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🎥
KurzfilmeTranskript
00:08Musik
00:45Ich verstehe das alles nicht. Ich kann nur immer wieder sagen, dass ich mir keiner Schuld bewusst bin. Ich habe
00:49nichts getan.
01:00Musik
01:02Und als ich mich nach dem Geräusch umdrehte, da sah ich nur Streifen. Ich meine Streifen, die er auf dem
01:07Anzug hatte. Und dann wurde es auch schon sappenduster. Der Sträuch hat mir eine Verplätte, das war, als ob man
01:13von einem Pferd getreten wird.
01:14Das müssen Sie sich mal vorstellen, Herr Oberhauptmann. Ich bin kein Oberhauptmann, du Nachtwächter, verstanden?
01:19Jawohl, Herr Ober, ich...
01:20Du bleibst voller wie hier. Ich will dich am Gefangenen gegenüberstellen und wenn du an ihm deine Klamotten wiedererkennst, dann
01:25kannst du verduften.
01:26Sie haben ihn erwischt, Herr Oberhauptmann.
01:27Reiß dich am Riemen. Herein!
01:30Herr Inspektor, melde gehorsam, dass wir den Müllkutz schauen.
01:33Warten Sie damit.
01:37Kottizor!
01:37Zur Stelle, Chef.
01:40Organisiere ein paar Klamotten für den Schlawiner und schaff ihn raus.
01:42Mit Vergnügen. Na, komm, mein kleines Rollettchen. Der gute Onkel Kottizor schenkt dir eine schöne Ungarn-Tracht.
01:50Inspektor Brenner.
01:53Jawohl, Herr Oberhauptmann.
01:54Natürlich, ich komme. Sofort.
01:57Herr Inspektor, ich melde gehorsam, dass der Besuchte mir...
01:59Ja, später, mein Sohn, ja.
02:01Jawohl.
02:05Bitte.
02:11Stehe zu Diensten.
02:13Wie Sie sehen, ist Ihr Genie leicht tramponiert hier eingetroffen.
02:17Ich gratuliere, Lüthner. Sie entwickeln Humor, denn das war ja mal ein richtiger Mordspaß.
02:22Ja, ein Mordspaß war das. Es fragt sich nur für wen. Bei seinem Bericht ist mir vor Lachen fast die
02:26Luft weggeblieben.
02:27Bringen Sie Ihren Chef auch ein bisschen in Stimmung, Lüthner.
02:30Legen Sie los!
02:31Wie war das zum Beispiel, als Sie sich so heldenhaft befreit haben aus dem Klosett?
02:38Als ich endlich aus dem Klo raus war, ich meine, aus dem Abort, zog ich sofort die Notbremse, beschlagnahmte das
02:52Fahrrad des Bahnwärters und bin schnurstracks zu dem Uhrmacher gesportet.
02:56Aber den Koffer hatte schon jemand abgeholt.
03:00Weiter.
03:02Ich eilte zum Festplatz, um Wachtmeister Werdresch zu suchen, der beim Uhrmacher warten sollte.
03:08Ich wollte ihn für sein Versagen streng zur Verantwortung ziehen.
03:13Aber ich wurde festgenommen.
03:18Ich protestierte dagegen.
03:21Und er hielt daraufhin zwei unverschämte Backpfeifen.
03:27Na und?
03:29Dann schleppte man mich aufs Polizeirevier, wo ich schließlich Wachtmeister Werdresch traf, der sich in hochprozentigem Zustand befand.
03:40Er log mir frech ins Gesicht.
03:43Behauptete, ich selbst hätte den Koffer mitgenommen.
03:46Angeblich habe ich ihm eine Person übergeben, die auf der Fahndungsliste steht.
03:50Er hat sie abtransportiert.
03:53Ich melde jedoch Gehorsams.
03:55Ich habe einen derartigen Befehl nicht erteilt.
03:59Auch nahm ich keinen Koffer mit und habe keinen Menschen verhaftet.
04:05Dieser Wachtmeister Werdresch, der Säufer, konnte diese Behauptung nur aufstellen, weil er total besoffen war.
04:12Seine Kameraden sind Zeugen dieses Vorfalls.
04:15Es heißt, dass er, wenn ich das sagen darf, dort irgendeine Sippschaft hat, bei der er sich regelmäßig volllaufen lässt.
04:26Luitner, mir wurde gemeldet, dass man diesen Mesaroche verhaftet hätte.
04:34Melde Gehorsams, dass mir die Geschichte dort auch zu Ohren gekommen ist, in dem der Werdresch einen verhaftet hat, der
04:40aber bald darauf wieder entflohen ist.
04:42Naja, in Komorod gibt es weder Zellen noch vergitterte Fenster.
04:45Sie haben nur einen alten Kohlenkeller, wo Sie die Leute reinpferchen.
04:49Aber Prügeln, das kennen Sie.
04:51Alle Achtung.
04:53Meiner Meinung nach sind Sie darin besser als wir in Budapest.
04:56Ihre Meinung ist mir nicht einmal einen Scheißdreck wert, Sie Vollidiot!
05:00Ich will Sie in meiner Abteilung nicht mehr sehen!
05:07Habe verstanden.
05:38Skandalös!
05:39Eine Schande ohnegleichen, wie stehen wir denn jetzt da?
05:42Jemand führt uns an der Nase rum.
05:44Offensichtlich hat man einen Strohmann eingeschmuggelt, der Leutnant zuvor gekommen ist.
05:48Aber den Plan von der Aktion kannten nur Sie, Luidner und ich, niemand sonst.
05:54Vergessen Sie nicht, seine Exzellenz, er wusste es auch und kann sich jederzeit danach erkundigen.
05:58Ich bin mir der Lage durchaus bewusst.
06:00Ist Ihnen auch klar, dass Sie Ihren Posten aufs Spiel setzen, Brenner?
06:03Ihre ganze Karriere?
