- vor 2 Tagen
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00:00Musik
00:30Die Viola hat den Ball über die Kecke geworfen.
00:57Bösen Hari!
00:58Ich wähl meinen Ball wieder!
01:00Ist jetzt endlich eine Ruhe?
01:03Wen an Ton, Herr?
01:06Ruf in die Polizei!
01:08Kämpier endlich, du homophobes Arschloch, du!
01:19Das täte euch so passen, es perversling!
01:28Tini, bring mal mal Bier!
01:36Wie wär's, wenn du in deinem Bierauslaufweise mal selber holen würdest, du frauenfeindliches Arzt?
01:42Was mischst du denn da ein?
01:44Holt die Pappen!
01:46Ey, sag mal, du spinnst doch!
01:48Geh lieber zurück in deinen Haaren, du Tepperte!
01:50Das ist Körperverletzung!
01:52Geh lieber auf, Hari!
01:54Da trinkt dein Bier!
01:56Da trinkt dein Bier!
01:58Da trinkt dein Bier!
02:00Ja, das ist alles!
02:02Ja, das ist alles!
02:04Ja, das ist alles!
02:06Oh, nein!
02:08Hi!
02:10Guten Morgen!
02:12Mir geht's lang!
02:14Danke!
02:16Hi. Guten Morgen.
02:34Mir geht's lang.
02:35Danke.
02:37Gebt bitte, das hier doch alles längst überholte Klischee ist.
02:40Soll ich anfangen zu zählen? Vier hab ich schon. Bin bei vier.
02:44Ah, Nummer fünf.
02:47Lebt.
02:49Der zählt nicht. Der hat ein Messer im Rück. Der war ironisch gemeint.
02:53Ein ironisch gemeintes Messer im Rück. Christi.
02:55Hallo.
02:56Es könnte aber auch ein Symbol für die nachbarschaftlichen Verhältnisse in so einer Schrebergartensiedlung sein.
03:01Wir reden schon noch von Gartenzwergen, oder?
03:03Ich weiß ja nicht, wie das bei euch im deutschen Schrebergarten so ist, aber bei uns ist der Kleingartenverein eine Oase der Ruhe und des Friedens.
03:13Ha, sechs.
03:14Servus.
03:17Servus.
03:20Sieben.
03:24Morgen, Franziska.
03:26Morgen, Jay.
03:27Morgen, ihr zwei.
03:28Morgen.
03:29Morgen.
03:29Und, wen haben wir da?
03:32Harald Bärmeister, 65. Todesursache Herzstich ausgeführt mit einem Grillspieß.
03:40Wow. Überraschend saubere Arbeit.
03:42Ja, wenn das Herz direkt getroffen ist und sofort zu Pumpen aufhört, da ist so ein geringer Blutverlust nicht ungewöhnlich.
03:47Er hat ja auch gestern schon über Schmerzen in der Brust gejammert.
03:53Frau Bärmeister?
03:55Ja?
03:56Äh, bitte sind Sie doch so freundlich und warten Sie drinnen. Die Kollegin ist so lieb und begleitet Sie. Bin gleich bei Ihnen.
04:01Ja, bitte kommen Sie mal.
04:02Bitte.
04:07Lang hat er jedenfalls nicht mehr gejammert.
04:10Äh, Todeszeitpunkt ran?
04:12Zwischen 22 und 1 Uhr nachts.
04:14Sag mal, Jay.
04:15Na?
04:16Was ist mit den Fingerabdrücken?
04:17Na ja, aufgrund der geringen Fläche nur partielle Fingerabdrücke und, äh, die sind leicht verwischt.
04:23Äh, die Größe lässt auf Daumen und Sorgefinger schließen, was wiederum eine typische Handhabung bei der Essenszubereitung bedeutet.
04:30Also, Daumen und Sorgefinger führen, der Mittelfinger gibt von hinten Schub.
04:35Was für ein Finger?
04:37Jetzt einmal den Finger hin oder her, aber ich meine, damit kommst du vielleicht durch einen Schweinelungenbraten, aber doch niemals durch einen Menschen.
04:41Nicht einmal wirklich durch die Epidermis, aber der muss mit voller Wucht zugestoßen haben.
04:46Also, so oder, oder so.
04:51Ja, allerdings ist der Stich, äh...
04:53Ja, von links unten nach rechts oben.
04:55Ja.
04:56Also ein Linkshänder.
04:57Ja.
04:58Oder, äh, Rechtshänder, ne, also unten.
05:01Von hinten durch die Brust ins Auge.
05:04Es könnte also sowohl ein Links- als auch ein Rechtshänder gewesen sein, ja?
05:08Ja.
05:08Nein.
05:09Hm?
05:12Gibt's irgendwelche brauchbaren Ergebnisse?
05:15Ja.
05:15Na.
05:16Ja, im Haus sind nur wenig verschiedene Fingerabdrücke, vermutlich nur vom Opfer und seiner Frau.
05:24Dafür sind da im Garten sehr viele verschiedene Fußabdrücke.
05:27Es wird allerdings ein Challenge sein, dir eindeutig zuzuordnen.
05:30Äh, ich Ehefrau, du Nachbarn?
05:33Parzelle 8, Horvath.
05:35Parzelle 9, Zizek.
05:38Danke, Max, ja?
05:39Da wär schon eine Sichtachse.
05:42Ah, versteh.
05:43Die Duyenmauer, der Dauerbrenner.
05:46Damit die Nachbarn nur ja nix sehen.
05:47Du, zu Zizek findet man der Computer nix.
05:52Wie schreit man denn?
05:53Na, bitte nicht schon wieder.
05:55Zizek mit Hatschek.
05:57Werden Sie so nett und würden mir das aufschreiben, danke.
06:01Sagen Sie, waren Sie letzte Nacht hier, Herr Hatschek?
06:06Zizek?
06:07Ja, aber erst sehr spät.
06:09Wir haben ja noch unser Siedlungsfest gehabt, beim Obmann, im Vereinsheim.
06:12Wollen Sie ein Bier?
06:14Äh, nein, danke.
06:15Und dann hab ich noch beim Aufräumen geholfen.
06:18Einen Spritzer vielleicht?
06:19Danke, nein, ich bin im Dienst.
06:21Witze ist doch kein Alkohol.
06:23Sagen Sie, Sie waren nicht zwischendurch nochmal hier, um was zu holen?
