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'Edel sei der Mensch, hilfreich und gut‘ – Goethe. Worin unterscheiden sich kollektivistisches und individualistisches Menschenbild? Brauchen wir einen autoritären, erziehenden Staat, der die Menschen vor Dummheit, Egoismus und Gewalt schützt, oder können wir auf Eigenverantwortung vertrauen?

Mit: Dirk Hesse und Irakli Betchvaia

#Vreiheit #PdV #Dexit #EndGov #Freiheit #SteuernSindRaub #FreiWilligkeit

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Transkript
00:00:01So, jetzt.
00:00:30Er greift ein in unser Privatleben, er sagt uns, was wir tun sollen und was wir lassen sollen, wie wir
00:00:37denken sollen und wenn dann endlich die Opposition verboten ist, dann haben wir nicht nur betreutes Leben in Deutschland, dann
00:00:46haben wir auch betreutes Wählen in Deutschland.
00:00:48Also, ja gut, ihr wisst, betreutes Wohnen ist schon ziemlich teuer, betreutes Leben wird dann nochmal extra teuer und von
00:00:58Selbstständigkeit und Eigenverantwortung ist dann ganz wenig übrig und dafür bleiben uns dann auch, wie das beim Souverän so üblich
00:01:08ist, dem man ja früher 10% seiner Einnahmen abgeben musste.
00:01:13Und der Bürger ist ja in Deutschland der Souverän, also dem bleiben dann auch 10%.
00:01:21Den Rest kriegt die Politik zum Verteilen.
00:01:24Ja, es geht um das libertäre Menschenbild, beziehungsweise habe ich mich im Vorfeld dieser Sendung gefragt, haben wir eigentlich als
00:01:34Libertäre ein anderes Menschenbild, als es die Etatisten und die Kollektivisten haben?
00:01:42Mal ein ganz kurzes Meinungsbild meiner vier Diskutanten, Frage an Uta, wie siehst du das?
00:01:51Haben wir, haben Kollektivisten und Individualisten unterschiedliches Menschenbild oder ist bei beiden der Mensch böse oder dumm und auf jeden
00:02:01Fall unfähig, sein Leben selbst zu regeln?
00:02:04Da du mich gefragt hast, ich eigentlich würde die Frage gerne zurückgeben, aber ich versuche sie mal so gut ich
00:02:11kann zu beantworten, denn ich habe tatsächlich einen Fehler begangen.
00:02:16Ich habe mich gar nicht auf die Sendung vorbereitet, dachte aber, ein Menschenbild ist etwas, was man natürlicherweise hat, deswegen,
00:02:23das soll ich mich vorbereiten.
00:02:24Also das liegt in meinem, das liegt in meinem Naturell, eins zu haben.
00:02:31Ich bin ein großer Fan des Pareto-Prinzips, falls ihr das kennt, 80-20.
00:02:3880% der Menschen sind in dem Fall meines Erachtens so und so und 20 so und so und wir
00:02:44sind auf der 20%-Seite.
00:02:47Unser Menschenbild dürfte im Zweifel negativ geprägt sein, weil wir die meisten für Leute halten, die ohne Händchen halten vom
00:02:59Vaterstaat und so, nicht auskommen.
00:03:03Einerseits. Andererseits ist es auch positiv geprägt, denn wir glauben ja, es ginge anders.
00:03:10Es ist ein Sowohl-als-auch, ich würde sagen, es ist ein realistisches Abbild des Menschen, das wir haben.
00:03:20Nicht so wie bei den Sozialisten, die irgendwie, ja, keine Ahnung, im Nirwana leben.
00:03:29Aber im Prinzip eigentlich eher ein positivistisches Wissen, dass es allerdings nur immer wenige sein werden, die so sind, wie
00:03:42man sein kann, wenn man frei ist.
00:03:45Ist das die beste Antwort, die ich geben kann.
00:03:48Ich muss da nochmal drauf einhaken. Bedeutet das, wenn wir jetzt einen libertären Staat schaffen würden, dass dann 80%
00:03:57verhungern würden?
00:04:00Nein, ganz im Gegenteil. Das würde einfach nur bedeuten, dass die 80% einfach mal ein bisschen mit Umdenken beschäftigt
00:04:07wären.
00:04:09Beziehungsweise einfach mit der normativen Kraft des Faktischen beschäftigt wären, die da heißt Freiheit.
00:04:15Und nein, niemand würde verhungern.
00:04:18Libertäre sind, also ich mag das Wort auch, ich tue mich mittlerweile ein bisschen schwer damit, weil es auch nur
00:04:24eine Schublade ist.
00:04:27Also ich glaube, freiheitliche Menschen sind ganz im Gegenteil, boshaft, bösartig, missgünstig, missgünstig, günstig, habe ich das richtig gesagt?
00:04:38Ja, genau, neidisch oder lassen jemand verhungern, ganz im Gegenteil, sondern sehr, ich mag das Wort empathisch übrigens auch nicht
00:04:45mehr, sondern mitfühlende Menschen.
00:04:47Denn das ist ein riesengroßer Unterschied, ob man mitfühlend oder empathisch ist.
00:04:52Empathisch bedeutet, man empfindet, was der andere empfindet. Mitfühlen bedeutet, man reicht auch die Hand.
00:05:00Neben dem Mitfühlen, genau.
00:05:02Und ich glaube, ich sehe es halt im Real Life, dass alle Leute, die ich kenne, die sich als freiheitlich
00:05:09definieren und ohne Problempony, dass sie sehr, sehr mitfühlend sind.
00:05:16Und wenn sie dann mal jemanden sehen, dem es gerade nicht so gut geht, sei es nur einfach der Bettler
00:05:22auf der Straße, da wird dem mal ein Euro in die Hand gedrückt.
00:05:28Oder letztens, keine Ahnung, da hatte ich irgendwie kein Bargeld dabei, da habe ich irgendwas, was sich gerade zu mampfen
00:05:37hat, mit einer Bettlerin geteilt.
00:05:40Da habe ich gesagt, sie wollen was zu essen, ich habe leider kein Geld, aber hier kriegen sie die Hälfte
00:05:44von meinem Mampf.
00:05:45So, ich denke, so sind die schon drauf. Ja, doch, eigentlich eher positiv.
00:05:52Ich gebe die Frage mal an die Freiheitsfackel weiter, wobei es mir ja im Prinzip um die Sichtweise geht.
00:06:03Sehen die Kollektivisten den Menschen eher als etwas, was man korrigieren muss?
00:06:11Ja, ja. Und sehen die Libertären das nicht irgendwie genauso?
00:06:18Ute hat das ja jetzt fast angedeutet, ne?
00:06:21Also die Libertären sagen, man muss die Menschen zur Eigenständigkeit, zur Eigenverantwortung erziehen.
00:06:27Und die Kollektivisten sagen vielleicht eher, der Mensch muss so weit erzogen werden, dass er von uns steuerbar ist.
00:06:38Also das ist vielleicht ein Aspekt davon, aber ich mache es letztendlich auch politische Ausrichtungen an einer Grundfrage fest.
00:06:51Und die lautet, glaube ich, dass die anderen Menschen gut sind oder sind sie böse?
00:06:57Ich glaube, wie Ute eben gesagt hat, dass die Liberalen oder Libertären, die Freiheitlichen an das Gute im Menschen glauben,
00:07:08das Gute in allen Menschen durchaus wissen, Realist sind.
00:07:12Es gibt, glaube ich, zwei oder vier Prozent wirkliche Verbrecher, Kriminelle, Arschlöcher, Soziopathen oder sowas in jeder Bevölkerung, in jedem
00:07:21Land auf der Welt.
00:07:24Das ist untersucht worden.
00:07:25Aber wenn man zum Beispiel in einem Zug sitzt und man lässt seinen Koffer da stehen und die Jacke und
00:07:31man geht mal auf die Toilette, dann kann man eigentlich davon ausgehen, das ist noch da.
00:07:35Und ich glaube auch, je ärmer die Leute sind, desto freundlicher sind sie auch.
00:07:41Im Durchschnitt sind die Menschen alle sehr lieb, sehr nett, offen.
00:07:46Wenn man denen freundlich kommt, dann kommt auch was Freundliches zurück.
00:07:51Und auf der anderen Seite, glaube ich, das, was man Sozialisten nennt, die sind anders drauf.
00:07:57Die glauben an das Böse und ich glaube, die schauen auf sich selbst.
00:08:01Und das, was ich selber denke und tue, traue ich auch allen anderen zu.
00:08:06Und deshalb glauben die, ja, die lügen, die betrügen, die stehlen, die rauben.
00:08:13Und deshalb brauchen wir etwas Größeres, als ich selbst bin, um alle Leute auf ihren Platz zu verweisen, um sie
00:08:21zu knechten, um sie dahin zu treiben, wo ich es will, im Namen aller.
00:08:29Die sollen weniger Zucker essen, in der Stadt nicht so schnell fahren oder das und das spenden.
00:08:36Die sagen es anderen, aber tun es sich selbst.
00:08:39Das ist der Blick nach draußen.
00:08:42Ich finde das sehr schön, Tim.
00:08:44Ich bezeichne dich ja immer als meinen libertären Mentor, als den, der mich zum Libertarismus gebracht hat.
00:08:50Und als ich diese Sendung vorbereitet habe, als ich den Gedanken für diese Sendung hatte, da habe ich genau so
00:08:55gedacht wie du.
00:08:57Und ich habe aber in der Vorbereitung für diese Sendung eine gewisse Erkenntnis gehabt.
00:09:03Mal sehen, ob wir am Ende des Abends da hinkommen.
00:09:07Auf jeden Fall werde ich sie mit euch teilen und werde mal sehen, ob ihr es dann nach unserer Diskussion
00:09:11genauso geht.
00:09:13Jetzt unseren vierten Diskussionspartner, Irakli, noch ein kurzes Wort.
00:09:18Wie siehst du es?
00:09:20Ganz kurzes Wort?
00:09:24Ich denke, wir sollten klassisch-liberale und libertäre Sicht voneinander trennen.
00:09:33Also natürlich die Etatisten, alle Art von Etatisten, rechts, links, scheißegal.
00:09:37Sie sehen Menschen als eine Viehherde, die eines guten, allwissenden Hirten bedürft.
00:09:51Deswegen, dass das, was jetzt Tim erzählt hat, ja, wenig Zucker essen oder wenig Fett essen oder nicht schnell fahren
00:09:59und keine Ahnung was, keine Drogen nehmen.
00:10:07Genau, für sie ist Mensch kein Mensch, sondern ein Tier, ein Vieh.
00:10:12Für die klassisch-liberalen, die aus dem Christentum kommen, für die ist Mensch etwas, der ein Funken Gott in sich
00:10:24trägt.
00:10:25Und dieser Funken Gott ist nun mal nicht schlecht.
00:10:29Er trägt nicht Funken Teufel in sich, sondern Gott.
00:10:34Und dieser, das ist der Teil, der uns zu großen Taten bewegt, um etwas Wunderschönes zu erschaffen.
00:10:49Im Grunde die ganze Welt um uns herum wurde ja durch diesen Trieb, also durch diesen Funken Gott in jedem
00:10:56von uns erschaffen.
00:10:59Deswegen darf man sie auch nicht unterdrücken.
00:11:01Deswegen darf man nicht sagen, du bist ein Vieh, ich muss dich jetzt, wie heißt das, auf der Weide fressen
00:11:12lassen.
00:11:15Bei den Libertären, aus meiner Sicht, ist es anders.
00:11:20Libertäre beschäftigt, also Libertarismus eigentlich beschäftigt sich gar nicht damit.
00:11:25Wir schreiben ja den Menschen gar nicht vor, wie sie zu leben haben.
00:11:30Wir sagen nur, lasst einfach uns in Ruhe.
00:11:33Also jeder soll seine Privatrechtsgesellschaft gründen.
00:11:36Wenn euer Glaube besser ist, dann werdet ihr euch schon durchsetzen.
00:11:42Und wenn unser besser ist, dann werden wir uns durchsetzen.
00:11:48Also keine Annahmen treffen, weil es unterschiedliche Menschen gibt.
00:11:52Es gibt böse und es gibt gute Menschen.
00:11:53Wir wollen auch niemanden umerziehen, im Unterschied zu den Kollektivisten.
00:11:59Ja, jetzt habe ich eine kleine Anekdote von meiner Tochter.
00:12:03Die ist 21 Jahre alt.
00:12:06Die war in der Corona-Pandemie ja wirklich im wunderbarsten Teenager-Alter, so zwischen 14 und 18.
00:12:13Und war dazu verdammt, eine Zeit lang nicht zur Schule zu gehen, sondern auf ihrem Bett zu sitzen und über
00:12:20YouTube und Microsoft Teams zu lernen.
00:12:24Und mit der habe ich vor kurzem darüber gesprochen, ob es denn nun aus ihrer Sicht ein Social-Media-Verbot
00:12:32für Jugendliche unter 16 Jahren geben soll.
