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Kategorie

🎥
Kurzfilme
Transkript
00:00:14Untertitelung des ZDF, 2020
00:00:44ZDF, 2020
00:01:27ZDF, 2020
00:01:29Verwerten können Sie das ja alles wohl nicht.
00:01:32Und abgeholt werden Sie auch nicht.
00:01:34Ja, scheint so.
00:01:36Dann lassen Sie hier, was Sie nicht tragen können, in der Handgebäck aufbewahren.
00:01:40Ich muss Ihnen aber dafür eine Gebühr berechnen.
00:01:42Ja, selbstverständlich. Alles hat seinen Preis.
00:01:45Nein, lassen Sie mal, das ist im Preis mit drin.
00:01:47Sie haben ja schließlich Frachtgebühren bezahlt.
00:01:50Und der Korb war doch ruhig im Befektwagen des Zuges.
00:01:53Ja.
00:01:53Da sehen Sie, da ist das Dienstpersonal zu solchen Dienstleistungen verpflichtet.
00:02:01Dr. Holfreder?
00:02:04Wilhelm Hinrich Holfreder.
00:02:06Dr. Sie sind Arzt?
00:02:09Ja.
00:02:11Wir haben ja den Dr. Tochtenhagen.
00:02:13Das heißt, wir hatten ihn, er ist gestorben.
00:02:16Der war sehr tüchtig, der Dr. Tochtenhagen.
00:02:19Die Leute hatten ihn alle sehr gern.
00:02:21Jetzt müssen Sie nach Berlberg oder Puttlitz fahren, wenn Sie mal krank sind.
00:02:29Aber Gott ist selbst secret.cking
00:02:45der Dr. Tochterhagen. Und
00:02:58letztendlich. Sehr
00:03:06Dr. Wilhelm Hinrich-Holtfreder hatte das Gefühl, die Stadt Prittwitz entferne sich mit jedem Schritt weiter von ihm.
00:03:16Er blickte zurück und sah, dass der Bahnhof genauso unendlich weit entfernt war wie die Stadt.
00:03:24Den Doktor quälte die Frage, ob das nun alles nötig gewesen sei.
00:03:30Aber dann schämte er sich dessen.
00:03:39Es tut mir leid, dass ich Ihnen so viele Nässehaar eintrage.
00:03:43Das ist nun mal so. Wenn es regnet, dann wird man nass.
00:03:47Wenigstens ist das bei uns in Prittwitz so.
00:03:50Wir haben ja über alle Modalitäten ausführlich korrespondiert.
00:03:55Darf ich Ihnen meiner herzlichen Teilnahme?
00:03:58Danke, danke.
00:04:09Ich zeige Ihnen nachher alles, die Praxis.
00:04:13Sehr freundlich.
00:04:16Das gehört zur korrekten Übergabe.
00:04:18Gewiss.
00:04:21Meinen Brief, in welchem ich Ihnen meine Ankunft mitteilte, haben Sie offensichtlich nicht erhalten.
00:04:27Sie hätten ja wohl sonst jemanden zum Bahnhof geschickt, Berufsabholung.
00:04:32Meinen Reisekorb habe ich in der Gepäckaufbewahrung lassen müssen.
00:04:36Vielleicht können Sie Pankoke überreden.
00:04:38Wer ist das, wenn ich fragen darf?
00:04:40Er hat meinen Mann coachiert.
00:04:41Ach so.
00:04:47Frohes Schaffen, treues Lieben ist das Beste stets geblieben.
00:04:53Eine Weisheit, die man beherzigen sollte.
00:04:56Ich und mein Mann, wir haben danach gelebt.
00:05:00Ich zeige Ihnen jetzt das Zimmer, in welchem Sie vorläufig wohnen können, bis Sie hier eine Wohnung gefunden haben.
00:05:05Das Haus steht zum Verkauf.
00:05:08Ja, bitte.
00:05:08Danke.
00:05:25Es war unsere Gästekammer.
00:05:27Wir hatten zuweilen ein Quartierungen, wenn die Manöver waren.
00:05:31Die Herren Offiziere haben sich sehr wohl gefühlt.
00:05:36Kann ich was für Sie tun?
00:05:38Ich werde mich auch wohlfühlen, Frau Tochtenhagen.
00:05:41Das verspreche ich Ihnen.
00:05:42Aber die nassen Sachen bitte nicht in den Schrank.
00:05:44Werde ich in der Küche trocknen.
00:05:47Wo ist Ihr Gepäck, Schleiner?
00:05:54Gut, stimmt.
00:06:07Okay.
00:06:57Hau an.
00:07:01Da sind wir da.
00:07:03Hoffentlich haben Sie überhaupt Stiefel.
00:07:05Mit Ihren vornehmen Stadtschuhen können Sie hier wenig ausrichten.
00:07:09Panko hatte keine Lust noch zum Bahnhof zu fahren,
00:07:11aber ich habe Ihnen Beine gemacht.
00:07:13Wäre ja noch schöner.
00:07:17Das sieht ja aus.
00:07:20Wenn man Männern was überlässt.
00:07:25Was hat denn das hier zu suchen?
00:07:28Die Kinder waren damals noch sehr klein.
00:07:30Friederike zehn, der Junge dreizehn.
00:07:33Das ist schon zehn Jahre her.
00:07:35Mhm.
00:07:36Das ist so Männerart.
00:07:38Alles irgendwie reinstopfen, ohne Sinn und Verstand.
00:07:41War Ihr Gemahl auch so?
00:07:45Mein Mann war sehr ordentlich.
00:07:48Es tut mir leid, dass Sie so nass geworden sind.
00:07:51Das ist so, beim Regen wird man nass.
00:07:54Wenn ich mich recht erinnere,
00:07:57stand die Bitte um Gewährung einer volljährigen Unterkunft
00:08:00und die Zeit meiner Ankunft in ein und demselben Brief.
00:08:05Und?
00:08:06Sie hätten also Herrn Bangkoke gleich zum Bahnhof schicken können.
00:08:10Dann wären Sie nicht so nass.
00:08:12Habe ich mich beklagt.
00:08:15Möchten Sie einen Tee?
00:08:16Bitte.
00:08:35Meine Herren, die Sachlage ist die,
00:08:37dass ein Arzt aus Berlin,
00:08:39und zwar aus dem vornehmsten Viertel Berlins,
00:08:42wie ich habe in Erfahrung bringen können,
00:08:44also dass ein Arzt aus Berlin
00:08:46in die Prignitz kommt.
00:08:48Meine Herren,
00:08:50Daran ist was faul.
00:08:53Was ist faul an unserer schönen Prignitz?
00:08:56Leidenfrost, Sie machen mir Spaß.
00:08:59Der Apotheker ist ein rechter Schirm.
00:09:01Und ein Aussatz an Prittwitz,
00:09:03warum sollte einer nicht hierher kommen?
00:09:05Unser verehrter Herr Landrat meint,
00:09:09dass der Herr Doktor Holtfriede
00:09:11wohl etwas Dreck am Stecken hat.
00:09:14So ist es, Herr Rektor.
00:09:15Anderes ist nicht denkbar nach menschlichem Ermessen.
00:09:19Das menschliche Streben geht gemeinhin
00:09:22von unten nach oben.
00:09:25Vom Allgemeinen ins Besondere.
00:09:28Vom Kleinen ins Große.
00:09:31Alles andere, ich meine,
00:09:34der umgekehrte Weg
00:09:35ist wieder natürlich.
00:09:39Also, dass unsere schöne Prignitz
00:09:43zum Sammelbecken
00:09:44für gescheiterte Existenzen werden soll.
00:09:46Ja!
00:09:48Da sitzt ja auch so einer.
00:09:51Das muss man sich bloß einmal vorstellen.
00:09:54Ein Uhrmacher,
00:09:55der nie eine Uhr repariert.
00:09:57Und das soll nun hinein
00:09:58in den Kopf eines Menschen,
00:10:00der an nichts anderes denkt,
00:10:01als seine Pflicht und Schuldigkeit zu tun.
00:10:03Ich würde sagen, Herr Rektor,
00:10:05vielleicht hat einer gefehlt,
00:10:06der ihm das mit dem Stock eingebläut hätte.
00:10:09Ja wohl,
00:10:09das hat noch nie jemandem geschadet.
00:10:19Dich kenne ich.
00:10:20Aber ich würde mich dessen nie rühmen.
00:10:23Der Name Puttkammer
00:10:25ist mir ein Ärgernis.
00:10:27Da hat es mal einen
00:10:28dieses Namens gegeben,
00:10:30der war preußischer Innenminister
00:10:32und ein stockkonservatives Arschloch.
00:10:35Der hat es so schlimm getrieben,
00:10:37dass Kaiser Friedrich III.
00:10:39Gott hat ihn selig und belohne ihn dafür
00:10:42den Stuhl vor die Tür setzen musste.
00:10:45Jetzt ist er wohl im Hinterpommer schon gelandet.
00:10:49Nicht der Kaiser, der.
00:10:53Ich kriege den Namen nicht mehr über die Lücken.
00:10:56Der ist auch den
00:10:58widernatürlichen Weg gegangen,
00:11:00Herr Landrat.
00:11:03Nichts für Ungut, meine Herren.
