00:04Am 8. März fand im Citizen-Stadtkino Deutsch-Wagram in der Friedhof-Allee 5 eine besondere Veranstaltung zum Internationalen Frauentag
00:13statt.
00:14Gezeigt wurde der Dokumentarfilm Ein Tag ohne Frauen, der den isländischen Frauenstreik von 1975 beleuchtet.
00:21Die Besucherinnen und Besucher erhielten einen eindrucksvollen Einblick in die historischen Ereignisse, die damals das öffentliche Leben in Island nahezu
00:31zum Stillstand brachten und einen entscheidenden Impuls für mehr Gleichstellung setzten.
00:35Der Vormittag war gut besucht und die Atmosphäre war geprägt von Interesse, Austausch und Wertschätzung für das Thema.
00:42Die Veranstaltung bot eine Gelegenheit, gemeinsam über Gleichberechtigung gesellschaftliche Veränderungen und die Bedeutung des Frauentags nachzudenken.
00:54Das ist eine klassische Formulierung.
00:57Erstens sind Sie ignoriert, dann sind Sie es lieb.
01:01Das ist Pamela Hogan und er erzählt vom historischen Frauenstreik in Island am 24. Oktober 1975.
01:10Damals legten 90% der Frauen ihre Arbeit nieder, im Beruf und auch zu Hause.
01:15Für einen Tag stand das Land still und genau dieser Tag wurde zu einem wichtigen Schritt.
01:21Schritt in Richtung Gleichberechtigung.
01:26Seit über 100 Jahren gehen Frauen am Internationalen Frauentag auf die Straße.
01:30Wir feiern Errungenschaften und wir kämpfen weiter.
01:33Denn echte Gleichstellung ist noch immer nicht vollständig erreicht.
01:38Und dabei ist eines wichtig.
01:39Feminismus bedeutet nicht, Männer auszuschließen.
01:43Wir brauchen sie als Verbündete, damit unsere Gesellschaft gerechter wird für alle.
01:49Darum auch ein herzliches Willkommen an unsere solidarischen Männer heute.
01:53Vielen Dank für die Tage.
01:55Und ich wünsche Ihnen jetzt einen etwas tollen Filmvormittag.
01:59Film ab.
02:00Danke.
02:02Hat man euch heute schon gratuliert?
02:06Uns braucht man heute nicht gratulieren, weil wir sind so starke Frauen.
02:10Wir sind heute alle gemeinsam hier, um uns gegenseitig zu stärken, den Rücken zu stärken.
02:16Und auf das sind wir stolz, dass wir alle Feministinnen sind.
02:21Ja, also ich mache es jetzt anders.
02:23Ja, mir wurde heute schon zum Frauentag gratuliert.
02:25Und ich sehe das als tolles Zeichen, weil das ist jemand, der weiß, was für eine Bedeutung der heutige Tag
02:30hat.
02:31Und der dadurch Kraft und Energie stärkt und gibt.
02:35Und dadurch finde ich es toll, weil es solidarisch ist und wir wissen, wir haben noch viel zu tun.
02:39Dann hätte ich noch gern der Stand derzeit in der Politik, Frauenanteil.
02:45Und wie fühlt man sich als Frau jetzt derzeit in der Politik?
02:49Da hat sich ja einiges geändert in den letzten Jahren, hoffentlich.
02:53Ja, es sind noch immer viel zu wenig Frauen in der Politik.
02:57Wir sind mehr als wie die Hälfte der Bevölkerung sind Frauen.
03:00Und manche Männer haben natürlich das Problem, jede weitere Frau in der Politik bedeutet ein Mann weniger.
03:08Und diesen Platz wollen sie uns natürlich nicht einräumen.
03:14Und wir sind davon überzeugt, wir nehmen uns den Platz.
03:18Weil mit so vielen engagierten Frauen alleine, die da jetzt stehen, kennt man so viel verändern.
03:24Und wir werden den Weg finden, dass wir das auch wirklich gemeinsam verändern.
03:27Weil ich glaube, dass unsere Kinder eine wirklich tolle Zukunft brauchen.