00:12:38Ich glaube, die CDU hat das jetzt auf ihrem Parteitag mit unter 14 Jahren verabschiedet, oder?
00:12:42Hat jemand was anderes gehört?
00:12:45Also gefragt?
00:12:47Ich finde das total gruselig.
00:12:50Und ich weiß überhaupt nicht, was die wollen.
00:12:52Ich habe da versucht, immer bewusst wegzuhören, weil mich das aufbringt.
00:12:57Also jedenfalls, Antwort meiner Tochter war nein, auf keinen Fall, sondern wir müssen den Jugendlichen frühzeitig beibringen, zu bewerten, zu
00:13:10beurteilen und sich eine eigene Meinung zu bilden.
00:13:15Das muss man denen im Zweifel noch nicht mal beibringen.
00:13:17Ich habe ja selber Kinder.
00:13:20Ich weiß noch, als der Russland-Ukraine-Krieg ausbrach, da war mein Sohn gerade mal so elf.
00:13:27Der hat mir eine perfekte Zusammenfassung der Ursachen für diesen Krieg geliefert.
00:13:32Weil er gelernt hat, mit dem Internet umzugehen.
00:13:35Und zwar von sich heraus.
00:13:37Und ich traue Menschen zu, dass man lernen lernt, ohne einen Lehrer zu haben.
00:13:43Tatsächlich.
00:13:44Ich habe mir auch Dinge wie Lernen, Lernen selber beibringen müssen.
00:13:48Zum Beispiel habe ich früher den Tick gehabt, Dinge besonders langsam zu lesen, weil ich dachte, dann verstehe ich die
00:13:56Dinge besser.
00:13:57Nur um irgendwann festzustellen, am Anfang, Mitte 30, dass wenn ich schneller lese, ich es viel besser verstehe.
00:14:04Nein, man muss niemanden beibringen, wie man lernt.
00:14:07Man kann ein paar Tipps kriegen, ein paar Kniffe beigebracht, aber auch Lernen ist absolut individuell.
00:14:15Und jeder lernt anders, tatsächlich.
00:14:18Und die wenigsten Menschen lernen, glaube ich, schulkonform.
00:14:21Auch da.
00:14:23Ich habe Kinder.
00:14:23Also das eine Kind so, das andere so.
00:14:27Das eine Kind kommt da wunderbar mit klar, aber vor allen Dingen mit sich selber klar.
00:14:32Und das andere tut sich ein bisschen schwerer.
00:14:37Und das müsste man anders quasi beschulen.
00:14:39Also nein, beschulen an sich.
00:14:43Guck auf den Menschen.
00:14:44Was braucht dieser Mensch, dieser kleine Mini-Mensch?
00:14:47Und dann lerne er erst mal was über Mini-Menschen, bevor du meinst, den Mini-Menschen beschulen zu wollen.
00:14:54Also nein.
00:14:57Egal.
00:14:57Jetzt bin ich irgendwie vom Hölzchen auf den Kopf.
00:14:59Okay, also für dich ist Schule Indoktrination.
00:15:03Ja, aber sowas von.
00:15:06Ich habe mir alle Schlüböcher alle mal vorgenommen.
00:15:09Da stand so viel.
00:15:11Also danach wäre ich ein Einhorn gewesen, wäre auf dem Schulbuch Regenbogenkotze gewesen.
00:15:18Also das war fürchterlich.
00:15:24Ein gemeinsamer Freund von uns, Uta, der hat gesagt, er musste in der Schule.
00:15:31Und mir ging das genauso.
00:15:32Und wir sind ja etwa auch gleich alt.
00:15:34Er sagte, wir mussten in der Schule bis zum Erbrechen Erörterungen schreiben.
00:15:40Ein Thema aus zwei oder drei Perspektiven betrachten.
00:15:45Zwei Standpunkte verstehen lernen.
00:15:49Und am Ende zu einer Konklusion kommen, eine eigene Meinung dazu äußern.
00:15:56These, Antithese, Synthese.
00:15:58Genau.
00:15:58Und ich finde das enorm wichtig, dass man das lernt, auch wenn es bei mir zunächst die negative Auswirkung hatte,
00:16:08dass ich mir zu nichts mehr eine eigene Meinung bilden konnte, weil ich alle anderen Seiten immer gut verstanden habe.
00:16:15Aber es hat letztendlich auch das geschaffen, was du heute vielleicht Mitgefühl oder Empathie nennst.
00:16:23Ich kann die andere Seite verstehen und ich kann schweigen und erst mal zuhören.
00:16:28Was willst du denn sagen?
00:16:30So, jetzt Tim hat die Hand zurückgenommen.
00:16:32Du hast jetzt das Wort.
00:16:35Entschuldigung.
00:16:35Ja, kein Thema.
00:16:37Ich habe euch zugehört.
00:16:39Ich habe das Thema mit den Kindern aufgebracht.
00:16:43Und das ist vielleicht auch deine eingängliche Frage.
00:16:47Manche versuchen sich in eine Situation zu bringen, wie Eltern es ihren Kindern gegenüber machen müssen.
00:16:57Und ich denke, es ist ein weit verbreiteter Fehler, dass man schon ganz kleinen Kindern ganz viele Entscheidungen überlässt, obwohl
00:17:07die noch gar nicht die Konsequenzen absehen können.
00:17:12Und ich sage mal, in unserer Kultur wird das gerade propagiert, das zu tun.
00:17:17Und das überfordert meines Erachtens kleine Kinder, manche Jugendliche auch.
00:17:23Und ich glaube, in Japan ist es ganz anders.
00:17:27Die sagen, nein, nein, da wird nicht diskutiert, da wird erst mal gemacht und die Kinder beobachten und dann verstehen
00:17:31sie.
00:17:33Und die gehen dann ganz anders um.
00:17:35Aber es ist eine völlig andere Gesellschaftsstruktur mit anderen Regeln.
00:17:41Das wollte ich nur noch mal reinwerfen.
00:17:43Also sich zum Papa aufspielen oder zum siebten Ältesten und dann zu sagen, nein, du darfst nicht.
00:17:51Das ist, glaube ich, eine Sache, die den liberalen, libertären fremd ist, wo man sagt, nein, nein, es soll schon
00:17:58jeder seine eigenen Entscheidungen treffen.
00:17:59Aber für uns ist es halt wichtig zu sagen, du musst auch die Folgen davon übernehmen, von deinen eigenen Entscheidungen.
00:18:08Und dann möchte ich noch kurz den Schwenk machen.
00:18:11Mir fällt zu dem Thema immer der Kant ein mit seiner Frage, was ist Aufklärung?
00:18:19Und wie eben so schön beschrieben wurde, wenn sich selbst Kinder im Internet eine Meinung bilden können zu solchen komplexen
00:18:28Sachen wie, warum gab es Krieg oder was ist da jetzt plötzlich los?
00:18:34Dann sehe ich darin genau diese Aufklärung, dieser Ausstieg aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit.
00:18:42Das ist gerade der Punkt, die Konsequenzen tragen zu wollen.
00:18:47Und das ist vielleicht auch für viele Menschen nicht gewohnt, nicht daran trainiert, tatsächlich die Entscheidung für ihr eigenes Leben
00:18:55komplett zu übernehmen.
00:18:57Und dann delegieren sie das und dann sagen sie, nee, Staat, mach du das mal, Regierung, mach du das mal,
00:19:02regel du das mal für mich.
00:19:06Aber die Konsequenzen müssen alle tragen, ob wir wollen oder nicht.
00:19:11Ja, liebe Freiheitssackel, es hat ja ein bisschen etwas für Bücherverbrennung für unter 16-Jährige.
00:19:17Das heißt, die dürfen bestimmte Sachen nicht mehr lesen, sich auch nicht mehr mitteilen, tatsächlich.
00:19:22Also Entsprech- und Informationsverbot ist das letztendlich.
00:19:28Und die gibt es, weil gerade, ich sag mal, auf dem extremistischen Spektrum, meinetwegen rechts und links, die Leute nicht
00:19:39genug Sachargumente haben.
00:19:41Und deshalb brauchen sie Denkverbote, Sprechverbote, Diskussionsverbote, denn in einer sachlichen Diskussion würden sie ruckzuck verlieren.
00:19:52Nein, wir haben tatsächlich die besseren Argumente.
00:19:57Es ist ein schöneres Leben, wenn man die Verantwortung selbst übernimmt, wenn man seine eigenen Entscheidungen trifft,
00:20:04wenn man den Nutzen hat und behalten darf, nicht weggesteuert kriegt und wenn man auch für seine eigenen Fehler haftet.
00:20:12Ja, also das ist etwas und ja gut, hier sind wenigstens drei Eltern anwesend.
00:20:18Ich habe meiner Tochter immer gesagt, du pass auf, es kann das passieren.
00:20:23Und das wären dann die Konsequenzen, die es haben könnte.
00:20:27Also das sehe ich schon als elterliche Pflicht an, über mögliche Konsequenzen für eventuelles Verhalten oder Fehlverhalten auch aufzuklären,
00:20:37weil das kann ein Kind nicht wissen.
00:20:39Aber dann auch zu sagen, pass auf, bis zu einem gewissen Grade schütze ich dich,
00:20:44aber in einem gewissen Grade, altersgemäß, musst du auch die Verantwortung für deine Entscheidungen und für dein Handeln tragen.
00:20:52Und ich glaube, nur so können wir auch die Kinder weiterentwickeln.
00:20:57Sie brauchen Anleitung, ja, und sie müssen auch Verantwortung lernen.
00:21:02Aber ich habe das Gefühl, dass wir in unserem Land, und dann sind wir bei den 80 Prozent, die Uta
00:21:06vorhin erwähnt hat,
00:21:08wenn wir über ein Social-Media-Verbot reden, wenn wir über Klarnamenpflicht reden,
00:21:13wenn wir über Politikerbeleidigungen reden, wenn wir überhaupt darüber reden müssen,
00:21:19dass der Staat den Bürger vor Beleidigung im Internet schützt, vor Hass und Hetzer.
00:21:26Ja, was macht der denn dann?
00:21:27Dann delegiere ich meine Emotionen an den Staat und der muss aufpassen, dass es mir gut geht?
00:21:36Wenn ich da einhaken darf, der Staat schützt ja nicht.
00:21:40Der Staat bestraft nur im Nachhinein.
00:21:42Wenn jemand irgendwen mit irgendwas anspricht oder meinetwegen eine Geste macht
00:21:51und das wird dann Beleidigung genannt und das wird mit dem Strafrecht bestraft
00:21:57und dann geht der ganze Staatsapparat auf diese Geschichte los.
00:22:02Ich glaube, da übertreiben wir momentan.
00:22:06Es wird viel zu viel da auf eine Goldwaage gelegt.
00:22:10Die Leute sollten sich ein dickeres Fell anziehen und man sollte vielleicht mehr nach dem Grundsatz vorgehen,
00:22:19wenn einer beleidigt, dann sagt das mehr über ihn aus als über den Beleidigten.
00:22:25Und ob ich beleidigt bin oder nicht, das entscheide ich ja selbst.
00:22:29Genau.
00:22:31Und dann kriegt der Staat schon fast so eine aktivistische Position.
00:22:38Der verteidigt plötzlich Schäden oder schützt vor Schäden, die gar nicht eintreten in dem einen oder anderen Fall.
00:22:46Ich sage immer, wenn ich von Volksverhetzung lese und habe 50 Likes auf meinen Post bekommen
00:22:55und nicht einer hat sich beschwert, dann frage ich mich, wo ist denn das verhetzte Volk?
00:23:04Also, nochmal, es gibt verschiedene Ansätze.
00:23:07Und wenn man jetzt sagt, diese Kollektivisten, die gerne in der Masse schwimmen,
00:23:12nur im Mob mutig sind, gratis Mut haben,
00:23:16die haben es auch gern, wenn der Staat kommt und dann irgendeinem Rentner,
00:23:21ich sage mal, die Bude einrennt morgens um sechs,
00:23:24weil der mal irgendwas zu irgendwem gesagt hat oder geschrieben hat.
00:23:28Ja, sowas sollten wir durchaus kritisch beleuchten und sagen, das finden wir nicht gut.
00:23:36Denn am Ende ist es, glaube ich, ganz wichtig zu sagen,
00:23:40dass Einzelne immer aufstehen, selbst wenn der Wind anders weht
00:23:43und sagen, der Kaiser ist nackt.
00:23:46Und das, was wir meinetwegen in der Politik gerade haben,
00:23:49in der großen Politik, das ist zum Schaudern, das ist zum Weglaufen.
00:23:53Und wenn man Umfragen glauben will,
00:23:57dann ist inzwischen ein Großteil der Bevölkerung aufgegangen,
00:24:00was sie da für einen Mist gewählt haben.
00:24:02Ja, ganz aktueller Fall, nicht der Kaiser ist nackt,
00:24:08sondern der Kanzler hätte eine lange, hölzerne Nase.
