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00:01So, our next guest worked for many years as a manager.
00:06Then she lost her job and took the opportunity to go on.
00:10She went on a walk and didn't listen to her.
00:13She is the most wandering woman in the world.
00:17She made a stop in Bremen.
00:19We are very excited about Christine Thürmer.
00:27Ich bin mit der Bahn hergefahren.
00:29Es dürfen Sie auch zwischendurch.
00:31Es haben viele Kilometer ausgewählt.
00:36Wie viele sind es, haben Sie mal gezählt?
00:37A 40 000 Kilometer.
00:41Also fast eineinhalbmal um die Welt.
00:43Das ist gut.
00:45Das malverer Glück.
00:47We are the only one next to you.
00:47It's been a part of the world.
00:48It's been a part of the world.
00:52When you went to 20 years,
00:54this is not a diagnosis of my diagnosis.
00:58You said they had a platter-fuss,
01:01X-beining,
01:02weight-weight and not a weight.
01:05What has changed there?
01:07No more weight.
01:09But no weight was left.
01:10And the feet?
01:11How many kilometers do you do this?
01:14How many kilometers do you do this?
01:17I started by Dame 42,
01:20I'm now by Herregröße 44,
01:21but there already since 10 years.
01:23It's an endless process.
01:25It's not always bigger.
01:26But actually two bigger Schuhegrößen,
01:29that's the normal standard for Langstrecken-Wanderers.
01:32And the Rücken?
01:33I mean, these years on the ISO-Matte,
01:36have any Spur behind?
01:37Yes, the ISO-Matten is very comfortable.
01:41The question comes very often.
01:43In my shows,
01:44I feel like I have all the orthopedic problems.
01:48I'm more on an orthopedic-Kongress than in a Wandershow.
01:53But I'm not surprised.
01:54I'm not doing anything else,
01:56as to what our body has evolved-mäßig
02:00seit Hunderttausenden von Jahren optimised.
02:02Before we were Jäger and Sammler,
02:04so that 30-35 km laufen we each day,
02:07that was normal for you.
02:08The most people are not art-gerecht.
02:12Because the body is not supposed to be thought,
02:148 h to sit and on the screen.
02:17It's interesting,
02:18how it goes to Boris Herrmann
02:19after so many days on the beach.
02:22Because they are in the most of the time
02:24they are in a relatively small room
02:26and can not many kilometers...
02:28Not art-gerecht.
02:29Not art-gerecht.
02:33Merken Sie das dann?
02:34Ich stehe alle fünf Minuten auf
02:35und kletter da so ein bisschen im Boot rum.
02:38Machen Sie dann so Übungen,
02:39die man auch am Schreibtisch machen könnte?
02:40Es ist unbewusst, ob man will oder nicht,
02:42ständig eine Übung,
02:43weil das Boot sich ja bewegt und springt
02:44und man muss sich festhalten.
02:45Okay.
02:46Sie sind viel alleine auf dem Seegeboot
02:48und Frau Thürmer,
02:48Sie sind relativ oft auch alleine bei Ihren Wanderungen, oder?
02:51Genau.
02:51Ich gehe absichtlich immer alleine.
02:53Also ich würde wirklich niemanden mitnehmen,
02:54auch Brad Pitt nicht.
02:55Also nicht, dass er mitkommen wollte.
02:57George Clooney,
02:57weil wir bei George Clooney.
02:58Ich würde über Herrn von Schirach nachdenken.
03:01Wir haben eins gemeinsam,
03:02die Liebe zur Schokolade.
03:03Also da hätten wir jetzt keinen Diskussionsbedarf.
03:05Aber nicht zum Wandern.
03:07Ich fürchte, dass er mir einen Korb gibt.
03:08Aber ich bin bewusst allein unterwegs
03:11und ich rate das auch den meisten Menschen,
03:13weil je länger die Distanzen werden,
03:15desto wichtiger ist,
03:16dass man eigenes Tempo
03:17und eigenen Stil geht.
03:18Man kann sich nicht über Monate hinweg
03:20mit einem anders gestreckten Partner anpassen.
03:22Aber ist es nicht auch ein bisschen einsam
03:23über so weite Strecken?