03:33Und nur gemeinsam, wenn wir es ihnen die Sicherheit geben, im Gesundheitsbereich, im Bereich Gewaltschutz, im Bereich von Frauen-Gendermedizin.
03:44Da gibt es so viele Bereiche, die nur Veränderungen brauchen.
03:48Und auf dem Weg sind wir, dass wir die Bereiche verändern wollen, damit es allen Frauen gut geht, damit sie
03:53ein selbstbestimmtes Leben führen können.
03:55Frauen, Politik, Job, wie macht man das?
04:00Das stimmt, das ist eine Herausforderung oftmals.
04:02Also manche sind in der glücklichen Situation unter Anführungszeichen wie unsere Bürgermeisterin.
04:08Dass sie in einer Stadt Bürgermeisterin sein darf, wo sie wirklich einen Fulltime-Job hat.
04:15Da wäre etwas anderes gar nicht möglich.
04:17Andere, so wie unsere Ortsfrauen oder ich als Bezirksfrauen-Vorsitzende, machen das quasi ehrenamtlich gerne nebenbei, so wie auch alle
04:25anderen Ortsfrauen.
04:26Das ist oftmals eine Herausforderung, weil wir auf vielen Plätzen gleichzeitig sind und alle Ansprüche unter den Hut bringen müssen.
04:35Aber dennoch, wenn wir das nicht machen, wer macht es sonst?
04:39Also das heißt, wir haben so viel Motivation und bemühen uns trotzdem und schauen, dass wir etwas weiterbringen für die
04:46Frauen und mit den Frauen reden und uns gegenseitig auch stärken.
04:51Und den Gedanken auch weitertragen und auch an der Basis arbeiten, weil sonst wird es nichts.
04:56Und quasi auf Augenhöhe, ist das schon möglich in der Politik?
05:02Herausfordernd.
05:03Nein, es ist auf jeden Fall herausfordernd, weil die Elvira hat das zuerst schon gesagt.
05:06Natürlich, wenn man sagt, man möchte den Frauenanteil vergrößern und verbessern, heißt das natürlich, jede Frau mehr, die in die
05:12Politik hineinkommt, bedeutet natürlich gleichzeitig auch eine Position für einen Mann weniger.
05:17Das heißt, es muss natürlich auch gelebt werden.
05:20Gleichstellung bedeutet nicht nur auf unterer Ebene, sondern in allen Bereichen.
05:24Und da haben wir noch viel zu tun.
05:26Und ich glaube, es braucht Role-Models, so wie die Elvira, so wie mich, so wie die tollen Frauen, die
05:32hier sind, die zeigen, es geht.
05:33Ja, man muss nur lange genug, wie war das? Zuerst wird man ausgelacht, wie war das im Film?
05:39Dann Unverständnis, dann wird man bekämpft und beim dritten, beim vierten Mal, dann gewinnt man.
05:43Und du genauso.
05:44Also wir haben jetzt einen tollen Film erlebt, wie war es hier eigentlich emotional zu dem Film eingestellt?
05:52Und habt ihr das Gefühl, in den letzten 50 Jahren hat sich da wahnsinnig viel geändert?
05:57Nein, ich glaube nicht. In den letzten 50 Jahren hat sich wahnsinnig viel geändert.
06:01Ich habe das große Glück, muss ich sagen, wirklich.
06:05Ich kriege auch jetzt ein gutes Mittagessen, wenn ich nach Hause komme.
06:08Mein Mann kocht es.
06:09Also ich bin da sehr gesegnet damit. Aber ich muss sagen, auch in unserem Bekanntenkreis, viele Männer machen das nicht.
06:16Und da gehört noch viel, viel mehr gemacht. Also viel, viel mehr. Und da gehört noch viel, viel mehr Druck
06:21dahinter gesetzt.
06:22Und wir sind stark. Wir kennen das. Das gelingt uns auch. Wir machen das.
06:31Also ich habe einen Lebensgefährten, der bügelt die Wäsche und wäscht.
06:36Wo hat man den gefunden? Wo gibt es das?
06:39Mein Rudi Silberner, der Herr National, hat das waschen und das bügeln. Das ist bei uns tagtäglich.