00:24:11Ja.
00:24:12Der Fall Pinocchio, Kanzlerbeleidigung,
00:24:15die gerade durch die sozialen Medien geht.
00:24:18Ach ja, ja, ja, ja.
00:24:21Aber das ist wirklich so ein Thema,
00:24:24was ich im Augenblick durch die Bank feststelle,
00:24:27die Entmündigung des Bürgers durch Verbote.
00:24:32Ich habe damals, also im Grund meines Eintritts in die Partei der Vernunft
00:24:36war damals, dass ich gesagt habe,
00:24:38ich bin ein mündiger, eigenverantwortlicher Bürger.
00:24:41Und offensichtlich sind alle anderen Parteien doch dagegen.
00:24:46Wir delegieren alles an den Staat, wie schon gesagt,
00:24:49auch unsere Gefühle.
00:24:52Und gehört es nicht eigentlich zur Mündigkeit,
00:24:56persönliche Beleidigungen auszuhalten?
00:24:58Ja, Tim, bitte YouTube aus, also Lautstärke aus.
00:25:05Wir delegieren alles an den Staat.
00:25:07Danke.
00:25:09Du kannst auch den Ton bei YouTube ausschalten.
00:25:16Ja, also der zunehmend entmündigte Bürger,
00:25:23weil, ja, warum?
00:25:27Das ist eben das Menschenbild der Kollektivisten,
00:25:32zu sagen, wir müssen den Menschen ja steuern
00:25:35und ihm helfen,
00:25:38weil er weiß ja sonst gar nicht, wie er leben soll.
00:25:42Wo kämen wir denn hin, wenn jeder das täte,
00:25:44was ihm gefällt?
00:25:46Und da möchte ich jetzt mal überleiten in ein neues Thema.
00:25:51Es gibt ja durchaus unmündige Menschen.
00:25:55Wir haben bis vor kurzem noch einen Arzt in der PDV gehabt.
00:26:00Der hat gesagt, ja, das mit der Eigenverantwortung
00:26:04und so des Bürgers ist ja schön und gut.
00:26:06Aber da kommt so eine altersdemente Dame in meine Praxis.
00:26:10Der verschreibe ich Tabletten,
00:26:12die soll sie dreimal am Tag nehmen.
00:26:14Aber ich bin hundertprozentig sicher,
00:26:16wenn der keiner hilft
00:26:17und sie keiner daran erinnert,
00:26:19dann nimmt sie die nicht.
00:26:21Also es gibt schon,
00:26:24Tim hat es ja gesagt,
00:26:27eine Unmündigkeit,
00:26:28aber die ist nicht immer selbst verschuldet
00:26:33beziehungsweise extern bedingt,
00:26:35krankheitsbedingt.
00:26:36Was machen wir denn mit diesen Menschen?
00:26:40Es gibt auch Leute,
00:26:41die in Komma liegen und
00:26:43also es spielt keine Rolle,
00:26:46ob es selbst verschuldet oder nicht.
00:26:47Einer könnte selbst einen Unfall gebaut haben
00:26:50und dann im Komma landen.
00:26:53Ja, also ich habe
00:26:54ich habe hier ein schönes,
00:26:56ein schönes Beispiel aus meiner,
00:26:57eine anekdotische Evidenz,
00:27:00wenn man so möchte.
00:27:04Es ist ja allgemein bekannt,
00:27:06dass mein Vater verstorben ist
00:27:10und im Endspurt,
00:27:13wenn man so möchte,
00:27:15war unklar,
00:27:17wie man ihn weiter behandelt,
00:27:19ob palliativ, kurativ und so weiter.
00:27:25Und ich war der Auffassung,
00:27:27dass meine Mutter
00:27:28und alle weiteren sonstigen Hinterbliebenen,
00:27:31zukünftigen Hinterbliebenen,
00:27:33das wunderbar selbst entscheiden können.
00:27:36Ein anderes Familienmitglied,
00:27:37ohne Namen nennen zu wollen,
00:27:38war der Auffassung,
00:27:40man müsste sich da jetzt irgendwie extern,
00:27:43juristisch beraten lassen
00:27:44mit einer Rechtspflege.
00:27:47Ich weiß nicht,
00:27:47wie der Blödsinn heißt.
00:27:49Und ich war vollkommen konsterniert.
00:27:51Ich habe gesagt,
00:27:52Moment,
00:27:53wir wissen,
00:27:53was Papa will.
00:27:55Wir wussten es.
00:27:58Er hätte auf jeden Fall nicht kurativ,
00:28:02sondern nur palliativ gewählt.
00:28:04Das muss doch reichen.
00:28:06Es sollten die Nächsten,
00:28:09die Personen entscheiden,
00:28:12die der Person,
00:28:13die wie auch immer in einer Situation ist,
00:28:15wo sie nicht mehr selbst entscheiden kann,
00:28:18entscheiden.
00:28:18Und zwar im Sinne desjenigen,
00:28:20welchen der da nun ist.
00:28:24Das ist meine feste Auffassung.
00:28:26Natürlich gibt es immer die absoluten Extremfälle,
00:28:28aber wir reden hier über den Normalfall,
00:28:31den absoluten Normalfall.
00:28:33Das heißt,
00:28:34da gibt es einen Menschen X,
00:28:35der hat eine Familie Y
00:28:36und die Familie Y weiß,
00:28:38wer ist der Mensch X will
00:28:39und danach richtet man sich.
00:28:41Und man befragt nicht irgendeinen,
00:28:43wie auch immer,
00:28:44der hergelaufenen Richter,
00:28:45der jetzt in meinem Fall zum Beispiel
00:28:47von meinem Vater nichts weiß,
00:28:49nie von ihm gehört hat,
00:28:50kein Pei hat, wer er ist.
00:28:52Nö.
00:28:53Also ich war dagegen.
00:28:55Gott sei Dank hat sich das dann auch so gewendet,
00:28:57das Blatt,
00:28:58dass es genauso kam,
00:28:59wie mein Vater sich gewünscht hätte,
00:29:01ohne dass irgendwie extern da was zu machen wäre,
00:29:04weil,
00:29:05und das ist auch wieder ein bisschen ironisch,
00:29:07ja,
00:29:08wenn man den Staat braucht wohl,
00:29:09so,
00:29:10ja,
00:29:10der pennt halt,
00:29:11ne.
00:29:13Also,
00:29:13das hätte irgendwie noch zwei Wochen gedauert,
00:29:16bis der da mal aktiv geworden wäre
00:29:17oder mindestens eine
00:29:18und dann war ich schon durch.
00:29:21Also ich fand es unmöglich.
00:29:22Ich fand es unmöglich,
00:29:23dass man überhaupt darüber nachdenkt,
00:29:25dass irgendein externer Mensch da entscheidet.
00:29:29da kommt irgend so ein Deppenrichter an
00:29:32und sagt so,
00:29:33ach,
00:29:34den Namen habe ich noch nie gehört,
00:29:35das Gesicht habe ich noch nie gesehen,
00:29:36die Stimme habe ich noch nie gehört.
00:29:38Ich weiß nichts über diese Person,
00:29:39aber ich entscheide jetzt mal XYZ.
00:29:42Frau O'Gilwi,
00:29:43können Sie denn beweisen,
00:29:46dass Ihr Vater eine palliative Behandlung wollte?
00:29:49Ja,
00:29:50er hat es selber so gesagt.
00:29:51Ja,
00:29:52aber das ist kein Beweis.
00:29:54Das ist eine Behauptung.
00:29:55Er hat es mir gegenüber gesagt und anderen.
00:29:58Okay,
00:29:59wenn es Zeugen gibt,
00:30:00ist das eine andere Sache.
00:30:01Aber es hätte jetzt also auch,
00:30:03ich weiß,
00:30:03du hast eine Schwester.
00:30:04Er hat es sogar gegenüber dem Pflegepersonal gesagt,
00:30:08als er noch sprechen konnte.
00:30:09Okay,
00:30:09okay.
00:30:10Irgendwann konnte er es nicht mehr,
00:30:11aber es war eindeutig.
00:30:13Eindeutig.
00:30:14Und das ist ja auch in Ordnung.
00:30:16Ja,
00:30:18ein Loblied auf die Familie sozusagen.
00:30:21Hier bedeutet sie noch was.
00:30:23Genau.
00:30:23Wartet mal.
00:30:24Also,
00:30:27also erstens bei dem Fall,
00:30:30Entschuldigung,
00:30:31erstens bei dem Fall,
00:30:33ich denke,
00:30:33das ist so ähnlich wie bei den Kindern.
00:30:35Ja,
00:30:36sie haben Rechte,
00:30:37aber sie treten,
00:30:39also diese Rechte werden,
00:30:41Rechte werden,
00:30:42erst mal an die Sorgeberechtigten abgetreten.
00:30:46im Falle deines Vaters
00:30:47oder älteren Menschen
00:30:49oder halt die Blöds,
00:30:50also die selbstständig waren
00:30:52und dann das verlieren,
00:30:54die Möglichkeit für sich zu sorgen,
00:30:57um sich zu sorgen.
00:30:58Ja,
00:30:58natürlich muss ein Richter,
00:31:00muss es jemanden geben,
00:31:02der das entscheidet.
00:31:04Weil,
00:31:04weißt du,
00:31:04du kannst nicht einfach einem Menschen,
00:31:08du kannst einfach nicht behaupten,
00:31:10dieser Mensch,
00:31:11der jetzt nicht mehr mündig ist
00:31:13oder nicht mehr antworten kann,
00:31:15hat etwas gewollt,
00:31:17ich weiß es
00:31:18und alle anderen sollen sich dran halten.
00:31:21Warum sollen sie dir glauben?
00:31:22Das geht ja nicht um dich,
00:31:24sondern um alle anderen noch.
00:31:26Also in meinem Spezialfall
00:31:27war es wirklich hinlänglich
00:31:29und in Richtung aller bekannt.
00:31:34Ja,
00:31:34das Pflegepersonal wusste das,
00:31:36alle anderen auch.
00:31:38Lass mal,
00:31:38der Tim drängelt.
00:31:41Nein.
00:31:43Ach,
00:31:43du hast dir ja bloß die Nase geschnaubt.
00:31:45Ja,
00:31:45sorry.
00:31:47Aber du hast die Hand schon so lange oben gehabt.
00:31:51Gute.
00:31:52Gute?
00:31:53Ja.
00:31:54Recht.
00:31:54Wenn hier fertig ist.
00:31:55Es gibt so eine Eigenschaft von Recht,
00:31:57es gilt für alle.
00:31:59also wenn es muss eine,
00:32:02es ist eine,
00:32:03wie heißt das,
00:32:05global für alle anwendbare Regel.
00:32:08Und wenn du sagst,
00:32:09das ist so ein Sonderfall,
00:32:10ja,
00:32:11mag sein,
00:32:11dass es ein Sonderfall ist,
00:32:12aber auch hier gilt halt
00:32:15allgemeine Regel.
00:32:16Nein,
00:32:17nein,
00:32:17und darüber hinaus war mein Vater Jurist,
00:32:19das heißt,
00:32:20wenn er was gesagt hat,
00:32:21wusste er schon,
00:32:21zweifelte er,
00:32:22was er sagt.
00:32:22und nein,
00:32:24er wollte das so,
00:32:25er wollte das so
00:32:27und kein Richter auf dieser Welt hatte.
00:32:30Und deswegen,
00:32:31ich bin ein ganz,
00:32:31ganz extremer Jurakritiker.
00:32:34Vielleicht,
00:32:35weil ich Juristentochter bin,
00:32:36ich weiß es nicht.
00:32:36Ich bin ein ganz extremer Jurakritiker.
00:32:40Es gibt so etwas wie
00:32:42ein Naturrecht
00:32:45und das schwebt weit über dem,
00:32:48was der Staat uns irgendwie
00:32:49angesetzt in die Bücher schreibt.
00:32:52Weit über dem.
00:32:53Und wenn mein Vater sagt,
00:32:54ich will nicht mehr,
00:32:55ich kann nicht mehr,
00:32:55ich möchte einfach nur sterben
00:32:56und das nicht nur
00:32:57in der entscheidenden Phase,
00:32:59sondern auch schon zuvor
00:33:00und zwar gegenüber allen,
00:33:02die ihn kennen,
00:33:03dann kann mir kein Richter
00:33:05auf dieser Welt kommen und sagen,
00:33:07ach nö,
00:33:07den lassen wir jetzt mal künstlich am Leben.
00:33:09Warum?
00:33:10Wofür?
00:33:10Weshalb?
00:33:11Niemand will das,
00:33:12außer der Richter.
00:33:13Also erstens ich,
00:33:13ja.
00:33:13Nein, nein, nein,
00:33:15da bin ich raus.
00:33:16Also wirklich.
00:33:17Du wiederholst immer wieder
00:33:19die gleichen Sätze.