06:09Wenn Sie gestatten, ich neige zu der Annahme, dass die ganze Aktion von einer gut organisierten Kommunistenbande vereitelt wurde.
06:16Sie neigen zu der Annahme, wie freundlich von Ihnen.
06:18Ich bin gerührt, dass Sie sich den Kopf zerbrechen.
06:21Wir müssen wissen, wer dahinter steckt und wo Sie sind.
06:24Vor allem aber, wie Sie erfahren haben, was dort geplant war.
06:27Schaffen Sie mir den Mann her, der bei dem Murmacher anstelle von Leutnant aufgetreten ist.
06:33Dafür kommt nur ein einziger in Frage.
06:35Und wer?
06:35Ein alter Bekannter.
06:38Der Mann, der damals in die Affäre Tombaerstraße verwickelt war.
06:42Lang, Winzel.
06:44Sie wissen, der Müllkutscher.
06:48Du lieber Gott.
06:51Die Müllabfuhr.
06:55Herr Rhein.
06:57Was wollen Sie?
06:59Melde gehorsam, Herr Oberrat.
07:01Wir haben im Stall der städtischen Straßenreinigung den gesuchten Müllkutscher erwischt.
07:05Wie heißt der Mann?
07:07Lang.
07:09Winzel Lang.
07:12Ich danke Ihnen.
07:13Sie können gehen.
07:19Herr Rhein.
07:24Herr Inspektor, der Untersuchungsgefangene vorgeführt.
07:27Ah.
07:28Endlich sehen wir uns wieder.
07:32Wie ich höre, wolltest du ausrücken.
07:35Hast du vielleicht ein schlechtes Gewissen?
07:37Danke.
07:39Na komm, nimm Platz, mein Lieber.
07:48Nun.
07:53Wirklich.
07:55Ich habe nicht die leiseste Ahnung.
07:57Ich weiß nicht, was Sie von mir wollen.
07:59Und bitteschön, ich habe natürlich auch nicht gewusst, dass jemand in dem Aschebehälter war.
08:04Ach, und warum hast du dich dann den lieben langen Tag vor uns versteckt?
08:10Wieso versteckt?
08:12Ich habe mich rumgetrieben.
08:14Oh.
08:16Hast dich rumgetrieben.
08:18Ich hatte keine Lust zum Arbeiten.
08:21Keine Lust?
08:23Und darf man fragen, wo du dich rumgetrieben hast?
08:26Ach, mal hier, mal da.
08:30Hm.
08:32Hast du dir die Weltgeschichte angesehen?
08:34Mal hier, mal da.
08:36Nur so?
08:39Ich hatte Angst, wegen des Gefangenen, der geflitzt war.
08:44Ich hatte bitteschön Angst, dass ich wieder in etwas hineingerat.
08:48Mein Gott, diese Angst, das ist ja schlimm.
08:55Ich will Ihnen was sagen, Herr Lang.
09:01Sie sind für mich eine echte Überraschung, ein Phänomen.
09:06Doch weiß ich nicht genau, wer Sie sind.
09:10Aber dass Sie kein Müllkutscher sind, das steht für mich fest.
09:14Schauen Sie, ich bin seit 25 Jahren bei der Polizei und sammle Erfahrungen
09:18und da habe ich Nachforschungen durchgeführt über Hühnerdiebe und Taschendiebe,
09:22Bankräuber und Posträuber.
09:25Mancher Prostituierten bin ich nachgestiegen.
09:28Und da kriegt man allmählich ein Gefühl dafür, wann der Verbrecher Oberwasser hat,
09:32aber auch wann die Polizei am Drücker sitzt.
09:34Man lernt es schätzen, wenn der Verbrecher, so wie ein Handwerker,
09:39sich bemüht, Qualitätsarbeit zu liefern.
09:42Ich muss neidlos feststellen.
09:46Ich kann mir wirklich ein Urteil darüber erlauben.
09:48Dass die Art und Weise, wie Sie sich produziert haben,
09:53geradezu genialische Züge trägt.
09:56Das sage ich nicht jedem.
09:59Aber bitte nehmen Sie doch Platz.
10:10Sprechen wir ganz offen miteinander.
10:13Ich habe vor zwei Jahren aus gewissen Gründen jemanden gebraucht,
10:17der einen meiner Männer möglichst ähnlich sieht
10:20und der bereit gewesen wäre, ein Geständnis zu unterschreiben.
10:24Reine Formensache.
10:26Und da geschah es zu meinem Glück, vielleicht auch zu meinem Unglück,
10:30dass Sie mir über den Weg liefen.
10:32Sie waren damals schon der, der Sie heute sind.
10:35Aber Sie werden begreifen, mit der Situation, in der wir uns befanden,
10:39da konnte ich das nicht ahnen.
10:42Sie haben den schweren Prüfungen standgehalten.
10:45Ja, Sie haben sogar die Gelegenheit genutzt,
10:48unsere Methoden auszukundschaften,
10:50um dann, als der Augenblick für Sie gekommen war,
10:53unsere eigenen Waffen gegen uns anzuwenden.
10:56Nicht wahr?
10:58Nicht bitte, ergeben es dich.
11:00Ich weiß nicht.
11:01Sie haben es zurückgeschlagen, und zwar gründlich.
11:04Sie haben mit größter Gelassenheit meine Idee gestohlen
11:07und sich ihrer bedient.
11:09Jetzt haben Sie von dieser Ähnlichkeit Gebrauch gemacht.
11:12Und beim Uhrmacher haben sich die Gendarmen,
11:14was mich ja nicht verwundert,
11:16in strammer Haltung vor Ihnen aufgebaut,
11:18als Sie dort erschienen sind.
11:20Was die echte Gestaltung Ihrer Rolle betrifft,
11:23dazu möchte ich Sie hundertprozentig mit Glück wünschen.
11:27Tja, aber jeder kann mal daneben hauen.
11:31Ich so gut wie Sie.
