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00:02Ah, the Ehring is coming out again.
00:05What's the comedy price?
00:06What's that?
00:09Who's waiting for me?
00:11Oh, I have three free wishes.
00:131. Threshke Fernseh um 20.15 Uhr.
00:152. Bessere Gag-Schreiber.
00:173.
00:18What for wishes?
00:19I'm the Skipper, the Zeitgeist.
00:21The ALDE has a Zeitgeist?
00:23I was actually at RTL.
00:24But since the RAP is...
00:25At the Tagesschau, you might need to use it.
00:28Da hinten links.
00:30Soll ich denn da den Jugendwörter verraten?
00:37Zeitgeist.
00:49Herzlich willkommen zum Reske Fernsehen.
00:51Ihre wöchentliche Containerladung Recherche mit den geistreichen Gags.
00:55Geht's Ihnen auch so gut?
00:56Seit Friedrich Merz fast Kanzler ist, läuft die Wirtschaft doch schon wieder wie von selbst, oder?
01:02Und ganz nebenbei sind damit Vermögensteuer oder andere linke Enteignungsfantasien auch mal wieder erfolgreich abgewimmelt.
01:08Gratulation an alle, die's betrifft.
01:10Life is a party.
01:12Bechern, Bums, and Business.
01:14Ah, wenn's den Reichen gut geht, dann geht's uns doch allen gut.
01:17Dabei handelt es sich bei unserer deutschen TV-Finanz-Elite um vergleichbar kleine Fische.
01:23Wirklich reich.
01:24Also so richtig reich ist man ja eigentlich erst, wenn man sein Reichtum gar nicht mehr hinterfragt.
01:28Ist es gerecht, dass eine Person mehrere Milliarden besitzt und andere so wenig besitzen?
01:35Ja, das ist auch die Frage, die ganz akademische Frage.
01:42Genau.
01:43Superreich wird man sowieso nicht an der Uni, sondern auf dem freien Markt.
01:46Und wer's dann sogar zu Milliarden bringt, der kann sich wirklich glücklich schätzen, denn so viele Milliardäre gibt's jetzt nicht
01:52auf der Welt.
01:53Rund 2800.
01:55Das sind mehr Milliardäre, als es Pandas in freier Wildbahn gibt.
01:59Aber gut, kein Wunder, ich mein, Pandas kommen schon im Zoo kaum zurecht.
02:06Deutschland hat jedenfalls die viertmeisten Milliardäre weltweit.
02:10132 gibt es bei uns.
02:11Ist ja auch klar, wir sind ja das Land der hart arbeitenden Menschen und der Effizienz.
02:16Dabei sind unsere Milliardäre vor allem in einem Bereich spezialisiert, Erben.
02:20Denn deutsche Milliardärinnen und Milliardäre profitieren überdurchschnittlich doll von ihren Vorfahren.
02:26Weltweit kommen im Durchschnitt 36 Prozent des Milliardärs Vermögen aus Erbschaften.
02:31In Deutschland sind es 71 Prozent.
02:33Ja, aber deutsche Superreiche erben nicht nur super viel Vermögen, sondern auch super viel Verantwortung.
02:39Denn das ererbte Geld kommt ja aus der Vergangenheit.
02:41Und dies in Deutschland in bestimmten Zeiten ziemlich dunkel gewesen.
02:46Daran erinnert man sich allerdings nicht so gerne.
02:48Und das trifft auch auf den Milliardär zu, der sich an die Spitze der deutschen Reichenliste gesetzt hat.
02:54Kleiner Spoiler, es ist kein Supermarktbesitzer, kein Autobauer und kein Hochadel.
03:00Bei der Tagesschau ging es wieder nur um Menschenrechte. Mega langweilig.
03:05Hast du was besseres?
03:06Ja, ich war gerade dabei.
03:07Ich sag mal so, der reichste Mann Deutschlands und das dunkle Geheimnis hinter seinem Vermögen.
03:12Ich bin begeistert. Verstehst du, wegen Geist?
03:15Ja, verstehe.
03:17Also, schauen wir uns den reichsten Deutschen mal genauer an.
03:20Klaus Michael Kühne.
03:22Oder wie ihn seine Mitarbeiter nennen, Klaumi.
03:25Klaumi ist 87 Jahre alt und 37,4 Milliarden Euro schwer.
03:30Das ist ganz ordentlich.
03:31Zur Einordnung, wenn sie ab jetzt für jede Sekunde, die sie am Leben sind, 1 Euro bekämen, dann bräuchten sie,
03:38um auf Kühnesvermögen zu kommen, rund 1200 Jahre.
03:41Wahnsinn. So reich sein. Wer will das nicht?
03:45Das eine ist, was man will. Das andere ist, was man kann und zustande bringt.
03:49Und das dritte ist, von wo man startet.
03:51Immerhin hat Klaumi ein ordentliches Unternehmen geerbt, mit dem er es zu unvorstellbarem Reichtum gebracht hat.
03:56Dazu hat er selbst keine Erben, für die er das aufsparen muss. Was sich der Mann damit alles leisten kann?
