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KurzfilmeTranskript
00:00:03Im Frühjahr 1896 übernahm Dr. Wilhelm Hinrich Holt-Freter eine verwaiste Praxis in der kleinen
00:00:10Stadt Prittwitz. Nachdem er an die 30 Jahre lang in Berlin das eher geruhsame Leben eines
00:00:16Nobelarztes geführt hatte, lernte er nun das unruhige und beschwerliche Leben eines
00:00:21Landdoktors kennen. Und zwar an der Seite der Frau Helene Tochtenhagen, der Witwe seines
00:00:27Vorgängers, die ihm bei seiner Tätigkeit helfen zur Seite stand. Er stellte sich auch
00:00:33außergewöhnlichen Anforderungen, wie zum Beispiel im Falle der Harriet von Vietz, die
00:00:38seiner nicht nur als Arzt, sondern auch als Seelsorger bedurfte. Sogar als Pianist hatte
00:00:43er sich zu bewähren, als aushilfsweiser Begleiter der Sängerin Leontine Bachofen nämlich. Und
00:00:50schließlich hatte er sich aus Mitleid dazu verführen lassen, dem entwichenden Häftling
00:00:54Julius Pinot zur weiteren Flucht zu verhelfen, was ebenso wie die anderen Dinge nicht ohne
00:01:00Folgen für ihn bleiben sollte.
00:01:01...
00:01:04...
00:01:24...
00:01:34Der hat auch da.
00:02:17Ich bin oft am Bahnhof gewesen in diesem Jahr.
00:02:20Ich habe den Berliner Zug oft abfahren sehen.
00:02:23Jetzt kann ich ihm nachschauen ohne eine Träne.
00:02:28Was ist mit dem Haus?
00:02:31Wird sie es verkaufen?
00:02:33Wenn sie jemanden hat, sitzt du auf der Straße.
00:02:35Ich glaube kaum, dass sich einer übernimmt als lebendes Inventar.
00:02:38So schön bist du auch nicht.
00:02:40Außer mir hast du niemanden, der wirklich zu dir hält,
00:02:42der bereit ist, dich zu ertragen.
00:02:44Mit dir hältst du auch niemanden aus.
00:02:45Ich bin doch auch der Einzige.
00:02:47Ich bin nicht darauf aus, mich der Menschheit angenehm zu machen.
00:02:49Ich wohl.
00:02:50Du bist Arzt, da musst du schon halbwegs manierlich auftreten.
00:02:53Wir reden baren Quatsch, Aurelius.
00:02:55Und das ist richtig so.
00:02:57Man muss langsam anfangen, Unsinn zu reden,
00:03:00damit das senilige Quatsch später nicht so auffällt.
00:03:06Du hast dich die ganze Zeit nicht um eine Wohnung gekümmert.
00:03:10Hast du gehofft, sie kriegt das Haus nicht los?
00:03:13Ich will dir mal was sagen, warum du keine Anstalten gemacht hast.
00:03:16Weil du im Grunde deines Herzens doch zurück willst.
00:03:18Ich habe dir doch gesagt, da war nicht die Spur des Bedauerns.
00:03:21Sagen kann man viel.
00:03:24Ich war Student in Greifswald.
00:03:27Medizinstudent wieder meinen Willen.
00:03:29Ich wollte Künstler werden, Pianist,
00:03:31aber mein Vater sagte, der Junge wird Arzt wie ich.
00:03:35In Greifswald trat Mathilde in mein Leben.
00:03:37Mathilde, eine Tochter aus gutem Hause,
00:03:41aus vermögendem Hause, mit einem einflussreichen Vater.
00:03:44Sie sah wunderbar aus, sie riss mich an sich,
00:03:47sie riss mich in das glänzende Leben.
00:03:50Wie ich es mich versah, war ich in vornehme Kreise eingeweiht.
00:03:54Ich denken konnte, saß ich in einer Nobelpraxis in Berlin,
00:03:58in Berlin, dort wo es am vornehmsten ist.
00:04:02Aurelius, ich bin da jetzt raus.
00:04:06Warum in aller Welt hast du dich nicht um eine Wohnung gekümmert,
00:04:09wo du deine eigene Praxis hättest einrichten können?
00:04:12Schlag mich tot.
00:04:15Das weiß ich selber nicht.
00:04:18Komm, wir müssen zurück nach Britwitz.
00:04:25Ich gehöre hierher, Aurelius, in die Prignitz.
00:04:29Ich gehöre zu diesen Menschen.
00:04:31Auch die besseren Kreise haben mich akzeptiert,
00:04:34an deren Wohlwollen mir sehr gelegen sein muss.
00:04:37Leider Gottes, wovon soll sonst der Schornstein rauchen, einigermaßen?
00:04:41Davon, dass diese riesen Arschlöcher auch mal einen Doktor brauchen.
00:04:44Ich werfe dir nichts vor, Wilhelm Henrich.
00:04:46Du bist Arzt, du musst jedem deine Hilfe zuteil werden lassen.
00:04:49Ich kann mir deine wundervolle Gäste der Verachtung nicht erlauben.
00:04:53Ich kann sie höchstens bewundern.
00:04:56Übrigens, Aurelius, so fies sind sie vielleicht gar nicht.
00:05:00Diese Leidenfrost und Puttkammers.
00:05:03Die haben genau gewusst, dass ich diesem Pinot zur Flucht verholfen habe.
00:05:07Sie haben es nie an die große Glocke gehängt.
00:05:09Sie haben mich sand und sonders geschont.
00:05:12Wenn Ihnen deine Nase nicht mehr passt,
00:05:15werden Sie Ihren Trumpf schon ausspielen.
00:05:16Ach, Aurelius, du siehst das alles.
00:05:18Es ist zu schwarz.
00:05:40Warum haben Sie mich nicht früher gerufen, Frau Kinast?
00:05:44Sie haben ihr Tun, Herr Doktor.
00:05:47Was hat denn das Gretchenmann bloß?
00:05:49Sie ist sehr krank.
00:05:52Es ist die Diphterie.
00:05:55Bräune, sagen Sie wohl.
00:05:58Die Bräune?
00:06:02Da sterben viele Kinder, nicht wahr?
00:06:06Ja, leider ist das so.
00:06:10Sechs Kinder habe ich zur Welt gebracht.
00:06:13Drei sind schon wieder gegangen.
00:06:17Eins war gleich tot.
00:06:20Hat sich das Sterben erspart?
00:06:24Das Kind erstickt, Herr Doktor!
00:06:26Ich brauche abgekochtes Wasser.
00:06:28Schnell!
00:06:32Schnell!
00:07:00Jetzt kommen Sie.
00:07:03Ja, jetzt komme ich.
00:07:05Sie haben getrunken.
00:07:07Ich war noch im Schwarzen Adler.
00:07:09Und darum muss ich mir die halbe Nacht um die Ohren schlagen?
00:07:11Ich habe Sie nicht darum gebeten.
00:07:13Und was ist mit dem Essen, was ich für Sie vorbereitet habe?
00:07:16Das ist wohl für einen alten Fritzen.
00:07:19Sagen Sie bloß nicht, Sie hätten keinen Hunger.
00:07:34Nein, ich habe keine Nummer.
00:07:43Meinetwegen brauchen Sie nicht aufzubleiben.
00:07:45Es gehört sich ja wohl.
00:07:48Ich wasche das Geschirr noch ab.
00:07:52So besoffen bin ich nicht, dass was zu Bruch geht.
00:07:56Oder haben Sie Angst?
00:07:58Was Sie so reden?
00:08:06War wohl ein schwerer Tag heute.
00:08:10In Berlin ist das sicher viel einfacher, nicht?
00:08:19Ich habe bei Gretchen Kieners den Alt-Sorgefeld
00:08:21einen Luftröhrenschnitt machen müssen.
00:08:27Das Kind war am ersticken.
00:08:31Es gab keine andere Rettung.
00:08:37Gretchen Kieners ist gestorben.
00:08:44Oh Gott.
00:08:53Es ist Zeit, schlafen zu gehen.
00:08:56Ich muss morgen wieder früh raus.
00:08:58Und Sie sind ja immer vor mir auf den Beinen.
00:09:06Gute Nacht.
00:09:09Gute Nacht.
00:09:38Sie haben sich kurz mal gemacht, lieber Doktor.
00:09:40Ich sollte gekränkt sein.
00:09:42Nun, man hat zu tun.
00:09:45Gewiss, die Kranken gehen vor.
00:09:46Das ist einzusehen.
00:09:48Auch gärt ich ja nicht mehr als Ihre Patientin, oder?
00:09:52Aber wie auch immer.
00:09:55Um die Musik tut es mir leid.
00:09:58Es gibt ja nicht allzu viele Stücke für vier Hände.
00:10:01Auch waren wir mit dem Repertoire bei weitem noch nicht durch.
00:10:04Ach, die Musik.
00:10:07Wissen Sie, meine liebe Frau von Vietz,
00:10:11ich habe einfach Angst, dass das wieder so ein mittelmäßiger Kram wird
00:10:13wie die anderen Unternehmungen meines Lebens.
00:10:16Wie können Sie so etwas sagen, Doktor?
00:10:19Ich habe keine Veranlassung,
00:10:21meine Bilanz zu frisieren.
00:10:31Aber die Märkische Nachtigall zu begleiten,
00:10:33hatten Sie keines Fugens?
00:10:34Es war wohl sehr schlimm.
00:10:42Wissen Sie, was ich während des ganzen Abends gedacht habe?
00:10:46Sieh mir einer an, er ist wieder in Übung gekommen,
00:10:49wie ich es ihm empfohlen hatte.
00:10:52Und nun verschwendet er sich an Frau Leontine Wachofen.
00:11:04Nicht, dass die Dame es nicht verdient hätte.
00:11:06Sie ist sehr tüchtig und viel auf Reisen in unserer lieben Mark Brandenburg.
00:11:12Sie gibt sich redliche Mühe.
00:11:14Sie meint es gewiss gut.
00:11:16Aber das Gutgemeinte ist der ärgste Feind des Warenkönens.
00:11:21Das sind vernichtende Worte, gnädige Frau.
00:11:24Sie urteilen sehr hart und tun der Künstlerin Unrecht.
00:11:29Sie sucht die Öffentlichkeit mit ihren Darbietungen.
00:11:32Also muss sie sich auch gefallen lassen,
00:11:34von der Öffentlichkeit verurteilt zu werden.
00:11:36Ich kann Ihren Standfunk nicht teilen.
00:11:39Er ist zu Absolut und lässt das Herzblut aus Acht.
00:11:44Aber dass Sie in das Konzert gekommen sind, gnädige Frau,
00:11:47ich habe Sie gar nicht gesehen.
00:11:49Sie hatten ja nur Augen für die Sängerin.
00:11:50Das glaube ich nicht.
00:11:51Wenn ich das sage, dann ist es so.
00:11:53Ich dachte nur,
00:11:56der ist für mich verloren.