06:26Doch, doch.
06:27Ein, zwei Mal.
06:28Aber der Harry hat ja alles dafür getan, dass man nicht in seinen Garten schauen kann.
06:32Frau Bermeister, Sie haben um 9.30 Uhr den Notruf verständigt.
06:36Haben Sie sich bis dahin gar nicht gewundert, wo Ihr Mann die ganze Nacht bleibt?
06:40Ich hab mir gedacht, dass er wieder mal seinen...
06:45Er seinen Rausch ausschlaft.
06:49Machst Du das öfter?
06:50Wann nicht?
06:53Und Sie? Sie waren die ganze Nacht hier?
06:56Ja, wir sind den ganzen Sommer hier.
06:59Ich mein...
07:02Danke. Danke Dir.
07:10Wie er endlich eingeschlafen war, bin ich noch auf unser Fest vor einem Vereinshaus gegangen.
07:15Das hätten wir nicht wissen sollen?
07:19Ja doch, natürlich.
07:21Er wollte halt nicht, dass ich hingehe.
07:23Weil?
07:25Er ist ja nicht gerade der Beliebteste.
07:27Und deswegen durften Sie nicht auf das Vereinsfestel gehen?
07:30Also, Ihr Mann hat Feinde gehabt.
07:35Aber mit einem Grillspieß?
07:37Wie gut kennen Sie denn das Ehepaar, Bermeister?
07:41Na ja, wie gut man sich eben kennt, als Nachbarn in einer Schrebergarten-Siedlung.
07:46Das heißt, Sie wissen alles.
07:48Das ist ein Klischee.
07:51Aber man bekommt natürlich einiges voneinander mit.
07:55Was war denn der Herr Bermeister für ein Mensch?
07:58Was für ein Mensch?
07:59Ich will über den Toten nicht schlechtreden.
08:03Er kommt ja nicht mehr zurück.
08:04Geben Sie sich einen Ruck.
08:08Wie ist denn das mit Ihrem Armen passiert?
08:12Ich bin über die Treppe hinuntergefallen.
08:14Sind Sie sicher?
08:16Ja.
08:18Julius?
08:20Bin gleich wieder bei Ihnen, ja?
08:21Moment.
08:23Julius?
08:23Hier oben.
08:27Wie kommen Sie?
08:34Kann ich dir helfen?
08:37Hat sich erledigt.
08:38Kann ich dir helfen?
08:41Passt schon.
08:44Also, mein Kollege wird gleich bei Ihnen sein und Ihre Fingerabdrücke noch abnehmen.
08:48Ist reine Routine.
08:49Und würden Sie mir eine Liste machen mit allen Personen,
08:51die sich hier im Haus und draußen auf der Terrasse aufgehört haben.
08:54Danke.
08:54Darf ich Ihnen die ansagen?
09:00Sind Sie Linkshänderin?
09:01Ja, freilich.
09:03Er hat halt mit jedem hier gestritten.
09:05Mit Ihnen auch.
09:06Schauen Sie mich an.
09:07Ich bin weder schwul noch ein Moslem.
09:10Nicht einmal Vegetarier.
09:12Manchmal habe ich sogar versucht,
09:13seinen Grant absichtlich auf mich zu lenken,
09:15wenn er irgend einen anderen besonders im Visier gehabt hat.
09:18Und mit wem hat er zuletzt gestritten?
09:21Zum Beispiel mit der Fatma von Schräg-Vis-A-Vis.
09:24Die ist Kinderärztin.
09:25Oder der Benni von gegenüber.
09:27Der ist Mediator.
09:29Ich bin zwar nur Informatiker,
09:30aber habe auch so ein kleines Helfer-Syndrom.
09:33Die ganze Siedlung nennt uns nur noch die Ghandis,
09:35weil es niemand anderer länger mit dem Harry ausgehalten hat.
09:38Worum ging es denn bei den Streits?
09:39Wissen Sie das?
09:41Wir sind ein schwules Ehepaar mit zwei Kindern und einem Hund.
09:46Suchen sich einfach was aus.
09:47Das ist sehr großzügig von Ihnen,
09:49aber ich würde trotzdem gerne wissen,
09:51worum es bei dem Streit gestern gegangen ist.
09:53Meine Kinder haben es gewagt,
09:54in der Heiligen Mittagspause laut zu lachen.
09:58Dabei verprügel ich Sie eh schon regelmäßig,
10:00damit Sie nicht so fröhlich sind.
10:04Oh, Entschuldigung.
10:06Ach so, nein, nein.
10:07Den hat der Harry gestern gekillt.
10:10Sie scheinen ja Ihre Bestürzung über seinen Tod
10:11ganz gut unter Kontrolle zu haben.
10:13Sie haben recht.
10:15Das macht man nicht.
10:18Es ist nur nicht wirklich schwer,
10:22mit dem Mann aneinander zu geraten.
10:23Herr Franks, unseren Verein sagt man,
10:25der hat einen eigenen Ordner
10:27nur mit Harrys Beschwerden angelegt.
10:30Nein, hier hat niemand was gegen irgendjemanden.
10:33Wir sind wirklich ein friedlicher Verein.
10:36Da schaue ich als Präsident höchstpersönlich drauf.
10:39Das mit den Nachbarschaftsstreitigkeiten,
10:41das sind doch nur...
10:42Klischees, ich weiß ja, Klischees.
10:44Aber sagen Sie,
10:45hier kommen doch eigentlich nur Mitglieder rein, oder?
10:47Ah, wollen Sie eins werden?
10:49Polizei wird uns wirklich noch fehlen.
10:51Wollen Sie ein Bier?
10:52Äh, nein, danke.
10:54Und auch keine Weißweinsschorle.
10:56Spritzer.
10:56Auch nicht.
10:57Wo waren Sie in der vergangenen Nacht?
10:59Auf einer Geburtstagsfeier in der Stadt.
11:01Es ist ziemlich spät geworden.
11:02Wie spät ist ziemlich spät?
11:05Äh, zwölf, halb eins.
11:09Ihr zwölf oder ihr halb eins?
11:12Warten Sie.
11:14Ich hab die Fahrt noch in der Taxi.
11:19Wir haben viele, die in den Krankenhäusern arbeiten.
11:22Ich selbst bin bei der Freiwilligen Feuerwehr.