04:02Legendär sind jene beiden iPads, die Kühne stets griffbereit hat.
04:06Das eine ersetzt das andere, wenn der erste Akku schlapp macht.
04:09Das muss man sich mal vorstellen. Klaus Michael Kühne ist so reich, der hat zwei iPads.
04:15Sogar Steve Jobs hatte nur eins.
04:17Okay, Reichtum, check. Aber übernimmt er auch Verantwortung?
04:21Ja, meint sein Schulfreund und Klassenfeind Wolf Biermann.
04:24Auf jeden Fall lebt er kein idiotisches Luxusleben.
04:30Sondern ist ein Mensch, der sich auch verantwortlich fühlt für die Welt, in der er lebt.
04:38Ah, Luxus ist nicht kühnes Welt.
04:41Echter Luxusliebhaber ist man schließlich erst ab drei eigenen Fünf-Sterne-Hotels und Klaus Michael Kühne hat nur zwei.
04:46Auch sonst ist KMK eher sparsam.
04:48Die Autos, in denen er zum Beispiel chauffiert wird, müssen mindestens zwei Jahre alt sein.
04:53Klar, weil in den ersten zwei Jahren ist der Wertverfall ja bekanntlich am größten.
04:58Oder wenn ein Mitarbeiter von einem Firmenstandort zum anderen fliegt,
05:02dann war es lange so, dass er die Unternehmenspost mitnehmen musste, damit man das Porto sparen konnte.
05:07Und wenn mal jemand mit so einer Workshop-Idee für Mitarbeiter kommt, also sowas wie zum Beispiel Antirassismus, dann antwortet
05:15er...
05:16Es ist doch eine Selbstverständlichkeit, dass wir, wie alle vernünftigen Menschen, gegen Diskriminierung und Rassismus eintreten.
05:22Ja, selbstverständlich. Das wissen wir übrigens aus internen E-Mails, die uns zugespielt wurden.
05:27Praktische Logik also? Kein Problem, kein Workshop, kein Geld ausgegeben.
05:34All das Geld.
05:37Gerettet vor Verschwendung, bereit zur Verwendung. Nur wohin jetzt damit?
05:41Noch eine Vision für die nächsten zwei, drei Jahre? Was würdest du gern noch anpacken?
05:46Tja, also natürlich, in erster Linie Mallorca.
05:49Ein paar andere wollen Grönland kaufen, Klaumi investiert tatsächlich in Malle.
05:53Eins seiner Hotels steht nämlich da und offenbar hat er da auch noch Großes vor.
05:57Dabei wohnt er da gar nicht, sondern da, wo sich alle Reichen verstecken.
06:01Yes! Dubai, Baby!
06:04Nicht ganz. Im anderen Schokoladenland, dem Dubai für altes Geld, der Schweiz.
06:10Und klar, dieses entspannte Leben im Alpen-Eldorado sieht ganz anders aus, als das von uns normalos.
06:15Also, während wir ja zum Beispiel wirklich leidenschaftlich gerne Steuern zahlen,
06:19ist das ein weiterer Luxus, auf den Kühne verzichtet.
06:22Kritiker sagen, das Geld sei besser in der Steuerkasse aufgehoben?
06:26Ja, das ist natürlich nicht meine Welt. Das sehe ich natürlich absolut nicht so,
06:31weil ja auch bekannt ist, dass der Staat nicht richtig wirtschaften kann.
06:35Ja, dieser Staat, dieser Staat, der baut immer nur U-Bahnen und Kitas,
06:38aber Kühne fährt Gebrauchtwagen und hat keine Kinder. Das bringt ihm also nichts.
06:42Kühne will sein Geld ja nicht sinnlos verschwenden, sondern das unterstützen, was er persönlich gern mag.
06:48Und Klaumi mag seine Heimatstadt Hamburg.
06:51Da gibt er sich mit Hilfe seiner Stiftung gerne großzügig.
06:55Und weil der Staat ja dank der ganzen gemeinen Steuerflüchtigen oft ein bisschen knapp bei Kasse ist,
06:59hilft Kühne gerne aus. Aber nur bei dem, was er für nützlich hält.
07:03Wie zum Beispiel den Bau der Elbphilharmonie oder eines halbfertigen Benko-Towers.
07:09Sogar die Schwächsten unserer Gesellschaft unterstützt er als Hauptinvestor beim HSV.
07:14Sie haben dem HSV ganz viel Geld gegeben und nun ist der HSV aber trotzdem nicht so richtig weit vorne.
07:18Wie kommt das?
07:19Ja, das fragen sich viele und ich besonders.
07:23Aber ich bin Optimist. Ich habe ein dickes Fell und langen Atem.
07:28Und vielleicht wird ja noch was draus.
07:30Und Klaumi gibt Hamburg viel Geld.
07:33Dafür kann man allerdings auch Dank erwarten.
07:35Und den erweist Hamburg mit allem, was die Stadt zu bieten hat.