00:11:06Aber du Ehren.
00:11:22Schmeckt's nicht?
00:11:23Doch, doch.
00:11:26Ich bin nur noch zu müde,
00:11:28offen gesagt.
00:11:29Sie sind wohl späteres Aufstehen gewöhnt von Berlin,
00:11:32nicht?
00:11:34Macht's auch schon wieder alle.
00:11:39Meine Sprechstunde begann um elf.
00:11:41Ach, du guter Gott.
00:11:45Bitte.
00:11:47Danke.
00:11:51Wann kommen denn die ersten Patienten?
00:11:55Kommt, tut hier so gut wie gar keiner.
00:11:56Die erwarten, dass der Doktor zu Ihnen kommt,
00:11:58also hopp, hopp, über die Dörfer
00:11:59und keine Schwachheiten vorgeschützt.
00:12:09Legen Sie keinen Wert auf das Frühstück,
00:12:11welches Ihnen vorzusetzen,
00:12:12ich mich entschlossen hatte?
00:12:25Ach, Herr Doktor Wolfrieder.
00:12:28Ich habe hier eine Liste,
00:12:30auf der ich die Orte notiert habe,
00:12:32die Sie aufsuchen müssen.
00:12:33Die Orte und die Namen der Patienten,
00:12:34die mein Mann behandelt hat.
00:12:36Doktor Ganzauge aus Putlitz
00:12:37hat den Dienst zwischenzeitlich versehen.
00:12:40Er wird sich freuen,
00:12:41wenn er die Dörfer wieder los wird.
00:12:42Sie müssten sich dann mit ihm einigen.
00:12:44Der Kaffee ist gut, ja?
00:12:45Danke, sehr gut, danke.
00:12:46Gut, dann werde ich Ihnen also
00:12:48den Morgenkaffee machen,
00:12:49aber für die anderen Mahlzeiten
00:12:50müssten Sie schon selbst sorgen.
00:12:52Ja.
00:12:53Im Schwarzen Adler ist man ruhig gut.
00:12:56Es gibt dann noch die Deutsche Eiche,
00:12:57aber wer was auf sich hält,
00:12:58der geht dann nicht.
00:12:59Dann gehe ich selbstverständlich nicht dorthin,
00:13:01es sei denn,
00:13:01ich werde zu einer ärztlichen
00:13:03Hilfeleistung gerufen.
00:13:12Ich gehe nur Wasser holen.
00:13:26Van Koke, sind Sie denn gewillt,
00:13:28auch mich in Zukunft
00:13:29über die Dörfer zu fahren?
00:13:31Die Frau Doktor hat gesagt,
00:13:33es soll so sein,
00:13:34dann wird's wohl so sein.
00:13:35So, Frau Doktor hat also angeordnet.
00:13:38Es wird wohl so sein,
00:13:40was die Frau Doktor sagt,
00:13:41das wird gemacht.
00:13:43Kuriert Sie denn auch die Leute?
00:13:45Die kleinen Operationen
00:13:47hat sie wohl selbst gemacht,
00:13:48Blinddarm mit dem Küchenmesser, was?
00:13:51Ja, sie ist wohl sehr tüchtig.
00:13:53Sie sind ein Schellen, Van Koke.
00:13:55Ich hoffe, wir werden
00:13:56ein bisschen Spaß miteinander haben.
00:13:58Das möchte sein, Herr Doktor.
00:14:18Ich spiele wohl nicht besonders gut.
00:14:21Ich bin aus der Übung.
00:14:24Wenn es Sie zu sehr quält,
00:14:26höre ich auf.
00:14:28Ich habe Sie ja eingeladen,
00:14:29das Klavier zu benutzen.
00:14:32Wieso sind Sie aus der Übung?
00:14:34Haben Sie in Berlin nie...
00:14:35Meine Frau hatte keine Ader dafür.
00:14:38Nicht, dass Sie nicht
00:14:39ins Konzert gegangen wären.
00:14:43Ich weiß, dass ich kein Emil Dauer bin.
00:14:50Kennen Sie Emil Dauer?
00:14:53Nein.
00:14:54Ich habe Ihnen Liszt
00:14:55und Chopin spielen hören.
00:14:57Es war wunderbar.
00:15:00Die herrlichen Konzerte in Berlin.
00:15:04Die einzigartigen Sängerinnen.
00:15:07Als junger Mann
00:15:08habe ich noch Jenny Lindt gehört.
00:15:11Wissen Sie,
00:15:12dass man Sie
00:15:12die schwedische Nachtiker genannt hat?
00:15:16Ich habe in Prignitzer Anzeige gelesen,
00:15:18dass Leontine Bachofen
00:15:19hier ein Gasspiel geben wird.
00:15:21Wer ist das?
00:15:24Man nennt sie
00:15:25die Merkelsche Nachtigall.
00:15:27Eine Sängerin.
00:15:29Wie die Jenny Lindt.
00:15:31Vielleicht nicht so berühmt.
00:15:33Darauf kommt es nicht unbedingt an.
00:15:41Das ist aus den Fantasiestücken
00:15:43Opus 12 von Robert Schumann.
00:15:46Die einzelnen Piesen
00:15:47haben Namen.
00:15:49Das ist die zweite
00:15:50und heißt Aufschwung.
00:15:56Es steht in F-Moll.
00:15:59Die Tonart der Melancholie.
00:16:07Das folgende heißt
00:16:09Warum?
00:16:14Aufschwung und warum?
00:16:18Das ist eine merkwürdige Folge.
00:16:28Darf ich fragen,
00:16:29was sich bezüglich
00:16:30des Veräußerns
00:16:31Ihres Anwesens
00:16:33ergeben hat?
00:16:36Die Interessenten
00:16:37sind zurückgetreten.
00:16:40Sie waren nicht bereit
00:16:40in Kauf zu nehmen,
00:16:41dass Sie in der Praxis verbleiben.
00:16:44Sie wollten das ganze Haus sofort.
00:16:48Also
00:16:49lag es an mir.
00:16:53Ich kann Sie doch nicht mir
00:16:54nichts dir
00:16:54nichts auf die Straße
00:16:55werfen.
00:16:58Das ist ja freundlich von Ihnen.
00:16:59Das gehört sich ja wohl.
00:17:04Ich weiß nicht,
00:17:07was ich sagen soll.
00:17:09Nichts.
00:17:11Am besten nichts.
00:17:15Jetzt behörte ich mir
00:17:16keinen Vorwurf zu machen brauchen,
00:17:18wenn ich Sie vor die vollendete
00:17:19Tatsache gestellt hätte.
00:17:21Mir ist nicht bekannt,
00:17:22dass Sie sich in irgendeiner Weise
00:17:23um eine Behausung
00:17:24bemüht hätten.
00:17:25Hm.
00:17:26der Puttitzer Straße
00:17:27hätte doch
00:17:27meines Wissens
00:17:28eine solche Möglichkeit bestanden.
00:17:30Auch in der Kaiserallee.
00:17:31Wasserfrei.
00:17:32Sind doch allesamt gute Adressen.
00:17:35Angemessen
00:17:36für einen verwöhnten Berliner.
00:17:40Ich wundere mich wirklich,
00:17:41dass Ihre Frau sich
00:17:42doch gefallen lässt.
00:17:44Mein Mann
00:17:44hätte mir das nicht
00:17:46antun dürfen.
00:17:48Das ist es mir
00:17:50schrecklich peinlich.
00:17:53Das nützt mir nichts.
00:17:56Vergessen Sie nicht,
00:17:57das Licht zu löschen.
00:17:58Ja.
00:18:12Hmm.
00:18:30Ist das der Zug nach Berlin, der da gemeldet wird?
00:18:32Ja, Herr Doktor, das ist er.
00:18:34Der wird pünktlich sein, wie ich sehe.
00:18:36Wie es bei der königlich-preußischen Eisenbahn üblich ist.
00:19:02Der wird pünktlich.
00:19:57Der wird pünktlich sein, wie ich sehe.
00:20:03Der wird pünktlich sein.
00:20:58Der wird pünktlich sein, wie ich sehe.
00:21:01Das wollte ich hier ersparen.
00:21:04Ich habe etwas gegen Fliegen. Sie übertragen Krankheiten.
00:21:08Ich respektiere dein professionelles Interesse am Toterfliegen.
00:21:13Du bist Arzt und kannst nicht aus deiner Haut.
00:21:17Du bist doch ein neuer Doktor.
00:21:20Mein Name ist Weinreich.
00:21:24Aurelius Weinreich.
00:21:25Ich habe diesen Namen an einem Geschäft in der Hauptstraße gelesen.
00:21:30Sie sind der Uhrmacher.
00:21:33Ja, ich bin der Uhrmacher.
00:21:42Eine Frau hast du wohl nicht?
00:21:47Das ist ein Kapitel für sich.
00:21:51Frauen sind immer ein Kapitel für sich.
00:21:57Du brauchst nicht darüber zu reden, wenn du nicht willst.
00:22:02Ach, weißt du, das ist so eine Sache.
00:22:09Franz.
00:22:11Ja.
00:22:15Lass dich nicht aufhalten.
00:22:17Herr Doktor.
00:22:22Ich war am Bahnhof.
00:22:28Hast du eine Frau?