00:11:58Aber gnädigste, ich will es sehen.
00:12:03Ich war schon drauf und dran,
00:12:04wieder einmal eine Ohnmacht zu nehmen.
00:12:05Dann hätten Sie kommen müssen.
00:12:06In derlei Ohnmachten kenne ich mich aus.
00:12:09In Berlin hätte ich von hysterischen Frauen leben können.
00:12:12Ehe sie zu meinem Lebensinhalt wurden,
00:12:14habe ich mich in die Priegnis verfügt.
00:12:17Doktor, bin ich hysterisch?
00:12:21Es gibt verschiedene Formen.
00:12:25Darunter auch ernst zu nehmen.
00:12:28Doktor, ich bin 28 Jahre alt
00:12:30und noch in meinem Stande.
00:12:32Ich wehre mich dagegen,
00:12:33meine Virginität als lächerlich zu empfinden.
00:12:36Und Sie verteidigen sie?
00:12:38Sie ist die einzige Würde meines Lebens.
00:12:48Da kommt Fietz.
00:12:51Sozusagen aufs Stichwort.
00:13:01Harriet,
00:13:03ich freue mich, Sie zu sehen.
00:13:05Sie waren lange nicht hier.
00:13:06Wenn er nicht vonnöten war.
00:13:09Wenn du vielleicht bei uns Platz nehmen willst.
00:13:11Ich werde Selma auftragen,
00:13:13dir noch eine Tasse zu bringen.
00:13:14Vielleicht möchtest du in unserem 5 Uhr Tee teilnehmen.
00:13:17Ist nicht nötig.
00:13:17Ich möchte nicht stören.
00:13:20Es ist nur...
00:13:26Denk dir nur, Fietz.
00:13:28Er will es einfach nicht wahrhaben,
00:13:29dass er die Märkische Nachtigall
00:13:31in einer Weise angehimmelt hat.
00:13:32Nicht doch, Herr Riet.
00:13:33Ich bitte Sie, verehrte gnädige Frau.
00:13:35Harriet liebt solche Maßlosigkeiten,
00:13:37solche Übersteigerungen.
00:13:40Hab ich denn nicht gesagt, Fietz?
00:13:42Der Doktor Holtfreder
00:13:43scheint der Sängerin Bachofen
00:13:45mit Haut und Haar verfallen.
00:13:46Also, jetzt muss ich wirklich bitten, Harriet.
00:13:48Das ist nicht möglich.
00:13:50Entschuldigung.
00:13:50Was weißt du schon davon, Fietz?
00:13:53Er war nämlich mit zu dem Konzert.
00:13:55Ach so.
00:13:59Meine Gratulation.
00:14:01Ich verstehe zwar nichts davon,
00:14:02aber der Erfolg, der war ja...
00:14:05Fietz ist mir zuliebe mitgegangen,
00:14:06nicht Ihnen zuliebe, Doktor.
00:14:07Das würde ich hoffen, gehe ich vor.
00:14:13Ich werde dann mal wieder.
00:14:15Die Arbeit wartet.
00:14:19Doktor Holtfreder, es war mir eine Freude.
00:14:32Es hätte auch noch für Fietz gereicht.
00:14:36Ich wollte mich nicht lustig machen
00:14:37über Leontine Bachofen.
00:14:39Das müssen Sie mir glauben, Doktor.
00:14:40Aber ich bin auch weit entfernt davon,
00:14:42Ihnen solches zu unterstellen,
00:14:44liebe Frau von Fietz.
00:14:46Ich werde mich nun auch verabschieden müssen.
00:14:50Die Arbeit ruft.
00:14:54Es war mir eine Freude, gnädige Frau.
00:14:56Das sind Redensarten und Ihrer nicht würdig.
00:14:59Überlassen Sie die dem Fietz
00:15:01oder den Breto.
00:15:03Das ist der Rittmeister,
00:15:04der meine Schwester Viktoria geheiratet hat.
00:15:07Oder Arnolf Bohnsack,
00:15:10Erdmutes Mann.
00:15:12Brauereibesitzer.
00:15:14Bohnsack-Bräu in Kremmen.
00:15:17Mein Gott.
00:15:19All diese Figuren aus dem Banalitäten-Bannausenkabinett.
00:15:23Gegen dir hebt sich sogar Fietz noch vorteilhaft ab.
00:15:28Ich muss noch über die Dörfer
00:15:30und Frank Koke will ja auch mal Feierabend machen.
00:15:33Sie haben Fietz gesagt,
00:15:35dass ich nicht krank bin.
00:15:40Dass nichts Beunruhigendes.
00:15:44Sozusagen.
00:15:50Ich kann Sie nicht talen, dieser Halb.
00:15:53Entlassen Sie mich, gnädige Frau.
00:15:55Ich darf Sie nicht aufhalten.
00:15:57Schließlich gibt es wirklich Kranke in Sprengel
00:15:59und denen gehören Sie.
00:16:04Sie haben mich nicht ein einziges Mal Harriet genannt.
00:16:08Sieht man Sie gelegentlich mal wieder?
00:16:13Vergessen Sie die Frage.
00:16:14Sie war auch ein Redensam.
00:16:44Essen ist gleich fertig.
00:16:45Wir müssen heute Nachmittag noch mal weg, Frank Koke und ich.
00:16:47Ich habe nicht alles geschafft.
00:16:49Sie werden schon noch dahinter kommen,
00:16:50sich die Zeit einzuteilen.
00:16:52Sie haben ja schon manches ganz gut geschafft.
00:16:54Danke für die gute Meinung.
00:17:00Sie haben ein Telekom.
00:17:12Das ist nicht zu fassen.
00:17:14Assessor Dr. Willibald Köhn und Frau Gemahlin
00:17:18kündigen Ihren Besuch an, hier in Britwitz.
00:17:20Ihr Spiegersohn.
00:17:21Der Stinkstiebe, der meine Tochter geheiratet hat.
00:17:24Mein geliebtes Rieckchen.
00:17:25Stinkstiebe oder nicht.
00:17:26Wer ist der Mann Ihrer Tochter?
00:17:28Mhm.
00:17:29Und sie kommt mit?
00:17:30Das ist doch die Hauptsache.
00:17:32Der bittet angesichts der weiten Entfernung der Stadt
00:17:35vom Bahnhof um Abholung.
00:17:37Der scheint sich gut auszukennen
00:17:38in der Prignitzer Topografie.
00:18:07Der Stinkstiebe oder nicht.
00:18:18Der Stinkstiebe oder nicht.
00:18:30Vielen Dank.
00:18:56Tja, das war das Erste.
00:18:59Generalstabskarte her und das in Frage kommende Terrain sondiert.
00:19:03Man muss doch wissen, was einen erwartet.
00:19:06Womit man sich eventuell versehen muss eines Tages.
00:19:09Mit einem Landauer oder gar einem Automobil.
00:19:23Das war's für mich, Herr Bunker.
00:19:25Ja, Herr Bunker.
00:19:47Der Kuchen ist ganz famos, verehrte Frau.
00:19:51Dortenhagen allererste Klasse.
00:19:53In der Tat, ganz famos.
00:19:54Danke.
00:19:56Vielleicht kümmerst du dich mal um das Rezept.
00:19:59Friederike.
00:19:59Ja, das Rezept.
00:20:01Wenn sie so gut wären.
00:20:02Aber ja, natürlich.
00:20:04Es freut mich ja, dass es ihnen schmeckt.
00:20:09Wolfreter wollte ja alle Mahlzeiten im Schwarzen Adler bestellen.
00:20:12Aber da habe ich gesagt, nichts noch.
00:20:14Ganz famos, in der Tat.
00:20:17Wenigstens das Logis habe ich für euch im Schwarzen Adler festmachen dürfen.
00:20:22Wir wollten keinesfalls zur Last fallen, verehrte gnädige Frau.
00:20:25Aber ich bitte Sie.
00:20:27Es ist schön, dass Sie da sind.
00:20:31Wenn er schon vor Freude sprachlos ist,
00:20:33so will ich wenigstens nicht stumm sein.
00:20:37Das war doch in Ihrem Sinne.
00:20:40Selbstverständlich.
00:20:44Tja, also.
00:20:47Der olle Puttkammer Perleberg soll Regierungspräsident im Kessling werden.
00:20:52Da hat sich ja Robert Victor von Puttkammer dran gedreht.
00:20:55Der ist schließlich Oberpräsident der Provinz.
00:20:57Eine Hand, wäscht die andere.
00:21:00Es ist nur gut, dass Robert Victor nicht mehr Innenminister ist.
00:21:04Dann wäre sicherlich Perleberg Puttkammer Polizeipräsident von Berlin geworden.
00:21:11Politik ist ein schmutziges Geschäft.
00:21:14Des Schweißes der edelsten Wert.
00:21:16Und darum habe ich mich da auch reingeworfen in die Schlacht.
00:21:22Ich bin ausersehen, Puttkammer's Nachfolge in der Westpringnitz anzutreten.
00:21:30Sie?
00:21:31Ja, ich.
00:21:33Landrat in Perleberg.
00:21:39Ja?
00:21:40Tja.
00:21:45Wir werden bald ganz in deiner Nähe sein, Papa.
00:21:47Da wirst du doch endlich dein Enkelkind kennenlernen.
00:21:50Ja, zur Taube bist du ja bedauerlicherweise nicht gekommen.
00:21:53Ich war so traurig, dass mein lieber Papa nicht da war.
00:21:56Wo ist denn das Kind jetzt?
00:21:58Na, bei Mama, in der Bleibtreustraße.
00:22:00Ja, bei Mama.
00:22:01Und Mathilde, ist das in der Lage?
00:22:03Ja, sie hat einen Nurse genommen.
00:22:06Einen Nurse?
00:22:07Braucht sie sich also keine Sorgen zu machen?
00:22:11Eine absolut zuverlässige Person.
00:22:14Tadellose Referenzen.
00:22:15Ich habe sie selbst ausgesucht.
00:22:16Und wenn sie einschlägt, nehmen wir sie mit nach Perleberg.
00:22:21Könnte ich vielleicht noch einen Tasschen Kaffee.
00:22:22Ich komme nicht.
00:22:27Ach, Rieke.
00:22:30Na, na, ich was Rieke.
00:22:36Ach, Papa.
00:22:38Warum wird alles nur so...
00:22:41Tja.
00:23:19Eine Tasse Tee, Hinrich.
00:23:20Obwohl es ja noch nicht unsere Zeit ist.
00:23:23Ja, wir pflegen um fünf.
00:23:25Darum ja der Name, Fünfer Tee.
00:23:31Ich muss selbst.
00:23:33Hermine hat Ausgang.
00:23:34Hermine?
00:23:35Ist sie noch hier?
00:23:37Warum sollte sie nicht?
00:23:39Sie hatte keine Veranlassung, wegzugehen.
00:23:46Jaw một...
00:24:03Wie ist sie noch Sugar dank着...
00:24:09Wie ist sie...