11:24Sie würden super zu uns passen.
11:28Und es ist doch auch wirklich schön hier.
11:30Finden Sie nicht auch?
11:31Ja, sehr schön.
11:32Ich meinte eigentlich physisch reinkommen.
11:34Also die Tore sind doch immer verschlossen.
11:35Dafür braucht man den Schlüssel, richtig?
11:38Korrekt.
11:39Wir hatten zu viele Einbrüche.
11:41Von Außenstehenden.
11:42Das ist jetzt viel besser.
11:43Keine Angst.
11:44Und sagen Sie, stimmt es,
11:46dass Sie einen eigenen Ordner
11:48mit allen Beschwerden von Herrn Wehrmeister geführt haben?
11:51Naja.
11:52Er hat eben auf Regeln geachtet.
11:56Aber wir sind eine harmonische Gemeinschaft.
11:59Richtig zusammengeschweißt.
12:01Sie würden sich bei uns wohlfühlen.
12:03Glauben Sie mir.
12:03Wissen Sie was?
12:06Ich denke drüber nach.
12:07Okay?
12:13Da.
12:150 Uhr 28.
12:17Oh.
12:17Okay.
12:19Gut.
12:20Danke.
12:20Das war's fürs Erste.
12:25Äh.
12:27Wo waren Ihre Kinder denn eigentlich?
12:29Die habe ich am Weg zur Party
12:30noch zu meinem Mann gebracht.
12:33Ähm.
12:33Beinahe.
12:37Ja.
12:37Ja.
12:37Grüß Sie, Lechner, Kriminalpolizei. Ich muss ein Alibi überprüfen. Es geht um eine Taxifahrt heute kurz nach Mitternacht.
13:02Der Kunde ist bei Ihnen registriert unter b.horvard23.
13:08Keine Botenfahrt.
13:10Ja, er soll mich bitte zurückrufen, wenn er wieder im Dienst ist.
13:13Unter dieser Nummer.
13:15Danke, wiederhören.
13:20Gaines, Sie sind von der Polizei, gell?
13:23Wir haben ja schon alle davon gehört.
13:26Die arme Teenie.
13:28Aber sie hat doch sicher ein Alibi, oder?
13:31Herbert!
13:32Herbert!
13:33War die Teenie nicht bei uns gestern?
13:36Sogar?
13:37Mhm.
13:38War sie.
13:39Mhm.
13:40Ja.
13:41Und wann ist sie gestern bei Ihnen gewesen?
13:43Wann wäre es denn gut, dass sie bei uns gewesen ist?
13:46Mhm.
13:47Kollege, ein Servatensack halt bitte.
14:00Ja, bring ich da.
14:02Ich weiß nicht, sollte man nicht tot über einen Techniker rufen?
14:03Wie glauben Sie, ich habe das nicht versucht, Chefin?
14:17Fachkräftemangel.
14:18Aber früher ist ja auch nicht den technischen Klimbim gegangen, nicht?
14:33Hallo.
14:34Und?
14:35Wie viele Gartenzwerge?
14:36Also bei sieben habe ich aufgehört zu zählen.
14:38Keine Spur von Schneewittchen.
14:39Weil Sie hoffentlich Ihre ganze Aufmerksamkeit auf die Ermittlungen gelegt haben.
14:44Mhm.
14:45Das Opfer, Harald Beermeister, 65, war bis vor zehn Jahren Koch in einer Großküche,
14:50dann drei Jahre arbeitslos und anschließend in Pension.
14:53Es liegt nichts gegen ihn vor, außer dass ihm die Kollegen wegen 1,5 Promille den Führerschein
14:58abgenommen haben.
14:59Also laut Franziskas erster Einschätzung ist er zwischen 22 und 1 Uhr mit einem Grillspieß
15:04erstochen worden.
15:05Und dieser Grillspieß stammt aus dem Haus?
15:08Ist anzunehmen, ja.
15:10Zumindest lagen mehrere davon neben dem Griller.
15:12Was für eine im Affekt ausgeführte Tat spricht von jemandem, der dem Opfer emotional
15:17nahe stand.
15:18Naja, und davon gibt's jede Menge.
15:21Dieses kleine Büchlein hier ist voller Beschwerden.
15:25Also König der Herzen war der junge Mann nicht.
15:27Was ist mit der Ehefrau?
15:29Die hat kein Alibi.
15:31Besonders unglücklich über den Tod von ihrem Mann ist sie auch nicht gewesen.
15:34Bei der Erwähnung der Tatwaffe, da hat's ein bisschen seltsam reagiert.
15:38Also irgendwie so distanziert.
15:41Und weitere Verdächtige?
15:43Naja, der Nachbar, der Horvath Benedikt, hat sich bei seinem Alibi ein bisschen geirrt.
15:48In dem Taxi, das er mit seiner App bezahlt hat, ist nämlich nicht er gesessen, sondern
15:52laut Feuerern nur sein Schlüsselbund.
15:54Dann hat er sie nachschicken lassen von der Party, weil er ihn dort vergessen hat.
15:56Er war also viel früher zurück, als er uns gesagt hat.
15:58Na, fein. Das kann er mir gleich nochmal erklären.
16:00Herr Horvath?
16:01Na?
16:02Grüß Sie.
16:03Ich hätte da eine kurze Frage an Sie.
16:04Ja?
16:05Geh doch ganz schnell.
16:06Wann sind Sie gestern nach Hause gekommen?
16:07Also von Ihrem Schlüssel weiß ich's ja bereits.
16:08Gott, stimmt.
16:09Ja.
16:10Ich hab da vielleicht ein bisschen was durcheinander gebracht.
16:11Verzeihen Sie.
16:12Der Rest Alkohol.
16:13Dankeschön.
16:14Gerne.
16:15Ähm.
16:16Also, wie war das?
16:17Mich hat ein Freund in ein Taxi gesetzt, weil ich schon so zur war.
16:23Dann hab ich hier gemerkt, dass ich die Schlüssel vergessen hab und hab sie mir nachschicken lassen.
16:28Das heißt, Sie haben vor dem Eingangstor auf das Taxi gewartet?
16:45Ja, klar. Draußen vom Eingang, ja.
16:49Könnte ich vielleicht die Nummer und den Namen von diesem Freund bekommen?
16:53Ja.