00:22:31Ach, weißt du, das ist so eine Sache.
00:22:33Ich verstehe.
00:22:34Du brauchst nicht darüber zu reden.
00:22:41Hast du schon mit Puttkammer zu tun gehabt?
00:22:44Puttkammer?
00:22:45Der Landrat.
00:22:46Ein Arschloch vom Scheitel bis zur Sohle.
00:22:50Wenn du wieder mal auf den Bahnhof gehst,
00:22:52lass den Zug nicht ohne dich abfahren.
00:22:54Prittwitz ist das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann.
00:22:57Durch die Gassen wie der Pesthauch der Provinz.
00:23:02Du musst doch Teufel geritten haben, hierher zu kommen.
00:23:07Und warum bist du nicht weggegangen?
00:23:50Heute ist nämlich die Hochzeit.
00:23:52Ach so.
00:23:54Darum die vielen Menschen.
00:23:55Ja, bitte.
00:24:08Das ist Dr. Holfrieder Gertrude.
00:24:11Der neue Arzt von Prittwitz.
00:24:13Nun wird alles gut.
00:24:14Ich danke für die gute Meinung.
00:24:16Meine Verehrung.
00:24:18Frau von der Alten, oder?
00:24:19Ah, Herr Doktor, was ist bloß mit dem Kind?
00:24:22Und plötzlich, wie sie in Ohnmacht...
00:24:23Wir haben sie gleich hier heraufgebracht, in ihre Jungmädchenkammer.
00:24:27Weit weg von dem Trubel im Haus.
00:24:29Und dann ist das ja auch eine peinliche Geschichte.
00:24:32Was machen wir denn für Sachen, meine Gnädigste?
00:24:36Sie verderben sich ja das ganze Vergnügen an dem Familienfest.
00:24:39Zumal es ja Ihre Hochzeit ist.
00:24:43Ihre?
00:24:44Unsere Tochter Harriet heiratet heute Herrn Berthold von Vietz.
00:24:49Unsere beiden jüngeren Töchter sind schon verheiratet.
00:24:53Herr von Vietz kümmert sich um die Gäste, damit das peinliche Aufsehen nicht zu groß wird.
00:25:05Wir wollen mal sehen, ob wir den Puls finden.
00:25:08Es kann ja sein, Sie haben Ihr Herz ganz und gar verloren.
00:25:18Ich danke Ihnen, dass Sie sofort gekommen sind, Herr Doktor.
00:25:20Herr Berthold von Vietz.
00:25:23Holfreda.
00:25:28Zu den alten Moskern rufen zu werden, fördert gewiss mein Ruf.
00:25:31Und er kann es brauchen, ich bin noch neu in Berthold von Vietz.
00:25:35Lieber Herr von Vietz.
00:25:38Und machen Sie sich keine Sorgen.
00:25:41Ihre Frau hat keine sehr kräftige Konstitution, aber sie ist nicht krank.
00:25:46Und am solchen Tage, mit all den Aufregungen und den vielen Menschen um Sie herum,
00:25:51und dann, sie ist gewiss ein wenig hysterisch.
00:25:56Aber für einen Ehemann ist es gut, wenn er das gleich am ersten Tag seiner Ehe erfährt.
00:26:04Lieber Herr von Vietz.
00:26:05Herr Doktor.
00:26:20Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.
00:26:30Ich schaue mal wieder vorbei in den nächsten Tagen, wenn ich hier in der Nähe bin.
00:26:33Da Sie nicht bleiben wollen, hat unser Hausgeist ein bisschen was zurecht gemacht.
00:26:42Das wäre nicht nötig gewesen.
00:26:43Ich danke Ihnen.
00:26:45Wir können.
00:26:46Ja.
00:26:49Ja.
00:27:09Tja, Aurelius, das sieht nach Ulkus Ventriculi aus.
00:27:14Auf gut Deutsch mag ich schwöre.
00:27:16Ich gebe dir erst einmal einen Pulver, damit deine Schmerzen nachlassen.
00:27:22Aber das ist natürlich keine Lösung des Problems.
00:27:26Du musst deine Lebensweise ein wenig ändern, mein Freund.
00:27:32Ich sage das ungern, weil ich es lieber sehe, wenn jeder sein Leben auf seine Art führt.
00:27:40Ich lasse mir auch nicht gern dreinreden.
00:27:43Da bist du ja an die Richtige geraten.
00:27:45Die Tochter Hagen wird dir schon zeigen, die ist bekannt dafür.
00:27:48Ich werde schon zurechtkommen.
00:27:51Ja, so sieht es aus bei mir.
00:27:53Wenn die Frau Kummerlöwe hier war, finde ich nichts wieder in der Ordnung, die sie macht.
00:27:58Wer ist das?
00:28:00Meine Zugevor.
00:28:01Sie kommt einmal in der Woche.
00:28:03Hast du verheiratet, bist du ja auch nicht.
00:28:05Deine Frau ist dir, äh, sie ist dir weggegangen, mein Mann.
00:28:09Ja, das Beste, was eine Frau einem Mann antun kann.
00:28:12Ich darf doch ein Glas Rotwein trinken von dir.
00:28:14Ja, bitte.
00:28:15Danke.
00:28:16Sag mal.
00:28:20Sag mal.
00:28:23Warum bist du eigentlich hierher in die Prignitz gekommen?
00:28:27Tja,
00:28:29Arias,
00:28:32du bist der Erste, dem ich diese Frage beantworte.
00:28:36Ich bin hier aufgrund der ersten wirklich freigetroffenen Entscheidung in meinem Leben.
00:28:45Ja.
00:28:47Das ist merkwürdig.
00:28:49Ich habe hier ungleich mehr zu tun als in Berlin.
00:28:51Ich bin von früh bis spät auf den Beinen.
00:28:54Und doch habe ich plötzlich Zeit, über mich nachzudenken.
00:29:00Ich habe immer gewusst, dass ich kein Virchow, kein Robert Koch werden würde.
00:29:05Ich habe das Zeug für einen Landarzt.
00:29:10Aber mir fehlt die Gnade des Herrn.
00:29:13Aufgrund des mangelnden Glaubens.
00:29:16Also ich sehe das so, Wilhelm Henrich.
00:29:20Wenn Gott alles vermag,
00:29:23und so geht ja die Rede,
00:29:24könnt ihr dir auch die Fähigkeit verleihen,
00:29:27vorbehaltlos an ihn zu glauben.
00:29:29Gott ist also selber schuld,
00:29:30wenn die Leute nicht so recht an ihn glauben.
00:29:33Er hat die Sache selbst in der Hand.
00:29:35Theologisch ist das sicher nicht recht zu halten,
00:29:37was du da sagst, Aurelius.
00:29:39Aber für mich ist es logisch.
00:29:42Wenn ich meine Kraft nicht aus dem Gebet holen kann,
00:29:44woher nehme ich sie dann?
00:29:47Irgendwohin muss sie doch kommen.
00:29:50Was ist sonst der Mensch in deiner schwachen Kraft?
00:29:55Die Liebe, Wilhelm Henrich.
00:29:59Was sagst du?
00:30:02Die Liebe kann Kraft verleihen.
00:30:06Die Liebe zu den Menschen.
00:30:08Das finde ich seltsam, wenn du so etwas sagst, Aurelius Weinreich.
00:30:14Ich ringe noch darum.
00:30:17Ich ringe noch darum,
00:30:18die Menschen lieben zu können.
00:30:22Noch bin ich im Stand der Verachtung,
00:30:24bestenfalls.
00:30:26Der nachsichtigen Duldung,
00:30:28des klaglosen,
00:30:30erleidensmenschlicher Torheit.
00:30:35Ach, Aurelius,
00:30:37es ist alles scheiße.
00:30:42Und du wolltest eigentlich gar nicht Arzt werden?
00:30:45Nein,
00:30:46ich wollte Musiker werden.
00:30:48Und du wolltest nicht Uhrmacher werden,
00:30:50vermute ich.
00:30:51Ich habe gehört,
00:30:51du hättest in deinem Leben noch nie eine Uhr repariert.
00:30:53Das ist eine beachtenswerte Form des Protestes
00:30:57gegen einen Beruf,
00:30:58zu dem man verurteilt wurde.
00:31:01Nur kann ich als Arzt nicht so verfahren.
00:31:08Nein.
00:31:16Moiner Doktor.
00:31:29Musik
00:31:30Musik
00:31:30Musik
00:31:30Musik
00:31:30Das war's.
00:32:26Ich danke dir, dass du gekommen bist.
00:32:30Wie du nur aussiehst, Hinrich. Ein bisschen ungepflegt, finde ich.
00:32:38Entschuldige. Ich muss das sagen, wir sind schließlich noch verheiratet.
00:32:44Mathilde, glaube mir, es gibt wichtigere Dinge im Leben, als gepflegt auszusehen.
00:32:49Oh Gott, ist mir das peinlich.
00:32:59Ich denke die ganze Zeit, das ist doch der gute alte Holtfreder.
00:33:04Habe die Ehre, gnädige Frau.
00:33:07Dr. Stubenrauch, wenn ich mich recht erinnere.
00:33:09Bitte sich durch mich nicht inkommodieren zu lassen.
