00:09Shiro Games, die Entwickler von Northgard und War Tales,
00:13erbrechen mit ihrem neuen Spiel zu ganz neuen Ufern auf. Denn Spacecraft soll nicht nur
00:19Weltraum- und Fabriksimulationen miteinander verheiraten, sondern das Ganze noch mit einer
00:24persistenten Online-Welt, einer spielergetriebenen Wirtschaft und spannenden Gilden-Features garnieren.
00:31Im Gegensatz zu etwa dem Fabrik-Hit Satisfactory sollt ihr hier nicht nur auf einer Planetenoberfläche
00:36vollautomatisierte Abbaubetriebe errichten können, nein, ihr hüpft in eurem selbst entworfenen
00:42Raumschiff sogar von Sternensystem zu Sternensystem und drückt ganzen Planetensystemen euren Stempel
00:48auf. Bis ihr schließlich 10 Basen oder mehr zu einem intergalaktischen Produktions- und
00:54Handelsimperium ausbaut. Und wenn euch 10 Basen dafür nicht reichen, gründet ihr eben eine
01:00Corporation, die euch 10 weitere Basenslots befüllen lässt. Und reicht das dann immer noch nicht,
01:08dann ladet ihr weitere Spiele in eure Firma ein und bittet sie, einige ihrer 10 Basen zum Wohle der
01:14Gilde einzusetzen und so die immer hochtrabenderen Ziele eures wachsenden Imperiums zu erfüllen.
01:21Dabei soll der Multiplayer viel indirekter ablaufen, als ihr es vielleicht gewohnt seid. Ihr dürft
01:27natürlich gemeinsam an einer Basis tüfteln, aber große Firmenaufträge verlangen das nicht. Alle
01:33dürfen in ihrem eigenen Tempo zum großen Ziel beitragen und es kann sogar verschiedene Auftragstypen
01:39für verschiedene selbstdefinierte Ränge innerhalb der Corporation geben. Es ist ganz euch überlassen,
01:46wie kompakt oder megalomanisch ihr euren Weltraumclub aufziehen wollt. Oder wenn euch das nicht liegt
01:53und ihr ganz allein regieren wollt, dann erstellt ihr einfach Quests für andere Spieler, die euch für
01:59eine fest hinterlegte Belohnung Rohstoffe oder fertige Waren zuliefern. So weitet ihr eure Kapazitäten über die
02:07eigenen 10 bis 20 Basen hinaus aus, ohne euch großartig mit anderen koordinieren zu müssen. Über
02:14das gleiche System soll es möglich sein, euch bei anderen Imperienbauern als Zulieferer, Rohstoffspürhunde,
02:21Fabrik- und Schiffsdesigner oder sogar Piratenjäger zu verdingen. Spacecraft will eine große Weltraum-Sandbox
02:29mit riesigem Multiplayer-Potential sein, aber eben explizit kein MMO. Wie gut das klappen wird,
02:37wissen wir frühestens zum Early Access Release im zweiten Quartal 2026. Aber passend zum Steam Next Fest
02:45ist jetzt eine erste spielbare Singleplayer-Demo erschienen, die auch bis zum Release verfügbar
02:50bleiben soll. Und genau die habe ich mir natürlich gleich mal für euch angesehen. Ich erwache als
02:56Sträfling auf einer Raumstation. Zehn Jahre habe ich hier an schweren Maschinen geschraubt und dafür
03:03malocht, meine vom Gericht auferlegten Schulden abzustottern. Doch dann wendet sich mein Glück. Ich
03:09gewinne in der Lotterie der Stationsbetreiber. Doch anstatt meinen Schuldenberg zu senken, wächst er erst mal
03:15kräftig an. Denn ich gewinne kein Geld, sondern das Recht, die Station zu verlassen. Das nötige
03:20Raumschiff dazu wird mir natürlich in Rechnung gestellt, aber immerhin habe ich als freier Mitarbeiter,
03:26der die Rohstoffe der Galaxis nach eigenem Ermessen ausbeuten darf, deutlich bessere Chancen,
03:31mich aus dem Schuldenloch herauszukämpfen. Ich verabschiede mich von meinen früheren Kollegen und
03:37inspiziere den Schrottkübel von Raumschiff, in dem ich ab jetzt den Großteil meiner Zeit verbringen werde.