03:25Also ich habe zwei Hassfragen.
03:26Das ist eine davon.
03:29Nein, die Antwort ist ganz einfach.
03:30Ich bin zwar immer bewusst alleine,
03:32aber nie einsam aus einem ganz einfachen Grund.
03:34Ich mag mich persönlich wirklich verdammt gerne.
03:37Ich höre Sie auf.
03:43Ich glaube, Sie könnten auch Ildiko mitnehmen.
03:45Ildiko mag sie.
03:46Und mit Ildiko wäre es wirklich richtig lustig.
03:47Zeigen Sie noch ganz schnell die andere Hassfragen,
03:50damit wir das durchhalten.
03:51Haben Sie keine Angst zu ganz alleine als Frau?
03:54Ah.
03:55Ah und?
03:56Nein.
03:57Nein.
03:58Also ich habe 2000 Nächte jetzt draußen im Wald verwandt
04:00und es passiert nichts.
04:02Also manchmal wünschen Sie sich schon,
04:03Im Wald passiert sowieso nichts.
04:04Ja, eben.
04:04Das ist auch.
04:05Aber ich würde sagen,
04:08man hat viel mehr vor als Nachteile als Frau.
04:10Ich würde auch gerne wissen,
04:11was bedeutet denn ein eigener Stil?
04:14Naja, also ich habe wirklich Ehen scheitern sehen über die Frage,
04:17mache ich jetzt einmal in der Stunde fünf Minuten Pause
04:20oder einmal am Tag eine lange Pause?
04:22Also es ist ganz schlecht quasi,
04:24in den vierter Wochen wandern zu gehen.
04:26Das könnte ein baldiges Ende der Ehe bedeuten.
04:29Aber schön ist es, wenn jemand zu heiraten,
04:31den man beim Wandern kennenlernen.
04:32Also dann kann nichts mehr schlimmer werden.
04:33Weil beim Wandern ist es ja schlimmer als jede Ehe.
04:3624-7 zusammen.
04:38Wenn Sie verheiratet sind,
04:39haben Sie ja zumindest tagsüber Ihre Ruhe,
04:41weil ja der andere irgendwie einkaufen oder arbeiten geht.
04:44Habe ich öfter schon erzählt, sagte mal einer,
04:46ja, aber als Rentner klappt das nicht mehr.
04:48Nee, aber beim Wandern sind es ja 24-7 zusammen
04:51und das über Monate.
04:52Also schlimmer oder besser kann es nicht kommen.
04:55Und wenn Sie dann wieder in der Zivilisation sind,
04:57sage ich jetzt mal, nicht wandern.
04:58Sie haben ja auch zwischendurch Zeiten,
04:59wo Sie in Berlin sind und auch Vorträge halten.
05:02Stresst Sie das dann, dass so viele Menschen um Sie rum sind?
05:06Ich finde das super.
05:06Also ich mag soziale Kontakte, aber ich brauche sie halt nicht.
05:10Und dann kann man das viel total genießen.
05:13Also ich liebe das unter Menschen sein,
05:15aber ich bin dann auch wieder gerne alleine.
05:17Und Sie verzichten nicht nur auf Gesellschaft,
05:19sondern natürlich auch auf schweres Gepäck.
05:20Sie haben Ihren Rucksack dabei, der darf nur 5 Kilo wiegen.
05:23Das ist nicht verzichten.
05:24Der große Luxus beim Wandern ist nicht das,
05:27was ich dabei habe, sondern das, was ich nicht tragen muss.
05:30Also ich liebe ein luxuriöses Leben.
05:31Ja, letztes Mal, als Sie hier waren, haben Sie gesagt,
05:34dass Sie sogar die Etiketten aus der Kleidung raustrennen,
05:37um Gewicht zu sparen.
05:39Welcher Luxusartikel ist denn trotzdem in diesem Rucksack,
05:41der nur 5 Kilo wiegen darf?
05:43Das Handy.
05:44Also eigentlich bräuchte ich es nicht.
05:46Aber das ist mein Unterhaltungsprogramm,
05:48weil ich höre auch Podcasts, auch Herrn Ronsheimer.
05:51Herr Ronsheimer, wo Sie überall rumkommen.