16:54Ähm, Herr Horwath.
16:59Dieses Vogelhäuschen da oben auf dem Kamin, ist das ironisch gemeint?
17:04Ach so Gott, nein.
17:05Das schraube ich grad ab.
17:07Das einzige Geschenk, das meine Kinder jemals vom Bärmeister bekommen haben.
17:10Er wollte's auch unbedingt selbst montieren, was so atypisch freundlich für ihn war,
17:13dass ich mich gar nicht getraut habe, es abzulehnen.
17:16Hier. Der Grillspieß hat alle wichtigen Organe haarscharf verfehlt.
17:26Wieso war denn kein Blut zu sehen?
17:29Weil er schon tot war.
17:31Wie? Da hat jemand einen Toten abgestochen?
17:35Kann man einen Toten denn erstechen?
17:37Na ja, also technisch.
17:39Wenn ich euer Philosophie-Seminar kurz unterbrechen darf,
17:43woran ist denn das Opfer verstorben oder bin ich da die Einzige, die das interessiert?
17:47Verkalkte Herzkranzgefäße und hier ein bereits teilweise abgestorbener Herzmuskel.
17:53Das sind eigentlich typische Hinweise für einen Herzinfarkt.
17:56Also ist er an einem Herzinfarkt gestorben?
17:59Ja, da warte ich jetzt noch auf die letzten Analysen, um sicherzugehen,
18:02dass er wirklich an den Folgen eines Infarkts gestorben ist.
18:05Bis wir eine belastbare Todesursache haben, müssen wir taktisch klug vorgehen.
18:10Denn jede Information, die unser Haus verlässt, war es in fünf Minuten der gesamte Kleingartenverein.
18:19Aber nicht, dass wir schon so viel wissen.
18:25Ha! Jawoll!
18:28Sie waren aber schon alle alkoholfrei.
18:31Was?
18:32Na, Diazepam. Hochverdünnt.
18:35Super! Bisschen mehr Kontext der Fein.
18:38Na, Diazepam?
18:39Ist ein starkes Beruhigungsmittel, das leicht zur Abhängigkeit führt.
18:45Ja, Leute, in einer der Bierflaschen.
18:48Die hat zwar jemand ausgespült, aber nicht gründlich genug.
18:51Also wurde er zuerst betäubt und dann erstochen?
18:54Eben nicht erstochen.
18:55Also nicht erstochen, nur betäubt.
18:57Kann dieses Diazepam zum Herzinfarkt führen?
19:00Das ist ziemlich unwahrscheinlich, weil...
19:02Es gibt man zur Entspannung.
19:04In akuten Stresssituationen, ZB.
19:06Jedenfalls gibt man es nicht in ein Bier.
19:09Na ja, vielleicht wollte seine Frau nur Ruhe haben.
19:11Die Fingerabdrücke auf der Bierflasche sind jedenfalls ausschließlich vom Bärmeister und seiner Frau.
19:15Klaus?
19:16Da ist deine Frau, Dr. Diamici, für dich.
19:18Danke.
19:23Danke.
19:24Grüß Sie, Frau Dr. Demirci.
19:29Demirci.
19:30Entschuldigung.
19:31Mein Name ist Klaus Lechner.
19:34Ich nehme an, Sie haben bereits vom Tod vom Herrn Bärmeister erfahren?
19:38In einer Schrebergartensiedlung weiß jeder alles.
19:41Sie wirken gefasst?
19:42Das war ja jetzt nicht mein engster Freund.
19:43Ach so, Ihrer also auch nicht?
19:44Nee.
19:45Wie war in Ihrer Beobachtung nach das Verhältnis zwischen dem Herrn und der Frau Bärmeister?
19:57Sie hat ihn nicht erstochen, wenn Sie das wissen wollen.
20:00Woher wollen Sie das so genau wissen?
20:02Weil sie dazu nicht imstande wäre. Sie hat einen Leidens...
20:09Sie hat eine Geduld, die ich mir in meinem Beruf manchmal wünschen würde.
20:14Geduld? Womit?
20:17Stellen Sie sich ein Leben vor, in dem jeder Tag haargenau gleich abläuft.
20:22Aufstehen, kochen, putzen, im Sommer jeden Tag grillen und dann warten.
20:27Warten, bis der Mann am Abend endlich besoffen eingeschlafen ist.
20:30Nach dem Bärmeister hätte man die Atomuhr stellen können.
20:39Glauben Sie, dass er Sie misshandelt hat?
20:41Dazu darf ich Ihnen leider nichts sagen. Tinn ist meine Patientin.
20:44Ich habe gedacht, Sie sind Kinderärztin.
20:46Ja, das stimmt schon.
20:48Bei uns in der Siedlung hilft man sich gegenseitig.
20:51Kleiner Dienstweg, sozusagen.
20:54Sie wollen mir also nicht verraten, ob sich die Frau Bärmeister den Arm
20:57bei einem Sturz auf der Treppe gebrochen hat?
20:59Oder nicht?
21:00Oder ob Sie ihr verschreibungspflichtige Beruhigungsmittel gegeben haben, sozusagen auch auf dem kleinen Dienstweg?
21:08Haben Sie gewusst, dass der Herr Bärmeister herzkrank war?
21:14Ich dachte...
21:15Entschuldigung.
21:16Ich dachte, er wäre erstochen worden.
21:17Also war ein kardiales Ereignis todesursichtlich, oder?
21:29Ja.
21:30Na gut, Frau Doktor.
21:31Danke fürs Kommen.
21:32Ja.
21:33Wenn ich helfen konnte, gerne.
21:34Haben Sie.
21:35Haben Sie.
21:36Haben Sie.
21:37Haben Sie.
21:38Frau Bärmeister.
21:39Frau Bärmeister, wir haben Ihre Fingerabdrücke auf dem Grillspieß gefunden.
21:40Wie wundert Sie das?
21:41Wundert Sie das?
21:42Ich bin schließlich die Einzige in diesem Haus.
21:43die so etwas angreift.
21:44Gefährlich-spitzel.
21:46Das ist nicht so wichtig, wie man das versteht.
21:48Wie ich Sie Ihre Fingerabdrücke auf dem Grillspieß gefunden.
21:53Wie wundert Sie das?
21:54Ich bin schließlich die Einzige in diesem Haus, die so etwas angreift?