00:33:20Entschuldigung, bitte.
00:33:21Ganz kurz fassen, ja.
00:33:23Das, was du gesagt hast,
00:33:26das hat, also ich bin auch kein Verfechter
00:33:29des staatlichen Rechtssystems.
00:33:33Es ist kein Recht,
00:33:33es ist Unrecht,
00:33:34aber nichtsdestotrotz,
00:33:36es muss bewiesen werden.
00:33:38Es ist bewiesen worden.
00:33:40Also ich meine,
00:33:41er hat es laut und deutlich gesagt.
00:33:44Und wenn es Beweise gibt,
00:33:47dann darf natürlich der Richter
00:33:49danach nicht Nein sagen,
00:33:52es nicht verweigern.
00:33:54Aber warum muss man überhaupt
00:33:55einen Richter ins Spiel bringen?
00:33:57Warum?
00:33:58Weil andere...
00:33:59Mündige, wir sind mündige Menschen,
00:34:01wir sind mündige Verwandte,
00:34:05mündige Verwandte mit einem klaren Verstand.
00:34:08Wieso brauche ich einen Dritten von außen,
00:34:10der überhaupt keine interne Sicht hat,
00:34:13der mir erklärt,
00:34:14wie das Leben und das Sterben zu funktionieren hat
00:34:17von Menschen, die ich liebe,
00:34:18die er aber nicht liebt.
00:34:20Ich brauche diesen Menschen nicht.
00:34:22Es ist Eigenverantwortung.
00:34:24Und Eigenverantwortung kann man manchmal eben auch
00:34:26an den nächsten geliebten Menschen abgeben.
00:34:29Aber doch bitte nicht an einen anonymen Richter.
00:34:31Was hat der denn da versucht zu suchen, der Heini?
00:34:34Uta, wir können uns ja auch einen Fall vorstellen,
00:34:37wo die Erben sagen,
00:34:40ja, jetzt lass den endlich sterben,
00:34:43wir brauchen sein Geld.
00:34:45Ja, also woher wissen andere Menschen,
00:34:50dass du ihn liebst?
00:34:51Woher wissen andere Menschen,
00:34:53dass du in seinem Sinne handelst?
00:34:57Woher?
00:34:58Wie kannst du dich als Libertärer definieren,
00:35:00wenn du sagst,
00:35:02ich spreche dir das Recht
00:35:03einer gesunden Einschätzung der Lage ab?
00:35:07Das verstehe ich wiederum nicht.
00:35:09Das habe ich nicht behauptet.
00:35:11Ja nun, aber darauf läuft es letztendlich hinaus.
00:35:13Wieso brauche ich einen Richter?
00:35:15Wieso brauche ich überhaupt Dritte,
00:35:17die mir das Leben erklären?
00:35:18Ich habe nicht gesagt, dass du ihn brauchst.
00:35:19Ich habe nicht gesagt, dass du ihn brauchst.
00:35:21Aber du lebst in einer Gesellschaft.
00:35:24Und deine Entscheidung,
00:35:25also diese Entscheidung,
00:35:26muss von anderen Menschen auch akzeptiert werden.
00:35:29Warum muss die Entscheidung über das Leben
00:35:32und Sterben meines Vaters von anderen akzeptiert werden,
00:35:34wenn die wichtigen Menschen,
00:35:36die ihn umgeben haben,
00:35:37inklusive ihn selbst,
00:35:40doch einverstanden sind?
00:35:40Warum brauche ich da eine Verzeihung?
00:35:44Ich versuche die ganze Zeit nicht zu sagen,
00:35:47verschissene Richter,
00:35:48aber wozu brauche ich einen verschissenen Richter?
00:35:50I don't get it.
00:35:51I don't get your point.
00:35:52Wirklich, ich verstehe nicht.
00:35:54Wir sind selbstbestimmte Menschen.
00:35:56Aber die anderen Menschen brauchen ihn,
00:35:58weil jemand das untersucht.
00:36:00Aber warum?
00:36:01Wer hat denn,
00:36:01einen Richter braucht man nur,
00:36:03wenn man einen Fall hat.
00:36:05Einen Fall, den man zu Gericht gibt.
00:36:07Und in dem Fall wäre das gewesen,
00:36:10der etatistische Teil in meiner Familie,
00:36:13der das dann so befunden hat.
00:36:14Ja, wir brauchen jetzt einen Richter,
00:36:16wo ich gedacht habe,
00:36:16like why?
00:36:17Okay, mach du mal.
00:36:18Wie gesagt,
00:36:19das Schicksal hat sich dann irgendwie anders entschieden.
00:36:21Aber du brauchst doch bitte schön,
00:36:24warum brauche ich irgendeinen Staatsgläubigen?
00:36:27Also bitte, ganz im Ernst,
00:36:29ich werde heute wahrscheinlich noch,
00:36:31wenn mich das gerade wirklich echt aufregt,
00:36:34einfach nur einen Satz schreiben.
00:36:36Wenn ich sterben will,
00:36:37lass mich sterben.
00:36:38Punkt.
00:36:38So, dann habt ihr alle euren Beweis.
00:36:43Auch dieser Beweis müsste vom Richter bestätigt werden.
00:36:47Warum?
00:36:47Warum brauche ich einen Dritten?
00:36:49Das ist Etatismus in a nutshell.
00:36:52Das ist Etatismus in a nutshell.
00:36:54Du brauchst einen Dritten,
00:36:55der über dein Leben läuft,
00:36:56finde.
00:36:56Like why?
00:36:57Nee, tut mir leid, lieber Etat.
00:36:59Weil du es selbst nicht zu Ende gemacht hast.
00:37:02Nein, ich brauche keinen Dritten.
00:37:04Moment, stopp, stopp, stopp.
00:37:05Wenn du nicht mehr leben willst,
00:37:06dann setze dem Leben selbst ein Ende.
00:37:09Wenn es die anderen tun sollen,
00:37:11brauchen sie eine Bestätigung,
00:37:13damit sie nicht ins Gefängnis gehen,
00:37:14zum Beispiel,
00:37:15damit es von anderen Menschen akzeptiert wird.
00:37:17Also, sie brauchen hier eine Person,
00:37:20denen sie vertrauen.
00:37:21Die kennen sie vielleicht nicht,
00:37:23aber vielleicht den Richter,
00:37:25also normale Gesellschaft.
00:37:26Also, die vertrauen dem,
00:37:27die vertrauen,
00:37:28also irgendein Arzt soll dem Richter vertrauen,
00:37:30aber nicht mir.
00:37:32Jetzt, jetzt bitte ich mal
00:37:33um ein weises Wort von Tim vielleicht dazu.
00:37:36Moment, Tim, greift bitte ein.
00:37:37Ja, also, ich sage mal,
00:37:39ihr habt jetzt den Punkt, glaube ich,
00:37:41genug durchgekauft.
00:37:42Ja, das will mir nicht.
00:37:43Ich habe jetzt so die Entwicklung nicht gesehen
00:37:47oder die Erkenntnisse,
00:37:49die man dabei gewinnt.
00:37:51Ich glaube, zwei Sachen.
00:37:54Das eine,
00:37:56es ist eine Familiengeschichte.
00:37:58Wir sind Herdentiere
00:38:00und wir haben Eltern
00:38:01und manchmal haben wir auch Kinder
00:38:03und dann haben wir vielleicht auch Enkel,
00:38:05sowas wie eine Familie,
00:38:07negativ gesagt, Verwandtschaft.
00:38:11Und die Frage,
00:38:13die, glaube ich,
00:38:13gerade diskutiert wird,
00:38:14ist eigentlich,
00:38:16wenn es bei einem Menschen,
00:38:17vielleicht, weil er älter wird,
00:38:19weil er krank ist,
00:38:19weil er einen Unfall gehabt hat,
00:38:21zu der eigenverantwortlichen Führung
00:38:24des Lebens nicht mehr reicht,
00:38:25dann ist er ja immer noch ein Mensch.
00:38:27Und dann ist die Frage,
00:38:29wer sorgt denn dann dafür,
00:38:32dass es diesem Menschen gut geht?
00:38:35Und ich glaube,
00:38:37in unserer Gesellschaft,
00:38:38in unserem Rechtssystem
00:38:39ist das da eingeregelt,
00:38:41das ist nicht irgendein Richter,
00:38:43namentlich nicht Strafrecht,
00:38:45auch nicht Finanzrecht,
00:38:47sondern das ist ein Familienrichter.
00:38:50Und der kriegt sein Geld
00:38:52unabhängig davon,
00:38:53der kennt keinen
00:38:54und der sagt,
00:38:55ja, was ist die Lage?
00:38:57Was ist das Problem?
00:38:58Und dann versucht er
00:38:59für den Menschen,
00:39:01der nicht mehr für sich selbst
00:39:03verantwortlich entscheiden kann,
00:39:05eine gute Lösung zu finden.
00:39:08Und ich glaube,
00:39:08im Rahmen der Eigenverantwortung
00:39:11sollte jeder von uns
00:39:14rechtzeitig,
00:39:15also morgen,
00:39:17einen Zettel schreiben
00:39:18und sowas wie Patientenverfügung
00:39:22und solche Sachen machen.
00:39:23Und dann gibt es tatsächlich
00:39:24ein Dokument
00:39:25und dann wird das unterschrieben,
00:39:26manchmal geht man damit
00:39:27auch zum Notar
00:39:28und sagt,
00:39:29also ich hätte gehabt
00:39:29dieses und jenes
00:39:30und wenn mir was passiert,
00:39:32wenn ich das nicht mehr
00:39:32selber entscheiden kann,
00:39:33dann erkläre ich jetzt schon mal,
00:39:35ich will dieses oder jenes
00:39:36und im Zweifel
00:39:39fragt bitte den oder die.
00:39:42Also das kann man alles
00:39:44vornherein regeln
00:39:45und dann müssen sich die Ärzte
00:39:46auch ziemlich dran halten,
00:39:49gerade wenn es um Abschalten
00:39:50oder sonst irgendwas geht.
00:39:52und manchmal ist es eine Quälerei.
00:39:55Also ich glaube,
00:39:56du hast ein ganz wichtiges Thema
00:39:57angefangen,
00:39:58aber das Bedürfnis war
00:40:00von einem deiner Verwandten,
00:40:02der will noch eine
00:40:04rechtliche Beratung haben.
00:40:06Ich glaube,
00:40:06der ist vielleicht unsicher gewesen
00:40:08und es ist ja auch wichtig,
00:40:09sowas zu wissen,
00:40:10wie ist da die Lage
00:40:11und dann zu einer Einigung
00:40:13zu finden.
00:40:14Und die Einigung kann meines Erachtens
00:40:15nicht darin bestehen,
00:40:16dass der Richter
00:40:17irgendeinen von der Straße holt.
00:40:18Er hat natürlich auch seine Leute
00:40:20und sagt, hier komm,
00:40:20du hast jetzt die Pflegschaft,
00:40:22du hast die Vormundschaft
00:40:25oder was immer da richtig
00:40:26das richtige Wort ist,
00:40:28bin kein Jurist,
00:40:29sondern jemanden aus der Familie
00:40:32und vielleicht nicht nur einen,
00:40:34vielleicht sogar zwei oder drei,
00:40:36dass man sich die Last teilt
00:40:37und auch die Verantwortung teilt
00:40:38und da zu einem gemeinsamen Bild kommt,
00:40:40wie soll es weitergehen.
00:40:42Habe fertig.
00:40:45Ja, ich meine,
00:40:47wir sagen ja Eigenverantwortung
00:40:49und wir sagen Vertragsfreiheit.
00:40:51Was haben wir in dem Falle
00:40:53für Vertragspartner?
00:40:54Er ist also der Arzt,
00:40:56der entscheiden muss,
00:40:57kurativ, palliativ
00:40:58und da ist der Patient
00:40:59und man muss sich natürlich fragen,
00:41:02ist der Patient noch im Vollbesitz
00:41:05seiner geistigen Fähigkeiten gewesen,
00:41:07als er diesen Vertrag einging?
00:41:11Nein, war er nicht.
00:41:13Aber es war klar,
00:41:14es war klar,
00:41:15er hat es im halben Jahr zuvor
00:41:16immer wieder gesagt,
00:41:17gegenüber allen möglichen Leuten
00:41:19und als er dann,
00:41:20also jetzt spezialfalls
00:41:21mein Vater,
00:41:22noch reden konnte,
00:41:24was gegen Ende
00:41:25wirklich sehr schwierig wurde,
00:41:26dann hat er immer gesagt,
00:41:27bitte, ich möchte nicht mehr.
00:41:28Das wussten alle.
00:41:30Das wussten sämtliche Ärzte,
00:41:32das ganze Pflegepersonal
00:41:33und die sind super,
00:41:35super, super korrekt
00:41:36mit diesem Wunsch umgegangen.
00:41:38Also mehr kann man nicht
00:41:39und das hätte es gebracht.
00:41:40Das hätte es gebracht.