07:39Also seine Spende für den Bau der Elfi belohnt die Stadt 2007 zum Beispiel mit dem Ehrentitel Professor.
07:46Ergibt Sinn.
07:482015 darf er sich dann ins Goldene Buch der Stadt Hamburg eintragen.
07:51Und 2024 heißt es.
07:53Der Gründerpreis in der Kategorie Lebenswerk geht an Professor Dr. Klaus Michael Kühne.
08:02Gründerpreis für einen Erben und Professorentitel fürs Geld geben.
08:05Kühne ist sich wirklich für nichts zu schade.
08:07Dafür macht er aber ein architektonisches Geschenk nach dem anderen.
08:11Seine neueste Idee eine Oper für Hamburg.
08:14Eine Oper für Hamburg? Eine Oper für Hamburg? Haben wir denn keine?
08:17Wir haben hier ein wunderschönes Operngebäude mit einer hervorragenden Akustik mitten in der Hamburger Innenstadt.
08:23Wir brauchen keine neue Oper irgendwo am Rande der HafenCity.
08:26Zwei iPads, zwei Opern, zwei Hotels, zwei Vornamen? Ich erkenne ein Muster.
08:30Aber wenn Kühne sagt, das ist gut für die Allgemeinheit, dann bekommt Kühne das.
08:35Hamburg baut jetzt also eine neue Oper und Kühne wird der Stadt dafür 330 Millionen Euro geben.
08:41Mal sehen, ob er dafür von Hamburg dann zum Papst ernannt wird.
08:44Ey, No-Cap-Macher. Sieg mal Aura. Aus dem wird mal ein ganz großer Unternehmergeist.
08:50Absolut. Elfi, Elbtauer, HSV, neue Oper. Hamburg ist kühnes Perle.
08:55Aber wie kann er sich das alles leisten? Ich meine, nur an einer guten Sparrate kann es ja jetzt nicht
09:00liegen.
09:00Wahrscheinlich Import, Export, Daytrading und Multilevel-Marketing. Anders geht's ja kaum.
09:06Oder all in Krypto.
09:07Ich hab das schon gesagt. Altes Geld. Schweiz, nicht Dubai.
09:12Also, Klaumi Kühne hat viele Einnahmequellen. Ihm gehören unter anderem Anteile an Flixbus, Lufthansa und der Reederei Habergleut.
09:21Ein Unternehmen, das er, wie er 2008 selbst gesagt haben soll, rein rassig deutsch halten will.
09:27Oh, vielleicht hat er da doch am falschen Ende gespart. Hätte er mal in einen Anti-Rassismus-Workshop investiert, dann
09:34hätte er vielleicht eine passendere Formulierung gefunden, um zu sagen, dass er für Habergleut keine ausländische Firma als Käufer will.
09:41Bei rein rassig deutsch denke ich ja an ...
09:43In der Region in Mallorca.
09:46Ja, oder Sylt. Die Basis von Kühnes Vermögen stammt aber von dem Unternehmen, das er geerbt hat und das seinen
09:53Namen trägt.
09:56Bitte verwechseln Sie uns nicht mehr mit der Spedition mit gleichem Namen.
10:00Millionenschwere Investitionen ins Fußball-Business überlassen wir lieber anderen und bleiben bei unserem eigenen Gurken-Business.
10:08Klar, wusste ich natürlich. Ich hatte nur Hunger.
10:12Nee, nee, nee. Das Unternehmen von Kühne heißt natürlich ...
10:16Nee, nicht Kühne und Hammer, Kühne und Nagel. Die machen Logistik. Verschicken, verschiffen, einfliegen, ausfliegen, weltweit.
10:24Mit dem Schiff, dem Zug, dem LKW oder dem Flugzeug. Laut unseren Recherchen fehlen nur noch Maulesel.
10:30Vielleicht wird ja noch was draus.
10:31Aus Kühne und Nagel ist auf jeden Fall was geworden. Ein Multimilliarden-Konzern nämlich.
10:36Zum 125-jährigen Jubiläum vor zehn Jahren gab es darum sogar Besuch vom damaligen Bürgermeister, der danach offenbar auch mal
10:45Bundeskanzler war.
10:47Auf dem Geburtstag der Firma gratulierte er mit den Worten ...
10:50... Zukunft braucht Herkunft. Wo kommen wir her? Heißt es in der Festschrift zu 125 Jahre Kühne und Nagel. Sie
10:57erzählt von Gründerzeit und Gründergeist der 1890er Jahre, dem Aufbruch von Kühne und Nagel nach Hamburg, dem Auf und Ab
11:04in schwierigen Zeiten und dem Neuaufbau in der Bundesrepublik.
11:09Gründergeist? Kann man den kennenlernen?
11:11Warte mal ganz kurz. Auf und Ab in schwierigen Zeiten? Das ist ja interessant formuliert. Also interessant ungenau.
11:18Ich wende mal meine jahrelange Journalismus-Erfahrung an und gucke, was auf der Webseite von Kühne und Nagel zur Firmengeschichte
11:25steht.