11:33Ihr Fehler war, dass Sie nach vollbrachter Taten
11:35den Stall zurückgekehrt sind.
11:38Ich bin allerdings felsenfest davon überzeugt,
11:41dass Sie sich nicht als puren Zufall dazu entschlossen haben.
11:45Der Schritt ist nicht so unüberlegt, wie er scheint.
11:49Inspektor, ich kann nur wiederholen, dass ich wirklich...
11:53Sie spielen ausgezeichnet den dummen Herr Lang.
11:56Mein Kompliment.
11:56Aber ich glaube, jetzt ist der Augenblick gekommen,
11:58wo Sie sich von dieser Rolle trennen müssen.
12:00Das werden Sie doch wohl einsehen.
12:02Sehen Sie mal,
12:04ein Mensch mit so stark ausgeprägter Logik wie Sie,
12:07der muss sich doch früher oder später vor den Tatsachen beugen.
12:12Als Sie Ihre 18 Monate verbüßt hatten und wieder zum Müllabfuhr zurückgingen,
12:16da bemühten Sie sich zweifellos nicht ohne Grund um das Viertel, in dem das Gefängnis liegt.
12:21Und der Kommunist Messaroche hat sich auch nicht einfach auf blauem Dunst in Ihrem Wagen versteckt.
12:26Wachtmeister Wettrisch wurde nicht aus Spaß von dem Doppelgänger hinters Licht geführt.
12:31Und es war auch gar kein Zufall, dass die Sachen, die Ihrem Kollegen Spiller vom Leib gerissen wurden,
12:36wenig später die bewusste Person auf dem Polizeirevier von Komorod anhatte, bevor sie floh.
12:44Deshalb stelle ich Ihnen die folgenden Fragen.
12:47Erstens, wer sind Ihre Komplizen?
12:52Zweitens, wie haben Sie die abenteuerliche Flucht von Messaroche organisiert?
12:59Drittens, auf welche Weise haben Sie Kenntnis von unseren Plänen in Komorod erhalten?
13:07Viertens, wen haben Sie uns anstelle von Ferdins Messaroche ausgeliefert,
13:13nachdem Sie beim Uhrmacher den Koffer mit der Höllenmaschine abgeholt hatten?
13:20Ich darf Sie um eine Antwort bitten.
13:31Was soll ich dazu sagen, Herr Inspektor?
13:33Ja, das sind doch böhmische Dörfer für mich.
13:38Ich weiß ja nicht einmal, wo dieses Komorod liegt, oder Komlosch, oder wie es heißt.
13:46Ich bitte Sie, Herr Inspektor, ich habe nichts Verbotenes gemacht.
13:50Ich bin, wie gesagt, den ganzen Tag allein in der Gegend herumgestromert.
13:55Ich wollte auch nicht in den Stall zurück, weil ich war, ich hatte zu viel Angst vor Ihnen.
14:01Ich meine natürlich vor der Polizei.
14:05Ich möchte nicht noch einmal völlig unschuldig in den Knast.
14:08Wer weiß, wie lange, wie damals, als es um die verrostete Pistole ging.
14:14Sie bleiben also dabei, sich als Dummkopf zu gefallen.
14:17So glauben Sie mir doch, Herr Inspektor, ich bin den ganzen Tag spazieren gegangen.
14:22Wie wollen Sie das beweisen? Haben Sie Zeugen!
14:24Da rein!
14:26Herr Inspektor, ich melde Gohorsamstas.
14:28Warten Sie damit!
14:28Jawohl!
14:30Ich habe versucht, an Ihren Verstand zu appellieren.
14:33Aber leider vergebens.
14:37Ich sehe, Sie ziehen die traditionellen Methoden unseres Hauses vor.
14:40Los, Mann, stehen Sie auf! Bisschen plötzlich!
14:46Kottitzer!
14:47Jawohl!
14:48Herr Lang verspürt unbändige Sehnsucht nach Ihrer Gesellschaft.
14:52Den Wunsch kann ich ihm gerne erfüllen.
14:54Ein Augenblick, Herr Inspektor.
15:00Na, das ist ja sehr interessant.
15:05Die Leute will ich mir mal ansehen.
15:07Unsere Freunde können Sie mitnehmen.
15:09Komm, mein Kleiner.
15:10Aber selbstverständlich nach Ihnen, Herr Lang.
15:23Kommen Sie herein.
15:27Hände ich jetzt zusammen los?
15:33Guten Tag, Herr Gehnst.
15:35Wollen Sie mir sagen, wer Sie sind?
15:37Anton Walcos, mein Name Walco.
15:39Und diese Unglückselige ist meine Tochter.
15:41Sie ist erst 19, aber sie macht mir so viel Kummer,
15:44dass sie mich noch vor der Zeit ins Grab bringt.
15:46Das sehen Sie doch, Herr Kommissar.
15:48Sie wollen mir das sicher nicht Ihr Familienleben schildern.
15:50Also, was wünschen Sie?
15:52Ich will Anzeige erstatten gegen den Gauner, der die Ehre meiner Tochter...
15:55Das kann man doch nicht einfach hinnehmen.
15:56Sie sind aber ja nicht beim Sitten-Dezernat.
15:57Ich weiß, bitte schön.
15:59Ich weiß, dass hier nicht die Sitten-Polizei ist.
16:01Aber wenn man diesen Stolch hierher gebracht hat,
16:02dann muss ich mich doch an Sie wenden.
16:05Wie ist sein Name?
16:06Der Busche heißt Lange.
16:07Und wie noch?
16:09Winze.
16:09Winze Lang, bitte schön, wenn Ihnen das was sagt.
16:12Ja, bitte nehmen Sie doch beide Platz.
16:14Ja.
16:31Und wie haben Sie hergefunden?
16:32Ja, das war so.
16:34Der Herr Wander, der Stallmeister, hat mir gesagt,
16:36dass der Kerl auch was Politisches auf dem Kerbholz hat.
16:39Ich weiß nicht, ob das stimmt.