00:24:10Wie ist es?无
00:24:40Musik
00:24:41Ich störe oder dich von einem Vorhaben abhalten sollte, Mathilde.
00:24:47Dann hätte ich es dich gleich an der Türe wissen lassen.
00:24:50Du darfst davon ausgehen, dass du mich nicht inkommodierst.
00:24:54Was dich hierher führt, wird ja wohl nicht ohne eine gewisse Bedeutung sein.
00:24:58Das Schild ist noch an der Tür.
00:25:01Warum nicht?
00:25:02Du hast mich noch nicht wissen lassen, dass du für immer fortzubleiben gedeckst.
00:25:09Darf ich erfahren?
00:25:11Was dich heute hierher führt?
00:25:12Ich wollte ganz einfach einmal nach dir sehen.
00:25:19Jetzt ist es ja unglaublich.
00:25:21Das ist ja ungeheuerlich.
00:25:23Er kommt, um zu sehen, ob ich keine Dummheiten mache.
00:25:27Ob ich mich wohl verhalte in der Zeit, wo er außer Hauses war.
00:25:30Das war doch nicht so gemeint.
00:25:32Ich habe mir ganz einfach Sorgen um dich gemacht.
00:25:34Lass das, das verbitte ich mir. Wärst du nicht weggegangen?
00:25:36Du hättest doch mitkommen können.
00:25:38Das Haus in Prittwitz...
00:25:40Ich gehöre hierher.
00:25:42Nicht nach Prittwitz.
00:25:44Hier wird die Luft, die ich zum Atmen brauche.
00:25:46Woanders würde ich ersticken.
00:25:50Dies ist unsere Welt, Hinrich.
00:25:54Prittwitz ist ein Irrtum.
00:25:56Ist unbeschreiblich geschmacklos.
00:25:59Und zutiefst wieder alle Vernunft.
00:26:04Prittwitz ist die erste freie, von mir selbst getroffene, freie Entscheidung in meinem Leben.
00:26:15Und warum muss gerade ich das Opfer sein?
00:26:19Ich, die ich dir 30 Jahre lang das blendendste Leben ermöglicht habe.
00:26:23Ein Leben, von dem andere nicht einmal zu träumen wagen.
00:26:28Das blendendste Leben, das wundervolle Leben eines Nobelarztes.
00:26:33Hysterischen Weibern aus den besseren Kreisen, Spritzen in den Hintern jagen.
00:26:37Spritzen gegen ihre Migräne.
00:26:40Migräne, die sie sich zugelegt haben aus Langeweile.
00:26:43Sie stehen dem lieben Herrgott den Tag und wissen damit nichts anzufangen.
00:26:47Manchmal hatte ich den Eindruck, sie kommen nur, um einem anderen Mann in der Knarsch zu zeigen.
00:26:52Fui, wie ordinär du bist.
00:26:53Ich habe davon die Nase voll, ein für allemal.
00:26:56Das kann nicht der Sinn meines Lebens sein.
00:26:59Ich will einmal in meinem Leben erfahren, wer ich wirklich bin.
00:27:05Und dies unbedingt auf meine Kosten.
00:27:08Weißt du überhaupt, was du mir antust?
00:27:11Du hast meinen Ruf ruiniert, Hinrich.
00:27:14Eine Frau, die von ihrem Mann sitzen gelassen wird, ist ihm gespött ausgeliefert.
00:27:19Du hast nie ein Wort gesagt, dass dir das Leben nicht gefällt, was wir führten.
00:27:25Hättest du nur ein Wort gesagt.
00:27:28Was hätte das für einen Sinn gehabt?
00:27:30Ich kenne dich doch, Mathilde.
00:27:35Du machst es dir jetzt sehr leicht.
00:27:42Es war ein Fehler, hierher zu kommen.
00:27:46Vielleicht ist das nach 30 Jahren Zusammenleben keine Liebe mehr, aber man bleibt dann doch zusammen.
00:27:52Von einem bestimmten Zeitpunkt an bleibt man doch zusammen.
00:27:56Bitte, Heleneu.
00:28:02Ich wollte nicht fort von dir.
00:28:05Ich wollte heraus aus diesem Leben hier.
00:28:10Mathilde.
00:28:19Ich verspreche dir meine Fassung, nicht wieder zu verlieren.
00:28:23Du musst mich nicht mehr schwach sehen.
00:28:27Einen Tee, Hinrich.
00:28:30Ich nehme an, du willst die Scheidung.
00:28:35Du kannst sie haben.
00:28:38Wenn du auf irgendwas hier Wert legst.
00:28:40Nein.
00:28:49Ich stand in diesem Zimmer wie ein Fremder.
00:28:53Und doch hätte ich über 30 Jahre meines Lebens in diesen Räumen verbracht.
00:28:58Ich starrte auf die Bilder, auf die Möbel, wie auf Stücke aus einem Museum.
00:29:07Wenn Sie noch irgendwas möchten.
00:29:08Nein, danke.
00:29:09Mein Appetit ist nicht so groß, aber dass Sie meinetwegen aufgeblieben sind.
00:29:12Das gehört sich ja wohl.
00:29:17Und, ging alles gut?
00:29:19Ich bin über die Dörfer kajolt wie in alten Zeiten.
00:29:23Wenn mein Mann mal weg war.
00:29:25Ja.
00:29:27Das war eine schlimme Szene.
00:29:30Aber es war doch gut, dass Sie da waren.
00:29:31Hm, ja, ja, sicher.
00:29:33Werden Sie schlafen können nach all dem?
00:29:34Na, es wird schon gehen.
00:29:36Vielleicht rauche ich noch eine Zigarre, wenn Sie gestatten.
00:29:41Nein, ich warst das schon.
00:29:44Danke.
00:29:46Ich gehe dann schon schlafen.
00:29:49Aber nicht vergessen.
00:29:50Um fünf klingelt der Wecker.
00:29:52Das war seltsam.
00:29:54Ja.
00:29:56Ich stand vor der Wohnungstür und wollte sie aufschließen nach alter Gewohnheit.
00:30:00Und da merkte ich, ich hatte nur die Schlüssel von Pritzwitz.
00:30:04Vor der Wohnungstür war sie noch da.
00:30:07Die alte Gewohnheit.
00:30:16Also, guten Abend.
00:30:23Ich betreibe eine Detektei mit behördlicher Lizenz, Herr Dr. Kühn.
00:30:28Sehr schön.
00:30:30Sehr schön.
00:30:31In Ihrer Eigenschaft als Privatdetektiv sind Sie heute hier, Herr Nestriebke.
00:30:37Als einen solchen habe ich Sie hergebeten.
00:30:41Sämtliche Spesen gehen selbstverständlich zu meinen Lasten.
00:30:46Und zwar zu meinen Lasten als Privatperson.
00:30:51Auch das Honorar wird aus meiner Brieftasche kommen.
00:30:55Das Honorar für den Fall, dass wir einig werden.
00:31:00Herr Nestriebke, ich brauche Sie wohl nicht zur Diskretion ermahnen.
00:31:05Diskretion gehört zu meiner Profession, Herr Dr. Kühn.
00:31:17Ich plaudere auch nichts aus über Ihre Lebensverhältnisse, Ihre Vergangenheit etc. etc.
00:31:27Herr Nestriebke, ich denke, wir verstehen uns.
00:31:31Absolut, Dr. Kühn.
00:31:33Bitte, nehmen Sie doch Platz.
00:31:35Danke.
00:31:41Es ist eine sehr delikate Angelegenheit.
00:31:46In welcher ich mich Ihrer Dienste versichern möchte.
00:31:50Ich höre.
00:31:51Gestatten Sie, dass ich mir einige Notizen brauche?
00:31:54Nein!
00:31:56Nichts Schriftliches.
00:31:57Wenn ich bitten darf.
00:31:59Stimmt, wie Sie wünschen.
00:32:01Mein Kopf ist ja auch noch in Ordnung.
00:32:05Also,
00:32:07Sie haben doch sicherlich von dem Fall Pino gehört.
00:32:14Totschlag in der Berliner Linienstraße.
00:32:16Ja, ja, ich bin auf dem Laufenden.
00:32:18Tüchtig.
00:32:19Sehr tüchtig.
00:32:20Dann wissen Sie sicher auch,
00:32:22dass diesem Pino seinerzeit
00:32:26die Flucht aus der Haft geglückt war.
00:32:31Bei dieser Flucht hat Ihnen jemand geholfen.
00:32:34Das weiß man.
00:32:36Nur,
00:32:38es gibt da nichts Greifbares.
00:32:40Und dieses Greifbare
00:32:45zu finden wäre meine Aufgabe.
00:32:47Sie haben es erfasst.
00:32:51Im Zusammenhang mit dieser Flucht
00:32:54taucht immer wieder der Name
00:32:56Holtfreder auf.
00:32:58Dr. Wilhelm Hinrich Holtfreder,
00:33:02Arzt in Kritwitz.
00:33:04Ein Mann von gutem Ansehen unter den Leuten,
00:33:07wie ich habe feststellen können.
00:33:11Aber wenn er diesem Pino
00:33:12wirklich geholfen hat,
00:33:16nun,
00:33:16das wäre ein kriminelles Delikt
00:33:18und unterlege somit
00:33:20der Strafverfolgung.
00:33:22Was recht ist, muss recht bleiben.
00:33:24Sehr richtig, sehr richtig.
00:33:27Da darf man auch
00:33:28nächste Verwandte nicht schonen.
00:33:31Da muss man seine Pflichten kennen.
00:33:35Wenn ich den Herrn Landrat richtig verstanden habe,
00:33:38handelt es sich bei dem
00:33:40in Frage stehenden Dr. Holtfreder,
00:33:43Sie werden es ja bei Ihren Ermittlungen
00:33:45ohnehin erfahren,
00:33:46dass es sich um
00:33:48meinen Schwiegervater handelt.
00:33:51Und das macht
00:33:52diese Sache
00:33:53zu einer sehr delikaten.
00:33:57Ich kann und
00:33:58will mir in dieser Angelegenheit
00:34:01nicht das geringste
00:34:02Augenzudrücken
00:34:03vorwerfen lassen müssen.
00:34:04Schließlich
00:34:05stehen wir vor den Reichstagswahlen.
00:34:09Ich verstehe.
00:34:10Die Leute sollen wissen,
00:34:12wem Sie Ihre Stimme zu geben haben.
00:34:14Nestrick,
00:34:15ich erwarte von Ihnen
00:34:17die größte Diskretion
00:34:19und ich verlasse mich
00:34:20auf Ihre absolute Verschüttenheit.
00:34:24Sämtliche Informationen
00:34:25nur an mich.
00:34:28Dritte geht diese ganze Sache
00:34:30nicht das geringste an.
00:34:31Auch Dr. Holtfreder
00:34:33hat keinesfalls zu erfahren,
00:34:35dass gegen ihn
00:34:35detektivisch vorgegangen wird.