11:25Oh ne, Geschichte, Digga. Wenn mich das interessieren würde, dann wäre ich Schlossgeist geworden, oder?
11:31Okay, Vorschlag zur Güte. Wir gucken uns den ganzen Text von der Webseite an, aber als Film, okay?
11:40Geil, das ist ja wie Oppenheimer. Nur mit Schiffen.
11:44Reschke Fernsehen präsentiert die ganze Filmgeschichte von Kühne und Nagel exakt genauso, wie sie auf der Webseite steht.
11:521890 von August Kühne und Friedrich Nagel in Bremen gegründet.
11:58Hat Kühne und Nagel sich in den vergangenen 130 Jahren von einer traditionellen Spedition zu einem globalen Logistikpartner entwickelt.
12:05Ende.
12:09Ende? Das war's?
12:11So liebe ich Kino.
12:14Wirklich jetzt? In 130 Jahren kommt doch mehr als ein Satz zustande.
12:19Ich meine, es gab in der Zeit zwei Weltkriege, inklusive des größten Verbrechens der Menschheit, das hier stattgefunden hat.
12:25Sogar der Gurkenkühne erzählt mehr.
12:27Im Kriegsjahr 1943 wird der Berliner Stammbetrieb zum größten Teil zerstört.
12:33Gut, auch verdächtig wenig, aber immerhin erwähnen sie den Krieg.
12:36Zu Klaumis Verteidigung.
12:38Es ist natürlich mühsam, an Informationen ranzukommen und man muss dafür sehr informationshungrig sein. Das ist nicht jeder.
12:44Ich bin sehr informationshungrig, immer schon gewesen. Früher war das mühsamer, an die Informationen heranzukommen. Heute ist das sehr einfach.
12:52Ja, heute ist das wirklich viel einfacher. Denn zum Glück hat Kühne und Nagel ein Unternehmensarchiv.
12:57Das Blöde ist nur, an diese Informationen ranzukommen, ist trotzdem immer noch mühsam.
13:01Ein Teil ist verbrannt, der andere verbannt. In Aktenschränken verschlossen.
13:06Aber zum 125-jährigen Firmenjubiläum soll Klaus Michael Kühne dieses Archiv für Wissenschaftler geöffnet und selbst eine Studie zur Firmengeschichte
13:16in Auftrag gegeben haben.
13:17Inklusive des Auf und Abs in schwierigen Zeiten.
13:20Als Klaumi das Ergebnis dann vorgestellt wurde, soll er allerdings gesagt haben...
13:25Tja, und damit war das Thema vom Tisch.
13:28Er soll daraufhin verfügt haben, dass die Ergebnisse nicht veröffentlicht werden dürfen.
13:33Und inzwischen leugnet das Unternehmen sogar die Existenz der Studie.
13:36Eine separate Studie gab und gibt es nicht.
13:38Sogar mit der Existenz des Archives tut man sich inzwischen schwer.
13:42Obwohl es wirklich Belege dafür gibt, unter anderem von Kühne und Nagel selbst.
13:47Yo, Faktenleugnen. Das ist der Zeitgeist.
13:49Okay, nenn mich altmodisch, aber ich bin immer noch die Generation Faktencheck.
13:53Ey, lass mal gut sein, Anja. Den Geist willst du nicht aus der Flasche lassen.
13:56Hm, doch. Ich bin nämlich auch sehr informationshungrig.
14:01Also, wir haben zwar nicht die Studie, von der man ja jetzt nicht weiß, ob es sie gibt oder nicht.
14:06Aber wir haben die Geschichte von Kühne und Nagel trotzdem genauer angeschaut.
14:12Es gibt nämlich zum Glück nicht nur Firmen, sondern auch staatliche Archive.
14:17Und da kann sehr wohl jeder einfach reinlaufen und in die Akten gucken.
14:21Und diese Akten geben zumindest einen kleinen Eindruck, was im Unternehmen Kühne und Nagel passiert ist zwischen
14:28Oh nein, sag's nicht! Bitte sag's nicht! Sag's nicht!
14:311933 und 1945
14:33Nein!
14:34Wohl an! Ihr verlangt nach mir. So soll es sein.
14:39Nun bin ich hier.
14:40Oh nee, der Geist der Vergangenheit. Auf den Besserwisser habe ich keinen Bock. Ich bin raus.
14:45Wenn ich Glück habe, kriege ich noch die Geisterbahn.
14:48So werde ich abermals ignoriert.
14:51Nein, nein, nein. Hier ausnahmsweise nicht. Im Gegenteil. Du kannst mir helfen.
14:55Wir sind nämlich gerade bei der Unternehmensgeschichte von Kühne.
14:58Hört, hört. Vorzügliches Thema. Da wurde 1943 der Berliner Stammbetrieb zum größten Teil zerstört.
15:06Das sind die mit den Gurken. Wir sind ja bei Kühne und Nagel.
15:09Also die Firma, die 1890 von August Kühne und Friedrich Nagel in Bremen gegründet wurde.
15:13Stimmt soweit. Sonniger Tag, wenn ich mich richtig erinnere.
