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Weitläufige Open World, authentisches Mittelalter-Setting, prächtige Grafik dank Unreal Engine 5 - und das alles in einem authentischen Pferdespiel! Schon bei der Ankündigung von The Legend of Khiimori wurden wir hellhörig. Außerdem stammt es ja von Studio Aesir Interactive, die vorher die Ostwind-Spiele gemacht haben, das sind also Pferde-Profis!

Am 03. März 2016 startet Khiimori endlich in den Early Access und wir haben dem Gaul mal etwas genauer ins Maul. geschaut. Die Vision eines großartigen Pferdespiels ist bereits jetzt deutlich erkennbar. Fertig ist Khiimori allerdings noch lange nicht, denn aktuell besteht das Spiel hauptsächlich aus einem Haufen Gameplay-Mechaniken, die noch nicht so recht ineinandergreifen wollen.

Im Testvideo erfahrt ihr, was jetzt schon im Spiel steckt und wo Khiimori nachbessern muss, um sich seine Sporen zu verdienen. Alternativ könnt ihr den Test hier auch bequem in ausgeschriebener Form lesen.
Transkript
00:01Weitläufiger Open World, ein unverbrauchtes Mittelalter-Setting, prächtige Grafik dank
00:06Unreal Engine 5 und das alles in einem authentischen Pferdespiel. Schon bei der Ankündigung von The
00:12Legend of Kimori wurden wir als langjährige Pferdemädchen hellhörig. Noch dazu stammt
00:17es vom Entwicklungsstudio Acer Interactive, die vorher die Ostwind-Spiele gemacht haben,
00:22das sind also Pferdeprofis. Am 3. März startet Kimori nun endlich in den Early Access und wir
00:27haben dem Gaul mal etwas genauer ins Maul geschaut. Schon nach wenigen Spielstunden wird klar,
00:34die Vision eines großen Pferdespiels ist in der Early Access Version bereits deutlich erkennbar.
00:39Allerdings muss Kimori sich bis zum vollen Release noch ordentlich anstrengen, um sich die Sporen zu
00:45verdienen. Bevor wir hier direkt anfangen zu meckern, wollen wir erstmal loben, das Setting ist einfach
00:57toll. Im 13. Jahrhundert setzt das große Reich der Mongolen auf die sogenannten Yam-Kuriere,
01:03um weiter voneinander entfernte Siedlungen zu verbinden. Das kann man sich wie einen
01:07mittelalterlichen Lieferdienst vorstellen. Per Pferd wurden Waren und Nachrichten durch die Weiten der
01:12mongolischen Steppe transportiert. Da dieses Transportsystem für entlegene Siedlungen oft
01:16überlebenswichtig war, waren die Yam-Reiter angesehene Leute. In The Legend of Kimori spielen wir
01:22Nada, eine dieser jungen Kurierreiterinnen. Wir galoppieren hoch zu Ross von A nach B,
01:28stellen Lieferungen zu und verbessern so nach und nach unser Netzwerk an Kurierstationen.
01:33Eine richtige Story gibt es zum Early Access Release allerdings noch nicht. Die Kampagnen-Missionen
01:38sollen auf dem Weg zum Full Release Stück für Stück nachgereicht werden. Bislang bietet uns The
01:44Legend of Kimori lediglich einen Einblick in die Erkundungs- und Survival-Mechaniken der Spielwelt.
01:48Nach etlichen Fantasy-Open-Worlds fühlt sich das historische Setting jedoch angenehm geerdet und
01:54unverbraucht an. Als mongolische Postbotin spielt sich unser Alltag im Sattel ab. Das Reiten steht
02:01bei Kimori konsequent im Vordergrund. Unser Pferd ist eben nicht nur Vehikel in Form eines behaarten
02:07Motorrads mit 1 PS, sondern der wahre Hauptcharakter des Spiels. Zum Beispiel hat Nada selbst gar keinen
02:13Lebensbalken. Stattdessen achten wir auf Gesundheit und Ausdauer unseres Pferdes. Survival-typisch gibt's
02:19außerdem Anzeigen für Hunger, Durst und Stimmung des Tieres. Den ganzen Tag durchgaloppieren ist
02:24nicht, da geht unserem Ross nicht nur die Luft, sondern auch die Lust aus. Um das Pferd bei Laune
02:29zu halten, müssen wir in regelmäßigen Abständen rasten, striegeln, füttern und tränken. Jedes Pferd
02:35hat zudem unterschiedliche Stärken. Einige sind auf Geschwindigkeit gezüchtet, andere halten
02:40wiederum Kälte oder Hitze besser aus. Zu einem gewissen Grad können wir diese Statuswerte über
02:45gezieltes Training beeinflussen. Das perfekte Rennpferd gibt's aber nur über das detaillierte
02:50Zuchtsystem. Damit können wir bestimmte Eigenschaften unserer Pferde über Generationen
02:55hinweg in eine gewünschte Richtung ausbauen und kombinieren. Die Kurieraufträge holen wir uns bei
03:00den vielen verstreuten Siedlungen ab. Mal benötigt ein Schamane eine neue Trommel, mal sollen wir ein
03:06Paarballen Stoff quer durch die Steppe transportieren. Einfach querfährt ein drauf lospreschen ist aber
03:11selten eine gute Idee, denn schwieriges Gelände macht die Pferde müde und ein Sturz beschädigt
03:16empfindliche Fracht. Vor dem Ausritt muss die Route auf der Karte mit Wegpunkten geplant werden. Ein
03:23sehr cooles Feature, das bereits auf kleiner Fläche viel Spaß macht. Auch das Gewicht in den Satteltaschen
03:28muss wenigstens einigermaßen gleichmäßig verteilt sein, sonst geraten unsere Pferde schnell
03:33ins Straucheln. Dadurch werden wir langsamer, verlieren Ausdauer oder das Tier verletzt sich
03:38sogar. Leider gerät durch all diese für sich genommen interessanten Mechaniken der Spaß am
03:43Reiten etwas ins Hintertreffen. Denn ständig ist unser Pferd müde, hungrig oder halbtot,
03:49weil wir es gewagt haben, einmal 30 Sekunden am Stück zu galoppieren. Survival-Enthusiasten dürfte
03:55das nicht stören. Andere könnten allerdings schnell die Geduld verlieren, wenn der Tank unseres Gauls
04:01nach wenigen hundert Metern schon wieder leer ist. Wir raten außerdem allen, möglichst viel
04:06im Sattel zu bleiben, denn die Pferde-KI ist teilweise doof wie Steppengras.