00:33:12Wie lange haben wir uns eigentlich nicht gesehen?
00:33:15Sie sind ja auch schon ein weichen Weg von Berlin.
00:33:18Habe gnädige Frau übrigens neulich im Konzert von Weitem erblickt.
00:33:22Theresa Carino spielte das D-Moll-Klavierkonzert von Brahms.
00:33:25Das ist ja kolossal.
00:33:29So etwas gibt es sicher nicht.
00:33:32Er heißt doch gleich dieses Nest, wo er sie hinverschlagen hat.
00:33:35Britwitz.
00:33:39Holtfreder, Sie muss der Teufel geritten haben.
00:33:43Jeder ist seines Glückes Schmied.
00:33:45Wie werden Sie nur damit fertig, gnädige Frau?
00:33:50Holtfreder, ganz unter uns.
00:33:52Wenn da etwas war, das hätte sich doch unter uns Kollegen wieder ins Lot bringen lassen.
00:33:58Mein Gott, Holtfreder, da muss einer doch nicht gleich in die Wüste gehen.
00:34:03Lassen Sie es gut sein, Stubenrauch.
00:34:11Hat mich jedenfalls außerordentlich gefreut.
00:34:13Gnädige Frau, nichts für ungut.
00:34:16War schön, Sie zu sehen.
00:34:27Oh mein Gott.
00:34:29Ich habe es einfach nicht fertig gebracht, ihn aufzufordern, sich zu uns zu setzen.
00:34:33Dazu kann ich dir nur gratulieren.
00:34:37Wer weiß, wer von unseren Bekannten uns noch alles hier sieht.
00:34:42Sie müssen denken, ich lasse dich zu Hause nicht herein.
00:34:44Du kannst allen sagen, dass es mein Wunsch war, dich hier zu treffen.
00:34:49Warum bloß nicht in unserer Wohnung?
00:34:53Es ist nicht mehr unsere Wohnung, es ist die deine, Mathilde.
00:35:00Ich habe ein wichtiges Gespräch mit dir zu führen.
00:35:03Aber bitte nicht hier.
00:35:20Vater wäre heute 80 geworden.
00:35:28Wertham hat sein Studium in Göttingen aufgenommen und macht sich sehr ordentlich.
00:35:32Hat er von sich hören lassen?
00:35:35Ich habe ihm deine Prittwitzer-Adresse gegeben.
00:35:38Ich wollte fair sein.
00:35:40Er hat nichts von sich hören lassen.
00:35:44Was sollte er auch schreiben?
00:35:46Dass er dich nicht begreift?
00:35:48Keiner kann dich begreifen, Henrich.
00:35:56Und Friederike, mein Rieckchen?
00:35:59Dass du dich noch für sie interessierst?
00:36:01Du bist ja nicht einmal zur Hochzeit gekommen.
00:36:05Zu Köhne, zu diesem.
00:36:07Dr. Köhne ist eine glänzende Partie und hat eine blendende Karriere vor sich.
00:36:16Das ist ja wirklich wie Spießruten laufen.
00:36:19Henrich, was tust du mir an?
00:36:25Hör mir zu, Mathilde.
00:36:28Die Witwe meines Vorgängers in Prittwitz will das Haus verkaufen.
00:36:33Wir können es haben.
00:36:38Wir ziehen in das Haus und alles ist gut.
00:36:43War es das, weswegen du mich sprechen wolltest?
00:36:45Du brauchst Geld.
00:36:47In 20 Minuten geht mein Zug um halb neun bin ich wieder in Prittwitz.
00:36:50Mein Gott, vier Stunden.
00:36:52Die Fahrkarte habe ich schon.
00:36:53Ich habe gleich mit Retour-Billett gelöst.
00:36:55Wohin ich auch fahre von Prittwitz, nur mit Retour-Billett.
00:36:58Und zwar dritter Klasse.
00:36:59Dritter Klasse?
00:37:00Aus Überzeugung.
00:37:02Henrich, das ist Afferei.
00:37:05Besorg mir bitte eine Droschke.
00:37:06Ich möchte so schnell wie möglich nach Hause.
00:37:08Das ist alles unerträglich.
00:37:16Das ist alles unerträglich.
00:38:14Das ist alles unerträglich.
00:38:16Ich will von Ihnen, Pankurke, dass Sie mich abholen.
00:38:18Ich bin ein wenig kaputt.
00:38:20Und den ganzen Weg in die Stadt zu Huss.
00:38:27Na nur Sie?
00:38:28Wie komme ich zu der Ehre?
00:38:30Haben Sie es denn so eilig zu erfahren?
00:38:32Ich will überhaupt nichts erfahren.
00:38:34Muss ich noch irgendwo hin?
00:38:37Ja, wir müssen noch nach Altsogelfett.
00:38:39Der Franziska geht es nicht gut.
00:38:40Es wird wohl bald losgehen bei ihr.
00:38:43Mein Gott, ich bin todmühe.
00:38:45Sie sind Arzt.
00:38:49Was soll das?
00:38:49Was ist das?
00:38:50Das sind Pfefferminzbonbons.
00:38:52Ich will nicht, dass die Leute ihre Fahne riechen.
00:38:58Mein Mann hat nie getrunken, wenn er noch zu Patienten musste.
00:39:01Ich konnte doch nicht ahnen...
00:39:02Mann, Pankurke, Sie können losfahren.
00:39:04Komm!
00:39:04Oha!
00:39:05Ja!
00:39:07Oha!
00:39:29Oha!
00:39:30Mein Gott, ein Kaiserschnitt.
00:39:33Dass wir das geschafft haben.
00:39:37Das hätten wir schon 100 Jahre.
00:39:44Warum hatten Sie denn diese elenden Pfefferminzbonbons bei sich?
00:39:48Sie sind doch schon zu alt.
00:39:51Sie sind aus den Zeiten, als mein Mann erlebte.
00:40:00Übrigens hat der Baron von Tatten nach Ihnen geschickt.
00:40:03Der Rübengeiler.
00:40:06Ist er krank?
00:40:09Schubiak.
00:40:11Führt ein Blot der Lehm.
00:40:16Dass er sich das Ganze gut mit Elementen klang.
00:40:18Damit Sie hinlassen können, die Dunkelziffern nicht gerechnet.
00:40:24Gehen Sie doch hin.
00:40:26Das raten Sie mir.
00:40:30Aus Ihnen wird man nicht schlau.
00:40:36Von den Mantas,
00:40:38Cousaves, Vulkus, Tagelöhner.
00:40:42Können Sie nicht leben als Arzt.
00:40:47Die Tatten und die alte Nuss.
00:40:51Die müssen Ihnen das Geld bringen.
00:40:56So müssen Sie das sehen.
00:41:18Schön, dass du gekommen bist, Doktor.
00:41:21Obwohl du nicht der gesellige Mensch zu sein scheinst, den ich mir versprochen hatte.
00:41:25Die Imminenz des Geistes neigt zur Ungeselligkeit, sagt Schopenhauer.
00:41:31Was musst du für eine Koryphäe sein, murfiger Stiesel, der du bist.
00:41:36Der Wein ist gut.
00:41:37Bei mir ist alles gut.
00:41:39Schopenhauer nennt den Schmerz und die Langeweile die beiden Feinde menschlichen Glücks.
00:41:45Und die Quelle der Langeweile sei die innere Leerheit, welche stets nach äußerer Anregung lechzt, welche Geist und Gemüt durch
00:41:56irgendetwas in Bewegung setzt.
00:42:04Ja, schau dich nur gut um.
00:42:06Hier stinkt es nach Reichtum.
00:42:09Doch was sagt Schopenhauer über den Reichtum, dass er wenig zur Heiterkeit beitrage.
00:42:14In den arbeitenden, niederen Klassen habe er die heiteren, zufriedenen Gesichter gefunden.
00:42:20In den reichen und vornehmen aber die verdrießlichen.
00:42:24Vielleicht sollten Sie mal andere Philosophen lesen oder besitzen Sie die nicht.
00:42:28Hast du eine Ahnung, wie viele Bücher ich habe?
00:42:30Und ich habe sie auch alle gelesen.
00:42:32Aber nicht etwa aus Bildungsdrang.
00:42:35Nein, nur so Langeweile.
00:42:37Was sollte ich machen?
00:42:39Was zu Vögeln war in der Pregnitz habe ich hinter mich gebracht.
00:42:42Mit meiner Frau macht's keinen Spaß mehr.
00:42:44Also lese und saufe ich.
00:42:46Schläfst du mit der Tochter, Hagen?
00:42:48Was geht Sie das an?
00:42:49Lass doch was, blöde Sie. Ich heiße Wenceslaus.
00:42:52Und du?
00:42:53Wilhelm Hinrich.
00:42:55Hinrich?
00:42:58Soll ich dir ein E schenken, das aus dir ein Heinrich wirkt?
00:43:02Wo hast du diesen seltsamen Humor gelernt?
00:43:04Na ja, war ein blöder Witz zugegeben.
00:43:07Schläfst du nun mit ihr oder nicht?
00:43:09Warum willst du das wissen?
00:43:10Vielleicht liefert uns das ein Thema.
00:43:13Dass du mal rauskommst aus deiner Reserve.
00:43:16Das ist für mich kein Thema.