15:17Ach, was sage ich. Natürlich erinnere ich mich richtig.
15:20Das hier ist ein Bild aus der Anfangszeit des Unternehmens.
15:23Das ist der Opa von Klaumi, August Kühne.
15:26Nach dem Tod seines Partners Friedrich Nagel wird August alleiniger Besitzer der Firma.
15:311902 expandiert die Firma dann nach Hamburg.
15:34Dank ihm, Adolf Maas, der darf die Zweigstelle in Hamburg eröffnen und wird später Teilhaber.
15:401932 stirbt dann Opa August Kühne.
15:43Seine Söhne, Alfred und Werner, sind nun die Geschäftsführer.
15:47Alfred ist der Vater von Klaumi.
15:50Da ist aber immer noch Adolf Maas.
15:52Adolf Maas hat sich bei Opa Kühne vom Lehrling bis ganz nach oben in der Firma hochgearbeitet.
15:57Also eine Erfolgsstory, auf die man doch sicher heute im Unternehmen stolz wäre.
16:01Nachwuchsförderung, der Mensch im Mittelpunkt, die qualifizierten Mitarbeiter, die eben geschult und immer weiterentwickelt werden, sollen und werden, das war
16:11für uns immer eine entscheidende Frage.
16:13Ja, immer ist ein großes Wort.
16:16Denn Adolf Maas scheidet ziemlich plötzlich aus dem Unternehmen aus.
16:201933.
16:22Ja, Adolf Maas ist nämlich Jude.
16:24Und das ist ein Problem spätestens, als die Nazis an die Macht kommen.
16:28Das war im Januar 1933.
16:31Und dann haben sie durch die Ermächtigungsgesetze die Demokratie abgeschafft.
16:35Im März.
16:36Genau, und gleich im April verlässt Adolf Maas das Unternehmen.
16:40Laut Gebrüder Kühne auf eigenen Wunsch und freundschaftlich.
16:44Ein Unternehmen, für das er sein ganzes Leben lang gearbeitet hat, ohne Abfindung, ohne Auszahlung.
16:49Beide Kühnes, Alfred und Werner, treten wiederum nur wenige Tage später am 1. Mai offiziell in die NSDAP ein.
16:58Ohne Maas als Teilhaber können die Brüder die Firma jetzt ganz unter sich aufteilen.
17:02Das sind die Fakten bis hierhin.
17:04Kühne und Nadel ist nicht die einzige Firma, die sich derart wandelte.
17:08Die Nazis nannten diesen Prozess Arisierung.
17:11Und hierfür gab es ganz eigene Gesetze.
17:13So wurde ganz Deutschland im Eiltempo nazifiziert.
17:16Genau, und nachdem Deutschland dann besiegt war, wurde alles wieder entnazifiziert.
17:21Wie gut das geklappt hat, sieht man an den Kühnes.
17:24Alfred und Werner Kühne haben diesen Entnazifizierungsprozess jeweils sogar zweimal durchgemacht.
17:30Einmal in Bremen und einmal in Hamburg.
17:33Wir haben beide Urteile durchgeackert.
17:36Und in einem davon sieht es für die Kühnes gar nicht so schlecht aus.
17:39Das Hamburger Urteil erkennt zwar schon an, dass die beiden schneller in die NSDAP eingetreten sind, als andere Ermächtigungsgesetz buchstabieren
17:46können.
17:47Das sei aber nicht aus voller Überzeugung passiert, sondern weil sie den neuen Machthabern ihre geflissentliche Dienstbereitschaft beweisen wollten.
17:55Aha, man wollte sich also mit einem schnellen Eintritt bei den Parteigrößen einschleimen.
17:59Die NSDAP hat das auch belohnt mit lukrativen Transportaufträgen, zum Beispiel für Getreide.
18:05Man machte also Geschäfte zusammen. Das Entnazifizierungsurteil aus Hamburg lautet dementsprechend
18:11Nutznießer im allgemeinen Sinne.
18:14Heißt 2000 Reichsmark Strafe. Zack, fertig, weiterarbeiten. Ist das angemessen?
18:20Jetzt, akademische Frage.
18:23Nee, auf keinen Fall. Das Bremer Urteil fällt nämlich ganz anders aus. Das sieht die Brüder schon in einer aktiven
18:29Rolle denn.
18:30Hätten diese führenden Persönlichkeiten des Handelns sich nicht der Partei zur Verfügung gestellt,
18:34würde die Partei nicht zu stark geworden sein.
18:37Aha. Die Künis haben nämlich nicht nur Getreide transportiert, sondern auch Möbel. Und zwar im großen Stil.
18:44Das wird in der NS-Zeit quasi ihr Spezialgebiet. Wir haben sogar eins ihrer Werbeplakate gefunden.
18:49Hier. Von 1935 ging also schon früh los.
18:53Künne und Nagel macht sich schnell zum Spediteur des Vertrauens für Möbel von Auswanderern.
18:59Klingt schön harmlos, waren damals aber vor allem vertriebene Jüdinnen und Juden.