00:41:42Das System war zerstört,
00:41:43wenn man so will,
00:41:44also die Festplatte.
00:41:47Und mein Vater war ein
00:41:49unheimlich intelligenter Mensch,
00:41:51der gerne sprach,
00:41:52der gerne schrieb,
00:41:53der gerne auch zuhörte,
00:41:56der sich gerne bewegt hat.
00:41:57All das war nicht mehr möglich.
00:41:58Alles, was sein Leben
00:41:59lebenswert gemacht hat,
00:42:00war weg.
00:42:02So, und
00:42:04ich bin meinem Vater ähnlicher,
00:42:06als mir manchmal lieb ist.
00:42:08All diese Dinge treiben mich auch um,
00:42:10also Bewegung, Sprache
00:42:11und so weiter und so fort.
00:42:12Ich würde dann auch nicht mehr wollen.
00:42:14Ich habe das total gut verstanden.
00:42:16Und so ein bisschen Tante
00:42:17hat es super gut verstanden
00:42:21und es war korrekt
00:42:22und da braucht man keinen Richter,
00:42:24da braucht man keine
00:42:24so und so vielte Instanz.
00:42:26Das kann man machen mit Menschen,
00:42:27die vielleicht,
00:42:28nehmen wir jetzt mal
00:42:29worst case scenario,
00:42:30die überhaupt keine Sippschaft mehr haben.
00:42:34Also wenn ich jetzt
00:42:35meinetwegen keine Eltern mehr habe,
00:42:36keine Kinder habe,
00:42:37nichts, keine Tanten,
00:42:38keine Onkel,
00:42:39ja, dann mag es sinnvoll sein,
00:42:41da mal eine dritte Instanz zu befragen.
00:42:43Aber in dem Fall war es glasklar.
00:42:45Also warum ein Richter?
00:42:47Und mein Menschenbild,
00:42:49um jetzt hier den Bogen zu schließen,
00:42:51ist Folgendes,
00:42:56Eigenverantwortung,
00:42:56die kann man aber auch mal abgeben
00:42:58an Menschen, die einen lieben
00:43:00und die dann für einen handeln.
00:43:04Das ist besser.
00:43:05Die Familie ist immer der bessere Richter.
00:43:08Wer soll das alles abgeben?
00:43:10Gesetz den Fall,
00:43:11man hat eine geistig gesunde Familie.
00:43:13Also das muss man immer voraussetzen.
00:43:15Wer soll das alles abgeben?
00:43:17Die Rechte hat einmal.
00:43:19Es gibt einen Menschen,
00:43:20der hat seine Rechte.
00:43:21Und du sagst,
00:43:22diese Rechte sollen jetzt an die Familie
00:43:24oder an irgendjemanden abgegeben werden,
00:43:27der ihn liebt.
00:43:28Wer macht es?
00:43:31Die Frage ist doch eigentlich,
00:43:34wo ist der Punkt,
00:43:36wo ein Mensch von der Mündigkeit
00:43:38in die Unmündigkeit kommt?
00:43:41Ich kann mir jetzt mal ganz,
00:43:42ganz anders gelagerter Fall.
00:43:45Der Versicherungsmakler,
00:43:47der einer alten, dementen Frau
00:43:49in ihrer Privatwohnung
00:43:50noch eine sauteure Lebensversicherung
00:43:54aufschwatzt
00:43:55oder irgendetwas anderes,
00:43:57um an ihr Geld zu kommen
00:43:59und die kann das überhaupt nicht überschauen.
00:44:01Dann ist sie auch nicht mündig,
00:44:02einen solchen Vertrag einzugehen.
00:44:05Dirk, es gibt solche Fehler
00:44:07in jeder Menge in Russland,
00:44:09wo halt die Enkelkinder
00:44:11oder Kinder ihren Eltern
00:44:13das wegnehmen,
00:44:14die Wohnung verkaufen
00:44:16und die Alten bleiben dann auf der Straße.
00:44:21Aber ich wollte was anderes.
00:44:24Uta sagt,
00:44:26sie will keinen Richter
00:44:27und ich würde gerne wissen,
00:44:29wer es entscheidet.
00:44:30Und du fragst jetzt,
00:44:32nach welchen Kriterien.
00:44:34Erst mal,
00:44:34lass uns erklären,
00:44:36wer das entscheidet,
00:44:37wenn nicht der Richter.
00:44:38In meinem Fall ist es ja glasklar.
00:44:40In meinem Fall ist es ja glasklar.
00:44:42Da gibt es überhaupt
00:44:43gar keine Frage zu stellen.
00:44:46Mein Vater hat es gegenüber allen gesagt,
00:44:49solange er noch,
00:44:50sagen wir mal, mündig war.
00:44:51Und dann irgendwann,
00:44:53da wurde er phasisch.
00:44:55Also er konnte nicht mehr
00:44:56die Worte aussuchen,
00:44:57die er aussuchen wollte,
00:44:59hat es aber selber noch mitgekriegt
00:45:01und musste da manchmal schmunzeln,
00:45:03was dabei für ein Kauderwelsch rauskam.
00:45:04Das weiß ich auch noch.
00:45:05Aber er wollte nicht mehr.
00:45:07Und das hat er gegenüber dem Pflegepersonal
00:45:09ganz klar und deutlich zu verstehen gegeben.
00:45:11Und in dem ganzen Jahr,
00:45:13bevor er verstarb,
00:45:15hat er es deutlich und klar
00:45:16zu verstehen gegeben.
00:45:17Ich brauche da jetzt wirklich
00:45:19keinen Richter für.
00:45:20Wirklich nicht.
00:45:21Ernsthaft.
00:45:22Du brauchst nicht.
00:45:24Anhand welcher Kriterien
00:45:26soll sich denn der Richter ausrichten?
00:45:30Es gibt ja einen Menschen,
00:45:32der sich vielleicht nicht mehr klar äußern kann.
00:45:34Dann gibt es mich, meine Schwester.
00:45:36Gut, also staatliche Richter,
00:45:38dass staatliche Richter schlecht ist,
00:45:41da sind wir uns alle einig.
00:45:42Aber woran soll sich denn,
00:45:45woran soll sich denn,
00:45:46ich frage dich,
00:45:49woran soll sich der Richter ausrichten?
00:45:50Du wiederholst immer wieder das Gleiche.
00:45:53Entschuldigung.
00:45:54Das ist staatlich,
00:45:55also in einer normalen Gesellschaft,
00:45:56also es gab früher mal,
00:45:59bei den Germanen gab es,
00:46:00wie heißt das?
00:46:02Tink.
00:46:02Tink, ja.
00:46:03Genau.
00:46:04Tink, und es gab den Dorfältesten.
00:46:06Also es ist ein Mensch,
00:46:07dem alle vertraut haben.
00:46:09Und wenn es solche Probleme gab,
00:46:11dann gingen sie zu ihm,
00:46:12zu den Menschen,
00:46:13dem alle vertrauen,
00:46:14und der hat gerichtet.
00:46:15Ja, so soll es in normaler Gesellschaft sein.
00:46:18Alle Menschen in einer Gemeinde sagen,
00:46:21okay, wir vertrauen dem da,
00:46:22und der soll über uns,
00:46:24über sowas richten.
00:46:25Ja, das haben wir nicht.
00:46:26Okay, das haben wir verstanden.
00:46:27Wir leben jetzt in einer
00:46:31rechtlosen Unrechtsgesellschaft.
00:46:32Aber es gibt halt in dieser Gesellschaft,
00:46:35nun mal die Regeln.
00:46:38Ich verteidige sie nicht,
00:46:39aber es gibt sie.
00:46:41Wenn du mir sagst,
00:46:42ja, ich hätte gern
00:46:43einen Dorfältesten gefragt,
00:46:45lieber, dann ja.
00:46:46Aber du sagst das auch nicht.
00:46:48Na gut,
00:46:49nun ist der Fall bei Uta ja völlig klar.
00:46:52Der Fall ist vollkommen glasklar.
00:46:54Also ich weiß überhaupt nicht,
00:46:55was man da diskutieren muss.
00:46:56Mein Vater wollte nicht mehr gut.
00:46:57Aber gut,
00:46:59gehen wir mal von einem anderen Fall aus.
00:47:01Ja, da bin ich ja,
00:47:02da bin ich ja,
00:47:03da bin ich ja.
00:47:03Es ist nicht klar,
00:47:04weil diese Entscheidung
00:47:05auch für alle anderen klar sein muss,
00:47:08die das nicht gehört haben.
00:47:10Denn wenn er das nicht gesagt hat,
00:47:11hätte jede einzelne Person
00:47:13in der Gesellschaft gesagt,
00:47:16ja, ich will sterben,
00:47:17dann wäre es allem klar.
00:47:18Okay,
00:47:19dann hätte keiner Widerspruch eingelegt.
00:47:21Aber er hat es nicht, oder?
00:47:23Es gibt einen wunderschönen Satz,
00:47:25walk a mile in my shoes.
00:47:27Geh einmal in meinen Schuhen.
00:47:28So, und wenn du jetzt sagst,
00:47:31okay, du bist am Ende deines Lebens,
00:47:33nehmen wir mal diese Vorstellung an.
00:47:35Du hast zwei Töchter,
00:47:36du hast eine Ehefrau
00:47:37und du hast Pflegepersonal
00:47:39und du sagst,
00:47:40ich will nicht mehr.
00:47:41Mir reicht's.
00:47:43Gehst du dann,
00:47:45sagst du dann,
00:47:45bitte,
00:47:46aber geh zu einem Richter,
00:47:47damit er entscheidet,
00:47:47was ich eigentlich will?
00:47:48Oder sagst du,
00:47:49nimm mich für voll?
00:47:52Beantworte die Frage.
00:47:53Ich würde hinterlassen,
00:47:54ein Dokument,
00:47:55wo drin steht,
00:47:57ich will nicht mehr.
00:47:58Ja, nun,
00:47:59aber wenn das von nun auf jetzt kommt,
00:48:00im Fall meines Vaters
00:48:01war es ein Schlaganfall
00:48:02und die kommen gerne mal ganz plötzlich.
00:48:05So, also,
00:48:06und darüber hinaus
00:48:07hat mein Vater seiner Familie
00:48:09zutiefst vertraut.
00:48:11Es gab also weder einen Anlass,
00:48:14noch einen konkreten Grund anzunehmen,
00:48:17das wäre jetzt irgendwie eine Notwendigkeit.
00:48:19So, also,
00:48:20nehmen wir mal an,
00:48:21dass es so gelaufen,
00:48:21wie es gelaufen ist.
00:48:23Würdest du wollen,
00:48:25dass ein Richter kommt
00:48:26und dir vielleicht,
00:48:29dich vielleicht dazu verdammt,
00:48:31obwohl du es gar nicht willst,
00:48:32obwohl du es offen vorher
00:48:34kundgetan hast,
00:48:36gegenüber deiner Frau,
00:48:37gegenüber deinen Kindern,
00:48:38gegenüber deinen Enkeln.
00:48:39Du hast offen kundgetan,
00:48:41du willst es nicht mehr,
00:48:41es reicht,
00:48:43irgendwann ist das Leben
00:48:44nun mal vorbei,
00:48:46so ist es nun mal.
00:48:48Und würdest du dann
00:48:49deine Frau bitten,
00:48:51die jetzt fragt,
00:48:51aber mein Richter
00:48:52und sagt dem,
00:48:53ich weiß eigentlich gar nicht,
00:48:54was ich will,
00:48:55ich will zwar das,
00:48:55aber eigentlich weiß ich es nicht,
00:48:56ob ich das will.
00:48:58Wie plausibel ist das?
00:49:00Also doch eher unplausibel.
00:49:01Der Fall wurde doch schon
00:49:03dann ein anderer,
00:49:05wenn deine Nachbarn
00:49:07jetzt sagen würden,
00:49:08oh, die Uta,
00:49:10die hat ihren Vater
00:49:11jetzt extra sterben lassen,
00:49:13weil sie an sein Erbe ran wollte.
00:49:16Also nimm das mal ganz
00:49:18staatenlos gesellschaftlich.
00:49:21Das ist tatsächlich in dem Fall
00:49:23absoluter Oberquatsch,
00:49:24weil hier gibt es kein Testament,
00:49:27also geht es logischerweise
00:49:28alles in die Hände meiner Mutter,
00:49:30ergo habe ich kein intrinsisches,
00:49:32wie soll ich sagen,
00:49:33Interesse daran,
00:49:34dass da irgendwie
00:49:35was in der Richtung passiert.
00:49:37Es könnte aber doch passieren, oder?
00:49:39Lass uns mal Abstand nehmen
00:49:41von deinem persönlichen Fall.
00:49:43Ja, ja, ja,
00:49:43aber es ist so ein Klassiker
00:49:49für mich, wo ich sage,
00:49:51Family first,
00:49:53nicht der Staat.