05:53Das haben Sie vorher alle geschmiert hier.
06:00Ich höre Podcasts, höre Bücher, ich telefoniere mit Freuden.
06:03Das ist meine einzige Kamera.
06:05Das ist Recherche, das Backup für die Navigation.
06:09Also so rechtfertige ich das dann.
06:11Wie laden Sie das im Wald auf?
06:13Das ist eine sehr gute Frage.
06:15Also keine Hassfrage.
06:17Also es gibt zwei Tricks, wie man das, also einen Trick ist.
06:20Also Kirchen.
06:22Kirchen haben immer eine Steckdose.
06:23Also A für die Kirchenreinigung per Staubsauger
06:25und B die Orgel.
06:27Ist immer elektrisch betrieben.
06:28In der ersten Hälfte habe ich nie von Kirchen eine Steckdose.
06:30Was war mit dem Staubsauger?
06:31Für die Kirchenreinigung per Staubsauger.
06:33Die brauchen ja viele Staubsauger, genau.
06:35So und in Asien klappt das ähnlich.
06:38Die haben ja dann so Tempel und die sind beleuchtet.
06:41Und wenn halt nicht genug Steckdosen da ist,
06:43muss man kurz mal dem Gott den Stecker ziehen.
06:47Sehr vernünftig.
06:48Ich habe auch das Gefühl, dass Herr von Schirach
06:50so langsam Interesse enthält.
06:53Wann sind Sie zum letzten Mal gewandert?
06:54Ich bin eingestiegen bei dem Etikettenrost.
06:59Genau mein Stil.
07:01Wann ich das letzte Mal gewandert bin,
07:04also ich schätze so, da war ich acht oder so.
07:08Und ich finde das Wandern toll,
07:10aber es ist ähnlich wie das Segeln, wenn ich ehrlich bin.
07:15Ich verstehe es nicht ganz.
07:17Schlimmer.
07:18Weil man kann ja auch mit dem Auto fahren.
07:22Ich finde ja auch so,
07:23also wir sind uns da sehr ähnlich.
07:26Ich denke auch mal, warum soll ich auf den Berg rauf,
07:27wenn ich auch außen rum laufen könnte.
07:29Die Ähnlichkeit ist ein bisschen konstruiert.
07:33Ich versuche Ihnen ja das gerade schmackhaft zu machen.
07:36Also ich finde so, die Natur ist immer so,
07:41wenn man da draußen ist, immer so ein bisschen aufdringlich,
07:44ehrlich gesagt.
07:45Und das wesentlich Schöne ist doch,
07:48in einem komfortablen, klimatisierten Wagen
07:52langsam durch die Gegend zu fahren
07:55und die Natur durch das geschlossene Fenster sich anzuschauen.
07:59Weil letztlich ist es ja so,
08:02draußen ist es nur von drinnen schön.
08:08Ich finde es großartig, dass Sie das machen,
08:10aber wenn ich ganz ehrlich sein darf,
08:12würde ich lieber nicht mitgehen.
08:20Man muss sagen, die Notwehr von Hertford Schirach ist hinreißen.
08:25Diese Aversion gegen Natur.
08:27Im Meer sind irgendwelche Fische, die im Suspekt sind
08:30und draußen außerhalb der Limousine auch.
08:33Man muss einfach sagen, die Natur steht uns feindlich gegenüber,
08:39bestenfalls gleichgültig.
08:40Und in der Natur ist es so, wissen wir alle,
08:44gilt das Recht des Stärkeren.
08:46Also der Starke frisst den Schwachen.
08:48Und Zivilisation, um es mal so ein bisschen zu überhöhen,
08:52ist genau das Gegenteil.
08:54Also das Recht ist erfunden, um den Schwachen vor dem Starken zu schützen.
08:58Und ich gehe wesentlich lieber ins Kaffeehaus
09:04als auf einem Wanderweg.
09:06Oder ich laufe auch lieber in Florenz herum
09:12oder selbst auf dem Kudamm, der nicht sehr schön ist,
09:15als in so eine Steinwüste oder so etwas.
09:20Herr von Schirach, ich habe eine ganz wunderbare Geschichte,
09:23die ich gerne von Frau Türmer an dieser Stelle hören würde.