19:04Das Unternehmen verschifft ihre Möbel und profitiert so schon sehr früh vom Rassenwahn der Nazis.
19:09Und 1942 kommt dann der ganz große Staatsauftrag.
19:14Aktion M. M wie Möbel. M heißt Enteignung und Abtransport in allen besetzten Gebieten von allem, was bei Versteigerungen zu
19:23Geld gemacht werden kann, auch zur Finanzierung des Krieges.
19:27Erst wurden die Juden in die KZs abtransportiert. Dann wurden ihre Wohnungen geräumt und ihr gesamtes Hab und Gut für
19:35Versteigerungen bereitgestellt.
19:37Die M-Aktion fand vor allem in Westeuropa statt. Frankreich, Holland, Belgien.
19:42Für den Transport war vor allem eine Firma zuständig. Künne und Nagel.
19:47Und dank des unstillbaren Vernichtungswillen der Nazis blieben die Auftragsbücher immer schön voll.
19:52Wie es sich für eine ordentliche deutsche Firma gehört, wurde alles fein säuberlich dokumentiert.
19:57In einer Ladung von Amsterdam nach Oldenburg vom 13.03.1943, das ist übrigens auf den Tag genau 82 Jahre
20:06her,
20:07befanden sich dann zum Beispiel 69 Gardinen, 71 Bettgestelle, 148 Schränke, 195 Tische, 600 Stühle, des weiteren Besen, Lampen, Spiegel
20:18und ein Kinderwagen.
20:19Und all diese Sachen wurden dann in Deutschland und das Volk gebracht. Und so sah das dann aus. Ziemlich großer
20:27Andrang.
20:28Wann diese Auktionen stattfanden, stand in der Zeitung.
20:30Der Volksmund sprach im Übrigen von sogenannten Judenauktionen.
20:35Moment mal, das heißt die Bevölkerung war sich sehr wohl im Klaren, dass diese Güter nicht vom Himmel gefallen waren?
20:39Gar trefflich formuliert Madame Reschke. Das war für die Nazis in doppelter Hinsicht von Vorteil.
20:45Zum ersten blieb die Bevölkerung ihn so wohlgesonnen, zum zweiten, durch den Erwerb der Raubmöbel, machte sich der gemeine Bürger
20:52zum Mittäter.
20:53Wie wichtig die NS-Zeit und vor allem die M-Aktion für den Erfolg von Kühne und Nagel war, können
20:58wir ohne Firmenarchiv nur schätzen.
21:00Aber allein die öffentlichen Informationen sind schon ziemlich deutlich.
21:04In der Nazi-Zeit wächst die Belegschaft allein in Hamburg von 250 auf 450 Mitarbeiter.
21:10Und das Einkommen von Alfred Kühne, also Klaumis Vater, steigt wegen der M-Aktion von 80.000 auf 273.000
21:20Reichsmark.
21:20Die Nazis scheinen sehr zufrieden mit Kühne und Nagel gewesen zu sein.
21:24Mehrmals wird das Unternehmen als Musterbetrieb des Nationalsozialismus mit dem GAU-Diploma ausgezeichnet.
21:31Familie Kühne und staatliche Auszeichnung hat Tradition.
21:34Und darum steht im Bremer Urteil eben auch, dass die NSDAP nicht so stark geworden wäre ohne Alfred und Werner
21:41Kühne.
21:42Das Urteil in diesem Entnazifizierungsverfahren lautet also,
21:45Die Gebrüder Kühne sind als große Nazis der betreffenden Zeit bekannt und sind als solche zu entlassen.
21:51Es darf ihnen nicht erlaubt werden, ihr Amt in der Firma weiter zu bekleiden.
21:56Heißt Berufsverbot und 20.000 Reichsmark Strafe.
22:00Die Bremer gehen also deutlich härter mit dem Kühnes ins Gericht.
22:04Welche Strafe sie letztendlich gezahlt haben, wissen wir nicht, aber was feststeht, einem Berufsverbot konnten sie entgehen.
22:10Dank dieses Schreibens vom britischen Geheimdienst.
22:22Danke.
22:23Denn der britische Geheimdienst forderte 1948,
22:27Dass Herr Alfred Kühne entnazifiziert wird, sodass es ihm möglich ist, weiterhin sein Geschäft zu führen.
22:32Ja, das ist so passiert. Wirklich. Die Briten wollten, dass Kühne und Nagel nach dem Krieg weiter bestehen, damit Geheimdienste
22:41die Firma als Tarnung benutzen konnten.
22:42Also sollten die Kühnes nicht zu viele Probleme bekommen. Und darum wird jegliche Schuld vergessen und die Kühnes haben einfach
22:49wieder eine weiße Weste?
22:51Wo gibt's denn sowas?
22:52Ja, das fragen sich viele. Und ich besonders.
22:55Ja, leider hat Klaumi sich das eben nicht gefragt, sondern die Geschichte lieber in den Aktenschränken vergessen.