00:49:54Der Staat ist nutzlos,
00:49:57ein Scheißdreck wert.
00:49:58Wir brauchen ihn eigentlich nicht.
00:50:00Wir brauchen nicht ständig
00:50:02irgendwelche Instanzen,
00:50:03die über uns entscheiden.
00:50:04Wir können das selber
00:50:06und in einer gesunden Familie
00:50:07auch intern innerhalb der Familie.
00:50:10Punkt.
00:50:11Das ist mein libertäres Menschenbild,
00:50:14um wir zu den
00:50:15Schluss zu ziehen.
00:50:18Naja, es muss für die anderen
00:50:19halt auch verständlich sein.
00:50:22Es ist doch sehr verständlich,
00:50:24glaube ich.
00:50:25Nein, es muss objektiv
00:50:28auch für die Nachbarn
00:50:29verständlich sein.
00:50:30Das glaube ich schon.
00:50:32Und was sich hier aber auch zeigt,
00:50:34ist bei Irakli und mir,
00:50:36dass wir unter Umständen
00:50:37doch ein etwas negatives
00:50:39Menschenbild haben.
00:50:41Ja, offensichtlich, ja.
00:50:42Dass wir sagen,
00:50:44jedem traue ich auch nicht.
00:50:46Und die Frage ist natürlich
00:50:47wirklich immer noch,
00:50:49wie lange oder woran erkennt man,
00:50:51wer legt fest,
00:50:52wann ein Mensch mündig ist
00:50:53und wann nicht.
00:50:54Bei Kindern hat man einfach
00:50:55mal eine Linie gezogen
00:50:56und hat gesagt,
00:50:5718 Jahre
00:50:57oder 16 Jahre zum Wählen
00:51:00oder so was.
00:51:02Ja, wer bietet mehr?
00:51:04Es ist also schon
00:51:05eine gewisse Willkür.
00:51:07Und wir müssen eben auch mal sagen,
00:51:09ja, wer entscheidet das wann,
00:51:13ob ein Mensch noch in der Lage ist,
00:51:15mündig Verträge einzugehen.
00:51:18Darauf wollte ich eigentlich hinaus.
00:51:21Ja, natürlich.
00:51:22Die Frage ist auch,
00:51:23die ich mir stelle,
00:51:26also ich weiß,
00:51:27das ist jetzt eine echt fiese Frage,
00:51:30aber es gibt ja so etwas
00:51:33wie die Bell Curve
00:51:37und mit der wird unter anderem
00:51:39die Intelligenzquotient-Normalverteilung
00:51:41beschrieben.
00:51:43Die Bell Curve,
00:51:45das ist
00:51:45Gauss-Normalverteilung.
00:51:47Gauss-Normalverteilung,
00:51:49man hat so ein Kreuz,
00:51:50in der Mitte steht 100.
00:51:52So.
00:51:52Bei uns ist unter 80 IQ-Punkte
00:51:56jemand eigentlich
00:51:57nicht normal beschulbar.
00:52:01Hat sich einer von euch
00:52:02mal mit dem IQ
00:52:03weltweit
00:52:04Verteilung beschäftigt?
00:52:06Ja.
00:52:07Ja.
00:52:08Also,
00:52:09Schulbar sagt
00:52:10in einer städtischen,
00:52:12in einer staatlichen Schule,
00:52:13ne?
00:52:14Ja, ja, genau, genau, genau.
00:52:16Es gibt Leute,
00:52:17die haben IQ von 80
00:52:19und die sind steinreich
00:52:20durch ihre eigene Händearbeit,
00:52:22zum Beispiel im Handwerk.
00:52:24Ja und nein.
00:52:25Also,
00:52:26es gibt ja auch
00:52:27die berühmt-berüchtigte
00:52:28Bauernschleue,
00:52:29aber es gibt aber,
00:52:30und da kommen wir
00:52:32zum entscheidenden Punkt,
00:52:32es gibt Länder,
00:52:33in denen ist
00:52:35der Dreh- und Angelpunkt
00:52:36nicht bei 100 gesetzt,
00:52:38sondern eben
00:52:38bei 70
00:52:39oder bei 80.
00:52:41Das heißt,
00:52:42die Wahrscheinlichkeit,
00:52:43dass jemand
00:52:44überhaupt nicht beschulbar ist
00:52:45nach unseren Maßstäben,
00:52:47ist deutlich geringer
00:52:49und die holen wir uns
00:52:49massenhaft ins Land.
00:52:50Und naja,
00:52:51vielleicht braucht man
00:52:52dann wirklich Richter,
00:52:53man weiß es nicht.
00:52:53Aber im Fall meines Vaters
00:52:54ist es klar.
00:52:56Da gab es doch
00:52:57mit dem Trump,
00:52:58wo er sich aufgeregt hat,
00:52:59in Somalia,
00:53:00da ist Durchschnitt
00:53:02nicht 100,
00:53:03sondern
00:53:03wie viel?
00:53:0473, 74?
00:53:05Ja,
00:53:06so habe ich auch gehört.
00:53:08Wobei ich mich da
00:53:09natürlich auch fragen muss,
00:53:10was legt man
00:53:11für einen Standard an?
00:53:12Hat der Befragte
00:53:13überhaupt die Frage
00:53:14verstanden?
00:53:16Ja, ja, absolut.
00:53:17Das ist genau
00:53:18das Problem.
00:53:19Also,
00:53:19normalerweise
00:53:20ist dieses Test
00:53:21so ausgerichtet,
00:53:23dass die Menschen
00:53:24die Probleme lösen,
00:53:26die in westlichen
00:53:28Gesellschaften
00:53:28anfallen.
00:53:29Ja, natürlich.
00:53:31Ein Somali,
00:53:31irgendein Beduine
00:53:33würde seine Probleme
00:53:35in seinem Leben
00:53:36besser lösen.
00:53:37Dafür ist er ja
00:53:38besser,
00:53:39also dafür wurde optimiert.
00:53:41Genau, genau.
00:53:42Weißt du,
00:53:43nach Europa kommt
00:53:43oder nach Amerika
00:53:44und dann irgendwie
00:53:46den Rechner zusammenbauen
00:53:47muss oder logische
00:53:48Aufgaben lösen,
00:53:49dann schafft er es nicht.
00:53:51Ja, ja, ja.
00:53:52Aber wir reden jetzt
00:53:53eine Stunde
00:53:54und wir sind weit
00:53:55abgekommen vom Thema,
00:53:57oder?
00:53:57Richtig.
00:54:00Eigentlich nicht.
00:54:01Wir sind ja
00:54:01von der Mündigkeit
00:54:03ausgegangen
00:54:04und ich habe bloß mal
00:54:05die Frage
00:54:05in den Raum geworfen,
00:54:06die wahrscheinlich
00:54:06viel zu schwierig war.
00:54:08Wann ist ein Mensch
00:54:08eigentlich unmündig?
00:54:11Ach so.
00:54:15Und die ist vielleicht
00:54:17nicht so leicht
00:54:18zu beantworten,
00:54:19die Frage.
00:54:19Oder wer sagt das?
00:54:20Es gibt von Walter Block
00:54:23dieses Buch
00:54:26Defending the Undefendable,
00:54:28wo er versucht,
00:54:29seine Sicht darüber
00:54:31zu präsentieren
00:54:32und sagt,
00:54:33wenn ein Mensch
00:54:34fähig ist,
00:54:36um sich selbst
00:54:37zu sorgen,
00:54:38also eigenständig
00:54:39zu überleben,
00:54:40dann ist er mündig,
00:54:42soll er mündig sein.
00:54:44Also das gilt auch
00:54:44für Kinder,
00:54:45dieser Unsinn
00:54:46von Kinderarbeit.
00:54:48Wenn er arbeitet,
00:54:50wenn er damit
00:54:50sogar noch
00:54:51seine Familie ernährt,
00:54:53dann ist er kein Kind,
00:54:54sondern ein Erwachsener.
00:54:57Egal wie alt er ist.
00:54:59Und umgekehrt,
00:55:01wenn ein 40-Jähriger
00:55:03jetzt, weißt du,
00:55:04von Arbeit seiner Eltern lebt,
00:55:08dann kann er nicht
00:55:10als, wie heißt es,
00:55:13mündig gesehen werden.
00:55:15Er ist selbst nicht fähig,
00:55:16um sich selbst zu kümmern.
00:55:19Ja.
00:55:19Aber das als Maßstab
00:55:23zu nehmen, finde ich,
00:55:24ist in einer
00:55:25arbeitsteiligen Gesellschaft
00:55:26sehr schwierig.
00:55:28Erstens, zweitens,
00:55:29gibt es ja auch immer wieder
00:55:30Phasen im Leben.
00:55:32Meinetwegen eine Mutter,
00:55:33die jetzt,
00:55:34so wie ich,
00:55:35Zwillinge gebiert,
00:55:36ja, die ist erstmal
00:55:37zu allem Möglichen
00:55:38in der Lage,
00:55:39aber nicht dazu nebenbei
00:55:40noch arbeiten zu gehen.
00:55:43Das ist ein Fulltime-Job.
00:55:4524-7.
00:55:47Vor allen Dingen
00:55:48im ersten Jahr.
00:55:48So, nehmen wir das mal an.
00:55:50Ist die Frau dann
00:55:51in dem Fall
00:55:51ein Jahr lang
00:55:52unmündig zu bewerten?
00:55:54Also unmündig zu bewerten?
00:55:55Ich würde sagen,
00:55:56dass nein.
00:55:57Es gibt
00:55:58tatsächlich
00:55:59auch so einen
00:56:00Vorschlag,
00:56:02wenn wir jetzt
00:56:06über das
00:56:07Wahlrecht
00:56:08reden würden,
00:56:09aktive,
00:56:10heißt es,
00:56:10wo man selber
00:56:11hingeht,
00:56:13dass zum Beispiel
00:56:14nur die Menschen,
00:56:15die Steuern einzahlen,
00:56:18also wie heißt das,
00:56:20Nettosteuerzahler,
00:56:22Stimmrecht haben dürfen
00:56:23und Frauen,
00:56:26die kleine Kinder haben.
00:56:29Also wenn du dich
00:56:30um deine Kinder kümmerst,
00:56:31das ist tatsächlich
00:56:32ein Vollzeit-Job.
00:56:34Absolut.
00:56:34Du arbeitest auch nicht
00:56:35für den Staat,
00:56:36sondern
00:56:37das ist sowas
00:56:38wie eine private Wirtschaft.
00:56:40Du arbeitest
00:56:40für deine Kinder.
00:56:42Du verdienst
00:56:42aber dabei
00:56:43kein Geld.
00:56:44Ja, das ist richtig.
00:56:45Deswegen ist es
00:56:46Unrecht,
00:56:48aber du zahlst
00:56:49halt keine Steuern
00:56:50und es wäre
00:56:51wahrscheinlich
00:56:51nicht in Ordnung,
00:56:54Wahlrecht
00:56:56abzusprechen.
00:56:56Aber die ganzen
00:56:58Arbeitslosen
00:56:59oder Beamten,
00:57:00die ganzen
00:57:01Politiker,
00:57:01Staatsangestellten,
00:57:02die dürfen
00:57:03natürlich kein
00:57:04Wahlrecht haben.
00:57:06Ja,
00:57:07bei Staatsangestellten
00:57:08wäre ich mit dabei.
00:57:09Ansonsten kann man
00:57:09ja auch einfach mal
00:57:10unverschuldet
00:57:11in die Arbeitslosigkeit
00:57:12abrutschen.
00:57:12Das spielt keine Rolle,
00:57:13ob verschuldet
00:57:14oder unverschuldet.
00:57:15Ja, nun,
00:57:16aber deshalb
00:57:17jemand,
00:57:18die Mündigkeit,
00:57:20sprich das Wahlrecht
00:57:20abzusprechen,
00:57:21finde ich
00:57:21ein bisschen hart.
00:57:23Da kommen wir
00:57:25jetzt auf ein
00:57:26ganz anderes Thema.
00:57:27Ja, genau.
00:57:28Also vom Wahlrecht,
00:57:29das können wir gerne
00:57:30nochmal thematisieren
00:57:31in einer anderen Seite.
00:57:32Richtig, genau.
00:57:33Eigentlich ist
00:57:36Wahlrecht
00:57:36ja
00:57:37ein
00:57:40libertärer
00:57:41Aufreger,
00:57:42weil
00:57:42es bedeutet ja,
00:57:44dass wir wählen
00:57:45müssen,
00:57:45sprich,
00:57:45dass es einen
00:57:46Staat gibt,
00:57:47sprich,
00:57:48es gibt
00:57:49nicht das,
00:57:49was wir wollen.
00:57:52Das ist ja Quatsch.
00:57:53Also nochmal
00:57:54zur Klärung,
00:57:55ein Arbeitsloser
00:57:56ist nicht
00:57:57automatisch
00:57:58unmündig.
00:57:59Ja,
00:57:59ja,
00:57:59ja.