03:43Nach dem Abdocken warten zwei Planeten im hiesigen System auf mich. Ich visiere den ersten von ihnen,
03:50Solar Alpha 1, an und mache mich mit der Schiffssteuerung vertraut. Ich kann stufenlos in alle
03:56Richtungen Schub geben, einen Nachbrenner zuschalten, der Batterie verbraucht, welche meine Solarzellen
04:02wieder aufladen, sofern Sonnenstrahlen sie berühren. Um die Orientierung in den endlosen Weiten des
04:08Allts leichter zu machen, definieren meine Schiffssysteme ein festes Oben, an dem sich das
04:13Dach meines Raumschiffs grundsätzlich immer ausrichtet. Erst als ich zum Sinkflug auf Solar Alpha 1 ansetze und
04:21die hübsch anzusehende Wolkendecke durchdringe, gewinnt die Gravitation des Planeten die Oberhand und
04:27ich drehe mich vollautomatisch in Richtung des Horizonts. Eine clevere und einsteigerfreundliche
04:33Lösung. Das Flugverhalten an sich könnte aber noch etwas Arbeit vertragen. Es fehlt ein Gefühl
04:38von Momentum beim bodennahen Flug. Viele Manöver sind zu abrupt. Mein Gefährt steuert sich häufig
04:45mehr wie eine Drohne als ein tonnenschweres Raumschiff. In den folgenden Minuten lerne
04:50ich die Oberfläche zu scannen und Eisen und Kupfer mit meinem Schiffslaser abzubauen. Ein
04:56zeitaufwendiges Unterfangen, das mich schnell nach mehr Komfort streben lässt. Ich erledige meinen ersten
05:01Auftrag, verdiene erst das Geld und schmökere durch die Upgrades, die ich mir damit kaufen kann.
05:07Ich installiere einen Scanner, um neue Rohstoffe identifizieren zu können. Für einen besseren Laser
05:13muss ich mir im Technologiebaum erst eine passende Lizenz kaufen, also fliege ich weitere Aufträge.
05:20Nach ein paar Touren zwischen den zwei Planeten und der Station bin ich bereits ein routinierter
05:24Eisen- und Kupferplünderer. Ich schmelze das Material zu barren und bessere entweder mit dem Verkauf
05:30meine Lizenzkasse auf oder verarbeite sie zu neuen Schiffsbauteilen weiter. Weil ich noch
05:36keine eigene Basis habe, verwende ich das Equipment der Station dafür und muss für jeden Craftingvorgang
05:41eine Gebühr bezahlen. Angenehmerweise informiert mich das Interface jederzeit, ob das Ergebnis
05:47hinterher mehr Geld wert ist, als ich für die Gebühren abdrücke. Meistens lautet die Antwort ja.
05:53Ich installiere erst einen zweiten Laser, ersetze dann beide durch einen übertakteten. Mehr macht meine
05:59Batterie noch nicht mit. Jetzt entziehe ich die Rohstoffe dem Gestein im Sekundentakt und bastle
06:04mir als nächstes mehr Ladekapazität. Die typische Effizienz-Suchtspirale des Genres hat mich schon
06:10nach der ersten Spielstunde fest im Griff. Ich will alle Upgrades, alles automatisieren und stinkreich
06:16werden. Doch das ist nur die Demo und viel weiter komme ich für den Moment nicht. Statt also weiter
06:22nach galaktischer Allmacht zu streben, setze ich mich genauer mit dem Schiffseditor auseinander.
06:28Später kann ich hier Lego-artig fast jedes erdenkliche Flugobjekt zusammenstöpseln und muss
06:33dabei nur Antriebskraft und Gewicht gegeneinander aufwägen, was gleichzeitig die Manövrierfähigkeit
06:39meines Schiffes bestimmt. Der Baukasten folgt simplen Regeln und solange ich alle Teile durchgängig
06:44miteinander verbinde, kann ich mich frei austoben. Wo am Ende der Masseschwerpunkt meines Gefährts liegt,
06:50hat dann aber auch noch ein Wörtchen mit meiner späteren Wendigkeit mitzureden.