16:41Außerdem verstehe ich davon nichts.
16:43Ich bin nämlich gläubiger Katholik
16:44und gehe jeden Sonntag mit meinem Töchterchen
16:46zur Beicht und Kommunion.
16:47Ich würde auch wochentags in die Kirche gehen,
16:49aber Gott wird mir hoffentlich verzeihen.
16:51Die Arbeit lässt es nicht zu.
16:53Ja, ja, so ist das eben.
16:54Die Arbeit lässt so manches nicht zu, Herr Walco?
16:57Äh, Walco.
16:58Ah, Walco, ja.
16:59Ja, Herr Kommissar.
17:00Um zur Sache zu kommen, Herr Walco,
17:01worin könnte ich Ihnen behilflich sein?
17:04Tja, wenn ich richtig verstanden habe,
17:06dann verbinden das Fräulein zärtliche Bande
17:09mit diesem Hallo-Trieb.
17:11Na.
17:13Wie hieß er da gleich?
17:16Lang.
17:17Ah, lang.
17:17Ja, ja, lang.
17:22Aber von wegen zärtlicher Bande, wissen Sie,
17:24mit Füßen hat er Ihre Ehre getreten,
17:26ums Gelinde zu sagen.
17:28Und der ganze Skandal fing damit an,
17:30dass die beiden sich gestern am Donau-Key getroffen haben.
17:33Gestern?
17:34Ja, ja, gestern was.
17:35Und Sie wissen doch, wie die Jugend heute ist.
17:37Einmal gesehen, gleich an Stelldich ein.
17:40Dabei läuft mir der Bengel früh noch über den Weg.
17:42Aber kein Wort wie Vater oder Papa.
17:44Ich habe ihre Tochter kennengelernt.
17:45Der hat getan, als ob gar nichts wäre.
17:46Ach, da schuftet man den ganzen Tag.
17:49Falsch mit den Leuten hier für so viel,
17:51dafür so viel.
17:52Und die wälzen sich in der Zwischenzeit zu Hause rum.
17:54Wie ich ankomme, ist die Wirtschaft auf den Kopf gestellt
17:56und sie heult wie ein Schlosshund.
17:58Und sie sagt, dass er stundenlang
18:01mit ihr Süßholz geraspelt hat und so.
18:02Und weil sie nicht wollte, da hat er dann eben...
18:04Na, Sie verstehen mich schon.
18:08Das warf dich eine Schande.
18:18Ich bin ein ehrlicher Katholik, Herr Kommissar.
18:20Ich kann mich damit nicht abführen.
18:20Das haben Sie bereits erwähnt.
18:22Und ich zweifle auch nicht daran.
18:25Nur sollte sich Ihre Tochter bessere Kavaliere suchen.
18:31Ja, hier spricht Brenner.
18:33Bitte kommen Sie doch mal rauf.
18:35Ja.
18:38Am Donaukir herum zu possieren,
18:40ist nicht sehr moralisch.
18:41Bitte, da hörst du's.
18:42Was hab ich dir gesagt?
18:43Was hab ich dir gesagt?
18:44Und der Herr Kommissar, der sieht das genauso.
18:47Ein Mädchen, das ein bisschen was auf sich hält,
18:49hat am Donaukir nichts zu suchen.
18:50Der Herr Kommissar weiß,
18:52was für eine Bagage sich dort rumtreibt.
18:54Wo war denn der Treffpunkt für das Rendezvous?
18:58In der Fabrikstraße,
18:59an der Straßenbahnhaltestelle.
19:02Und um wie viel Uhr?
19:03Um zehn.
19:06Weiß der Kavalier eigentlich auch, wo Sie wohnen?
19:09Er hat mich doch abends nach Hause gebracht.
19:11Ja, bitte.
19:13Melde mich zu schnell.
19:15Ach, Sie haben die Kamera gleich mit.
19:17Wir brauchen ein paar Aufnahmen von dem Mädchen.
19:20Ich bin gespannt, was der Kerl für ein Gesicht macht,
19:22wenn ich ihm überraschend das Bild des Fräuleins
19:24hinter die Nase halte.
19:29Ich dachte, wir könnten ihn kurz mal sehen.
19:31Dürfen wir ihn denn gar nicht zur Rede stellen,
19:33Herr Kommissar?
19:33Ja, vorläufig geht das nicht.
19:37Aber ich werde sehen, was ich für Sie tun kann.
19:40Geben Sie mir einstweilen Ihre Adresse.
19:42Visa Rockstraße 24.
19:45Aha, Visa Rockstraße 24.
19:48Äh, der Name war Wolko, hm?
19:51Jawohl, Herr Kommissar, Wolko Antal.
19:53Wolko Antal.
19:56Wir werden den Burschen auch in dieser Hinsicht
19:58genau unter die Lupe nehmen.
20:01So, Aufnahmen wie üblich.
20:03Jawohl.
20:03Und dann begleiten Sie das Fräulein und Ihren Vater hinunter, ja?
20:06Wird gemacht.
20:08Nun, Sie können sicher sein, Herr Wolko,
20:11dass wir bald wieder voneinander hören werden.
20:13Ja, wir können Sie...
20:14Dann auf Wiedersehen.
20:15Auf Wiedersehen.
20:17Bitte sehen Sie zu mir, Herr Fräulein.
20:19Und nehmen Sie das Taschentuch herunter.
20:21Halten Sie sich gerade.
20:23Den Kopf nach rechts drehen.
20:26Jetzt nach links.
20:29Wieder zurück.
20:31Noch einmal nach links.
20:35Sehen Sie in Richtung auf die Kamera.
20:38Und die Augen öffnen.
20:43Eine unerfreuliche Neuigkeit.
20:45Wenn Sie beweisen können,
20:47dass es dieser Müllkutscher
20:47den ganzen Tag mit dem Mädchen getrieben hat,
20:49dann ist Ihre Hypothese
20:50nicht einen Pifferling wert
20:52und wir stehen wieder am Anfang.