23:01Über seinen Vater und Onkel schreibt er uns, dass sie das Unternehmen
23:04Unter den obwaltenden Umständen gut durch den Zweiten Weltkrieg gebracht haben.
23:08Und wie gut genau? Das haben wir eben gehört.
23:11Alfred und Werner Kühne jedenfalls können nach dem Zweiten Weltkrieg unbehelligt weiter Geschäfte machen und damit das aufbauen, was Klaumi
23:19später erben wird.
23:20So richtig gründlich wurde nicht entnazifiziert. Irgendjemand musste nach dem Krieg ja weitermachen. Da wurde nicht so genau hingeschaut.
23:28Und nach dem Krieg läuft der Laden bei Kühne und Nagel jetzt so richtig an. 1960 bekommt Papa Alfred sogar
23:34das Bundesverdienstkreuz.
23:36Und KMK entwickelt das Unternehmen dann wirklich zu einem globalen Logistikpartner weiter.
23:41Dabei kann er auf die Arbeit seines Vaters aufbauen und auf Kriegsgewinne, an denen nachgewiesenermaßen das Elend von Millionen Menschen
23:49hängt.
23:49Tja, man erbt eben nicht nur Geld.
23:52Als verantwortungsvoller reichster Mann Deutschlands könnte man dieser Geschichte also durchaus mehr Raum auf der Firmenwebseite widmen.
23:58Das Problem ist nur, Kühne will über all das nicht so gerne sprechen. Weder mit uns, noch mit irgendwem.
24:06Uns liegen interne E-Mails vor, die zeigen, wie er darauf reagiert, wenn man ihn dann doch mal auf die
24:11Geschichte seines Unternehmens anspricht und fragt, ob man das nicht mal aufarbeiten sollte.
24:15Weshalb will man uns damit plötzlich quälen?
24:17Ja, wenn jemand durch die Geschichte der NS-Zeit wirklich Qualen erlitten hat, dann die armen Deutschen, die sich ständig
24:24erinnern müssen.
24:25Es ist sinnlos, so weit in die Vergangenheit abzutauchen. Und wem soll das nützen?
24:29Ich zitiere mal aus der Festschrift eines bekannten Logistikunternehmens.
24:34Zukunft braucht Herkunft. Wo kommen wir her?
24:37Wenn ich das richtig interpretiere, dann bedeutet das, dass man sich verdammt nochmal mit der Vergangenheit beschäftigen muss, um daraus
24:43Erkenntnisse und vielleicht sogar Lehren für das Heute und Morgen zu ziehen.
24:46Herrgott, so schwer ist das ja nicht zu begreifen.
24:49Wenn man sich nämlich nicht damit auseinandersetzt, wie ein menschenverachtendes faschistisches System entstanden ist und durch welche Person es unterstützt
24:56wurde,
24:57dann kann man auch nicht aufpassen, dass sowas nicht nochmal geschieht.
25:00Wem nützt es also ganz einfach? Uns allen.
25:04Mensch Anja, das ist wie mit kühnes Steuern. Was uns allen nützt, entscheidet KMK lieber selbst.
25:09Ja, und sowas wie Aufarbeitung steht bei ihm gar nicht auf dem Zettel, weil es für ihn dafür einfach zu
25:14spät ist.
25:14Ich hätte Verständnis gehabt, wenn man 10, 20 Jahre nach dem Krieg diese Dinge infrage gestellt hätte.
25:20Aber 10, 20 Jahre nach dem Krieg war eben schon kein Platz mehr dafür, Dinge infrage zu stellen.
25:25Im moralischen Leben des deutschen Volkes gibt es heute keinen Nationalsozialismus mehr.
25:32Schön, dass man das so schnell überwunden hatte. Komisch, dass wir dann heute wieder oder immer noch damit zu tun
25:38haben.
25:38Für Kühne, Adenauer und viele andere ist Erinnern ein irgendwann abgeschlossener Akt.
25:43Dabei ist der Sinn von Erinnern doch, dass man eben nicht damit aufhört.
25:47Wer mit dem Erinnern aufhört, fängt an zu vergessen.
25:52Digga, du nervst.
25:54Mein Herr, Sie sind ein Quälgeist erster Güte.
25:57Ja, Junge, mit dir würdest keine Geister schon lange aushalten.
26:00Ganz ehrlich, ihr beide geht mir wahnsinnig auf den Zeiger.
26:07Oh, wenn nur jeder Spuk so einfach vorbei wäre.
26:11Klaus Michael Kühne ist nicht der einzige, der sich in Deutschland schwer tut mit dem Erinnern.
26:16Ganz Deutschland tut sich schwer mit seinem Erbe.
26:19Etliche brisante NS-Akten, auch solche, wie wir sie Ihnen heute vorgestellt haben,
26:23wollten uns die USA, wo sie lagerten, jahrzehntelang zurückgeben.
26:27Aber die BRD wollte sie partout nicht haben.
26:30Bundesregierung verzögerte Rückgabe brisanter NS-Akten.
26:33Erst in den 90ern kamen die zu uns ins Bundesarchiv.