06:55Je größer mein Schiff ist, desto mehr Module wie Waffen, Panzerung und Treibstoff oder Stauraum
07:01bringe ich unter. Was wiederum mit genügend Antriebskraft durchs All geschoben werden will.
07:06Die Idee ist, spezialisierte Schiffe für bestimmte Einsatzzwecke wie Langstreckenerkundung,
07:12Frachttransport oder Weltraumschlachten erstellen zu können. Für den Moment ist mein frisch umgetauftes
07:18Raumschiff Gamestar allerdings an der Grenze dessen, was sein vorgegebener Rahmen fassen kann.
07:24Also wende ich mich optischen Details zu, färbe das Schiff blau, stecke mir aus den verfügbaren
07:30Dreiecken einen Gamestar-Stern zusammen und dann sollte eigentlich auch noch ein Kreis um das Logo,
07:37aber irgendwie wollte das, was im Editor gut aussah, dann nicht eins zu eins aufs tatsächliche Schiff
07:42übertragen werden. Also blieb es am Ende nur bei dem Stern. Beim Anblick meines aufgehübschten
07:48Rostkübels rührt sich dann aber in mir eine gewisse Vorfreude auf die spätere Multiplayer-Welt.
07:54Während das in der Demo verfügbare Tutorial sowie die Crafting-Bereiche auf den Stationen auch im
08:00fertigen Spiel stets in einer Solo-Instanz stattfinden sollen, werdet ihr anderswo auf Spieler treffen.
08:06Und hier freue ich mich insbesondere darauf, die Schiffe anderer Spieler an den Docks bestaunen zu
08:12können, mich von ihren Designs inspirieren und motivieren zu lassen. Jede Dock-Instanz soll fünf
08:18kleine oder zwei große Schiffe beherbergen können, ich werde also bei jedem Zwischenstopp auf einer
08:23Station etwas zu gucken haben. Der wahre Tummelplatz werden aber die Märkte, auf denen ich meine Waren
08:29und Dienstleistungen für andere zur Schau stelle. Ich kann manuell handeln oder automatische An- und
08:35Verkaufspreise festlegen. Abholen muss ich Waren immer in der Station, in der sie inseriert wurden,
08:40was ich aber auch wiederum an NPC oder Spieler-Lieferdienste outsourcen kann. Aber davon ist in der
08:46Singleplayer-Demo natürlich noch nichts zu sehen. Sie kann mit ersten verheißungsvollen Upgrades zwar
08:51schon einen angenehmen Sog erzeugen, doch die geplante Kernfaszination von Spacecraft lässt sie euch
08:58noch nicht schmecken. Denn zu der gehören noch viele andere Dinge, von denen mir die Entwickler zwar im
09:03Interview berichtet haben, doch von denen es noch nichts zu sehen gab. Denn schlussendlich soll das
09:09Weltraum-Abenteuer sogar eine weitverzweigte Handlung erzählen. In Spacecraft geht die Menschheit
09:15nämlich zugrunde. Nicht wegen Klimawandel oder Atomkrieg, sondern weil sie dummerweise ein
09:21uraltes Übel aufweckt. In letzter Minute öffnet eine unbekannte Intelligenz ein Tor im All und ermöglicht
09:29so den wenigen Erdlingen, die es vom Planeten geschafft haben, die Flucht in einen unbekannten
09:34Teil des Universums. Zahlreiche Weltraumsektoren werden dort von NPC-Fraktionen verwaltet. Erledigt ihr
09:41Aufträge für diese militärisch, politisch oder wirtschaftlich motivierten Gruppierungen, soll euch das
09:46immer stärkere Boni einbringen. Dabei erzählt jeder Sektor eigene Storylines, die ihr in beliebiger
09:52Reihenfolge erleben und dann zu Hinweisen über die mysteriöse Hauptgeschichte zusammenpuzzeln könnt.