00:43:19Die Tochten, Hagen, diese Gewitterziege.
00:43:22Ich könnte mir vorstellen, dass die noch Pfeffer im Arsch hat.
00:43:26Na warum willst du es nicht mal versuchen?
00:43:28Wir hätten sicher viel Spaß daran.
00:43:31Wieso wir?
00:43:32Na, wenn du mir dann davon erzählst.
00:43:35Wenceslaus, du bist ein Ferkel.
00:43:37Jeder steckt in seinem Bewusstsein wie in seiner Haut und lebt unmittelbar nur in derselben.
00:43:46Daher ist ihm von außen nicht zu helfen.
00:43:50Schuppenmauer.
00:43:51Wer sonst?
00:43:52Und der Hund heißt Arthur.
00:43:54Wie sonst?
00:43:56Man hat in der Welt nicht viel mehr als die Wahl zwischen Einsamkeit und Gemeinheit.
00:44:02Wenceslaus, mir kommt die Kotze bei deiner philosophischen Scheiße.
00:44:08Prost.
00:44:11Prost.
00:44:48Bitteschön.
00:44:50Danke.
00:44:56Sie holen mich ab.
00:44:57Was soll denn das?
00:44:59Was sollen die Leute denken?
00:45:13Wir sind fast überlandet durch die Dorferkajots, dass wir nur rechtzeitig am Zug sind.
00:45:19Wird man bloß ordentlich in ihrer Arbeit gemacht haben, Holzritter.
00:45:22Wir haben uns Mühe gegeben.
00:45:23Was hat mir denn Pankoker?
00:45:25Und das Schlägemilz-Bein sieht nicht gut aus.
00:45:28Ja, Spauernbein.
00:45:30Und Liebrecht, Cursava hat ein Dünnschiff.
00:45:33Ja, Hosen runter, Hosen ruf.
00:45:34Hosen runter, Hosen ruf und nischt als ein Esslöffel voll Blut.
00:45:38Das ist die Ruhr.
00:45:38Quatsch.
00:45:39Hat zu viel kaltes Bier gesoffen.
00:45:41Du mit deinen Sprüchen fahr ab, Backer.
00:45:43Ja.
00:45:44Komm.
00:45:51So eine Idee.
00:45:53Mich vom Bahnhof abzuholen.
00:45:56Was sollen die Leute denken?
00:45:59Darf ich fragen, ob sie das Haus verkauft haben?
00:46:07Mit den Käufern konnte ich nicht einig werden.
00:46:10Die wollten sie sofort raus haben, aber darauf konnte ich ja nicht eingehen in ihrem Interesse.
00:46:16Es tut mir leid, dass die Sache durch mich nicht vorankam.
00:46:22Was soll das heißen, es tut mir leid?
00:46:26Sie sollten sich nach was anderem umsehen.
00:46:50Sie sollten mich nicht drauf dem kaltieren.
00:47:07Wie sagt doch Mozart, es gibt Stücke, die einen schwitzen machen.
00:47:13Aber in Wahrheit ist es nicht der Schubert, der mich schwitzen macht, sondern Sie sind es, Herr Riet.
00:47:17Ich?
00:47:19Ich bin doch sehr außer Übung und Sie sind einfach zu gut.
00:47:22Dann sehen Sie zu, dass Sie wieder in Übung kommen.
00:47:24Ich habe nicht die Absicht, Sie von der musikalischen Kandara zu lassen.
00:47:28Ach, du liebe Zeit.
00:47:29Mit mir haben Sie sich etwas eingebrockt, Dr. Holtfreda.
00:47:33Ich hätte es ahnen müssen.
00:47:35Eine Frau, die am Tag ihrer Hochzeit ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen muss.
00:47:41Wenn das nicht was zu bedeuten hat.
00:48:14Wenn Sie einen Augenblick für mich Zeit hätten, Dr. Holtfreda.
00:48:18Selbstverständlich.
00:48:19Wenn ich Sie dorthin anbieten dürfte.
00:48:32Ich weiß nicht, ob Sie sich mal noch erinnern.
00:48:35Wir haben uns seit jenem Tage, an welchem Sie gerufen werden mussten,
00:48:39am Tag der Hochzeit, also seit jenem Tage nicht mehr gesehen.
00:48:44Sie sind zwar noch einige Male hier gewesen, um nach Ihrer Patientin zu sehen,
00:48:48aber was hatte ich dabei zu schaffen?
00:48:51Ich weiß also nicht, ob Sie noch wissen, wie...
00:48:53Bitte Sie, Herr von Vietz.
00:48:57Wie geht es meiner Frau?
00:49:00Wie geht es, Herr Riet?
00:49:01Ich habe nicht den Eindruck, dass Sie Augenblicklich meiner bedürfte,
00:49:04was mich als Arzt angeht.
00:49:07Dafür aber wohl als Partner am Klavier.
00:49:11Sozusagen.
00:49:13Sie haben miteinander musiziert?
00:49:15Schuberts Öffnolf-Fantasie.
00:49:17Das ist für mich Schall und Rauch.
00:49:23Wenn ich Sie durch unser vierhändiges Geklimper in irgendeiner Weise inkommodieren sollte,
00:49:30so kann das natürlich unterbleiben.
00:49:35Vielleicht war es schon ein Fauxpas, Sie vorher nicht um Erlaubnis gefragt zu haben.
00:49:42Dr. Holt-Freter, ich bin ein Mensch von schlichtem Wesen.
00:49:46Unmusikalisch.
00:49:47Ein gewisser nicht sehr geistreich, aber ein Stiesel bin ich nicht.
00:49:54Meine Frau...
00:49:55Herr Riet liebt die Musik, aber ich kann in dem Punkt,
00:49:58könnte Ihr Partner nicht sein.
00:50:00Soll ich es Ihr da missgönnen, dass Sie jemanden gefunden haben?
00:50:07Vielleicht ein Cognac, Dr. Holt-Freter?
00:50:10Warum nicht?
00:50:14Setzen Sie sich da.
00:50:15Danke.
00:50:22Meine Frau...
00:50:25Herr Riet, geht es also gut?
00:50:28Es war wohl eine Unpässlichkeit verursacht,
00:50:31gewiss durch die Aufregung, die solch ein Tag mit sich bringt.
00:50:35Also kein Grund zur Besorgnis, Herr von Fietz.
00:50:39Sehr zum Wohl.
00:50:40Zum Wohl.
00:50:56Sie ist also nicht krank.
00:50:59Ich wage zu sagen,
00:51:00nein.
00:51:08Dr. Holt-Freter, ich weiß,
00:51:11dass ich nicht um meiner selbst willen geheiratet worden bin.
00:51:15Das alte, nosche Gut braucht über kurz und lang einen neuen Gutshang.
00:51:21Ich bin, wie gesagt, nicht sehr geistreich,
00:51:24aber ich kann mich gewisser Talente rühmen.
00:51:26Auf landwirtschaftlichem und kommerziellem Gebiet,
00:51:29die erwarten lassen,
00:51:30dass ich für die alte, nosche Zwecke der Richtige bin.
00:51:33Sehen Sie,
00:51:34die anderen Töchter,
00:51:35die haben nichts eingebracht.
00:51:36Sie haben gute Partien gemacht
00:51:38und sind allesamt fortgezogen mit ihren Männern,
00:51:41die ganz anderen Professionen nachgingen.
00:51:44Herr Riet, die Älteste,
00:51:47blieb den Altenus als letzte Chance für mich.
00:51:53Ich, ich bin 45 Jahre alt
00:51:56und habe es nicht weit gebracht,
00:51:59trotz Fleiß und besagter Talente.
00:52:03Ich hatte wenig Glück im Beruf und bei Frauen.
00:52:08Für Herr Riet war es sozusagen allerhöchste Eisenbahn.
00:52:15Dr. Holtfreder,
00:52:18ich frage Sie,
00:52:20hat sie das Recht,
00:52:22mich zurückzuweisen,
00:52:23sich mir zu verweigern?
00:52:25Ich bin ihr Mann,
00:52:27wie immer ich auch dazu gekommen sein mag.
00:52:29Sie nimmt sich das Recht,
00:52:31mich als Mann zurückzustoßen.
00:52:33Muss ich eine solche Kränkung hinnehmen?
00:52:36Dr. Holtfreder,
00:52:37ich fühle mich in meiner Würde verletzt.
00:52:41Ich war bereit,
00:52:42das Leben zu akzeptieren,
00:52:44welches uns verordnet ist,
00:52:45durch die Umstände.
00:52:46Es muss doch möglich sein,
00:52:48sich mit gewissen Dingen abzufinden.
00:52:50Ich, ich kann ja nichts dafür,
00:52:53dass die Dinge so liegen,
00:52:54wie sie liegen
00:52:54und dass die Umstände so sind
00:52:56und nicht anders.
00:52:58Warum,
00:52:59warum soll ich dafür bestraft werden?
00:53:03Ich hoffe,
00:53:05meine Offenheit belästigt Sie nicht.
00:53:09Herr von Vietz,
00:53:12was erwarten Sie von mir?
00:53:17Ich erwarte von meiner Frau
00:53:18keine leidenschaftliche Hingabe.