04:20Mehrfach mussten wir einen Spielstand neu laden, weil unser Pferd sich in einem Tümpel ertränkt
04:25hat, statt daraus zu trinken. Stürze von Klippen sind ebenfalls eine beliebte Todesaat.
04:31Da wir nicht manuell speichern können, müssen wir dann häufig die zuletzt zurückgelegte
04:35Strecke noch einmal abreiten. Einige Mechaniken funktionieren auch noch nicht so recht. Der
04:42Brückenbau etwa, der Abkürzungen auf manchen Routen erschließen soll, bewirkt momentan absolut
04:47gar nichts, selbst wenn wir alle nötigen Rohstoffe zum richtigen Ort gesteppt haben. Toll!
04:56Richtig ärgerlich ist, dass viele dieser Mechaniken vermutlich durch Dialoge in den
05:01Story-Segmenten erklärt werden, die ja im Laufe des Early Access hinzugefügt werden. Will eine
05:06Händlerin, dass wir für sie Fleisch finden, sagt sie uns mutmaßlich ja auch von wo, aber in der aktuellen
05:13Early-Access-Phase fehlt davon jede Spur und wir stehen mit Pfeilen und Bogen auf weiter Flur.
05:19Der Punkt, an dem unsere hoffnungsvolle Laune vollends in Frust umschlug, war eine Quest,
05:24bei der wir einen schneebedeckten Berg hoch mussten. Der Wegpunkt führte uns weit in den Osten, weg von
05:29dem einzigen Berg mit Schnee weit und breit. Gut, das Spiel wird schon wissen, was es tut. Das hier ist
05:35sicher nicht der einzige Berg mit Schnee in der gesamten Mongolei. Zwei Kilometer später wartet hier aber nur
05:41ein Dornenbusch mit endlos Thymian, sonst nichts. Nach ewiger Suche über die nahen Gipfel sind wir dann
05:47wieder zwei Kilometer zurückgeeselt und sind auf gut Glück mit Kältetränken bewaffnet den
05:52ursprünglichen Berg hinauf. Dass die Tränke nur 30 Sekunden gehalten, wir aber insgesamt zehn Minuten
05:57den Berg hinauf gebraucht haben, hat uns jetzt auch nicht mehr abgeschreckt. Oben angekommen wartete dann
06:02tatsächlich das Questziel und ein hübscher Ausblick. Für den Rückweg konnten wir uns nur leider keine
06:08weiteren Kältetränke mehr kaufen. Die gab's hier nicht.
06:15Außerdem fehlen die einfachsten Komfortfunktionen. Das Inventarmanagement fällt besonders mit dem
06:20Controller fummelig aus, Questmarker zeigen ins Leere und ohne ordentlichen Questlog wissen wir
06:26viel zu häufig nicht, was wir eigentlich tun sollen. Als wir bestimmte Abschreckungspfeile craften sollten,
06:32kamen wir schließlich gar nicht mehr weiter, da wir die benötigte spezielle Kochstelle nirgends
06:37finden konnten. Ein echter Hingucker von The Legend of Kimori ist dagegen die schicke Grafik
06:43der Unreal Engine 5. Die ermöglicht eine atemberaubende Weitsicht und stimmungsvolle Beleuchtung.
06:51Die weitläufige Open World ist mit ihren vielen unterschiedlichen Biomen schön abwechslungsreich
06:56gestaltet. Von verschneiten Gipfeln, über grasbedeckte Steppen, matschigen Sümpfen bis hin zur
07:03sonnenverbrannten Wüste wird unser reiterisches Können in nahezu jedem Terrain gefragt.