00:34:37Sollte ich Grund haben
00:34:40an Ihrer Zuverlässigkeit
00:34:41zu zweit,
00:34:42denn...
00:34:42Also bitte Sie,
00:34:42Herr Dr. Köhn.
00:34:47Und noch etwas.
00:34:51Sie haben von mir nie
00:34:54einen diesbezüglichen
00:34:57Auftrag erhalten.
00:34:59Nein.
00:35:01Nie.
00:35:03Es besteht also
00:35:04Klarheit zwischen uns.
00:35:08Fällig.
00:35:10Schön.
00:35:12Ich danke Ihnen,
00:35:13dass Sie sofort gekommen sind,
00:35:15lieber Dr. Holtfreder.
00:35:16Ich muss ohnehin
00:35:17meine tägliche Tour
00:35:18über die Dörfer machen.
00:35:19Da war es
00:35:20kein übermäßiger Umweg
00:35:21für mich,
00:35:22lieber Herr von Altenow.
00:35:23Und Sie sagen,
00:35:23es ist kein Anlass
00:35:24zur Besorgnis.
00:35:25Morgen,
00:35:25spätestens übermorgen,
00:35:26ist Ihre Frau
00:35:27wieder auf dem Damm.
00:35:28Ich habe ihr was
00:35:29dagelassen zum Einnehmen.
00:35:30Frank Koke.
00:35:31Es ist doch wohl das Alter,
00:35:33das sich bei uns
00:35:33einem bemerkbar macht.
00:35:35Mir ist auch manchmal
00:35:36nicht so recht gut.
00:35:37Ich habe jetzt alle
00:35:38Geschäfte in die Hand
00:35:39meines Schwiegersohnes
00:35:40gelegt.
00:35:40Er ist ein tüchtiger,
00:35:41fleißiger und
00:35:43rechtschaffender Mann,
00:35:44der es einfach versteht.
00:35:45Wir hätten es nicht
00:35:46besser treffen können.
00:35:48Dr. Holtfreder.
00:35:50Harriet.
00:35:52Warten Sie bitte.
00:35:53Warten Sie.
00:35:54Was soll man dazu sagen?
00:35:58Den ganzen Tag
00:35:59kommt sie nicht
00:35:59aus dieser Kammer.
00:36:00Es ist die Kammer
00:36:01Ihrer Jungmädchenzeit.
00:36:03Alle drei Mädel
00:36:04hatten da oben
00:36:05ihr Domizil.
00:36:09Bertolt von Vietz
00:36:10ist zum Glück
00:36:10sehr nachsichtig.
00:36:11Er sagt,
00:36:12wenn sie so gern
00:36:13da oben ist.
00:36:13Warum soll sie nicht?
00:36:17Vietz ist ein
00:36:18sehr ritterlicher Mann.
00:36:19Voller Verständnis
00:36:20führt die Launen
00:36:21einer Frau.
00:36:22Also in jeder Hinsicht
00:36:23ein Glücksfall
00:36:24für die Altenus.
00:36:25Ja.
00:36:27Nehmen Sie mich mit,
00:36:27Doktor?
00:36:30Aber Kind,
00:36:32Dr. Holtfreder
00:36:33ist auf seiner Tour
00:36:34über die Dörfer.
00:36:35Wie hast du es noch
00:36:36fertiggebracht,
00:36:37so schnell gestiefelt
00:36:38und gesportt zu sein?
00:36:42Ich bitte Sie,
00:36:43liebevoll von Vietz.
00:36:48Dann gucke.
00:36:50Ja.
00:37:13Wie geht es Mama?
00:37:14Ich hörte Sie sehr unpisslich.
00:37:17Manches scheint doch
00:37:18bis zu Ihnen
00:37:18hinauf zu dringen.
00:37:19Sicher.
00:37:20Nur Sie nicht.
00:37:22Aber vielleicht
00:37:23macht das Treppensteigen
00:37:24Ihnen Beschwerden.
00:37:26Sie haben ja
00:37:26einige Pfunde zu schleppen.
00:37:28Sehr charmant.
00:37:29Sie sind in unserem Haus
00:37:30und gönnen mir nicht einmal
00:37:31einen guten Tag.
00:37:32Das ist ungeheuerlich,
00:37:32Doktor.
00:37:35Ich kann es nicht erklären.
00:37:37Was habe ich Ihnen getan?
00:37:40Sie brauchen sich um Ihre
00:37:42verehrte Frau Mutter
00:37:43nicht zu sorgen.
00:37:43Es ist nichts Ernstes.
00:37:51Sie haben mich Harriet genannt,
00:37:52als Sie zu mir herauf riefen.
00:37:55Ich möchte Ihnen
00:37:56keine Last sein.
00:37:57Aber wenn ich Ihnen
00:37:58bei Ihren Krankenbesuchen
00:37:59zur Hand gehen durfte?
00:38:02Ja.
00:38:18Es ist sehr schön hier.
00:38:21Vor ein paar Jahren
00:38:23hätte ich noch keinen Blick
00:38:24für derlei gehabt.
00:38:26Aber im Alter kommt so etwas.
00:38:29Sie kokettieren damit
00:38:30in einer sträflichen Weise,
00:38:32die eigentlich nur
00:38:33Frauen vorbehalten ist.
00:38:35Ich gehe auf die 60,
00:38:37verehrteste.
00:38:37Na und?
00:38:38Und ich auf die 30,
00:38:39und zwar stark.
00:38:40Das ist für eine Frau
00:38:41schrecklich.
00:38:43Männer können durch
00:38:44Älterwerden nur gewinnen.
00:38:48Da habe ich ja noch Chancen.
00:38:53Es war nicht nur ein Schritt
00:38:54von der Großstadt aufs Dorf.
00:38:57Verstehen Sie?
00:39:00Ich habe Sie schon verstanden.
00:39:04Ich habe mich wohl
00:39:06sehr ungeschickt
00:39:06und angestellt.
00:39:08Sie waren ohne Zweifel
00:39:10eine große Hilfe.
00:39:12Da hätte ich ja auch Chancen.
00:39:18Ich bewundere Sie.
00:39:19Sehr.
00:39:21Sehr.
00:39:23Sehr.
00:39:24Sehr.
00:39:28Tja.
00:39:30Es steht sehr schlimm um mich.
00:39:43Wir müssen zurück zur Kutsche,
00:39:44nicht wahr?
00:39:46Tja, Frau Tochtenhagen
00:39:48wartet mit dem Essen.
00:39:56Das wär's für heute,
00:39:57lieber Pankoke.
00:39:58Nun bringen wir unsere tüchtige
00:40:00Helferin nach Hause,
00:40:01Kavaliere, die wir sind.
00:40:03Ich vor meinem Teil
00:40:04bin mehr Kaffee als wir.
00:40:06Hier.
00:40:06Diese Sprüche
00:40:07alle zu dutzenden.
00:40:08Sehr ulkig.
00:40:14Ich kann mir einen solchen Schritt
00:40:15für meine Person auch vorstellen.
00:40:17Daraus aus dem Gewohnten,
00:40:19völlig neue Bahnen,
00:40:21ein Leben im Dienste
00:40:22der leidenden Menschheit.
00:40:27Es ist ganz richtig,
00:40:28dass Sie darauf nicht eingehen.
00:40:31Eigentlich bin ich zu alt,
00:40:32wie solches Backfischgefahr sind.
00:40:35Ich bin auch zu alt
00:40:36für meine weiße junge Mädchenkammer
00:40:37oben unterm Dach.
00:40:39Ich kann mich nicht verstehen.
00:40:41Ich bitte Sie, meine Liebe.
00:40:44Pankoke, können Sie schneller?
00:40:47Juhu!
00:41:17Ich danke Ihnen, Harriet.
00:41:19Sie waren mir wirklich
00:41:19eine große Hilfe.
00:41:20Das sind Redensarten.
00:41:22Das sind mir die Sprüche
00:41:23von Pankoke lieber.
00:41:25Kennen Sie den?
00:41:25Besser in die hohle Hand
00:41:26geschissen als gar keinen Strauß?
00:41:28Der ist gut, was?
00:41:28Der ist wirklich gut,
00:41:30vor allem, wenn Sie ihn sagen.
00:41:31Wenn Sie mal wieder
00:41:32Lust verspüren sollten.
00:41:35Ach, das glaube ich kaum.
00:41:37Und wenn, dann wende ich mich
00:41:38bestimmt nur an Sie.
00:41:39Keinen anderen.
00:41:46Leben Sie wohl.
00:41:47Ich habe mich schrecklich
00:41:48aufgeführt, nicht wahr?
00:41:50Sie können fahren.
00:42:14Es tut mir wirklich leid,
00:42:16der Landrat,
00:42:16Ihr Schwiegervater
00:42:17ist auf seiner Nachmittagstour
00:42:19über die Dörfer.
00:42:20Er wird es gegen Abend
00:42:21zurück sein.
00:42:22Es war meine stille Hoffnung,
00:42:24Sie allein anzutreffen,
00:42:25liebe Frau Tochtenhagen.
00:42:27Es geht um eine recht
00:42:28delikate Angelegenheit.
00:42:30Tja, was Delikates
00:42:32zwischen uns beiden,
00:42:33wer hätte das gedacht, was?
00:42:37Ja, worum geht's denn?
00:42:39Bitte treten Sie doch näher.
00:42:40Ich sehe nicht veranlasst,
00:42:42den Nachfolgenden
00:42:43vorauszuschicken,
00:42:44dass ich Sie außerordentlich
00:42:46schätze und bewundere.
00:42:47Bitte nimm Sie Platz.
00:42:48Danke.
00:42:48Und dass es nichts gibt,
00:42:50was das Bild,
00:42:51welches ich von Ihnen habe,
00:42:53auch nur im Mindesten
00:42:54trüben könnte.
00:42:55Ich gehe in Medias Reis.
00:42:59Der Strafgefangene
00:43:00Julius Pino,
00:43:02der vor Jahresfrist
00:43:04hier in dieser Gegend
00:43:05aus der Haft hatte fliegen können,
00:43:08muss Helfer
00:43:09bei dieser Flucht gehabt haben.
00:43:12Sonst wäre es ihm wohl kaum gelungen.
00:43:16inzwischen hat dieser Pinne
00:43:19nur ein Menschen erschlagen,
00:43:20aber das wollen wir ja
00:43:21unberücksichtigt lassen.
00:43:23Nach den mir vorliegenden Erkenntnissen
00:43:27muss der wesentliche Helfer
00:43:29bei der Flucht
00:43:58Dr.
00:44:00war der Mann verschwunden.
00:44:03Schutzmann Lampe
00:44:04ist der festen Überzeugung,
00:44:05dass dieser Pinne von Dr.
00:44:07Holtvreter
00:44:08einen Mantel
00:44:09und auch Geld
00:44:11bekommen hat.
00:44:20So,
00:44:21das meint Schutzmann Lampe
00:44:23und das glauben Sie.
00:44:24Ja, warum soll ich
00:44:25ihm nicht glauben?