00:53:22Ich erhoffe mir nur
00:53:24eine gewisse Art von Anstand.
00:53:26Moment.
00:53:27Es gibt da einen gewissen Komment.
00:53:33Das war ein solzames Gespräch
00:53:35zwischen uns.
00:53:42Wenn Sie wollen,
00:53:44können Sie alles wieder vergessen.
00:53:46Ich danke Ihnen,
00:53:47dass Sie sich die Zeit genommen haben.
00:53:49Was bin ich Ihnen
00:53:50für die Konsultation schuldig?
00:53:52Ich bitte Sie,
00:53:52Herr von Vietz.
00:54:01Brandt!
00:54:03Brandt!
00:54:04In der Scheune liegt einer.
00:54:07Aber er lebt noch.
00:54:09Den müssen wir restlichen.
00:54:11Komm, den Koppel.
00:54:12Warte doch mal!
00:54:14Warte doch mal auf mich!
00:54:25Wo bin ich? Was ist los?
00:54:28Ich bin Dr. Holpfrieder.
00:54:30Sie haben sich ins Heu schlafen gelegt und das ist Ihnen nicht bekommen.
00:54:35Die Symptome sind eindeutig.
00:54:39Jetzt sind Sie bloß froh, dass die Kinder Sie gefunden haben.
00:54:42Es hätte sehr böse ausgehen können für Sie.
00:54:46Tja, das sind die Schattenseiten der Landstreicherei.
00:54:56Ich bin kein Landstreicher.
00:54:59Ich verwahre mir jenen Ausdrücke.
00:55:01Ich habe Sie nicht beleidigen wollen, aber entschuldigen Sie, etwas verwahrlost sehen Sie aus.
00:55:13Sie sind Doktor.
00:55:15Ich bitte Ihnen also, mir zu heilen und nicht nach mein Äußere zu gehen.
00:55:19Das ist meine Sache.
00:55:34Was machen Sie denn da, Herr Doktor?
00:55:36Den Krankenbericht.
00:55:39Ordnung muss sein.
00:55:40Wo sind wir denn? In Preußen, nicht wahr?
00:55:43Und das hat seine Richtigkeit. Wie heißen Sie?
00:55:49Müssen Sie das wissen?
00:55:51Selbstverständlich.
00:55:52Es muss alles seine Ordnung haben, wie gesagt.
00:55:55Also Ihr werter Name?
00:55:58Käse
00:56:02Julius Pino.
00:56:05Ja.
00:56:06Ich erspare mir weiteres Insistieren, ob die Sorge stimmt.
00:56:10Beruf?
00:56:13Ich weiß nur, was Sie nicht sind.
00:56:15Nämlich Landstreicher.
00:56:17Also, was sind Sie?
00:56:22Das ist Frau Tochenhagen in das Haus gehört.
00:56:25Werden Sie die Frau sagen, dass ich hier bin?
00:56:29Das ist eine Frau, der überhaupt nichts verborgen bleibt.
00:56:32Ja, damit müssen wir leben.
00:56:34Sie und ich.
00:56:37Was haben Sie denn nun auf dem Kerbholz?
00:56:41Entschuldigung.
00:56:42Ich wusste nicht, dass Sie noch einen Patienten haben.
00:56:44Ich bitte Sie, das ist Ihr Haus und Sie gehören sozusagen in diese Praxis.
00:56:49Das ist Frau Tochenhagen in meiner rechten Hand.
00:56:54Also, Herr Pino, was sind Sie?
00:56:58Ich bin Patient.
00:56:59Haben Sie das gehört?
00:57:00Da ist ein Verbrecher entflohen.
00:57:02Einer von den Gefangenen, die im Moor arbeiten.
00:57:14Ach so, ist das.
00:57:20Das ist Schulzmann-Lamper.
00:57:29Oh Gott.
00:57:35Es bleibt hier auch bloß bei dem Ehen.
00:57:37Aber wenn Sie noch einen...
00:57:38Auf gar keinen Fall.
00:57:39Ehen betrachte ich als berufsbedingte Pflicht und Schuldigkeit.
00:57:43Das wäre unhöflich, den abzulehnen.
00:57:46Was darüber hinaus geht, ist Beamtenbestechung.
00:57:51Also, was will ich hier herführen?
00:57:54Die Kinder.
00:57:55Die Kinder geben zu Porto Gold, Detsi.
00:57:58Und sie hätten in die Scheune eines Mannes ansichtig geworden.
00:58:04Und sie hätten, weil der selbige krank, den Herrn Doktor geholt.
00:58:11Sagen die Kinder.
00:58:13Wo ich zur Sache einvernommen habe.
00:58:16Und dann gehe ich wieder zurück in den Moor.
00:58:19Und dabei wollte ich doch bloß vor ein paar Tagen nach Berlin.
00:58:22Zum Zwecke, dass ich mal nach dem Rechten sehe.
00:58:24Und dann wäre ich auch postwendend wieder retour.
00:58:28Sie wollten tatsächlich zurückkommen?
00:58:30Ehrenwort.
00:58:31Ich wollte doch bloß mal sehen, wie it justen geht und die Kinder.
00:58:35Na, der Jotlieb ist doch so hinter Justen her.
00:58:38Haben Sie denn kein Vertrauen, Sie Ihrer Guste?
00:58:40Doch!
00:58:41Unbegrenzt!
00:58:44Aber ich bin doch schon ein halbes Jahr weg von Sie.
00:58:47Und ob die das immer fertig bringt, dem Jotlieb zu widerstehen.
00:58:52Lassen Sie mir Wecher, Doktor.
00:58:54Ich werde es Ihnen nicht vergessen.
00:58:57Ich verpfeife Ihnen auch nicht.
00:58:59Respektive, ich zeige Ihnen nicht an.
00:59:05Pino, das kann ich nicht machen.
00:59:07Ich täte Ihnen ja auch mal helfen, wenn Sie in der Bredouille sind.
00:59:11Ich komme auch bestimmt wieder.
00:59:20Pino, Pino, Pino.
00:59:29Nur was anzuziehen.
00:59:31Sie sahen selbst, ich sehe verwahrlost aus.
00:59:34Und Geld für das Billett nach Berlin.
00:59:37Und Returbillett.
00:59:46Ich helfe Ihnen als Arzt.
00:59:48Ich bin nicht Ihr Richter.
00:59:49Danke, Herr Doktor.
00:59:54Sollte ich erfahren, dass Sie die polizeilichen Ermittlungen...
00:59:58Ich weise Ihnen darauf hin, dass es die Polizei eine Ordnungsmacht macht.
01:00:03Bitte Ihnen, demzufolge, mir ständig auf dem Laufenden zu halten.
01:00:08Ich muss jetzt gehen.
01:00:09Ich habe noch anderweitig Nachforschung.
01:00:12Denn wenn er nicht hier ist, dann muss er ja anderswo.
01:00:16Logisch.
01:00:17Ja, das sage ich ja.
01:00:18Der Landrat von Puttkammer hält große Stücke auf mir.
01:00:20Das ist vielleicht ein feiner Herr, der Herr Landrat.
01:00:23Ich halte große Stücke auf Ihnen.
01:00:25Ich und der Landrat, wir halten große Stücke.
01:00:27Ich frage Ihnen, wie Sie denken einem Verbrecher.
01:00:30Dann sind Sie dran.
01:00:35Pardon.
01:00:36So, ich bin in den Weg allein.
01:00:38Danke.
01:00:47Warum habe ich das bloß gemacht?
01:00:59Donnerwetter.
01:01:02Herr Dr. Holfreder.
01:01:04Der Schutzmann Lamper hat...
01:01:14Das ist ja wirklich ein starkes Stück.
01:01:16Das ist ein stärkeres, als ich es mir unbegreiflicherweise geleistet habe.
01:01:20Ich habe nicht gesagt, dass er hier ist, aber Sie haben ihn laufen lassen.
01:01:23Sei Ihnen sonst wer gnädig.
01:01:24Gott bitte ich, darum nicht.
01:01:26Es musste alles sehr schnell gehen.
01:01:27Es waren noch Sachen im Schrank.
01:01:30Ich wusste doch nicht, wie lange Schutzmann Lampe bleibt.
01:01:36Eine gute Flaschenlänge, wie immer.
01:01:41Die Sache baden Sie alleine aus.
01:01:43Ich will damit nichts zu tun haben.
01:01:47Der hat einen Sack Kohlen geklaut.
01:01:49Und es war ja wirklich verdammt kalt im letzten Winter.
01:01:53Er kommt zurück, er hat es mir versprochen.
01:01:57Ich habe sein Ehrenwort.
01:02:04Meine sehr verehrten Herren, ich bin seit einiger Zeit Mitglied des Prignitzer Ärztevereins.
01:02:09Und da hätte mir keine noch so wohlwollende Fürsprache eines Kreisphysikus Eisenloher,
01:02:15der mein Schwager ist, wie Sie wissen, Einlass verschafft,
01:02:19wenn nicht mein Ruf ein untageliger gewesen wäre.
01:02:22Sie können also sicher sein, meine sehr verehrten Herren,
01:02:25dass Sie keinen Unwürden die Aufnahme in Ihrer erlauchten Runde gestatten.