00:58:02Gut,
00:58:04also
00:58:06sagen wir mal,
00:58:07wenn ich dich
00:58:08jetzt richtig
00:58:09verstanden habe,
00:58:10Irakli,
00:58:11unmündig
00:58:11in dem Falle,
00:58:13wenn man
00:58:13sein eigenes
00:58:14Leben nicht mehr
00:58:15vernünftig gestalten
00:58:16kann.
00:58:17Ja.
00:58:18Okay,
00:58:19dann will ich
00:58:20jetzt mal
00:58:20ein bisschen
00:58:21in die Schlussgrade
00:58:22einbiegen.
00:58:24Menschenbild,
00:58:25mir ist der
00:58:26Gedanke gekommen,
00:58:27die sieben
00:58:28Todsünden.
00:58:30Ja.
00:58:30Was sind die sieben
00:58:31Todsünden eigentlich?
00:58:33Die sieben Todsünden
00:58:34sind keine
00:58:36Straftaten
00:58:36in dem Sinne,
00:58:38dass sie
00:58:38anderen schaden.
00:58:40Für uns gilt ja immer,
00:58:41für uns Libertäre gilt ja
00:58:42das Nicht-Angriffs-Prinzip.
00:58:43Und das sind nicht
00:58:44unbedingt Dinge,
00:58:45mit denen ich
00:58:46andere
00:58:47angreife,
00:58:48aber es sind
00:58:49zum Teil Dinge,
00:58:51die der Staat
00:58:51entweder
00:58:53ausnutzt,
00:58:56oder
00:58:58versucht zu
00:58:58unterdrücken,
00:58:59weil es sind
00:59:00eigentlich,
00:59:02ja,
00:59:03wie sagt man,
00:59:03Begierden,
00:59:04die jeder
00:59:05Mensch hat
00:59:06und es
00:59:07hängt von der
00:59:07eigenen Disziplin
00:59:09ab,
00:59:09wie man sie
00:59:09eingrenzt.
00:59:11Das hat sich
00:59:11über Jahrhunderte,
00:59:12das kommt schon
00:59:13aus dem
00:59:15Osmanischen Reich
00:59:15oder sowas
00:59:16und das waren so
00:59:17Regeln bei den Mönchen.
00:59:19Und wenn wir
00:59:19die jetzt mal
00:59:20durchgehen,
00:59:21dann müssen wir sagen,
00:59:22diese Antriebe,
00:59:23die hat im Grunde
00:59:24genommen jeder.
00:59:25Da ist also einmal
00:59:26das Thema Stolz.
00:59:29Da ist der Stolz
00:59:31des Libertären,
00:59:32der sagt,
00:59:32ich kann mein Leben
00:59:33selber gestalten.
00:59:38Da ist der Stolz
00:59:40der Kollektivisten,
00:59:41der sagen,
00:59:41wir haben die
00:59:43einzige Wahrheit,
00:59:44ihr müsst alle
00:59:45so leben
00:59:45wie wir.
00:59:47Und
00:59:50finde ich
00:59:51gefährlicher,
00:59:51die kollektivistische
00:59:53Version.
00:59:53Dann gibt es
00:59:55die zweite
00:59:55Todsünde,
00:59:56den Neid.
00:59:57Ja,
00:59:58der wird ja gerade
00:59:58kultiviert
00:59:59von den Sozialisten.
01:00:01Tax the rich,
01:00:02eat the rich.
01:00:07Neid ist ein Gefühl,
01:00:09das finde ich immer ganz lustig.
01:00:11Ich dachte immer,
01:00:12ich würde es gar nicht
01:00:12kennen.
01:00:15Aber manchmal denke ich so,
01:00:18manchmal bin ich neidisch,
01:00:19aber die meiste Zeit nicht.
01:00:20Ich glaube,
01:00:20Neid ist etwas,
01:00:22was uns Libertären
01:00:23am meisten abheult ist.
01:00:24tatsächlich.
01:00:25Wir freuen uns mehr für alle,
01:00:27die...
01:00:28Ich finde das toll,
01:00:30dass du so etwas Tolles
01:00:31für die Menschheit gemacht hast,
01:00:32dass du damit so reich geworden bist,
01:00:34wenn ich davon ausgehe,
01:00:36dass du dein Geld
01:00:38auf ehrliche Weise verdient
01:00:39und nicht gestohlen hast.
01:00:40Ah, bei mir...
01:00:41Bei Neid...
01:00:42Dann versuche ich Neid
01:00:43einfach in Bewunderung
01:00:44umzuwandeln.
01:00:45Ja, genau.
01:00:45Bei mir geht es bei Neid
01:00:46aber auch gar nicht um Reichtum,
01:00:47sondern mehr so um
01:00:48emotionalen Reichtum.
01:00:50Also manchmal wünschte ich mir
01:00:52ein anderer zu sein,
01:00:54aber dann fällt mir immer wieder ein,
01:00:55dass es totaler Quatsch ist.
01:00:57Das ist für mich
01:00:58meine interne Neiddebatte.
01:01:01Ja.
01:01:01Ja.
01:01:01Ja, und dann sind wir schon
01:01:02ganz dicht bei der Habgier.
01:01:04Ja.
01:01:05Habgier ist ja,
01:01:07sagen die Sozialisten,
01:01:08ist ja auch was ganz Schlimmes.
01:01:11Kapitalismus ist was ganz Schlimmes.
01:01:13Für uns Libertäre
01:01:14ist das die treibende Kraft.
01:01:16Ja.
01:01:18Aber wir wollen eben
01:01:19unser Geld auch ehrlich
01:01:20verdienen
01:01:20und wir wollen ganz viel
01:01:21davon verdienen.
01:01:22Und es ist ja nicht so,
01:01:24wenn ich habgierig bin
01:01:25oder wenn ich sage,
01:01:27ich will für mich viel haben,
01:01:28dass ich dann anderen
01:01:29was wegnehmen will.
01:01:30Sondern es ist immer
01:01:32Vertragsfreiheit,
01:01:33Leistung gegen Gegenleistung.
01:01:35Also ich muss viel Gutes tun,
01:01:37um viel zu bekommen.
01:01:40Also du musst viel geben,
01:01:41um viel zu nehmen.
01:01:42Aber natürlich,
01:01:43also du nimmst schon
01:01:44anderen Weg.
01:01:46Ja, sicher.
01:01:47Aber du gibst ihnen noch mehr.
01:01:49Aber es ist eine freie Entscheidung,
01:01:51weil im Kapitalismus
01:01:52ja eigentlich eine Win-Win-Situation
01:01:54entstehen muss.
01:01:55Ja.
01:01:57Lust zum Spiel.
01:01:58Ja.
01:01:59Das ist also etwas,
01:02:01was
01:02:03die Linken
01:02:04ja total verurteilen.
01:02:06Außer es gibt wieder
01:02:07eine Diätenerhöhung
01:02:08im Bundestag.
01:02:09werden für den Bürger
01:02:11die Steuern erhöht werden.
01:02:14Dann vierte Todsünde,
01:02:16Zorn.
01:02:17Hass ist keine Meinung.
01:02:20Es ist also wirklich
01:02:22ein gerechter Zorn.
01:02:24Der ist natürlich erlaubt
01:02:26auf die Rechten.
01:02:28Aber die,
01:02:30die sich kritisch äußern
01:02:31gegenüber den Linken,
01:02:34da heißt es dann gleich
01:02:35Hass und Hetze.
01:02:37Ja.
01:02:38Und wie gesagt,
01:02:39das ist uns allen gemein.
01:02:41Und dann
01:02:42Punkt fünf,
01:02:44Todsünde Nummer fünf,
01:02:45die Völlerei.
01:02:48Die was?
01:02:49Die Völlerei.
01:02:50Das viele essen
01:02:51und trinken.
01:02:52Ach so.
01:02:53Der übermäßige Genuss,
01:02:54ja, ist doch
01:02:55jedermanns eigene Sache.
01:02:57Jetzt kann man
01:02:58natürlich argumentieren,
01:03:00wenn du Drogen nimmst
01:03:01und wenn du viel säufst
01:03:03und wenn du viel isst
01:03:04und Kreislaufprobleme
01:03:05kriegst oder was,
01:03:06dann fall bitte
01:03:07der allgemeinen
01:03:08Krankenversicherung
01:03:09nicht zur Last.
01:03:10Ja, aber die allgemeine
01:03:10Krankenversicherung
01:03:11ist ja wieder
01:03:11ein sozialistisches
01:03:12Blödsinn-System.
01:03:14Richtig.
01:03:15Der allgemeine
01:03:16Krankenversicherung
01:03:17und nicht meins.
01:03:19Ja.
01:03:23Ist also dann
01:03:24im Grunde
01:03:25eher ein kleineres Problem
01:03:26und ein privates
01:03:28Versicherungssystem,
01:03:28wie wir Libertären
01:03:29das wollen,
01:03:31das würde sich
01:03:31wahrscheinlich
01:03:32in jederlei Hinsicht
01:03:33selber lösen,
01:03:35dann das Problem.
01:03:36Dann,
01:03:36ich meine,
01:03:37es gibt ja auch schon
01:03:37heute Versicherungen,
01:03:38die sagen,
01:03:38nee, als Raucher
01:03:39nehmen wir dich gar nicht
01:03:40in der Freiwilligenversicherung
01:03:41an oder so.
01:03:43Jetzt habe ich mal
01:03:44Drogenkonsum
01:03:45zur Völlerei
01:03:45mit dazu gezogen.
01:03:47Das nächste Thema
01:03:48ist Wolllust.
01:03:50Ja,
01:03:51das erstaunt mich
01:03:52eigentlich immer.
01:03:54Die Jugendlichen,
01:03:55die jetzt mit 16 Jahren
01:03:57oder vor 16 Jahren
01:03:58keinen Zugang
01:03:59zu den sozialen Medien
01:04:00bekommen.
01:04:01Ja,
01:04:01was machen die,
01:04:02wenn die nicht
01:04:02auf Instagram
01:04:06oder X gehen?
01:04:07Dann gehen sie halt
01:04:08zu Pornhub
01:04:09und X-Amster
01:04:10oder sowas.
01:04:11Da haben sie nämlich
01:04:11noch freien Zugang.
01:04:14Ja, vor allen Dingen
01:04:15gehen sie dann
01:04:15ins Darknet,
01:04:16was ich viel,
01:04:17also ich war noch nie
01:04:18im Darknet.
01:04:18Ich weiß,
01:04:19das gibt es,
01:04:20das existiert,
01:04:21aber ich bin diesbezüglich
01:04:22wirklich die sprichwörtliche
01:04:24Jugendfrau.
01:04:25Ich habe keine Checkung,
01:04:27ja.
01:04:27Ich war noch nie im Darknet.
01:04:28Ich weiß nicht,
01:04:29wie man da reinkommt.
01:04:30Ich habe keinen Plan,
01:04:31was da passiert,
01:04:33aber ich habe Kinder
01:04:35und ich weiß,
01:04:36wie unglaublich
01:04:36finde ich die sind
01:04:37und ich weiß,
01:04:38wie finde ich
01:04:38ich früher war,
01:04:39wenn ich etwas haben wollte,
01:04:41was jetzt vielleicht
01:04:42nicht erlaubt war.
01:04:43Ja, es ist so.
01:04:45Da habe ich doch lieber
01:04:46den regulären Zugriff
01:04:47meiner Kinder
01:04:48auf
01:04:48whatsoever
01:04:49und die sollen auch lernen,
01:04:51verdammt nochmal
01:04:52damit umzugehen,
01:04:53auch vernünftig
01:04:54damit umzugehen,
01:04:55ja,
01:04:56einen normalen Zugang
01:04:57dazu zu erlernen
01:04:59und nicht mit 16,
01:05:00so mit 16 werde ich dann
01:05:02plötzlich Hass und Hetze
01:05:03ausgesetzt.
01:05:03Nein,
01:05:05schrittweise,
01:05:05schrittweise,
01:05:06schrittweise in die Mündigkeit
01:05:08entlassen.
01:05:08Das ist für mich
01:05:10so das Ding.
01:05:11Wir sollten schon erwähnen,
01:05:13dass es gar nicht
01:05:14um die Kinder geht dabei.
01:05:15Ja,
01:05:16natürlich nicht.
01:05:17Also,
01:05:17diese ganze Diskussion,
01:05:19ob die Kinder
01:05:20Es geht um Kontrolle.
01:05:22Darum geht es nicht.
01:05:23Ja,
01:05:24klar.
01:05:25Also,
01:05:26Uta,
01:05:26ich kann zum Darknet sagen,
01:05:27finde da erstmal
01:05:28eine gescheite Suchmaschine.
01:05:30Also,
01:05:30was ist da
01:05:32doch das normale
01:05:33Internet-komfortabel?
01:05:36Irre.
01:05:37Also,
01:05:37mir macht es keinen Spaß.
01:05:39Ich habe keinen Plan.