09:59Das Kampfsystem ist eher entspannt angelegt, denn fliegen soll im Gefecht der Autopilot. Anstelle von
10:05schweißtreibenden Dogfights setzt Spacecraft auf das taktische Auslösen von Fähigkeiten.
10:11Schnellere Flexe werden wohl nicht nötig werden und etwaige PvP-Möglichkeiten sind weit entfernte
10:17Zukunftsmusik. Fest steht aber schon, dass es nur wenige gesetzlose Flecken im All geben soll, da alle
10:24Fraktionen Piraterie hart bestrafen. Unklar ist auch noch, wie vielfältig die vielen Planeten werden. Bei Alpha
10:31Playtests war schon mehr Abwechslung zu sehen als jetzt in der Demo, doch von den im Interview erwähnten
10:37händisch platzierten Mini-Instanzen und Geheimnissen fehlte auch dort noch jede Spur. Auch frage ich mich, wie sich
10:44die persistente Welt wohl nach den ersten Wochen weiterentwickelt. Wie weit neue Spieler fliegen
10:50müssen, bevor sie unberührten Boden vorfinden und wie schnell aufgebaute Basen verfallen und
10:56Rohstoffe respawnen. Aber trotz der offenen Fragen verspüre ich bei Spacecraft eine gewisse Zuversicht.
11:03Shiro ist ein renommiertes Studio, bekannt dafür, ihre Spiele langjährig zu unterstützen und mit
11:08hochwertigen Inhalten zu versorgen. Auch der unaufdringliche Multiplayer-Ansatz fasziniert mich.
11:14Schließlich sind Titel, die kleinen wie großen Clans sinnvolle Langzeitziele an die Hand geben,
11:20wirklich rar geworden. Und Shiro bedient diese Lücke, ohne den altbekannten Zwang zu bemühen,
11:26sich für Endgame-Projekte regelmäßig verabreden zu müssen. Das Design wirkt einfach unheimlich
11:32ausgeklügelt. Ich meine, Spieler sollen sich sogar als Anwälte verdingen können, die prüfen,
11:37wie vertrauenswürdig und ausgeglichen Auftragsangebote sind, dann entsprechende Sterne-Ratings
11:43vergeben. Gleichzeitig soll aber natürlich auch die Expertise und die Zuverlässigkeit
11:48dieser Anwälte bewertet werden können. Wenn Sie das alles wirklich auf solider technischer
11:54Grundlage abliefern und Ihre künftige Spielerschaft mit klug platzierten Relings anleiten, dann sehe
12:00ich in Spacecraft den idealen Nährboden für ein nahezu unvergleichliches Weltraum-Abenteuer.
12:07Einen Online-Sandkasten mit vielen verrückten Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung. Nicht
12:14nur durch ausgeflippte Raumschiff-Designs oder eine galaxisweit geschätzte Rohstoff-Spürnase,
12:20Anwalts-Expertise oder Piratenjäger-Skills, nein auch mal wieder ganz menschlich. Als Kassenwart
12:26oder Klassenclown einer Gilde, als respektierte Anführerin, als geschätzter Offizier, als hilfsbereite,
12:33gute Seele oder auch nur als getreuer Co-Pilot. Und das ganz zwanglos, ohne MMO-Korsett oder
12:40Pay-to-Win-Zahnschmerzen. In einem klassischen Buy-to-Play-Titel ohne Abo. Ich drücke Shiro jedenfalls
12:46die Daumen, dass sie im zweiten Quartal gut in den Early Access starten und dann die Gelegenheit
12:51haben, gemeinsam mit ihrer Community weiter an ihrem Traum zu feilen. Sobald es losgeht, werde ich mich in die
12:58Riege der ersten Weltraum-Piloten einreihen und euch natürlich über neue spannende Entwicklungen auf dem
13:04Laufenden halten. Wenn ihr auch dabei seid, sagt gerne Hi, wenn ihr an meinem blauen Rostkübel mit dem
13:10improvisierten Stern vorbeidüst.
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