09:26Weil ich glaube, dann sind Sie bestätigt.
09:29Und werden auch in den nächsten Jahren nicht mehr auf Wanderschaft gehen.
09:33Sie waren nämlich gerade in Ostasien unterwegs.
09:36Auf Wanderschaft.
09:37Kurz vor der Geschichte einmal.
09:39Ist das ein guter Tipp, wenn man gerne wandert
09:43und zum Beispiel am Rheinsteig schon mal unterwegs war,
09:45dass man dann die nächste Wanderung direkt mal in Asien macht?
09:48Nein.
09:49Also selbst ich, als ich nach Asien kam,
09:51hatte ich schon 60.000 Kilometer runter.
09:53Und dachte, ich kann jetzt nichts mehr erschrecken.
09:54Und Japan hat mich wieder so richtig auf den Topf gesetzt.
09:58Also ich habe gelernt, ich musste wandern wirklich neu lernen.
10:01Also da ist wirklich alles anders.
10:03Vor allen Dingen Essen, Klima, Gelände.
10:05Und also ich muss mich total umstellen.
10:08Normalerweise laufe ich 30 bis 35 Kilometer jeden Tag.
10:10Da war ich schon froh, wenn ich 20 geschafft habe.
10:12Woran liegt das, sagen Sie mal?
10:14Die Hitze.
10:14Wir haben ein Bild, wenn man das mal kurz zeigen kann.
10:16Also ein kleines Video.
10:17Da tropft es aus Ihrem Ärmel raus.
10:21Das ist so schlimm.
10:22Die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, dass Sie, wenn Sie Pause machen,
10:26tropft es also nicht nur aus den Ärmeln, sondern auch aus der Hose.
10:29Also weil Sie so sehr schwitzen.
10:31Also ich konnte am Tag wirklich mein Wandershirt ausbringen.
10:34Da kam jedes Mal eine Tasse Schweiß raus.
10:37Wäre auch was für Ihre Beine.
10:38Das ist wirklich sehr unangenehm.
10:41Es wird noch schlimmer.
10:42Es wird noch schlimmer.
10:43Frau Trümmer, jetzt haben wir den Peppich bereitet für die nächste Geschichte,
10:47die ich in Ihrem Buch gelesen habe.
10:49Ich würde sagen, dass alle, die so ein bisschen zart beseitet sind,
10:53jetzt den Fernseher kurz mal muten.
10:55Das ist ein gut gemeinter Tipp von mir.
10:57Aber nicht umschalten.
10:57Und wenn ich dann so mache, können Sie wieder die Lautstärke einschalten.
11:01Es geht jetzt um Blutegel.
11:04Frau Trümmer, Sie haben da eine ganz besondere Erfahrung gemacht.
11:08Eine, die ich auch nicht machen möchte.
11:10Obwohl ich wirklich sehr tierlieb bin und mich sehr wohlfühle in der Natur.
11:13Im Gegensatz zu Herrn von Schirach.
11:15Sie fotografieren auch ihr Essen.
11:17Ja!
11:27In Java gibt es tatsächlich sehr viele Blutegel.
11:30Und zwar nicht im Wasser, sondern einfach in der feuchten Umgebung.
11:33Das ist ja subtropisches Klima.
11:35Das ist so schlimm, dass man teilweise auf der Bank stehend Pause machen muss.
11:39Weil wenn man sitzen bleibt, kommen die über die Schuhe nach oben.
11:42Also ich habe dann so schöne Videos, wo sich also Dutzende von Blutegeln da so an meinem Knöchel festgesaugt haben.
11:50Die sind jetzt eigentlich nicht schlimm, weil die übertragen keine schlimmen Krankheiten.
11:53Aber die geben ein gerinnungshemmendes Mittel ab.
11:56Das heißt, die Wunde tropft dann immer nach.
11:57Und ich bin da also jeden Morgen bei einer Blutlache aufgewacht.
12:01Boah!
12:01Ist das schön!
12:01Das habe ich übersehen.
12:03Und das Highlight war, also ihr hört ganz fasziniert zu, also er will es sich jetzt geben.
12:08Und das ist so toll.