20:54Wenn Sie das aber nicht beweisen können,
20:56dann ist das Ganze lediglich
20:57ein geschickt angelegtes Manöver.
20:59Eine Rettungsaktion,
21:01die meine Annahme bestätigen würde,
21:02wonach derjenige,
21:03der den Koffer beim Uhrmacher
21:04in Komorod abgeholt hat,
21:06kein anderer war,
21:07ganz klar,
21:08als unser Freund Winze Lang,
21:10der Doppelgänger von Lüthna.
21:14Was sagt er selbst dazu?
21:18Vorläufig leugnet er.
21:20Er behauptet,
21:21er hätte sich den ganzen Tag
21:22in der Stadt herumgetrieben.
21:24Nur so.
21:28Hat er das Mädchen gar nicht erwähnt?
21:30Nein, mit keinem Wort.
21:32Das Mädchen gar nicht erwähnt.
22:04Also im Strandbad, ja?
22:07So ist es.
22:11Und Sie haben sie einfach angesprochen
22:13wie ein Straßenmädchen, ja?
22:23Nicht doch, Herr Inspektor,
22:25ich kenne Fräulein Vera aus dem Krankenhaus.
22:27Aha.
22:28War die Kleine wenigstens entgegenkommend?
22:31Ließ sie sich nach Hause bringen?
22:34Ja, das habe ich gemacht.
22:36Und wo wohnt sie?
22:38Ich weiß es nicht,
22:39war ja schon dunkel.
22:41Aber Ihren Namen
22:42werden Sie da noch kennen.
22:44Vera.
22:45Vera.
22:47Nach dem Familiennamen
22:48haben Sie es in der Eile
22:49nicht gefragt, eh?
22:51Und haben Sie seitdem
22:52nicht mehr gesehen.
22:54Denn Sie sind ja nur so
22:55durch die Straßen gestromert,
22:57wie Sie behaupten.
22:58Ohne Ziel.
22:59Nicht?
23:00Ich habe Sie seit dem Strandbad
23:02nicht mehr gesehen.
23:04Nicht gesehen seit dem Strandbad.
23:08Ja, sehr aufschlussreich, Herr Lahn.
23:11Und ich hoffe,
23:12dass Sie sich darüber im Klaren sind,
23:14was es für Sie bedeutet.
23:17Vermutlich wird sich nämlich
23:19eine hübsche kleine Geschichte
23:20daraus entwickeln.
23:45Hier.
23:46Sehen Sie sich mal die Bilder an.
23:58Ja, das ist sie.
23:59Wie sie leibt und lebt,
24:00Herr Chefinspektor.
24:01Das ist das,
24:02Fräulein Vera.
24:02Sind Sie wirklich sicher?
24:05Hundertprozentig,
24:05Herr Chefinspektor.
24:06Ein Blick in Ihren Augen
24:07und ich weiß Bescheid.
24:08Unter tausend Millionen Frauen
24:10würde ich Sie wieder erkennen.
24:11Ein sehr hübsches Mädchen
24:12finden Sie nicht auch?
24:13Kein Wunder,
24:14dass er sich in Sie verknallt hat.
24:15Und außerdem hat er erzählt,
24:17kocht sie ausgezeichnet
24:18Kartoffelgulasch.
24:18Obwohl es welche gibt,
24:19die Kartoffelgulasch gar nicht mögen,
24:21so wie ich.
24:21Au, au.
24:22Herr Chefinspektor, bitte.
24:24Sie hat mir versprochen,
24:25dass ich was zum Anziehen kriege.
24:27Wenn es dem Herrn recht ist,
24:28werde ich Ihnen
24:29meinen Frack zur Verfügung stellen.
24:30Sie vollidiot.
24:31Raus mit dem Kerl,
24:32sonst wird man rügel.
24:33Verschwinde, du Bratwetter.
24:54Ich muss schon sagen,
24:55das ist ein ziemlich riskantes Unternehmen.
25:02und das Mädchen,
25:04das ist nicht das erste Mal,
25:09dass Sie Ihren Mut beweist.
25:11Das Mädchen?
25:14Die Müllmannskluft?
25:17Der Anzug.
25:19Dazu noch zwei, drei Zeugen.
25:21Das ergibt einen handfesten Beweis,
25:23falls Langen richtig schaltet.
25:24Werde ich deichseln.
25:26Klappt es mit dem Krankenhaus?
25:27Ich spreche heute noch mit Dr. Harsch,
25:29das ein Bett freimacht.
25:31Ja,
25:31Chipes wird uns auch weiterhelfen.
25:33Er kennt den Arzt
25:34des Gefängniskrankenhauses.
25:35Über ihn könnten wir den Genossen
25:37vorher sie benachrichtigen.
25:39Geh du schon vor,
25:40man muss uns nicht zusammen...
25:41Servus allerseits.
25:43Servus.
25:47Pass mal auf.
25:49Ich habe schon einen Plan.
25:52Den möchte ich mit dir
25:53noch gründlich durchsprechen.
26:08Ihr Gimster Diener,
26:09einen guten Morgen wünsche ich.
26:11Wer sind Sie und was wollen Sie?
26:12Ich heiße Ketzeli.
26:14Grubenmeister Ketzeli.
26:15Ich weiß hier Bescheid.
26:16Wo steckt dieser Wolko?
26:18Der Wolko kommt sonst immer sehr früh.
26:20Wer weiß,
26:21was heute mit ihm los ist.
26:23Wahrscheinlich ist ihm
26:23irgendetwas dazwischen gekommen.
26:25Sicher ein Geschäft.
26:27Kennen Sie ihn schon lange?
26:29Entschuldigen Sie bitte.
26:31Ja,
26:32den Wolko,
26:32den kenne ich sehr gut.
26:34Schon ewig.
26:35Nicht Jahre.
26:36Kommen Sie mit auf einen Plausch.