01:02:32Mein lieber Holfreder, es gibt doch keinen Zweifel an Ihrer bürgerlichen Mutation.
01:02:41Willkommen bei uns.
01:02:44Ich frage mich, wie das so lebt.
01:02:47Alles in einem Raum.
01:02:49Mensch, Vieh und mittendrin ein krankes Kind.
01:02:53Die Prignitz macht einen um einige Erfahrungen reicher.
01:02:57Und wie leicht hätten Sie sich die ersparen können?
01:02:59Und Sie meinen, wenn ich geblieben wäre, wo ich war, Herr Ammann?
01:03:02So ist es.
01:03:04Eine sehr kluge Anmerkung, Herr Schalk, Ihres Namens würdig.
01:03:12Die Kinderarbeit...
01:03:13Wenn ich mir erlauben darf, Herr Dr. Holfreder,
01:03:15es gibt in diesem Punkt durchaus verschiedene Auffassungen unter Wissenschaftlern,
01:03:23was die gesundheitlichen Schädigungen betrifft.
01:03:25Herr Schulrektor, ich weiß, dass Hütejungen sechs bis sieben Stunden Nachtruhe haben.
01:03:31Das ist zu wenig für ein Kind, das werden Sie als Lehrer doch wohl wissen.
01:03:34Am Kühe hüten ist noch keiner gestorben.
01:03:37Frische Luft soll zudem sehr gesund sein, Herr Doktor.
01:03:46Herr Landrat, sagen Sie doch etwas dazu.
01:03:50Ich habe keinen in die Lage gebracht, in welcher er sich jetzt befindet.
01:03:55Jeder ist seines Glückes Schmied, wie schon der Dichter sagt.
01:03:59Dr. Holfreder hat eben nah ans Mitleid gebaut, was ihn ehrt als Mensch.
01:04:06Ein Mann namens Pino könnte gewiss ein Lied davon singen.
01:04:12Ich verstehe nicht.
01:04:13Nun, es wird so dies und das geredet.
01:04:17Gerüchte, Herr von Stubbendorf.
01:04:22Gerüchte.
01:04:23Wo Raub ist, sitzt gewöhnlich auf Feuer.
01:04:27Meine Herren, ich muss doch sehr bitten.
01:04:29Rufen Sie sich doch auf Ihre ärztliche Schweigepfeln.
01:04:35Ah, auch schon aufgestanden?
01:04:39Ich bitte sehr unverzerrn,
01:04:42dass ich mir die Freiheit genommen habe,
01:04:45während Ihrer Abwesenheit
01:04:47mir in Ihrer Küche einen Kaffee aufbrühen zu wollen.
01:04:52Sie werden ihn nötig haben, denke ich.
01:04:54Das mache ich lieber selbst.
01:04:56Machen Sie die Tür bitte zu.
01:04:58Es ist schade um die Wärme.
01:05:00Bitte schön.
01:05:03Eine Herumtreiberei ist das.
01:05:04Verzeihen Sie, meine Liebste.
01:05:07Sie sind nicht beim Vormund
01:05:09und auch nicht meine Gouvernante.
01:05:11Ich bin lediglich Ihr Aftermieter,
01:05:12aber ich verhalte mich schließlich nach dem Kommand.
01:05:15Oder habe ich schon mal Damenbesuche empfangen?
01:05:18Bitte seien Sie nicht geschmacklos.
01:05:21Trinken Sie nicht mit.
01:05:22Schauen Sie mal auf die Uhr.
01:05:24Es ist beinahe Mittag.
01:05:28Sie haben eine Fahne.
01:05:30Ich mache keinen Hehl daraus,
01:05:32dass ich gestern Abend Alkohol gebrochen habe.
01:05:38Alkohol?
01:05:39Ja.
01:05:43Das ist es.
01:05:45Was?
01:05:47Weil Sie aus Berlin weg mussten?
01:05:50Wegen Trunksucht.
01:05:52Jetzt machen Sie den Punkt.
01:05:55Irgendwas muss es doch gewesen sein.
01:05:58Ich bin gestern Abend
01:05:59Mitglied des Britwitzer
01:06:01Honoration-Stammtisches geworden.
01:06:05Ach, du großer Gott.
01:06:08Ja.
01:06:12Hast du schön auf das Fleisch aufgepasst, ja.
01:06:15Wollen Sie ein bisschen mitessen?
01:06:17Ich.
01:06:18Ist sonst noch jemand hier?
01:06:19Danke für die Einladung.
01:06:21Danke ja oder danke nein?
01:06:23Das reicht auch noch für morgen.
01:06:24Ich fühle mich unverdient gut behandelt von Ihnen.
01:06:27Also?
01:06:29Ich nehme die Einladung dankend an.
01:06:54Ich nehme die Einladung.
01:07:00So.
01:07:04Das war ein sehr gutes Essen.
01:07:09Jetzt möchte ich noch eine Zigarre rauchen.
01:07:11Wir danken dir, Herr, für diese Gaben,
01:07:13die wir von deiner milden Güte empfangen haben.
01:07:15Amen.
01:07:15Wenn Sie unbedingt das Zimmer verqualmen wollen, bitte.
01:07:18Ich helfe Ihnen noch beim Abwaschen.
01:07:21Wollten doch rauchen.
01:07:23Nein, ich helfe Ihnen lieber.
01:07:26Brücken Sie gleich das Geschirr mit?
01:07:28Natürlich.
01:07:34Ehrlich gesagt, viel Spaß hat mir das gestern Abend nicht gemacht.
01:07:37Vielleicht erinnern Sie sich, was Sie mir im Falle packen geraten haben.
01:07:40Von den armen Schluckern kann man nicht leben.
01:07:43Aber den Hennings und Stuppendorfs kann man die Ärzterechnung vorlegen, ohne rot zu werden.
01:07:48Ich sage ja auch gar nichts gegen.
01:07:51Mein Mann gehört ja auch zu diesem Stammtisch.
01:07:54Sehen Sie, wie schnell wir fertig geworden sind, wir arbeiten schon ganz gut zusammen, alles was recht ist.
01:07:59Ich wollte Ihnen das schon lang mal sagen.
01:08:01Ich werde Weihnachten nicht hier sein.
01:08:02Na?
01:08:02Ich fahre zu den Kindern nach Naropin.
01:08:06Die brauchen mich.
01:08:08Ich meine, wenn Sie sich irgendwas vornehmen wollen, Sie müssten dann Herrn Dr. Ganzauge in Potlitz.
01:08:14Nicht?
01:08:15Ja.
01:08:17Tut mir wirklich leid.
01:08:20Ach Gott.
01:08:24Weihnachten.
01:08:34Ist das nicht merkwürdig, Frank Koke, dass die Menschen eigentlich Rechte haben und doch auf die Gnade angewiesen sind?
01:08:41Wohltätigkeit ist das Ersaufen des Rechts im Mistloch der Gnade, sagt der olle Pestalozzi.
01:08:47Das ist eine schöne Weihnachtspredigt, was?
01:08:51Waren wir noch zu Aurelius Weinreich?
01:08:53Er hat auch so Geschichten und Ideen.
01:08:59Was soll ich sonst machen in meiner Gottverlassenheit zum Christfest?
01:09:24Zieh dir das an!
01:09:28Aurelius Weinreich.
01:09:32Dieser verlassene Weihnachtsmarkt.
01:09:36Hm?
01:09:38Die Melancholie des Gewesenen.
01:09:49Ich habe die Träne gesehen, die sich in deinem Auge stahl angesichts des Verlassenen Weihnachtsmarktes.
01:09:58Du hast dich an deine Jugend erinnert, in der alles schön und gut und in Ordnung war.
01:10:04Ich habe die Träne gesehen, die sich in deinem Auge stahl angesichts der Christmette.
01:10:12Wie er hätte der Pastor sich gefreut, der nicht konfirmiert hat.
01:10:17Er ist ein Kind mit seinen Kinderglauben, hätte er verlockt.
01:10:21Aber Religion, Willem Hinrich, ist etwas für die Unwändigen.
01:10:26Die Geistig-Armen, die zurückgeblieben wären.
01:10:31Da muss etwas anderes her.
01:10:34Etwas Großes.
01:10:36Eine Idee.
01:10:37Eine hohe Idee.
01:10:39Eine absolute, eine männliche.
01:10:43Willem Hinrich, wir wollen Freimauer werden.
01:10:48Wir wollen die ehesten Güter pflegen.
01:10:52Wir wollen uns in der Humanität üben.
01:10:55In brüderlicher Gesinnung, Aufklärung und Wohltätigkeit.
01:11:01Wir wollen uns befreien vom Vorteil, vom Aberglauben, von bösen Leidenschaften.
01:11:11Oder willst du Sozialdemokrat werden?
01:11:18Überleg dir das.
01:11:20Ich hätte Lust, den Tag in Sünde zu schließen.
01:11:24Mhm.
01:11:25Mir steht der Sinn nach sexueller Ausschweifung.
01:11:30Oh ja!
01:11:32Oh ja!
01:11:33Da fällt mir was ein.
01:11:35Ja?
01:11:38Ja!
01:11:39Ja!
01:11:40Ja!
01:11:40Ja!
01:11:41Ja!
01:11:43Ja!
01:11:44Ja!