12:11Ich sitze da also vor meinem Zelt, es ist dunkel und ich hatte natürlich total Durst, hatte
12:16so Abend gegessen.
12:17Und ich greife zu meiner Wasserflasche, mache den Schraubverschluss auf und setze an, will
12:22einen tiefen Schluck nehmen und ich hatte, weil es dunkel war, übersehen, dass sich unter
12:26dem Schraubverschluss ein Blutegel versteckt hatte.
12:29Innen.
12:29Und kaum hat er, genau, unter dem Schraubverschluss und kaum hat er also Hautkontakt bekommen
12:34beim Trinken, hat sich der in der Mundhöhle festgesaugt.
12:38Und ich bin hart im Nehmen, ja, aber so einen sich windenden, glitschigen Blutegel, der sich
12:43ja beim Rausziehen, also um ein dreifaches verlängert, also um den da wieder rauszuexpedieren,
12:48das war auch für mich eine gewisse Herausforderung.
12:51Ich sehe zum ersten Mal Judith angeschlagen.
12:54Ja, ich muss kurz jetzt wieder, Sie können wieder, oder immer noch nicht, doch, jetzt
12:59wieder mit Lautstärke.
12:59Ich möchte wirklich, also das ist jetzt ernst gemeint, warum zum Teufel machen Sie das?
13:07Also die Kurzfassung ist...
13:09Also schauen Sie mal, Sie kriegen größere Füße, ist okay, wenn man das will.
13:13Sie schwitzen aus Ihren Sachen in unangenehmer Weise, Sie haben Blutegel unter der Zunge und
13:20und Sie sind vollkommen erschöpft.
13:23Warum?
13:24Also die Kurzfassung ist, Wandern senkt Glücksschwelle.
13:28Also ich meine, wenn Sie das verlebt haben...
13:29Das kann man wohl so sagen.
13:32Absolut, bis bei mir.
13:41Also mich kann man wirklich schon, also wenn Sie so runtergehen, also ich habe ja nur
13:44fünf Kilogramm Gewicht dabei, ich esse also Glütensuppen, Müsli und Schokolade, da sind
13:48wir uns ja schon einig.
13:50Und wenn dann zum Beispiel, Sie kommen dann einmal in der Woche, habe ich Ruhetag, bin
13:54ich in der Stadt und wenn ich dann plötzlich auf einer weichen Matratze schlafe oder wenn
13:59ich dann unter der warmen Dusche stehe mit so einem lecker riechenden Duschgel und ich
14:03sehe den Dreck so im Abschluss verschwinden, das ist ein Glücksgefühl, ich könnte schreien.
14:07Aber das ist doch das Glücksgefühl, dass der Schmerz nachlässt.
14:10Das ist doch irgendwie absurd.
14:12Ich meine, Sie könnten doch eigentlich jeden Tag auf einer angenehmen Matratze schlafen.
14:16Dann könnte ich das ja nicht mehr genießen, das wäre ja ganz normal.
14:19Dann nehmen Sie halt nächstes Jahr eine bessere Matratze.
14:21Aber das ist irgendwie, also ich finde es sehr, sehr, sehr, sehr beeindruckend.
14:28Ich habe sowas noch nie, ich habe auch noch nie einen Blutegel unter der Zunge gehabt.
14:32Also ich wünsche es Ihnen auch nicht.
14:35Also es gibt Sachen, auf die kann ich unterwegs auch verzichten.
14:37Blutegel zählen definitiv dazu.
14:39Ich habe noch gar nicht von den Mamushi-Schlangen und den Yorokumo-Spielen erzählt.
14:42Lass uns das einfach.
14:45Ich bin überzeugt daran auch schleckig.
14:48Ich fand auch die Geschichte...
14:50Verzeihung, essen Sie Austern?
14:52Nein, natürlich esse ich keine Austern.
14:54Das denken kann ich nicht.
14:55Warum frage ich auch.
14:56Einfach draufbeißen das nächste Mal beim Blutegel.
14:58Ich war auch sehr begeistert von der Geschichte in Ihrem Buch, dass Sie letztlich ja die Todeszone
15:03um den Havarierten, also um Fukushima, das Atomkraftwerk, besucht haben.