22:04Schwermeister, wir haben Ihre Fingerabdrücke auf dem Grillspieß gefunden.
22:08Wundert Sie das? Ich bin schließlich die Einzige in diesem Haus, die so etwas angreift.
22:13Gefährlich spitze Gegenstände?
22:15Küchensachen.
22:16Dann haben Sie vermutlich auch die Bierflaschen ausgespült.
22:19Ja, weil die würden ja sonst das ganze Haus vollstinken.
22:23Wir konnten in einer der Bierflaschen Spuren eines starken Betäubungsmittels nachweisen.
22:28Wissen Sie, wie das so reingekommen ist?
22:29Er sollte einfach nur früh schlafen gehen.
22:36Es war wieder mal so ein Tag, wo er mit jedem einen Streit vom Zaun gebrochen hat.
22:41Ich wollte wirklich nur in Ruhe aufs Vereinsfest gehen können.
22:44Von wem haben Sie denn das Diazepam bekommen?
22:47Von meinem Hausarzt.
22:49Nein.
22:51Da waren Sie schon seit Jahren nicht mehr, trotz Ihrer vielen Verletzungen.
22:55Stattdessen sind Sie immer in ein anderes Krankenhaus gegangen.
22:57Hat Ihr Mann Sie misshandelt?
23:01Trotzdem habe ich ihn nicht umgebracht.
23:05Oder wieso fragen Sie die ganze Zeit nach diesem Beruhigungsmittel?
23:13Ist er daran gestorben?
23:15Zur Todesursache können wir Ihnen nichts sagen.
23:19Es war also nicht der Spieß.
23:20Wie gesagt, ich kann Ihnen nichts dazu sagen.
23:23Bin ich jetzt verhaftet?
23:25Nein.
23:26Ich möchte jetzt bitte nach Hause.
23:30Hallo.
23:31Geht's gut?
23:34Der Bus?
23:35Ja.
23:38Der Bus?
23:39Ja.
23:39Tini.
23:53Mein Gott.
23:54Was machst du denn da?
23:55Die haben mich nach dem Diazepam gefragt.
23:57Ich muss das endlich loswerden.
24:00Ja, aber wieso hast du dir denn nicht, keine Ahnung, weggeworfen?
24:03Ich weiß auch nicht.
24:05Ich habe mich der Nari heute in der Früh draußen gefunden.
24:10Ich habe allzu sehr in Panik.
24:11Wenn Sie über das Diazepam Bescheid wissen, ist es jetzt eh schon zu spät.
24:17Aber an dem ist er sicher nicht gestorben.
24:19Am Spieß aber auch nicht.
24:21Haben Sie dir das bestätigt?
24:25Tini?
24:26Bist du da?
24:27Gute Söhn, Tini.
24:29Was ist denn passiert?
24:31Alles unter Kontrolle, Rudi.
24:33Es ist nur Erdbeermarmelade.
24:36Tini, du weißt das eh.
24:38Wenn ich irgendwas für dich tun kann.
24:40Ich meine wirklich.
24:41Irgendwas.
24:42Ein Alibi wäre so gut.
24:48Ge bitte.
24:49Wirst denn du das anstellen sollen mit deinem Arm?
24:52Tini sagt, das war nicht der Grillspieß.
24:55Nicht?
24:56Nicht.
24:58Und was warst du sonst?
25:05Wir sollten eher nach jemandem suchen, der kein Motiv hat, Bärmeister zu töten.
25:09Aber ich habe auch noch was anderes gefunden.
25:11Bärmeister hat sich mehrfach über ein Loch im Zaun der Außensiedlung beschwert,
25:15durch das immer wieder fremde Kinder reingekommen sein sollen.
25:18Er hat akribisch Protokoll geführt, mit genauen Uhrzeiten, wer wann durchgeschlüpft ist.
25:23Und das Loch sollte hier im Zaun sein, am Ende der Sackgasse.
25:28Okay.
25:30Das bedeutet, der Täter musste nicht durch den Haupteingang in die Siedlung vorbei am Verein sein,
25:35wo das Fest stattgefunden hat.
25:37Und das reduziert natürlich das Risiko, gesehen zu werden.
25:39Das bedeutet aber auch, dass Benedikt Horvath vielleicht doch nicht bis halb eins
25:42vor dem Tor zur Siedlung auf seine Schlüssel gewartet hat.
25:46Bei dem Fest hat es doch auch ein Feuerwerk gegeben, so um halb zwölf.
25:50Da fällt es ja nur viel weniger auf, wenn jemand kurz weg ist.
25:53Hm.
25:53Penny?
25:58Kennen Sie das Gefühl, dass man was übersieht, obwohl man direkt davor steht?
26:02Nein.
26:04Was muss so ein Frauending sein?
26:06Frau Doktor?
26:07Der toxikologische Befund ist da.
26:10Also, der Bärmeister hat das Diazepam über einen längeren Zeitraum genommen.
26:14Oder bekommen.
26:15Das war aber nicht die Todesursache und auch nicht der Herzinfarkt.
26:19Mhm.
26:20Das war also keine Stichverletzung, kein Herzinfarkt und kein Betäubungsmittel.
26:24Hm.
26:25Erfahren wir vielleicht heuer noch, woran der gestorben ist.
26:29Kohlenmonoxid.
26:30Es war eine Kohlenmonoxid-Vergiftung.
26:33Ein Unfall beim Grillen?
26:36Ausgeschlossen.
26:38Bitte?
26:42Ausgeschlossen.
26:43Für eine CO-Intoxikation braucht es einen abgeschlossenen Raum,
26:47damit die Partikelkonzentration in der Luft mindestens 0,16 Prozent erreicht.
26:52Und selbst dann müsste ich das Opfer mindestens zwei Stunden in dieser Rauchwolke aufgehalten haben.
26:57Die Terrasse der Bärmeisters wäre sogar bei Windstille zu gut belüftet gewesen.
27:00Da hat jemand nachgeholfen.
27:03Herzkranke reagieren manchmal viel empfindlicher auf Kohlenmonoxid.
27:07Er ist also quasi betäubt, erstochen und durch Kohlenmonoxid erstickt worden.
27:13Aber im Freien an Kohlenmonoxid zu ersticken ist wir...
27:16Ertrinken in der Wüste.
27:23Ja, ja.
27:26Ich weiß, danke, Max.
