeliebteste Mensch überhaupt in Grönland.
41:23Die Bürgermeisterin von Nuuk hat in einem offenen Brief beschrieben,
41:26wie groß die Sorge der Menschen gerade ist und wie real die Gefahr ist.
41:30Wir haben den Fehler gemacht, dass wir eine Insel, die einer akuten Bedrohung ausgesetzt ist,
41:34als Kulisse benutzt haben für unsere Kritik an den USA.
41:37Hätte uns vorher klar sein müssen, so mussten wir hinterher um Entschuldigung bitten.
41:41Ich war dann am nächsten Morgen in dem Kulturzentrum und dann habe ich schon gemerkt,
41:45sobald man es erklärt und einordnet, ist dann dort auch wieder die Möglichkeit, da die Bogen zu glätten.
41:51Also für mich war es auch wahnsinnig wichtig, dass die Bürgermeisterin von Nuuk unsere Entschuldigung angenommen hat.
41:58Und ja, es ist ja so, dass wir halt auch schöne Szenen aufgenommen haben.
42:03Am Flaggenmast war der Ofen dann aus, aber er war halt vorher auch an.
42:08Das stimmt. Ja, hier mal ein kleines Beispiel.
42:12So, you don't want to be part of the United States?
42:15No. No. Not a chance. Not in this lifetime.
42:20We would bring you democracy and free speech.
42:23But that's what you're losing. You don't have democracy.
42:27Your president is a dictator.
42:29Yeah, es ging uns nicht darum, um das mal klar zu sagen,
42:40einfach Grönländerinnen und Grönländer mit einer sinnlosen Aktion zu verletzen.
42:43Darum ging es uns nicht.
42:44Es ist nicht einfach nur um des Ärgerns willen, was wir da machen, sondern wir machen uns da schon Gedanken.
42:50Aber das hütet einen nicht von einem Missverständnis.
42:53Und dafür Entschuldigung.
42:56Dem schließe ich mich an.
42:58In dem Fall, muss man sagen,
43:02Satire und Realität eben näher beieinander als die USA und Grönland.
43:08Das war extra 3 für diese Woche.
43:10Hier laden jetzt Thorsten Sträfer, Olaf Hübert und Johann König zum Gipfeltreffen.
43:16Wir sind dann kommende Weihnachtstag wieder da.
43:18Nach dem Tagestehen oder wie immer schon um 21 Uhr in der Mediathek.
43:22Bis dahin.
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