00:44:27Meinen Sie,
00:44:27er belügt mich?
00:44:29Nein.
00:44:30Er ist ein preußischer Beamter.
00:44:32Schutzmann Lampe
00:44:32trinkt sehr viel.
00:44:34In der Zeit,
00:44:34in der er hier war,
00:44:35hat er eine ganze Flasche
00:44:36leer gemacht,
00:44:36die ich ihm
00:44:38unvorsichtigerweise
00:44:38überlassen hatte.
00:44:39Lampe war also hier?
00:44:40Ja, natürlich.
00:44:40Er war hier,
00:44:41um nach diesem,
00:44:42wie hieß er doch?
00:44:43Pinot.
00:44:44zu fragen,
00:44:44aber ich habe ihm
00:44:45nicht das geringste gesagt.
00:44:46Ja,
00:44:48was wissen Sie denn?
00:44:50Nichts.
00:44:52Diese Sache,
00:44:53wenn es so sein sollte,
00:44:55wie Sie es darstellen,
00:44:57könnte wohl sehr unangenehm
00:44:59für Herrn Dr.
00:45:00Holtvreter werden.
00:45:02Ich könnte jedenfalls
00:45:03keine Rücksicht darauf nehmen,
00:45:05dass er mein Spiegervater ist.
00:45:07Die Leute,
00:45:08um deren Stimme ich mich bewerbe,
00:45:10würden wir das sehr verargen.
00:45:12Sie erwarten,
00:45:13dass der,
00:45:13den Sie wählen,
00:45:15dem Recht und Gesetz
00:45:16Geltung verschafft,
00:45:18ohne falsche Rücksicht
00:45:20auf Verwandte.
00:45:22Aber Herr Landrat,
00:45:24wie können Sie nur
00:45:26einem notorischen
00:45:26Tonenbold wie Schutzmann
00:45:28Lampe Glauben schenken?
00:45:33Nun,
00:45:34wie ist es,
00:45:35liebe und verehrte Frau
00:45:36Tochtenhagen,
00:45:38könnten Sie einen Eid
00:45:39darauf leisten,
00:45:40dass Dr.
00:45:41Holtvreter nichts
00:45:41mit der Sache zu tun hat?
00:45:45Wenn es nötig wäre,
00:45:47würde ich wohl einen Eid.
00:46:01Verfluchter Mist!
00:46:03Aber soll ich nicht gesagt,
00:46:04vorsichtig sein, Leute!
00:46:05Habe ich das gesagt oder nicht?
00:46:07Was?
00:46:07Steh doch klotzen!
00:46:18Ich habe nur mal wieder gesagt,
00:46:20vorsichtig sein, Leute!
00:46:21Vorsichtig!
00:46:22Wir haben es nur mal kurz,
00:46:23das ist eine reine
00:46:24Wettstühnerei!
00:46:35Was ist los,
00:46:36Fienold?
00:46:37Ich kann nichts dafür,
00:46:38Herr Baron,
00:46:38ich habe immer wieder gesagt,
00:46:39vorsichtig, Leute,
00:46:40vorsichtig!
00:46:41Ein Mann ist schwer verletzt.
00:46:42Der Mann hätte ja auch
00:46:43besser aufpassen können.
00:46:44Hören Sie, Herr Inspektor,
00:46:45ich glaube nicht,
00:46:46dass die Hand des Mannes
00:46:47zu retten ist.
00:46:47Wer ist das?
00:46:48Der Mann heißt Jablonski.
00:46:49Er ist einer von den
00:46:50Wanderarbeitern,
00:46:51er kommt aus der
00:46:51Postkosen.
00:46:53Ein Polak,
00:46:54Herr Baron,
00:46:55zum Glück keiner von
00:46:55unseren Leuten.
00:46:57Da zieht einer im ganzen
00:46:58Land herum,
00:46:58ist jede Saison woanders
00:47:00und ausgerechnet bei mir
00:47:01passiert das.
00:47:03Fienold,
00:47:03besorgen Sie neun Mann.
00:47:05Einen mit zwei,
00:47:06Händen.
00:47:07Hören Sie sie,
00:47:08Rübenkaiser,
00:47:10wenn ich Sie so reden höre,
00:47:11jeder zoll ein Arschloch.
00:47:13Ein böses,
00:47:14zynisches Arschloch.
00:47:16Ist das die
00:47:17artige Kinderstube?
00:47:18Die Leute opfern Ihnen
00:47:20ihre Arbeitskraft
00:47:21und ihre Gesundheit.
00:47:22Ich hätte nicht
00:47:23übel Lust,
00:47:24Ihnen kräftig
00:47:25in den...
00:47:26Das einzige,
00:47:27was mich davon abhält,
00:47:28ist die Tatsache,
00:47:29dass ich Sie für besser halte,
00:47:30als das Wild,
00:47:30was Sie in der Öffentlichkeit
00:47:32abzugeben für gut halten.
00:47:34Sie erinnern sich
00:47:35vielleicht an Mantel.
00:47:36Er ist seine Nierensteine los,
00:47:38weil Sie so gütig waren,
00:47:39die Kosten für die Operation
00:47:40zu tragen.
00:47:42Offenbar ist Ihr Zynismus
00:47:43nichts weiter als
00:47:44Angeberei
00:47:45und Großtuerei.
00:47:49Verkucke!
00:47:51Doktor!
00:47:52Geben Sie Ihrer Schildbeere
00:47:53die Sporen!
00:47:54Nicht,
00:47:55danke!
00:47:56So schütteln die nicht!
00:47:58Ach!
00:47:59Ja!
00:48:03Was sich dieser Pillendreher
00:48:05herausnimmt vor allen Leuten.
00:48:08Na warte,
00:48:09du Hund.
00:48:10Ich habe gehört,
00:48:11dass Dr.
00:48:12Holfreder dem Herrn
00:48:12Baron gedroht hat,
00:48:13wenn der Herr Baron
00:48:14mich als Zeugen brauchen würde.
00:48:16Schon gut,
00:48:16vielen Dank Ihnen.
00:48:18musste es denn auch passieren.
00:48:20Halten zu Gnaden,
00:48:21euer Ehren.
00:48:22Aber Jablonski ist Polakke
00:48:24und ich habe immer wieder
00:48:25gewarnt.
00:48:25Aber was sollte ich tun?
00:48:26Und die Sicherheitsvorrichtung?
00:48:28Ach, Sicherheitsvorrichtung.
00:48:29Achtsamkeit ist die beste
00:48:31Sicherheitsvorrichtung
00:48:31und kostet wenig Geld.
00:48:33Hü!
00:48:34Noch einen schönen Tag,
00:48:36Herr Baron!
00:48:41Herr Doktor,
00:48:42Sie haben dem Baron
00:48:43ja ganz schöne Sachen
00:48:44an den Kopf geworfen.
00:48:46Haben Sie denn gar keine Angst
00:48:47vor dem?
00:48:48Natürlich habe ich Angst,
00:48:49man gucke.
00:48:51Aber soll ich ihm die Freude machen,
00:48:52es ihm zu sagen?
00:48:54Was soll nun werden?
00:48:56Zuerst kümmere ich mich
00:48:57mal um Jablonski.
00:49:01Ja, ja.
00:49:03Die Nationalliberalen
00:49:05oder die Reichsparteien?
00:49:06Köln oder Stummendorf?
00:49:09Anders kann die Frage
00:49:10gar nicht laufen.
00:49:11Oder meinen Sie etwa,
00:49:12dass die Sozialdemokraten...
00:49:13Ach, ach.
00:49:14In diesem Fall
00:49:16können wir voll stolz sagen,
00:49:18wir sind hier in der Priegnitz
00:49:20und nicht in Berlin.
00:49:21Richtig.
00:49:21Die Priegnitz-Bank nicht.
00:49:24Meine Herren,
00:49:25Köln oder Stummendorf?
00:49:27Das ist die Frage.
00:49:28Ich würde sagen,
00:49:30Stummendorf.
00:49:32Stummendorf!
00:49:33Zum Wohl!
00:49:36Bitte um Verzeihung
00:49:37gegen die Störung.
00:49:39Es geht um meine Stimme,
00:49:41welche ich nächsten Sonntag
00:49:42abzugeben habe.
00:49:43Ich wollte fragen,
00:49:44was der Herr Stummendorf
00:49:46springen lassen würde,
00:49:48wenn ich dieselbe ihm gebe.
00:49:51Aber ich meine,
00:49:52wenig durfte dies nicht sein,
00:49:54da der Herr Köln
00:49:55sogar bereit war,
00:49:56mir, dem Wähler,
00:49:57seinen Schwiegervater zu opfern.
00:50:01Leider hatte er nichts
00:50:02gegen ihn in der Hand.
00:50:03Er hat nichts rausgekriegt
00:50:05in der Pino-Sache.
00:50:06Alle Welt redet davon,
00:50:07aber er konnte ihm
00:50:08nichts beweisen.
00:50:10Das ist gut, was?
00:50:12Auf Stummendorf!
00:50:15Aber der gute Wille,
00:50:16des Herrn Köln zählt.
00:50:17Also, Stummendorf,
00:50:19lassen Sie sich was einfallen.
00:50:23Adieu, mein Herr.
00:50:32Meine Herren,
00:50:33vergessen Sie den Kleidungswischenfall.
00:50:36Das politische Leben
00:50:37geht unbeirrt eiter.
00:50:53Guten Morgen.
00:50:54Guten Morgen.
00:50:56Das sehen Sie mich nicht so an,
00:50:58heute Frieder.
00:50:58Ich bin doch nicht friseert.
00:50:59Wie sollte ich auch, ne?
00:51:01Es wäre nicht nötig gewesen,
00:51:02für Sie so zeitlich aufzustehen.
00:51:05Ich kann Sie doch nicht
00:51:06ungefrühstückt auf die Reise
00:51:07gehen lassen.
00:51:08Welchem Vergnügen.
00:51:09Diese auch immer dienen mag.
00:51:11Sie haben das Telegramm gelesen?
00:51:13Ich bin zu einer Kranken gerufen.
00:51:17Die Märkische Nachtigal
00:51:19wird eine Indisposition
00:51:20zu beklagen haben
00:51:21und vom Arzt Ihres Herzens
00:51:22sich die Wiederherstellung
00:51:23Ihrer Stimme auf.
00:51:30Aber so sind die Männer.
00:51:31Eine Frau braucht mit Ihnen
00:51:32nur ein bisschen schön zu tun,
00:51:34von wegen Sie hier zu fühlen sind.
00:51:35Schade um die Wärme.
00:51:37Und wenn der Anmarsch dreist,
00:51:38100 Kilometer oder
00:51:3915 preußische Meilen beträgt.
00:51:43Mein Gott,
00:51:44so eine Tour.
00:51:46Gottfried.
00:51:49Es ist nicht zu fassen.
00:51:52Verzeihen Sie,
00:51:53verehrte, wenn ich Sie
00:51:54überhaupt niedere Empfindungen
00:51:56für fähig hielte,
00:51:57würde ich sagen,
00:51:57Sie sind eifersüchtig.