27:28Ich bin eh schon fast drauf.
27:33Ah, okay.
27:35Du, ich hab da übrigens die E-Mails weiter...
27:36Max, bei uns brennt's!
27:39Auf den Dachl!
27:41Scheiße!
27:42Ach, du Scheiße!
27:44Julius!
27:45Guten Morgen!
27:46Kümmerst du dich heute ums Mittagessen oder was?
27:49Das ist ja nett!
27:51Ja, von mir raus.
27:53Wenn ich da fertig bin, kann ich Pizza holen gehen.
27:55Dann kannst du was?
27:58Pizza holen gehen!
28:00Pizza?
28:00Wieso denn Pizza?
28:02Wo du so eine schöne Glut angelegt hast.
28:04Sag mal, nimmst du Briketts oder ist das Holzkohle?
28:07Verwendest du gar keinen Anzündkamin?
28:09Und du bist da wirklich ganz sicher, dass du keinen Schrebergarten willst?
28:13Was treibst du da?
28:15Ähm, ich teste gerade die Partikelkonzentration in Abhängigkeit zur Entfernung vom Grill.
28:19Je nachdem, welche Kohle man verwendet.
28:22Kokoskohle!
28:22Die brennt besonders langsam und raucharm.
28:24Also, hab ich mir sagen lassen.
28:26Du meinst damit also, man könnte über einen längeren Zeitraum Gluten erzeugen, ohne dass
28:30man selber dabei stehen muss?
28:31Ja.
28:31Aber ich bekomme einfach keine ausreichenden Kohlenmonoxidkonzentrationen zustande.
28:37Ja, wir waren schon längst alle bewusstlos.
28:41Das sagt er uns jetzt.
28:43Alles Gute.
28:44Passt.
28:45Schon den Klo?
28:52Hey, wenn du damit fertig bist, sag Bescheid, ich geh ans Grillgut kaufen, okay?
28:56Gut, also noch einmal, Todeszeitpunkt laut Obduktion zwischen 23.30 Uhr und 0 Uhr.
29:08Wenn das Opfer diesem Kohlenmonoxid mindestens zwei Stunden lang hätte ausgesetzt sein müssen
29:13und es irgendeiner Art Vorrichtung bedurft hätte, um den Bärmeister zu töten, dann heißt
29:23es doch, dass der Täter mindestens zwei Stunden in der Nähe des Opfers hätte sein müssen.
29:28Oder er war zweimal im Garten, hat irgendwas auf und dann wieder abgebaut und dazwischen zwei
29:32Stunden Zeit gehabt.
29:33Und ich meine, bei so einem Schrebergartenfestel, da wäre das genau niemandem aufgefallen,
29:36wenn er irgendwer kurz nach Hause geht, um was zu holen.
29:38Ich meine, das hätte jeder sein können.
29:42Entschuldigung?
29:45Frau Doktor?
29:46Demirce.
29:47Genau.
29:48Ja.
29:50Ich möchte gerne ein Gestattnis ablegen.
29:55Okay, kommen wir uns bitte mit.
29:56Sie haben bei unserem letzten Gespräch angedeutet, dass die Stichverletzung nicht die Todesursache
30:06war.
30:07Habe ich das?
30:08Ja.
30:09Unter der anderen war, dass es aufgrund seiner bestehenden Vorerkrankung dann vermutlich
30:13ein Herzinfarkt war.
30:16Den habe ich dann wohl herbeigeführt.
30:18Wie?
30:21Ich habe Harry an dem Abend, als er gestorben ist, gesagt, dass ich ihn wegen häuslicher Gewalt
30:25anzeigen werde.
30:26Frau Doktor, das ist keine Straftat.
30:28So etwas nennt man Zivilcourage.
30:29Sehr begrüßenswert.
30:30Ja, nein, Sie verstehen nicht.
30:32Der hat sich so wahnsinnig aufgeregt und hat rumgebrüllt und ist rot angelaufen.
30:39Und ich bin einfach gegangen.
30:41Verstehen Sie aber als Ärztin, der bewusst ist, dass sie einen schwer Herzkranken provoziert.
30:46Ich finde, das sollten Sie wissen.
30:49Warum haben Sie nicht so viel früher angezeigt?
30:51Ich habe wirklich alles versucht, um sie von diesem Mann wegzukriegen.
30:56Aber wenn mir meine Patientin sagt, dass sie über die Stiegen gefallen ist, dann sind
31:01mir halt auch die Hände gebunden.
31:04Könnte Frau Di Mirci mit dem Geständnis nur versucht haben, von sich abzulenken?
31:08Ich meine, als Ärztin müsste die doch über Kohlenmonoxid Bescheid wissen, oder?
31:11Ja, das schon, aber das ist die Einzige, die ein echtes Alibi hat.
31:14Die hatte die ganze Zeit Dienst im Krankenhaus.
31:16Hier ist eine Dame, die etwas gestehen will.
31:21Frau Bärmeister.
31:22Grüß Gott.
31:24Hier geht es so wie im Beichtstuhl.
31:25Okay.
31:26Kommen Sie.
31:28Sag mal, haben wir noch Ketchup?
31:30Banause.
31:36Entschuldigen, wie lange dauert denn das noch?
31:41Tja.
31:43Wie lange, bis es fertig ist.
31:46Ich wollte sagen, dass ich dem Harry das Beruhigungsmittel ins Bier gegeben habe.
31:58Das wissen wir.
31:59Ja, aber er sollte nicht nur früher einschlafen, sondern...
32:06Also Sie kennen ja die Stiegen in unserem Haus, und ich hab mir gedacht, dass er vielleicht,
32:15ne, wenn er sehr müde ist und auch ein bisschen darmisch, dass er dann...
32:22Na, dass er halt über die Stiegen hinunterfällt und sich...
32:27Den Arm bricht.
32:31Dass er sich das Knack bricht.
32:33Das passiert doch so oft.
32:35Und ich wollte nur ein bisschen nachhelfen.
32:37Aber er ist mir immer schon unten eingeschlafen.
32:41Frau Bärmeister, Sie wissen doch, dass Ihr Mann nicht in den Betäubungsmitteln gestorben ist, oder?
32:44Warum erzählen Sie mir das jetzt?
32:46Ich hab einfach nicht mehr ruhig geschlafen können.