26:36Und erst seitdem gibt es überhaupt die Chance, in ihnen zu recherchieren.
26:39Ohne die wüssten wir wahrscheinlich deutlich weniger über sowas wie die M-Aktion
26:43oder wie die Allgemeinbevölkerung an den Verbrechen der Nazis beteiligt war.
26:47Offenbar wollte das lieber niemand wissen.
26:49Das eine ist, was man will, das andere ist, was man kann und zustande bringt.
26:53Und wir haben ganz schön wenig zustande gebracht.
26:56Vielleicht genau, weil wir es nicht wollten.
26:59Wer von uns hat denn schon mal nachgeforscht, was sein Vater, Großvater, Urgroßvater in der Nazi-Zeit wirklich gemacht hat?
27:05Oder woher die Möbel von Oma stammen?
27:08Wir glauben immer, wir hätten eine ausgeprägte Erinnerungskultur.
27:11Aber echte Aufarbeitung bedeutet halt, sich damit auseinanderzusetzen, wie ein Nazi-Deutschland entstehen konnte.
27:18Wer wie daran beteiligt war oder davon profitiert hat.
27:21Vielleicht auch die eigenen Vorfahren.
27:23Das nämlich ist unser allererbe.
27:26Vielleicht wird ja noch was draus.
27:27Wir haben jetzt in dieser Sendung viel darüber gesprochen, was der reichste Deutsche mit seinem Geld macht.
27:33Woher es kommt und wie er sich weigert, auf die Geschichte seines Vaters und seines Unternehmens zu blicken.
27:38Und dabei gerät eben in Vergessenheit, wer die Menschen waren, die dabei alles verloren haben.
27:44Alfred Kühn ist früherer Geschäftspartner Adolf Maas, der ehemalige Leiter der Hamburg-Filiale,
27:50kriegt nicht mehr mit, wie die Firma zum Weltkonzern wird.
27:53Denn Adolf Maas wird 1944 in Auschwitz ermordet.
27:58Bevor er deportiert wird, schickt er viele Briefe an seine Kinder.
28:02Unter anderem an seinen Sohn Gerhard, dem es gelungen war, nach Kanada zu fliehen.
28:08Lieber Gerhard, wenn du diesen Brief empfängst, hast du die herrliche Tour auf dem St. Lorenz-Strom schon hinter dir.
28:17Du bist vielleicht gleich im Begriff, deinen Fuß auf den Boden des Landes zu setzen, das dir eine zweite Heimat
28:25werden soll.
28:26Ich sende dir als Vater einen herzlichen Willkommensgruß.
28:32Ich wünsche dir Glück in dem neuen Lande.
28:36An Fleiß, Sparsamkeit und Eifer wirst du es nicht fehlen lassen.
28:42Ich wiederhole, tue immer etwas mehr als deine Pflicht.
28:47In jungen Jahren bist du doch recht früh auf dich gestellt.
28:52Das ist eine große Verantwortung.
28:56Hebt aber auch das Vertrauen auf sich und gibt ein stärkeres Selbstbewusstsein.
29:02Bleibe stets gesund.
29:05Behalte deinen frischen Sinn und dein offenes, frohes Wesen.
29:09Wer dein glücklicher Mann?
29:12In dem Land des Lächelns Gottes vergiss aber auch deine alte Heimat und dein Elternhaus nicht.
29:21Knüpfe auch fest das Band zwischen deinen Geschwistern und dir, inniger noch, wenn wir mal nicht mehr da sind.
29:29Unsere Wünsche haben dich auf der ganzen Reise begleitet.
29:33Wenn dein Steward seine Aufgabe erfüllte, hattest du jeden Tag unseren Gruß an Bord dieses schönen Dampfers.
29:42Hoffentlich hattest du eine Reise, an welche du dich stets gerne erinnerst.
29:49Grüße Rudolf von mir.
29:52Dir, mein lieber Junge, nochmals ein Glück auf.
29:59Dein Vater.
30:04Vielen Dank an Michel Friedmann, der diesen Brief extra für uns eingelesen hat.
30:09Vielen Dank aber vor allem an Barbara Maas, die Enkelin von Adolf Maas,
30:13die diesen und andere Briefe ihres Großvaters überhaupt erst vor kurzem entdeckt hat
30:18und ihn uns für diese Sendung zur Verfügung gestellt hat.
30:22Das war Reschke Fernsehen für heute.
30:24Nach all unseren Recherchen habe ich übrigens nicht den Eindruck,
30:27dass wir unsere Vergangenheit wirklich schon genügend aufgearbeitet haben.
30:30Im Gegenteil.
30:31Ich glaube, wir haben noch nicht mal richtig angefangen.
30:33Wie wir aber mit der Vergangenheit umgehen, wird entscheiden,
30:37wie der Geist der Zukunft so drauf ist.
30:40Über den haben wir heute noch gar nicht gesprochen.
30:42Machen wir dann im Juni bei neuen Folgen Reschke Fernsehen.
30:45Bis dahin.
30:45Tschüss.