26:37Na los,
26:38steigen Sie in den Wagen ein.
27:04und dann so etwas.
27:06Und dann so etwas.
27:09Nein, das habe ich nicht verdient.
27:11Jeden Heller habe ich auf die hohe Kante gelegt, um ihr ein anständiges und ehrenhaftes Leben zu sichern.
27:16Was hat sie genommen?
27:18Ein ganzes Räuchern Schlaftabletten.
27:20Wer hat sie aufgefunden?
27:21Ich selber, weil wir nur zu zweit da wohnen.
27:23Denn meine Frau, die Ärmste, 31 fast, die Lunge.
27:26Und wo liegt sie?
27:27Auf dem Friedhof in Uipest.
27:29Meine, das Krankenhaus, in dem Ihre Tochter liegt?
27:32Im Spital der Eisenbahner, das war am nächsten.
27:37Danach habe ich den Herrn Rechtsanwalt aufgesucht, damit er mich vertritt.
27:40Denn Sie wissen ja, in dieser Lage ist man doch hilflos.
27:45Herr Wolko hat mir den Sachverhalt dargestellt und mich mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt.
27:50Einen Augenblick bitte, Herr Rechtsanwalt.
27:52Sie wissen, dass sich der Beschuldigte in Untersuchungshaft befindet, weil wir Kenntnis davon haben,
27:58dass er am 4. September an der Befreiung eines politischen Gefangenen teilgenommen hat.
28:03Und noch am selben Tag in Komorod, in Nordungarn, ein weiteres politisches Verbrechen verübte.
28:10Das wissen Sie.
28:12Verzeihen Sie, hier muss ein großer Irrtum vorliegen.
28:14Zweifellos.
28:15Meines Wissens ist die genannte Person am selben Tag, also am 4. September,
28:20vormittags zwischen 9 und halb 10 in der Viserockstraße 24 eingetroffen.
28:25Haben Sie Zeugen dafür?
28:27Ich praktiziere seit 15 Jahren, verehrter Herr Inspektor,
28:30und bin mir über die Folgen einer falschen Zeugenaussage vollkommen im Klaren,
28:34wenn Sie mir diese Bemerkung nicht verübeln wollen.
28:36Natürlich habe ich Zeugen und zwar drei, die ich allerdings erst bei der Verhandlung benennen möchte.
28:41Gegen 17.30 Uhr hat der Beschuldigte die Wohnung verlassen,
28:44was ich selbstverständlich ebenfalls durch Aussagen belegen werde.
28:47Aus einem Meetshaus in der Vorstadt schleicht sich der Mensch nicht unbemerkt heraus.
28:51Eine Frage, die sich sofort erklären ließe,
28:54wenn Sie mir die Gelegenheit bieten wollten, mit dem Gefangenen ein Verwacht zu wechseln.
28:58In Ihrer Anwesenheit, das versteht sich, Herr Inspektor.
29:05Meines Weh.
29:11Bringen Sie den Häftling Winze Lang rauf. Sofort.
29:16Ich mache Sie aufmerksam, dass Sie in der politischen Abteilung sind.
29:19Sollten Sie Fragen stellen, die außerhalb Ihrer Beweisführung liegen,
29:23dann wäre ich gezwungen, Sie hier einzuquartieren.
29:28Zeigen Sie ihm, Herr Wolkut. Zeigen Sie ihm, was Sie mitgebracht haben.
29:31Der Herr Inspektor soll sehen, dass wir einzig und allein die Wahrheit ergründen wollen.
29:34Bitte sehen Sie, Herr Inspektor.
29:36Während meiner Tochter ohnmächtig am Boden lag, hat dieser Gauner meinen Schrank ausgeräumt.
29:39Er hat meinen Anzug, meine Schuhe und meine schwarze Fliege mitgenommen.
29:42Und was hat er dafür hinterlassen? Ein ganzes Knäuel von dreckigen Klamotten.
29:46So dreckig wie seine Seele.
29:48Die Tugel meiner Tochter kriege ich nicht zurück.
29:50Aber ich verlange wenigstens meinen Anzug. Den will ich wieder haben.
29:54Bitte schreien Sie hier nicht herum, Herr Wolkow.
29:57Ja, bitte.
30:03Herr Inspektor, ich melde gehorsamst. Der Untersuchungsgefangene Winze Lang ist vorgeführt.
30:09Und wenn Sie mir nicht glauben, Herr Inspektor, dass sich dieser Halunke erst an meiner Tochter vergriffen
30:13und danach meine Wohnung ausgeraubt hat, dann sehen Sie in seiner rechten Jackentasche nach,
30:18das Futter ist kaputt, weil meine Schlüssel es allmählich durchs Bord haben.
30:21Schreien Sie, Wolkow. Sie warten draußen.
30:25Das Schweizchen macht einen Selbstmordversuch wegen so einem Strolch.
30:28Na los, gehen Sie nicht raus.
30:29Das sage ich dir, wenn du die Ehre meiner Tochter nicht wieder herstellst
30:31und meine Sachen nicht zurückgibst, bringe ich dich ins Gefängnis.
30:34Kein Theater, verschwinden Sie.
30:41Ich habe Ihnen von Anfang an darauf hingewiesen, dass er sich hier nicht im Sittendezernat befindet.
30:45Ich verstehe Sie ja, Herr Inspektor, vollkommen.
30:48Aber wir müssen uns auch in die Lage dieses geprüften Mannes versetzen,
30:51der dann mit der Tochter, die nach einem Selbstmordversuch im Krankenhaus...
30:57Bitte stellen Sie Ihre Fragen.
30:59Ja.
31:01Sind Sie Winze Lang?
31:05Ja, der bin ich.
31:09Und diese Sachen da, gehören die Ihnen?
31:14Ja, ich glaube schon.
31:23Was heißt, dass Sie das glauben?
31:24Sie müssen doch wissen, ob Sie Ihnen gehören oder nicht.