00:52:04Herr, Sie sind wohl nicht betroste.
00:52:10Überlegen Sie sich in Zukunft
00:52:11besser, was Sie sagen.
00:52:16Das ist Pankowel,
00:52:17der wird Sie zum Bahnhof bringen.
00:52:23Und sagen Sie,
00:52:24Pankowel,
00:52:24dass er gleich zurückkommen soll
00:52:25und sich zu meiner
00:52:26Verfügung halten möge.
00:52:27Es muss ja wenigstens
00:52:29einer hier sein,
00:52:29der sich um die armen,
00:52:30kranken Menschen kümmert,
00:52:31die nach Ihrem Doktor verlangen.
00:52:33Das stimmt.
00:52:33Danke Ihnen fürs Frühstück.
00:52:45Nach Wutz am Wutzersee.
00:53:16Untertitelung des ZDF,
00:53:32Er scheint mein Schicksal zu werden,
00:53:33hilflos auf Bahnstationen herumzustehen.
00:53:37Wenn es ein Gegenzug käme,
00:53:39säß ich drin.
00:53:55Dass Sie wirklich gekommen sind,
00:53:57verehrter Doktor.
00:54:05Ich darf Sie versichern,
00:54:06dass mir dies alles
00:54:07außerordentlich peinlich ist.
00:54:11Die sicher beschwerliche Fahrt hierher
00:54:13nach frühem Aufstehen.
00:54:14Danke, weniger Arzt.
00:54:16Dann das Warten auf dem Bahnhof.
00:54:17Bahnhof ist gut.
00:54:19Sie haben recht.
00:54:22Da haben Sie recht.
00:54:24Mein Gott,
00:54:25muss ich so reden.
00:54:27Es ist mir alles
00:54:28über den Maßen unangenehm.
00:54:31Dieses schreckliche Gefährt
00:54:33bar aller Fehlerungen
00:54:34und bar jeden sonstigen Konfus.
00:54:37Der Grund für die peinliche Verspätung
00:54:39war, dass ich meinen Schwager...
00:54:41Ich bin der Herr Lecht,
00:54:43dass ich meinen Schwager,
00:54:45dem dieses Gespann gehört,
00:54:48erst davon überzeugen musste,
00:54:49es für den Transport für Personen
00:54:51wenigstens einigermaßen herzurichten.
00:54:54Er wollte doch in der Tat
00:54:54so losfahren,
00:54:55als wenn er ein paar Kannen Milch
00:54:56oder eine Fuhre heult.
00:54:59Mein Gott,
00:54:59was ich so rede.
00:55:03Ist es im wenigstens
00:55:04etwas präglich.
00:55:06Ich bin manches gewohnt,
00:55:08seit ich im Friedwitz tätig bin.
00:55:10Ich darf nur hoffen,
00:55:11dass ich mit diesem Gefährte
00:55:12der Abendfeder
00:55:13zur Station gebracht werde.
00:55:15Mein Gott,
00:55:16das ist mir alles schrecklich.
00:55:18Ich hätte Sie gern mit einer Rutsche.
00:55:20Schon gut.
00:55:22Ich weiß manchmal nur nicht,
00:55:24ob ich 57 bin,
00:55:25oder schon 58 bin.
00:55:27Sie haben einen feinen Humor,
00:55:29lieber Doktor.
00:55:31Ich danke Ihnen.
00:55:37Sie ist wirklich krank.
00:55:40Gibt es einen kleinen Arzt
00:55:41hier in der Nähe?
00:55:44Sie hat sehr nach Ihnen verlangt.
00:55:48Wohl mehr mit Ihrem Herzen,
00:55:49wenn ich so sagen darf.
00:56:10Was machen wir denn für Geschichten?
00:56:13Meine Teure.
00:56:17Dr. Rolf Ritter.
00:56:26Meine Stimme.
00:56:29Ach, meine Stimme ist dahin.
00:56:34Wie schön, dass Sie da sind.
00:56:37Wie schön.
00:56:40Dann werden wir mal sehen.
00:56:43Wir lassen es an nichts fehlen,
00:56:45Herr Doktor.
00:56:46Ja, meine Schwester sorgt wirklich
00:56:47in dankenswerter Weise.
00:56:50In dankenswerter Weise.
00:56:51Das tut sie.
00:56:51Wenn Sie dann fertig sind
00:56:53mit die Leontine,
00:56:54könnten Sie mich ja mal
00:56:55bei der Gelegenheit untersuchen.
00:56:58In Sonderheit
00:56:59meine eingewachsenen Fußnägel.
00:57:01Die machen mich Sorgen.
00:57:03Entschuldigen Sie bitte.
00:57:04Und wenn Sie dann was tun könnten
00:57:07für meinen Reiß-Micht-Tüchtig...
00:57:10Für Ihren Rheumatismus
00:57:11schreibe ich Ihnen was auf,
00:57:12Herr Lechtape, zum Einreiben.
00:57:14Am besten Franz Brandwein.
00:57:16Den kann man auch trinken.
00:57:17Lechtape, ich bitte dich.
00:57:19Ist der Herr nun Doktor
00:57:20oder ist er nicht Doktor?
00:57:22Ich muss mich um Frau Leontine kümmern.
00:57:24Gehen Sie doch bitte einen Moment raus.
00:57:27Wenn ich Sie brauche,
00:57:29Frau Lechtape,
00:57:30dann werde ich Sie rufen.
00:57:31Herr Geschichten.
00:57:33Danke.
00:58:02Das Schönste von Ihnen
00:58:04von Wutz.
00:58:06Der Wutzer See.
00:58:14Sie glauben gar nicht,
00:58:16wie schrecklich das alles für mich ist.
00:58:17Diese bescheidenen Verhältnisse,
00:58:21in welchen wir zu leben gezwungen sind.
00:58:24Leontine und ich.
00:58:28Diese Lechtape.
00:58:30Meine Schwester ist ein anständiger Mensch,
00:58:33aber von so schlichter Gemütsart.
00:58:38Von Lechtape
00:58:39rede ich besser nicht.
00:58:44Wir hatten eine schöne Wohnung
00:58:46in Neuruppin,
00:58:49aber wir konnten sie nicht halten.
00:58:52Leontine Bachofen.
00:58:54Leontine Bachofen war nicht mehr gefragt.
00:58:57Tja, so ist das.
00:59:02So endet die Künstlerlaufbahn
00:59:04in der Kostgängerei bei den Bannausen.
00:59:07Erinnern Sie sich an Beethoven,
00:59:09der beim Fürsten Lichnowski
00:59:10vor hohen Herrschaften spielen musste?
00:59:13Was hat er gebrüllt?
00:59:15Vor diesen...
00:59:16Schweinen.
00:59:17Schweinen.
00:59:18Vor diesen Schweinen.
00:59:19spiele ich nicht.
00:59:21Ja.
00:59:22Aber das war Beethoven.
00:59:25Und wer bin ich?
00:59:27Wenn Frau Leontine
00:59:28oder Fräulein.
00:59:30Ich weiß nicht recht.
00:59:31Vor dem Gesetz, Fräulein.
00:59:34Oh Gott.
00:59:35Meine Frau.
00:59:37Wir waren nicht verheiratet
00:59:38im bürgerlichen Sinne.
00:59:40Wir führten eine
00:59:42wilde Ehe,
00:59:43wie man ja wohl sagt.
00:59:45Neuruppin hat sich darüber
00:59:47das Maul zerrissen.
00:59:48Aber
00:59:50das hat uns nicht tangiert.
00:59:52Wenn
00:59:54Leontine Bachhofen
00:59:55nicht mehr als Sängerin
00:59:58äh
01:00:00bleibt Ihnen doch immerhin
01:00:01noch das Klavier.
01:00:02Ich?
01:00:03Allein?
01:00:04Nein.
01:00:04Nein, nein, nein, nein.
01:00:06Das geht nicht.
01:00:08Ich bin nichts ohne Leontine.
01:00:11Sie, sie
01:00:12war auch etwas ohne mich.
01:00:16Sie erinnern sich?
01:00:17Der Harden bei Ihnen
01:00:18in Britwitz,
01:00:19wo ich diesen Unfall hatte
01:00:20und Sie an meiner Stelle.
01:00:21Sehen Sie,
01:00:23es ging auch ohne mich.
01:00:26Aber ich ohne Sie
01:00:28nie und nimmer.
01:00:29ich bin
01:00:32nichts als Pianist.
01:00:35Ja, Beethoven.
01:00:37Kennen Sie
01:00:38die
01:00:41D-Moll-Sonate
01:00:42Op. 31 Nr. 2?
01:00:44Das ist die,
01:00:45welche man die
01:00:45Sturm-Sonate nennt.
01:00:47Ja.
01:00:48In diesem
01:00:48Sturm
01:00:49bin ich als
01:00:51Virtuose
01:00:54zerschellt.
01:00:59Entschuldigen Sie
01:01:00diese
01:01:00Banalität.
01:01:08Ich hätte nie
01:01:09Künstler werden dürfen.
01:01:12Ich habe
01:01:12sämtliche
01:01:13anderen Berufe
01:01:13geschwänzt.
01:01:15Aber wäre denn
01:01:16in einem anderen
01:01:17Fache etwas
01:01:18aus mir geworden?
01:01:19Wissen Sie,
01:01:20Herr Fürstenaar?
01:01:21Fietenu.
01:01:23Die Fürstenaar-Zeiten
01:01:24sind vorbei.
01:01:26Jetzt geht's
01:01:27wieder
01:01:27markisch zu.
01:01:29Und
01:01:29Raul
01:01:30auch nicht.
01:01:32Ich stamme
01:01:33aus Friesack.
01:01:34Und wer
01:01:34aus Friesack
01:01:35stammt,
01:01:36kann nicht
01:01:36Raul heißen.
01:01:38Also nicht
01:01:39Raul,
01:01:40sondern Rudolf.
01:01:41Rudolf
01:01:42Fietenu.
01:01:43Die beiden
01:01:43F hintereinander
01:01:44sprechen
01:01:44nicht schlecht,
01:01:45was auch
01:01:45ein Grund
01:01:45war für
01:01:46Raul.
01:01:47Aber
01:01:48weg damit.
01:01:49Fort mit
01:01:50Schaden.
01:01:50Die
01:01:51rauhe
01:01:51Wirklichkeit
01:01:52heißt
01:01:52Wutz am
01:01:53Wutzer
01:01:53See.
01:01:55Müssen wir
01:01:55schon,
01:01:56Herr Doktor?
01:01:57Ich
01:01:58dachte,
01:01:58wir könnten
01:01:58noch ein
01:01:59wenig
01:01:59plaudern.
01:02:00Ich
01:02:00habe
01:02:01sonst
01:02:01keine
01:02:02Gelegenheit
01:02:02dazu.
01:02:03In
01:02:03Wutz.