32:49Er war kein guter Mensch, also wirklich nicht.
32:52Aber wenn ich das für mich behalten hätte,
32:55ich möchte einfach von ihm loskommen.
32:58Wieso haben Sie ihn nicht einfach verlassen?
33:00Man muss doch die Leute nicht immer gleich umbringen.
33:02Na, dann hätte er mir das Leben erst recht zur Hölle gemacht.
33:05Na, Lanz, wie haben wir's?
33:09Sind wir schon einen Schritt vorangekommen?
33:12Naja, wie Sie sehen, offensichtlich nicht.
33:14Aber wenn es mit den Geständnissen so weitergeht,
33:16dann brauchen wir eigentlich nur noch hier zu sitzen und abzuwarten.
33:18Ja, wann Ihnen nichts Produktiveres einfällt.
33:22Geständnisse aufnehmen kann nämlich mein Handy auch.
33:25Selbstverständlich, Schöfin.
33:26Verzeihung.
33:31Und Sie?
33:32Sie wollen bestimmt auch ein Geständnis ablegen, gell?
33:35Ja, ja.
33:37Lanz, übernehmen Sie das.
33:39Grüße, Herr Horvath.
33:40Ah, Schöfin, aber es reicht doch eigentlich,
33:42wenn ich mir an Horvath mein Handy mit den Innenverhörer umgebe für ein Geständnis.
33:45Ja, es tut mir leid, wegen vorhin.
33:47Kommen Sie, Herr Horvath.
33:49Mir nach.
33:52Ich höre.
33:56Ich hab den Harry mit dem Grillspies erstochen.
33:58Geh.
34:00Warum haben Sie denn das gemacht?
34:03Ähm...
34:04Er hat uns alle terrorisiert.
34:06Er...
34:07Er war schuld an einfach allem.
34:10Ich hab nur noch dann denken können,
34:13wie viel besser es uns allen gehen wird, wenn...
34:15der Harry weg wäre.
34:17Und dann, wie ich dann nach der Feier...
34:18rausgekommen bin,
34:21schlernagelvoll,
34:22und in der Schnarchensee mit seinem scheiß Bier und...
34:25dem Grillspies daneben...
34:28da sind mir die Sicherungen aussprungen.
34:29Der Grillspies war nicht die Tatwaffe.
34:35Natürlich war er das.
34:35Nein.
34:37Sie haben einen Toten umgebrucht.
34:40Möglicherweise waren das nur ein paar Minuten,
34:42die sich vor einer Mordanklage gerettet haben.
34:45Aber Ihren Kindern werden sie erhalten bleiben.
34:48Und den Rest wird die Staatsanwaltschaft entscheiden.
34:52Hm?
34:52Das heißt...
34:55Ich darf gehen?
34:58Ich bitte sogar darum.
35:00Ich hab was für euch.
35:14Äh, die...
35:15die Aschereste.
35:16Im Grill waren zum Großteil Kokoskohle,
35:19dazu noch ein bisschen Holzkohle.
35:22Wir haben beim Bärmeister Bordes gefunden,
35:23aber auf der Kokoskohle
35:25waren auch noch andere Fingerabdrücke drauf.
35:27Die vom Nachbarn Zizek.
35:29Da, schau her.
35:32Ja?
35:34Der hätte bei dem Fest natürlich jederzeit
35:35zum Bärmeister hingehen können,
35:36ohne dass sich irgendjemand drüber gewundert hätte.
35:39Fragen wir ihn doch mal.
35:43Zizek?
35:43Herr Zizek, Max Herzog hier.
35:45Wie, Pizzer?
35:46Ich versteh Sie nicht.
35:48Max Herzog hier, von der Kripo Wien.
35:49Ich hab ne Frage an Sie.
35:51Immer gern.
35:52Störe ich gerade.
35:53Hatten Sie einen Unfall?
35:54Was?
35:54Äh, äh, oh, also, na, ha, nein.
35:58Der Heinz Zizek hat mich zu einer Übung
36:00von seiner freiwilligen Feuerwehr eingeladen.
36:02Ich wollte mir das Ganze einmal anschauen.
36:04Sagen Sie, haben Sie hin und wieder
36:06mit dem Ehepaar Bärmeister gemeinsam gegrillt?
36:08Nein, das hätte man nie ahntan.
36:11Freiwillig Zeit mit dem verbringen?
36:14Wirklich nicht.
36:14Wir fragen uns gerade, wie Ihre Fingerabdrücke
36:16auf den Sack mit der Grillkohle gekommen sein könnten.
36:19Die Kokoskohle?
36:20Na, die hab ich eben geschenkt.
36:22Im Namen von uns drei Nachbarn.
36:25Der Harry hat uns ja jedes Mal so eingereichert,
36:27dass wir irgendwann einmal die Nosen vollkommt haben.
36:29Im wahrsten Sinne des Wortes.
36:32Okay, danke.
36:32Das war's dann auch schon.
36:33Wer kennt sich eigentlich so wirklich gut
36:39mit Kohlenmonoxidvergiftungen aus?
36:42Ärzte?
36:45Feuerwehrleute?
36:47Ja, sicher.
36:48Wenn Sie sich dein Leben lang damit beschäftigt,
36:49wie man sowas verhindert,
36:50dann wissen die wahrscheinlich auch,
36:51wie man eine Kohlenmonoxidvergiftung erzeugt.
36:54Du, Jay, welche Techniken verwendet die Feuerwehr,
36:57um eine Kohlenmonoxidvergiftung zu verhindern?
36:59Vielleicht kann man das ja umdrehen.
37:01Ja, logisch.
37:02Hey, ich hab die Lösung.
37:04Da.
37:05Das ist leicht zu transportieren,
37:06hinterlässt keine Spuren,
37:07einfach aufzubauen
37:08und ist in jedem Löschfahrzeug zu finden.
37:11Hier ist Lesack.
37:12Herr Präsident, Max Herzog hier.
37:14Ah, haben Sie sich's überlegt mit am Garten?
37:18Nein, aber vielen Dank fürs Angebot.
37:20Ich hab eine Frage an Sie.
37:22Bei dem Vereinsfest am letzten Wochenende,
37:24da gab's doch ein Feuerwerk, richtig?
37:26Waren Sie da mit Ihrer freiwilligen Feuerwehr vor Ort,
37:28zur Sicherung?