31:30Ja, Herr Inspektor, bitteschön, wie soll ich Ihnen das sagen können?
31:35Allerdings, da fällt mir gerade ein, dass vom rechten Stiefel der Eisenbeschlag abgegangen ist.
31:45Wenn Sie gestatten, überzeuge ich mich davon.
31:52Es stimmt.
31:55Und da wir einmal bei den Beweisstücken angelangt sind, möchte ich mir gerne Ihre rechte Jackentasche ansehen.
31:58Sie dürfen ihn nicht berühren.
32:00Drehen Sie die Tasche um, Zeu.
32:20Vielen Dank, das genügt mir, Herr Inspektor.
32:22Herr Inspektor, meine weiteren Fragen werden Sie vor dem Gericht zu beantworten haben.
32:26Es sei denn, Sie erklären sich bereit, das geschändete Mädchen innerhalb von 24 Stunden zu heiraten.
32:33Was für ein geschändetes Mädchen, wenn ich fragen darf?
32:36Ich soll...
32:37Nein, nein, das geht mir zu weit, bitteschön.
32:39Herr Inspektor, Sie müssen mir wenigstens diesmal glauben.
32:42Das ist eine Lüge.
32:43Herr Kottitzer, was klopfen Sie mir auf die Schulter?
32:45Ich sage die reine Wahrheit.
32:46Einen Moment.
32:47Mein Mandant hat sich trotz des bedauerlichen Vorfalls entschlossen,
32:51weil seine Tochter ihr Herz an diesen jungen Mann gehängt hat, von einer Anzeige Abstand zu nehmen.
32:56Das darf ich hier in seinem Namen erklären.
33:27Bei solchen Vergiftungen geht es oft um Minuten.
33:29Wir haben ihr den Magen ausgepumpt und sie in Bewegung gehalten, damit sie wach bleibt.
33:33Und jetzt schläft sie sich gesund.
33:35Ja, verstehe.
33:36Noch etwas, Herr Doktor.
33:38Sagen Sie bitte, was ist mit der Vergewaltigung?
33:41Spuren sind vorhanden, aber nicht der Rede wert.
33:43Schade um das teure Schlafmittel.
33:45In diesem Alter neigt jede Frau zur Übertreibung.
33:48Bitte sehr.
33:57Interessiert Sie nicht das Protokoll?
33:58Ich gebe Ihnen eine Kopie.
33:59Das wäre sehr freundlich, denn mein Chef glaubt nur, was er schwarz auf weiß hat.
34:03Wenn es sich um einen Polizeiinspektor handelt, eine löbliche Eigenschaft.
34:08Bitte bemühen Sie sich in mein Büro.
34:10Ich komme sofort.
34:10Gut.
34:16Schön, dass du gekommen bist, Onkel Ede.
34:17Ich wollte gerade gehen, als du anriefst.
34:19Ist etwas nicht in Ordnung?
34:20So weit stimmt alles.
34:23Ich habe eine große Bitterheit.
34:24Soll ich schon wieder eine Nachricht überbringen?
34:26Du musst endlich begreifen, dass dieses Gefängnis kein Sanatorium ist und ich kein...
34:29Bitte, Onkel Ede.
34:30Es ist von großer Wichtigkeit.
34:32Darauf berufst du dich jedes Mal.
34:33Es geht um den Gefängnisschreiber.
34:35Er heißt Vorhasi.
34:36Für den Mann hängt alles davon ab, dass er gewarnt wird.
34:40Es hat sich bereits herausgestellt, dass er die Nummer 642 eigenmächtig ins Kesselhaus geschickt hat.
34:46Offensichtlich in der Absicht, dem Gefangenen eine Möglichkeit zur Flucht zu verschaffen.
34:50Na bitte, da haben wir es.
34:52Ein Gefängnisschreiber, der bolschewistische Literatur verteilt, als wäre das selbstverständlich.
34:57Und nach Belieben über die Gefangenen verfügt.
35:00Die innere Ordnung des Gefängnisses, wenn ich was bemerke.
35:02Ach was!
35:03Wir haben es mit einer organisierten Bande zu tun.
35:05Und wer weiß, wo die überall ihre Helfershelfer haben.
35:11Ist das Wachpersonal wirklich zuverlässig?
35:14Der Direktor sagt, es sind alles alte und erprobte Leute.
35:17Anscheinend Rentner, die schon taub und blind sind.
35:25Ist dieser Wachtmeister inzwischen wieder nüchtern?
35:28Bevor der Kerl zu uns kam, war er Gefängniswärter.
35:33Was?
35:35Wann hat er bei uns angefangen?
35:37Vor einem Monat, als wir im Gefängnis um Freiwillige für die Polizei geworben haben.
35:42Hm.
35:44Ein Schließer?
35:46Ja.
35:47Ein Schließer, den es unwiderstehlich zum Polizeidienst hinzieht und dessen gesamte Verwandtschaft und Bekanntschaft in den nördlichen Gebieten Ungarns sitzt.
36:02Vielleicht sagt Ihnen das etwas, meine Herren.
36:10In nomine Patris, et fili et spiritus sancti. Amen.
36:20Wie heißt du?
36:22Vinze Lam.
36:24Und wie heißt du?
36:26Veronika Volko.
36:29Vinze Lam, erkläre vor Gott und der heiligen Kirche, ob du gewillt bist, mit der hier anwesenden Veronika Volko den
36:37Bund der Ehe zu schließen.
36:40Das will ich.
36:41Gelobst du, dass du ihr die Treue bewahren willst, bis dass der Tod euch scheidet?
36:46Eine unverbrüchliche Treue, wie der Mann sie seiner Frau nach den Geboten Gottes schuldet?
36:52Ja.
36:56Veronika Volko, erkläre vor Gott und der heiligen Kirche, ob du gewillt bist, mit dem hier anwesenden Vinze Lam, den
37:04Bund der Ehe zu schließen.
37:06Das will ich.