01:02:09Wissen
01:02:10Sie,
01:02:10Herr Fürstenau,
01:02:11für mich
01:02:11bleiben Sie
01:02:11Raul Fürstenau.
01:02:13Wie Sie
01:02:13auch heißen
01:02:14mögen
01:02:14in Wirklichkeit.
01:02:16Bewahren
01:02:16Sie Ihr
01:02:17Künstlertum,
01:02:17werfen
01:02:18Sie es
01:02:18nicht
01:02:18weg.
01:02:19So
01:02:20schäbig
01:02:20es Ihnen
01:02:20im
01:02:21Moment
01:02:22auch
01:02:23scheinen
01:02:23sollte.
01:02:25Was
01:02:26ein
01:02:26Mensch
01:02:26ist,
01:02:27ist
01:02:27nicht
01:02:27abhängig
01:02:28davon,
01:02:28wie
01:02:28weit
01:02:28er es
01:02:29gebracht
01:02:29hat.
01:02:30Es
01:02:30halten
01:02:30sich
01:02:31manche
01:02:31ganz
01:02:31oben
01:02:31auf,
01:02:32deren
01:02:32Künstlertum
01:02:33einen
01:02:33Scheißdreck
01:02:34wert
01:02:34ist.
01:02:39Ich
01:02:40habe
01:02:40Leontine
01:02:41Bach offen
01:02:41bewundert,
01:02:43weil sie
01:02:43sich zu
01:02:43sich
01:02:44selbst
01:02:44bekannte,
01:02:45obwohl sie
01:02:45doch genau
01:02:45wusste,
01:02:46wie es
01:02:46um
01:02:46sich
01:02:46stand,
01:02:48mit
01:02:48ihrem
01:02:48bescheidenen
01:02:49Künstlertum.
01:02:52Verzeihen Sie,
01:02:52dass ich
01:02:52das sage?
01:02:55Ja,
01:02:56natürlich.
01:02:57Ich
01:02:58führe im
01:02:58Grunde ein
01:02:59jämmerliches
01:02:59Leben,
01:03:00als kleiner
01:03:00Untermieter
01:03:01einer Frau,
01:03:01die mich
01:03:02als
01:03:02eindringlich
01:03:02betrachtet
01:03:03und der
01:03:03ich nie
01:03:03was
01:03:04recht machen
01:03:04kann.
01:03:05Und
01:03:06doch
01:03:06muss
01:03:06ich
01:03:06Ja
01:03:06sagen
01:03:07zu
01:03:07meiner
01:03:07Entscheidung.
01:03:09Ich
01:03:09bin
01:03:09ein
01:03:09mittelmäßiger
01:03:10Arzt
01:03:10und
01:03:11tröste
01:03:11mich
01:03:11mit dem
01:03:12Gedanken,
01:03:13den
01:03:13Leuten
01:03:13hier
01:03:14mehr
01:03:14zu
01:03:14nutzen,
01:03:16denn
01:03:16als
01:03:16Modearzt
01:03:17in
01:03:17Berlin-Charlottenburg.
01:03:28Ich
01:03:29muss
01:03:29Ihnen
01:03:29sagen,
01:03:32Ihrer
01:03:32Frau geht's
01:03:33nicht gut.
01:03:35Sie
01:03:36müssen
01:03:36damit
01:03:36rechnen,
01:03:39es ist
01:03:40die
01:03:40Schwindsucht.
01:03:58Wie schön,
01:04:00dass Sie
01:04:00gekommen sind.
01:04:04Den
01:04:05Abend
01:04:05in
01:04:05Britwitz
01:04:06werde
01:04:06ich
01:04:06nie
01:04:06vergessen.
01:04:09Das war
01:04:09unser
01:04:10Abend.
01:04:24Der
01:04:25Schwager
01:04:26hat
01:04:27angespannt.
01:04:28Das
01:04:28Rezept
01:04:29ist
01:04:29für
01:04:29ein
01:04:29Licht
01:04:29dafür.
01:04:42Sie
01:04:42wollen
01:04:43schon
01:04:43gehen?
01:04:53Nein,
01:04:55nicht
01:04:56gut.
01:04:58Nein, das
01:04:59geht's
01:05:09nicht
01:05:09gut.
01:05:12Nein, das
01:05:12ist nicht
01:05:12gut.
01:05:20Der Name der Doktor.
01:05:56Es ist so schön, dass du endlich einmal zu uns gekommen bist, lieber Papa.
01:06:00Ja.
01:06:00Ich dachte schon, du magst dein Riechchen gar nicht mehr.
01:06:02Oh, wie konntest du sowas denken?
01:06:04Verzeih mir.
01:06:05Guck mal.
01:06:06Seit er fünf geschlagen.
01:06:09Um fünf blicken, lieber als seinen Tee zu nehmen.
01:06:11Nein. Sein Dienst ist zu Ende und er kommt nach Hause.
01:06:14Ich würde vorschlagen, wenn er kommt.
01:06:16Bleib doch noch.
01:06:18Geliebheit würde sich gewiss auch sehr freuen.
01:06:20Ich bin zu euch gekommen, zu dir und dem Kind.
01:06:24Du kannst ihn nicht leiden, nicht wahr?
01:06:26Du hast ihm nie das familiäre Du angeboten.
01:06:33Hat Bertram dir eigentlich einmal geschrieben?
01:06:35Nein. Ich habe nichts gehört von meinem Sohn seit zwei Jahren.
01:06:40Er hat die Universität gewechselt.
01:06:42In Bonn am Rhein ist er jetzt.
01:06:44Und er gehört den Bonn und Borussen an der gleichen Verbindung, welche auch seine Majestät angehört.
01:06:48Aus Wichtigkeit.
01:06:49Die Bonn und Borussen sind das Vornehmste, was es gibt, sagt die Mama.
01:06:51Ja, hat sie auch da ihre Hand im Spiel.
01:06:55Die Mama meint doch alles so gut.
01:06:57Ja.
01:06:58Ist schon gut.
01:07:01Wir werden wieder wegziehen, Papa.
01:07:05Nach Berlin zurück.
01:07:07Willi bald meint, dort doch bessere Aufstiegsmöglichkeiten zu haben.
01:07:13Klar, dass er sich hier nicht mehr sieht.
01:07:16Wie du das sagst.
01:07:19Als mache dir das gar nichts aus.
01:07:24Riechen, ich habe dich sehr lieb.
01:07:26Ich wünsche dir für dein Leben das Beste.
01:07:29Aber sei mir nicht böse, wenn ich dir sage, die politische Karriere des Herrn Doktor Willi bald Köhn ist mir
01:07:35vollkommen schnupp.
01:07:40Das ist Willi bald.
01:07:41Jetzt musst du bleiben.
01:07:43Ach, Herr Schwiegerpapa.
01:07:49Wie bleibt das hier vom Moos?
01:07:53Ich habe eben erfahren, dass Sie wieder nach Berlin gehen.
01:07:58Nur nicht jeder macht sein Glück in der Prignitz.
01:08:00Nichts für ungut.
01:08:02Das hat nicht sollen sein.
01:08:06Machen Sie einen neuen Anlauf.
01:08:08Ich würde empfehlen Hinterbommern oder Insterburg.
01:08:22Nein, ich möchte sehr wichtig sein.
01:08:29Ich werde empfehlen, dass Sie von Nord-West-Westfalen geraten haben.
01:08:33Bleib kommt für weiter.
01:08:33Oder wie lange Sie verlaßt.
01:08:46Tja.
01:09:24Wirklich, Doktor?
01:09:26Ja, ein Stammhalter ist unterwegs.
01:09:33Es scheint doch alles in Ordnung zu sein, aber das müsste eine gründliche Untersuchung,
01:09:37zu der ich hier nicht in der Lage bin, bestätigen.
01:09:41Tja, mein lieber Herr von Vietz, es hat sich also alles in die normalen Bahnen gegeben,
01:09:52wenn ich mal so sagen darf.
01:09:57Ja, die Schwierigkeiten von welchen seiner Zeit, die gibt es nicht mehr.
01:10:04Es ist alles so, wie es sein soll.
01:10:08Sie verübeln mir doch hoffentlich nicht, dass ich Sie damals in der Geschichte behelligt habe.
01:10:18Es war doch richtig, Sie zum Vertrauten zu machen, denn ich schreibe es Ihrem Wohltun in Einfluss zu,
01:10:25dass sich alles so prächtig gefügt hat mit Harry, mit meiner Frau.
01:10:29Harry, meine Frau ist Ihnen von Herzen zugetan, wenn ich das so sagen darf.
01:10:35Sie schwört auf Sie und spricht nur im Tone tiefster Verehrung von Ihnen.
01:10:40Ich bin glücklich, dass ich Ihnen das sagen kann.
01:10:44Es ist vielleicht ein kleiner Lohn für Ihre...
01:10:49Ach, entschuldigen Sie, Ihr Honorar.
01:10:52Soll ich Ihnen...
01:10:57Natürlich sind Sie zur Taufe eingeladen.
01:11:00Ich wünsche Ihrer Familie Glück.
01:11:18Ich habe doch gesehen, dass du es bist.
01:11:21Stinkst ja schon von Weitem nach Karbol.
01:11:24Was soll der Unfug? Ich fahre nicht zu meinem Spaß in der Gegend rum.
01:11:27Ich kriege dich doch sonst nie zu fassen.
01:11:29Du kommst ja einfach nicht mehr zu mir, obwohl ich dich dauernd einlade.
01:11:34Ich fahre zu Leuten, wenn sie krank sind, oder zu meinen Freunden.
01:11:37Ich bin immer sehr anständig zu dir gewesen, das musst du zugeben.
01:11:42Neulich bei der Sache mit dem Komornik, dem Pollacken, da warst du sehr dreist.
01:11:47Aber ich hab's dir nicht vergolten.
01:11:50Ich hab eine große, mir selbst nicht erklärbare Sympathie für dich.
01:11:55Warum bist du nicht mal zur Treibjagd gekommen?
01:11:57Solche Sauereien mach ich nicht mit.
01:12:00Ich bin kein feudales Arschloch.
01:12:04Aber ein hochnäsiges bist du.
01:12:07Hältst dich für was Besseres, was?
01:12:09Dabei haben sie dich doch sicher in Berlin davongejagt,
01:12:12weil du ein elender Kurpfuscher bist.
01:12:15Und so einem schicke ich die Leute ins Haus,
01:12:17wenn sie mich nach einem guten Doktor fragen.
01:12:20Ich hätte dich können kaltstellen, wenn ich gewollt hätte.
01:12:23Du weißt wohl wirklich nicht, wer ich bin.
01:12:28Hör mir zu, Rüben-Kaiser.
01:12:30Wenn du was für mich getan hast, dann danke ich dir dafür, wie es sich gehört.
01:12:34Ich hoffe nur, dass du nicht glaubst, mich damit gekauft zu haben.
01:12:39Ich habe auch gewisse Sympathien für dich.
01:12:41Aber in Grenzen.