07:08Wenn der Wind beim Galopp durchs hohe Steppengras die Mähne unseres Pferdes zu Wehen bringt und
07:14ein Adler über uns am Himmel seine Kreise zieht, fühlen wir uns beinahe wirklich wie ein Reiter
07:20im Reich von Genghis Khan.
07:28Richtig gut gelungen sind die Animationen der Pferde, wenn sie denn funktionieren.
07:35Ein Red Dead Redemption 2 hat zwar insgesamt schönere 3D-Modelle, aber die glaubwürdigen
07:40Bewegungsanimationen der Vierbeiner beim Springen, Galoppieren und Richtungswechsel zeigen, dass hier
07:46viele Profis am Werk waren. Schaut doch einfach mal, wie fein das Pferd hier beim im Kreislaufen
07:51die Beine überkreuzt.
07:55Die Pferde grasen auch automatisch oder trinken aus Flüssen, wenn wir stehen bleiben. Herrlich!
08:00Die Pferde und die Spielwelt sind ganz klar die Stars von Kimori.
08:12Deutlich weniger gelungen fallen die Animationen der menschlichen NPCs aus.
08:20Ihre Bewegungen wirken Hölzern. Selbst in einem Wachsfigurenkabinett haben wir schon lebendigere
08:26Gesichter gesehen. Teilweise laden Haare und Kleidung der Figuren noch nach, während wir
08:30bereits mit ihnen reden. Das verleiht dem Spiel aktuell einen gewissen Gruselfaktor.
08:40Auch die Wettereffekte sind noch verbesserungswürdig. Wetterumschwünge kommen wie aus dem Nichts.
08:45Wenn es regnet, fällt die Sichtweite oft auf nur wenige Meter. An Weiterreiten ist so eigentlich
08:51nicht zu denken. Dumm nur, dass wir nicht überall unser Lager aufschlagen können, sondern im Blindflug
08:57durch die Gegend irren müssen, bis der Sturm sich legt.
09:01Und auch bei der Performance besteht aktuell noch Ausbaubedarf. Auf unserem Testrechner
09:06mit GeForce RTX 5080 Ti, 32 GB RAM und Wego HD Auflösung läuft das Spiel zwar meistens mit
09:13um die 90 bis 100 FPS. Gelegentlich kommt die Framerate aber trotzdem unschön ins Stottern.
09:19Mehrere Abstürze während des Tests trüben zudem den technischen Gesamteindruck.
09:26Insgesamt erscheint The Legend of Kimori zum Early Access Start deutlich unfertiger, als
09:30es die Trailer und Ankündigungen der Devs zum Anschein hatten. Statt einer runden Vorab-Version
09:35haben wir es hier eher mit einer frühen Alpha zu tun, die die Grundmechaniken des fertigen
09:40Spiels grob umreißt. Diese Mechaniken funktionieren zwar für sich genommen auch schon einigermaßen,
09:45ohne Story mangelt es allerdings noch an Spielspaß und Langzeitmotivation, da die einzelnen Elemente
09:51nicht ordentlich zusammenhängen. Dass die Quests weitgehend Liefermissionen sind, passt zwar zum
09:56Setting. Wirklich packen kann Kimori uns damit aber noch nicht. Selbst das ewige Hin- und Herreiten
10:03geht einem irgendwann so sehr auf die Nerven, dass man sich eine Schnellreisemechanik wünscht. Das ist
10:08eine Todsünde für ein Reitspiel, bei dem es um Routenplanung geht. Wenn dann noch haufenweise Bugs
10:14dazukommen, wird der Pferdespaß wirklich vollends ausgebremst. Von einem gut durchdachten, aber
10:20dafür vielleicht kleineren Early Access, wie bei Baldur's Gate 3 oder Abiotic Factor, fehlt hier jede
10:26Spur. Klar, ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss, aber etwas mehr wäre hier trotzdem schön
10:32gewesen. Blickt man auf die vergangenen Spiele von Acer Interactive zurück, scheint es fast, als habe sich das
10:45Studio mit The Legend of Kimori ein wenig übernommen. Bislang war das Team für Simulatoren wie Ambulance Live und
10:52dem Police Simulator und die beiden Ostwind-Spiele bekannt. Allesamt Projekte mit deutlich kleinerem Umfang und
10:59nur mittelmäßigen Steam-Reviews. Mit Kimori will das Team deutlich mehr. Riesige Open World,
11:06Prachtgrafik, unverbrauchtes historisches Setting, ausgeklügelte Reit- und Survival-Mechaniken und und und.
11:12Tatsächlich bringt The Legend of Kimori im Early Access bereits jede Menge Potenzial und mechanischen
11:18Tiefgang mit. Sollte all das tatsächlich einmal fertig werden, könnten wir es hier mit dem nächsten
11:24Cozy-Game-Hit zu tun haben und einem Pflichtkauf für alle Pferdefreunde. Momentan überschattet der
11:31Frust aber noch den Unterhaltungswert. Solltet ihr euch für das mongolische Reitabenteuer interessieren,
11:37empfehlen wir beim Early Access erstmal abzuwarten und euch nach einigen Updates oder sogar erst zum
11:43vollen Release aufs Pferd zu schwingen.
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