01:05:40Ich war noch nie drin
01:05:41und dann habe ich es wahrscheinlich
01:05:43gar nicht gemerkt.
01:05:44Keine Ahnung.
01:05:45Nein,
01:05:45nein,
01:05:45das merkt man schon
01:05:47und der Bildschirm
01:05:48wird trotzdem nicht dunkel,
01:05:49auch wenn es Darknet heißt.
01:05:51Okay,
01:05:52gut zu wissen.
01:05:53So,
01:05:54so,
01:05:54und siebte Todsünde,
01:05:56die Trägheit,
01:05:58die Faulheit.
01:06:00Ja,
01:06:01das ist ja,
01:06:02klar,
01:06:03der Staat will uns alles geben.
01:06:06Man muss selber nicht mehr machen.
01:06:08Ich kann zu Hause sitzen
01:06:09und Bürgergeld beziehen
01:06:11und Netflix gucken.
01:06:13Ist natürlich etwas,
01:06:15was wir,
01:06:16also,
01:06:17das ist eine Todsünde,
01:06:18die der Staat im Grunde fördert.
01:06:20Was die Libertären nun gar,
01:06:22also,
01:06:22für uns steht Trägheit ja
01:06:24im Widerspruch zur Habgier.
01:06:25Also,
01:06:26fang was an mit deinem Leben.
01:06:28Sitze nicht auf dem Sofa,
01:06:30sondern mach dich nützlich,
01:06:31dann geht's dir auch besser
01:06:32und du hast mehr Spaß
01:06:33in deinem Leben.
01:06:35Aber,
01:06:36worauf ich jetzt tatsächlich
01:06:38mal mit diesen Todsünden hinaus will
01:06:40und mit dem Menschenbild,
01:06:43ich glaube schon,
01:06:44wenn ich sage,
01:06:45dass der Mensch teilweise dumm ist,
01:06:48dass er egoistisch ist,
01:06:50dass er vielleicht sogar
01:06:52manchmal kriminell ist,
01:06:55dass er manchmal
01:06:57es auch genießt,
01:06:59aufgrund seiner Trägheit
01:06:59Betreuung zu erfahren
01:07:00und dass wir alle
01:07:01diese sieben Todsünden
01:07:03ja in uns
01:07:04in unterschiedlicher Ausprägung vereinen,
01:07:07das heißt eigentlich für mich,
01:07:09dass das Menschenbild
01:07:12von den Kollektivisten
01:07:14und den Individualisten
01:07:15gar nicht anders ist.
01:07:17Wir sehen diesen Menschen,
01:07:18aber
01:07:22wenn Menschen
01:07:24ausgebackene Kekse sind,
01:07:27dann ist die Keksdose
01:07:29der Kollektivisten
01:07:31einfach für einige zu eng.
01:07:33Die passen da nicht rein
01:07:34und zerbrechen.
01:07:36Oder die brauchen
01:07:38weichere Kekse,
01:07:40damit sie die da noch
01:07:41reinstopfen können,
01:07:41wie so ein Muffin.
01:07:43Und
01:07:46wir Libertären,
01:07:47wir sehen das halt
01:07:48viel lockerer.
01:07:49Wir sagen,
01:07:49ja, du hast deine positiven
01:07:51und deine negativen Eigenschaften
01:07:53und
01:07:54im Sinne der Vielfalt
01:07:56müssen wir einfach lernen,
01:07:57damit zu leben.
01:07:59Also nicht die,
01:07:59die Menschen sind wohl
01:08:00alle unterschiedlich,
01:08:02aber
01:08:02ich glaube,
01:08:03dass der Unterschied
01:08:04zwischen Kollektivisten
01:08:05und Individualisten
01:08:06eben der ist,
01:08:07dass wir
01:08:08allen Menschen
01:08:09viel mehr Platz lassen
01:08:11mit einem libertären Menschen.
01:08:12Bild.
01:08:13Ja, ich glaube,
01:08:14es gibt ja eine
01:08:15sehr schöne Geschichte
01:08:16aus der chinesischen Tradition,
01:08:18Ipima,
01:08:19und
01:08:20da geht es
01:08:21letztendlich darum,
01:08:23dass eine gute Sache
01:08:24nicht unbedingt eine gute Sache ist
01:08:26und eine schlechte
01:08:26nicht unbedingt eine schlechte,
01:08:27sondern alles hat zwei Seiten.
01:08:29Das ist so die Quintessenz
01:08:31dieser ganzen,
01:08:32dieses,
01:08:32so ein bisschen wie
01:08:33Krims Märchen,
01:08:34so eine alte Geschichte.
01:08:35Genau,
01:08:36und ich glaube,
01:08:37wenn man freiheitlich ist,
01:08:39dann sieht man
01:08:40sowohl die negative
01:08:42als auch die positive Seite,
01:08:44aber man ist irgendwie
01:08:45chilliger damit,
01:08:46zu sagen,
01:08:46ja,
01:08:47alles hat zwei Seiten.
01:08:48Nicht alles,
01:08:49was gut ist,
01:08:50gut erscheint,
01:08:51muss automatisch gut sein
01:08:52und nicht alles,
01:08:53was schlecht ist,
01:08:54muss automatisch schlecht sein.
01:08:55Also nehmen wir jetzt
01:08:56zum Beispiel
01:08:56sowas an wie
01:09:00Neid,
01:09:00ja,
01:09:01finde ich echt doof.
01:09:02Ah,
01:09:03jeder kennt es,
01:09:04also ich kenne es
01:09:05aus meinem persönlichen
01:09:06Erfahrung nur ganz,
01:09:07nur sehr punktuell
01:09:09und dann habe ich mich
01:09:10auch immer geschüttelt
01:09:11und dann war der
01:09:11auch wieder weg,
01:09:12weil ich will sowas
01:09:13gar nicht fühlen,
01:09:14aber nehmen wir mal
01:09:15an Neid seine
01:09:16positive Kraft.
01:09:18Also,
01:09:18das heißt,
01:09:19der Dirk,
01:09:20der lebt da irgendwie
01:09:21in seiner fetten Villa
01:09:22und hat seine Chickas
01:09:24um sich herum
01:09:25gescharrt
01:09:26und ich weiß nicht,
01:09:26was der noch
01:09:27so alles macht.
01:09:28Ja,
01:09:29das ist ein Antrieb,
01:09:30das ist ein Antrieb,
01:09:31dass es mir genauso gut geht.
01:09:38So,
01:09:39wenn es um Bewertung geht.
01:09:43Hayek,
01:09:44niemand besitzt
01:09:45die alleinige Wahrheit.
01:09:47Ja,
01:09:48das hat Hayek
01:09:49dann besser gesagt
01:09:49als ich.
01:09:50Also,
01:09:51wenn du für mich
01:09:52eine Quintessenz
01:09:53haben willst,
01:09:53das wäre da so
01:09:54meins zu sagen.
01:09:57Ja,
01:09:58einfach chilliger,
01:10:00wie meine Tochter
01:10:00sagen würde.
01:10:02Ja,
01:10:02und das über die?
01:10:03Ja,
01:10:04von der habe ich übrigens
01:10:05noch ein tolles Wort gelernt,
01:10:07Plottwist.
01:10:07Also,
01:10:08wenn jemand plötzlich
01:10:09von nun auf jetzt
01:10:10sich verändert.
01:10:13Was ist der dann?
01:10:14Dann macht er einen Plottwist.
01:10:17Plottwist.
01:10:17Plottwist,
01:10:18ja.
01:10:19Ich liebe ja diese
01:10:21Jugendsprache,
01:10:21ich finde die total
01:10:22aber witzig.
01:10:23Ja,
01:10:24ich finde die auch
01:10:25total krass.
01:10:26Ja,
01:10:27krass ist sowas von
01:10:28Nuller,
01:10:29ich sag's dir,
01:10:30Digga.
01:10:32Das sagt keiner mehr.
01:10:35Und,
01:10:36ja,
01:10:37gut,
01:10:37also,
01:10:38ich erinnere noch mal
01:10:39an Kant,
01:10:41Ausgang aus der
01:10:42selbstverschuldeten
01:10:43Unmündigkeit,
01:10:45das ist
01:10:45Vernunft
01:10:46und die
01:10:48Libertären
01:10:49sehen den Menschen
01:10:49als eigenverantwortlich,
01:10:51als kooperationswillig,
01:10:52freiwillig in seinem
01:10:53Verhalten
01:10:54und,
01:10:57ja,
01:10:58ich,
01:10:59als Schlusswort
01:11:00würde ich gerne
01:11:01an Andreas Tietke
01:11:02erinnern,
01:11:03der vor kurzem
01:11:04schrieb,
01:11:04nichts fürchten
01:11:05die Etatisten
01:11:06mehr als
01:11:07einen Menschen,
01:11:07der keinen
01:11:08Staat braucht.
01:11:15Wenn noch jemand
01:11:16was hinzufügen
01:11:17möchte.
01:11:18Ohne Worte.
01:11:22Fragen aus
01:11:24YouTube,
01:11:25du hattest mir geschrieben,
01:11:26jemand fragt,
01:11:27ob wir im Süden
01:11:27Mitglieder haben,
01:11:28haben wir,
01:11:29die Frage ist,
01:11:30ob in Baden-Württemberg
01:11:31oder in Bayern
01:11:33oder wo Süden
01:11:34anfängt.
01:11:34Genau.
01:11:36Hat er nicht
01:11:37geschrieben.
01:11:38Ich habe ihm
01:11:39geschrieben,
01:11:40er soll eine E-Mail
01:11:41an den
01:11:41Bundesvorstand
01:11:42schicken.
01:11:43Dann kann er
01:11:44das in Ruhe
01:11:44beantworten,
01:11:45gucken,
01:11:46welche Mitglieder
01:11:47sind.
01:11:49Vielleicht
01:11:50ein paar
01:11:50Worte
01:11:51zu diesen
01:11:51Sünden,
01:11:52Todsünden.
01:11:54Natürlich,
01:11:56also aus
01:11:56christlicher Sicht
01:11:57jetzt,
01:11:57also jeder
01:11:58Mensch wird
01:11:59natürlich von
01:11:59den Dämonen
01:12:01heimgesucht,
01:12:02gequält,
01:12:03aber manche
01:12:05können ihnen
01:12:06widerstehen
01:12:07und die anderen
01:12:08nicht.
01:12:09Und das ist
01:12:09vielleicht halt,
01:12:11das ist der
01:12:12Unterschied,
01:12:14wer daraus
01:12:15stärker wird
01:12:16und die anderen
01:12:17halt
01:12:18zerfallen,
01:12:19oder?
01:12:21Ja,
01:12:22es sind ja
01:12:23alles Sünden
01:12:23gegen sich selbst,
01:12:24die Todsünden.
01:12:26Alles,
01:12:27was ich tue,
01:12:28tut ja in erster
01:12:28Linie mir nicht gut.
01:12:31Du kannst
01:12:32danach
01:12:32veranlasst
01:12:33werden,
01:12:35auch den
01:12:35anderen,
01:12:35wenn du dem
01:12:36unterliegst,
01:12:37den Dämonen
01:12:37unterliegst,
01:12:38auch dem
01:12:38anderen
01:12:39Schaden
01:12:39zuzufügen.
01:12:41Ja,
01:12:41aber im
01:12:41Grunde
01:12:42tatsächlich,
01:12:43ich sehe
01:12:44auch einige
01:12:45davon gar
01:12:45nicht als
01:12:46Sünde.
01:12:48Ich bin
01:12:49Softwareentwickler,
01:12:50Ingenieur,
01:12:51ich habe
01:12:52Automatisierung
01:12:53studiert,
01:12:53Automatisierungstechnik,
01:12:55also das ist
01:12:55mein Job
01:12:56gewesen,
01:12:56immer die
01:12:57Menschen
01:12:58von der
01:12:59Arbeit
01:12:59zu befreien.
01:13:01Und das
01:13:02würde ich
01:13:02nicht tun,
01:13:03wenn
01:13:03ein Mensch
01:13:04nicht faul
01:13:05wäre.
01:13:08Das hast du
01:13:09schön gesagt,
01:13:09Herr Hackli,
01:13:10das gefällt mir.
01:13:13Und wir
01:13:14haben ja
01:13:15letztes Mal
01:13:15auch über
01:13:16das potenzielle
01:13:16Aussterben
01:13:17der Deutschen
01:13:18gesprochen,
01:13:19deswegen
01:13:22erhöht die
01:13:22Steuern
01:13:23auf
01:13:23Verhütungsmittel,
01:13:26freund
01:13:27der Wolllust,
01:13:28der sechsten
01:13:28Todsünde und
01:13:29fickt euch
01:13:30bis zum
01:13:31nächsten Mal.
01:13:37Ich bin
01:13:38entsetzt,
01:13:39ich bin
01:13:39entsetzt.
01:13:43Ciao.
01:13:44Ciao.
01:13:45Tschüss.
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