06:45Nein, das ist kein Problem. Das macht er immer.
06:48Ist das so etwas besonders? Nein.
06:49Nein, eigentlich nicht nur.
06:52Also der ist jetzt sicher am bügeln, das weiß ich. Das ist aber so.
06:56Also ich muss euch gestehen, ich habe einen Mann, der weiß zwar, wo die Waschmaschine steht, aber er hat keine
07:01Ahnung.
07:02Und den Klopf betätigen könnte. Ja, so. Und Schulungen sind da sinnlos.
07:07Ich muss aber sagen, der Film, also ich habe den Film jetzt das zweite Mal gesehen.
07:10Ich habe ihn ja nach der Schwagerin gebracht deshalb, weil ich ihn schon einmal gesehen habe und mich da so
07:14emotional berührt hat.
07:16Diese Bewegung der Frauen und diese Kraft und dieses vom Nichts und auch diese Existenzangst, die sie bei diesem Streik
07:24gehabt haben.
07:25Es gab einige, die haben ihren Job niedergelegt für diesen Tag und wussten aber nicht, ob sie am nächsten Tag
07:31diesen Job noch hatten.
07:32Und das hat mich so emotional berührt. Ich muss sagen, also Tränen waren heute von mir auch bei dem Film
07:41dabei.
07:42Ja, der Weltfrauentag ist, glaube ich, ein sehr wichtiger Tag für die Frauenbewegung.
07:47Wir leben in einer Gesellschaft, wo Gleichberechtigung der Frauen nicht unbedingt an der Tagesordnung ist.
07:53Wir haben da immer massive Unterschiede in der Gesellschaft hinsichtlich Einkommen, hinsichtlich Aufgaben des normalen Lebens von Frauen übernehmen zu
08:0490 Prozent die Kindererziehung.
08:07Es bewegt sich zwar schon etwas, ich bin seit 45 Jahren jetzt da politisch tätig, früher in der Gewerkschaftsführung.
08:13Also man sieht schon einen Weg der Entwicklung, aber es ist noch immer noch nicht die tatsächliche Gleichstellung zwischen Mann
08:21und Frau.
08:22Und meistens sogar in den Familien basierter ist da noch sehr wenig Bewegung drinnen.
08:29Und um das in den Köpfen zu verankern, ist natürlich der Weltfrauentag einer der wichtigen Kampftage der Frauenbewegung dann in
08:37ganz Europa.
08:40Tolle Einstellung. Jetzt hätte ich noch eine kleine Frage. Und zwar, hast du deiner Frau heute schon gratuliert?
08:48Ich gratuliere meiner Frau nicht zum Weltfrauentag.
08:52Ich glaube, von meiner Einstellung her haben wir eine gleichberechtigte Beziehung, auch von ihrer Sicht aus.
08:59Und ich glaube, das ist eigentlich das Wichtige. Da brauche ich ja nicht gratulieren, sondern das muss man einfach jeden
09:03Tag leben und jeden Tag zeigen,
09:05dass man Gleichberechtigung in einer Partnerschaft auch leben kann und Gleichberechtigung auch in der Gesellschaft leben kann.
09:13Ich bedanke mich für das Interview.
09:15Danke.
09:28Hallo.
09:29Hallo.
09:30Entschuldigen, dass ich so spät kann.
09:32Na, passt schon. Es ist super, dass ihr da seid.
09:36Das ist eigentlich ein Glück, ne?
09:37Ich bin. Ja.
09:42Viele Gäste.
09:48Herzlich willkommen und einen schönen Vormittag.
09:52Mein Name ist Sabine Erber. Ich bin Frau Vorsitzende der SPÖ Stadtverlager und Gemeinderätin.
09:58Und ich freue mich sehr, dass Sie heute so zahlreich zu unserem Vielvormittag anlässlich des Internationalen Frauentags gekommen sind.
10:07Ganz besonders begrüßt.
10:10Sie sind ein Ouarmann.
10:11tragisch Coca-Cola.
10:13Bis zum nächsten Mal.
10:13Bis zum nächsten Mal.
10:13Bis zum nächsten Mal.
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