15:08Da gibt es auch einen sehr romantischen Wanderweg, den Sie auch beschreiben.
15:11Und da habe ich auch gedacht, ist jetzt auch nicht so der Urlaub, den ich unbedingt machen
15:15würde, jetzt wandern um Fukushima herum?
15:18Naja, öfter mal was Neues sage ich nur.
15:20Also tatsächlich, ich meine, ich bin ja nun schon 70.000 Kilometer gewandert.
15:25Und mittlerweile, ich sage dann irgendwie, also alle Alpenfans, die mal kurz weg können,
15:29irgendwann sieht auch jeder bergleich aus.
15:31Also was mich fasziniert, ist jetzt weniger eine spektakuläre Berglandschaft,
15:35als eher einzigartige Ökosysteme, kulturelle Geschichten oder eben sowas wie Fukushima.
15:42Also man muss schon Japaner sein, um einen Wanderweg, ich bin da den weltweit einzigen
15:47Wanderweg gegangen, der den Zerstörungen an der Naturkatastrophe folgt.
15:52Tsunami.
15:53Genau, dem Tsunami.
15:54Also die Japaner haben an dieser Strecke, die 2011 durch den Tsunami zerstört wurde,
15:58einen Wanderweg als Mahnmal und vor allen Dingen als Warnung für die nachfolgenden Generationen
16:04gebaut.
16:05Also die sagen, wir können keine Tsunamis verhindern, die wird es immer wieder geben,
16:09aber wir können durch den Wanderweg die Erinnerung wachhalten, dass das nächste Mal
16:14die Menschen besser vorbereitet sind und es weniger Opfer gibt.
16:17So, deswegen haben die da halt einen Wanderweg hingebaut und um der Welt auch zu zeigen,
16:21wie es dort jetzt aussieht, haben die den Wanderweg, also man wandert dort im Umkreis von
16:26weniger als vier Kilometern um das havarierte Kernkraftwerk von Fukushima rum.
16:30Deswegen sind die Blutegel dort besonders groß und strahlend, oder?
16:35Also, ich muss Sie leider enttäuschen, die radioaktive Strahlung rund um Fukushima, also
16:39man wandert dort an jede Menge Geigerzellern vorbei, also durch Abstand von ein paar Kilometern
16:43ist da Geigerzelle, habt ihr sofort geguckt, was die anzeigen.
16:47Die radioaktive Belastung im deutschen Schwarzwald ist doppelt so hoch wie ab.
16:53Wobei, da muss ich ganz kurz das einmal richtigstellen, also im Schwarzwald ist es eine ganz
16:57natürliche Strahlung, weil es da bestimmte Mineralien gibt und Erze.
17:01Genau, die radioaktive.
17:01Und das ist eben natürlich menschengemacht in Fukushima.
17:04Stimmt das wirklich?
17:05Ja.
17:06Also ich war die ganze Zeit auf einem verstrahlten Internat.
17:10Ja, ja, von Schirach.
17:12Das erklärt jetzt einiges.
17:13Das macht mich jetzt ein bisschen fern.
17:14Sie waren in Gefahr, ohne es zu wissen.
17:16Und sagen Sie, waren Sie alleine auf diesem Wanderweg um Fukushima?
17:19Ich bin natürlich immer alleine.
17:21Nee, aber gab es auch andere Wanderer oder haben die gesagt, das lassen wir dort?
17:25Nein, es gibt, also Japaner gehen dort auch wandern.
17:28Also, und die Idee ist wirklich, die Japaner wollen mit diesem Wanderweg zeigen.
17:32Haben Sie Japaner gesehen?
17:34Ja, in Massen.
17:35Also da gibt es Großstädte, da gibt es Millionen Städte dort.
17:37Nein, das weiß ich.
17:39Ich war schon in Japan.
17:40Nein, auf dem Wanderweg, haben Sie auf dem Wanderweg, dass Sie in Japan Japaner,
17:44Entschuldigung, davon bin ich fast ausgegangen, aber gab es auf dem Wanderweg Japaner?
17:50Ja, tatsächlich.
17:52Und zahlen die normal?
17:55Sie haben ein gepflegtes Vorurteil, hätte ich jetzt nicht erwartet.
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