37:07Gelobst du, dass du ihm die Treue bewahren willst, bis dass der Tod euch scheidet?
37:12Eine unverbrüchliche Treue, wie die Frau sie ihrem Mann nach den Gesetzen Gottes schuldet?
37:17Ja.
37:32Dann erkläre ich euch beide für Mann und Frau.
37:36In nomine Patris et Fili et Spiritus Sancti, Amen.
37:56Lassen Sie diese verdammte Hochzeit und kommen Sie sofort zurück.
38:08Also gibt es zu allem Überfluss auch noch einen dritten, Luizner.
38:21Na?
38:23Ich habe zwar getrunken, aber die Höllenmaschine, die hat der Herr Unterleutnant mitgenommen.
38:26Das ist eine Lüge!
38:27Er war noch auf der Wache stark besoffen, Herr Inspektor.
38:30Der kann doch gar nichts mitbekommen haben.
38:31Nein, so betrunken war ich nicht.
38:34Die Herren kennen sich doch, wenn ich nicht irre.
38:36Wie werde ich den Herrn Wachtmeister nicht kennen?
38:38Er war der beste Mensch im Gefängnis, als er noch Werther war.
38:41Wir hatten ihn alle sehr gern.
38:42Gern hatten Sie ihn.
38:44Und was war der Grund?
38:45Na, er hat uns öfters in der Zelle besucht, brachte Medikamente, wenn einer krank war und
38:48manchmal auch einen Nachschlag.
38:50Und marxistische Literatur, nicht wahr?
38:51Dann hat er auch erzählt, was sich so tut auf der Welt und beförderte Kassiver hin und her.
38:56Das stimmt nicht, Herr Inspektor.
38:57Davon kann keine Rede sein.
38:58Sie sollen mir keine Komödie vorspielen.
38:59Das bekommt Ihnen nicht gut.
39:01Ich lasse Sie tot prügeln.
39:21Ich lasse Sie.
39:41Er wollte bis zum letzten Augenblick nach Komorod.
39:45Du weißt nicht, was für ein Genosse er war.
39:48Aber du wirst noch stolz sein, dass du ihn gekannt hast.
39:52Seine Mutter arbeitet hier in der Fabrik. Sie ist Witwe.
39:56Vielleicht ist es besser für sie, wenn sie es jetzt noch nicht erfährt.
40:02Der Fischer hat gesagt, er wird ihn bestatten und das Grab kennzeichnen.
40:08Man müsste eine Sammlung für seine Mutter organisieren.
40:11Ich werde das morgen mit Kenia besprechen.
40:17Kenia? Wer ist das?
40:21Das wirst du auch noch erfahren.
40:23Vorläufig solltest du dich freuen, dass du aus dem Schlamassel raus bist.
40:26Dieser Kraftfahrzeugschlosser, du weißt schon, der hat dir Arbeit besorgt.
40:28Du kannst morgen schon dort anfangen.
40:30Aber du schweigst dich aus, fragst nichts und sagst nichts,
40:33gehst fleißig deiner Arbeit nach und beeilst dich, nach Hause zu kommen.
40:36Weil du eine junge Frau hast, die dich ungeduldig erwartet.
40:39Die soll es nur sehen, die Polizei.
40:41Und wenn es sonst noch interessiert, wie harmonisch wir leben.
40:45Na, und was diese Ehe betrifft, Kinder, die hat doch auch ihre Vorteile oder etwa nicht.
40:49Wenn ihr später glaubt, dass ihr miteinander, also, dass ihr, ja, ihr wisst schon,
40:54dann braucht ihr euch nicht erst trauen zu lassen, längst erledigt, ne?
40:57Habe ich nicht recht damit. Also, auf euer Wohl, ihr beiden.
41:07Komm hoch, Frau Degam. Wir schnappen uns die Couch und tragen sie in die Küche.
41:11Da wollen Sie also in der Küche schlafen?
41:13Da habe ich davon was gesagt. Du schläfst dort.
41:18Ich?
41:19Ein junger Mann in einem Haushalt mit einem Mädchen, wo es nur ein Zimmer gibt,
41:22das versteht sich doch von selbst.
41:24Na, immerhin bin ich doch jetzt mit ihr.
41:28Mach schon, fass an.
41:59Ich habe das nicht gehört.
42:02Na gut, dann empfehle ich mich jetzt.
42:04Du willst weg?
42:05Ja.
42:05Wohin?
42:06Ich lauf rum.
42:07Ja, da hast du recht. Lüfte deinen Kopf aus, das war ein schwerer Tag heute.
42:11Aber Punkt 10er wird das Tor geschlossen.
42:14Wenn du dich verspätest, kommst du nicht mehr rein.
42:16In einer Stunde musst du wieder da sein.
42:18In einer Stunde bin ich wieder da.
42:56In einer Stunde bin ich wieder da.
42:59In einer Stunde bin ich wieder da.
43:36Was suchen Sie hier?
43:39Haben Sie keine Bleibe?
43:41Oder hat Ihre Frau Sie verlassen?
43:44Zeigen Sie mal Ihre Papiere.
43:45Sofort.
43:52Name?
43:53Winzelan.
43:55Wo wohnen Sie?
43:57In der Wieserockstraße 24.
44:00Wie ist Ihr Familienstand?
44:01Also ich bin, ich bin, ich bin verheiratet. Das steht ja drin.
44:05Wenn Sie eine Wohnung haben und dazu noch jung verheiratet sind, wie ich hier sehe,
44:09wozu treiben Sie sich dann nachts auf der Brücke rum?
44:11Ja.
44:11Mauer Sie schon ab.
44:13Jawohl.
44:14Und vielen Dank.
44:15Auf Wiedersehen, Herr Wachtmeister.
44:39Und wissen Sie, Herr Wachtmeister不是 bei uns?
44:47Das ist wirklich ein auntisch.
45:15Untertitelung des ZDF, 2020
45:38Untertitelung des ZDF, 2020
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