01:12:43Denn bei Licht besehen bist du gar kein so übler Geselle.
01:12:47So, nun mach Platz und nichts für ungut.
01:12:51Hopp, vorwärts.
01:12:56Warum kann es uns beiden bloß nichts werden?
01:13:15Dem haben sie es mal wieder gegeben.
01:13:17Werd ihnen der nicht mulmig.
01:13:18Ich kann nicht mehr zurück, Frank-Kurke.
01:13:20Der Krieg ist nun mal erklärt.
01:13:22Oh!
01:13:23Ja!
01:13:28Oh!
01:13:50Ja!
01:13:51Ach, gut, dass Sie da sind, Herr Doktor.
01:13:54Guten Tag, Frau Kummerlöwe. Ist Weinreich krank?
01:13:57Er liegt. Er hat seit Tagen seinen Laden nicht aufgemacht.
01:14:01Ich hab's gesehen, mir aber nichts dabei gedacht.
01:14:04Er hat ja eine Nase lang seinen Laden zu.
01:14:13Tja, man fragt sich, wovon er lebt.
01:14:18Ich fürchte, da ist zu viel getrunken, Aurelius.
01:14:23Ich bin krank.
01:14:25Es geht zu Ende mit mir.
01:14:28Schön, dass du nochmal gekommen bist.
01:14:31Du hättest dich operieren lassen sollen.
01:14:34Warum hast du nicht auf den Rad eines Freundes gehört?
01:14:36Komm.
01:14:37Mach dir keine Vorwürfe.
01:14:40Es war meine Entscheidung.
01:14:43Gerade du solltest den Wert freier Entscheidungen zu würdigen wissen.
01:14:47Was ist nicht miteinander zu vergleichen?
01:14:50Sondern ist diese Person immer noch zu Gange.
01:14:53Das ist Frau Kummerlöwe.
01:14:54Sie schafft Ordnung in dein Chaos.
01:14:56Ich bestehe auf meinem Chaos.
01:14:59Ordnung ist ein bürgerliches Schimpfwort.
01:15:01Sie hilft dir.
01:15:01Ich kann nicht die ganze Zeit an deinem Bett sitzen.
01:15:04Weit überhaupt nicht mehr.
01:15:05Es geht zu Ende.
01:15:08Red nicht zu.
01:15:09Lass dich operieren.
01:15:10Ich verspreche dir auch, Feimauer zu werden.
01:15:13Ist vorbei.
01:15:15Willst du nichts mehr tun zur Förderung der Menschheit?
01:15:19Ich bin fertig mit ihr.
01:15:25Es gibt keine Beziehung mehr zwischen mir und der Welt.
01:15:30Es hat sie nie gegeben.
01:15:42Ist das nicht ein bisschen viel Attitüde?
01:15:44Ich will dich nicht kränken.
01:15:47Maria, ich lieb dich.
01:15:49Ich will nicht, dass du stirbst.
01:15:50Ich brauch dich.
01:15:53Aber sowas ist.
01:15:55Komm, lass mich zufrieden.
01:16:06Sie soll weggehen.
01:16:07Ich will meine Ruhe haben.
01:16:09Wird schon gehen, wenn du fertig bist.
01:16:11Du bleib doch noch ein Weilchen.
01:16:14Bitte.
01:16:28Meine Frau hat die Scheidung eingereicht.
01:16:31Sie hat einen Anwalt genommen, Dr. Willibald Köhn.
01:16:35Das Schwiegersohn?
01:16:36Ja.
01:16:37Nach seiner Wahlniederlage ist er zurück nach Berlin.
01:16:41Sie wirften ihr böswilliges Verlassen vor.
01:16:46Bring die Sache schnell hinter dich.
01:16:49Dann bist du frei.
01:16:55Was ist?
01:16:58Liebst du sie etwa noch?
01:17:01Ja.
01:17:10Sie steht.
01:17:12Wohin ging sie noch?
01:17:17Lass sie hier.
01:17:19Ich sehe sie nach.
01:17:21Ich denke, du hast nie in deinem Leben meine Uhr repariert.
01:17:27Ich habe das Geschäft von meinem Vater übernommen.
01:17:31Ich wollte nicht, aber ich musste.
01:17:34Und damit war ich der Uhrmacher von Britwitz.
01:17:39Aber ich habe mich verweigert.
01:17:42Verstehst du?
01:17:45Sie maßen alle mit der Elle der Tüchtigkeit.
01:17:50Aber ich wollte mich nicht messen lassen.
01:17:53Ich erkannte Ihnen das recht ab,
01:17:55mich mit Ihren Maßen messen zu wollen.
01:17:59Ich hatte nichts mit Ihnen zu tun.
01:18:05Lass sie hier.
01:18:07Deine Uhr.
01:18:11Nimm so lange meine.
01:18:13Ich brauche keine.
01:18:17Aber du musst wissen,
01:18:21wie spitze es ist.
01:18:30Ja, ich muss wissen,
01:18:31wie spitze es ist.
01:18:36Ich kann mich nicht verweigern,
01:18:39Aurelius.
01:18:40Ich bin Arzt.
01:18:49Ich sehe wieder nach dir.
01:19:15Der Herr Dr. König ist nicht mehr Landrat von Perleberg?
01:19:18Der hat in Berlin eine Anwaltspraxis aufgemacht.
01:19:20Den ersten Fall hat ihm meine Frau Mathilde verschafft.
01:19:24Die Ehescheidungssache Holdfreder gegen Holdfreder.
01:19:27Ach, ist es endlich soweit?
01:19:29Ja.
01:19:30Gott sei es gelobt.
01:19:33Ich werde aber wahrscheinlich nichts zu lachen kriegen.
01:19:37Aber die Pino-Geschichte,
01:19:39die werde ich mitbüßen müssen.
01:19:42In der Prignis ist er damit nicht zurangekommen.
01:19:45Da hat ihm ein wichtiger Zeuge gefehlt
01:19:47oder eine Zeugin.
01:19:50Wer weiß.
01:19:52Meine liebe Helene,
01:19:54ich bin nicht aus Dummstorf
01:19:56und bin auch nicht mit einem Klammersack gepudert,
01:19:58wenn Sie wissen, was ich meine.
01:20:03Ich danke Ihnen für das,
01:20:04was Sie um meine Willen
01:20:05auf sich genommen haben.
01:20:14Ich mache mir Sorgen um Aurelius Weinreich.
01:20:17Das geht ihm nicht gut?
01:20:18Nein.
01:20:20Bisher hat er sich immer noch wieder berappet,
01:20:22der Aurelius.
01:20:36Er ist tot.
01:20:39Tot?
01:20:40Es ging so schnell.
01:20:42Ich konnte Sie nicht mehr rufen,
01:20:44wie er es wollte.
01:20:59Ich habe ihn nicht mehr rufen,
01:21:17er hat sie repariert sie geht er war doch urmacher er hat mir seine gegeben als ersatz
01:21:29ich behalte sie wenn er nichts anderes verfügt hat er hat nichts gesagt ich weiß nicht ob ein
01:21:36testament aber das hier habe ich unter seinem kopfkissen gefunden
01:22:04das ist das testament deines vaters
01:22:09er hat ja ein großes vermögen vermacht dein vater muss unermesslich reich gewesen sein
01:22:19du hast einfach nur geerbt ich habe mich immer nur gefragt wovon du lebst du hast nie eine uhr
01:22:29repariert dein laden warf auch nichts an ich habe immer gedacht du könntest gar keine uhr reparieren
01:22:38du hättest dein unvermögen hinter der gebärde der weltverachtung und der menschenverachtung
01:22:51versteckt
01:22:52bist du denn nun da du großer unabhängiger
01:22:58du hast das verweigern mit großer virtuosität betrieben
01:23:05edle haltung die man sich finanziell leisten kann ist keine edle haltung mehr dies unter freunden
01:23:18ich habe dich sehr geliebt warum hast du nicht auf mich gerät
01:23:48das waren sie nun unter 30 jahre henrich
01:23:53ja das waren sie mathilde
01:23:57es hätte so gut sein können mit uns
01:24:06willst du zu bertrands hochzeit kommen
01:24:09ich würde dafür sorgen können dass bertrand nichts dagegen hat
01:24:13wenn der geschiedene mann seine mutter
01:24:17nein lass das ich will nicht stören
01:24:24nrisch
01:24:27nrisch
01:24:29und
01:24:32auch
01:24:57Den Rest regeln die Anwälte.
01:25:01Ich glaube, dass es sehr schwer für Sie ist.
01:25:03Für Sie beide.
01:25:06Es gibt Dinge im Leben, da muss man rein und durch.
01:25:09In die Priegnis musste ich auch rein und durch.
01:25:13Darf ich fragen, wie es bei Ihnen war?
01:25:16Hat der Immobilienmagler Erfolg für Sie gehabt?
01:25:18Ja, ich hätte verkaufen können.
01:25:19Aber?
01:25:22Ich habe alles storniert.
01:25:24Nein, sogar rückgängig gemacht.
01:25:32Er wusste, was das bedeutete.
01:25:35Sie würde bleiben und er würde weiter in dem Haus wohnen und arbeiten können.
01:25:42Er sah sie an, diese Frau, die ihm so etwas wie eine Gefährtin geworden war.
01:25:48Nun, diese Tat von ihr.
01:25:51Sie hatte ihm zuliebe auf den Verkauf ihres Hauses verzichtet.
01:25:56Hatte sie sich damit nicht auch an ihn gekettet?
01:26:00Oder ihn an sich?
01:26:05Nun gut, dachte er, wir beide sind ja alles in allem miteinander zurechtgekommen.
01:26:10Aber was und wie weiter?
01:26:13Er versuchte sich vorzustellen, wie sein Leben ohne sie aussähe.
01:26:18Und er konnte es sich seltsamerweise fast gar nicht vorstellen.
01:26:25Sie ist ein Stück meines Lebens geworden, dachte er, etwas pathetisch.
01:26:30Freilich, sie konnte unausstehlich sein.
01:26:32Aber er wusste, dass sie ihn nie verletzt hatte.
01:26:36Er fragte sich, was sie ihm als Frau bedeutete.
01:26:42Er wusste es nicht.
01:26:43Er wusste nur, dass er bei ihr bleiben würde und dass er das auch wollte.
01:27:13Es war einer da vom Vorberg.
01:27:15Da ist es mal wieder soweit.
01:27:18Es eilt.
01:27:21Wie ist es, Helene?
01:27:24Bring mir mal wieder ein Kind zur Welt.
01:27:26Na, wenn Sie mal einholz, Peter, dann machen wir das eben mal.
01:27:29Ja.
01:27:31Ja.
01:27:42Ja.
01:27:46Ja.
01:28:15Untertitelung des ZDF, 2020
01:28:45Untertitelung des ZDF, 2020
01:29:15Untertitelung des ZDF, 2020
01:29:45Untertitelung des ZDF, 2020
01:29:55Untertitelung des ZDF, 2020
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