37:30Ja, ja, das machen wir immer so.
37:32Okay, könnten Sie uns in einer Stunde am Tatort treffen?
37:35Hoi, hoi, bin eben vereinsheimt.
37:37Gut, bis später.
37:38Du, auf dem Ding müssen ja Unmengen von Fingerabdrücken drauf sein.
37:42Wir brauchen einen Beweis oder sowas.
37:43Ist eigentlich echt short,
37:45dass der Bärmeister nicht auch noch seinen eigenen Tod protokolliert hat.
37:49Oder vielleicht doch?
37:52Herr Sleczak, danke.
37:53Das ist ganz lieb, dass Sie so kurzfristig kommen konnten.
37:55Wir bräuchten nämlich Ihre jahrzehntelange Expertise als Feuerwehrmann.
38:00Wer glaubst du?
38:01Wissen Sie, wir haben uns nämlich gefragt, wie das überhaupt möglich ist,
38:04dass der Herr Bärmeister hier draußen an einer Kohlenmonoxidvergiftung sterben konnte.
38:08Und vor allem, wer dafür verantwortlich ist.
38:11Weil ich mein, zum Beispiel Ihnen hat er ja Ihr schönes Leben in dieser wunderbaren Siedlung ganz ordentlich versaut, oder?
38:16Rudi!
38:17Sag ich mal, Heini, was ist denn da los?
38:25Bin mir noch nicht ganz sicher.
38:28Wissen Sie, Herr Sleczak, wir suchen jemanden, der sich mit Feuer und den Gefahren von Kohlenmonoxid auskennt.
38:32Also jemand, der jahrzehntelang bei der Feuerwehr gewesen ist, zum Beispiel.
38:36Der Harry ist an Kohlenmonoxid gestorben.
38:40Und Sie glauben, der Heini hat das gemacht?
38:42Das ist ja lächerlich.
38:44Wieso hat er denn das angestellt haben, mitten im Freien?
38:46Ja, genau das haben wir uns auch gefragt.
38:48Klaus, hörst du so gut?
38:49Kommen Sie doch bitte mit.
38:51Wir sind alle Varianten durchgegangen.
38:52Ob das Gas zufällig zu ihm hingezogen ist, oder ob jemand ein Zelt über ihm und dem Griller aufgestellt hat,
38:57oder ob ihm jemand ein Atemgerät aufgesetzt hat.
39:00Aber da hätten wir Spuren finden müssen.
39:02Herr Sleczak, was tun Sie, wenn Sie viele Menschen aus einem brennenden Haus evakuieren müssen?
39:08Wenn es zu viele für die Drehleiter sind.
39:10Wir haben so einen mobilen Rettungstunnel, ein Sprungtuch.
39:13Na bitte.
39:13Bitte.
39:15Bitte.
39:24Jeder hier wusste, dass der Bärmeister immer auf seiner Terrasse einschläft.
39:27Und die Hälfte der direkten Nachbarn war entweder auf einer anderen Party oder im Nachtdienst.
39:36Der Grill hatte noch Glut.
39:39Das heißt, man musste nur noch ein paar Kohlen draufschippen.
39:43Und dann die eine Seite des Rettungstunnels über den Grill gestülpt.
39:49Und die andere Seite über den schlafenden, betrunkenen Bärmeister.
39:59Und dann wieder zurück zum Vereinsfest.
40:01Ein bisschen gewartet.
40:04Und als der Herr Nachbar dann hin war, alles wieder abgebaut und zurück ins Löschfahrzeug.
40:12Fertig.
40:13Das ist ja lächerlich.
40:15Sie sehen ja selbst, sein Tunnel ist sogar zusammengeklappt, total spierig.
40:19Damit hätte der Heini nie durch die ganze Siedlung spazieren können, ohne dass ihn jemand sieht.
40:23Deshalb sind Sie auch außen rundherum gegangen, Herr Zischek.
40:26Und durch das Loch im Zaun geschlupft.
40:28Damit sich niemand mit der Transporttasche sieht.
40:30Ich?
40:32Warum hätte ich denn Harry umringen sollen?
40:34Ich bin doch der Einzige, der sich mit ihm verstanden hat.
40:37Sie sind verhaftet.
40:40Auf Ihre Beweise bin ich gespannt.
40:42Ja, das dürfen es auch sein.
40:44Den von Ihnen geforderten Beweis hat uns das Opfer selbst gebracht.
40:48Mit der einzig freundlichen Tat, die er hier vollbracht hat, die natürlich keine gewesen ist.
40:52Herr Schons.
40:56Da sind Sie drauf.
41:00Gestochen scharf, wie Sie am Samstag in der Nacht zweimal durch das Loch da im Gartenzaun geklettert sind.
41:05Mit einer großen Transporttasche.
41:14Der Rudi?
41:18Aber warum?
41:20In meinem Verein?
41:22Mit meiner Feuerwehr?
41:24Das weißt du genauso gut wie ich.
41:27Jeder von uns hätte den Harry umbringen wollen.
41:32Ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten.
41:35Wegen der Tini.
41:38Und wie er sich behandelt hat.
41:40Die ganzen Jahre.
41:41Gratulation, Herrschaften.
41:54Manchmal muss ich offenbar da ein bisschen streng sein, dass was weitergeht.
41:58Aber danke.
41:59Danke.
42:00Danke, Chef.
42:01Vielen, vielen Dank.
42:01Und der Präsident des Kleingartenvereins lässt sich auch schön bedanken und hat das für Sie, Kollege Herzog, abgegeben.
42:10Für mich?
42:12Ja.
42:13Entschuldigung.
42:17Tada.
42:17Also toll, aber ich sage mal, der Dank, der gebührt jetzt nicht nur mir, sondern auch dir, Penny.
42:31Ach, danke.
42:33Das kann man aber nicht annehmen, Max.
42:34Ach so.
42:35Weil ich finde nämlich, die größte Arbeit hat ja eigentlich der Klaus geleistet.
42:39Bravo, Klaus.
42:40Ich danke dir vielmals.
42:42Weißt, ich finde, in dem Fall hat uns hier noch einer ausgerissen.
42:46Unser Jay.
42:46Okay, bitteschön.
42:48Ich esse das Wattesfleisch.
42:54So.
42:55Gut Kusch.
42:56Ich esse das Wattesfleisch.