01:11:44Ja!
01:11:44Ja!
01:11:46Ja!
01:11:47Es war nichts mit der Ausschweifung.
01:11:54Auf Freimauer können wir immer werden.
01:12:00Ich kann dir.
01:12:03Ja.
01:12:05Der Zug fährt 6.19 Uhr.
01:12:16Ich will noch nicht, wenn ich lasse dich nicht.
01:12:33Ich will noch nicht.
01:12:45Sie sind hier?
01:12:55Ich bin gestern Nachmittag gekommen.
01:12:59Gestern.
01:13:02Heiliger Abend.
01:13:08Ich war in der Stadt.
01:13:12Ich habe Heiligabend in der Stadt mit Aurelius Weinreich verbracht.
01:13:19Wie kommt es denn, wirst du schon?
01:13:24Gab es Streit? Das geht mich ja nicht so.
01:13:30Entschuldigen Sie, ich wollte mir mal ein Thema haben.
01:13:32Ich habe mir was weggeholt.
01:13:35Erster Feiertag.
01:13:37Dann werden Sie wohl beide Feiertage im Bett verbrennen.
01:13:40Ich mache Ihnen ja Ihren Tee.
01:13:43Legen Sie sich nur hin.
01:13:47Ich bring Ihnen auch nachher noch was rauf zum Einnehmen.
01:13:49Danke.
01:13:52Herr Weinreich, das ist Ihr Freund, ja?
01:13:54Ja, ich bin mit ihm befreundet.
01:13:58Gibt es Einwände?
01:13:59Ihm ist die Frau davon gelaufen. Das erzählt alles über einen Mann.
01:14:02Nein.
01:14:04Das ist Ihr Freund.
01:14:09Aurelius Weinreich.
01:14:11Was für ein vergeudeter Name.
01:14:13Für einen solchen Traugenichts.
01:14:15Das ist Ihr Freund, ja?
01:14:18Das ist aber meine Sache.
01:14:21Kann sowieso alles gleich sein.
01:14:50Ich bin mit ihm.
01:15:11Kann es etwas fürchterlicheres geben als diesen Saal von Pritwitz?
01:15:15Ja, den von Portlitz.
01:15:29Sei vorsichtig, wir können ihn nicht bezahlen.
01:15:34Ich würde ihn verbrennen, wenn ich einen Streichholz hätte.
01:15:38Nicht mal dafür reicht das Geld.
01:15:40Das ist eine Zumutung! Das ist ungeheuerlich!
01:15:44Ich protestiere gegen dieses Instrument im Namen von Beethoven und Franz Liszt.
01:15:51Und Franz Schubert.
01:15:53Schubert.
01:15:55Sag mir, lieber Raul, wann in den letzten Monaten wir einen Flügel gehabt hätten, der nicht bestimmt war?
01:16:02Ist etwas nicht nach deren Wustung?
01:16:10Herr Wirt, wir sind zufrieden.
01:16:13Na, denn ist gut.
01:16:14Mehr als der, zufrieden sind, kann ich Ihnen vor der Geld nicht bieten, welches ich von Ihnen kriege.
01:16:20Hoffentlich.
01:16:20Aber, wenn man an der Dekoration was verändern könnte.
01:16:31Verändern?
01:16:33Sie entfernen, deutlich gesagt.
01:16:40Schumann und alberne Gelanden, es passt schlecht zusammen.
01:16:47Schumann ist Kunst und Gelanden sind Kunst.
01:16:49Also, zu dem Fasching ist bald und die Klasse jedes Jahr, dem Silvester-Schmuckbrang bis Rosenmontag.
01:16:54Und dann ist Sensen, aus ökonomischer Grunde.
01:16:57Unser Eins muss sehen, wo uns eins bleiben tut.
01:17:08Wir sind nun in der Region der verstimmten Pianos angelangt.
01:17:17Aber sie ist fest nicht geschmückt, diese Region.
01:17:26Ich bin im Künstlerzimmer.
01:17:30Ich bin im Künstlerzimmer.
01:17:58Gebrochen ist die Hand nicht.
01:17:59Gottlob!
01:18:00Aber es ist eine schwere Verstauchung.
01:18:02Verstauchung.
01:18:03Und das ist oft schlimmer als eine glatte Fraktur.
01:18:07Um Gottes Willen.
01:18:11An Klavier spielen ist natürlich nicht zu denken.
01:18:13Das hätten Sie auch etwas sanfter sagen können.
01:18:15Sie können doch die Einzelheiten mit etwas Schmus drum erklären.
01:18:19Gott, Leontine.
01:18:21Der Saal wird voll sein.
01:18:23Wir müssen den Leuten das Geld zurückgeben.
01:18:27Wie sollen wir dann die Saal mieten?
01:18:29Es tut mir wirklich leid.
01:18:33Das ist furchtbar.
01:18:37Leontine, kannst du mir verzeihen?
01:18:38Aber du hast doch daran keine Schwurt, Raul.
01:18:43Dieses sogenannte Künstlerzimmer, das ist deine Art Vorhölle.
01:18:49Wir sollten den Wirt verklagen.
01:18:51Gott, Raul.
01:18:53Ich hatte mich schon sehr auf den heutigen Abend gefreut.
01:18:57Wenn ich Ihnen nur helfen könnte.
01:19:02Setzen Sie sich doch an Klavier.
01:19:04Nun machen Sie mal nicht solche Scherze.
01:19:07Er spielt ganz passabel.
01:19:11Herr Doktor Holtfreder.
01:19:14Ich wäre bereit, mein Programm umzustellen.
01:19:17Und statt Robert Schumann
01:19:21ein paar Sachen von
01:19:23Franz Schubert,
01:19:25die in der Begleitung nicht so
01:19:27schwierig sind.
01:19:28Mein letztes Wort.
01:19:32Nein.
01:19:36Ich danke dir, Gott frühe.
01:19:43Du heule Kunst,
01:19:46ich danke dir.
01:19:50Ich danke dir, Gott frühe.
01:20:03Ich danke dir, Gott frühe.
01:20:05Ich danke dir, Gott frühe.
01:20:09Ich danke dir, Gott frühe.
01:20:11Ich danke dir, Gott frühe.
01:20:14Ich danke dir, Gott frühe.
01:20:15Ich danke dir, Gott frühe.
01:20:16Ich danke dir, Gott frühe.
01:20:17Ich danke dir, Gott frühe.
01:20:18Ich danke dir, Gott frühe.
01:20:19Ich danke dir, Gott frühe.
01:20:27Applaus
01:20:47Es ist hier nicht geheizt, aber glauben Sie mir, lieber Doktor, ich habe nicht gefroren.
01:20:54Es war wohl sehr schlimm.
01:20:59Ein paar...
01:21:00Herzlichen Glückwunsch, Herr Doktor.
01:21:02Super.
01:21:03Ein paar Fehler.
01:21:05Knapp über der Grenze, die Virtuosen gesetzt ist.
01:21:10Zu gütig. Was macht Ihr arm?
01:21:12Jetzt spüre ich ihn wieder.
01:21:15Während des ganzen Abend war mir es, als ob ich hätte spielen können.
01:21:18Sie müssen wohl sehr gelitten haben unter meinem Geklimper.
01:21:21Darf ich auch mal was sagen?
01:21:22Ich danke Ihnen von ganzem Herzen.
01:21:31Danke.
01:21:33Danke.
01:21:36Wiedersehen.
01:21:38Danke.
01:21:39Danke.
01:21:41Danke.
01:21:57Vielleicht hätten Sie heute Abend doch gern den Erfolg mit der Künstlerin gefeiert.
01:22:02Auf mich wollten Sie doch keine Rücksicht zu nehmen.
01:22:04Ich hätte meinen Heimweg auch alleine gefunden.
01:22:11Es ist mir übrigens sehr lieb, dass Sie sich nicht blamiert haben heute Abend.
01:22:17Sie haben sich in der Tat tapfer zuschlagen.
01:22:19Danke.
01:22:22Sehen Sie, es hat wieder angefangen zu schneiden.
01:22:27Mhm.
01:22:28Jetzt wird's Winter.
01:22:30In der Trignitz.
01:22:33Sie werden schon sehen, was das heißt.
01:22:44Oh Gott, mein Wasser kocht sich tot.
01:22:58Ich habe mir erlaubt einen Glühwein.
01:23:01Passt doch zum Schnee.
01:23:03Ja.
01:23:03Oh, danke.
01:23:07Bitte.
01:23:11Darf ich?
01:23:12Natürlich.
01:23:22Hören Sie mal.
01:23:24Ja.
01:23:25Der Tageländer Julius Pino, der vor einem halben Jahr hätte entfliehen können, hat in der
01:23:29Berliner Linienstraße den Tischl gesehen, Gottlieb K. im Streit erschlagen.
01:23:36Pino ist flüchtig.
01:23:44Das ist unser Pino.
01:23:48Das ist unser Pino.
01:24:03Das ist unser Pino.
01:24:05Das ist unser Pino.
01:24:05Das ist unser Pino.
01:24:34Untertitelung des ZDF, 2020
01:25:04Untertitelung des ZDF, 2020
01:25:34Untertitelung des ZDF, 2020
01:25:59Untertitelung des ZDF, 2020
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